Beiträge von Micha

    Hallo Sascha,

    zu bestimmten Anlässen oder sonstwie kontrolliert Trinken kann ein Alkoholiker knicken. Solche Versuche halten nur auf, aber das weißt du längst, wenn du ehrlich bist. Könntest du das, wärst du nicht hier und deine Freundin nicht zu recht sauer.

    Ich glaube mit Blumen liegt man nie verkehrt, aber sie sind kein Ersatz für Aufrichtigkeit oder respektvolles Benehmen dem Partner gegenüber.

    Die Blumen können deine Absicht etwas in deinem Leben und damit eurer Beziehung verändern zu wollen unterstreichen, aber glaubhaft bist du nur, wenn du es ernst meinst. Glaubhaft deiner Freundin gegenüber und zuallererst dir selbst.

    Du musst das wirklich wollen. Nicht nur um die akut miese Stimmung zu beheben, sondern um nachhaltig dein Leben zu verändern. Sowas sagt man nicht so dahin aus momentanem Unwohlsein, sondern man muss auch Konsequenzen daraus hervorgehen lassen, sonst glaubt einem bald niemand mehr.

    Ich bin 3 Monate trocken. Ich bin sehr froh darüber, mich auf den Weg in die Trockenheit gewagt zu haben. Ich habe bisher nur gewonnen. An Klarheit und Selbstachtung.

    Mach' den nächsten Schritt und rede ernst mit deiner Freundin. Sie wird dich unterstützen wenn sie spürt, dass du es ernst meinst und wirklich um Hilfe bei ihr bittest. Und wir auch.

    Alles Gute und viel Mut wünscht dir


    Micha

    Hallo Steven,

    da kann ich mich Whitewolf nur anschließen.

    Wie willst du entgiften, wenn du dir weiterhin Gift zufügst. Du machst dir was vor, wenn du denkst, du kriegst das mit einer Dosisverknappung in den Griff. Und ich könnte mir vorstellen, dass du das auch schon ahnst oder weißt.

    Hast du schon mal jemanden erlebt, der mit Light-Produkten was das Fett anbelangt abgenommen hat? Bestimmt nicht. Das gaukelt einem nur die Industrie vor, die sich freut mit so einem Mist ein neues Martktsegment erschlossen zu habe. Klingt so schön harmlos und dich beruhigt es ja auch ein wenig. Du schreibst ja auch: " Ich trinke kaum harte Sachen".
    Du trinkst Alkohol. Das ist eine verdammt harte Sache. Du mischst ihn mit viel teurem Wasser, aber das ändert nichts entscheidendes.

    Ich trank auch nur Bier, was mich nicht daran hinderte, die Kontrolle über mein Trinkverhalten zu verlieren.

    Ich bin der letzte, der schnell bei der Hand ist mit Ärzten, aber mit einem unerklärlichen Gewichtsverlust ist ganz losgelöst vom Alkoholmissbrauch nicht zu scherzen.

    Hör' mal Steven, lass' dich hier nicht abschrecken, wenn du nicht die Antworten bekommst, die du erhofft hast. Bleib' ein bisschen hier im Forum und lies ein wenig oder schreib' was von dir und deinem Umgang mit Alk. Wir wissen alle, dass man es lange nicht wahrhaben will und andere Auswege sucht.

    Man muss nicht 2Liter Wodka am Tag trinken, seine Arbeit verlieren und auf der Straße schlafen, um alkoholkrank zu sein.

    Je früher du etwas sinnvolles unternimmst, umso besser. Ab jetzt wird es nicht mehr leichter für dich. Und Sinnvoll kann nur die völlige Abstinenz sein.

    Ich wünsche dir, dass dich diese Meinung nicht abschreckt, weiter darüber nachzudenken und schließlich zu handeln.


    Micha

    Hallo und willkommen O.S.,

    ich konnte auch noch tage- und wochenlang ohne Alkohol auskommen. Dadurch täuschte ich mich über meine Abhängigkeit noch lange Zeit. Man denkt dann, dass es dann ja nicht so schlimm ist und zögert seine endgültige Entscheidzng hinaus, sich ganz von Alkohol zu befreien.

    Aber das scheint ja gar nicht dein Problem zu sein. Du willst es wirklich, nur nicht in einer Klinik den Entzug machen.

    Hier wird dir niemand zu einem kalten Entzug zu Hause raten, weil es zu gefährlich wäre. Wer soll für einen solchen Rat die Verantwortung übernehmen wenn etwas passiert. Und ich erlebe trockene Alkoholiker durchweg als verantwortungsbewusste Menschen.

    Ich persönlich war nicht in einer Klinik zum Entzug. ich war schon körperlich clean, als ich hier auftauschte. Ich wusste von mir selbst, dass ich im Wesentlichen drei Tage nachts schwitzen würde und die nerven gelinde gesagt nicht zum besten stehen würden. Und so war es auch, vielleicht hatte ich nur Glück.

    Aber gerade wenn du meinst, es wäre nicht so schlimm, würde ich auch auf Medikamente verzichten. Ich halte von Selbstmedikation überhaupt nichts. dann schau dir ruhig an, was der austretende Alkohol mit dir macht, ohne Linderung.

    Aber das ist wirklich nur meine persönliche Meinung.

    Was kannst du tun?
    Pack' es schnell an. Heute. Und bleib' hier im Forum um zu berichten wie es dir geht. Mach' einen eigenen Thread auf, wo du weiter fragen kannst und berichten. Hier findest du kompetente Ansprechpartner.

    Was deine Scham anbelangt: die wirst du überwinden müssen. Aber nicht am ersten Tag. Aber du wirst lernen müssen, zu deiner Krankheit zu stehen. Das braucht Zeit.

    Ich bin jetzt drei Monate trocken und bin gerade dabei. Es ist ein Prozess, den man durchmacht und es ist möglich.


    Ich wünsch' dir weiterhin alles Gute. Pack' es an, es lohnt wirklich. Hier bist du richtig ...


    Micha

    Mit dem Spagat ist so eine Sache. Das wird nicht so gehen. Wenn man realisiert hat, dass man wirklich alkoholkrank ist und es ehrlich mit sich meint, dieser Krankheit ernsthaft zu begegnen, dann braucht das oberste Prorität. Das geht eben nicht nebenbei. Das muss ganz oben stehen auf der Tagesordnung. Es braucht die Einsicht, dass über kurz oder lang der Tag/das Leben nichts wert ist ohne Nüchternheit.

    Karsten hat hier ganz oben eine Umfrage gestartet, die im ersten Augenblick eine ganz harmlose Frage darstellt, für mich aber das richtige Nachdenken ausgelöst hat, was mir eigentlich wichtiger sein könnte, als mein Trockensein. Mir ist nichts wichtiger, weil mir wenn ich betrunken wäre nichts mehr wichtig ist.

    Guckst du hier wenn du willst

    Ja, da hast du einen entscheidenden Punkt angesprochen. Man darf nicht glauben, alles so weitermachen zu können wie gewohnt und lediglich keinen Alkohol zu trinken.

    Das funzt nicht. dazu gehört eine größere Auseinandersetzung mit sich und dem Alkoholismus, als ich früher dachte.
    Und das nicht auf akademischer Ebene, sondern richtig persönlich mit sich selbst.

    Es muss sich einiges ändern im Leben, wenn man das wirklich und nachhaltig ändern möchte.

    Aber mir macht das keine Angst, sondern ich bin froh, endlich den Dreh dahin bekommen zu haben und es endlich anzupacken.

    Sieh dich hier ein bisschen um. Es ist eine wirklich gute Adresse. Nimm' dir Zeit zum lesen. Beschäftige dich mit der Materie, dann bist du auf einem guten Weg ...

    ich wünsch' dir alles Gute dafür

    Micha

    Hallo Alex und willkommen,

    über den stationären Teil des Entzuges kennst du dich besser aus als ich.

    Ob du einen Psychologen brauchst mag ich auch nicht beurteilen. Mir hilft am besten der Austausch mit Leuten, die wissen wovon sie reden. Nicht weil das ihr Job ist, sondern weil sie eigene Erfahrung sammeln mussten.

    Menschen die es geschafft haben und gerne von ihrem erfolgreichen Weg etwas weitergeben wollen, die findest du hier.

    Ich bin 3 Monate trocken und begreife dank dieses Forums zum ersten Mal in meinem Leben den Unterschied zwischen einer Trinkpause und was es bedeutet trocken zu werden und schließe mich deinem Dank an alle, die für dieses Forum Verantwortung übernehmen an.

    Micha

    Hallo Deo,

    deine Frage war : " Bin ich Alkoholiker?"

    In dieser Frage gibt es nur Ja oder Nein. Dazwischen gibt es nichts.

    In dem Rahmen wie das für andere ferndiagnostisch möglich ist zu beantworten, würde ich sagen haben wir 'rausgearbeitet: "Ja".

    Bei deiner Beschreibung scheidet ein "Nein" aus.

    Wichtig für dich und dein weiters Leben ist natürlich nicht, was ein .Micha darüber denkt, sondern nur deine Auffassung ist entscheidend. Und du bist auch der Einzige, der etwas an deinem Leben ändern kann.

    Ich persönlich würde dir ganz dringend dazu raten und zwar sehr nachhaltig.

    Du lawierst noch:

    Zitat

    Nicht in extremen Maßen, trotzdem in einer Weise, die weit über normal geht.

    Der Alkohol lauert nicht in den Supermärkten. Er steht da. Sonst nichts. Und wenn du ihn dort stehen lässt, steht er da bis er schwarz wird.
    Und dieses Stehenlassen kann man lernen. Es fällt nicht vom Himmel und es stellt sich nicht von allein ein, weil man eine gewisse Zeit nichts getrunken hat. Die einzige Chance, dass es sich einstellt ist, sich ganz klar einzugestehen " Ich bin Alkoholiker." Sonst hat man keinerlei Chance gegen den Alkohol dauerhaft zu widerstehen. Wir haben es alle versucht. Alle vergeblich. Bis zu unser Offenbarung. Unser Kapitulation: Ich kann nicht umgehen mit Alkohol. Ich habe nur eine einzige Möglichkeit, dies gesund zu überleben. Indem ich keinen Alkohol mehr anrühre, nie mehr.

    Und dieses daraus resultierende Trockenwerden ist etwas gänzlich anderes als eine gemütliche Trinkpause, in der man sich vermeintlich beweist, dass man kein Alkoholiker ist, um kurze zeit später dort weiterzumachen, wo man aufgehört hatte.

    Du schreibst:

    Zitat

    Wenn es nach mir ginge würde ich Alkohol nie wieder anrühren.

    Nach wem sollte es deiner Meinung nach gehen in deinem Leben? Wer hat die Verantwortung ?

    Lass' dich jetzt nicht von deinem Weg abhalten, weil ich ein bisschen lästig bin. Du bist total gut unterwegs, dass du hier bist und dir selbst und uns Fragen stellst. Du hast gute Karten dafür, dass es bald wieder nach dir geht. Du darfst es nur nicht auf die leichte Schulter nehmen.

    ich wünsch' dir, dass du noch hierbleibst, weil es momentan das Beste ist, was du für dich machen kannst.

    Micha

    Hallo Freddy und willkommen,

    du bist doch genau richtig im Begrüßungsthread gelandet, also deine PC-Technik kann ja nicht so schlecht sein.

    Wenn du mehr von dir erzählen willst und Hilfetipps bekommen, kannst du zum Beispiel unter der Rubrik Alkoholsucht im Alkoholikerforum ein neues Thema eröffnen.
    Technisch genau wie du es bereits bei deiner kleinen Vorstellung gemacht hast.

    Du kannst es nennen wie du möchtest. Wenn es keinen besonderen Titel haben soll, nenn' es einfach "Freddy" . Dort kannst du dich ein bisschen genauer vorstellen, schreiben wie deine Trink- oder Kiffgewohnheiten waren und warum du aufhören möchtest, ob du es schon mal probiert hast oder einfach wie es dir geht oder Fragen stellen, die du vielleicht hast.

    Ich wünsch' dir viel Erfolg und dass du sauber bleibst.

    Micha

    Willkommen Deern,

    tja wenn wir Google nicht hätten ...

    Ich gratuliere dir zu so einer langen Trockenzeit. Ich bin erst drei Monate dabei und kann da nicht aus Erfahrung sprechen. Dir zu sagen, dass erneutes Trinken nichts brächte, hieße wohl Eulen nach Athem zu tragen.

    Aber du währst den Anfängen und das scheint mir das Richtige. Dieses Gefühl der sich steigernden Unzufriedenheit und den Gedanken an Alkohol nicht wegdrängen, sondern sich mit ihm auseinandersetzen.

    Ich denke du hast hier eine hervorragende Plattform dafür gefunden, wo du dich austauschen kannst. Sowohl mit Anfängern wie mir, als auch alten Häsinnen und Hasen ...

    Ich wünsche dir die Kraft deinen trockenen Weg weiterzugehen, egal was da komme ...

    Micha

    Jumi schreibt:

    Zitat

    ich kann dir leider keine tipps geben, da ich es erst jetzt mir eingestehe...


    Hallo Tavina und Jumi,

    mir ging es identisch. Ich war auch erst "zufrieden" wenn alles vernichtet war. Ich bin jetzt drei Monate nüchtern und bin auch dabei mir das alles einzugestehen. Und ich glaube ich kann euch schon einen Tipp geben:

    Das geht nicht von heute auf morgen. Man muss das sehr ernst und kontinuierlich betreiben. Bei mir reißen die Geständnisse mir gegenüber gar nicht mehr ab. Und das ist gut so, denn viel zu lange habe ich einen Entwicklungsstau zugelassen, bin einfach nicht mehr aus dem Quark gekommen.

    Als ich hier vor ein paar Wochen auftauchte wusste ich wohl, dass ich mich endgültig vom Alkohol trennen wollte, aber wie grundlegend dieser Trennungsprozess mein Leben ändern würde war mir so nicht klar. Woher auch, kann man ja nicht wissen. Ich weiß es immer noch nicht, ahne es nur. Das ist wohl die Stelle des Prozesses, an der ich sonst immer kehrt gemacht hatte, weil ich Schiss hatte vor der Veränderung und vor mir selbst.

    Aber bei mir ist Schluss damit. Ich kehre nicht mehr um. Ich zieh' jetzt durch, komme was da wolle. Ich werde/bleibe trocken und der Rest ergibt sich dann daraus. Egal was der Rest für mich sein wird, ich bleibe trocken, weil jeder trockene Rest besser ist, als der Nebel der hinter mir liegt.

    Jetzt begreife ich langsam, dass mein Trockenwerden und Trockenbleiben ein Vorgang ist, der mich immer begleiten wird. Ich bin froh, dass ich in der Lage bin diese Herrausforderung positiv anzunehmen, sodass mir diese Aussicht keine Kopfschmerzen bereitet. Ich bin ungebrochen glücklich darüber diesen Prozess eingeleitet zu haben und klaren Kopfes weiterführen zu können. Ich habe lange zuvor davon geträumt. Jetzt erfülle ich mir diesen Traum.

    Schön, hier soviele andere bodenständige und erfolgreiche Träumer vorzufinden ... das macht Mut. Mut den man braucht.

    Ich wünsch' euch den Mut und die Kraft, die ihr braucht für den Weg. Und übt Geduld mit euch selbst ...


    Micha

    Hallo Cayenne,

    Das ist keine gute Lösung. So wirst du nicht los, was er dir angetan hat. Stattdessen kommst du wegen Mord ins Gefängnis.

    Du musst versuchen mit jemandem darüber zu reden.

    Hast du heute getrunken?

    Micha

    Hallo Delilah,

    da möchte ich mal an Marie anknüpfen, Stichwort Liebe.

    Liebe ist ein großes vielverwendetes Wort, sagt aber manchmal nichts aus, bzw. für jeden was anderes.

    Ich habe sehr viel Phantasie und empfinde mich als tolerant allen Spielarten von Menschen gegenüber. Gerade in Partnerschaften "steckt man ja nicht drin" und was ich als sonderbar empfinde muss ja nicht verkehrt sein.

    Es gibt für mich aber eindeutige Grenzen. Und die sind bei dir eindeutig und nachhaltig überschritten worden. Kein Mensch darf einen anderen schlagen, treten oder würgen. Weder körperlich noch psychisch. In deinem Fall offensichtlich körperlich, was ja leichter zu erkennen ist, als die psychische Gewalt.

    Ich sage: Kein Mensch darf das ... es sei denn ... mit deiner ausdrücklichen Erlaubnis. Das heißt, wenn du Liebe empfindest, wenn er das tut. Nach Absprache, weil du masochistisch veranlagt bist. Dazu reicht meine Phantasie aus, um da noch Liebe mitschwingen zu sehen. Obwohl selbst dass für mich sehr fragwürdig wäre.

    Aber du hast ihm das keineswegs erlaubt und deswegen ist das Körperverletzung, die zu verachten ist und sogar zu bestrafen. In dem Fall interessiert mich seine Sucht überhaupt nicht. DU brauchst Hilfe. Lass' dir das bitte nicht gefallen. Das ist keine Liebe! Finde heraus was es ist.

    Es ist eine Abhängigkeit die du hast von diesem Menschen. Du musst dich ganz dringens davon lösen. Aktiv und direkt, nicht über den Umweg, ihn heilen zu wollen.

    Ich habe mich jetzt etwas aufgeregt, weil ich ich soetwas überhaupt nicht gerne höre. Du bist ein Mensch und hast es verdient mit Würde behandelt zu werden. Das hast du nicht nötig. Emanzipier' dich von so einer Beziehung. ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber versuch' es. Für dich.

    Ich wünsch' dir allergrößte Kraft dafür

    Micha

    Morgen Delta,

    Billy hat schon alles gesagt.

    Bei mir war es auch so. Ich habe auch "gerne" zum einschlafen Bier getrunken. Allerdings auch zu anderen Anlässen. Eine zeitlang habe ich mir sogar eingebildet, dass mich der Hopfen in den Schlaf gewiegt hätte.

    Über diese Naivität kann ich heute nur noch lachen(wenn überhaupt). Bei meinen 3-4 Litern, die es mittlerweile sein mussten, wird der Hopfen wohl keine Rolle gespielt haben. Und von Schlaf kann ja nach einer solchen Alkdröhnung gar nicht die Rede sein. Das war dann mehr eine Paralyse, ein völliges Betäubtsein, eine Ohnmacht. Aber kein Schlaf. Keine Erholung. Mehr ein Koma.
    Und wenn der Alkoholpegel so langsam abgebaut wurde, erwachte ich mitten in der Nacht und konnte bis morgens gar nicht mehr schlafen.

    Man fängt immer mit einem Bier an (oder ähnlichem). Dann 2 und so weiter. Niemand beginnt mit 4 Litern. das ist ja das gemeine, dass die Grenzen schwammig sind und letztlich nur von dir selbst ausgelotet werden können.

    Aber du trinkst Alkohol zweckgebunden, also um Einzuschlafen, dich zu beruhigen. Und das in mittlerweile erheblicher Menge und regelmäßig. Eine gewisse Abhängigkeit ist auch schon da, indem du ohne nicht einschlafen kannst. Alles das deutet eindeutig auf krankhaftes Trinkverhalten hin. Du hast allen Grund weiter darüber nachzudenken.

    Bleib' noch hier im Forum. Hier bist du richtig damit und in kompetenter Gesellschaft

    Alles Gute wünscht dir


    Micha

    Willkommen bambam,

    du hast einen guten Griff getan mit dem Forum. Hier kommen eine Menge Leute zusammen, die wissen was wichtig ist in deiner Situation und ihre Erfahrungen gerne weitergeben. Wenn du auch eine Hilfe annehmen möchtest, liegst du auf der sicheren Seite.

    Ich bin 3 Monate trocken und kann hier imens viel lernen über mich und den Alkoholismus in mir.

    Ich wünsch' dir einen trockenen und guten Weg

    Micha

    Dreh' diesen Gedanken doch vorläufig mal um und sage nicht:

    Zitat

    Hol Dir ein paar Biere, Fahr zur Tankstelle, hol Dir 10 oder 12 Weizen, vor allem denke ich mir: Los gehts einmal noch dann kannste ja wirklich aufhören...

    Sondern sage: "Heute hol' ich mir die Biere nicht mehr. Das kann ich morgen immer noch machen ..."

    Und das kannst du dann morgen wieder sagen ...

    Hallo Lizard und willkommen,

    ich bin selbst Alki, habe aber nie eine Entgiftung in einem Krankenhaus gemacht. Aber ich habe mal einen Kumpel dorthin gebracht. Das war lange bevor ich wusste selbst Alkoholiker zu sein. Der war auch sternhagelvoll und musste auch unbedingt noch was trinken auf der Fahrt dorthin. Das ist für einen Alkoholkranken wohl normal, um es mal so auszudrücken. Ich weiß noch wie er die leere Pulle vor dem Krankenhaus über einen Zaun gegenüber geworfen hat.

    Aber jetzt ist dein Freund erstmal in guten Händen und ein Anfang ist gemacht. Er hat um Hilfe gebeten und wird Hilfe erfahren. Das ist ein guter Anfang. Jetzt kannst du erstmal ein wenig durchatmen und musst sehen, dass du dir selber Hilfe holst für seine Firma, bzw. hier Forum von anderen Menschen mit alkoholkranken Partnern.


    Ich wünsch' dir einen guten Weg

    Micha

    Hallo Michael24 und willkommen im Forum,

    Zitat

    Aber ich WILL aufhören, ich weiß das klingt vielleicht blöd aber ich kann mit Stolz sagen das ich 3 Tage trocken bin!

    Gar nicht klingt das blöd. Ganz im Gegenteil. Das klingt sehr vernünftig und ist ein astreiner Anfang um ein Leben ohne Alkohol zu beginnen.
    Du hast dir eingestanden ein Problem mit Alkohol zu haben, willst dagegen vorgehn und hast sogar schon begonnen damit.

    Du hast hier eine gute Adresse erwischt. Nutz' das. Schau' dich ausgiebig um, frag', hör' zu und erzähl' dann wenn du magst ... .

    Wie geht es dir körperlich? Alles im grünen Bereich?

    Micha

    Hallo Deo,

    Das du nicht denkst übermäßig viel zu trinken stimmt wohl nicht ganz, denn sonst wärst du ja nicht hier, stimmts ?

    Ich bin auch auf "sozialen Anlässen" wie du es so schön nennst, immer mehr schüchtern. Ich habe mir wie du Mut angetrunken. Und mir auch die Gesellschaft schöngetrunken, denn oft hatte ich gar keine Lust.

    Es war immer das gleiche: Zuerst wollte ich gar nicht hingehen, dann bin ich doch hingegangen, trank und bin dann oft als Letzter bis zum Schluss dageblieben.
    Entweder ich erschien nicht oder ich gehörte zum harten Kern.

    Zur zeit erscheine ich nirgens wo ich früher trank. Ich habe auch nicht vor, mich durch gezieltes Trinken an eine etwaige Gesellschaft anzupassen. Das macht mich krank.
    Auf Anlässen die mich und die ich nicht nüchtern gerne besuche bin ich nicht mehr zu sehen. Und ich bin froh drüber, weil ich die auch nicht vermisse.

    Heute ist hier bei uns im Haus eine Geburtstagsfeier, wo ich eingeladen bin. Ich habe nicht eine Sekunde darüber nachgedacht dorthin zu gehen. Da wird gesoffen und gekifft bis die Schwarte kracht.

    Ich bin ehrlich froh hier alleine zu sein und mich mit mir und meinem neuen Leben auseinanderzusetzen, z. Z. hier im Forum.

    Ich empfinde das Reden hier auch als wohltuend. Ich weiß nicht, was du nun tun möchtest. Aber ich möchte dir einen einzigen Rat geben: Behalte den Gedanken ans Trockenwerden bei dir. Lauf nicht davon vor ihm. Er holt dich immer wieder ein. Je früher man sich auseinadersetzt desto besser. Einfacher wird es nicht mehr.

    Mach' dir keinen Druck, aber halt den Gedanken fest, denke ihn weiter, bleib' hier und rede, lese, frage, erzähle und sprich mit deiner Frau. Alleine die Ehrlichkeit dieser Geste ihr gegenüber wird eine Erfrischung für eure Partnerschaft sein und dir einen andere Sicht auf dein Trinkverhalten erlauben.

    Ich wünsch' dir einen guten Weg

    Micha