Beiträge von schnuffig

    Hi Q.!

    Wenn du die Gedanken nicht zulässt, kannst du auch keine Lösung finden.
    Ich bin eine andere Mutter und ich habe Zeit für mich. Wobei das so eine Sache ist. Zeit wofür? Also ich kann nicht alleine wegfahren oder so, das nicht, aber ich kann meine Sachen machen und mich noch entspannen.
    Was ich mache, ist mit meinen Kindern reden, so dass sie mir dabei helfen, dass ich auch Zeit für mich habe.
    Das ist eigentlich das Wichtigste, finde ich. Die Dinge so zu regeln, dass jeder seinen Freiraum hat, auch ich.
    Und das gemeinsam mit den Kindern machen, einen Plan aushecken, wie man das hinbekommt, ohne dass einer zu kurz kommt.
    Ich glaube, deine würden dir auch dabei helfen.

    Grüße :)

    Hi Heinmuck,

    vom Text her kenne ich nur " Down with the sickness" , wo ein misshandeltes Kind seine Wut rauslässt.
    Auch wenn selbst die "harten Kerle" von Disturbed den Teil wo sie die Mutter beschimpfen in einen Traum verpacken.
    Aber immerhin.
    Sie schaffen es trotzdem, dass auch ich singen und hüpfen kann und gleichzeitig meine Wut loswerde, bei Bedarf.
    Es gibt natürlich Zensur.
    Also die geschnittene Version findet sich im Musikkanal zuerst, da fehlt der Teil mit dem Traum und der Mutterbeschimpfung.
    Die Dämonen dürfen bleiben, die Gewalt ist kein Problem, aber zur Mami in nem Lied F.... sagen, das geht immer noch zu weit.
    Soweit der Status der Erwünschtheit von gesunder Wut in der Gesellschaft und dem Platz den man ihr zuweist.

    Beim Sport werde ich erst wütend, wenn ich nicht mehr weiter kann. Dann gehts doch noch ein paar Minuten oder Sekunden länger.

    Außerdem riecht alte Wut anders als diese " ein paar Meter gehts noch" Sache.
    Aufgestaute Gefühle, gespeichert vor und seit Jahrzehnten riechen grausam wenn sie raus kommen.
    Wie auch immer die Gesellschaft und die Zensur das sehen, ich lass das ekelige Zeug nicht in mir drinnen.

    In dem Sinn: F.....!!!!

    :)

    Jö der Maik :)

    Ich dachte du schreibst noch aber nicht mehr im offenen Bereich.

    Das was ich lese, klingt gut. Du bist zäh und kommst aus der Tiefe wieder an die Oberfläche.
    Wie schön.


    Hab mich sehr gefreut, wieder mal von dir zu lesen!

    Wünsche einen prächtigen, trockenen Tag...und schreib weiter.

    Hallo Matthias!

    Na ich weiß nicht, eh bloß der keiner und der niemand.

    Ich weiß nur, dass man mir einen Generalschlüssel machen lässt.
    Ich hab überall Zugang, darf alles machen und bekomme auch noch Material, bzw darf es mir nehmen.
    Die haben noch nicht mal einen Ausweis von mir gesehen.

    Ich werd einfach nicht nachdenken sondern machen.

    Liebe Grüße

    Hallo Bruce, hallo Tocco, hallo Forum!

    Eine ganze Weile habe ich überlegt und verglichen, ob da so ein Unterschied ist zwischen dem, was rausgekommen ist an Machwerken, als ich noch getrunken habe und dem heute.
    Nein, eigentlich nicht. Ich bin ja immer noch ich.
    Allerdings ist die Herangehensweise eine ganz andere.
    Ich hab nie darüber nachgedacht was passiert, wenns nicht geht.
    Denn das was ich mir vorgenommen hatte, hatte auch zu klappen.
    Keine Alternativen denkbar.
    Punkt.
    Das setzte enorm unter Druck.
    Ich bin zwar immer noch geneigt, mich unter Druck zu setzen, weil ich absolut faul sein kann und mir dabei auch noch tugendhaft vorkomme, aber kein Druck mehr auf die Art, dass meine Welt einstürzen könnte, wenn was schief geht.
    Dafür habe ich mir inzwischen auch andere Sachen angedacht oder herausgefunden, ich kann mir zumindest noch ein Leben vorstellen, sollte mir "wer" Stift und Co wegnehmen, und das war vorher nicht der Fall.
    Meine Kreativität war meine Existenzberechtigung.
    Jetzt ist sie einfach ein Wesenszug.
    Einer von mehreren. Ich habe auch noch andere Stärken.
    Das ist ein großer Unterschied.

    Grüße :)

    Hi Tocco

    Und die Höflichkeit der Könige beherrscht du auch. :)
    Ich mache jetzt Unordnung, wo ich fertig bin mit Ordnung machen.

    Hallo Forum auch

    Langsam rückt der Tag an dem ich mein Projekt präsentiere näher.
    Das erste wo nichts dabei ist, was ich machte, als ich nen Kater hatte. Oder was getrunken.
    Ruhe bewahren, weiter machen. Trocken bleiben.
    Das ist immer noch mein ganzer Plan, komme was da wolle. ;)

    Grüße

    Hallo Marco!

    Im ersten Jahr, zumindest am Anfang, machte mir die Frage zu schaffen, ob das jetzt das Ende meins Alkoholkonsums auch das Ende meines "Cool" seins war.
    Was fällt weg und was bleibt dann noch von mir? Ich hab meinen Freunden damals anfangs gesagt, als sie mich entsetzt fragten,warum ich nichts mehr trinke, dass ich nix mehr trinke, weil ich jetzt Heroin nehme.
    Haha wie witzig.
    Irgendwann ziemlich bald haben sie aber angefangen mich zu langweilen.
    Nüchtern betrachtet waren sie nämlich langweilig.
    Und bei weitem nicht so talentiert, wie sie mir vorkamen, wenn ich was getrunken hatte.
    Jetzt bin ich bei ganz anderen Leuten. Gelegentlich.
    Die Wissen bescheid.
    Und die finden es irgendwie schon cool, dass ich nichts mehr trinke.
    Mach weiter. Manches klärt sich einfach mit der Zeit, solange du sie trocken verbringst.

    Grüße

    Hallo,

    ich bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der es eben nicht absolut schlimm war, das Kind eines Alkoholikers und einer Co zu sein.
    Schließlich wurde gearbeitet und sauber war es auch. Ich war auch sauber.
    Also gab es keinen Grund mich über irgendwas klagen zu lassen. Punkt.
    Aber wenn ich dann trotzdem das Gefühl hatte, klagen zu wollen, dann musste doch mit mir was nicht stimmen.
    Das waren die ersten Jahrzehnte meines Lebens, dieses: Mit mir stimmt was nicht.
    Irgendwo tief drinnen.
    Und da sollte mein Knall auch bleiben- tief drinnen. Damit es auch ja keiner merkt.
    Damit ich es selbst nicht mehr merke.
    Was ich nicht merke, ist auch nicht absolut schlimm.
    Von daher war es dann auch nicht schlimm, quartalsmäßig so viel zu saufen, bis die " Festplatte" wieder mal gelöscht war.
    Es war nicht absolut schlimm, dass ich nicht zu saufen aufhören konnte, wenn ich mal angefangen hatte. Weil ich nämlich so tat als würde ich gar nicht bemerken, dass dem so ist.
    So tun als ob. Als ob die Kindheit eh ganz ok gewesen wäre.
    Als ob überhaupt alles ok wäre, solange ich funktioniere.
    Wie gehts denn so? Eh ok.
    Selbstbelügung wohin das Auge reichte.
    Bis mich meine Tochter betrunken erlebte.
    Ab da war nichts mehr eh ok.
    Ab da war Schluss mit destruktiv.
    So soll es auch bleiben.
    Ab dem Tag wo ich wusste was ich ihr antat, tat ich es nicht mehr.

    Was ist eigentlich mit dir?

    Danke euch noch mal.

    Sich was Gutes tun, das ist manchmal gar nicht einfach.
    Ich denke es ist mir gelungen, nicht über meine Grenzen zu gehen, bei mir zu bleiben.
    Zu unterscheiden zwischen dem was ich in dieser Situation leisten kann, meine Aufgaben wahrzunehmen, zu erledigen, aber mich nicht im Leid der Anderen, in ihren Aufgaben zu verlieren.
    Das ist gut.
    Das ist Risikominimierung.
    Weniger gut war, dass ich lange brauchte bis ich überhaupt auf die Idee kam, eine Freundin anzurufen.
    Eigentlich zu lange.
    Zu überlegen, was mir außerdem noch gut täte, außerhalb des Bereiches Essen und Trinken, und Arbeiten, war noch schwieriger.
    Heraus kam: Am Fensterbrett einen Pflanzensamen einsetzen.
    Neue Ordnung schaffen. Ein Kästchen freimachen für Hauben und Handschuhe und es auf den richtigen Platz stellen.
    Tschüß überfüllte Garderobe.
    Ordnung ist immer befreiend. Wenn sie bleibend ist. Oder neu.
    Oder beides.
    Ich schaffe also bei mir winzig kleine Freiräume, durch veränderte Strukturen und denke, dass ich aufgrund des Todes, der von jetzt auf jetzt die alte Ordnung, die alte Struktur zerstört hat, leichter neue Ordnung schaffen kann, in den größeren Bereichen in die ich involviert bin.
    Im Gegensatz zu früher, wo ich einfach nur davon laufen wollte, weg von hier, weg von mir, mit Hilfe von Alkohol wenigstens für ein paar Stunden, bleibe ich dieses Mal einfach.
    Diesesmal gibt es nichts Unerledigtes in der Vergangenheit. Die Trauer darf bleiben, denn es gibt keine Erschütterung des Fundaments. Kein ich fühle mich wie erschlagen, sondern ein: Mach aus dem was du bekommen hast, was du gelernt hast, etwas.
    Gut war, dass ich auch aus Toccos Schicksal lernen konnte. Da habe ich gut aufgepasst, darüber nachgedacht als es noch nicht zwingend nötig war.
    Ein Plus fürs Zuhören, fürs Mitgeteilt bekommen (!) und fürs Nachdenken ist das.
    Also Extragrüße nochmal an dich Tocco, und auch an alle.

    :)

    Danke Frank.

    Ja, das ist ein Trost.

    Mir ist auch bewusst, wie ich sterben würde, würde ich wieder saufen.
    Das ist eine Rückfallvorbeugung. Nicht elendiglich zugrunde gehen zu wollen.
    Noch dazu mit dem Wissen, es voll vergeigt zu haben.
    "Es" wäre dann das eigene Leben.

    Dieser Mensch der gestorben ist, war der erste wo ich mir denke, so möchte ich das auch.
    So einen guten Tod.

    Ich kannte das ganze einsam, grausam, brutal, verzweifelt, unvorbereitet , aber nicht gut.

    Gut kann ich gehen lassen, gut ist gar nicht so weit weg gegangen.

    :)

    Hallo,

    kurz bevor mein Vater an seiner Sucht gestorben ist, habe ich sein Zimmer mit ein paar Postern beklebt.
    Hat ihm gefallen.
    Ich hatte wenig Kontakt zu ihm, nur muss ich weder stärker und schon gar nicht härter als diejenigen sein, die einen guten Vater hatten.
    Tu das was dir gut tut.

    LG

    Konnichiwa Frank!

    Mein Lieblingsbuch von Murikami wird wohl immer Hard Boild Wonderland bleiben.
    Obwohl ich seine anderen, bis auf das Neue auch gelesen habe. Auch Kafka am Strand mochte ich. Fast ganz. Am Ende kam es mir doch so vor, als hätte er sich ein klein wenig rausgestohlen.

    Banana Yoshimoto ( Kitchen) und Yoko Ogawa ( Hotel Iris) kann ich dir noch empfehlen, falls du eine Weile bei den Japanern bleiben möchtest.
    Gute Idee der Thread.

    So in etwa habe ich die Farbe der Wand hinter mir. Ein Todesfall. Schon etwas Zeit vergangen seither. Neue Tage angebrochen. Keine Gedanken an Alkohol.
    Gedanken daran was ich mir Gutes tun könnte, hier gelandet.
    Alles durfte er fertig machen. Was für eine Gnade.