Beiträge von Rhein

    hi Inga,

    "Daher suche ich ständig nach dieser gewissen Wahrheit in den Verletzungen, die er mir zugefügt hat."

    wie soll eine Wahrheit in den Verletzungen liegen?
    Meinst Du, ob er in bestimmten Punkten nicht evtl. doch recht hatte? In deiner Aufarbeitung in Deinem Beitrag (Ampel, Schnelle Fahren) kommst Du ja zu einer klaren Antwort.

    Beim Garten und Klamotten ist es eine Geschmacksfrage, kann man diskutieren, aber falsch oder richtig ist da selten wirklich eindeutig und dazwischen gibt es viel Spielraum für jeden.

    Ich habe Vorwürfe, Vorhaltungen, Beleidungen meines Alk partners mir gegenüber auch öfter versucht zu analysieren, was da wirklich dran sein könnte, was seine Äußerungen hervorgerufen haben könnte. Ich habe in den meisten Fällen eine schlüssige Erkärung für mich für seine Äußerungen gefunden. Nachdem ich Erklärung für eine verletzende Äußerung gefunden hatte half dies, die Verletzung heilen zu lassen. Die Erklärungen für seine verletzenden Äußerungen, das treffen meiner Wunden Punkte, muß ich mal in meinem eigenen Thread aufschreiben.

    z.B. die Sache mit dem Garten bei Dir: vielleicht wollte er den Garten zur Partymeile umbauen um nett trinken bzw. saufen zu können. klar, da standest Du im Weg, Spasbremse, geht ja auch gar net.
    Wenn Du Dir das so erklärst, daß er einfach seine eigenen Interessen in den Vordergrund gestellt hat und das im Rahmen seiner Alkoholkrankheit, ändert sich dannn was an deinem noch vorhandenen Gram zu dieser Verletzung?

    LG
    Rhein

    Hallo Mrs. P.,

    danke! ja, das macht für mich viel Sinn: "Kritisch wird es erst wenn man sich zuviel damit beschäftigt, wie es ihm geht". Damit kann ich viel anfangen! Anteilnahme, Empathie, ja. Aber eben keine Gedanken, ständig im Kreis - denn diese Gedanken hätten keinen wirklichen Adressaten, dadurch wären sie ständig in meinem Kopf und in mir gefangen und so würde ich mit diesen Gedanken nur mich belasten, der Alk Partner würde sie nicht verstehen, die Geanken nicht annehmen und ich wäre mit diesen zuviel an ihn Gedanken allein und ständig in einem Verhalten gefangen, mit dem ich mich ständig auf ihn beziehen würde. Das war zum Schluß mit mein Co Ab Gefägnis; das ich mein Verhalten ständig auf ihn bezogen habe.

    das mit den trockenen und nassen phasen des Co Ab seins muß ich mir mal genauer ansehen. klar, nach Tagesform und Stimmungslage, Selbstwertgefühl kann ich als co ab mal eher mal weniger wieder ins co ab Dasein reinkommen. Gerade denk ich, ich könnte jetzt vielleicht wieder co werden zu ihm, wenn ich dächte er BRÄUCHTE mich in seiner jetzigen Tiefpunktphase. Aber nein, ich denke es nicht so stark, ich lasse ihn da wo er ist, ich fühle mich für ihn nicht verantwortlich. Und Du hast recht: ja, ich darf mich für ihn freuen, sollte er sich (von sich aus) Hilfe holen, damits ihn besser geht.

    XXXXXXXXXXXXX

    zum Co Ab: habe kürzlich ein Theaterstück besucht, es war ein klassisches Stück, es ging um Liebe, Tod, geselllschaftliche Normen gepaart mit religiösen Vorschriften. Die Sprache im Stück war sehr blumig und hat mich angesprochen.

    Das Stück hatte mich sehr angesprochen, gerade dies ganz oder gar nicht, Tod oder Lieben, Regeln erfüllen, sich anpassen oder um jeden Preis das zu tun, woran man jetzt in diesem Augenblick zu 1000% überzeugt ist, auch wenn es im nächsten Moment wieder anders sein kann.

    Da dachte ich an meine Schulzeit, als wir diverse Klassiker lasen was ich toll fand, Stücke, in denen die Werte wie Liebe idealisierend dargestellt wurden, in einer schönen Sprache. Ich hatte damals schon einen hang mich in diese Dramatik dieser Stücke reinzufinden, das war meine Welt. Vielleicht hat mich das stark geprägt und dachte, daß diese in diesen klassischen, idealisierenden Romanen/Stücken geschilderte Lebens und Gefühlswelt wirklich realistisch sein könnte, vielleicht kommt daher meine große Loyalität zu einem Partner, auch wenn er bzw. sein Verhalten mir nicht gut tut.

    Rhein

    Hallo,

    nach den in meinem vorangegangenem Beitrag erwähnten Telefonaten schrieb ich ihm eine klare SMS, (sinngemäß) daß ich sein xyz Verhalten nicht brauche und er sich solche Anrufe sparen kann, zumal er bei den zwei Telefonaten meiner Ansicht wieder getrunken hatte.
    Nach dieser SMS fühlte ich mich befreit und ohne schlechten Gewissen, fand ich gut. Nach einer Woche kamen Gefühle, die mir deuteten, daß ich ihn mag, wieder hoch, und teilte ihm das mit. Dachte gleichzeitig: man, halt den Liebeskummer aus, irgendwann bist du drüber hinweg, werde net "schwach". Denke, Gefühle zu äußern kann doch nicht verkehrt sein, im sicheren Abstand. Zurück kam (sinngemäß), daß er derzeit aufgrund seiner schlechten psychischen Verfassung und Alkoholproblems keine BZ führen kann und sich Hiilfe holen wird.
    Wie fühlte ich mich danach? Dachte: daß ich seinerzeit die BZ auf Eis gelegt hatte war also auch unter dem Aspekt richtig, daß er aus eigener Einsicht zu dem Punkt kommt sich Hilfe zu holen. Daß er nun jetzt diese Einsicht hat freut mich für ihn, aber auch für mich, daß ich ihn dazu nicht getrieben und dafür nicht meine Energie hergegeben hatte. Klitzekleinbischen fühle ich, daß sich das Band dadurch von meiner Seite aus zu ihm wieder ein ganz klein wenig verstärkt. Dadurch fühle ich mich weniger alleine (= weniger partnerlos, Freunde habe ich). ja, vielleicht betrüge ich mich damit selber etwas, im praktischen Leben ändert sich dadurch aber nichts, wir sehen uns ja nicht. und ich sehe, daß meine Aussage, als ich die BZ auf Eis legte, ich will keinen Partner mit Alkoholproblem, für mich weiterhin richtig ist. Keiner weiß ob er jemals ohne Alkoholproblem sein wird. Ich freue mich für ihn, daß er was für sich macht und frage mich, ob es ok ist, wenn ich mich durch dieses Freuen etwas besser, ihm etwas näher fühle, ein ganz wenig ein wenig Vertrauen möglich zu sein scheint.

    wollte ich nur mal loswerden. ich kenne die Diskussionen, daß Absichterklärungen von Alkis dies und jenes zu tun nicht überbewertet werden dürfen. Tue ich denke ich nicht. Ich gucke mir das an, soweit er mich teilhaben läßt, kommuniziere selten mit ihm soweit ich es zulasse und es mir gut tut (was nicht imer gelingt...)
    was ich mich frage ist, ob das jetzt wieder co ab ist.

    Rhein

    Hi,
    ich kenne das auch. Meine BZ ging 24 Monate, lang genug sich an jemanden zu gewoehnen aber auch nicht 24 Jahre. Und trotzdem komme ich da nach sechs Monaten immer noch nicht ganz raus und ich denke, es ist mehr als normaler Liebeskummer.
    Was Lottemotte schreibst find ich hat was: ...dass diese ambivalente BZ eine staerkere Bindungskraft hat als normale BZ.
    jemand anders hatte mal geschrieben, dass sie sich nach dem Ende der BZ mit dem ALK Partner bewusst einen anderen Typus Partner gesucht hatte, obwohl dieser Typus nicht dem bisherigen Muster entsprach, also z.B. jemanden mit dem es weniger ambivalent zugeht (und dadurch vielleicht auch weniger "spannend";) was ist dieses "spannend"? ich glaube, daran machte ich als Co schon frueh dran fest, ob ich meinen Partner liebe, weil ich ja diese Konflikte aushalten konnte, spannung ertragen konnte und somit liebe. Aber Liebe muss damit nichts tun haben. Wenn ich schon im Ansatz, wenn auch geringfuegig, leiden muss um sagen zu koennen, dass ich liebe, dann ist der Rest nur eine Frage der Zeit.

    ika, kannst Du damit was anfangen? muss mir das auch noch mal in Ruhe durchlesen.

    Rhein

    Hi Damion,
    Du schreibst:"
    ich habe zur Zeit ein noch viel größeres Problem, welches meine ( unsere?)Existenz bedroht, und bin noch zusetzlich niedergeschlagen... aber eine Schulter zum anlehnen, oder ein paar Mutmachende Worte.? Fehlanzeige! Es wurde wieder lieber mit dem Nachbarn beim Plausch getrunken und ich wurde gefragt warum ich schon wieder schlechte Laune habe???!!! Er kennt das Problem! ist da sein Gehirn irgendwie ausgeschaltet ,wegen dem Alk??? oder ist ihm das sch......egal? ich verstehe das einfach nicht? Ich habe das Gespräch abgebrochen und bin gegangen... Nu bin ich wieder alleine. Es sollte mir doch besser gehen, tut es aber nicht.. Damion"

    genauso kenne ich es auch (anstelle Alk Plausch mit dem Nachbarn war es die Nachbarin, die neben dem Alk noch zum Hasch Rauchen zu ihm kam); ja, und es waren in der Regel seine Probleme, die nie aufhörten (weil er sie in den zwei Jahren nie gelöst hat) in den Gesprächen topic zu sein, meine Themen fand ich eher kurz abgehandelt, und wenn auch nur auf meine Initiative hin besprochen, weil, ich hatte ja in seinen Augen keine Probleme... .

    Ich kann diese Situation, die Du schilderst, gut verstehen...
    Rhein

    Liebe Frau,
    ich wünsch Dir, daß eine von den Wohnungen Dir gefallen möge.
    Ja, Berg- und Talfahrt. Alles was man für sich tut kann doch aber nur gut sein. Wer sagt einem was einem gut tut? kann man das fühlen? wie sehr vertraut man seinen Gefühlen? was ist morgen? wir wissen es nicht. Als ich an meinem Tiefpunkt war wußte ich, daß ich so nicht weiter konnte, mein Körpergefühl war voll im Eimer, ich dachte ich sei depressiv wegen der BZ, es gab nur noch Abstand von der BZ um selber wieder klarzukommen. Was danach passiert, auch mit der BZ, ist in dem Moment nicht wichtig. Aber Abstand, um die eigene Mitte wiederzufinden, um der Achtsamkeit Dir und Deinen Gefühlen gegenüber wieder eine Chance zu geben, das ist was für mich in der Krise zählte. Mich wiederzufinden, und das ging nicht zusammen mit dem Alk Partner. Keine Entscheidung muß für immer sein.
    Du schaffst das!
    Rhein

    mir tut gut
    -Kontakt mit Freunden
    -zur Ruhe zu kommen
    -meinen Körper zu spüren wenn er entspannt ist
    -zu merken, daß ich alllmählich wieder Pläne machen kann, mit allmählich eine Zukunft für mich ohne ihn vorstellen kann
    - zu joggen, zu schwimmen, Rad fahren
    - auch negative Gefühle besser zu spüren
    - Blumen
    - FREUNDE
    - weinen (passiert aber nicht)

    hi Aionic,

    es scheint, daß Du sehr unzufrieden bist mit Deinem derzeitigen Lebensumständen. Wenn man dann so unzufrieden ist und das über längere Zeit und aus dem Tiefpunkt nicht rauskommt, dann kann man depressiv werden. Bevor man depressiv wird kann man aber versuchen etwas gegen die große Unzufriedenheit, die einen fast lähmt und verrückt zu machen droth, zu tun, indem man sich der Situation, die einen unzufrieden macht, anfängt zu entziehen, z.B. eine Kontaktsperre verhängt. Wenn Du dann merkst, daß Dir das gut tut und Du merkst, daß Du aktiv was gegen Deine Unzufriedenheit tun kannst, wieder mehr Du selbst wirst, Deiner Mitte wieder näher kommst, wirst Du wieder aktiver werden.
    Ich denke auch, raus an die Luft, Bewegung, Aktion. Hast Du jemanden den Du anrufen kannst damit er oder sie dich zum spazieren mitnehmen?

    Rhein

    Hi Aionic,

    Du schreibst."ist es denn normal das alkoholiker männer ihren frauen ständig einreden sie seinen minderwertig?"

    es gibt ebenso Alkoholiker Frauen die ihren Männern einreden, daß sie nichts Wert sind, darüber hinaus gibt es das auch von Mann zu Mann und Frau zu Frau.

    Wir sind alle nur Menschen, unabhängig vom Geschlecht.

    Rhein

    liebe aionic,

    mh, das Bedürfnis mit dem Alk Partner über das alles zu reden, sein Alk Probl, das Prob was man als Co Ab damit hat und alles dazwischen, davor und dahinter: ich kam damit nicht weit bei meiner BZ. Die Gespräche führten nie zu einem Konsens, weil meistens grundlegend anderen Interessen bestehen.

    der Alk will saufen und will auf den Alk nicht verzichten
    der Partner des Alk will einen Partner, der ihn Wert schätzt, ganz einfach normal behandelt, ohne den ganzen Mist was das alk Prob des Partners mit sich bringt.

    Weil man diesen Interessenskonflikt aber nicht in einem Gespräch zu einem Konsens führen kann (es geht einfach nicht, Alkoholismus ist eine Krankheit, Du bist kein Arzt usw.) kommen viele früher oder später zur Erkenntnis, daß solche Gespräche nicht zum Ziel führen.

    Sie führen dazu, daß sich z.B. der Co Ab allmählich bewußt wird, daß diese Gespräche wirklich zu nichts führen und man erkennt in welchen Illusionen man lebt ODER daß der Alk den Partner einlullt und ihn an seinen wunden Punkten trifft, was mir auch bei Dir der Fall zu sein scheint. ("

    so wie heute ich gehe innerlich auf abstand und er riecht die lunte sofort und fängt an zu ziehen, alle 10 min anzurufen und zu leiden und angst zu haben um mich, vermischt mit ständigen vorwürfen ich wäre schuld oder würde die sache zumindet mit meinem verhalten schlimmer machen, liebst du mich ect.")

    Meinst Du, es macht überhaupt noch Sinn ergebnisoffen in solche Gespräche zu gehen oder vielleicht doch besser nur mit so weit möglich klar formulierten Wünschen/Bedingungen (auch wenn es noch so kleine Wünsche und Bedingungen sein mögen, so für den anfang zum üben) Deinerseits?

    als co ab sind wir manchmal nicht geübt unsere interesseren dem alk partner gegenüber zu erkennen, ihm gegenüber zu formulieren und durchzusetzen, wir sind manchmal viel zu blockiert, aus diversen gründen. deshalb ist es besser vorher zu wissen was man wirklich möchte, auch in kleinen Punkten. sich von gesprächen die große Lösung zu erhoffen habe ich aufgegeben.

    Rhein

    Hallo,

    einige Zeit nach meiner Kontaktsperre fühlte ich mich etwas als Opfer meines Partners, der mit seinem Alk Prob, seinem Verhalten mit dazu beigetragen hat, daß ich den Tiefpunkt erreicht hatte, daß ich davor und danach Monate der persönlichen Krise hatte, der mir schöne Lebenszeit (und eine schöne BZ) vermasselt hat. Ich weiß, es geht nicht um Schuld usw.. und ich habe ja meine eigene Anteile an dem Ganzen usw. Seit ein paar Wochen nun habe ich das leichte Opfergefühl nicht mehr und das ist gut. Ich sehe ich kann mein Leben wieder in die Hand nehmen, bin in der Lage beruflichen und persönlichen Veränderungen tapfer entgegenzusehen, Vorbereitungen zu treffen ohne ohnmächtig den Kopf unter die Bettdecke zu stecken.

    mein Partner war/ist ein socalled "lieber" Alkoholiker. Ein lieber Alkoholiker ist nicht weniger Alkoholiker als ein tyrannischer, schlagender, nicht mehr für sich selbst sorgen könnender Alkoholiker. Wäre mein Partner ein tyrannischer, schlagender, nicht mehr für sich selbst sorgender, stinkender Alkoholiker gewesen wäre ich viel schneller aus der BZ ausgestiegen, wahrscheinlich wäre die nie zustande gekommen. Gerade das "liebe"Alkoholiker Dasein hat das alles schwerer gemacht, die Erkenntnis als solche und auch, beim Spiegeltrinken, war er nicht (anfänglich) ach so süß, als er leicht beschwipptst war?
    D.h.: weil er ein "lieber" Alkoholiker war sprach mein Co Ab an - denn, so glaube ich - bei einem nicht-lieben Alkoholiker wäre die BZ sofort zuende gewesen. Dh. für mich: bei mir sind die "lieben" Alkoholiker diejenige, bei denen ich in Zukunft aufpassen werde. Die "bösen" Alkoholiker machen mir keine Sorge in Bezug auf mich.

    "lieb" ist natürlich auch relativ, denke ich an Provokationen, destruktive Attituden, Ansätze von Beleidigungen und Hähme.

    Und ja: wenn er trink ist er im Zentrum des Geschehens, für sich, er sitzt (saß) da und wars zufrieden, es dreht sich um ihn, die Welt drumherum. Was das für den Partner bedeutet, ob das Trinken so "normal" ist usw. .- who cares, da pfeifen wir drauf.

    ich habe mich nach wie vor immer noch nicht "offiziell" getrennt, auch wenn wir faktisch keine BZ mehr führen. Kürzliche Telefonate, bei denen er meiner Meinung nach betrunken war, führen für mich dazu, daß ich Telefonate nur noch zur Möglichkeit einer Verabredungsvereinbarung annehme aber nicht um sonstige INhalte zu besprechen. Ich will mich nicht mehr ärgern nach TElefonaten . Ärgern, weil ich noch immer nicht schnell genug an meine Gefühle andocken und reagieren kann, wenn er Sachen sagt, die mich verletzen. D.h. ich fahre den Kontakt noch weiter zurück. Ich weiß, hätte ich vor sechs Monaten nach dem Teifpunkt den Kontakt komplett abgebrochen wäre der Liebeskummer jetzt vorbei. Tja, so ist es, kann net loslassen, diesen und jenen "Grund" dafür.

    Nach wie vor wichtig: Freunde treffen. Die zeigen einem nämlich, daß man es Wert ist normal und mit Wertschätzung behandelt zu werden; weiterhin in die therme gehen und auf Meditationsseminare. vielleicht in ein paar Wochen nochmal zu der Psychologin der Suchtberatung (Angehörigenberatung).

    Was ich rausfand: meine Mutter war ein Kleinkind als Alk Probl. bei meiner Oma anfingen. Meine Mutter war in der Erziehung eher streng, sich anpassen und was leisten müssen, Gefühle im Zaume halten usw.. Mh, das macht für mich im Moment Sinn im Bezug auf mein Co Ab Erfahrung. An dem Gefühle im Zaume halten bzw. das abzulegen zu können, daran arbeite ich im Moment. Da tut es gut auch mal Wut spüren zu können, aber ich bin immer noch verzögert in der Wahrnehmung wenn mich etwas stört und adäquat z.B. sofort abrenzend und klarstellenden zu reagieren.

    Wenn ich daran denke wie schlecht es mir an meinem Tiefpunkt vor sechs Monaten ging bin ich nun zufrieden, wie weit ich gekommen bin.

    Rhein

    hi aionic,

    Du schreibst "er hat auch im letzten halben jahr nie soviel getrunken dass er echt besoffen gewesen wäre (son spiegeltrinker halt) "

    aha. D.h. wenn er "echt" besoffen gewesen ist wird es für Dich ein Problem? Wenn er aber nur so dumdidum seinen Pegel hält und Du so düdeldü danebensitzt betrifft Dich das nicht? Verstehe ich das richtig?

    Ich finde die Formulierung "son spiegeltrinker halt" verharmlosend. Versteht Du was ich meine? Und wenn Du das nachvollziehen kannst, meinst Du Du willst Dir da was schönreden?

    Ein Spiegeltrinker ist ebenso Alkoholiker, und dabei auch immer wieder mal (ach so süß - grrrr) beschwipst, weil die Grenze zieht sich ja so langsam nach oben und muß immer mal wieder ausgereizt werden.

    Warum setzt Du Dich unter Druck jetzt etwas entscheidendes sagen zu müssen? (was Du, wie Du schreibst, dann im MOment noch nicht in der Lage bist einzuhalten). Nimm Abstand, zieh Dich zurück, Gewinn Zeit für Dich, geh zur Beratungsstelle für Alkoholiker und deren Angehörige. Warum nicht?

    Rhein

    hi Melinak,

    ich habe keine Antwort auf diese Frage. "was euch motiviert fest zu halten und nicht los zu lassen. habt ihr so angst vor liebeskummer?"

    ich bin in dem Stadium (seit nun sechs Monaten),daß ich mich nach meinem Tiefpunkt 1a distanziert hatte, für länger, ohne Trennung ausgesprochen zu haben, nach Wochen gab es wieder Kontakt, vorsichtig, ich dachte, vielleicht kann Vertrauen wieder aufgebaut werden. D.h. also, ich hatte irgendwo Hoffnung. Oder nur Eitelkeit, die gekränkt war, der Bedarf verstandsmäßig aufzuarbeiten MIT ihm was wieso warum wann passiert war. Ich wollte und will verstehen und dafür brauche ich ihn. Ich will verstehen was alles dazu beigetragen hat, aber Gespräche zwischenzeitlich waren schwierig, teilweise haben sich Muster wiederholt, teilweise war er wieder betrunken, oh my god.
    Es fällt mir schwer mich zu trennen ohne alles verstanden zu haben.
    Liebeskummer habe ich dennoch, Liebeskummer grundsätzlich, daß die BZ nicht geklappt hat. Hätte ich mich im Moment der Distanzierung gleich getrennt wäre jetzt sechs Monate um und ich hätte die Liebeskummerphase schon ad acta gelegt.

    Daher, doch eine Antwort: der Wunsch die Sache und BZ aufzuarbeiten hat mich nicht zum finalen Trennungsschritt kommen lassen. Ob da der Wunsch nach Kontrolle mitspielt? Aber auch der Wunsch aus Fehlern zu lernen.

    Und ich glaube, ich bin aber kurz davor mich final zu trennen, weil ich derzeit sauer auf ihn bin, auch Gefühle wie Wut zulasse, was ich sonst leider zu oft unterdrücke wenns angebracht wäre. Wut zuzulassen und zu spüren tut so gut.

    Rhein

    hallo,
    nö, warum solltest Du ihn verurteilen? was kann er für sein Krankheit?

    "...alle bewundern das" - ja, willst Du für diese Leute die weiter etwas sein was evtl. nicht wirklich so ist?

    "Ich bin so hin und Her gerissen, das ich zur Zeit völlig Handlungsunfähig bin." - bleib bei DIR, achte auf Dich, Deinen Atem, Achtsamkeit, Ruhe, was Dir gut tut um den Moment so wahrzunehmen, daß er nur durch DICH wahrgenommen wird. Dann wirst Du Deine Mitte finden und das hin und hergerissen werden wird weniger werden.

    "muss ich ihn denn total aufgeben um ihm nicht zu schaden? " verstehe ich nicht. Bist Du hier als Co Abhängige oder als Angehörige, die Ihren Partner retten will und nach dem Zauberstab dafür sucht?

    Das Du Dir Hilfe von Außen holen wirst (Psychologe) hört sich gut an, viel Erfolg dafür. War es einfach einen Termin zu bekommen? Muß man da bei der Terminvereinbarung schon sagen worum es geht? Ich war damals bei der Diakonie zur Suchtberatung als Angehöriger eines Co Ab, war dort drei Mal und fand mich dort in guten Händen wieder.

    Rhein

    hallo damion,

    welcome!
    was du falsch gemacht hast? Dir die Beschuldigungen und den ganzen Müll von ihm angehört ohne das klar und konsequent zurückzuweisen.
    Ihm und Dir zu zeigen, daß Du es Wert bist so NICHT behandelt zu werden weil man so einen Menschen, erst recht einen den man mag, nicht behandelt. Du hast es aber zugelassen. Warum das? Angst ihn zu verlieren? Gewohnheit aus der vorherigen BZ? Ach, soviele Gründe sind da möglich.

    Such keine Schuld, weder bei ihm, noch bei Dir. Es ist wie es ist, wir sind alle so geworden weil wir schon xyz Jahre auf dieser Erde sind. Du kannst aber jetzt daran denken etwas für Dich zu tun.

    Du schreibst, Du hattest Dich seinerzeit schon mal von ihm getrennt. Ist jetzt etwas anders, daß Du dich jetzt nicht trennst? denkst Du, man, jetzt haben wir schon vier Jahre, geschafft, kann/darf/soll ich sowas aufgeben? war dann alles nichts?
    oder denkst Du, oh, er war ja schon mal ein Jahr trocken zwischendurch, das schafft er vielleicht wieder, länger das nächste Mal? aus welchem Grund auch immer er das dann vielleicht macht.

    Du kannst hier übrigens soviel schreiben wie du willst, und wenns Dir gut tut erst recht, und lang war Dein Text auch nicht.

    hast Du mal überlegt zu einer Suchtberatung zu gehen um dich als angehörige eins Alkis beraten zu lassen? was macht Dein Körpergefühl? wie wäre es mit einem Besuch in der Therme, schön mit Sauna, Massage, zur Ruhe kommen, mit einem yoga Kurs, Freunde treffen.

    Rhein

    hi else,

    na ja, die Antwort ist ja klar: was helfen dir statistische Daten? gibts sowieso net, weil jeder Fall hier ist anders, nicht vergleichbar.
    Ich denke, Deine Frage war rein rhetorisch.

    Problem loszulassen, das geht mir auch so, auch nach sechs Monaten kann ich keinen Schlußstrich ziehen, auch wenn ich heute wieder so sauer auf ihn bin. Ich hätte gerne die Kraft gehabt mich von ihm bereits direkt nach meinem Tiefpunkt vor sechs monaten zu trennen, aber ich ein Rumeierer.
    Insofern sitzen Du und ich im gleichen Boot.

    Was muß bei Dir sowie bei ihm passieren, damit du das als "zum Guten gewendet" betrachten würdest? Nein, bitte schreibe jetzt keinen Roman, wie schön doch alles sein könnte. Prüfe Deine Hoffnungen auf die Realität und mach einen Illusionscheck.

    Warum machst Du nach dem Satz "alles auf eine Trennung hinaus...." kein happy smily sondern ein trauriges Gesicht? Freu Dich doch wenn ihr getrennt wäret. Warum solltest Du Dich über eine Trennung nicht freuen?

    (frag ich mich selber im Moment auch)

    Rhein

    hi,

    ich begrenz das mal auf meine letzte BZ, die mich in diesen ganzen Sch... geführt hat bzw. an der ich erkennen "durfte", daß ich co ab Strukturen habe.

    in der BZ, rückschauend, war ich co-ab ab dem Moment in dem ich Dinge getan habe obwohl ich sie so nicht tun wollte. das fing an mit z.B. Sex ohne Kondom, Rumgeierei bei der "gemeinsamen" Freizeitplanung, das ich öfter zu ihm gefahren bin als er zu mir und ich das blöde fand, daß wir mehr seine als meine Freunde trafen obwohl ich das gerne ausgeglichener gehabt hätte, daß ich nicht seinen Verhaltensveränderungen auf den Grund gegangen bin, daß ich mir vieles selber zu erklären glaubte können ohne ihn dazu fragen zu müssen usw. usf., diese schleichend zunehmende Passivität, sich selbst zurückzunehmen hinter seine bisher gelebten Interessen. Ich gebe zu, ich war in BZ nicht gerade erfahren, er auch nicht, vielleicht hat das auch ne Rolle mit gespielt. Nur konnte ich das Gefühl, was ich bei meinem Verhalten dann ergab nicht zuordnen konnte, heute kann ich es, und dafür bin ich dankbar.

    In Bezug was Melinak geschrieben hat: du Schreibst: die Co Ab bei Dir begann als Du es nicht mehr geschafft hast, an Dich selbst zu denken.

    Da gehts mir so: Co Ab bei mir begann, als ich anfing weniger an mich zu denken.
    Als ich begann mich durch ihn zu denken? Zu dem Zeitpunkt war mir ja auch noch gar net klar, daß er ein Alk Prob hatte. Da hatte er mir was voraus, mein Co Ab war schon angeschaltet, weil das System, seine Abhängigkeitszeichen bestanden schon und ich hatte schon darauf reagiert.

    Rhein

    Hallo Else,
    ich schließe mich den anderen in ihren Meinungen an.
    Du schreibst: "Er will das nicht mehr. Jedes Mal wenn er zur Flasche greift...." Wenn er das nicht mehr will, soll er es nicht mehr tun. Wenn er es jedoch dennoch tun muß weil er nicht anders kann ist er süchtig. Erkennt er dieses kann er sich helfen lassen oder weiter saufen.

    Du schreibst, du distanzierst Dich von seinem Alkoholproblem, gibts keine Tips mehr usw.. Ja, daß heißt somit, daß Du der falsche Adressat für sein Problem bist. Erstens, weil Du es ablehnst Dich damit zu beschäftigen weil es Dich nämlich krank macht und zweitens, weil Du nicht die Kompetenz hast ihm bei seinem Problem zu helfen.

    Ich denke Du brauchst Dich nicht schuldig zu fühlen, wenn Du ihm in dem Moment nicht "hilfst", ihm keine Zuwendung gibst, ihn stehen läßt wo er ist. Immer wenn ich meinen Partner mit seinem Alk Prob konfrontiere/konfrontiert habe dachte ich immer: was ist wenn ich ihm unrecht tue? was ist, wenn er gar kein (so großes) Alk Prob hat und ich ihm unrecht tue? Ich habe auf mein Gefühl vertraut, mehr und mehr. Und wenn man mal daneben liegt, weil er an einem Tag vielleicht wirklich nicht getrunken haben sollte (was sich, z.B. gerade bei telefongesprächen nie ganz aufklären ließ) dann lag ich die anderen Tage richtig. D.h. die Angst im unrecht zu tun ist dannn, wenn man so weit ist wie Du oder wir hier, eher gering als die Gefahr, daß der Co Ab so weitermacht wie bisher.

    Rhein

    Auf Seite sieben schreibt Emma
    "Wenn sie nämlich nach 4 Tagen wieder klar ist, will sie ihn zurück.. Umgarnt ihn und bekommt ihn auch schließlich immer in ihr (dann aufgeräumtes) Bett. Und er geht dann wieder drauf ein und denkt sich es wird schon wieder. "
    ich hatte mal einen Thread https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…topic26984.html
    zum Thema Sexualität und Co Ab aufgemacht. Ohne den Satz von Emma überinterpretieren zu wollen nehme ich ihn als Möglichkeit zur These, daß Sexualität (mit dem Alk Partner) das Co Ab sein mitunter betäuben hilft, und man - wenn man Sex mit dem Alk Partner hat - wenigstens weiß, wofür die BZwenigstens in diesem Moment gut ist.
    Ich denke, das hört sich hart an, aber so als Gedankenanstoß und als möglicher Teil vom Ganzen.

    Rhein