Beiträge von Rhein

    Hallo Roseanne,

    alleine zu sein kann auch mal ganz schön sein, ist net immer leicht auszuhalten, gerade wenn der Andere, dessen Aufmerksamkeit man er-wartet, sich nah befindet aber doch so weit weg ist. wie gehst Du dann mit dem "allein sein" um? kannst Du dann runterkommen und trotz des Ärgers bei Dir sein?

    "Dein Mann ist mal wieder lieber zornig ...usw." Lieber als was zu tun in dem Moment und Zustand?

    was hättest DU denn lieber mit ihm getan, so wie er war, mit dem Dämon? ist er mit dem "Dämon" dann noch interesssant für Dich, in dem Moment? Warum?

    verzweifeln. ja, es tut weh das zu erleben. aber es tut auch weh wenn man verzweifelt, das wird dann irgendwann immer dunkler und dunkler in einem drin. man verzfeifelt dann auch weil man verzfeifelt...die alte Regel: bleib bei Dir selber, tue Dir was gutes, vertraue Deinem Gefühl, sag nein wenn Du genug hast; wenn Du Dir dann unsicher bist mach eine Pause, entzieh Dich für ein paar Momente der Situation.

    Rhein

    hallo aurora,
    ja, das mit dem auf alles übertragen lassen sehe ich auch so. das co ab kann sich ständig und überall wiederfinden und das rumgeeiere gehört wohl mit als erkennungsmerkmal dazu. sich nicht entscheiden können weil man sich nicht für sich entscheiden kann.

    und wie man hier manchmal liest: mit dem ende der Partnerschaft mit dem alk ist noch nicht aller Tage Abend mit dem co ab sein.

    Achtsam bleiben und immer einen Schritt weiter, wenns auch mal wieder einen zurück gibt.

    daß du den zwoten arzt angerufen hast war gut, du hast dich nicht mehr dem ersten Arzt gegenüber verpflichtet gefühlt nur weil du da schon einen termin hattest. du hast dich sozusagen unabhängig von ihm gemacht und dich für einen anderen arzt entschieden. hört sich banal an, is aber gut!


    Rhein

    Hallo Nat,

    "wünsche ich ihn mir mit mehr elan""sehe ich ihn total passiv"
    er ist wie er ist. Co Ab sein kann dabei dazu führen, daß man ständig darauf wartet, daß der Elan kommt, daß der Partner aktiv wird, und über dieses WARTEN wird man selber passiv. Nur daß der Co Ab so eigentlich vielleicht nicht ist, das führt dann zu einer starken Spannung beim Co Ab, die ihn k.o. machen kann. Wenn Du mit ihm zusammen bist und er nicht so aktiv ist wie Du es gerne hättest dann denke in Ruhe drüber nach: was willst DU jetzt WIRKLICH gerne unternehmen, sag ihm das deutlich, lade ihn ein teilzunehmen, sag ihm bis wann er sich entscheiden soll und dann top oder hop, aber mach Dein eigenes Ding, sonst wirst Du passiv und wirst ihm evtl. auch noch die Schuld dafür geben. Die Ursache für Dein Passivsein liegt dann aber in Dir, in Deinem Co Ab.

    "nehme ich ihm zuviel ab so daß er evtl. wieder rückfällig wird?""wieweit reagiere ich da zu co ab?"
    mh, vielleicht überlegst Du ja ob DU wieder rückfällig wirst in Deine Co Ab. Du schreibst ja, daß Dein Verhalten Co Ab ist, Du fragst nur ob es ZU Co Ab ist. Was ist "zu Co Ab"? wieviel Co Ab willst Du Dir erlauben? Du scheinst zu spüren, daß Du in ein Muster zurückfällst, Du bist achtsam, kriegst aber den Hebel net umgelegt.

    "sehe ich ihn nun so wie er wirklich ist?" was ist wirklich? fragte mich auch immer. Ich war nach meinem Tiefpunkt um ein paar Illusionen ärmer, was weh tat. Mein Partner hatte aber auch keine (Kurzzeit)Therapie hinter sich, ich weiß nicht wie das jemanden verändern kann.

    Was machst Du für Dich selber (außer der SHG)? Läßt Du es Dir gutgehen?

    Rhein

    hallo inga,
    das hört sich alles richtig gut an!
    ja, als Co Ab und NACH Tiefpunkt und Bewußtwerdung über das wieso, warum, wie der eigenen Persönlichkeit, daß das soweit kommen konnte, weiß auch ich so wie Du schreibst, was ich NICHT mehr will für die Zukunft. Ich weiß, es wird auch wieder Rückschläge geben.

    Solche Erlebnisse eines Co Abs schult Achtsamkeit hinsichtlich der eigenen Bedürfnissen, den eigenen Fallen die man sich baut, Selbstwertproblemen, Wegdrücken von negativen Erlebnissen, aber auch hinsichtlich zu Erkenntnissen was einem gut tut, was man für SICH braucht.
    Das zu erkennen, sich Zeit zu nehmen nachzufühlen, in den Gefühlen und der Selbstwahrnehmung sicherer zu werden führt uns zu einer stabileren Persönlichkeit.

    Alles Gute für die kommende Zeit und für das Seminar
    Rhein

    hallo SF,

    guten Arbeitsstart morgen. habe gerade Deinen Thread durchgelesen. Soweit ich das nachvollziehen kann hattest Du nicht den Tiefpunkt, den viele Co Abs (mich eingeschlossen) erreichen mußten um aufzuwachen usw.. Du hattest geschrieben, daß Dich das die ersten Jahre in der Ehe nicht (so) gestört hatte, daß er trank, irgendwann fing es aber an, daß es Dich störte. War das ein fließender übergang, vom Moment, daß es anfing Dich zu stören bis zu dem Moment daß Du realisiert hattest, daß Du was für Dich tun mußt? Ich frag nur so ins blaue, ob jeder Co Ab zwangsläufig eine (oft schmerzhaften) Tiefpunkt mit starken Leidensdruck erreichen muß. Wenn man diesen Tiefpunkt nicht erreicht, weil man schon vorher erkannt hat, daß man so nicht leben will und kann kann man diesen Menschen nur beglückwünschen.

    Als ich bei der Suchtberatung für Angehörige war sagte die mein Vertrauen genießende Psychologin, daß sie mir nicht unbedingt empfehlen würde in ein Co Ab Gruppe zu gehen, da das, was ich als co ab in der Beziehung mit dem Alk erlebt habe nicht an die alltäglichen Probleme (hinter dem Alk ALLES saubermachen, nach außen ALLES ALLEN als heile Welt vormachen, Gewalt usw.) von wohl zahlreichen Co Abs erlebt werden heranreicht. Ich fand das einleuchtend.
    Mir persönlich reicht das Forum aus, ich ziehe viele wertvolle Gedanken hieraus. In der Akutphase meines Tiefpunkts hätte ich vieleicht den menschlichen Zuspruch benötigen können, den hatte ich dann von Freunden erhalten.

    Rhein

    hallo 111 karsten,

    - warum trinkst du nicht mehr? bist du ein trockener Alk? ich vermute daß nicht.
    - fragst du wie du mit der sucht oder mit einen trockenen (ex?) Alkoholproblemmenschen umgehen sollst?

    in der sektion hier sammeln sich leute, die mit einem Alk kürzer oder länger zusammen waren und selber dabei mehr oder weniger krank, kaputt, depressiv usw geworden waren und den weg daraus sowie nach erklärung nach dem wieso, warum,wie suchen.

    so wie ich das sehe bist du aber nicht in der Situation. Du stehst am Anfang einer möglichen BZ und hast keine Co abhängigkeit entwickelt?

    willst du wissen wie du damit (der Sucht oder dem süchtigen?) umgehen sollst damit er nicht wieder trinkt oder damit du in der Beziehung keinen Schaden nimmst?

    willkommen im Forum

    liebe melanie,
    viel erfolg mit der neuen Arbeit. Deine Beiträge hier im Forum habe ich immer gern gelesen, haben mir immer wieder wertvolle gedankenanstöße gegeben. ich finde du bist schon ziemlich weit auf dem weg vom co ab sein. im vergleich zu mir hattest du viel mehr verwicklungen in die ganze problematik als ich, daher hast du vielleicht oft auch so klare erkenntnisse. werde deine beiträge hier vermissen.
    machs gut
    rhein

    Liebe Jane,

    Du kannst das tun, von dem Du meinst, daß es Dir gut tut. Zu wissen was Dir gut tut kannst nur Du selber.

    Die Frage ob der Partner ein Alkoholproblem (hier gibt es ja auch diverse Abstufungen) hat oder nicht, ob die eigene Wahrnehmung evtl. täuscht und ob man vielleicht den falschen Rückschluß zieht hatte mich damals auch beschäftigt. Ich war mir dann sicher, daß er ein Problem hatte, habe meine Beobachtungen dann einer Psychologing der Suchberatungsstelle der Diakonie geschildert und sie sagte mir dann, wenn es so ist wie ich es schilderte dann hätte er ein Alkoholproblem - ohne es weiter auszudifferenzieren. Das war für mich ein sehr wichtiger Moment, daß eine Externe Fachkraft mir eine Einschätzung abgab, quasi mit Siegel und Unterschrift. Das gab mir dann die Kraft mich mit gutem Gewissen aus der Beziehung zu lösen.
    Kannst Du Dir vorstellen, Deine Beobachtungen auch in einer Beratungsstelle mit jemandem zu besprechen? Ich würde mich da an eine Fachkraft wenden, die Du auch respektierst und der Du vertraust. Wir sind hier im Cyber, eine Beratungsstelle ist doch nochmal wirklicher.

    Warum solltest Du Dich in Deiner Wahrnehmung und Deinen Beobachtungen zu ihm und seinem Alkoholkonsum getäuscht haben?

    Jede Beziehung hat Beziehungsprobleme aber nicht in jeder Beziehung hat ein Partner ein Alkoholproblem. Ich stellte mir damals auch die Fäge HÄTTE ich schon eher dies und jenes getan, gesagt, gemacht dann wäre dies und jenes dann evtl. anders gekommen. Vielleicht, aber dafür war ich damals nicht achtsam, problembewußt genug und ich hätte früher oder später vielleicht dann doch erkennen müssen, daß das Alkoholproblem meines Partners (und die Gründe die hinter diesem Alkoholproblem stehen) mich komplett überfordert hätten - früher oder später.

    welche konsequenzen würdest Du denn ziehen wollen? Kontaktsperre, räumliche Trennung, Trennung? Warum solltest Du es ihm nicht sagen, alles andere wäre in einer Beziehung nicht fair, oder? Jeder muß wissen, wenn der Bogen überspannt ist und daher würde ich es ihm sagen, Du mußt für Dich dann entscheiden, ob Du es ihm einmal klar und deutlich sagst und dann bei Nicht Einhaltung dann aber auch die Konsequenz ziehst.

    Ich hatte meinem Partner klar gesagt: "ich will keinen Partner mit einem Alkoholproblem" und als ich soweit war das zu sagen war ich ein paar Wochen vor dem Tiefpunkt. Im Nachhinein ist es für mich persönlich wichtig ihm das so klar mitgeteilt zu haben.

    viel kraft
    Rhein

    hallo leonore,

    was ist das eigentlich "jemanden (einen Partner) über ALLES zu lieben"? was ist das ALLES? und im selben Satz schränkst Du es wieder ein mit einer Bedingung. Was ist daran so toll, einen Partner über ALLES zu lieben?

    Rhein

    Hallo einafets,

    "für welchen er sich letztlich entscheidet liegt nicht in meiner Hand" schreibst Du.

    Aber wofür DU DICH entscheidest liegt in Deiner Hand. Bei meinem Parntner mit dem Alk Prob hatte ich irgendwann immer nur noch gewartet, daß irgendwas passiert, daß von ihm Aktionen ausgingen, denen ich mich anschließen konnte; ich wurde dadurch passiv, ohnmächtig. Nur er hat sich für nichts entschieden, und wenn schon gar nicht eindeutigung und konsequent, und ich wartete weiter und weiter. Das habe ich dann geändert und habe selber entschieden.

    happy 2012
    Rhein

    hallo roseanne,

    ich kann mir so eine situation gut vorstellen. Du willst ihn anschreien, weil Du denkst anderweitig nimmt er nicht wahr was Du ihm sagen willst, Du willst Dir Gehöhr verschaffen. Meinst Du er hört Dir vielleicht nicht zu weil er das intellektuel nicht versteht oder weil ihm der Alkohol wichtiger ist als Deine Meinung zu seinem Alkoholkonsum oder weil er Dich als Partnerin nicht mehr akzeptiert und Du ihm egal bist?

    Hallo Melinak,
    was Du da beschrieben hast hat wie Du Deinem Ex Partner gegenüber Dich verhalten hast hat mich gerade etwas mitgenommen, in meiner BZ ist es soweit nicht gekommen. ich kann dein posting aber wie so oft bei Dir gut nachvollziehen, auch wenn ich alles nur abgeschwächt durchgemacht habe.

    Rhein

    hallo leann,
    ich wünsch Dir viel Kraft für die nächste Zeit. Du schreibst, er hat geschrieben, daß er bei einer Suchtberatungsstelle war. Ist Dir bekannt, was sein nächster Schritt ist/war/sein wird? So wie ich das verstehe seid ihr mittlerweile getrenntwohnend (ansonsten müßte er Dir keine Briefe schreiben). Wenn dem so ist, wie kommsmt Du mit dem getrenntwohnen zurecht?

    Rhein

    Hallo Hanna,

    ich wünsch Dir Alles Gute für die nächste Zeit. Zu erkennen, daß man (co) abhängig ist war für mich ernüchternd (geschönt ausgedrückt) aber auch erleichternd - gab es doch endlich einen Namen für mein fast depressionsartige Zeit bevor ich die Kontaktsperre ausgerufen hatte. Daß Du selber schreibst, daß Du Deine Abhängigkeit erkannt hast, ist ein großer Schritt, daß Du nun anfangen wirst, an der Situation zu arbeiten.

    Daß Du es schaffst Deine Gefühle und Bedürfnisse an die Oberläche hervorkommen zu lassen und sie nicht im nächsten Strudel wieder nach unten schickst. Achtsamkeit. Ruhe. Gute Wahrnehmung des eigenen Körpers. Des eigenen Atems. Was Dir gefällt und was Dir nicht gefällt. Daß es darauf ankommt was Dir gut tut. Denn ein Alk Partner ist dazu leider oft nicht in der Lage.

    Mir hat das Forum viel geholfen, auch hier schreiben zu dürfen.

    Gefühlschaos neu sortieren? ich mußte erstmal gucken, was überhaupt noch vorhanden ist, mußte überlegen wie die einzelnen Bestandteile überhaupt noch heißen, angucken, betrachten, was bin ich, was ist er, was will ich aussortieren (weil es mir nicht gut tut), was will ich neu einsortieren, weil ich hoffen/merke, daß es mir gut tut. Ich sortiere noch immer und merke, nichts ist so wie vorher auf meiner Reise raus aus der co ab.

    Dir viel Erfolg

    Hallo Spedi,

    mh, ich habe menen Beitrag aus zwei Perspektiven heraus geschrieben. Diese zwei Perspektiven rechtfertigen sicher keine Verallgemeinerung, stimmt.

    meine Perstpektiven waren:
    - meine eigene als um 20 Jahre alt, als ich 1.) selber hoffte Künstler zu werden, Umgang hatte mit ebensolchen Leuten, deren geistige Bilder, Gedichte, wirkliche Bilder ich als Vergleich zu meinen sah; wenn ich genau hinsehe gab es dabei aber nur eine Person in meinem damaligen Umfeld, deren künstlerisches Wirken seinerzeit ich auf Alkohol zurückführen kann; insofern in der Tat eine geringe Erfahrungsmassen;
    2.) ziehe ich meine Meinung auch aus Biographien eines von mir früher bewunderten französischen Dichters des vorletzten Jahrhunderts.

    Spedi, danke, daß Du geschrieben hast, ich glaube das was ich geschrieben haben kann in einzelfällen zutreffend sein, z.B, in dem einen Fall den ich erlebt habe und über den ich gelesen habe. Wie das mit anderen Künstlern aussieht weiß ich nicht, will somit nicht verallgemeinern.

    LG
    Rhein

    alk (und andere drogen) dienen (vordergründig oder wirklich) dem (insbesondere jungen) künstler (in Experimentalphasen) als bewußtseinserweiterndes Instrument, um dadurch eingebungen, "bilder", vorstellungen zu erhalten, grenzen zu überschreiten, die sie ansonsten so nicht hätten, nicht überschreiten würden.

    junge künstler fühlen sich oft nicht verstanden, fühlen sich anders, müssen sich entscheiden zwischen dem leben eines künstlers (fragliche anerkennung von außen, fragliche soziale absicherung usw.) oder eines "normalen" lebens. gerade junge menschen suchen dabei den exess mit alkohol um dem druck von außen (eltern) zu entgehen. auch die versagensangst im eigenen schaffensprozeß führt zu alk konsum, später vielleicht auch die fehlende soziale asicherung, anerkennung.
    ich denke dabei eher an bildende künstler und dichter.

    - ich als partner bin zu verspießt und gönne ihm den alk nicht
    - ach, was kann er denn dafür, wenn er über seine probleme nicht reden kann;
    - der arme, kann keine gefühle zeigen (zumindest so wie ich sie verstehen würde...), armes ding, dann muß ich ihm noch mehr gefühle zeigen damit ers lernt
    - er kann sich seiner trinkenden freunde nicht erwehren, der arme, kann man ihm zumuten sein soziales umfeld in frage zu stellen?
    - ach, wenn er joint raucht und auch mal kokst, ist das wirklich so schlimm? ich bin wirklich zu spießig, so eine spaßbremse geht gar net
    - vielleicht gilt für ihn die regel der grundmengen alkohol nicht, vielleicht ist er wirklich NIC'HT abhängig;
    - ja der wein, mein partner ist einfach ein genießer und lebemann, ja, er weiß die guten seiten des lebens zu schätzen,
    - ja, er ist schon wieder zu spät zu einer verabredung, ja, der wird wieder mal der bus ausgefallen sein;
    - ja, es ist ja auch zu kalt draußen, da muß er schnell in die kneipe und 3,4 gläser wein kippen (och nee, macht mir gar nix aus..., nö, der qualm, nix, das gekippe, na, war doch kalt draußen und ja, is freitag, die arbeitswoche muß ja schrecklich gewesen sein, der ÄRMSTE

    ....ups...jetzt ging der Beitrag schon ab...also, Fortsetzung:
    ...und daher gibt es da noch Kontakt, wenn auch selten. Ich will das, was ich mittlerweile über Alk Probls und Co Abs weiß an meinem konkreten (Ex)Partner abgleichen, überprüfen. Ich gebe zu, letztlich checke ich damit auch, ob es noch irgendwo eine kleine Chance auf Fortsetzung der Partnerschaft gibt. Ich entferne mich immer mehr von ihm, ich weiß daß eine 'Fortsetzung der Partnerschaft nicht in Frage kommt, aber ich kann noch immer nicht zugeben, daß die gemeinsamen Träume hinweg, also zerplatzt sind und illusorisch waren und somit eine Trennung aussprechen.

    Und ja, ich will bei diesen Begegnungen mich auch beobachten, ob, wann, wie mein co Ab anspringt, wie mich sein Verhalten triggert, wie schnell ich mich abgrenzen kann. Das ist für mich auch eine emotionale Aufarbeitung, ein Teil der Entwöhnung von ihm, es müssen noch die letzten Illusions Luftballons oder Projektions Ballons zum platzen gebracht werden, und das geschieht dann, wenn ich sein Alk Verhalten mittlerweile klar erkenne - was ich damals eben nicht erkannt hatte. Wenn ich sein Alk Verhalten erkenne, dann untermauert daß meinen Weg dahin mich komplett von ihm zu trennen, ich scheue mich davor daß konsequent zu tun. Andererseits, wenn ich mir vorstelle, wenn ich mich jetzt und heute von ihm trennen würde und das auch klar sagen würde, dann würde das Stärke und Entschiedenheit bedeuten. Leider bin ich manchmal entscheidungsschwach. So ist das.

    Vielleicht will ich ihm ja mit den Treffen auch immer noch den Spiegel vorhalten, das würde weiterhin von meinem Co Ab zeugen.

    Letzten Samstag hatten wir uns auf sein Bitten getroffen, Spaziergang. Ums kurz zu machen: sein Verhalten könnte aus einem "Alk Probls Erkennungs Lehrbuch" stammen. Die Fakten liegen auf der Hand. Ich hatte das Treffen auch dazu genutzt zu versuchen Verletzungen aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Obwohl er bei dem Treffen zeigte, daß er nicht bereit ist aufzuhören zu trinken, er nur trinken würde wegen eines Problems auf der Arbeit (seit 2,5 Jahren...) und wenn das Problem nicht wäre würde er aufhören zu trinken, das 'Therapieangebot der Suchtberatung würde ihn nicht ansprechen, er würde kontrolliert trinken usw. usf, bla bla bla durchblicke ich ja. Und in diesen Momenten bleibe ich zwar ungläubig, weil ich das schlichtweg fast nicht glauben kann, wie man sich sowas vormachen kann, und wenn ich dann so ungläubig staune und seine Selbstbetrügereien begreife, dann entfernt er sich immer weiter mir oder ich von ihm und die Entscheidung sich zu trennen (was wir ja eigentlich faktisch schon sind da wir uns in den letzten 4,5 Monaten nur drei Mal gesehen haben), das auszusprechen, rückt immer näher.

    Muß das überhaupt ausgesprochen werden? Man kann sich auch trennen ohne es auszusprechen. #

    ja, ich brauche diese Treffen um mich selber zu bestätigen, das hast du auf den Punkt genau erkannt. Ich glaube, das wird nachlassen.
    Welchen teil meines Co Abs spricht das jetzt alles noch an? denn das letzte 'Treffen mit ihm beeinträchtigt meine Gefühlswelt noch immer. Ich will die Kontrolle zurückgewinnen, ich will ihm zeigen, daß ich mich von ihm distanzieren kann. Und ja, das ist vielleicht noch immer co ab.

    deshalb bin ich ja auch hier.

    vielen Dank nochmal für Dein Posting.
    Rhein

    Liebe Melanie,
    vielen Dank für Deine Wörter. Du siehst das genau richtig, genau an dem Punkt stehe ich zur Zeit: warum kann ich trotz meiner Erkenntnisse um sein Alk Prob, mein Co Ab, daß es mir nach vier Monaten des Abstand um einiges besser geht als vorher nicht den Kontakt komplett kappen? Bin ich so süchtig nach ihm?

    Ich glaube: ich bin sauer auf ihn und auch auf mich, ich fühle mich betrogen um eine gute Zeit und Partnerschaft die ich hätte haben können, hätte er kein Alk Prob bzw. hätte ich um mein Co Ab vorher gewußt ich diese Partnerschaft vielleicht nieht eingegangen wäre. Ich weiß, wir müssen Fehler machen im Leben um daraus zu lernen. Trotzdem bin ich sauer, weil mich das ganze zu einem Tiefpunkt gebracht hat, den ich vorher noch nie erlebt hatte, noch immer arbeite ich daran meine Batterie aufzufüllen, zu verstehen usw..

    Ich bin manchmal immer noch ungläubig, daß das alles passiert ist und bin immer noch auf dem Weg der Erkenntnis. Und