Beiträge von Rhein

    Hallo!
    @ Melinak: sicher, das Lesen zwischen den Zeilen geht in Sekunden(Bruchteilen). Wenn ich an die Übung in der Fortbildung zurückdenke, so konnte ich die vorgegebenen Sätze nicht zwischen den Zeilen lesen, weil es eben nur ein Satz war, ohne konkreten Hintergrund. Ich denke, daß ich wohl auch in diesen Sekundenteilen nicht schlecht zwischen den Zeilen lesen kann, hab mir das so nochmal überlegt.
    Vielleicht konnte ich das sogar auch mehr oder weniger in der Partnerschaft mit dem Alkoholpartner, nur daß ich das, was ich meinte zwischen den Zeilen erkannt zu haben, verleugnet hatte. Ich nahm es wahr, es paßte mir jedoch nicht, ich drückte es weg oder versuchte es intellektuell positiv umzusteuern, da mich das, was ich zwischen den Zeilen was mein Partner sagte, verunsicherte.

    @ Lindi:
    danke für den Hinweis, daß mehr das was das Gesagte in mir auslöst wichtig ist und nicht wie ich es verstehe. Das stimmt! Ich dachte bei meinem Ex Partner, ich könnte seine Bemerkungen, die ich zu Beginn länger nicht einordnen konnte, einfach intellektuell deuten, klären und meine Gefühle könnte ich davon separieren. Nein, das klappte nicht und kann ich auch keinem raten. Insofern, ja, hätte ich schon eher meinen Gefühlen bei Gesprächen mit ihm vertraut sowie meine Gefühle besser wahrgenommen und auf sie gehört (!) hätte ich vielleicht zu einem früheren Zeitpunkt anders gehandelt.

    @ nici: hatte auf einer anderen Fortbildung in Sachen Kommunikation vermittelt dieses Theoriemodell vermittelt bekommen, daß jede Aussagen in vier Richtungen verstanden werden kann. D.h. eine Aussage kann vom Absender an das: - Beziehungsohr, - Appellohr, - Sachohr und noch irgendein Ohr gerichtet sein. Das Modell soll helfen, daß man die Aussage besser zuordnen kann. Sozusagen eine Interpretationshilfe. Tagtäglich könnte ich das Modell nicht anwenden, vielleicht hilfts ja wirklich in Konfliktsituationen.

    @ Speranza: ich hätte gerne Deine Ausbildung und Deine Fähigkeit (sag ich jetzt mal so).
    Ja, direkt nachfragen, damit habe ich keine Probleme. Aber das macht erst dann Sinn, wenn ich merke, daß ich etwas falsch verstanden habe könnte. Dann ist es mitunter schon zu spät, die Situation hat sich entwickelt, Entscheidungen wurden getroffen.

    In der Fortbildung sagte ich in einem bestimmten Zusammenhang: ich würde es nicht mögen, wenn andere Menschen ihre Wünsche in mich hineinprojizieren.
    Die (sehr nette und gute) Leiterin sagte darauf hin: Sie scheinen ein großer Individualist zu sein.

    Ja, ist wohl so, fand ich früher bestätigend und aufwertend wenn man mir das sagte, heute scheints mir als leide ich mitunter darunter.

    Rhein

    Hallo Blumenwiese,
    ja, schön daß du wieder hier bist.
    Das Nachlesen in alten eigenen Forenbeiträgen hilft mir auch nochmal nachzuvollziehen, wie ich mich wann wie warum gefühlt habe. würde man es nicht aufschreiben ich würde es so genau nicht mehr wissen und evtl. verdrängen, verzerren.

    Ich finde Wut kann zu Befreiungsschläge führen, die man sich sonst nicht erlaubt, weil man sich selber kontrolliert und Gefühle unterdrückt. Wie befreiend muß das für Dich gewesen sein, ihm zu sagen er soll gehen aber auch wie stark muß der Leidensdruck gewesen sein, daß Du so wütend werden mußtest.

    Daß Du ihm danach bei seinem Krankenhausaufenthalt beigestanden hast kann ich nachvollziehen, ich verstehe daß so, daß du dich fragst, ob du ihm da vielleicht zu sehr beigestanden und Aufwand betrieben hast. Bereust du es? hättest du dich im nachhinein eher weniger engagieren sollen/wollen?

    Bei mir als Co hat die Liebe nicht durch den Alkoholkonsum meines Partners gelitten. Aber wir hatten auch nicht zusammengewohnt, war nicht so eng dran mit dem ganzen Alltag wie viele andere. Wenn die Liebe einmal weg ist, ob sie wiederkommen kann? warum nicht. Willst du das? kannst Du das? wie du schreibst guckst du wie das mit dem Vertrauen aussieht, Vertrauenswiedergewinnung. wer weiß, Trinkpause oder "wirklich" trocken, du weißt es nicht, er weiß es nicht. Wie sehr belastet dich dieses nicht wissen?

    ob die Trinkerei Deine Liebe zerstört hat? was für eine Art Liebe war das dann? oder ob die Liebe Dich zerstört hat/fast zerstört hat? was ist wichtiger? Du? Deine Gefühle? das was Du Liebe nennst?

    hast Du Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle, die auch Angehörige berät? dort könntest Du Dich zu Deinen Fragen wie das mit einem Partner nach dessen Entziehung so ist informieren lassen.

    Einerseits hat er nun offen mit Dir über seine Alkoholzeit gesprochen, er öffnet sich Dir und du hast das Gefühl, daß er Dich in seine Welt mit einbezieht. Andererseits - so verstehe ich - habt ihr über die Internet Fraunebörse und das Nicht Nähe zulassen nicht gesprochen? wenn dem so ist: hast du ihn darauf konsequent angesprochen? wie gehst du damit um wenn er zwar offen über sein alkoholproblem spricht aber nicht über andere Sachen, die DIR wichtig sind?

    ich dachte damals aus, als ich mich nach dem Tiefpunkt distanzierte, daß ich vielleicht nur einen Grund für die Trennung suchte und fühlte mich schuldig, nicht ehrlich zu ihm/zu mir zu sein. Nein, ich weiß: es war sein Alkoholproblem. Ich wollte keinen Partner mit Alkoholproblem, das wußte er. Ich konnte ihm bei seinem Problem nicht helfen ohne selber draufzugehen. Ich mußte ihn gehen lassen, damit er selber aufwacht und ich von der Beziehung gesunde. Es ging mir dann auch überhaupt nicht mehr um Schuld, nur noch darum, was MIR gut tut damit es MIR wieder besser ging, mm um mm.

    Viel Kraft
    Rhein

    Habe heute die letzten SMS der letzten Wochen von ihm auf meinem handy gelöscht, die letzte von vor vier Wochen. Ok, keine großen Neuigkeiten, hat gut getan, loslassen, ich muß loslassen und meinem Suchtmittel gute Reise wünschen.

    hatte kürzlich eine Fortbildung, dabei gab es folgende Übung: es wurden Sätze vorgelesen und es wurde dann gefragt, was die Person EIGENTLICH mit diesen Aussagen sagen wollte. D.h. die Aufgabe war zwischen den Zeilen zu lesen.

    Mir ist das schon mal aufgefallen, daß ich mitunter schlecht zwischen den Zeilen lesen kann, daß ich manchmal Zwischentöne nicht dequodiere. Und da bin ich wieder als Co Abhängiger, daß ich in der Beziehung das mit dem Alkoholabhängigen Partner erlebte, mich belastende, nicht wirklich verstanden hatte; es kam nicht an was mich störte, daß ich litt. Das war schon mal woanders geschrieben, daß ich früher in Aufsätzen überinterpretiert als Fehler des Lehrers angezeigt bekam. Bei dem zwischen den Zeilen lesen und wenn mein Partner sich "daneben" benahm habe ich es nicht überinterpretiert, ich habe überhaupt nicht interpretiert.

    Wie ist das bei euch mit dem "zwischen den Zeilen lesen"? seid ihr gut darin?

    Rhein

    mein Ex Partner und ich kamen zusammen an einem Tag, an dem wir beide recht betrunken waren.

    ich hoffe, daß mir so ein Beziehungsstart nicht nochmal vorkommt. vielleicht kamen wir da nur zusammen, weil er das Gefühl hatte, mich würde sein Alkoholkonsum, der mir zu dem Zeitpunkt so nicht klar war, langfristig nicht stören.

    zu "ab und zu mal zickig sein. Und nett sein muß man auch nicht immer". sehe ich auch so. etwas zickig sein befreit. und zu nett sein lähmt. Locker und befreit sein ist für mich nicht einfach, vor ein paar Tagen habe ich mit einem Freund rumgeblödelt, so kannte ich mich gar nicht, fand ich schön.

    und zum Alkoholkonsum anderer: ich kann jetzt besser und schneller erkennen, wer ein Alkoholproblem haben könnte, wer gerade unter Alkoholeinfluß steht. Dadurch kann ich Menschen besser einschätzen und Zusammenhänge verstehen. Andererseits kann ich mich dadurch auch besser schützen aber mich eben auch bewußt darauf einlassen wenn ich z.B. sage: ok, der eine Kumpel trinkt nachher sicher wieder zuviel aber es kann trotzdem lustig mit sein, wenn er aber anfängt ordinär zu werden laß ich ihn mit denen anderen allein.
    Und wenn ich zu Deinem Beispiel komme, von wegen jemanden an der Kasse nicht vorzulassen weil er oder sie eine Pulle unter die Salzstangen schiebt, dann laß ich ihn oder sie halt net vorbei und mache daraus keine Gewissentscheidung. Wie Aurora schrieb, locker bleiben bzw. werden ist nicht einfach, tut aber gut. Ich möchte nämlich nicht wirklich ständig jegliches Handeln von mir überprüfen.

    Lieber Gruß
    Rhein

    Hallo Melinak,

    Du hast in einem anderen Post geschrieben, daß Deine Vorstellung vom ewigen Leben so aussieht, daß Du über den Tod hinaus nicht vergessen wirst als daß man noch über Generation hinweg sich Deiner erinnern wird.

    Das ist ein schöner Gedanke. Ich denke, wenn man Kinder hat und diese vielleicht auch mal Kinder haben werden kann dies Hoffnung und Zuversicht auch für spätere Lebensabschnitte geben.
    Ich habe keine Kinder. Meine Frage nach dem ewigen Leben kann trotzdem so beantwortet werden wie Du es tust. Ich für mich komme auch dann nicht auf die gleiche Antwort wie Du. Vielleicht weil ich mir nicht vorstellen kann, daß noch Generationen über meinen Tod hinaus Menschen über mich sprechen werden. Und hier sind wir beim Selbstwertgefühl. Na, ich mach mir vielleicht lieber mal Gedanken über meine Leben heute hier und jetzt.
    Wenn ich vor ein paar Jahren an ewiges Leben dachte, dann daß ich von irgendeiner Wolke runtergucke, mir am Bart kraule und lächle über die Erdenwesen.

    Rhein

    Hallo Lindi,
    lieben Dank für Deinen Post.

    "unwert" habe ich mich wohl nicht gefühlt, finde den Gedanken interessant.

    Ich wollte nichts falsch machen, war nicht so erfahren in Beziehungen, wollte das "Wunder" einer Liebe sich entwickeln lassen. Ich hatte erst damit zu tun meine eigenen Gefühle zu ihm zu begreifen, zu verstehen, Liebe zulassen. Das Spiegel vorhalten, das indirekte Herabsetzen (bedingt durch seine Komplexe, seinen Alkoholkonsum bedingt) meiner Person durch ihn kam so nach einigen Monaten. Ich wußte schon, daß ich solches und jenes Verhalten nicht verdient hatte und diese und jene Herabsetzung/Vorhaltung unangemessen war. Ich hatte jedoch manchmal erst Zeit gebraucht um zu begreifen, daß er sich tatsächlich so verhielt, das kein Mißverständnis meinerseits war. Klärungsversuche von mir verliefen oft in einer fruchtlosen Kommunikation (Vermeidung seinereits) oder leeren Entschuldigungen. Ich entschuldigte dieses sein Verhalten mit den Umständen auf seiner Arbeit, mit seinen Befindlichkeiten, seiner eigenen Unzulänglichkeit. Ich hatte mir nicht vorstellen können, daß das was er sagte ehrlich gemeint war. Durch die Wiederholung solchen Verhaltens, welches jedoch in der Regel nie aufgeklärt wurde, und meine späte Erkenntnis, welche Rolle der Alkohol dabei spielte, habe ich mich tatsächlich entwerten lassen. Aber nicht weil ich dachte ich sei nichts wert sondern weil ich treudoof war, die Systematik der Abläufe erst begreifen mußte.
    Daraus lerne ich, daß ich in einer nächsten Beziehung von vornerherein möglichst Mißverständnisse vermeiden möchte durch viel reden über das, was passiert. Leider war mein Partner dazu nicht in der Lage, ich vielleicht auch nicht. Dann, wenn er versuchte mich zu entwerten, dachte ich, ich könnte das intellektuell mit ihm, mit mir klären und die Gefühle außen vor lassen. Das war aber eine Illusion.

    Mit mir selber ins Reine kommen.

    Das ist schwer. Das heißt auch mit meinen Lebensumständen ins Reine kommen, meine Schwächen aktzeptieren, nicht alles können müssen, neue Wünsche zulassen, traurig sein dürfen.

    Du hast recht, jemand der mich vergöttern würde, daß würde ich nicht wollen. Vielleicht täte es mir aber mal ganz gut.
    Danke für den Hinweis auf die Defizite von Menschen, welche diese durch Herabsetzung ihres Gegenübers versuchen zu kompensieren. Wie schade, daß es dieses Muster gibt.

    ich dachte, er und ich wären auf Augenhöhe gewesen, ähnliche Ausbildung, Alter, Größe, Musikgeschmack.
    Ich wünsche mir, daß mein nächster Partner seine Defizite nicht an mir ausleben muß, wir gut reden können und er kein Alkoholproblem hat.

    Es wird sicher wieder einer kommen, und wenn ich darauf noch 20 Jahre warten muß, und wenn es nur für einen Tag und eine Nacht ist. Die nächste Partnerschaft müßte wohl zunächst meinen Erfahrungen aus der letzten Partnerschaft mit dem alkoholabhängigen Partner heilen, denn ich bin noch immer angeschlagen.

    So, jetzt gehts gleich raus in Leben, bin verabredet mit einem Freund. Gestern war ich auf einem Geburtstag, es ist oft was los, dafür bin ich dankbar, auch wenns nicht immer leicht ist.

    Rhein

    hallo sally,

    mich hat der alkoholkonsum meines partners gestört auch dann, wenn er nicht betrunken war. d.h. wenn dein bruder deinen partner nicht betrunken erlebt so wird er ihn dennoch alkoholtrinkend erlebt haben, nehme ich an. daß ihn das nicht gestört hat da er nicht der partner deines mannes war ist somit nicht verwunderlich, auch weil dein bruder nicht wußte welche beziehungsdymanik der alkohol bereits bei euch hatte. wenn ich jemanden alkohol trinken sehe kann ich dadurch nicht erkennen, ob dieser mensch ein alkoholproblem hat oder nicht. und nicht jeder betrunkene ist gleich alkoholiker. d.h. die gleichung deines bruder geht nicht auf.
    es kann ja auch sein, daß dein partner in gegenwart deines bruders nie betrunken (aber eben z.B. angheitert) war.
    das dich sein spruch verunsichert hat kann ich verstehen.

    jemand, der nix von co abhängigkeit und alkoholproblemen bei partnern weiß kann vielleicht nicht wirklich nachvollziehen daß man als partner das irgendwann nicht mehr mitmachen kann. gerade weil er es nicht verstehen kann kann er es auch nicht beurteilen.

    man wünscht sich ja als partner nichts sehnlicher, als daß der partner eben kein alkoholproblem hätte. wenn man von außen vermittelt bekommt, daß der partner kein alkoholproblem gehabt hätte, das verunsichert. das ging mir auch so. aber ich habe immer wieder zurückgedacht an bestimmte ereignisse, ich habe mir diese auch aufgeschrieben, damit ich sie nicht vergesse. ich hatte meine beobachtungen zum alkoholkonsum meines partners einer Suchtberaterin geschildert und sie sagte: ja, Ihr partner hat ein Alkoholproblem.
    Ich lasse mir das alkoholproblem meines partners nicht ausreden. er hatte es auch öfters selber zugegeben und genauso oft widerrufen.

    meine mutter sagte mir mal, die freunde meiner eltern würden doch auch viel trinken (was ich bei feiern bei meinen eltern ziemlich konkret erleben), das sei doch normal.
    das gab mir auch zu denken.

    vielleicht willst du dir ja, falls noch nicht geschehen, deine Gefühle und 'Erlebnisse mit deinem partner im Zusammenhang mit dessen alkoholproblem in einem tagebuch aufschreiben. mir hatte das geholfen, eben auch zum nachlesen.

    rhein

    hallo marielche,

    irgendwann fiel mir der Alkoholkonsum meines Ex Partners auf, daß da was nicht stimmte. Monate später kam mir der Verdacht, der Alkohol ist stärker als daß die Partnerschaft und ich das aushalten kann. Dennoch konnte ich nicht loslassen, weil ich mir noch unsicher war, ob stimmte was ich da allmählich begann zu verstehen.

    in der Zeit vor der Trennung habe ich dann jedes Glas Alkohol welches er trank kritisch gesehen, hat mir die Freude genommen, mit jedem Glas Alkohol entfernte er sich weiter von mir, weil ich erkannte, daß sich vieles um den Alkohol drehte und nicht um mich. ich kann verstehen, wenn es dich nervt, lähmt, anätzt, wenn er z.B. beim Grillen mit der Pulle daneben stand und diese wegtrank. mein partner hat das nicht getan um mich zu ärgern sondern weil er nicht anders konnte. mich störte, daß er sich somit auch Gesprächen und partnerschaftlicher , konstruktiver Weiterentwicklung entzog. Ich fand den alkoholkonsum von ihm dann destruktiv. Warum sollte ich das gut finden? und dagegen tun konnte ich nichts.
    Wie sieht das bei Dir aus?

    meine Liebeskummerphasen nach Beziehungen dauerten bisher immer erstaunlich lange. Ich weiß nicht, ob die Liebeskummerphase nach meiner jetzigen Trennung von meinem Partner mit dem Alkoholproblem länger dauern wird als bei Trennungen von Partner ohne Alkoholproblem.

    ja, das karussell, Achterbahnfahren, auch bei mir merkte ich, daß das dringend ein Ende nehme mußte.

    hat er begründet, warum er am Samstag nicht kann?
    warum hast du bauchschmerzen? wegen der Verschiebung oder wegen des Treffens überhaupt?
    aus meiner Erfahrung heraus läßt sich in solchen Trennungsphasen leider nie wirklich "alles" klären.

    Viel Erfolg!

    Rhein

    Liebe Ette,

    Du schreibst:
    "Jetzt geh ich einen Kaffee trinken und schau mir mal die Welt von draußen an."

    wie wars? In der Phase nach meinem Tiefpunkt haben mir auch kleinste Perspektivwechsel gut getan, dazu gehörte auch mal ruhig im Kaffee sitzen, Leute angucken, das Leben beobachten, gucken daß ich ein Teil davon bin, auch ohne den Partner.

    Durchhänger und runtersacken, ja, das geschieht. Ich hatte mit meinem Partner nicht zusammengelebt, da war nicht viel zu organisieren als ich nach dem Tiefpunkt den Abstand wollte.

    Man darf sich vielleicht auch nicht zuviel zumuten in dieser Phase. Alles ist so ansrengend, die Erkenntnis, die Trennung, das Alles an einem zerrt, organisatorische Dinge, Fragen von Außen, Fragen des Partners, Angst - ALLES. Die psychische Anstrengung wirkt sich auch physisch aus. Ich mußte mich viel ausruhen, hatte in der Ausruhphase aber die Angst, noch schlechter draufzukommen.
    Ruhe, es sich körperlich gut gehen lassen (Therme, Massage, Spaziergänge), mit Freunden reden.
    Ich weiß nicht, welche konkreten Schritte Du für welchen Zeitraum auf Deiner to do list hast. Wie Lindi schreibt, ein Schritt nach dem Anderen machen. Mit dem ersten kleinen Erfolgserlebnis wächst das Zutrauen in Dich selber.

    Rhein

    Hallo Melinak,

    habe in Deinem Thread zurückgeblättert und gelesen.

    das mit den Matratze auf dem Boden, kein richtiges Bett, keine gemütliche Wohnung - kenne ich. Das hat letztlich mit dazu geführt, daß ich nun seit einigen Jahren möbliert wohne. Diesen Zustand werde ich jetzt beheben, ich muß sowieso umziehen und werde meine künftige Wohnung möblieren. Leider muß dann von einem Monat auf den übernächsten erfolgen und kann nicht organisch wachsen. Ich glaube, daß die Tatsache, daß ich in der Vergangenheit oft dachte, meine Möbel, Einrichtung, ist so ungemütlich, da kann sich kein Besucher wohlfühlen.
    Und da ist, wie du auch in Sachen Einrichtung bei Dir schriebst (so habe ich das verstanden) bei mir auch was mit Co Ab im Zusammenhang. Mir jetzt Möbel zu kaufen ist eine große Herausforderung an mich.

    Daß Du Deine Ausgaben mit Haushaltsbuch überwachst und die Ausgaben dadurch senken konntest ist ein gute Erfahrung, denke ich. Auch daß die Nebenkostenabrechnungen niedrieger ausgefallen sind. Ich habe vor drei Jahren begonnen, einige meine Versicherungen, Altersvorsorge bis ins Detail zu prüfen, nachdem ich die Verträge damals im Vertrauen auf den Bankberater blind unterschrieben hatte. Auch habe ich meine letzten beiden Steuerbescheide (die auf Grundlage eines Steuerberaters erstellt wurde) bis ins Detail geprüft (und sogar verstanden) und letztlich jeden Pfurz meiner Bank genauestens geprüft. Ergebnis: ich habe zwei Versicherungen (wenn auch mit Verlust) gekündigt und fühle mich wunderbar dabei; ich habe vom alten Steuerberater für seine Pfuscharbeit eine Entschädigung über mehrere tausend Euro erhalten und den Steuerberater gewechselt, bei der Bank habe ich mittlerweile viele Vergünstigungen erwirken können, ein besseres Vertrauen zum Berater aufgebaut und das Girokonto gewechselt. Einerseits dachte ich, puh, da komme ich als totaler Kontrollfreak daher, aber eben andererseits sind es Dinge, die meine Unterschrift tragen, für die NUR ich verantwortlich bin; ich wollte verstehen wer mich verar..., wem ich vertrauen kann auch in solchen langweiligen Dingen wie Geld. Ich kann verstehen, daß die Erfolge Deiner Bemühungen ein gutes Gefühl bringen! Glückwunsch.

    Was Du zu dem Schulfest geschrieben hast und daß Du Dir das angesehen hast, nicht mitgeholfen hast, dann etwas die Anerkennung vermißt hast: kenne ich auch und ich war froh, mich eben mal zurücknehmen und beobachten zu können, mich nicht für dies und das verantwortlich zu fühlen, meinen meine Hilfe würde benötigt. Nein, es sind auch mal die anderen dran, mein Wert besteht nicht in der Anerkennung von außen, wenn Anerkennung von außen natürlich auch wichtig ist, aber es ist gut, darauf auch mal verzichten zu können;

    zum Spiegel vorhalten, wozu Du etwas geschrieben hast, habe ich in meinem eigenen Thread was geschrieben. Spiegel vorhalten passiert wohl auf verschiedene Arten und Weisen. Mein Partner machte dies manchmal durch seine Art von Selbstdarstellung, daß er mir zeigte, daß seiner Meinung nach meine Welt nicht die seine ist. Ich hielt ihm den Spiegel vor, indem ich ihm klar sagte: ich will nicht mit einem Alkoholabhängigen eine Partnerschaft haben, d.h. also sehr direkt. Vielleicht war meine Art kein Spiegelvorhalten? mh...

    Daß Du in Deinem Thread mit Deiner Schreibschwäche (was ja in unserer Gesellschaft manchmal fast noch ein Tabu ist) offensiv geworden bist hat mir imponiert.

    Rhein

    mein Partner (mit seinem Alkoholproblem) hat mir und ich ihm, wir uns in der Beziehung immer wieder "Spiegel vorgehalten", dem anderen immer wieder die Unzulänglichkeit des anderen aufgezeigt - bewußt, unbewußt.

    Ich hatte Unsicherheiten, Unvollkommenheiten, Selbstzweifel, die mehr oder weniger andere Menschen auch haben mögen. Im Wunsch glücklicher zu sein, Antworten zu kriegen wie ich glücklicher werden kann, wie ich sicherer werden kann, dachte ich, daß indem er mir "den Spiegel vorhielt" mich auf den richtigen Weg bringen könnte, daß ich durch seine Provokationen, durch das In Frage stellen meiner Werte durch ihn, durch das Abwerten meiner Freunde, dadurch daß seine Probleme wichtiger waren als meine und ich mich damit selber nicht so wichtig nehmen sollte (d.h. daß ich mich bitte in Bescheidenheit üben sollte) usw. - daß seine Kritik zu einem Überdenken und einer Änderung meines Verhaltens führen, ich mich ändern und dann glücklicher sein würde. Ich habe mir den Spiegel vorhalten lassen. Wenn ich mich in dem Spiegel sah und es gefiel mir nicht, was er mir zeigte, dann dachte ich: ja, er hat recht mir den Spiegel vorzuhalten, in meinen Wunden zu stochern. Nur so, wenn ich meine Unvollkommenheit in dem von ihm vorgehaltenen Spiegel sehe, kann ich anfangen an mir zu arbeiten. Ja, mußte ich ihm nicht sogar dankbar sein, daß er mich so provozierte, abwertete? denn dadurch bekam ich doch erst die Chance mich zu entwickeln, zu erkennen was mir zum selbstzufriedenen Menschen fehlt....

    Ich merkte dann, daß da was schief läuft, schlechte Kommunikation, mangelnder Respekt, Einseitigkeit und daß das u.a. mit seinem Alkoholproblem zusammenhing. Als ich diesen Zusammenhang erkannte und merkte, er kritisiert mich nicht konstruktiv, er hält mir nicht den Spiegel vor damit ich wirklich an mir arbeite und glücklicher werde, sondern daß dies geschah, da er durch den Alkoholkonsum destruktiv, aggressiv, beleidigend wurde - da konnte ich sehen, daß ich ihm zu unrecht vertraut hatte, daß das Spiegel vorhalten durch ihn Angriff war und nicht Freundschaft. Durch das oftmalige Spiegelvorhalten durch meinen alkoholabhängigen Partner war mein Selbstwertgefühl leider noch mehr gesunken, bis zum Tiefpunkt.

    soweit ich das nachvollziehen kann, hat er ebenso empfunden, daß ich ihm den Spiegel vorhalte. Das wird so auch gewesen sein, aber es war konstruktiv gemeint er hatte es aber destruktiv verstanden, er hat sich anscheinend abgewertet gefühlt durch dies und das, konnte das leider nicht rückäußern; als ich dann anfing ihm den Spiegel hinsichtlich seines Alkoholproblems vorzuhalten wurde es schwieriger für ihn dies auszuhalten.

    was ich sagen will: als Co Abhängiger bin ich ein unsicherer Mensch und sauge auf, wenn jemand anderes Kritik zu mir äußert. Kommt diese Kritik aber von einem destruktiv, aggressiv, beleidigend agierendem Alkoholiker wie in meinem Fall so hatte ich das zunächst nicht erkannt und die destrutkive usw. kritik zunächst länger dankend angenommen, wurde noch unsicherer. Ich hatte mich gewehrt und dem Alkoholiker auch den Spiegel vorgehalten, auch zu seinem Alkoholproblem. Dies konnte er jedoch nicht als konstruktiv erkenne, da es ein Bedrohung für ihn war, da er auf den Alkohol nicht verzichten konnte/wollte.

    D.h. wenn Leute an mir kritik äußern, dann ist das i.O.. Es ist aber nicht i.O. wenn die Form, die Intention, Einfühlungsvermögen dabei nicht stimmen. Wenn diese Punkte nicht stimmen ist es keine konstruktive Kritik, sondern etwas, was mich klein und schlecht fühlend machen soll. Und das hatte er als alkoholkranker Partner versucht.

    ich hoffe, daß ich wenn von einer Person mir gegenüber mal wieder unverhältnismäßige, ohne Einfühlungsvermögen, destruktive Kritik wiederholt geäußert wird ich das schnell erkenne und mich distanziere und nicht auf der Suche nach Selbsterkenntnisse den Schmerz seiner Pfeile als wohltuende gerechte Bestrafung empfinde.

    Rhein

    Was sind Freunde?

    als Jugendlicher und die Jahre danach hatte ich einen engen Freundschaftsbegriff; mehr als eine Handvoll Freunde zu haben schien mir verdächtig; Freundschaft mußte man sich erarbeiten, Seelenverwandtschaft, Exklusivität, ich hatte Freunde von denen ich fand, daß sie anders waren als der "Durchschnitt" weil ich mich auch außerhalb "der Norm" fand.

    die Zeit davor, da ich auf dem Land aufwuchs und die Schule weiter weg war, konnte ich Freundschaften schlecht pflegen. Ich mochte meine Geburtstage nicht weil ich niemanden einladen wollte und nicht im Mittelpunkt stehen wollte. Und da kam schon das Gefühl hoch: kommen die Gäste nur aus Pflichtbewußtsein zum Geburtstag?

    Durch diverse Umzüge habe ich immer wieder neu wunderbare Menschen kennengelernt und erfüllte Freundschaften gehabt, ich habe auch Freunde zusammengebracht um mal so eine Art Clique herzustellen, was einmal auch ganz gut klappte.

    Ich wünsche mir heute, daß ich meinen Freundschaftsbegriff nicht mehr so eng sehe. Umso enger ich den Freundschaftsbegriff definiere umso schwerer tue ich mir damit und damit, mich geborgen und liebenswert zu fühlen.
    Ein Freund (?) von mir sagte, jeder mit dem er innerhalb eines Jahres mindestens zwei Mal eine Verabredung hat ist ein Freund. Das finde ich nicht schlecht.

    Da ich Freundschaf eng definiere tue ich mir manchmal schwer Leute, die in diese enge Definition nicht reinpassen, in meinen Alltag einzubinden bzw. mich einfach mit ihnen zu treffen, Kino, Spazierengehen. Ich beschneide mich damit selber in meiner Lebensfreude.

    Alte Freundschaften, die ich aufgrund weiterer Entfernung nicht durch Treffen pflegen kann, sind stabil und zuverlässig mit einem tiefen Gefühl.

    Wie kann ich es schaffen, Menschen die ich mag und die mich auch mögen, schneller als Freunde zu begreifen, ohne daß diese Menschen in meine alte, enge, ich denke für mich überlebte Definition reinpassen? Warum gönne ich mir nicht die Leichtigkeit, das Abenteuer, Menschen mehr in mein Leben zu lassen? Ich feiere immer noch nicht gerne meinen Geburtstag.

    Ich habe das Gefühl, das hat alles was mit meinem Co Ab zu tun.

    Rhein

    Hallo Kathy80,
    welcome!

    ich finde es in dem von beschriebenen Stadium normal, daß Du Dich fragst, wie der Alk Konsum Deines Partners hinsichtlich der Menge eingeordnet werden könnte.

    Mir fiel damals eine umfangreichere Broschüre zur Alkoholsucht in die Hände und dieser konnte ich entnehmen, daß alkoholische Getränke Grundmengen von Alkohol enthalten, je nach Getränkeart eben mehr oder weniger. Die Mengen des Grundalkohols, den mein Partner so konsumierte, konnte ich dann zusammenaddieren und kam somit zu einem mehr oder weniger konkreten Grundalkoholgrammwert. In der Broschüre wurden dann Kategorien dargestellt, mit wieviel Mengen Grundalkohol der Trinkende welcher Alkoholikerklassifikation zugeordnet werde könnte.

    Das war für mich ein eye opener!

    Mein Partner sagte dann, er verträgt halt mehr als andere, er hätte eine entspanteres Verhältnis zum Alkohol usw.; d.h. das Grundalkoholgrammargument sollte dadurch entkräftet werden. Das ist dadurch aber nicht entkräftbar.

    Wenn Du Dir unsicher bist, ob Dein Partner tatsächlich ein Alkoholproblem hat kannst Du vielleicht zu einer Beratungsstelle für Alkoholabhängige gehen, die beraten mitunter auch Angehörige, auch solche die sich solche Fragen stellen wie Du das gerade tust.

    Da ich denke, daß Du im Moment bei der Sachverhaltsermittlung und Bewertung in Sachen Alkoholkonsum Deines Partners bist finde ich es voll ok, wenn Du Dich dieser Frage annimmst. Wäre natürlch gut, wenn Du dabei in näherer Zeit zu einer für Dich eindeutigen Antwort kommst, damit Du dann wieder mehr Zeit hast, Dich um Dich zu kümmern.

    Rhein

    Hallo,

    wenn ich von handwerklicher, systematischer Vorgehensweise, welche mir half mich nach meinem Teifpunkt zu stabilisieren und mich zu meinen heutigen besseren Befinden führte, schrieb, meinte ich folgendes:

    nicht einen durchorganisierten zehn Punkte Plan aus dem Baukasten.

    Gleich nach dem Tiefpunkt, den ich genau datieren kann,
    1.) habe ich eine längere Kontaktsperre zum Partner eingerichtet
    2.) habe am Tag drei nach dem Tiefpunkt und zu Beginn der Kontaktsperre mich von einer Psychologin bei der Beratungsstelle für Angehörige von Alkoholabhängigen beraten lassen
    3.) hatte am ganzen nächsten Wochenende Besuch von einer guten Freundin und konnte viel reden
    4.) bin die nächsten Wochen öfter in die Therme gegangen, mit Massagen; mein Körper war total verkrampft, ich spürte nur noch, daß ich wie ein Stein war; ich wollte, daß mein Körper sich entspannt, locker wird; die Therme war auch gut um etws für mich, meine seelisches und körperliches Wohlbefinden zu tun; mit der körperlichen Entspannung wollte ich auch erreichen, daß ich meinen Bauch wieder spüre, was mein Bauch mir an Gefühlen mitteilen möchte.
    5.) habe wieder etwas mehr Sport gemacht; damit wollte ich aus meiner Niedergeschlagenheit und Verstimmung rauskommen, mich ablenken, mich "aufbrechen", meine negativen Gedanken abschütteln
    6.) während der Kontaktsperre mit meinem Partner gab es ein paar verabredete Gespräche und ein paar wenige Treffen; die Kontaktsperre wurde dadurch nicht aufgehoben, vielmehr immer wieder verlängert. Die Treffen bezweckten neben Nachfühlen auch Erkenntnisgewinn - was war wie weshalb geschehen, wie steht er zum Alkohol, wie kann ich mich mittlerweile abgrenzen, wie wird kommuniziert, was bringt mir das alles mit ihm überhaupt noch
    7.) Während der ersten vier Wochen gab es noch zwei weitere Treffen bei der Beratungsstelle für Angehörge von Alkoholikern
    8.) ich habe Meditationsseminare besucht und was für mein seelisches Gleichgewicht getan
    9.) ich habe Vorträge über Burnout, seelische Gesundheit besucht; ich wollte wissen wie die Seele tickt, was seelische Verletzungen sind, wie sie heilen können; ich habe eine www Seite gefunden, bei der ich viel über Psychologie usw. erfahren konnte; ich wollte mit diesen Infos verstehen, was gerade mit mir passiert, was passiert war; ich begriff, daß ich seelisch total aus dem Gleichgewicht war, daß es Definitionen von psychischen Befindlichkeiten gibt, ich konnte mich verorten, ich konnte einschätzen wo ich stand und wo ich hinwollte; ich gestand mir ein, daß ich psychisch neben der Spur war; sagen zu dürfen, daß meine schlechte Befindlichkeit sein darf, ein Ergebnis von anderen Ereignissen ist und sich die Seele erholen kann und wird, erkannte ich dabei auch; ich habe mich ausführlicher über Alkoholismus informiert;
    10.) ich besuchte über ein paar Wochen einen Kurs zu therapeutischem Tanzen; ich wollte mich bewegen, meinen Körper wieder spüren und verstehen, meine seelischen Schmerzen spüren;
    11.) zwischendurch habe ich immer wieder gejammert, mit Freunden geredet; ich habe aber auch mit Leuten drüber geredet, die keine engen Freunde sind, ich hoffe, daß mir das nicht zu Nachteil gereicht; andererseits habe ich über diese Gespräche auch dies und das über Probleme der anderen erfahren...
    12.) nach einem halben Jahr nochmal eine Beratung bei der Beratungsstelle. Urlaube mit Freunden.
    13.) und das lesen und schreiben im Forum.

    Mit handwerklich und systematisch meine ich also, daß wenn ich erkannt habe, daß mir Spiritualität gut tut, habe ich mir diese organisiert; wenn ich meinte, daß mir Bewegung gut tut, habe ich mir das organisiert; erst wenig, dann immer mehr; aus den Berichten hier im Forum erkannte ich, daß sich meine Entwicklung mit denen von einigen anderen mehr oder weniger deckten so daß ich dachte: Du machst das so ganz richtig.

    Ich suche nach wie vor den Kontakt zu meinen Ex Partner komme damit zurecht; hört sich vielleicht komisch ab, aber der wenige Kontakt zu ihm half und hilft mir nach dem Tiefpunkt mit, mich zu stabilisieren; ja - es war und ist immer noch ein Fünkchen Illusion ich hätte noch einen Partner obwohl ich weiß, daß dies faktisch nicht so ist; aber dieses Trugbild gönne ich mir im Moment noch;

    kurz gesagt habe ich versucht körperliche und seelische Ausgeglichenheit wieder herzustellen.

    und es war wirklich so, irgendwann spürte ich, daß ich von Tag zu Tag vielleicht eine halbe Minute länger entspannter wurde, daß die Niedergeschlagenheit, ja fast Depression (ich weiß nicht, ob es so etwas war oder nicht, darauf kommt es jetzt vielleicht auch nicht an) ganz etwas seinen so dunklen 'Schatten verlor. Als ich spürte, daß ich auf dem richtigen Weg bin - wovon ich erst nach mehreren Wochen ein Vermutung zu hatte - und ich war mir lange nicht sicher, ob ich überhaupt jemals wieder entspannt sein würde - da fing ich an meine Gesamtgefühlslage auf einer Skala von 1-10 einzuordnen, wobei 10 maximal ist. Ich konnte irgendwann sagen, ich bin jetzt bei 3,5 oder bei 4 usw....heute bin ich bei, sagen wir 5,5-6. Darüber bin ich froh.

    Am Allerwichtigsten war die durch mich ausgerufene Kontaktsperre. Ohne diesen Kontaktabbruch wäre ich heute nicht da, wo ich bin.

    Rhein

    Hallo @ all,

    habe ein paar Wochen nicht geschrieben und fortlaufend eure Beiträge gelesen. Ich habe nicht mehr geschrieben, da ich fand, daß ich ein paar meiner letzten Beiträge nicht achtsaem genug überlegt hatte.

    Ich fange einen neuen Thread an, da ich meinen Ausgangsthread und die umfangreichen Informationen zu meinem Fall darin nicht bei jedem neuen Posting komplett mit nach oben ziehen möchte.

    Mein Gefühl sagt mir, daß ich seit meinem Tiefpunkt vor acht Monaten erfolgreich ein gutes Stück des Weges zurück bzw. hin in ein wieder mehr ausgeglichenes und zufriedenes Leben gegangen bin. Ob acht Monate lang oder kurz sind, jeder wird bei sich für seinen Fall das anders betrachten, ich bin froh, daß ich mich aus der Co Ab aus dieser ganz konkreten Beziehung mit dieser konkreten Person sogut wie lösen konnte. Nach meinem Tiefpunkt hatte ich mit letzter Zuversicht es dank so einer Art handwerklicher, systematischer Vorgehensweise (zu der auch der Einbezug dieses tollen Forums gehört(e)) geschafft mich zu stabilieren, so daß es mir jeden Tag ein paar Augenblicke länger gut ging als den Tag zuvor so daß ich, nachdem ich jeden Tag wieder mehr Licht am Horizont sah die letzten zwei Wochen fast unbeschwert waren.

    Die Beschäftigung mit meiner Co Ab hat einige Fragen zu mir, meiner Lebensführung, Vergangenheit und Zukunft aufwerfen lassen. Vor vier Wochen hatte sich hier einige Punkte verdichtet und es war aufgrund dieser Akkumulation von Erinnerungen, Denkanstößen, alten Konflikten, zukunftsgerichteten Befürchtungen usw. anstrengend, sich damit auseinanderzusetzen. Davon hatte ich jetzt einige Zeit Pause gemacht, weil mir das zuviel wurde. Die Beschäftigung mit diesen Punkten und somit auch mit meiner Co Ab will ich damit, daß es mir derzeit um einiges entspannter geht als vor acht Monaten, nicht Bequemlichkeit halber auf sich beruhen lassen sondern mich hier weiter damit beschäftigen.

    Die kürzlichen zwei Todesfälle von Angehörigen von hier im Forum Schreibenden hatte mich sehr betroffen gemacht, das möchte ich hier noch ausdrücken.

    Grüße von einem, der es geschafft hat sich nach seinem Tiefpunkt wieder zu stabilisieren, zuversichtlich und wieder mehr bei sich selber zu sein.

    Rhein

    hallo SF,

    hatte mich damals an die Beratungsstelle der Diakonie für Suchtbetroffene und deren Angehörige gewandt. Dort gibt es wöchentlich eine offene Sprechstunde für Angehörige von Alkoholikern. Ich bin seitdem innerhalb von sieben Monaten insgesamt vier Mal bei ein und derselben Beraterin gewesen. Mir hat das geholfen, habe mich dort gut beraten gefühlt. Ich kannes empfehlen.

    Du bist es Wert, daß Du Dir Hilfe holst. Du darfst nach Hilfe fragen. Die Beratungsstellen sind für Menschen da die Hilfe und Beratung brauchen.

    Rhein

    Hallo Hartmut,

    ja, Du hast recht mit Deiner Reaktion auf meinen Beitrag. Beim Schreiben meines Beitrags hatte ich schon ein unstimmiges Gefühl. Meine Gefühlen versuche ich derzeit stärker wahrzunehmen und zu deuten, ich habe mir bei dem Schreiben des Beitrags nicht genug Mühe gemacht, meinem Gefühl nachzugehen und es zu verstehen. Das ist zur Zeit eine meiner Bausstellen
    Danke für Deine Reaktion.

    Rhein

    Rhein

    Liebe Linde66,

    vielen Dank für Dein Post. Tut mir gut wenn sich jemand Gedanken um mich macht.

    Der Filmriß dauerte am letzten Montag 30 min. Ich trinke wenig Alkohol, seit der Erfahrung mit meinem (Ex) Partner noch weniger. Ich denke, daß wenn ich dann etwas trinke - und Rosenmontag wollte ich trinken - schneller reagiere, weil ich wegen des sonstigen geringeren Konsums eher einen bestimmten Pegel erreiche, zudem hatte ich auch noch dies und das durcheinander getrunken.

    Ich hatte in den Grundbausteinen noch nichts zu Filmriß gefunden, was das bedeuten kann; werde dazu noch mal versuchen Infos zu finden.

    Ich für mich sage, daß ich kein Alkoholproblem habe. Außer diesen Filmriß, soweit das ein Indiz sein sollte, kann ich keine weiteren Punkte an mir feststellen, es gibt ja diese Checklisten.
    Im Rahmen des Problems mit meinem (Ex) Partner, der aus meiner Sicht ein Spiegeltrinker ist (kannte den Ausdruck vorher auch nicht) kann ich sagen, daß ich mit Sicherheit kein Spiegeltrinker bin.
    Na, ich werde mich mal mit dem Thema Quartalstrinker befassen, man lernt ja nie aus.

    Nach meiner Einschätzung liegt bei mir aber kein Alkoholproblem vor, finde den Filmriß nicht so toll und bin von der Reaktion etwas überrascht.

    Nochmal danke für deinen fürsorglichen Einwurf.
    LG
    Rhein