Beiträge von schnuffig

    Hallo Maxima!

    Hier zu schreiben ist sehr hilfreich, ja wirklich.

    Das gemeine ist ja auch, dass du nichts machen kannst, da dich dein Gefühl, dass sie NIE mit dir zufrieden sein werden, nicht trügen wird.
    Also ist es von daher völlig egal, ob du das Thema Alkohol ausklammerst oder nicht, ob du keinen Mann hast oder 21, ob du blaue oder schwarze Haare hast - man wird nicht aufhören, zu versuchen, Macht über dich auszuüben, damit man dich besser kontrollieren kann.
    Macht dich das wütend, wenn du dir vorstellst, dass du so eine bist, die unterdrückt wird, damit andere ihre Bedürfnisse besser befriedigen können?
    Mich schon.
    Ich brauche nämlich viel Luft zum Atmen, komme aber gerne freiwillig immer wieder zu jenen, die sie mir lassen. Bin ihnen sogar treu.

    Meiner Meinung nach werden alle Leute, mit denen so im großen und ganzen alles in Ordnung ist wütend, wenn man sie dauernd versucht zu verarschen und zu manipulieren.
    Kennst du für dich eigentlich den Unterschied zwischen Wut und Zorn?

    Liebe Grüße und ein fröhliches Weiter so!

    Hallo Honest!

    Linde hat recht, du machst das gut.

    Bei mir war es lange so, dass ich meine Kindheit an einzelnen, unangenehmen Erlebnissen festgemacht habe.
    Außerhalb dieser Erlebnisse glaubte ich, meine Eltern als liebende Eltern erlebt zu haben.
    Und hatte oft Mitleid mit meinem Alkoholiker Vater, meiner Co Mutter und jedesmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas Negatives sagte.
    Und auch das Gefühl, es bräche mir das Herz, sobald ich genauer über meinen Vater nachdachte.

    Ich musste lernen, mich der Wahrheit zu stellen. Zum Glück musste ich diesen Weg nicht ganz alleine gehen.
    Denn es tut schon sehr weh, draufzukommen, dass man eigentlich immer nur gestört hat. Außer wenn ein Elternteil durch sein Tagesgeschehen am Verzweifeln und einsam war, dann war es praktisch ein Kind zu haben, eines dem man von Anbeginn alles erzählt hat oder sich körperliche Nähe verschafft hat - natürlich egal, ob mir danach war oder nicht - ich diente einzig dazu, die Bedürfnisse meiner Eltern zu befriedigen.

    Seit ich das nicht nur mit dem Kopf wahrnehmen konnte, sondern spüren konnte, dass das einfach die Wahrheit ist, dass man mich nie geliebt, sondern nur benutzt hatte, habe ich auch kein Mitleid mehr.
    Das ist wohl so an die zehn Jahre her.
    Ich war ein ganz verschlossener, stiller, beinahe unsichtbarer Mensch mit schlechten Schulleistungen und dem ständigen Gefühl mit mir stimme etwas nicht. Und ich bin es auch gar nicht wert, dass ich am leben bleibe.

    Inzwischen bin ich meistens heiter, ausgeglichen, habe mich wieder sichtbar gemacht und richte die Sachen, sofern ich sie verbockt habe auch wieder gerade ohne das Gefühl zu haben, ich wäre allem, was mir so zustößt hilflos ausgeliefert. Der Dauerzustand Ohnmacht hat sich aufgelöst.

    Deine Erkenntnis, dass dein Vater nicht nur lieb war, die wird dir helfen, sie weist dir die Richtung zu der Tür hinter der eine Welt liegt, in der du Dein Leben leben kannst ohne in der Geschichte anderer gefangen zu sein.

    Liebe Grüße

    Hallo Maxima!


    Wieso sollst du dir das einbilden? Du hast doch Augen im Kopf und du studierst, also wirst du auch denken können.

    Das ist ohnehin der Klassiker unter den Fragen: "Darf ich denken was ich denke, darf ich fühlen wie ich fühle?"
    Ja, darfst du!
    Sollst du sogar!

    Deine Wut - du sagst innere - darf die nicht raus? , die wirst du wohl auch schon länger haben. Und die versucht ja auch dir die Richtung vorzugeben - lebe dein eigenes Leben nach deinen eigenen Regeln, dann wirst du nicht so leicht wütend.
    Lässt du dir ernsthaft mit 24 diktieren, wie und welchen Umgang du mit Männern haben solltest, haben darfst?

    Deine Eltern lassen sich von dir ja auch keine Vorschriften machen - sie haben beschlossen, den Alkoholmissbrauch deiner Mutter auszublenden und es ist ihnen anscheinend auch egal, wie das alles weitergeht.
    Deine Sicht auf die Dinge ist dabei wohl unerwünscht - also lass sie. Schau auf dich, schau dass du ausziehen kannst und erwachsen wirst.

    Es gibt ja auch für dich nur einen Weg und das ist deiner! Nicht ihrer!

    Nur Mut! Du bekommst das schon hin und wendest das Blatt für dich zum Guten!


    Liebe Grüße

    Silberkralle, DAS nenne ich mal einen Unterschied: Bei mir kommt der Rauch nämlich aus den Nasenlöchern.

    Tocco - kritisieren im Sinn von erziehen wollen nehme ich an. "Entweder du bist so wie ich dich haben möchte, oder ich bin sauer bis aggressiv, beleidigt, ungehalten, schmollend....".
    Niemand von den Leuten, die selber ein tolles Leben haben, macht sowas. Niemand von den Leuten, die mehr drauf haben als man selbst macht sowas.
    Die, die mir gut tun, die lassen mir Raum und Zeit um zu wachsen und begrüßen es, wenn ich es dann auch tue.
    Du bist auch hier in diesem Forum, also nehme ich an, du bist ebenfalls in der Lage, Menschen zu folgen und zu vertrauen, die ein paar Dinge gründlicher durchschaut haben, mehr Erfahrung haben, einen bis daher erfolgreichen Weg hinter sich haben.
    Da macht dann auch Kritik nichts, weil sie nicht dazu dient, uns klein zu halten.
    Das nicht mehr zu spüren, diese Manipulationen, dieses mich in eine bestimmte Richtung schieben wollen, was man dann auch noch Freundschaft nennt, war sicher einer der Hauptgründe für meinen Alkoholmissbrauch.
    Und mich von ihnen zu lösen, die größere Herausforderung an der Sache da.

    Aber bitte schön - es gibt Milliarden Menschen auf der Welt, wieso genau sollte ich, solltest du nicht die finden, die uns jetzt gut tun?
    Es ist ja nicht so, dass sie nicht da draußen wären!


    Wille, ne, das sagte man um auszugrenzen. Ist wohl sowas wie der Unterschied zwischen behindert sein und behindert werden.

    So wie du deinen Urlaub erlebt hast, hätte ich mir meinen auch eher vorgestellt. Mit Glitzerschnee und Sonnenstrahlen.
    Aber Pulverschnee hast du ja jetzt mitgebracht. Hat mich gefreut, dein Besuch!

    Hallo Silberkralle, doch doch habe ich....ich musste dafür noch nicht mal eine Prise aus deinem Sack voll Mut aus meinem Notfallkoffer nehmen.

    Mein Problem ist nämlich eher, dass ich zwar vier Mal in Folge das Gleiche in anderen Worten nett sagen kann, aber ab dem fünften Mal spüre ich wie mein Blut heiß wird und sich meine Muskeln aufpumpen.
    Nicht gut.
    Der Tonfall mit dem ich dann in dem Fall sagte, dass ich an diesem Tisch hier in Ruhe sitzen werde und man seinen Alkohol wo auch immer konsumieren kann, aber nicht hier, wird dann um einiges schärfer.
    Außerdem muss ich dann zur Beruhigung meine Fingernägel in meine Handflächen bohren.
    Wenn dann noch immer keine Ruhe ist, man sich einfach zum Nachbarn dreht und auch noch doof vulgäre Bemerkungen über "die da" macht, dann werde ich kalt und ganz ruhig.
    Das ist dann wirklich gar nicht gut. Aber eigentlich hat bis jetzt ab dem Zeitpunkt noch jeder verstanden, was ich dann mit ZURÜCK meine, denn es nicht zu verstehen, bedeutet, später zugeben zu müssen, von einer Frau mindestens eine Gewaltige gescheuert bekommen zu haben.
    Ich hätte nicht weiterhin bei Eisregen und Sturm im Wald bleiben können, deswegen hätte ich es auch fair gefunden, mir ein wenig Platz zu lassen.
    So musste ich ihn mir eben nehmen.
    Berge im Winter werde ich wohl lange nicht mehr sehen.

    Mineralwasser trinke ich viel.

    Ansonsten, außer mir Sachen in den Mund zu leeren, zu stecken oder zu stopfen, versuche ich einen Zugang zu mir selbst zu finden.

    Gut geht das mit Farben oder Bleistift. Einfach in die Hand nehmen und sich ohne etwas können zu wollen vor ein weißes Blatt setzen.
    Der Rest geht von alleine.

    Schreiben - auch das nicht mit dem Anspruch etwas schaffen zu wollen, sondern um sich selbst näher zu kommen.

    Zeug ausmisten, putzen, Bücher zum Thema lesen.
    Mir die Zeit nehmen und einfach dasitzen und nachdenken.

    Hallo GK!

    Das Leben ist so schön bunt, nicht wahr!

    Außer man ist Alkoholiker, da gibt es genau zwei Farben:

    Schwarz und weiß

    Wir können eine davon wählen.

    Spedi habe ich übrigens vor ein paar Monaten die Zunge gezeigt, vor dem Bildschirm, und sehr bockig mit dem Fuß aufgestampft.

    Inzwischen ist mir aber klar geworden, dass er einfach sehr gut sieht - nämlich was am eigenen Gedankengut schwarz ist oder weiß - also nasses Denken ist oder Trockenes.
    Das ist wiederum sehr hilfreich, weil man selber ja noch ziemlich viele blinde Flecken hat.
    DIE sind gefährlich.

    Also GK, mach einfach weiter. Es lohnt sich. Wirklich.
    :)

    Danke schön, das ist sehr lieb!

    Nach einigem Abstand und wieder ohne Berge blieb bei mir eigentlich nur ein Satz hängen, den ich nicht mag und das ist mit "Die trinkt nichts." vorgestellt zu werden.

    Das ärgert mich. "Die" trinkt nämlich schon, aber sicher keinen Alkohol.
    Ich verspüre überhaupt keine Lust, Leute zu missionieren oder zu versuchen sie zu ändern.
    Genauso wenig Lust habe ich aber mir irgendwelche Eigenschaften zuschreiben zu lassen, die man sich anscheinend für trockene AlkoholikerInnen zurechtgelegt hat.
    Auch das ist für mich Trockenarbeit - mir ein stabiles Selbstbewusstsein zuzulegen und vieles davon funktioniert bei mir eben über Sprache.
    Klar kann jeder reden was er möchte, nur wenn man das über mich oder mit mir tut, dann bitte auch möglichst den Tatsachen entsprechend.
    Ich bin nämlich weder taub noch unsichtbar und hilflos auch nicht.
    Sprache schafft Wirklichkeit heißt es so schön. Beides gilt es zu gestalten.
    Also weiter im Text.

    Die Grüße an die Krähen habe ich ebenfalls ausgerichtet.

    Tocco, wie geht es deiner Trockenmauer?


    Liebe Grüße!

    Hallo Tocco!

    Ich gratuliere zu Tag 66! Weiter so. :)

    Meine Person steckt in den Bergen, noch bis Freitag, und das ist eher wie noch eine Mauer hinter der Trockenmauer oder wie auch immer, jedenfalls bin ich ziemlich still, weil ich spüre, höre, mir anhören musste, dass man mich aufgrund meiner Abstinenz vorsichtig formuliert für arrogant hält.
    Kennst du das zufällig?
    Oder sonstwer?
    Ich finde das sehr mühsam. Also bin ich wohl noch schrulliger als sonst und habe bereits die Krähen im Wald gefragt, ob sie mein Trinkverhalten auch auf sich beziehen.
    Ich glaube sie haben nein gesagt. Womit sie neben dem anderen ortsansässigen Getier wohl die einzigen sind, die das so sehen.
    Sie sind aber auch die einzigen, mit denen ich mich über kurze Standardfloskeln hinaus noch unterhalte.
    Sonst werde ich vielleicht noch zornig und das kann ich im Gegensatz zu arrogant sein ausgesprochen und vernichtend gut.
    Mag ich aber nicht.
    Gestern war es ein halbes Jahr seit ich nicht mehr trinke.

    Liebe Grüße

    Hallo Kossi!

    Wie traurig!

    Zum "Glück" bleibt dir genug Zeit um alle Angelegenheiten regeln zu können - das ist für mein Empfinden besser als bei einem plötzlichen Todesfall wo das nicht möglich ist.
    Du kannst deinen Freund begleiten und du wirst ihn auch nicht ganz verlieren!
    Niemand kann dir nehmen, was du an ihm hast.

    Das mit dem Schreien ist einfach: Man macht zuerst den Mund auf und dann muss man es tun. Auch wenn es nur ganz leise rauskommt.

    Du hast sie in dir, die Kraft die du brauchst. Sie muss aber raus dürfen.

    Hallo Hans!

    Wie gut, dass du das mit dem Strick gelassen hast. Das gibt eine riesige Wunde bei den Kindern und sicher später eine große Narbe, wenn es überhaupt heilt.
    Man selbst wäre tot und das dadurch, dass man sich zum Mörder macht.
    Gar nicht gut.
    Aber gut ist dafür, dass es bei dir aufwärts geht!

    Was blöd ist?

    Sachen zu machen, die von einem wegführen. Versuchen die zu sein, die man sein soll, statt zu versuchen die zu werden, die man sein möchte. Für sich.

    Mein Misstrauen war in dem Fall auch blöd. Statt hier einfach Leute mit Erfahrung zu sehen, befürchtet zu haben, man könnte in eine Falle tappen. Kleben bleiben. Irgendwann nicht mehr ohne die Anleitung anderer denken können - blöd, weil nicht wahr.

    Einen Beruf ausüben wollen, dem man ohne Alk nicht gewachsen ist, und dann darauf beharren, dass der das ist was man will - blöd.

    Sich nicht von Leuten trennen wollen, die sich nie mit mir verabredet haben, sondern nur mit dem Alk so wie auch ich mal - blöd.

    Es gäbe da noch mehr.

    Das sind so Hintertürchen die den Unterschied zwischen Trocken sein und Trinkpause ausmachen.

    Wo ich das alles hinschreibe, ist eigentlich völlig egal.

    Liebe Grüße

    Oh!

    Hallo Hans!

    Was blöd war? Na ich natürlich.

    Das hier ist mein "Ich habe aufgehört zu saufen, bin aber viel zu feig um mich von meinem alten Leben zu trennen und versuche mich ohne Trockenarbeit hier durchzumogeln" Thread.

    Dann folgte eine Forumspause. Wiedergekommen bin ich erst, als ich mich von meinem alten Leben getrennt hatte.

    Deswegen schreibe ich auch diesen Thread nicht weiter, obwohl es für mich gut zu wissen ist, dass es ihn gibt, habe ich inzwischen einfach ein anderes Leben oder besser baue ich mir das auf.

    Falls du dich durch nasse Gedanken und bockiges Zeug lesen willst, dann bist du hier wohl richtig.
    Aber ich glaube nicht, dass es sich lohnen wird.

    Deswegen habe ich auch einen neuen.


    Liebe Grüße

    Doch, schon. Ich möchte das.

    Natürlich braucht mich niemand zu retten, wenn ich friedlich und trocken auf der Couch sitze.

    Denke ich aber zum Beispiel daran, wie ich einmal fast ertrunken bin - da wollte ich gerettet werden.

    Es kommt auf die Situation an.

    In manchen Situationen ist die Hand zu ergreifen, die sich einem entgegen streckt , die einzige Chance die man noch hat, weil man alleine zu schwach ist.

    Würde ich das anders sehen, wäre ich wohl nicht hier.
    Im Moment brauche ich die Worte und diesen Ort hier.
    Ich will nicht nochmal fast ertrinken, auch nicht im übertragenen Sinn.
    Ich möchte überhaupt nicht mehr in den Fluss fallen.
    Deshalb bewege ich mich innerhalb der hier gesteckten, rettenden Grenzen und sollte ich ins Rutschen kommen, auch wenn ich mir die Gründe gerade nicht vorstellen kann, die dazu führen könnten, hoffe ich, dass ich mich bei jemandem festhalten kann bis ich wieder in Sicherheit bin.

    Ich glaube nicht daran, dass ich mich selber an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen kann. Ich weiß inzwischen sogar, dass das nicht geht.


    Liebe Grüße

    Hallo Tocco!

    Ich war auch nie lässig. Eher verzweifelt und orientierungslos - innen.
    Für die anderen mag ich schon lässig gewesen sein. Weil man mich einfach Handhaben konnte. Wie eine Marionette.
    Deshalb sind auch bei mir fast alle Leute weg, weil man ohne Alk nicht mehr an irgendwelchen Fäden ziehen kann, die mich dahin führen, wo es eben Alk gibt.
    Das ist nicht mehr die Richtung in die ich gehe, also gehe ich eben alleine in eine andere Richtung.
    Wenn ich einen Kater hatte, war das Wort STOPP genauso unbekannt, wie beim Saufen.
    Aus der Baustelle wäre beinahe eine Sackgasse geworden.
    Ich habe mir dann vorgestellt, wie mein ehemaliger Freundeskreis bei meinem Begräbnis an meinem Grab applaudiert.
    Pfui!
    Jetzt habe ich mit einer neuen Freundin ein Wochenende verbracht und die hat mich nicht einmal gefragt ob ich nicht doch was trinken will.
    War das toll!
    Das was du schreibst, klingt wirklich gut. Alkfreies Zuhause, neues Umfeld, Sport und hier lesen.
    Deine Zuversicht überträgt sich auch auf mich.
    Gute Dinge machen ausgesprochen gute Laune.

    Also: Weitergehen


    Liebe Grüße

    Hallo!

    Es gibt auch nicht wenige Künstler, die trockene Alkoholiker sind.
    Die sagen auch nichts anderes als wir: Wenn man leben will, muss man aufhören zu saufen, denn sonst versäuft man sein Leben.
    Es ist auch ein Ratgeber zum Thema Alkohol von einem geschrieben worden.
    Wobei das für mich eher keine Rolle spielt, welchen Beruf jemand hat, denn die Krankheit bleibt egal was man tut dieselbe.
    Saufen macht alle dämlich und nicht kreativ.
    Individualität unter Alkoholikern - sowas gibt es gar nicht.
    Alle gleichen sich irgendwann wie eine Flasche der anderen. Sie hören sich auch gleich an, bzw sehen ihre Augen und Bewegungen gleich aus.
    Das was jeder an Kreativität in sich hat, verschwindet einfach.
    Was ein weiterer guter Grund fürs Trocken sein ist.

    Hallo Tocco und hallo !

    Emotionale Verstrickungen - in den nassen Zeiten hatte ich da eine wesentlich einfachere Handhabe was das betrifft.
    Man teilt alles was da hineinfällt in zwei Kategorien ein:
    Cool - Uncool
    Das waren die ersten beiden Wörter, die sich in mir verabschiedet hatten, seit Beginn meiner Abstinenz.
    Darum schaue ich jetzt ein bisschen blöd.
    Weil ich noch keine anderen Worte habe.
    Obwohl sich "Transparenz" immer mehr in den Vordergrund schiebt.
    Dinge nicht mehr verheimlichen. In erster Linie vor mir nicht.
    Was sich anfühlt wie das Gegenteil von "Rock´n Roll".
    Hab ich eine Ahnung was das Gegenteil davon ist?
    Was ich mir auch immer gedacht habe, dass ich schon erlebt habe - es war nichts im Vergleich dazu, das hier wirklich durchzuziehen.
    Also wird er weitergegangen, dieser Weg. Langweilig ist der sicher mal nicht, der trockene Weg, eben eher auf eine unbekannte Art sehr spannend.
    Wenn auch ab und an echt schmerzhaft. Aber das kenne ich wenigstens schon.

    Wie geht es dir auf deinem Weg?


    Liebe Grüße in die Runde.

    Hi!

    Man kann nicht von Schuld sprechen. Weil das ein Begriff ist, der zu nichts führt.
    Was aber nicht heißt, dass man nur, weil man das nicht kann, deswegen gleich das Gegenteil davon ist - nämlich unschuldig.
    Ich weiß schon was ich getan habe. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich mich richte und verurteile , wenn ich mich weiterhin taub, blöd und stumm stelle.
    Wenn ich mir weiterhin gnadenlos alles verzeihe, und auch einen Bogen um die so unangenehme eigene Schuld mache, dann habe ich die Strafe die ich mir dafür zukommen lasse auch verdient - fürs Blöd sein und für das mich selbst Anlügen.
    Unschuldig an all den Dingen, die ich gemacht habe, bin ich persönlich nämlich sicher nicht.
    Jeder Mensch der das behauptet lügt, aber nicht alle können so gut lügen wie wir.
    Eigentlich, wenn ich so weiter überlege, bin ich schon schuld. An dem Tag, an dem ich mich vor meiner Tochter betrunken habe, an meinem Tiefpunkt, habe ich mich ihr gegenüber schuldig gemacht.
    Das ist das was ich fühle.
    Nur bürde ich ihr nicht auch noch auf, dass sie mir verzeihen muss, dass sie mein Verhalten ent-schuldigen muss.
    Ich bessere mich und werde alles in meiner Macht stehende tun, dass sie mich so nie wieder sieht.
    Das bedeutet für mich Mensch sein. Versuchen sich zu bessern. Es wirklich versuchen und nicht nur so tun.
    Gerne auch abseits von Begriffen wie Schuld und Unschuld. Was zählt ist in dem Fall das, was man sieht.

    Liebe Grüße!

    Hölle ist das was ich mir denke, beim Lesen deiner Geschichte und dass du dort ganz alleine gewesen bist.
    Niemand der dir geholfen hat, keine Rückzugsmpglichkeit, keine Freunde, nicht das kleinste bisschen Licht.

    Was sagt man zu jemandem, der aus so einer Dunkelheit entkommen konnte? Ich weiß nicht genau aber, doch schön, dass du geboren wurdest.

    Danke, dass du hier bist.

    Hallo liv, hallo piper, hallo Oliver halle derda, hallo Tocco , hallo zusammen!

    Nachdem das bei dir liv und bei dir piper anders ist, habe ich nochmal gründlich über mich nachgedacht.

    Und: Neben dem Alk sind bei mir auch (fast) alle Menschen weg, mit denen ich vorher zu tun hatte.
    Das gefällt mir!
    Ich empfinde die meisten meiner Mitmenschen nämlich als anstrengend. Nett, aber anstrengend.
    Was wohl auch der Anlass war, warum ich Gesellschaftstrinkerin wurde - Stichwort: "Zurechtsaufen".
    Einzelgängerin, das bin ich und war ich eigentlich auch immer schon war.
    Mein Platz ist hinter den Kulissen der Gesellschaft und nicht auf ihrer Bühne.
    Das hatte ich doch glatt vergessen! Bei all dem "Spaß" den ich der Freude vorgezogen habe.
    Trockenarbeit mit anderen - JA, unbedingt!
    Gespräche im Sinne von jede/r arbeitet an sich selbst, das strengt mich nicht an und tat es auch früher nie.
    Gespräche die über etwas geführt werden statt mit mir, das strengt mich an, das empfinde ich als fruchtlos und fruchtloses ist der Nährboden für meine Exzesse.
    Diese waren mein mich Wehren gegen das eigentlich bereits Tote in Beziehungen, gegen sich endlos wiederholende, nichtssagende Phrasen, gegen nicht hinterfragte Regeln und Moralvorstellungen, dagegen, dass sich mit allen Worten die mir zur Verfügung stehen daran nichts ändern wird.
    Bescheuert nur, dass ich dachte, ich würde mit künstlicher Lebendigkeit gegen Festgefahrenes steuern können.
    Bescheuert, dass ich dachte, meine Unzulänglichkeit würde in den Unterschieden zwischen mir und den anderen liegen und nicht darin, dass ich versucht habe mich anzugleichen, versucht habe, einen gemeinsamen Nenner zu finden und schließlich beim kleinsten gemeinsamen Nenner landete: Dem Alkohol.
    Ich habe mich selbst durch dieses Gift misshandelt nur um Teil von etwas zu sein, was ich nicht ertrage.
    Ich habe mich nicht gut behandelt, mich nicht geliebt.
    Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich später einmal zurückblicke, möchte ich sagen können, dass ich ein gutes Leben hatte, weil ich gut zu mir war.
    Ich möchte sagen können, ich habe mich geliebt und weil ich das getan habe, habe ich auch anderen keinen Schaden zugefügt.
    Wäre der Exzess eine Qualle, würde er gerade vom Glas des Auquariums plumpsen, weil es nichts mehr gibt, wo er sich festhalten kann.

    Schön finde ich sie, diese Oase der Ruhe hier!


    Liebe Grüße

    Hallo Tocco!

    Ein Hauch von Altersweisheit bevor die große Rechnung kommt?
    Du weißt schon, das ist die, auf der dann für all die konsumierten Drinks, für all die künstlich abgezockten Endorphine, und für alles abgepumte unter dem Strich in etwa das steht:

    Bezahlen sie bitte mit:

    Ihrer Ehre
    Ihrer Würde
    Ihrem Stolz
    Ihrer Selbstbestimmtheit
    Ihrer Eleganz
    Ihrem Denkvermögen
    Ihrer Leber
    Ihrer Hirnanhangdrüse
    Mit der Veränderung ihrer Persönlichkeit

    Die Zahlung ist sofort zu leisten, der erbrachte Betrag wird unter keinen Umständen zurück bezahlt.
    Über die Summe wird nicht diskutiert.
    Einspruch zu erheben ist zwecklos.
    Ratenzahlung wird ebenfalls nicht akzeptiert.
    Sollten sie dennoch nicht bereit sein zu bezahlen, wird die Summe einfach automatisch abgebucht und sie finden sich demnächst sabbernd mit einer Magensonde und einer Windel in einem Pflegeheim wieder.

    Ich nehme auf jeden Fall auch die Tür wo: Ruhiges, stressloses und klares Leben draufsteht bevor sie für immer zugeht!

    Liebe, trockene, Grüße