Beiträge von Rhein

    Liebe Speranza,

    ich glaube, Du bist auf gutem Wege, das freut mich sehr. Auch daß Du doch recht gefestigt auf die Vergangenheit schauen kannst und, so empfinde ich es auch in Deiner Reaktion auf meinen Beitrag, dies auch wenn Du mal traurig bist. Ich finde Deine Gedanke klar und logisch, ich glaube Du bist Dir vieles deutlich bewußt, was Deine Co AB zu Deinen Ex betrifft - das freut mich für Dich!

    Hallo Speranza,

    viel Erfolg mit Deinem HausProjekt, da kannst Du Deiner Kreativität vollen Lauf lassen.

    Ja, das zwischenzeitlich traurig sein gehört dann mit dazu und ist nicht nicht wirklich angenehm. Wenn ich solche Momente aber als gesund und vom Kopf und Körper als natürlich Reaktion gefordert sehe fällts mir leichter. In diesen traurigen Momenten, die dann ja auch auf den Alk Ab Partner mit reflektieren - ich nehme mal an, das war bei Dir gestern auch so - fragt man sich wieder, ob doch so alles richtig war, ob man sich genug angestrengt hat, ob es nicht doch noch eine Chance gab - ich zumindest frage mich das dann, gebe mir wieder etwas die Schuld und "triggere" mich selber wieder ins Co Ab. Von Mal zu Mal wird meine Traurigkeit aber irgendwie klarer und "natürlicher", gesunder, wenn ich an die verlorene Beziehung denke. Vielleicht gehts Dir auch so. Auch wenn Du schreibst, daß Du die Entscheidung für goldrichtig hältst, Dich getrennt zu haben. Du hast die Entscheidung aber, also Du diesen Satz geschrieben hast, erneut geprüft, so denke ich, und Dich damit wieder für DICH entschieden.

    Du schreibst, daß die Sucht Deines Partners stärker war als eure Beziehung. Mein erstes Gefühl zu diesem Satz war, daß ich diese beiden Punkten nicht in Relation zueinander setzen würde. Warum sollte man das auch? Wenn die Sucht eine Krankheit ist dann ist Dein Ex krank. Kann man schreiben, daß eine Krebskrankheit eines Partners stärker war als eine Beziehung?
    Die Krankheit ist stärker als es der Kranke oder der Gesunde ertragen kann. Das hat dann aber mit dem Einzelnen was zu tun (ohne Schuld) und nicht mit der Beziehung, weil eine Beziehung kann eine Krankheit nicht heilen. mh, macht das irgendwie Sinn?

    Wenn ich so an die letzten Wochen meiner Beziehung zurückdenke, dann war die Beziehung nicht mehr stark. Nur ich war stark im Ertragen meines eigenen Leids, das ich mir als Co Ab ständig zugefügt hatte. Als ich dann selber wieder stärker wurde und ich wieder für mich etwas tag, da wurde klar, daß die Beziehung nicht so lief, wie ich sie mir wünschte. Die starke Beziehung war zum Schluß nur noch ein Illusion. Und Illusionen sind gefährlich für mich, habe ich gelernt. Man kann Illlusionen, auch über Beziehungen, "zurückbauen" , mir viel Arbeit, und zur Realität zurückkehren versuchen, gucken was in einer Beziehung mit dem Partner wirklich möglich ist und was nicht, und das, so denke ich, schaffen wir Co Abs nicht immer wirklich.

    Alles Gute zum Einzug!!

    Hallo Schwarzeblume,

    ganz herzliches Willkommen hier im Forum, schön, daß 'Du den Schritt hierher gemacht hast. Du wirst viel hilfreiche Beiträge finden.

    Ich wohne in derselben Stadt wie Du und war vor drei Monaten, als ich als Co Ab Partner eines Alk Ab am Ende war zu der Suchtberatung der Caritas und Diakonie in P´Dorf gegangen (ich glaube man soll hier weiter keine konkreten Angaben) und hatte dort drei Termine zu Gesprächen, hat mir sehr geholfen und kann ich nur empfehlen, auch gerade diese Einrichtung in Deinem Ort.

    Denk dran was Dir gut tut und was Du willst, was Du zum Glücklich sein brauchst, jetzt heute und hier und nicht in zehn Jahren.

    Hallo LM,

    mir ging es vor ein paar Wocnen so oder ähnlich. Ich habe Deinen Thread bis Seite 19 zurückverfolgt.

    Ich denke Grazia hat recht, daß Du deinem Tiefpunkt näher kommst, ihn aber noch nicht erreicht hast. Es geht Dir noch nicht schlecht genug, als daß Du etwas entscheidend ändern würdest.

    So wie Du es beschreibst befindest Du Dich einer Art Spirale, die Abläufe und Gefühle wiederholen sich immer wieder; auch aus Deinen Schilderungen auf den vorherigen Seiten kann man entnehmen, daß Deine Zwiegespaltenheit, Dein Gefühl von Liebe für ihn und das Gefühl, daß Dir die Beziehung nicht gut tun, Dich immer wieder zu zerreißen droht. Diese Spirale, das ohnmachtvolle fortwährende Wiedererleben in dieser Spirale könnte zu einer Art Beziehungs Burn Out führen, zu Deinem Tiefpunkt. Ob man den vorher abwenden kann und ob es nicht soweit kommen muß weiß ich nicht.

    ich an Deiner Stelle würde jetzt zu einer Beratungsstelle für Alkoholabhängige gehen, die beraten auch Partner von Alkoholabhängigen. Ich war als es mir supi schlecht ging dort und habe drei Gesprächstermine bei der Caritas gehabt und das hat mir SEHR geholfen.

    Vielleicht auch was für Dich?

    Liebes Marielchen,

    wie gehts Dir? hat sich etwas getan?

    Die von Dir geschilderte Selbstaussage Deines Partners "er habe schon einen entzug inkl. therapie hinter sich" fand ich beachtlich. Er hat zu Anfang mit offenen Karten gespielt, das finde ich zunächst mal was anderes, da weiß man was man hat - denkt man.

    Weißt Du noch, was Du in dem Moment gefühlt, gedacht hast, als er Dir das sagte, wie das nachgewirkt hat? hat ihn das eher interessanter gemacht oder hat Dich das eher verunsichert oder wars Dir egal? hattest Du vorher schon Partnererfahrungen mit Alkoholkranken?

    Wenn Du ihm die Chance gibst, wie willst Du ihn dabei eigentlich auf Abstand halten, wenn er wieder bei euch wohnen wird? Ich kann mir das für mich nicht vorstellen, mit jemandem Zusammenzuleben, der ein Alkoholproblem hat und hier Abstand herzustellen.

    Hast Du für Dich definiert was Du als "Chance verwirkt" betrachtest und hast Du ihm das eindeutig mitgeteilt? hast Du Vorbereitungen getroffen wie Du handeln wirst wenn er die Chance vertan hat?

    Warst Du mal bei einer Alkoholberatungsstelle? Die beraten auch für Co Ab bzw. Partner von Alkoholkranken, ich war mal bei der Caritas.

    Du mußt das tun, was Dir gut tut und was für Deine Kinder gut ist. Und gut ist das, was jetzt passiert und nicht, was mich sich als Illusion mit dem Partner für die Zukunft ausmalt.

    Gruß

    Hallo,

    was heißt eigentlich EKA?

    Herzlichen Glückwunsch, daß es Du Dein Leben zufriedener lebst als vorher und daß Du das auch als persönlichen Erfolg Deiner Bemühungen sehen kannst, daß Du Dir Hilfe gesucht hast und mit der Hilfe zusammen etwas für Dich getan hast.

    Es liegt ja nahe, daß Co Charakter von irgendwo herkommt. Wo es bei mir herkommt habe ich mir noch wenig Gedanken drüber gemacht, die Herkunftsfamilie liegt natürlich nahe. Mir fehlt aber noch Verständnis dafür, welche Art von Erlebnissen Co Charakter begünstigen.

    so wirklichen körperlichen Ausdruck im Rahmen meiner Co Ab konnte ich nicht feststellen. Sicher, wenn ich im Rahmen der Co Ab niedergeschlagen war, dann hat sich das entsprechend geäußert, aber ich hatte keine wirklichen Krankheiten, organische Schäden oder sowas davon bekommen. Mein Beziehung mit dem Alk Partner dauerte mit zwei Jahren vielleicht auch nicht lange genug, um so richtig körperlich drunter zu leiden. mh.

    Du schreibst:"Co-Muster verhalte, wenn es darum geht, dass es jemandem schlecht geht und ich auf seine (nicht ausgesprochenen) Hilfeschreie reagieren soll, denke es zu müssen oder es unbedacht einfach tue." ja, damit kann ich was anfangen, hast Du gut formuliert. Ich arbeite zur Zeit daran nur noch an den wirklich gesprochen Wörtern und wirklichen Taten meines Gegenübers mich zu orientieren und mich mit dem interpretieren mehr und mehr zurückzuhalten. Im Interpretieren bin ich scheinbar nicht gut, in der schule hieß es immer im Aufsatz:"hat überinterpretiert".

    - ja, so manchmal habe ich auch noch Automatismen, ich bin dann in bestimmten Situationen blockiert, dringe nicht durch zu meiner Mitte, fühle nicht was ich selber will und widerstrebe innerlich dann auch, z.B. eine den Gegenüber möglicherweise (!) unpassende Antwort zu geben. Manchmal formuliere ich dann, wenn ich eine Meinung habe, zu hart und mir fehlt dann etwas das Freundliche, Verbindliche; wahrscheinlicb eine Überreaktion aufgrund von Verunsicherung. Als Co Ab will ich üben mehr zu meiner Mitte durchzudringen, in manchen Situationen weniger kopfgesteuert zu sein, versuchen mal einen lustigen Spruch zu machen, zu entspannen, nicht auf Schwächen des anderen in Helferstellung zu reagieren aber auch nichts schönzureden; wenn mir etwas nicht gefällt dann will ich das schneller merken und sicherer beurteilen, z.B. am nächsten Tag.

    - ich arbeite mich noch an meinem Ex Partner ab (habe gerade eine SMS von ihm bekommen und ich gucke mir seine Nachricht von unterschiedlichen Seiten an, wie ich früher reagiert hätte, was seine tatsächlichen Worte sind, was ich früher reininterpretiert hätte, wie er in dieser SMS kommuniziert, was diese SMS in mir auslöst, welche Apelle gibt esl in der Nachricht und welcher Apell spricht mein Co Ab Wesen an und wie würde man ohne Co Ab die Nachricht verstehen). Ich merke auch, daß ich mich einer guten Freundin gegenüber, mit der ich einmal im Jahr in den Urlaub fahre, beim nächsten Urlaub in bestimmten Situationen anders verhalten will weil ich mich da manchmal auch unterbuttern ließ, mich nicht entscheiden und meine Bedürfnisse einbringen konnte. d.h.: learning by doing, achtsam sein, Grenzen setzen und aber auch Neues wagen. Und ich bin überzeugt, das kann individuell länger oder weniger lang dauern.

    - ich werde mal mehr auf meine körperlichen Befindlichkeiten achten wenn ich in Co Ab Situationen komme bzw. hinterher merke in solchen gewesen zu sein bzw. in Situationen als co Ab agiert zu haben (weil eine Situation als solche kann ja nicht Co Ab sein), wie mein körperliches befinden sich da so verhält; als ich in der Beziehung mit dem Partner Distanz hergestellt hatte gings mir körperlich schlecht (verkrampft, niedergeschlagen usw.) aber das war auch am Ende einer längeren Phase mit sich aneinanderreihenden Unzufriedenheitsmomenten. Wenn ich jetzt zwischendurch bei mir Co Ab feststelle dann äußert sich das wohl nicht körperlich, aber ich werde mal drauf achten.

    Grüßle

    Hallo Separanza,

    das Co Abh. sein kann für mich bei jedem der von Dir angeführten Schritte anfangen, soweit in dem Moment vom Co Ab das Gefühl in dem Moment entsteht, daß etwas mit ihm, dem Co Ab, beim Realisieren des Alk Konsums des Partner, etwas nicht stimmt, das es irgendwo hakt auch wenn der Co Ab noch gar nicht weiß, daß es sich dabei um das (vom Co Ab zu dem Zeitpunkt vielleicht noch gar nicht erkannten) Alkoholprob des Partners handelt.
    D.h. ich glaube das Co Ab sein fängt in diesem Moment des Unwohlseins an, das noch nicht in Worte gefaßt und begriffen werden kann, daß es eben was mit dem Alk Konsum des Partners zusammenhängt.

    So gings mir. Und als ich realisierte, daß ich konkret anfing meinen Partner auf seinen Alkoholkonsum hin zu beobachten merkte ich: ich bin Co Ab und weiß noch wie ich dachte: nein, den Partner zu kontrollieren ist einer Beziehung nicht angemessen, aber der Suff ist nicht normal, ich muß das beobachten um mir sicher zu sein, daß meine Einschätzung stimmt, daß ich nicht nur in einem schlechten Traum war. Und ich spürte auch, daß ich bei diesem Partner mit seinem Alk Probl aus dem Beobachten hinsichtlich seines Alkoholkonsums nie wieder von weg kommen würde.

    Hi Lindi,

    ja, mit dem Zitieren komme ich auch nicht zurecht :)

    - meinst du es wäre eine kleine Idee wert zu überlegen den TAbak nicht mehr dort zu kaufen wo er sich aufhalten könnte (und Alkohol konsumieren könnte)? auch wenn Du dann ein paar Meter weiter gehen müßtest?

    - Einsicht: irgendwann: aber wann?

    - das mit dem Hinterherräumen usw.: sowas habe ich mit meinem Partner nicht erlebt und kann somit nicht wirklich mitreden insofern kann ich mir das nur vorstellen wie das ist.
    - kannst Du Dir vorstellen Dich stärker von ihm abzugrenzen wenn Du finanziell nicht von ihm abhängen würdest? siehst Du da Möglichkeiten? abgesehen von möglichen künftigen Arbeitsstellen (Du schriebst was von Vorstellungsgesprächen)?
    - warst Du von Beginn an von ihm finanziell abhängig? (sorry, ich habe nicht den gesamten Thread gelesen)
    - Dein XY scheint Geltungsbedürfnis zu haben und kann es nicht ertragen, wenn Du mit anderen Dich normal unterhältst usw., wenn er sich dadurch zurückgesetzt fühlt (nach Deinem Beispiel unbegründet, finde ich); er gönnt Dir nicht die Butter auf dem Brot, er könnte Angst haben, daß Du ihn übermannst, Könnte er einen Minderwertigkeitskomplex haben?

    ich wünsch Dir viel Kraft!!!

    Hi Lindi,

    - als ich erkannte, daß mich der Alkoholkonsum meines Partners anfing zu belasten und ich seinen Konsum anfing zu beobachten fühlte ich, daß ich das für in einer Beziehung unangemessen finde und ich fühlte, so bin ich auf dem besten Weg, daß die Beziehung ungesund wird und ich krank (Co Ab) werde. Wenn Du schreibst, daß er von Mittag bis zu 24:00 in der Kneipe sitzt dann ist das einerseits eine TAtsache aber auch eine Beobachtung von Dir. Wie kommt es eigentlich, daß Du beim zum Tabak gehen holen ihn in der Kneipe sehen kannst? Holst Du TAbak in der Kneipe in der er sitzt? gehst Du extra an der Kneipe vorbei um zu checken?

    Ich habe meinem Partner nicht gesagt, wie oder das er sich Hilfe holen soll. Das muß/te von ihm selber kommen. Alles andere wäre nun gewesen um mir einen Gefallen zu tun, und darum gehts aber nicht. Glaubst Du wirklich, daß er auf Deine Vorschläge hin ernsthaft erwägen würde zu einer Beratung zu gehen? Warum sollte er das tun?

    Du schreibst, es sei schwer einzusehen, daß da wirkliclh gar nichts zu ihm durchdringt.
    Wenn er Alkoholkrank ist kann nichs zu ihm durchdringen. Ich macbe einem Alkoholkranken Menschen mittlerweile keine Vorwürfe mehr, wie z.B. "Warum dringt da nichts zu Dir durch?" oder "Warum suchcst Du Dir keine Hilfe?" Wie soll man einem Kranken Vorwürfe für seine Krankheit machen?

    Du bist vielleicht noch nicht an Deinem Tiefpunkt angekommen. Wenn Du von "Übernachten in der Scheune" schreibst hört sich das für den Außenstehenden zunächst romantisch an, so nach Stroh und Schafen oder sonstwas. Es ist aber nicht romantisch, vor allem wenn es ein notgedrungendes Ausweichquartier ist, welches in unregelmäßigen Abständen eingenommen wird. Kannst Du Dir nicht in der Nachbarschaft bei einer Bekannten für solche Fälle etwas suchen? Dann würdest Du - wie Du in Deinem nächsten Beitrag dann geschrieben hast - die Problematik weiter nach außen tragen, womit er anscheinend ein Problem hat (daß Du Dir Infos von außen = Forum holst).

    Was würde eigentlich passieren, wenn das Spülbecken über mehrere TAge nicht gesäubert werden würde? Soweit ich das überblicke leben keine Kinder im Haushalt. Macht er dann im klaren Zustand später hinter sich sauber? Warum machst Du das (wahrscheinlich hin und wieder'?)

    deute ich das richtig, daß ihr finanziell irgendwie voneinander abhängig seid? ist das wirklich so? weniger Trinken um Geld zu sparen // Stornierung Internet Anschluß - kannst Du Dir selber einen leisten? Wenn Du die Mittel hättest Dich auch in kleinen Bereichen unabhängig von ihm zu machen wäre das doch ein Schritt in eine interessante Richtung.

    Ich habe den Thread einige Seiten zurück gelesen. Lebst Du jetzt noch in Spanien und wo siehst Du - so ganz für Dich, wenn Du nur an Dich denkst - Deine Zukunft?

    Hi CG,

    das mit den entschuldigen kenn ich auch. Er hat mich betrunken angerufen, war nicht in er Lage ein vernünftiges Gespräch zu führen, hat sich blamiert, mich genervt, mich beleidigt, hat durch seinen Suff Mißverständnisse erzeugt der er mir dann angelastet hat, hat durch senen Suff Verarbredungen nicht eingehalten usw. -

    ja, er hat sich entschuldigt. Ich fand das dann irgendwie seltsam. Zu Anfang nimmt man so eine Entschuldigung noch an, weil man denkt es ist aufrichtig gemeint und er hat etwas getan woraus er gelenrt hat und es so nicht wieder macht.

    aber wie du schreibst denke ich auch, daß die Entschuldigung vornehmlich seiner eigenen Entlastung und Besserfühlen diente als daß er sich wirklich vorstellte, was sein Verhalten bei mir bewirkte.

    es waren für mich also irgendwann leere Entschuldigungen, was ich aber erst später gemerkt habe. Hätte ich es früher gemerkt hätte ich gesagt: Deine Entschuldigung ist mir nicht so wichtig, weil ich glaube, daß sie dazu dient Dich hzu entlasten und Dich wieder besser fühlen zu lassen. Ich möchte anstelle einer Entschuldigung erfahren, warum Du dies und das so und so gemacht hast.

    Du schreibst er wird erst wieder locker sagen wenn es bei euch wieder harmonisch läuft - so sagt er.

    Wäre gut wenn er das mal aufschreiben würde, so als Zielvereinbarung: Harmonie - was immer das für den einzelnen bedeuteten mag. Ich denke, daher auch, daß "Harmonie" viel zu unkonkret und somit nicht verbindlich erreichbar ist. Insofern ist dieses Ziel von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil nicht klar ist was gemeint ist, somit kann alles mögliche - zB auch Dein Verhalten .- aus seiner Sicht zu einem bestimmten Zeitpunkt schuld sein , daß das Ziel nicht erreicht wurde.

    Du wirst sowieso wieder schwach? tja, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, also easy. Ich denke aber, daß um so öfter Du bei Deinem Verhalten mit ihm Dich fragt, ob das, was jetzt gerade passiert DIR GUTTUT und nicht ob Du mit Deinem Verhalten seinem Wohl, seiner Besserung, einer in die Zukunft gedachten Beziehungsharmonie DIENEN solltest, dann wirst Du immer seltener schwach. Sich abzugrenzen und zu sehen was für einen selber gut ist kann schwer sein, es läßt sich aber schrittweise einüben.

    Hallo Melanie,
    entschuldige, hatte nicht den thread soweit gelesen um zu verstehen, daß dieser Mann nicht der Alk ist... .

    Du schreibst, daß Du keine Beziehung eingehst, in der der Partner in Deiner Gegenwart Alkohol trinkt.

    Frage: ziehst Du das so radikal echt durch und wie waren dazu bisher die Reaktionen, z.B. von dem jenigen, um den es jetzt geht?

    Ja, Menschen ohne Alko Problem haben irgendwelche anderen Probleme, sonst wäres wohl auch zu langweilig, bin ich auch nicht frei von (hehe). Nur Problemen, die keine Krankheit sind wie zB Alkoholkrankheit, kann man ja - theoretisch, und soweit wie Du schreibst kein Vermeidungsverhalten vorliegt was man natürlich auch in Angriff nehmen könnte - in einer Partnerschaft versuchen gemeinsam zu bewältigen. Klar, der andere muß bereit sein. Wenn er dicht macht hat man keine Chance.

    wenn sein Diensther ihn versetzt, an einen unbestimmten Ort, dann ist das sein Beruf, den er sich ausgesucht hat (vielleicht zu einem Zeitpunkt, als ihm diese Konsequenzen von Ortswechseln nicht so dramatisch erschien) und dem er nachgeht. Vielleicht würde er sogar dort bleiben wo er jetzt lebt. Ob ihm das mit Vermeidung und Verdrängung wirklich das so leicht fällt? Wenn der Beruf den Ortswechsel bedingt hat er ja sogesehen keine Schuld, irgendwie.

    das schöne ist, daß die guten Erinnerungen überwiegen, so wie du schreibst, daß ihr drei schöne Monate gehabt habt!

    Hallo Melanie,

    wer weiß, welches Türchen sich dadurch öffnet? Sollte dadurch wirklich die BZ zuende gehen passiert es eben jetzt durch die Versetzung, vielleicht wäre es anders nie passiert, da Du Dich vielleicht trotz der Probleme in der BZ mit dem Alk nie von ihm hättest trennen können.

    War denn die Versetzung komplett unerwartet für Dich? gab es nie Rauchzeichen dazù? hat er das selber jetzt erst wie aus dem heiteren Himmel erfahren?

    Du kannst jetzt beobachten, wie er vor dem Moment des Umzugs, während des Umzugs und nach dem Umzug so drauf ist. Das sind ja auch keine ganz unbelastenden und unstressigen Situationen. Er wird mit dem Umzug viele Umstände haben, seine sozialen Strukturen werden sich ändern. Was ich sagen will: meinst Du er reagiert auf diese Situation wie Nicht Alkoholiker oder kannst Du erkennen, daß er auf diese Situation Alk mäßig (wie auch immer das bei ihm aussehen mag) reagiert? (Vielleicht trinkt er dann sogar mehr oder hört ganz auf).

    Hat er denn nichts zu euch gesagt, wie er sich das vorstellt? hat er Dich nicht in irgendeiner Art versucht Dich da mit einzubinden?

    Es wäre bei einem Menschen mit Alkoholproblem auf alle Fälle ein Risiko mit ihm in die Fremde zu ziehen, zumal wenn Du "ihm nachziehen" würdest.

    Ich muß auch bald einige 100 km weiterziehen, mein Partner sagte damals noch er käme mit - aus meiner Sicht reines Vermeidungsverhalten und Flucht aus seiner hiesigen Realität. Klar, ein neuer Anfang kann vieles bewirken. Aber die Psychologin bei der Caritas sagte, das sein Risiko wenn er als Alk an einem neuen Ort, ohne soziale Kontakte, ohne Struktur als mitreisender Mann wäre. Dem kann ich mich nicht ganz entziehen. Und auch - aber das hast Du ja auch nicht vor - würde ich wegen eines Alks nicht meine finanzielle Grundlage (Arbeit) aufgeben.

    Weh tuts trotzdem, aber wer weiß wofür es gut ist.
    LG

    Wenn ich die bisherigen Beiträge richtige verstanden habe, dann gab es zwar Einschränkungen beim Sex mit dem alkoholabhängigen Partner,doch diese Einschränkungen waren entweder 1.) physich beim Partner bedingt 2.) hat der Co Ab den Sex abgebrochen weil äußere Umstände dem Co Ab nicht gefallen haben.

    Zu 2.): wenn dem so ist könnte man sagen, daß beim Sex mit dem alkoholabhängigen Partner Abgrenzungsfähigkeit des Co Ab, die - so verstehe ich das - sonst im Alltag nicht selten vernachlässigt wird, gegeben ist.
    Ich dachte es könnte so sein, daß man als Co Ab immer wieder alles schön haben will und sich notfalls alles schön denkt, damit man in der Illusion lebt, eine normale Beziehung zu haben und dadurch die eigenen Ansprüche herunterschraubt (wie man was warum wann mit wem machen möchte). Das ist ja doch ein gutes Zeichen bei euch.

    Bei mir wars einfach so, daß er im allgemeinen antriebsschwach ist (so meine Meinung) was durch en Alkohol verstärkt wird. Um mit ihm sex haben zu können mußte ich einfach aktiv werden, das war dann mitunter auf eine gewissen Art einseitig, was mir so nicht entsprochen hat und auch nicht mein Selbstverständnis war. D.h. um den Preis mein Bedürfnis zu befriedigen und zu verschmelzen, die Illusion von ihm geliebt zu werden irgendwie, habe ich manchmal seine sex. Antriebslosigkeit nicht mehr ausgehalten und dabei manchmal meine Grenzen überschritten. Das ist es, was ich bei mir bemängele (oder so).

    Übrigens hat er nicht nach Alkohol gestunken, lag vielleicht daran, daß sein Konsum von Alk zwar regelmäßig und mittelviel war er aber viel Wert auf Körperpflege gelegt hat.

    Er sagte mir mal, ich könnte auch "woanders" wenn ich wollte, was ich verletztend fand; ich bin der Meinung er war mir treu (daher gab es mir nicht den Aspekt ihn über Sex zu binden), aber eben antriebslos in dem Bereich.

    Hallo,

    heute kamen mir einige Gedanken zu obigem Thema. Im Wunsch, die Muster des Co Abs zu durchleuchten scheint es mir nicht ausgeschlossen, daß sich Muster des Co-Abs evtl. auch in der sex. Interaktion mit dem alkoholabhängigen Partner wiederfinden lassen können, vielleicht gibt es Verhaltensparallelen. Warum auch nicht oder vielleicht doch nicht? Zumal, so denke ich, finden (Selbst)Erniedrigungen in einer Co-Abhängigen Partnerschaft vielleicht auch dort statt.

    Zunächst gebe ich zu und ich finde es immer noch absurd, daß mir während der Beziehung mit meinem Alk Partner ganz wenige Male die Idee kam ihn zum Trinken zu animieren, damit wir später Sex haben würden, was - wenn er alkoholisiert war - leichter zu "arrangieren" war. D.h. zu dem Zeitpunkt war mir irgendwie schon klar, daß ich ihn über Alkohol steuern kann um mein Ziel zu erreichen - und das in diesem sehr vertrauensvollen Bereich.

    Dann: ich weiß nicht wie es euch geht/ging: meine Erfahrung ist, daß mein Alk Partner sexuell weniger bedürfnis hatte als ich. Ich kann nicht sagen woran das lag, an mir, an seinen möglichen Depression wegen Problemen auf der Arbeit, an Alkohol (schon als physische Änderung aufgrund längeren Alkoholkonsums?) mit dem er vieles kompensierte und zu vermeiden versuchte? mehrmonatige S..Abstinenz seinerzeit ohne das er darüber zu reden in der Lage war, trotz meiner Nachfragen. Worauf ich hinauswill: der Alkohol wirkt sich auch in anderen Bereich aus (hier Sexualität) und auch hier habe ich den Konflikt größtenteils in mir geführt und hatte wie auch in anderen Punkten keine Antwort bekommen und hatte gewartet und gewartet und gewartet, wie ich es auch in anderen Punkten in der Beziehung getan habe.

    Nun ist Sexualität in BZen auch irgendwie mit Macht, Nachgeben usw. verbunden und manchmal mit einer Art zu erniedrigen bzw. sich selber zu erniedrigen. Passiert das nicht auch im Alltag zwischen Co Ab und Alk Partner? Gibt es da vielleicht eine Schnittstelle?

    Oh je, ich hoffe der Beitrag ist nicht irgendwie total blöde geworden, ich glaube ich habe das auch nicht so ganz erfassen können und möchte es erstmal so stehen lassen. Vielleicht kann ja jemand was damit anfangen.

    Hallo Melanie und Separanza,

    zu dem Punkt
    "Wenn mir das öfters passieren würde käme in mir der Gedanke auf dass ich ihm so wichtig nicht sein kann. Ich persönlich bin sehr zuverlässig und wenn ich sage "bis heute Abend" dann meine ich das auch so."

    Die unterschiedliche Herangehensweise an diese Situation finde ich interessant.

    Melanie, kann es sein, daß bei Dir bei Aufsätzen in der Schule am Rand in rot öfter stand: "überinterpretiert"?

    Bei mir stand das immer mal wieder. Ich hatte ehrlich gesagt nie verstanden was damit gemeint war. Ich versuchte es sogar positiv zu sehen (obwohl es ja als Fehler vermerkt war) und sagte mir: ja, ich habe überinterpretiert, weil ich mehr Phantasie habe als andere, weil ich verrückter bin als andere (so meine damalige Einschätzung).

    An der Interpretation von Seperanza kann man - so meine ich - keine oder kaum überinterpretation herauslesen. Ich finde ihre Interpretation nüchtern und unaufgeregt.

    Ich bin mir jetzt etliche Jahre nach der Schule nicht immer sicher, ob ich mitunter weiterhin überinterpretiere. Mittlerweile möchte ich nicht mehr überinterpretieren, ich weiß dann nur nicht, ob ich einen Sachverhalt richtig deute oder nicht. Das müßte man doch irgendwie lernen können.

    Wie findest Du Speranzas Herangehensweise?

    Hi Orlando,

    ja, alles zu seiner Zeit. Wenn ich mir zu schnell zuviel Erkenntnis als bereits durch mich mehr oder weniger sicher umsetzbar erachte könnte ich dies als einer Illusion nachhängen. Und Illusionen, so habe ich gelernt, sind nichts für mich. Insofern wird auch bei mir mehr kommen, mal schaun in welchem Tempo.

    "Mehr" kann ja eine ganze Menge sein. Meinst Du mit mehr etwas im Zusammenhang mit dem "situationsangemessenem Handeln"? ich könnte mir vorstellen, Du meinst konkretere Punkte als z.B. Grenzen setzen, mehr auf sich selber achten (was ja schon Meilensteine sind, wenn man es schafft sie zu beachten). Es sind ja manchmal die kleinen konkreten Schritte, die man einüben muß.

    Gruß

    Hallo Orlando,

    "situationsentsprechendes Handeln" - schön ausgedrückt. Es beruhigt mich auch, wenn ich im Nachhinein merke, daß ich authentisch, für mich angemessen gehandelt habe. Manchmal braucht es Zeit, um seiner Entscheidung zu trauen, denn es ist ungewohnt sich aus den selbst gegebenen Umklammerungen zu lösen, etwas zu riskieren. Aber wenn Du merkst, daß Du vor allem riskiert, daß es Dir mit der situationsentsprechenden Handlung vor allem Dir Gutes ist macht es Sinn.

    Du schriebst mal, daß das Alkoholproblem Deines Ex-Partners nicht so gravieren gewesen ist im Vergleich zu anderen (Beschreibungen hier im Forum). Das war bei mir auch so. Da denke ich, vielleicht ist die Prägung, die dazu führt Co Abhängig zu werden bei einigen Menschen weniger und bei manchen stärker ausgeprägt. Ich nehme an, daß es bei Dir (wie bei mir) eher geringer ausgeprägt aber dennoch vorhanden ist. Wenn es weniger ausgeprägt so verfügen wir noch über eine höheres Maß an Sensibilität, was uns gut tut und was nicht; wir konnten noch eher erkennen daß wir mit dem Partner in einen Strudel reinzurutschen drohten und konnte uns - dank unserer Fähigkeit noch ausreichend situationsangemessen zu handeln - schneller vom Partner trennen als vielleicht andere.

    Ich behaupte, daß ich durch meine erst ganz kürzlich zurückliegende Beziehung zu meinem alkoholabhängigen Parnter das eine und andere hinsichtlich Alkoholproblemen und Erkennung derselben und mein Verhalten auf Alkoholprobleme anderer Menschen gelernt habe. Ich hoffe, daß ich dies Gerlernte in meinen ERfahrungsschatz gut verarbeiten werden um künftig eher situationsangemessen in diesem Kontext handeln zu können. Mehr würde ich erstmal nicht wollen - und ich weiß, das ist schon eine Menge.

    Hi Polarstern,

    zu Deinem Beitrag vom 13.10.: das geht mir ähnlich. Mein Gefühl sagt, da ist viel Gefühle von mir zu ihm und andersherum. Wir haben uns jetzt 2,5 Monate nicht gesehen, kaum Kontakt gehabt. Nachdem ich mich von ihm distanziert hatte um wieder meine Mitte zu finden und mich auf die Suche nach Erklärungen zu machen, warum es soweit kommen konnte, daß ich so unglücklich in der Beziehung mit ihm wurde und die beeinträchtigenden Erlebnisse von damals verblassen fängt die Sehnsucht wieder an durchzudrängen. Mit der Sehnsucht kommt das Gefühl von Liebe.

    Und hier tut es gut die Erlebnisse und Probleme zu vergegenwärtigen und zu hinterfragen, ob man - abseits der Gefühle - sich ein Leben mit diesem Menschen wirklich vorstellen kann und ob man meint, dabei wirklich langfristig glücklich zu werden oder ob der Ex Partner nicht nur eine Projektionsmöglichkeit meiner Bedürfnisse ist - mangels eines anderen Partners.

    Wie Orlando schreibt, der räumlich Abstand ist der erste Schritt, der emotionale Abstand der manchmal viel schwierigere.

    Bei hat sich verlieben auch einiges mit sich aneinander gewöhnen zu tun. Da muß ich mich wieder entwöhnen, was sicher genauso lange dauert.

    Das Alkoholproblem meines Partners war nicht so ausgeprägt wie das vieler anderer, aber das Muster und meine Co Abhängigkeit dazu waren klar vorhanden.

    Du schreibst "Horrortrip". Willst Du einen solchen Trip nochmal durchleben?

    Und woher willst Du wissen, ob Du nicht doch ein Helfersyndrom oder ähnliches an ihm ausleben willst?

    "(selbstverständlich) fühlst Du Dich für ihn verantwortlich". Warum eigentlich? Er ist für sich verantwortlich nicht Du für ihn. Andererseits sieht Du, daß er sehr krank ist.

    Ich kann den Zwiespalt gut verstehen. Man möchte eine solche Liebe nicht gehen lassen, wird soetwas jemals wiederkommen?

    Was Orlando schreibt denke ich auch: daß Alkohol die Eigenschaften eines Menschen verstärkt und kaum wirklich neue Eigenschaften durch den Alkohol hinzutreten. Ich gebe zu, ich weiß auch nicht, wie mein Ex Partner ganz ohne Alkohol wäre. Interessieren würde es mich schon.

    Und Orlando: das sehe ich ganauso wie Du: haben die zugelassenen Grenzüberschreitungen/das fehlende Abgrenzen meinerseits wirklich etwas mit dem Alkoholproblem des Partners zu tun oder könnte das in einer Alkoholfreien Partnerschaft genauso passieren? Für mich eine wichtige Frage. Weißt Du mehr zu diesem Thema?

    Ich fragte mich andersherum, ob ich vielleicht den Alkoholkonsum meines Partners zum Vorwand genutzt habe mich zu trennen. Ich denke es war ein Mix. Der Alkohol als solcher, die Verhaltensänderungen und Verstärkungen, die mangelnde Achtsamkeit. Am Alkoholproblem konnte ich die Entscheidung aber eindeutig fest machen und belegen.

    War heute auf dem ersten von sechs Abenden eines therapeutischen Tanzseminars. Das kann ich nur empfehlen um als Co Abhängiger die eigene Mitte wieder zu finden, ich finde das sehr unterstützend.

    Und was ich auch sagen will: als ich als Co Abhängiger mein Beziehungs BurnOut hatte und zur Caritas zur Beratung für Alkoholsüchtige und deren Partner ging sagte ich schon zur Psychologin - also vor 2,5 Monaten - daß ich gerne was mit Tanzen machen würde. Und nun mache ich es. D.h. ich glaube daran, daß auch wir Co Abhängige zu Punkten kommen, an denen wir genau spüren, was genau wir für uns brauchen, damit es uns besser geht. Das müssen wir wahrnehmen, dem Raum geben und zulassen. Wir müssen in uns reinhorchen und uns selber vertrauen.