Beiträge von Rhein

    Hi Moonglow,

    Du schreibst: "ich habe ihm gesagt, dass ich mir große Sorgen um ihn mache wegen seinem Alkoholkonsum."
    yep, das kann man zwei, drei Mal sagen, dann sollte die Message angekommen sein. Sagt man es immer wieder und wieder bist Du co, der Alk Partner sonnt sich in Deinem Mitleid, kann er doch sein Selbstmitleid und seine "Hilflosigkeit" an Deinem Verhalten bestätigt sehen. Sein Alk Prob ist das Maß der Dinge. Weiß er was es für Dich für ein Problem ist daß sein Alk für Dich ein Problem ist?

    Wir haben unsere Alks alle geliebt, Deine Liebe zu Deinem Alk Partner ist in dem Sinne nichts herausragendes. Und erst recht rechtfertigt es nicht, daß es Dir wegen dieser großartigen Liebe schlecht geht, weil Liebe nicht unabsehbares, ständiges Leiden bedeutet. Meinst Du um so mehr Du leidest daß Du damit Deine Liebe besser spürst?

    Hallo RB,

    er trinkt weiter, weil er nicht aufhören will und/oder aufhören kann. Um aufzuhören braucht er nicht Deine Kraft sondern seinen ganz eigenen Entschluß dazu. Deine Kraft brauchst Du im Moment für Dich selber, damit Du wieder Deine eigene Mitte findest und spürst. Hättest Du jetzt wieder mehr Energie, würdest Du die dafür nutzen für Dich etwas zu tun oder würdest Du Deine Batterie an ihm sofort wieder entladen? Was wäre Dir damit gedient? Daß Du Dich weiter an ihn gebunden fühlst, gebraucht fühltst?
    Wenn Du schreibst "ich liebe ihn so sehr": was ist diese Liebe? ist es die Angst alleine zu sein?
    Wieviel Leid bist Du bereit noch zu ertragen? Dein Partner wird nicht untergehen wenn Du anfängst etwas Gutes für Dich zu tun. Gehe in die Therme, gönne Dir eine Massage, triff Freunde, und ja-lies ein Buch, mach etwas für Dich. Ob er noch ein paar Liter mehr trinkt oder nicht, was solls.

    Hallo Linie,
    das hört sich nach einer guten Entwicklung bei Dir an. Gut, daß Du Dich abgrenzen konntest, mit klaren Taten und Worten. Zu sehen, daß man diese Kraft hat, gibt Zuversicht für Momente, wenn Deine Mutter wieder Ansprüche bei Dir anmelden sollte. Du hast es jetzt geschafft und wirst es wieder schaffen das zu tun was DIR gut tut.
    Rhein

    wie gings bei mir die letzten Wochen weiter?

    Treffen bei ihm vor so um sechs Wochen, gucken wie es dem anderen so geht, wie man so fühlt, ohne jeweilige Absichten mit dem anderen abzurechnen usw. .

    Ich fühlte mich wohl in seiner Wohnung, er sah äußerlich gesund aus, also nichts besonderes.

    Durch dieses Forum und Beschäftigung mit dem Thema Alks und Co Abs war ich auf das dann folgende Gespräch vorbereitet.

    Es folgte eine Vorhaltung seinerseits, daß ich ihm vor Wochen durch eine bestimmte Bemerkung zu seinem Alk Problem und meiner Co Ab seinen Kurzurlaub versaut hätte.
    Dazu habe ich mich hervorragend abgegrenzt, daß es mir mit der fraglichen Bemerkung nicht um ihn gegangen wäre sondern ausschließlich um mich weil es mir darum geht, daß es mir gut geht und die fragliche Bemerkung als Mittel zu diesem Zweck genau richtig war. Daß ich mich so gut abgrenzen konnte und mir nicht für etwas die Schuld habe zuschieben lassen war eine supi Erfahrung.

    Danach erzählte er, wie unzufrieden er sei usw.; darauf sprang ich dann leider an und schlüpfte automatisch irgendwie in die Rolle eines Therapeuten (zumindest so wie ich mir das vorstelle). Ich erkannte dies dann in dem Moment auch, brauchte aber ca. drei Minuten um aus dieser Rolle wieder auszusteigen. Positiv sehe ich daran, daß ich erkannt habe, daß ich in diese Rolle reinschlüpfte und die Rolle mit etwas Verzögerung auch wieder verlassen konnte.

    Dann kamen von ihm aus eigenem Antrieb Gründe die er äußerte, die im Wege stünden, daß er einen Alkoholentzug machen könnte (Info wäre dann auf Versichertenkarte, evtl. später Probleme mit dem Arbeitsamt). Dank des Forums konnte ich erkennen, daß es sich hier um reine Vorwände handelte, mit denen er sich etwas vormacht um nicht vom Alkohol lassen zu müssen. Es geht ihm eben noch nicht schlecht genug.

    Schließlich sagte ich, daß zum Schluß unserer Zeit ich angefangen hätte seinen Alkoholkonsum zu beobachten und daß ich merkte, daß dies ein Co Ab Zeichen war und für mich das Anfang vom Ende der Beziehung darstellte - wobei wir ja bis heute noch nicht "offiziell" getrennt sind. Darauf reagierte er ungewohnt heftig und sagte er ließe sich in einer Beziehung nicht beobachten, wenn ich ihn beobachten würde sei die BZ beendet. Das nahm er ein paar Min später zurück und ich ging.

    Bei dem oben beschrieben kam ich noch zu dem Schluß: er hatte sich an zwei Punkten (verdorbener kurzurlaub sowie nicht beobachten lassen zwar jedes Mal aufgeregt ist aber nie zu dem eigentlichen Punkt, nämlich Alkohol durchgedrungen. Und ich war nunmehr aufgeklärt genug ihn nicht extra darauf hinweisen zu müssen, daß das eigentlich Problem bei beiden Punkten sein Alkoholproblem ist).

    Eine Woche danach schrieb ich ihm eine SMS, da wir verabredet hatten mal was an frischer Luft zu machen. Seine Antwort war unsachlich mit unverbindlicher Verabschiedung. Danach habe ich mit ihm keinen Kontakt mehr aufgenommen, was manchmal schwerfiel aber richtig war (konsequent sein). Gestern kam eine SMS von ihm, spät am Abend, unsachliches Zeug, etwas zynisch und leicht abwertend. Meiner Meinung nach war er bei Absendung der SMS betrunken. Das einzige was ich aus der SMS mitnehme ist, daß er mit mir Kontakt aufgenommen hat, daß der Inhalt mich aber nicht betrifft und ich somit auf die SMS nicht reagieren werde. In der Vergangenheit hatte er im Nachgang an solche SMS am nächsten Tag eine 'EntschuldigungsSMS geschickt. Pffffh, das waren dann nur noch leere Entschuldigungen ohne jegliche Erklärungen. Wenn er jetzt eine Entschuldigungs SMS hinterherschickt, erst dann würde ich reagieren, und zwar"Eine Entschuldigung interessiert mich nicht, wenn Du magst kannst Du Dein Verhalten aber mal erklären". Ich spürte wie gut es war, daß ich auf seine unsachlicheh SMS von vor Wochen bis zu nunmehrigen SMS nicht reagiert hatte. Heute kam eine SMS ob wir uns am WE treffen könnten.


    Ich weiß, als CO AB soll man ja nicht so über den Partner schreiben sondern über sich, aber ich möchte schildern, wie ich mittlerweile auf sein Verhalten reagiere und daß ich in meinem Verhalten erkenne, daß ich dabei bin - so meine ich -aus meinem Co Ab Verhalten ihm gegenüber auszusteigen.

    Ich lasse ihn sein Leben leben, er muß gucken was ihm gut tut, es interessiert mich nicht wirklich, ich habe noch Gefühle für ihn, gucke mir diese an, freue mich, daß es mir jetzt vier Monate nach meinem Tiefpunkt viel besser geht und ich dies nicht mehr aufs Spiel zu setzen beabsichtige, für irgendeine Illusion, daß es mit ihm wieder gutginge, solange er keinen Entzug und keine Therapie gemacht hat.

    Und ich bin happy, daß ich sein Verhalten und seine Muster dank des Forums und eurer eigenen ErfahrungsBerichte besser erkennen und einschätzen kann.

    Ich habe jetzt zwar viel über ihn geschrieben, aber das ist eigentlich nur das, was die letzten sechs oder so Wochen passiert ist zwischen ihm und mir, und das ist ja nicht viel aber dennoch für mich wichtig hier zu schreiben.

    Mir gehts derzeit so gut wie seit dem Punkt nicht mehr, an dem es mit mir in der Beziehung bergab ging. Der Integrative Tanztherapiekurs ist vorbei, hat mir supi gut getan und werde ich fortsetzen wenn er wieder angeboten wird. Auch war ich kürzlich auf einem Meditationswochenende, war auch supi, da konnte ich auch üben mich abzugrenzen von vom was andere in mich reinprojezieren sowie konnte ich einem anderen Teilnehmer klar sagen, daß mich sein Verhalten in einem Punkt störte. Er hat sich hinterher bedankt, daß ich ihm das so klar gesagt hätte, daß er sich auch wünschen würde sich so klar positionieren zu können.

    Rhein

    mh.
    Sternchen, ich wünsch Dir, daß es Dir gut gehen wird, wenn er aus der Therapie zurückgekommen sein wird und er, wenn alles glatt geht, trocken sein wird.

    Es kommt mir so vor, als wärst Du leicht euphorisch über den Weg, den ER eingeschlagen hat; Dadurch schöpfst Du Hoffnung für den weiteren Verlauf der Beziehung und daß dieser weitere Verlauf Dich nicht in Dein Co Ab Muster zurückverfallen lassen wird. Ich wünsche, Dir daß es gut wird.

    Ich kenne Deine Vorgeschichte nicht. Du schreibst, Du bist stolz, daß Du den Glauben (an wen oder was eigentlich?) nicht verloren hast. Ich verstehe das so, daß Du als Co Ab NICHT zu Deinem persönlichen Tiefpunkt gekommen bist, an dem Du gar nicht mehr anders konntest, als auf jeden Glauben, daß sich Dein Partner, die Beziehung ändert, zu pfeifen.

    Ich bin froh, daß ich als ich meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht hatte meinen Glauben an eine Änderunge meines Partners und der Beziehung VERLOREN haben. Das war für mich heilsam, weil der Glaube war eine ILLUSION. Hier muß jeder selber sehen wo er steht.

    In Deiner Antwort an Speranza setzt Du irgendwie "Beziehung als nicht lebenswert empfinden" und "an nicht an eine Beziehung glauben" gleich. Daß war für mich als Co Ab eine Zeitlang ein Problem: die Beziehung war nicht mehr lebenswert und ich habe dennoch an die Beziehung geglaubt. Das war nicht gesund.Warum soll ich an eine Beziehung glauben wenn sie nicht lebenswert ist? Warum?

    Also, toi toi toi, schreib doch mal wieder wie es so läuft wenn er aus der Therapie wieder zurück ist.

    Hi BW,

    ich finde Dein Verhalten auf ihn, so wie Du es in Deinem letzten Beitrag schildert, richtig gut. Du grenzt Dich ab, übernimmst keine Verantwortung für sein Alk handeln, deckelst nichts.

    Scheint, als würde er Dir zu diesem Verhalten keine keine Vorhaltungen/Schuldzuweisungen machen, nicht versuchen Dich zu manipulieren doch zu machen was er will, nicht Deinen Wunden Punkt zu treffen.

    Ich glaube, Du kannst Dich jetzt so verhalten wie Du es geschildert hast, weil Du achtsamer bist, DIR gegenüber, weil Du die Mechanismen eines Alks besser durchschaust. Ich denke, daß Du Dich so gut abgrenzen kannst ist ein großer Schritt auf einem richtigen Weg. Was nebenbei für ihn dabei an Erkenntnis in seiner eigenen Sache sowie in Sachen eurer Beziehung rausspringt wird zu beobachten sein. Weiter viel Erfolg!

    hallo anima,

    mir wurde mit meinem letzten Partner, bei dem ich mein Co Ab feststellte, auch so, daß ich erkannte, daß die Partner vorher auch Alk Probleme hatten. Da ich jetzt gelernt habe, daß mir das gar nicht gut tut will ich auch keinen Alk Partner mehr.

    Für mich denke ich, daß ich meine Wahrnehmung schulen muß. Es gibt Momente mit einem (neuen) Partner wo man merkt, daß da was nicht stimmt, ein komisches Gefühl das ich dann kriege, ein Gedanke daß da einfach was nicht stimmt. Was aber nicht stimmt erkenne ich dann nicht wirklich, es ist nur das Gefühl, man macht ja auch die Augen zu und denkt, ach jeder hat doch seine 'Fehler.

    Aber da ich jetzt um meine Co Ab weiß und mich mit dem Verhaltensmuster von Alks auseinandergesetzt habe kann ich achtsamer sein und kann eher verstehen, daß wenn ich merke, es stimmt etwas nicht, dann kann ich das Gefühl hoffentlich eher und besser einem evtl. Alk Problem des Partners zuordnen und schneller die richtigen Rückschlüsse ziehen.

    Ich halte es für ausgeschlossen, daß man oder ich soweit kommen werde, von Beginn an zu wissen, daß mein Partner KEIN Alk Prob hat. Dafür haben Alks mitunter genug Tricks das zu vertuschen. Aber ich will es eben früher erkennen.

    Ich werde beim nächsten Mal z.B. von Beginn an den Alkoholkonsum eines neuen Partners kritischer sehen (ohne ihn hoffentlich krampfhaft zu beobachten) und auch seine Reaktionen im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum.

    Es steht uns aber auch frei, um noch mehr auf Nr. sicher zu gehen, einem künftigen Partner von vorneherein zu sagen: Ich nehme Dich nur wenn Du KEINEN Alkohol trinkst.
    Das ist dann extrem, wäre aber zielführender keinen Alk Partner zu haben. Nur kriegt man so widerum vielleicht überhaupt kaum einen Partner weil es ja Gott sei Dank auch genug Leute gibt die kein Prob mit Alkohol haben aber dennoch Alkohol trinken.

    Du wirst nicht rausfinden wie man einen nicht suchtkranken Partner findet sondern Du kannst lernen möglichst bald bei dem neuen Partner herausfinden ob er ein Sucht Problem hat.

    Guck mal beim Thread von auroa nach, ich glaube sie hat es geschafft einen Partner ohne Alk Probl zu finden und mit ihm glücklich zu sein :)

    Hallo LM,

    das hört sich nicht schlecht an , was Du schreibst, wie es Dir geht, was Du gemacht hast. Ich denke Abstand herstellen war dabei wichtig. Du konntest mit dem Abstand Deinen Blick etwas schulen um die Dinge besser zu sehen wie sie (annähernd wirklich!?) sind.

    es scheint, daß die Einschätzung zu Deiner Beziehung mit ihm - Fernbeziehung, Affaire, unabhängig - nichts damit zu tun hat ob man Co Ab ist und entsprechend reagiert oder nicht. Du warst nicht so stark wie Du dachtest und das ist ok, denn jetzt bist Du stark und kümmerst Dich um Dich.

    viel kraft die nächsten Tage

    Hallo Schwindelfrei,

    Du scheinst an einem wichtigen Punkt angekommen zu sein.

    Auch wenn es schmerzt, das alles. Was ich gut finde bei Dir, das ist, daß Du Deine Gefühle erkennst und in Worte fassen kannst, daß Du Stellung beziehst zu dem was Dir gefällt und nicht gefällt, was Du willst und nichth willst. Das zu spüren und dem Worte zu geben war für mich als Co Ab ein wichtiger Schritt.
    Daher denke ich, daß die Idee den Faden auszudrucken und für Momente, in denen Du Dich evtl. nach Deinem (Ex?)Partner sehnst und das Geschehene verdrängst und denkst, es würde alles wieder gut, parat zu halten gut ist.

    Deine körperliche Reaktion, die Du schilderst, ist ja nicht ohne. kann das ein Zeichen von Entspannung ODER - als Ausdruck einer Art Schock über das Erlebte und das Du jetzt dazu die Augen geöffnet bekommen hast - ODER - weil Dir Dein Stoff, nämlich Dein (Ex?)Partner im Moment nicht mehr zur Verfügung steht ODER auch weil Du Deiner Illusionen beraubt bist und das weh tut? Von allem etwas?

    Nimm doch heute abend ganz pragmatisch ein Beruhigungsbad (soweit Wanne vorhanden), Wärmflasche ins Bett, versuchen ein Buch zu lesen, Tee trinken, runterkommen.

    Den Wunsch nach Abschluß kann ich verstehen. Ich glaube wenn Du das jetzt machen würdest würde es vielleicht eher dramatisch werden. Für so ein Abschiedsgespräch, wenn es sachlich zugehen soll, willst Du evtl. noch etwas Zeit vertreichen lassen?
    Im Moment willst Du Dich vielleicht erstmal vor allem um DICH kümmern? und wenn Du mit ihm sprechen willst, willst Du dann über ihn reden oder über DICH?

    Ja, wir alle haben unsere Alkis geliebt, tun es hier und da immer noch. Wenn Liebe blind macht...

    überleg, ob es wirklich notwendig ist heute und die nächsten Tage mit ihm Kontakt aufzunehmen, auch wenn er Dinge hat, die Dir sehr wichtig sind. Meinst Du er würde diese Dinge aus Rache wegschmeißen? willlst Du ihn kontaktieren um zu zeigen Du bist noch da und verdienst Beachtung? vielleicht willst Du die nächsten erstmal ganz bei DIR bleiben?

    Du schreibst, Du fürchtest daß er weiter säuft und sich gar nicht mehr bei Dir meldet.
    Mh, laß ihn doch saufen, wenn es das ist was er will soll er das doch tun, Du wirst ihn nicht daran hindern können, Du mußt ihn nicht mehr zurechtweisen, er ist fort. Solltest Du ihn die nächste Zeit nicht mehr sehen wird das immer wieder weh tun, Entwöhnung ist schmerzhaft, aber es wird Dir mit der Zeit immer ein kleines Stückchen besser gehen.

    das wird schon!

    Hallo Spedi,

    nein, das sehe ich eben anders (als Co Ab, nicht als Alk der ich nicht bin): nicht mehr saufen zu wollen ist keine Garantie trocken zu werden.

    Klar, Alkohol zu trinken hat etwas mit Willen zu tun, wie auch immer dieser Wille noch frei bestimmt seint mag. Aber ein Wille führt andersherum nicht notwenigerweise zur Trockenheit.

    Die "trockene" Entscheidung zu trinken ist die eine trockenen Alkoholikers, ok. Aber der Wille nach Trockenheit zu trinken, was für ein Wille kann das sein? der Wunsch sich zu Tode zu saufen? sich zu zerstören? der Wunsch ein Glas Wein zu genießen und den Rest in Kauf zu nehmen?

    Ja, wie Du schreibst, jeder KANN es schaffen wenn er will. Mir ging es darum, daß Wille nicht notwendiger Weise Garantie für den Erfolg zum Trocken sein ist.

    Grüßle
    Rhein

    Hallo Marco,

    Bewegung/joggen/Sport halte ich auch für eine gute Idee.

    Man muß seine Freizeit nicht in jedem Moment ausgefüllt und sinnvoll verbringen. Es ist ok, wenn man den Abend vor dem dem TV rumdaddelt, früh ins Bett geht. Zwischendurch Achtsamkeit, nach innen spüren, im Hier und Jetzt sein. Ich nehme an Du hast keinen Alkohol in der Wohnung, wenn nicht solltest Du ihn entfernen. Hat man euch bei der Entziehungskur keine Tips gegeben, gerade für die Zeit der nächsten Wochenenden?

    Hallo Lawyer,

    Du schreibst, "wenn er das wirklich will (mit dem Trinken aufhören) wird er das auch schaffen".

    Das sehe ich nicht so. Der Wille ist Voraussetzung aber keine Garantie. Alkoholismus ist eine Krankheit. Was ist wenn er es will aber trotzdem nicht schafft? Ist er dann Schuld? war sein Wille nicht groß genug?

    Hallo Aurora,

    ich freue mich, daß Du es geschafft hast aus der alten Beziehung auszusteigen und Dir etwas Neues aufzubauen. Daß Du den EX besoffen am Telefon erlebt hast zeigt, wie richtig Deine Entscheidung war. Es wird einen sicher dennoch nie ganz kalt lassen, wenn ein Mitmensch und auch der Ex nach wie vor vom Alk nicht loskommt, aber Du hast damit sogut wie nichts mehr zu tun, außer daß Du es wahrnimmst und dies irgendwo doch noch ein Gefühl hinterläßt Du bist für sein Alkoholproblem und sein Leben nicht verantwortlich. Hauptsache er war nicht zu besoffen um die Kontodaten richtig aufzuschreiben und hoffentlich überweist er das Geld demnächst.

    Von der Peer Gynt Aufführung wurde überregional berichtet, muß wirklich gut gewesen sein.

    Hallo LM,

    ich war bei einer Beratungsstelle der Caritas/Diakonie. Dachte erst, wieso kirchliche Einrichtungen, hatte einen kleinen Vorbehalt, war aber unnötig.
    vielleicht suchst Du eine Stelle in Deiner Stadt soweit da nicht jeder jeden kennt, ansonsten in der nächstgrößeren Nachbarstadt. Bei mir hatten die so einen Tag der offenen Sprechstunde ("dropp in"), da konnte jeder hinkommen und es war eine offene Sprechstunde speziell für Angehörige von Alkoholikern - fand ich gut. D.h. da brauchte ich keinen extra Termin. Anschließend hatte ich dort dann noch zwei Besprechungen mit Termin.

    - ja, mir sagte man auch immer: Du wirkst nach außen so stark. das sagte insbesondere mein (Ex?) Partner. Ich konnte ihm in der Zeit scheinbar gar nicht begreiflich machen, daß auch Leute außer ihm auch Probleme haben. Du warst bisher ja auch stark und hast das alles ausgehalten (auch das, von dem Deine Mutter keine Ahnung hat), aber jetzt bist Du nicht mehr stark genug und das ist ja auch völlig o.k. und normal. Irgendwann hat man einfach genug und man will und kann nicht mehr.

    - zum Löschen aus den sozialen Netzwerken und telefonnummern würde ich auch, so wie es Speranza vorschlug, ihm klar mitteilen, daß Du von ihm (ggfls. derzeit und zunächst für einen bestimmten Zeitraum, z.B. zwei Wochen) NICHT kontaktiert werden möchtest, nix, niente, nada Kontakt und das DU DICH dann anschließend wieder meldest. In der Zwischenzeit tust Du erstmal Gutes für Dich selber (Sauna, schlafen, nett essen, Freunde treffen, spazierengehen). Wenn Du ihn anfängst zu vermissen oder wenn er beginnt Dir leid zu tun, dann denk daran, was Du dich dazu bewegt hat die letzten Zwei Posting zu verfassen.

    Hallo Aurora,
    herzlich willkommen hier im Forum. Du wirst sehen Du bist nicht die Einzige, die/der sich zerreibt in einer Partnerschaft mit einem Alk Ab und in dieser Partnerschaft mit dem Alk Ab selber kaputt geht. Nachdem es Jahrelang ging gehts jetzt scheinbar immer schwerer für Dich. Dein Arzt sagt Deine Seele sei krank. Vielleicht bist Du jetzt allmählich an einem Punkt angekommen, an dem Du tasächlich an Deine Grenzen der Belastbarkeit im Zusammenhang mit dem Alk Prob Deines Partners gekommen bist, vielleicht näherst Du Dich Deinem Leidenstiefpunkt.

    Du wirst hier im Forum Berichte von vielen anderen Leidensgenossen und genossinnen lesen, in denen Du dies und das aus Deinem eigenen Erleben wiedererkennen wirst, dadurch wirst Du die eine oder andere neue Perspektive auch auf Deine derzeitigen Probleme mit deinem Partner, der Alk Ab ist, erlangen.

    Bei den Gedanken, Hoffnungen, Träumen von der Zukunft: hat ja hoffentlich jeder irgendwie, so auf seine und ihre ganz eigene Art und Weise. Mir hat geholfen mir anzusehen, ob ich mir meine Zukunft wirklich mit meinem Partner vorstellen konnte, mit dieser konkreten Person, kann ich mit ihm so wie es jetzt läuft wirklich in 2,5,10 Jahren glücklich sein ODER projeziere ich meine Träume lediglich auf ihn, weil er als Partner einfach gerade da ist und für meine Wünsche als Projektionsfläche herhalten muß obwohl die Beziehung u.a. aufgrund seines Alkoholproblems schon länger alles andere ist als partnerschaftlich, kommunikativ, aktiv, suchtfrei.

    Als ich mir ehrlich eingestehen mußte, daß ich mir eine weitere Zukunft mit meinem Partner u.a. aufgrund seines Alkoholproblems und meines Leidens dadurch nicht vorstellen konnte und ich nicht erkennen konnte, daß konsequent an seinem Suchtproblem gearbeitet hat, und ich nicht weiter blind und naiv einer Illusion hinterherhinken wollte, da merkte ich es war gut sich von dieser Illusion zu befreien und mich zu bemühen zu erkennen, was wirklich möglich ist.

    Was ist Illusion bei Dir, was ist wirklich möglich? für Dich? mit Deinem Partner? wie möchtest Du leben? wie lange kannst Du gesund so weiterleben wie Du es jetzt tust?

    Alles Gute für die nächste Zeit

    Hallo Schwindelfrei,

    Du hast öfter geschrieben, daß Du derzeit kein ausreichendes Selbstwertgefühl/Selbstsicherheit hättest, was Deiner Schilderung nach in den Auseinandersetzungen mit Deinem Partner dazu führt, daß Du Dich nicht erwehrst weil Du in den Momenten tatsächlich glaubst, die Abwertungen und Erniedrigungen zurecht verdient zu haben.

    Mein Gedanke: ich könnte mir vorstellen, daß Du dadurch derzeit auch nicht "in Deiner Mitte" bist, das Geist und Körper keine rechte Einheit bilden, Du zerrissen bist, Du keinen richtigen, schönen Schattenwurf von Dir hast. Wenn dem so ist - und so wars bei mir - wärs vielleicht erstmal ein praktischer Schritt etwas für DEIN körperliches Wohlbefinden zu tun, in eine Therma zu gehen und DIR dabei auch eine Massage zu gönnen, vielleicht ein Friseurbesuch oder auch mal sog. "therapeutisches" Tanzen auszuprobieren. Mache ich derzeit und es hat mir zusätzlich geholfen, wieder besseres Körpergefühl herzustellen, mit meinem Körper besser zu kommunizieren und ihn besser zu verstehen, auch zu verstehen wie Geist und Körper zusammengehören, zu spüren wie sich Dein Körper anfühlen kann wenn er sich gut anfühlt um dann zu wissen, wie er sich in Co Ab Situationen schlecht anfühlt damit man die Co Ab Momente dadurch besser erkennt.
    Zur Ruhe kommen, durchatmen, SICH spüren, unverkrampft sein ohne Schuldgefühle wenn man nicht schuldig ist, Abstand halten. So wie Du eure Wohnsituation schilderst stell ich mir das kompliziert vor, ich hatte mit meinem (Ex?)Partner nicht zusammengewohnt, daher kann ich zum Zusammenwohnen mit einem Alk nichts sagen.

    Hallo Mineralo,

    zunächst mal angenehm, daß hier noch ein weiterer Mann, der Co Ab Schiene fährt, sich hier äußert, fürchtete schon ich sei der Einzige unserer Spezies.

    Zur Sache:
    Ich glaube, daß ein Therapeut in den von Dir geschilderten BeratungsZusammenhängen weiß, wie er mit Patienten,die wegen Alk Problemen zu ihm kommen, umgehen muß, was er Ihnen glauben kann und was nicht. Alles was er sagt und macht, im Gespräch mit Deiner Frau, wird er - und davon muß man ausgehen - gezielt machen.

    Ob er das, was Deine Frau Dir gesagt hat, stimmt oder nicht was der Therapeut gesagt hätte, ist dabei fast schon nebensächlich.

    Die Therapie Deiner Frau ist im Moment ausschließlich ihre Sache, ihr Freiraum oder was auch immer sie daraus macht.

    Hallo LM,

    im Moment scheinst Du nicht unter Deiner Co Ab - falls Du Dich so siehst - zu leiden. Das ist gut und freut mich, wenn es so sein sollte. Vielleicht ist es aber nicht ganz so, und daher schreibst Du hier.

    Ich hatte mal beruflich eine Situation in der ich von mir aus auch auf das Karussell Bild kam und mir sagte, daß sich das Karussell immer schneller drehen würde bis ich irgendwann rausflliege (=Burnout). Ich fand das Bild damals alamierend und war dankbar, daß sich mir das 'Bild so in meiner Situation erschloß.

    In einem Karussell zu sitzen, daß Runde um Runde fährt, ohne daß man aussteigt, zwischendurch was anderes macht usw. ist vielleicht nicht wirklich gut. Ich sehe darin keinen Vorteil, auch weil man ein Karussell nicht selber steuern kann. Aber wie Du schreibst bist Du vielleicht noch nicht genug Runden gefahren um entweder selber auszusteigen oder rauszufliegen. Dir scheint der Zustand noch hinreichend erträglich zu sein, deshalb muß der Zustand aber nicht gut für Dich sein.

    Mein (Ex?)Partner erzählte mir auch von zwei Terminen bei einer Alk Beratungsstelle, die er wahrgenommen hätte. Das will ich ihm auch glauben. Weiternachgefragt habe ich nicht, weil es sein Ding ist. Gefreut habe ich mich darüber nicht. Es war mir fast egal, leider. Erst wenn er nicht mehr trinkt wird er für mich als Partner wieder interessant, alles auf dem Weg dahin ist seine eigene Reise, mit der ich nichts zu tun haben will. Einerseits läßt er mich derzeit nicht an seinem Leben teilhaben und ich kriege daher nichts mit was da genau passiert, andererseits bin ich noch nicht stark genug, nicht weiter Co Ab ihm Verhältnis zu ihm zu agieren.

    Mein (Ex?) Partner und ich hatten wie Du und Dein Partner auch in zwei verschiedenen Städten gewohnt und uns auch so in dem Abstand wie ihr uns getroffen. Dieser Abstand bewahrt einen aber nicht Co Ab zu sein und zu reagieren, so meine Feststellung. Wenn Du aber schreibst, daß er nur eine Rolle am Rande in Deinem Leben spielt, dann versteheh ich das so, daß Dich das nicht sehr betrifft, auch wenn Du ihn magst. Warum kümmert Dich das dann so, wenn er keine große Rolle in Deinem Leben spielt?

    Versuchen sich nicht jeden Tag damit zu beschäftigen, was er tut oder auch nicht tut . wie Du schreibst, ist im Kleinen für mich Co Ab Verhalten. Denn wenn er Dein Partner ist dann ist es normal sich damit zu beschäfitgen was der Partner tut oder nicht, so finde ich, und wenn man das nur aus dem Grund nicht macht, weil der Partner Alk bedingt etwas tut oder nicht tut, was einem als Partner nicht gut tut und man sich deshalb mit dem Alk Partner und seinem Alltag nicht beschäftigt, dann ist dieses Dein Verhalten evtl. abhängig vom Alk Partner und dessen Alk Problem und da fängst für mich im Kleinen bereits an.

    das sind nur meine Gedanken dazu, aus meinem persönlichen Erfahrungs"schatz" gezogen.