Beiträge von Micha

    Hallo Namensvetter,

    ich meine natürlich Michael und nicht Katerlukas :wink: .

    Du klingst, als wüsstet, was du wolltest. Deine Wünsche in Bezug auf dein zukünftiges Begegnen mit dem Alkohol hören sich für mich nicht naiv an. So dürfen Wünsche sein. Solange man dann den Vergleich mit der dann eintretenen Realität nicht scheut, finde ich Wünsche und Träume erstmal nie naiv. Wir müssen nur dazu antreten sie auch wahr werden zu lassen.

    Ich wünsch' dir die Kontinuität, die du dazu brauchst. Pass' auf dich auf bei deinem Entzug


    Micha

    Hallo Vally,

    das tut mir leid. Das ist natürlich etwas anderes.

    Ich bezweifel' zwar, dass er nur Alkohol getrunken hat, weil er Lust hatte, denn ein Alkoholiker trinkt Alkohol weil er nicht anders kann. Das hat mit Lust nichts zu tun, sondern ist nur eine Ausrede.

    Aber das spielt für dich und deine Ma natürlich keine große Rolle mehr, wenn er euch verlässt. Dann ist das allein sein Problem.

    Ich wünsch' dir alles Gute. Bleib' wie du bist. Fand ich gut, dass du Hilfe gesucht hast, um dich mit diesem Problem nicht abzufinden.

    Micha

    Hallo Vally,

    damit du mich richtig verstehst wenn ich schreibe Ein Alkoholiker bleibt immer ein Alkoholiker:

    Damit meine ich nicht, dass er nicht mit dem Trinken aufhören kann. Er kann es schaffen, aber er muss es selbst wollen.

    Ich will nur damit deine Frage beantworten, ob er denn wieder gleich abhängig ist. Leider ist das so.

    Er müsste noch einmal Hilfe annehmen.

    Micha

    Hi Yorkie,

    sehe gerad' , dass du auch noch online bist

    Ich gratuliere zu neuem Thread.

    Schön zu hören, dass sie langsam anläuft, deine Trockenschleuder :wink:

    Ich habe heute schon eckige Augen :shock: und mach' die Kiste aus.

    Dir weiterhin alles Gute


    Micha

    Hallo Vally,

    ein Alkoholiker bleibt immer ein Alkoholiker. Da gibt es leider keine andere Möglichkeit. Dein Vater hat es nicht gepackt und ist rückfällig geworden. Jetzt hat er ein schlechtes Gewissen aber kann nicht anders als trinken, weil seine Alkoholsucht stärker ist als er.
    Er Antwortet nicht auf Fragen, weil es ihm selbst unangenehm ist zuzugeben, dass er es nicht geschafft hat.
    Natürlich ist Schweigen für keinen von euch eine Lösung. Deine Mutter sollte wirklich auf Antworten bestehen.

    Wenn dein Vater überhaupt nicht zugänglich ist und schweigt, aber weiter trinkt, kann man ihm leider nicht helfen. Er muss das wollen, sonst hat es keinen Sinn. Deine Mutter kann sich dann nur noch selber helfen und dir.

    Mehr kann ich dir leider nicht sagen. Vielleicht kannst du deiner Mutter den Tipp geben, sich selbst mal im Forum anzumelden. Es gibt hier andere Menschen, die selbst nicht trinken, aber einen trinkenden Partner haben mit dem sie Probleme haben. Das nennt sich dann Co-Alkoholismus. Sie findet hier bestimmt einige Mitglieder, die sie beraten können. Am besten tagsüber, wenn hier mehr online sind.

    Ich wünsch' dir für heute erstmal alles Gute

    Micha

    Hallo und willkommen in deinem neuen Thread :wink:

    bei mir ist es so, dass ich gar keinen Bock habe auf ein Gläschen. Ich bin noch nicht so sattelfest im beschreiben meiner 'Strategie' weil ich sie auch nur zum Teil bewusst kenne und sie neu ist für mich, aber irgendetwas in mir (Kopf, Bauch, MischMasch,egal) hat eine direkte Verknüpfung zum Neinsagen hergestellt. Im gleichen Moment, wo der Gedanke an Alk kommt, erscheint immer als erstes ein NEIN. Und dann bin ich ruhig, weil ich keine Angst habe und kann gemütlich den Gedanken weiterspinnen.

    Ich denke sehr viel an Alkohol, fast den ganzen Tag. Aber niemals mehr unter dem Aspekt: Trinken ? Ja oder Nein.

    Da denke ich nicht mehr drüber nach. Ich habe mich das erste Mal in meinem Leben entschieden, nie wieder Alkohol zu mir zu nehmen. Und ich nehme das sehr ernst. Es gibt für mich nichts wichtigeres zur Zeit und ich mutmaße, dass das so bleiben wird. Und das ist ok, weil ich nie wieder in meinem leben betrunken sein möchte. Dieses gottverdammte elende Gefühl sich wieder dominieren zu lassen von dieser widerlichen Droge und das erbärmliche Gefühl danach ... ich will das nie wieder haben. Und ich habe einen guten trick gelernt: Ich brauche 'bloß' nichts zu trinken. das erste Glas stehen lassen, wie ich hier immer und immer wieder lese. So einfach ist das wirklich. Und das tue ich liebend gerne, wenn ich mir überlege, was ich mir damit an Kummer und Elend erspare. Und ich bin ehrlich erleichtert, dass ich nicht mehr trinken muss. Ich empfinde dies zum ersten Mal nicht als Verlust, sondern als Gewinn. Ich habe vor 2,5 Jahren mit dem Rauchen aufgehört und hatte dabei auch von Anfang an dieses Gewinnergefühl (nachdem ich mich durch meine Aufhörverusche über 15 Jahre schon zum Gespött gemacht hatte).

    Ich begreife jetzt erst, nachdem ich nüchtern bin, wie wenig ich trocken bin. Wie weit ich davon entfernt bin von dem Zustand, den ich ersehne, nämlich Nüchternsein als normal zu empfinden. Mir ist alles andere nicht so wichtig (obwohl mein Alltag weiterläuft). Das Trockenwerden hat oberste Priorität.

    Ich beschäftige mich jedenfalls dauernd mit dem Alkohol, ich verdränge ihn nicht. Ich beschäftige mich auf alle möglichen Arten, hauptsächlich aber hier im Forum. Lesen, schreiben, so wie jetzt. Das ist ein gutes Ventil. Ich habe unter ' Tagebücher der Forenteilnehmer' ein Tagebuch angefangen, wo ich auch noch das Glück habe, dass das jemand liest.

    Uff, apropos lesen :roll:

    Das ich keinen saufdruck habe, heißt nicht, dass bei mir nur Eitelsonneschein ist. Aber das mir egal, wenn das auch komisch klingt. Egal, weil ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin und das hier wenn ich will jederzeit bestätigt bekomme von Menschen, die es wissen.

    Ich wünsch' dir die Kraft und den Mut die du für den nächsten Schritt brauchst, egal wann du ihn gehst. Lass' dir Zeit, dann geht alles seinen Gang, ganz ohne Alkohol. Ich bin sicher

    Micha

    Hallo Kijara,

    ich hoffe, du bist damit einverstanden, dass ich für dich einen neuen Thread eröffnet habe. Denn du hast nicht getrunken und bist nicht rückfällig geworden. Nomen est omen.

    Dazu gratulier' ich dir ganz herzlich.

    Du bist mutiger als ich, denn du warst schon vor der Tür einer SHG. Ich selbst bin bald 12 Wochen nüchtern und beginne erst, darüber nachzudenken, ob ich eine besuchen werde. Ich hatte da auch nie dran gedacht, bis ich hier im Forum darauf gebracht wurde. Gräme dich nicht über deine Feigheit, sondern sei stolz darauf, dem Alk widerstanden zu haben.

    Mir geht es jeden Tag besser mit meiner Entscheidung, dem Alk die rote Karte gezeigt zu haben und die Herausforderungen, die er für mich bereithält offensiv und entschlossen anzugehen. Ich sage dazu, bin ein sehr autodidaktisch veranlagter Mensch und betreibe viel Selbststudium in der Sache Alkoholismus, sowohl mit mir, als auch mit der Krankheit und was der eine und das andere miteinander zu tun haben.

    Allerdings wäre ich ohne das Forum nicht auf die wirklich entscheidenden Erkenntnisse gekommen. Da hat das Eigenlernen auch Grenzen, ich darf mich da nicht überschätzen. Ich bin sicher, ich wäre ganz allein früher oder später rückfällig geworden. Bzw. mein Ansatz, nichts zu Trinken hätte sich als blöde Trinkpause 'rausgestellt, wie sonst immer.
    Ich glaube, ohne einen wie auch immer gearteten Austausch mit Betroffenen geht es nicht.

    Ich habe eine ziemliche Hürde vor Menschen in Gruppen, aber mir ist mein Trockenwerden mittlerweile wichtiger als alles andere, sodass ich auch sofort über meine Gruppenhürde springen würde, wenn ich den Verdacht bekomme, eine virtuelle SHG genügt mir nicht. Ich habe allerdings auch kompetenten Austausch im realen 'Normalleben'.

    Ich grübele nicht zuviel, über ein warum. Wichtig ist erstmal klarer im Kopf zu werden, dann geht alles seinen Gang und nach und nach komm' ich dahinter, was da so abläuft zwischen mir und dem Alkohol.
    Hier im Forum werde ich noch geraume Zeit verbringen

    Ich freue mich, dass du noch dabei bist und dich gemeldet hast.

    Micha

    Hallo espresso, willkommen an Bord,

    du scheinst dich ja schon ganz gut eingelesen zu haben .Und du hast eine Einsicht in dein Problem, willst handeln, handelst bereits indem du nichts trinkst und hier schreibst. Das Feld für ein gelungenes Trockenwerden ist bereitet.

    Ich finde du hast das gut beschrieben, wie sich das Wohlfühlgefühl durch mehr Trinken überhaupt nicht steigern lässt und sich das Ganze dann aber verselbstständigt und man Dinge tut oder sagt, die man nicht tun will.

    Wirklich Zeit, die Reißleine zu ziehen. Hast du schon gemacht. Gut das.

    Du hast auch schon gemerkt, wo fürderhin dein Augenmerk liegen muss. Nämlich das man nicht ein bisschen trocken sein kann, sondern ganz oder gar nicht. Das ist aber kein Problem, wenn man sich nur entschieden hat und von dieser Entscheidung nie wieder einen Rückzieher macht.

    Diesen Gedanken, man könnte wieder trinken, weil man sich ja jetzt so schön bewiesen hat, dass man auch ohne auskommt, musst du sofort bei seinem Aufkommen knicken. Mit ihm startet der Teufelskreis aufs neue. Ich kenne das von ungezählten Trinkpausen. So enden sie immer.

    Ich spüre das erste Mal in meinem Leben den Unterschied zwischen einer Trinkpause und ernsthaftem Trockenwerden. Ich bin jetzt bald 12 Wochen nüchtern. Ich nenne das nicht trocken, weil ich mir noch nicht so recht traue und das ist sicher auch ganz gut so. Ich habe mir mit meiner Sauferei solange in die Tasche gelogen, da tu' ich wohl gut daran, erst behutsam Vertrauen zu mir aufzubauen. Obwohl ich ein gutes Gefühl habe zu meiner Einstellung mittlerweile.

    Ich spare zur Zeit eine Menge Energie, weil mein Körper sich nicht mehr mit Katerabbau beschäftigen muss. Ich investiere diese Energie aber gleich wieder in den Prozess meines Trockenwerdens, indem ich mich viel mit mir und dem Alkoholismus beschäftige. Es ist mein absolutes Topthema und das wird es bleiben bis ... ? ... es wird es bleiben, so scheint es mir. Aber das ist in Ordnung für mich, weil ich dabei bin zu begreifen, dass es für mich nur die Trockenheit gibt oder den (schleichenden) Tod.
    Ich habe zuerst gefunden, dass dies ganz schön krass klingt, aber ich komme langsam dahinter, dass Alkoholismus in der Tat eine Krankheit ist, die mit dem Tod endet und ich diese Krankheit habe. Bei jedem hat der Verlauf eine andere Geschwindigkeit oder jeder ist in einem andern Stadium, aber alles andere ist bei jedem von uns gleich.

    Ich bin zunehmend froh über meine eigene Einstellung. Ich bin nicht euphorisch über mein Geleistetes, aber ich stelle es auch nicht unter den Scheffel. Es gibt noch eine Menge abzumachen zwischen mir und dem Alkohol. Wir beide sind noch lange nicht miteinander fertig, aber seit ich nüchtern bin und gleichzeitig für mich beschlossen habe, nie wieder etwas daran zu ändern, ist mir vor der Auseinandersetzung nicht mehr bange. Ich freue mich sogar darauf, weil das Hühnchen das ich mit ihm zu rupfen habe nicht gerade klein ist, denn er hat mich lange dominiert und das kann ich überhaupt nicht leiden.

    Für mich war die Zeit reif, für dich anscheinend auch. Mach' was draus, ab sofort. Ich bin noch nicht so lange nüchtern, aber ich habe einen beruhigend zielsicheren Instinkt, dass es gut ist was ich mach' und wahrscheinlich so gut wie noch nie was in meinem ganzen Leben. Viel wird sich noch verändern müssen und das ist nicht immer gerade leicht, aber es wird Zeit endlich über den eigenen Schatten zu springen um sich selbst mal richtig kennenzulernen.

    Ich bin etwas ins Plaudern gekommen. Ich wünsch' dir alles Gute und viel Erfolg. Sei fleißig und spring' nicht ab wenn es ungemütlich wird, dann geht alles seinen Gang.

    Micha

    nein leider Eveline, kein Bedarf und Probleme sind auch nicht übertragbar :wink: .

    Aber du hörst dich auch nicht wirklich so an, als wärst du darauf angewiesen, da du den Ängsten die dir die Probleme bereiten ins Auge siehst.

    Wenn du die Angst genau ansiehst, wird sie dir die Lösung des Problems frei Haus liefern ...

    Alles Gute wünscht

    Micha

    Nein Paula,
    er war nie dein Tröster. Er hat deine Entfaltung zu dem, was du sein wolltest gestört. Er ist ein Verhinderer gewesen. Das Getröstetsein war ein Trugschluß. Alk tröstet nicht, er betäubt nur die Traurigkeit (wenn überhaupt, ich hab' erst immer richtig im Suff den Blues bekommen).
    So sehe ich das jedenfalls für mich, mit dem nüchternen Abstand von bald 12 Wochen.
    Den Haushalt auf der Reihe zu haben würde ich nicht kleinreden. Ich fühle mich viel wohler, wenn ich auf dem Laufenden bin damit . Ich konnte an dem Zustand meines Haushalts regelrecht ablesen, in welcher Saufphase ich mich gerade befand.
    Oft habe ich bei beginnenden Saufpausen aufgeräumt und abgewaschen wie ein Putzteufel und hatte dabei auch immer ein Gefühl von innerer Aufgeräumtheit.

    Freu' dich doch heute über deinen Haushalt. Vielleicht ist das derzeit die Grenze deiner Leistungsfähigkeit ... ??
    Und wenn schon ... na und ... ?

    Micha

    Hallo Nova,

    du klingst noch ein wenig unentschieden:

    Zitat

    ... vielleicht schaffe ich es dann auch mit dieser Sucht ...

    Zitat

    ... vielleicht doch einen Weg ohne Alkohol gehen zu können ...

    Vielleicht ... vielleicht auch nicht.
    Ich weiß nicht, wie groß dein Problem mit dem Alkohol tatsächlich ist, aber ich weiß, dass du es mit diesem vielleicht keinesfalls in den Griff bekommst. Du musst sehr beherzt herangehen an das Trockenwerden, sonst wird das nichts.

    Was bringt dich zu der Annahme, du könntest es alleine packen ? Hast du es schon versucht ? Und wenn offensichtlich erfolglos, sonst wärst du nicht hier, oder ?

    Ich bin auch erst ein paar Wochen hier und nüchtern. Ich kann dir also nicht sagen, wie man es macht jahre- oder jahrzehntelang trocken zu bleiben. Das bin ich erst dabei zu erlernen.

    Aber ich kann dir für den Anfang einen Tipp geben: Zieh' dich jetzt nicht zurück, weil du vielleicht Antworten bekommst, die du so nicht erwartet hast. Alle Ratschläge bekommst du von Menschen, die wissen wovon sie reden und die dieses Wissen weitergeben wollen. Auch wenn es hart klingt zum Teil. Aber das ist notwendig, um die zum Trockenwerden notwendige Ernsthaftigkeit zu vermitteln. Es geht nicht mit links und viel in deinem Leben und deinem Bewusstsein wird sich verändern müssen ... mehr als du jetzt vielleicht ahnst.

    Es geht nicht nach dem Motto: "Wasch' mir den Pelz, aber mach' mich nicht nass."

    Es ist ein Prozess dass Trockenwerden. Den allerersten Schritt hast du gemacht, indem du dir selbst eingestanden hast, dass du ein Problem mit dem Saufen hast. Das klingt nicht schön, ist aber Fakt. Und hier braucht dir das auch nicht peinlich zu sein, denn hier weiß jeder wovon du sprichst.

    Du hast geschrieben, du ekelst dich vor dir selbst. Das kenne ich auch und ich habe begonnen etwas dagegen zu unternehmen indem ich das Trockenwerden erlerne.

    Und das kann jeder, wenn er denn wirklich will. Bleib' am Ball, zieh' dich nicht wieder zurück auf die Annahme, du kriegst das geregelt. Ich jedenfalls habe nach dieser Methode wertvolle Lebensjahre vergeudet.

    Ich wünsch' dir den Mut und die Kraft, deinem Problem nachhaltig ins offene Auge zu sehen ... wie eine Erwachsene eben :wink: ...


    Micha

    Hallo Vivienne,

    ich möchte auch noch mal an Joachims Anregung anschließen.

    Was hast du den vor am Wochenende ? Willst du weggehen wie gewöhnlich, mit den gleichen Leuten und in die gleichen Läden und nur nichts trinken? Oder hast du was anderes vor oder noch gar keinen Plan ?

    Würde mich mal interessieren ...

    Micha

    Hallo Kijara,

    wie ist es dir ergangen ?
    Geht es dir gut ?
    Warst du bei der SHG oder hast du es nochmal anders überlegt ?
    Erzähl' doch mal, auch wenn du nicht da warst ...
    Ich hoffe, es geht dir gut. Nur darum geht's.


    Micha

    Hallo Vivienne,

    ich gratuliere dir zu deinem Entschluss, denn Teufelskreis durchbrechen zu wollen und zu dem Mut, mit deiner Mutter gesprochen zu haben.

    Sie meint es mit ihrem Rat sicherlich gut, aber sie hat keine Ahnung von deinem Problem. Das mit den 2 Cocktails geht nicht, aber das weißt du ja schon.

    Es ist ganz wichtig, dass du nicht denkst, dass man das 'mit links' packen kann. Für dich wird sich einiges ändern müssen in deinem Leben, was dir vorrübergehend sicher nicht leicht fallen wird. Wichtig ist, dass du mit deinem Problem nicht allein bleibst.

    Dafür ist dieses Forum schon mal ein guter Anlaufpunkt, wird aber unter Umständen nicht ausreichen, wenn du in deinem realen Umfeld überhaupt keinen Zuspruch und Verständnis bekommst.

    Wenn die Gefahr sehr groß ist, dass du aus deiner einsamen Grübelecke von allein nicht rauskommst und du real mit niemandem so richtig darüber reden kannst, dann musst du dir professionelle Hilfe suchen.

    Wie das geht, kann man dir hier sicher im Forum sagen. Du musst nur auch Hilfe annehmen wollen, dann kriegst du das hin, was du dir vorgenommen hast. Ich wünsche es dir.

    Micha

    Hallo Skeptiker,

    ich gehe mal davon aus, dass dein Nickname nicht auf die gleichnamige ostberliner Punkband aus den 80er Jahren zurückgeht, sondern du damit allgemein deine Weltsicht zum Ausdruck bringen möchtest.

    Ich würde mich auch als Skeptiker bezeichnen und weiß daher davon zu künden, dass die Übergänge von der Skepsis zum Nihilismus - der alles von vornherein in die Tonne tritt - fließend sind.

    Auch habe ich den Hang zur Schwermut und weiß, dass das ein gefährlicher Wesenszug dann sein kann, wenn man nicht nur an einem verregneten Novembersonntagnachmittag ganz gemütlich seiner Melancholie ein wenig Raum schenkt, sondern beginnt aufgrund seiner Skepsis sich hineinzusteigern bis zur Handlungsunfähigkeit.

    Ich sag' dir was: Es gibt nicht die kardinale Lösung, sondern nur ganz, ganz kleine Schritte in die richtige Richtung. Es gibt nichts gutes, außer man tut es: Schalt' mal die Kiste für eine Stunde aus und geh' spazieren. Das pustet den Kopf ein wenig durch und danach hat sich noch nie jemand schlechter gefühlt und man hat dabei nichts zu verlieren.

    Micha

    Hallo wienerwurst (:lol:) ,

    ich bin erst seit etwa 10 Wochen nüchtern und bin nicht berufen, dir zu sagen, wie man die Unterkategorie deiner Alkoholsucht nennt. Ob das nun quartalsmäßiges Saufen ist oder was auch immer.
    Das hängt auch davon ab, ob du dir gegenüber ganz ehrlich bist mit den angegebenen Zeiträumen und Mengen deines Alkoholmissbrauchs (da solltest du mal bewusst drüber Inventur machen). Ist aber auch nicht wichtig.

    Fest steht, dass du ein sehr zwanghaftes Verhältnis zum Alkohol hast und daran ganz dringend etwas ändern solltest.

    Zitat

    manchmal is es so schlimm wenn ich weitertrinken will und nix hab das ich richtige krämpfe bekomme und hektisch auf und abgehe wie ein Irrer


    Ich weiß nicht genau was du mit Schnapsdrossel meinst (wahrscheinlich jemanden, der gelegentlich mal ganz harmlos einen über den Durst trinkt), aber was sich bei dir abspielt ist alles andere als harmlos und du solltest so schnell wie möglich dagegen etwas unternehmen, indem du einen Alkoholentzug machst und dir ein Leben ohne Alkohol aufbaust.


    Du schreibst allerdings, dass du den Alkoholrausch liebst und solange das dein Ernst ist, wirst du schlechte Karten haben. Liebst du es wirklich, dich so zu verändern, wie du dich beschrieben hast unter Alkoholeinfluss?

    Ich kann das nicht glauben und du schreibst selbst, dass es auch schon lange nicht mehr lustig ist.


    Zitat

    das Problem is wenn ich mal ne Cola bestellt ärgert man mich sogar und treibt mich zum trinken (Man könnte jetzt meine Freunde in Frage stellen aber sie sind wirklich gute Freunde


    Du solltest deine Freunde sogar ganz dringend in Frage stellen. Kein wirklicher Freund treibt mich dazu, etwas zu tun, dass ich nicht will und was mir nicht gut tut. Vielleicht lässt du dich aber auch gerne Treiben, um nicht das Gefühl zu haben, du wärst selber für dein Trinken verantwortlich. Doch das bist du ganz allein.

    Wenn du ernsthaft darüber nachdenken solltest, endgültig und ohne wenn und aber das Trinken sein zu lassen, dann wirst du deinen Freundeskreis damit konfrontieren müssen. Jeder der dich dann noch zum Trinken treibt, ist definitiv kein Freund.

    Du wirst in deinem Leben sicherlich einiges umbauen müssen, um dem Alkohol ernst- und dauerhaft keine Chance mehr bei dir einzuräumen.

    Vielleicht ist das nicht ganz so easy und nebenbei zu machen, wie du gehofft hast, aber es ist ein Prozess der sich lohnt.

    Ich wünsche dir alles gute dabei

    Micha

    Hallo Yorkie,

    Zitat

    Mir geht soviel durch den Kopf.
    Weiß auch nichts zu schreiben, weil bei mir gar nichts sortiert ist.

    ich bin dabei, die Erfahrung zu machen, dass mir das Schreiben dabei hilft, meine Gedanken zu sortieren. Ich habe hier unter "Tagebücher der Forenteilnehmer" ein Tagebuch angelegt und wusste erst nicht so recht, was ich schreiben soll. Und wie. Ich hatte nie Tagebuch geschrieben. Und es ist ja hier auch nicht wirklich geheim, sondern andere können es lesen.

    Ich hatte mir bei einem Tagebuch immer ein kleines Mädchen vorgestellt, das aufschreibt, dass es in den Nachbarjungen verliebt ist und sich nicht traut es ihm zu sagen, weil der lieber mit den Jungs Fußi spielt ... und das Buch unterm Kopfkissen verstaut. :lol:

    Naja, und jetzt hab' ich festgestellt, dass es eine gute Art ist, etwas Klarheit in seine Gedanken zu bekommen. Es ist eigentlich egal was man schreibt oder ob es wirr ist - Hauptsache, es kommt aus dem eigenen Inneren und entspricht der Wahrheit. Dann kann man sich das hinterher durchlesen und kennt sich selbst etwas besser. Man kann es zu Hause auf einem Zettel machen oder auch hier, wo man zusätzlich noch andere an seinen Gedanken teilhaben lässt und eventuell wertvolle Gedankenanregungen bekommen kann. Man für sich selbst denkt ja manchmal sehr im Kreis.

    Ich finde das eine gute Übung, sich seinen eigenen Gedanken bisschen zu nähern.

    Ich glaube, wir sind so vom Zeitraum in einer ähnlichen Phase. Du hast diesen Thread hier am 5. August eröffnet und bist seitdem nicht so richtig aus deinem Loch herausgekommen. Das ist schon recht lange und du wirst immer ruhiger. Versuch' doch wirklich mal für dich zu formulieren, was du denkst, fühlst, was du dir wünschst, welche Sorge du hast, das die Wünsche nicht in Erfüllung gehen oder ob du Angst hast vor was. Vor dem Neuen, der Veränderung. Vor der eigenen Courage. Mach' dir einen Plan was du verändern willst und über das Geschaffte kannst du dann stolz sein und wenn du nicht alles schaffst liegt darin auch schon wieder eine Erkenntnis ...

    Kaltblut hat's gesagt:

    Zitat

    Dein Job ist in Bewegung zu kommen, zu schreiben, zu quatschen, zu laufen, zu arbeiten, Unkraut im Garten zu pflücken oder 10 Stunden Nägel in die Wand zu schlagen und Dir dabei 10mal auf die Finger zu klopfen, aber dabei wird was in Bewegung kommen.

    Ich glaube das stimmt. Wir müssen uns rücken und rühren, sonst fallen wir dorthin zurück, wo wir herkommen. Und ich finde diese Vorstellung zu deprimierend, als sie für mich Realität werden lassen zu wollen.

    Ich hoffe, dir geht's gut und vor allem wünsche ich dir heute einen erholsamen Schlaf. Einen von der Sorte, der die Welt morgen schon wieder anders aussehen lässt.

    Micha


    P.S.:

    Yorkie, 7. August 2006 :

    Zitat

    ABER DIESMAL IST ES ANDERS! ICH WILL DA DURCH!!!

    Kopf hoch Kijara,

    auch wenn er schwer wiegt. Ich glaube, dass aber auch jeder hier nachvollziehen kann, wie dir zumute ist. Erbärmlich.

    Aber es ist nicht alle Tage Abend auch wenn du das heute nicht glauben magst. Du hast schon viel Stärke bewiesen indem du hiergeblieben bist.
    Und ich höre einen starken Willen heraus, es trotzdem schaffen zu wollen.
    Du willst es gar nicht erst wieder in eine ganze Phase abgleiten lassen, sondern dem Elend gleich wieder den Riegel vorschieben. Dauerhaft. Das ist gut.

    Mir geht es nach 10 Wochen so, dass ich merke, dass ich es auch zu sehr auf die leichte Schulter nehmen wollte. Wie immer bisher. Um zu Scheitern dann. Wie immer. Irgendein Grund findet man immer zum Saufen wenn man will. Ich brauche mehr Rüstzeug, um bei Problemen oder schlechten Gefühlen nicht die Betäubungskeule einsetzen zu müssen. Ich will stehen bleiben können, wenn mir der Wind ins Gesicht blässt.
    Hier finde ich jede Menge Rüstzeug und du auch wenn du wach bist.

    Was du jetzt gerade machst - hier zu posten - kann für dich ein Meilenstein werden auf dem Weg zu einem glücklichen, selbstbewussten Leben durch dauerhaftes Trockensein.

    Du hast getrunken. Ja. In dem Moment hast du dich belogen. Aber du bist nicht dabei geblieben, hast deine Lüge reflektiert und bist dabei, zu bereuen und Schlüsse zu ziehen. Und zu formulieren, laut zu formulieren, was du dir wünschst, in welche Richtung dein Leben gehen soll. Nämlich hin zu einem selbstbestimmten, drogenfreien, ehrlichen und aufrechten Weg.

    Der Weg ist lang, ich selbst bin erst am Anfang und ich weiß nicht genau, wohin er mich führen wird. Aber wohin auch immer: Ich werde ihn weitergehen bis ich Licht sehe. Denn hinter mir ist es mir zu dunkel. Vielleicht gehen wir hier eine Stück gemeinsam. Raff' dich auf

    Micha