Beiträge von schnuffig

    Früher habe ich gerne Marionetten gemalt, denn so habe ich mich gesehen.
    An irgendwas gebunden, irgendwie abhängig, von irgendwem fremdgesteuert und irgendwie nicht echt.
    Gefühlt habe ich mich meistens gar nicht und wenn dann irgendwie bzw. irgendwie sch....

    Lange Rede kurzer Sinn: Irgendwie hilft einem nicht weiter. Sch.... auch nicht.
    Mir halfen und helfen noch klare Worte. Keine, die im Kopf entstanden sind, sondern die auf Erfahrung beruhen und die man spüren kann.

    Daher schlüssle ich jetzt Gefühle auf, so wie ich sie gespürt und erlebt habe.
    Weil es für mich wichtig ist, jedes einzelne zu unterscheiden und benennen zu können, glaube ich, ihr möchtet das vielleicht auch lesen obwohl sich manche Gefühle bei mir schon lange nicht mehr gemeldet haben.

    Gefühl Nr eins, dass sich um mich schlang war das der Schuld.

    Das ist das, das mir ans Herz fasste und es zusammendrückte um von dort in den Magen zu rutschen und mit voller Wucht gegen ihn zu treten.
    Alles was Vernunft ist wird vom Feld geschickt, die Vernunft die sagt: "Aber du hast doch gar nichts Schlimmes angestellt", richtet nichts mehr aus gegen den kalten Schweiß, die zittrigen Hände und das weiße Gesicht.

    Schuldgefühle mögen nicht alleine sein, also kommt Nr. 2 dazu. Die Scham. Die ist heiß und ihre Hitze kommt in Wellen. Sie rötet das Gesicht und drückt einem die Augen zu Boden. Um nichts in der Welt könnte man jetzt aufsehen oder jemanden ansehen. Denn man ist ein schlechter Mensch, einer, dessen Herz wahnsinnig klopft und einer dem die Hände jetzt auch noch schwitzen. Man ist nicht mehr nur einer, der etwas Furchtbares angestellt hat, sondern einer der von Haus aus schlecht ist.
    Man sagt auch, man schämt sich zu Tode.

    Das ist etwas, was Nr. 3 sehr mag, die Angst.

    Später werde ich weiter schreiben und im Gegensatz zu früher frage ich nicht mehr dauernd ob ich das denn darf, sondern mach es einfach.

    Bis dann, ihr anderen da draußen :)

    Hallo Paulina!

    Deinen Thread habe ich heute in der Früh gelesen, witzig...

    Ich befinde mich nicht in Einzelhaft, gehe tagsüber viel raus und habe auch sehr viel Besuch...wie eh und jeh.

    Nur vermisse ich die Nacht, denn ich spüre, dass zum nicht Saufen früh schlafen gehen gehört und damit habe ich seit jeher so meine liebe Not.
    Und das Tanzen in den Clubs vermisse ich auch...dieses hedonistische Bewegen im Mittelpunkt des Treibens...ich kann auch völlig nüchtern tanzen, sogar besser, das weiß ich...nur nicht in Clubs, denn dann trinke ich wieder was. Blöd ist das.

    Liebe Grüße!

    Liebe Herbststurm, wen gibt es denn jetzt noch in deiner "Familie", gegen den du kämpfen musst? Die Oma lebt immer noch, oder?

    Wovor hast du denn am meisten Angst?

    Überlebt zu haben, ist schon mal großartig! Ich glaube, aus meiner Erfahrung heraus auch daran, dass sich viele der Folgeerscheinungen doch loslösen. Und dass die Zeit auf unserer Seite ist!

    Dennis, das mit den "Geschichten" hier tut mir auch gut.

    Bei mir laufen bei rabenvoll nachhause kommen auch kleine Filmchen ab und nach jedem einzelnen kann ich mich eigentlich beim Zufall bedanken, dass ich später relativ unversehrt trotz Ausfällen in meinem Bett wach geworden bin.
    Dann geht es auch schon wieder viel leichter mit dem Safttrinken.
    Denn irgendwann ist Schluss mit diesem immer noch Glück gehabt, das spüre ich ganz deutlich und dann hätten meine armen Kinder und vielleicht auch dein armer Sohn ein Elternteil gehabt, denen nicht mal so viel an ihrer Familie und ihrem Kind gelegen ist, dass sie dafür Sorge getragen hätten, heil nachhause zu kommen.
    Pfui, NEIN danke!

    Es gibt echt viele Gründe nicht zu saufen!

    Hallo Herbststurm!

    Was du alles geschafft hast und das mit deinen 30 Jahren, das ist einfach nur toll!

    Ich kenne einige Leute die auch nicht viel Selbstvertrauen haben und launisch sind, aber die haben bei weitem nicht so einen langen und unglaublich harten Weg hinter sich wie du.
    Von deinem Überlebenswillen bin ich wirklich fasziniert und auch von deiner Stärke.

    Wann es besser wird?

    Sicher auch dann, wenn du zu dir selber sagen kannst, wie toll du bist, weil du das alles überlebt hast und noch da bist, dein Leben lebst.
    Toll bist du nämlich mit Sicherheit!

    Und das mit dem sich ansehen können, das kann man lernen.

    Alles Gute

    Hallo Dennis!

    Schön, dass du die erste Woche hinter dich gebracht hast!

    Ich bin auch erst in Woche fünf und habe auch jeden Tag bis hierher immer heute nicht getrunken und eben das erste Glas nicht, wie ich es hier gelesen habe. Das kann schon was!
    Das ist inzwischen wirklich schon besser. Und ich streiche Artikel in der Zeitung an wie: 27 jähriger fiel betrunken beim Heimgehen aus der Disko in die Jauchengrube, erlitt eine Vergiftung, mehrere Brüche...sowas steht jeden Tag drinnen und ich bin so froh dass nicht ich es bin, die da drinnen steht und dass es so bleiben wird, weil ich ja nicht trinke!

    Alles Gute dir!

    Hallo Wille, das klingt alles in allem sehr gut bei dir. Das mit dem "Geschlossenen" überlege ich mir auch.

    Ich war nicht mehr aus, seit diesem Monat. Ein paar Dinge daran vermisse ich. Die laute Musik, die Kleidung der Leute...sowas. Aber ich vergesse nicht, dass ich mich zum Schluss ohnehin an nichts mehr erinnern konnte und dass die Depressionen danach einfach nur furchtbar waren.
    Das ist jetzt besser. Was noch kommen wird? Ich arbeite daran.

    Liebe Grüße

    Hallo!

    Was hast du denn davon, wenn dein Vater dir zurückschreibt, damit du ihn besser verstehst?
    Das ist doch das, was Leute wie wir ohnehin seit Anbeginn machen mussten: Versuchen die Eltern zu verstehen.
    Ich wusste lange Zeit mehr über die Kindheit meiner Eltern als über meine eigene, weil ich verstehen wollte und natürlich auch versuchen wollte, sie dahin zu bringen, mich endlich zu lieben.
    Was sie nicht taten.
    Mich selbst, die Gefühle die ich fühle, die muss ich verstehen.

    Lieben Gruß

    Hallo Mia! :)

    Es ist in etwa so mit der Vergangenheit, wie mit einer Reise bei der du dir am Anfang das Bein gebrochen hast. Es wächst mehr schlecht als recht wieder zusammen und du gehst weiter. Viel später hast du Schwierigkeiten mit den anderen mitzuhalten. Weshalb?
    Wohl weil der Bruch ganz am Anfang nicht ordentlich gerichtet wurde.
    Wie richtet man den Bruch? Man muss das Bein nocheinmal brechen, damit es gerade wird.
    Und dann ist es gut.

    Ich kenne deine Gedanken mit dem klaren Strich ziehen weil ich sie auch hatte.
    Nur hatte ich übersehen, dass man diesen Strich mit dem Kopf zieht, was nicht geht.

    Das geht nur mit dem Herzen und das tut weh. Außerdem brauchte ich wen, dem ich alles erzählen konnte, und der nicht neutral blieb, sondern ganz auf meiner Seite war.
    Das ist sehr wichtig.
    Leute, die alles abschwäch(t)en, auch um sich selbst vor ihren Gefühlen zu schützen, die fand und findet man überall.
    Aber was nutzt das dem Herz?

    Liebe Grüße!

    Hallo!

    @schimmernde Petra, du bist schon im geschlossenen, gell...
    Ich bin dafür Kindern die Wahrheit zu sagen und komisch durch betrunken zu ersetzen, "anders" durch nach Alkohol..sie sehen ja auch andere Leute.

    Wille, hallo, danke, das Wochenende war fein. Langsam sickern die Erkentnisse die andere hier schon lange hatten in mich hinein- ein Monat ohne Alk, wie schön!

    Wie geht es dir?

    Hallo Wille!

    Och, das war sicher auch auf den Alk bezogen. Ich neige dazu über Dinge gar nicht nachzudenken, einfach das zu machen, was sich gerade anbietet, aber jetzt ist wohl die Zeit um mal nachzudenken.

    Eltern die sich nicht streiten haben deine Kinder jetzt - das alleine ist schon toll!

    Das ist bei mir so schnell gegangen. Ungefähr vor einem Jahr kamen meine Kinder am Sonntag heim und ich sagte: Wisst ihr was mir passiert ist? Ich war in einem Lokal und als ich rausging, war es schon hell. Da war das noch ganz was besonderes.

    Wenn ich an den Geruch denke, wird mir schlecht.

    Gut so.

    Ja, was sie mal über uns sagen werden, wenn sie groß sind, das ist sicher spannend!


    Liebe Grüße!

    Hallo schimmernde Petra!

    Die sind unter 10 und über 7, die Kinder. ;)

    Das ist gut, dass du deinen Job so magst und jetzt nebenbei noch mehr Freizeit für dich hast.

    Ich hab das mit dem Weggehen eben ein ganzes Jahr lang gemacht und ich glaube, ich werde mir für meine freie Nacht noch was anderes dazu einfallen lassen, als Tiere zu häkeln.

    Nüchtern sein ist soo gut!

    Damit meinte ich, dass ich auch öfters im letzten Jahr zu meiner Freundin oder wem gesagt habe: Sag dem ich kann nicht mehr reden, bin zu betrunken.
    Tanzen konnte ich noch, reden nicht mehr.

    Dann kann er ja sogar schwul sein, bei sechs Jahren. Oder sonstwas.

    Und dass du nicht dem Beuteschema der Typen entsprichst, die alles anreden was nicht bei drei auf dem Baum ist, spricht für dich.

    Naja, ich hab das auch gelernt, in Schauspielkursen und bei anderen Sachen.
    Ich weiß also, wenn du nicht lächeln magst (weil du wahrscheinlich gar nicht genau weißt, wie du dabei aussiehst, also dir ein passables Bild von dir fehlt), dann solltest du was tun.
    Sowas wie eine Kaugummi Blase machen, oder einen Lutscher mithaben...einen für dich und noch einen in der Tasche...oder vielleicht kannst du was aus einem Stückchen Papier falten, wenn du das kannst...irgendwas tun, was es dem anderen leichter macht, dich anzusprechen.

    Und außerdem kannst du ja auch ohne lächeln schauen!!!

    Ja, kannst du! :wink:

    Ich meine, das war eine ehrliche Antwort, das mit dem zu betrunken. Zumindest war es das wenn ich es in der Sitaution gesagt habe, zu dem bei dem es am leichtesten geht wohlgemerkt und auch nicht immer zum Richtigen.
    Ähm.


    Ich weiß nicht wie oft du unter Menschen bist, wo du angesprochen werden könntest. Wenn dich nur einer anredet und der ist es dann, reicht das auch.
    Qualität vor Quantiät...und auch den musst du nicht unbedingt abschreiben wenn du nicht willst, denn der wird sich sicher nicht mehr genau erinnern können wenn überhaupt.
    Kann leicht sein, dass er sich in seinem Suff die Chance vermasselt hat dich kennen zu lernen. Und dann hat das schon gar nichts mit dir und wie du aussiehst oder bist, oder dem was du gesagt hast zu tun, sondern nur mit ihm und seinem Alkoholmissbrauch an dem Abend!
    Da ist`s echt schade um deinen Stolz!

    Du hast ihn nicht gekannt? Es gibt viele Gründe warum man jemanden abweist und wenn ich an die denke, die ich abgewiesen habe, hatte das in sehr vielen Fällen nur mit mir zu tun.

    Dass du deine Freundin eingeweiht hast, das ist doch schon mal gut!


    Jetzt kommt (noch) ein ungefragter Ratschlag obwohl du eh schon gemeint hast, dass das IMMER nichts wird: Meinst du, du könntest das üben? Flirten? Reden? Dir Sätze überlegen?
    Und vor allem schauen?

    Man kann das nämlich üben! Und das macht auch Spaß!

    Kannst du dir vorstellen, AUA, das hat weh getan, zu sagen?

    Ich bin früher auch immer weggelaufen und hab gehofft dass mir wer nachgeht. Dem war aber nie so.
    Inzwischen glaubt mir das schon länger niemand mehr, dass ich mal schüchtern war und total unsicher. War ich aber, und wie!

    Was ist denn mit jemanden ansehen der dir gefällt und lächeln?

    Mich würde interessieren, was passiert ist, als du den Korb bekommen hast? Ist aber vielleicht zu privat.

    Und: Du findest wen. Es gibt ganz viele Männer da draußen, die dasselbe wollen wie du!

    Hallo, deine Gefühle egal welcher Art sie sind, bringen auf alle Fälle dich sicher nicht um.
    Niemand ist bis jetzt weil er was gefühlt hat tot umgefallen. Noch nicht mal wenn es sich so angefühlt hat, was es zum Beispiel tut, wenn man einen Korb bekommt.

    Das war eher so gemeint.

    Und auch anders gemeint sind es Taten, die töten. Meistens steht dann bei den Gefühlen was von blind dabei: Blinder Zorn, Wut, Hass.
    Wenn man weiß wo diese Gefühle herkommen, was sie ausgelöst hat und wem sie wirklich gelten, sind diese Gefühle nicht blind und ab und an ganz nützlich.
    Weil dann mehr Reaktionen möglich sind als rennen und verstecken zum Beispiel.

    Hallo!

    Meinst du nicht auch, dass bei den Menschen in deiner Umgebung, die da was "vorantreiben" wollen, gut gemeint eher das Gegenteil von gut gemacht ist?

    Wenn ich einen Korb bekomme, bleibe ich auch nicht, vielleicht noch lächelnd, in der Situation, sondern gehe.
    Ich glaube, gehen ist besser als rennen.

    Das ist einer meiner Lieblingsgedanken: Gefühle töten nicht. Gefühle haben noch nie wen umgebracht.

    Liebe Grüße!