Beiträge von Micha

    Hallo Wanderer,

    das Erlernen einer trockenen Lebensführung ist zunächst mal ein eher prosaischer und praktischer Vorgang.

    Die Frage ist zwar "Sein oder Nichtsein", aber nicht literarisch-poetisch oder philosophisch, sondern im Sinne von "ohne Alkohol leben" oder "mit Alkohol sterben".

    Es geht um dein Leben und du musst dir als erstes darüber klar werden, ob du es leben möchtest oder weiter mit dem Tode kokettieren.

    Willst du leben? Willst du den Mut haben zum Leben?


    Herzliche Grüße vom Micha

    Hallo Falk,

    seit ich nicht mehr trinke (knappes Jahr) hat sich meine Ansicht über Alkoholiker natürlich auch geändert.

    Für "Abschaum" hatte ich sie allerdings auch zuvor noch nie gehalten. Ich hatte eher Mitleid, wenn ich in der Öffentlichkeit Menschen sah, die offensichtlich völlig ausgegrenzt und persönlich heruntergekommen und endunglücklich und verzweifelt auf einer Bank saßen.

    Du schreibst von dem Bild, dass Alkoholiker in der Gesellschaft haben, als würdest du die ganze Gesellschaft pauschal kennen. Kann es sein, dass du da deine eigene Ansicht über Alkoholiker beschreibst? Vielleicht solltest du die mal überprüfen und dir erlauben anzufangen, dir eine eigene Meinung zu bilden.

    Ich nehme Alkoholiker auch als intelligente, sensible, kreative, einfühlsame, verantwortungsbewusste und liebenswerte Menschen wahr und deswegen schäme ich mich auch nicht, zu ihnen zu gehören. Geschämt habe ich mich als ich selbst noch trank, weil ich nicht genügend über meine Krankheit wusste. Aber auch da schämte ich mich für MICH, nicht für die Zugehörigkeit einer Gruppe.

    Ich stelle mir nicht die Frage: Muss sich ein Alki schämen?
    Sondern nur: Muss ICH mich schämen?

    Je länger ich am Stück nüchtern darüber nachdenke- und fühle, umso entschiedener ist meine Antwort NEIN.


    Gruß Micha

    Hallo Rose,

    wer sagt denn, dass man einen trockenen Alkoholiker jederzeit erkennen können muss?
    Ich gehe einfach davon aus, dass ich umso stabiler trocken werde, je offener ich damit in der Lage bin umzugehen. Und umgekehrt. Mehr Offenheit bedeutet in diesem Sinne mehr Sicherheit.

    Ich wollte mit dem Beispiel zum Ausdruck bringen, dass es meiner Ansicht nach nichts nutzt, sich einen Begriff so lange schön zu diskutieren, bis er einem passt, weil er in der Gesellschaft schlecht beleumundet ist. So leicht kommt man aus dieser Nummer nicht raus.
    Wenn wir wollen, dass sich das Bild unserer Krankheit in der Gesellschaft präzisiert, sollten wir aus der Deckung kommen. Alle die sich verstecken, haben Anteil an den schrägen Vorstellungen der Gesellschaft und - was noch viel mehr wiegt - schwächen meiner Meinung nach die Stabilität ihrer eigenen Trockenheit.

    Ich bin auch noch lange nicht soweit damit wie ich sein möchte, aber sehe es für meinen weiteren Trocknungsprozess als unandingbar an, dies - nämlich mich - noch zu ändern und nicht die Begrifflichkeit meiner Krankheit.

    Ich bin der Letzte, der vorhat rumzurennen und aus irgendeinem Sendungsbewusstsein heraus hinauszuposaunen, dass ich Alkoholiker bin. Aber ich möchte meine Energie dafür einsetzen, dass ich nicht aus ANGST meine Krankheit verleugnen muss.


    Gruß Micha

    Hallo alle,

    nehmen wir an, ich wäre Motorradfahrer. Und Motorradfahrer hätten den klischeehaften Ruf zu rasen wie die Blöden. Und ich wollte mich damit nicht identifizieren.
    So würde ich nicht versuchen einen neuen Begriff für's Motorradfahren zu kreieren, sondern nicht rasen.

    Das einzige, was jeder einzelne von uns tun kann, um den Begriff "Alkoholiker" in der Gesellschaft aufzumöbeln, ist trocken zu bleiben und zufrieden damit zu leben und vorzuleben.

    Gruß Micha

    Hallo Liv,

    gut, dass du das Bier entsorgt hast.
    Sprich mal mit deinem Partner wegen des Whiskeys. Du sagst, du fühlst noch nicht, dass der wirklich weg müsste. Du fühltest aber zuerst auch nicht, dass das Bier weg soll und bist nun doch froh, dass es weg ist.

    Ich lebe allein, aber ich denke, dass ein Partner nicht unbedingt Zuhause neben mir Schnaps trinken sollte. Sollte er das auch tatsächlich nicht vorhaben, braucht er auch keinen im Haus zu haben.
    Für einen Nichtalkoholiker kein Problem. Dir zu Liebe.


    Herzliche Grüße vom Micha

    Zitat

    Verstehe ich nicht ganz. Meinst Du, ich solle weniger fragen und einfach lesen?


    Hallo Liv,

    nein, das meinte ich nicht. Fragen stellen macht klug, denn hier gibt es eine Menge Leute die in Bezug aufs Trockenwerden wertvolle Antworten haben.
    Das war nur nochmal ein Plädoyer für die Geduld, die mir so wichtig erscheint.

    Was du da über den geschlossenen Bereich schreibst trifft definitiv nicht zu. Wir sind eine Selbsthilfegruppe aus Leuten, die alle entweder Alkoholiker oder Coalkoholiker sind. Da stört keiner den anderen, sondern wir versuchen uns alle gemeinsam zu helfen. Wie ich finde mit einem Erfolg, der sich sehen lassen kann. Genaugenommen wirst du in der ersten Zeit sogar dazu aufgefordert "lästig zu fallen" und egoistisch zu sein.

    Ich will keine Werbung dafür machen, aber ich kann dir in die Hand versprechen, dass du dort gut aufgenommen wirst und auch nicht in irgendeinen Zugzwang kommst, sondern dich ganz nach Belieben tummeln kannst.


    Mir ging es genau wie du schreibst: dadurch, dass ich nach außen noch fast alles im Griff hatte, fiel es mir leicht mich selbst zu belügen. Und das ich relativ leicht Pausen machen konnte, nährte wiederum meine Einbildung, ich hätte alles im Griff.

    Meine Trinkpausen scheiterten jeweils an der Annahme, ich könnte kontrolliert trinken. Das war ein Trugschluss, der mich einige Jahre meines Lebens gekostet hat.
    Meine fundamentalste Erkenntnis ist, dass es für mich nur 2 Möglichkeiten in Bezug auf Alkohl gibt: Trinken oder Nichttrinken. Ich habe mich für die zweite entschieden.


    Du schreibst, dass dir Bier gar nicht schmeckt und nur Mittel zum Zweck ist und dich Whiskey sogar anekelt.
    Das macht den Alkoholiker wohl aus, dass er Alkohol nicht genießt, sondern als Mittel zum Zweck, nämlich sein Bewusstsein wegzublasen, einsetzt.

    Ich unterscheide nicht mehr zwischen verschiedenen alkoholischen Darreichungsformen oder Alkoholsorten, obwohl ich ein ausgesprochener Nurbiertrinker war. Bis auf kleinere Rotweinphasen.
    Ich rede von Alkohol als Substanz, egal wo er enthalten ist. Ich verlasse mich nicht darauf, dass mich Schnaps nicht reizt, obwohl er das wirklich nie getan hat. Ich möchte gar keinen Alkohol im Haus haben. Auch nicht in irgendwelchen Süßigkeiten o.ä..


    Zitat

    Ich möchte noch viel mit ihnen erleben und ihnen die fröhliche und unternehmunslustige Mutter sein, die sie eigentlich verdient hätten. Und das geht nur nüchtern ... .

    Das wünsche ich dir und auch deinen Kindern.


    Herzliche Grüße vom Micha

    P.S.: Vielen Dank für das Schirmchen, ich werde es wohl morgen wieder brauchen können

    Hallo Liv,

    vielleicht war dein letzter Rückfall gerade eben heilsam, WEIL du ihn nicht so schnell wegstecken konntest ?

    Bei mir war es so, dass ich von meinem Leben so wie ich es führte "einfach" die Schnauze voll hatte. Ich spürte immer mehr diese seelische Einzelhaft und merkte zunehmend, dass das was mit dem Saufen zu tun hat, weil es mir besser ging, wenn ich mal eine Trinkpause von Tagen, Wochen oder gar Monaten eingelegt hatte.

    Aber ich hielt nie lange durch, ohne das ich je verstand, wieso. Ich hatte gar nicht gewusst, dass ich Alkoholiker bin, weil bei mir nach außen alles noch so leidlich gut ablief und ich mich in einer Gesellschaft befand, wo allenthalben gesoffen wurde.

    Diesmal sollte es anders werden, ich wollte wirklich NIE WIEDER BETÄUBT sein, sondern versuchen mein Leben mal nüchtern in den Griff zu bekommen.

    Sowas lernt man natürlich nicht von heute auf morgen. Ich bin auch erst dabei, dieses "nasse Gedankengut" und "nasse Verhaltensweisen" bei mir zu erkennen und zu verändern.

    Immer wenn ich Probleme hatte, betäubte ich mich. Ich hatte keine andere Antwort auf Konflikte als die Dröhnung. Hatte ich nie gelernt. Es wurde immer beiseite geschoben, verdrängt und heile Welt gespielt (so gut wie es noch ging).

    Als erstes habe ich kapiert, dass ich nie wieder ein Glas kippen will. Ich weiß, was passiert, wenn ich das tu' und das ist das allerletzte auf der Welt, was ich will. Ich will klar sein. Nüchtern. Den Dingen ins Auge sehen, auch den häßlichen Wahrheiten.

    Was ich zuerst überhaupt nicht wusste war, dass ich allerhand ändern musste, mein Verhalten überprüfen und bestimmte Dinge anders angehen. Früher bei meinen Trinkpausen, hatte ich lediglich den Alkohlkonsum eingestellt und sonst nichts in meinem Leben verändert.

    Jetzt habe ich mir ein alkoholfreies Zuhause eingerichtet. Das ist mir wichtig.
    Am Anfang dachte ich noch daran, "alkoholfreies Bier" zu trinken. Aber das schlug ich mir bald aus dem Kopf.

    Ich trennte mich von alten Saufkumpels, die es auch nicht mehr an großer Zahl gab, weil ich längst dazu übergegangen war, lieber alleine zu trinken, um weniger aufzufallen.

    Ich beschäftige mich täglich mir und meinem Alkoholismus, den ich zu mir gehörig als Krankheit angenommen habe. Zuerst scheute ich mich selbst vor dem Wort "Alkoholiker".

    Ich tu' das hier im Forum. Ich bin jeden Tag hier. Das ist meine SHG. Ich schreibe viel im geschlossenen Bereich, auch eine Art Tagebuch. Da lernt man sich etwas näher kennen und kann genauer aufeinander eingehen. Es ist sehr hilfreich, dort ein etwas individuelleres Feedback zu bekommen und auch eventuelle Schwachpunkte aufgezeigt zu bekommen.

    Dieser Austausch mit Betroffenen ist für mich das Wichtigste. Als ich hier eintraf, war ich schon entgiftet, hatte aber keine Ahnung, wie ich mein Leben so verändern konnte, dass ich es schaffe ohne Betäubung auszuhalten. Ich habe mir zwar schon immer viele Gedanken gemacht, aber das Entscheidende über meine Krankheit habe ich hier von Menschen gelernt, die bereits erfolgreich und zufrieden trocken leben. Ich lerne hier jeden Tag ein bisschen dazu, weil wir ja alle anders sind.

    Ich glaube, was ich ganz entscheidend anders mache als bei meinen Trinkpausen, ist, dass ich mit mir geduldiger geworden bin. Mir geht es nicht mehr um den schnellen Erfolg, sondern um Dauerhaftigkeit und Stabilität. Ich möchte nicht bei jedem Gewitterchen einknicken.

    Ob für dich eine reale Selbsthilfegruppe richtig ist, wirst du im Laufe der Zeit noch herausfinden. Vorläufig bist du hier gut aufgehoben. Ich möchte dir ans Herz legen, nicht die schnellen Antworten zu suchen, sondern etwas zu verweilen, denn viel Verständnis bringt erst die Zeit und das kontinuierliche Beschäftigen. Mir gehen so gaaanz allmählich die trockenen Lichter an ...


    Übrigens, während ich dies schreibe, fängt es wieder an zu gewittern ... aber wieder nur "Gewitter light" :lol:


    Herzliche Grüße vom Micha

    Hallo und willkommen Endlich,

    ich bin jetzt über 11 Monate ohne Alkohol. Ich sage immer noch nicht "trocken". Ich bin es einfach nicht durch und durch. Das ist für mich aber ein sehr langer Prozess, der vermutlich nie abgeschlossen ist.

    Ab wann ich mich selbst als trocken bezeichen werde, bin ich selbst gespannt. Das können dir sicher Erfahrenere von sich besser erzählen.

    Für mich gilt beim Trockenwerden: Der Weg ist das Ziel. Ich beschäftige mich sehr regelmäßig mit meiner Krankheit und mir und ich muss sagen, dass ich immer wieder neue Aspekte entdecke und mich ganz neu erlebe. Ich war seit meinem 14. Lebensjahr nicht mehr so lange hintereinander nüchtern, da braucht es wohl noch eine Zeit, bis ich wirklich trocken bin.

    Ich warte auch nicht auf den Moment, dass ich mich trocken nenne. Ich denke, dass merk' ich dann schon.

    Was für mich HEUTE zählt ist, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und das bin ich und das macht mich zufrieden und zuversichtlich.

    Das wünsch' ich dir auch ...

    Herzliche Grüße vom Micha

    Hallo Liv,

    ich glaube ganz sicher, dass der Verlust von Freundschaften oder die Unfähigkeit überhaupt welche aufzubauen, mit den Süchten zusammenhängt. Das ist finde ich das psychisch Schlimmste, dass man seelisch so in die Isolation gerät.

    Mir sind auch nicht viele Freunde geblieben. Eine kleine Hand voll. Am allerbesten rede ich mit einem uralten Kumpel, den ich schon aus der Grundschule kenne. Mit dem ich zusammen soff und der seit über drei Jahren trocken ist. Da kommt beides zusammen: das wir uns schon so lange kennen und das er weiß wie Stoffsucht funktioniert und das er einen Weg herausgefunden hat. Das ist sehr wertvoll für mich und ich nenne es manchmal "meine kleine SHG".

    Aber meine richtige SHG ist hier unser Forum. Die Zusammenkunft von vielen verschiedenen Menschen, die den Weg aus der Sucht gefunden haben gibt mir die Zuversicht, dass ich erstens nicht alleine bin und zweitens, dass es WIRKLICH möglich ist, sich dauerhaft zu befreien und ein unabhängiges Leben zu führen.


    Wenn du mit deiner Mutter so ein enges Verhältnis hast, würde ich meinen gehören dein Süchte auf jeden Fall in ein Gespräch zwischen euch. Du soltest ihr versuchen zu sagen, was dich bewegt. Du wirst sicher einen guten Zeitpunkt für dich herausfinden. Ich würde das nicht überstürzen. Ich denke du merkst, wann es soweit ist.

    Ich finde es gut, dass dein Partner dir eine Stütze ist. Sein Glauben allerdings, du könntest wieder gemäßigt Alkohol zu dir nehmen ist gefährlich für dich und ich hoffe, du spielst nicht mal ansatzweise mit dem Gedanken, dies in Erwägung zu ziehen.

    Du musst das ja erst selber noch daran gewöhnen, dass dies so ist. Ich denke, du kannst ihm das in dem selben Maße besser vermitteln, wie du es selbst verinnerlichst. Nimm' dir mit großer Geduld viel Zeit dafür.


    Ich mag übrigens auch extremes Wetter. Allerdings nur wenn es mit Wind und Niederschlägen in jeder Form zu tun hat. Große Hitzeperioden mag ich nicht so. Am liebsten hab' ich ein richtig starkes Gewitter. Bei uns war gerade ein ganz kleines, kaum der Rede Wert, aber es hat Abkühlung gebracht.

    Herzliche Grüße vom Micha

    Hallo Liv,

    in meiner Familie ist nie Thema geworden, dass ich nicht mehr trinke. Ich habe es beispielsweise meiner Mutter erzählt, die es schlicht übergangen hat, weil sie bezüglich Alkohol selbst im Glashaus sitzt. Mit meinem Bruder konnte ich so ein wenig darüber reden am Anfang. Allerdings absolut unpersönlich. Er meinte, so schlimm wäre das ja bei mir nicht gewesen, was mir zeigt, dass er mich nicht kennt. Er selbst meint seinen Alkohlkonsum kontrolliert ausführen zu können. Diese Annahme passt zu seinem Selbstbild, aber nicht zur Realität. Seine Frau genau das Gleiche. Naja ich könnte noch den einen oder anderen Verwandten aufzählen, die halt selbst mehr oder weniger trinken. Eine Partnerin habe ich nicht.

    Ich habe jetzt auch kein Bedürfnis mehr, mich ihnen darüber auszutauschen, weil es einfach nicht die richtigen Menschen dafür sind. Ich war zuerst schon wütend und traurig, weil meine Alkohlkrankheit natürlich etwas sehr persönliches für mich ist und ich dachte, das würde mir nahestehende Leute interessieren . Ich habe mittlerweile festgestellt, dass das auch der Fall ist, aber meine Familie gehört eben nicht dazu. Bei Klarheit betrachtet, habe ich kein nahes Verhältnis zu ihnen und habe mich damit abgefunden.

    Mir ist der Austausch über meine Krankheit mit Selbstbetroffenen oder Menschen, die wirklich mal nachfragen wichtiger.

    Aber du solltest deiner Familie und dir auch noch etwas Zeit lassen, bis du selber selbstverständlicher mit deinem Alkoholismus umgehen kannst. Oft sind die Angehörigen aus Unkenntnis einfach überfordert. Und du selbst fühlst dich aus Unsicherheit schnell gereizt oder wirst aggressiv.

    Wenn du erstmal mit dir selbst mehr im Reinen bist, dann überträgt sich das auch auf den Umgang mit anderen Leuten und du deutest vielleicht die Blicke deiner Mutter anders oder bringst Verständnis dafür auf, wenn ihre Art mit dir umzugehen den Anschein des Mitleids erweckt. Das passiert spätestens dann, wenn du für dich selbst wirklich klar hast, dass du kein Mitleid brauchst. Dann wird dich das auch nicht mehr stören.

    Bis es soweit ist zwingt dich ja niemand zu einem Gespräch, wenn es dir nicht gut tut.

    Was anderes finde ich, ist das mit deinem Partner. Da fänd ich es doch schon sehr wichtig, darüber zu sprechen wie du dich fühlst. Er sollte schon wissen wie es in dir aussieht damit er dir auch hilfreich zur Seite stehen kann, wenn es dir mal schlecht geht. Das kann er doch besser wenn du ihm die Chance gibst, dich zu verstehen.

    Kannst du ihn um Hilfe bitten, wenn du welche brauchst? Und wenn ja, wüsste er überhaupt, wie er dir helfen könnte?

    Ich wünsche dir noch unzählige "kleine Teilsiege" :lol:

    Herzliche Grüße vom Micha

    Hallo Liv,

    wenn du dich bisher ausschließlich als extrem wahrgenommen hast, wie sollte sich das so schnell ändern?

    Also würde ich für den Anfang die Parole ausgeben: "Lieber extrem trocken, als extrem nass." Alles Weitere würde ich auf mich zukommen lassen.

    Ich empfinde es nicht als fragwürdig, dass ich immer wieder Zeit hier verbringe. Ich habe einfach gemerkt, wie gut mir die Anwesenheit hier tut. Ich wüsste ohne das Forum nicht viel über die Verhaltensweisen, die mir eine wirklich dauerhafte und stabile und zufriedene Nüchternheit ermöglichen, weil ich real keinen Anschluss an eine SHG habe und außer einem trockenen Kumpel keinerlei Austausch mit Menschen, die wirklich etwas von Stoffsuchtvermeidungsstrategien wissen oder diese gar leben.

    Ich denke, dass ich seit meiner 11 monatigen Abstinenz - nicht zuletzt mit Hilfe des Forums - viel "gemäßigter" (weniger extrem) geworden bin. Insofern habe ich ein gesundes Verhältnis zu meiner Forumspräsenz, da es meiner Meinung nach grundsätzlich nicht einer weiteren Abhängigkeit Vorschub leistet oder einer Suchtverschiebung dient, sondern in die Unabhängigkeit führt.

    Ich hatte auch mal eine Phase, in der ich mich fragte, warum ich immer wieder hier bin und ob das eigentlich nicht ein schlechtes Zeichen ist. Heute sag' ich mir: es wird seinen Grund haben und zwar den, noch viel mehr darüber lernen zu wollen, trocken zu leben. Manches braucht seine Zeit und ich verstehe vieles erst jetzt richtiger. Und ich beuge der Gefahr vor, das bereits Erlernte zu vergessen, indem ich mich täglich mit meiner und deiner Krankheit auseinandersetze.

    Im Laufe der letzten Monate habe ich besser gelernt, Einflüsse auf mich zu dosieren und so auch einer Forumsüberpräsenz vorzubeugen. Ich sehe keinen Grund, warum das bei dir anders laufen sollte.

    Wenn's mal zuviel wird: Stecker zieh'n, spazierengehen ... weitersehen :wink:


    Alles Gute wünscht Micha

    Hallo Liv,

    einzugestehen, nicht so gut mit Kritik umgehen zu können, finde ich schon ziemlich kritikfähig :wink:
    Bei mir ist/war diese Eigenschaft auch etwas unterentwickelt, aber je länger ich ohne Alkohol lebe (11 Monate) entwickelt sich mein Selbstbewusstsein zum Besseren und ich finde, das ist die Grundlage auch souverainer mit anderer Leute Meinung umzugehen.

    Zitat

    Muss ich ganz unten sein, um den nötigen Willen aufzubekommen, keinen Alkohol mehr zu trinken? Und wenn ich für mich schon mal ziemlich unten war, Monate ohne Alkoholkonsum lebte und wieder rückfällig wurde: was denkt Ihr, muss man da erst wieder nach ganz unten oder reichen die Erfahrungen und Erinnerungen an früher?


    Ich glaube dieses "ganz unten" ist eine sehr individueller Punkt. Mein persönlicher Tiefpunkt hat mich weder wohnungs- noch arbeitslos oder organisch versehrt gemacht. Aber ich war seelisch so in Not geraten, dass ich für mein Leben nur dieses eine Möglichkeit sah, mich dem Alkohol gänzlich zu entziehen. Mein Umfeld hatte noch gar nicht viel davon mitbekommen, denn ich war noch in einer Phase, wo ich mit zunehmender Angst, mit meiner Sucht aufzufliegen, mich sozial immer mehr zurückzog. Ich habe mir hochrechnen können, wie groß später mal die Wahrscheinlichkeit sein könnte, dass ich einer jener Verblichenen sein könnte, die man erst nach vielen Wochen in ihrer Wohnung findet.

    Keiner aus meinem damaligen Umfeld hätte diese meine Ängste verstanden, weil nach außen bis dahin alles noch (fast) "normal" aussah. Du weißt ja bestimmt, wieviel Wert Drogenanbhängige Wert auf eine schöne Fassade legen.

    Was ich damit sagen möchte ist, dass ich lange vergeblich versucht habe, diesen Tiefpunkt an andern Leuten zu messen, am Außen. Das Ruder herrumreißen konnte ich erst, als ich verstand, dass ICH ganz allein herrausfinden muss, wie ICH LEBEN kann und ICH dafür verantwortlich bin.
    ICH musste also bestimmen, wo mein eigener persönlicher Tiefstpunkt liegt.

    Und das tat ich dann. Ich spürte, dass ich im Sinne meines ganzen Lebens nicht mehr weitergehen durfte. Ich war äußerlich unversehrt, stand aber seelisch zwischen Leben und Tod.
    Ich entschied mich für das Leben und sah ein, dass dieser Ansatz nicht mit dem Konsum von Alkohol in Einklang zu bringen war. Ich war schon zu fortgeschritten, stand auf dieser Kippe.

    Ich wusste also: Leben oder Alkohol und hatte einen starken Willen weiterleben zu wollen. Aber ich hatte keine Ahnung, wie ich dauerhaft vom Alkohol wegkomme, weil ich das ja 20 Jahre nicht geschafft hatte.

    So kam ich unsere virtuelle Selbsthilfegruppe, wo ich von länger Trockenen erfuhr, wie sie es geschafft hatte, ohne Alkohl ein zufriedenes Leben aufzubauen.

    Ich arbeite seitdem mit großer Geduld daran, zwischen mich und den Alkhohol einen größtmöglichen Abstand zu bekommen - zeitlich und geistig. Je länger und gründlicher mir das gelingt, umso weniger beschäftige ich mich mit einem Rückfall, weil er in völlig entgegengesetzter Richtung zumeiner jetzigen Lebensentwicklung liegt. Ich sage aber genauso wie du nicht: "Ich habe es für immer geschafft."
    Ich habe's bis HEUTE geschafft, und zwar ohne Alkohol so zu leben, dass ich keine Verzichtsgedanken an ihn verschwende, nie Saufdruck hatte und mich täglich darüber freue, nicht saufen zu müssen und mein Schicksal wieder unabhängiger in die Hand nehmen zu können. Ich habe wieder eine Perspektive.
    Und mein Respekt vor dem Alkohol wächst in dem selben Maße, wie meine Angst vor einem Rückfall sinkt.

    Das Gleiche wünsch' ich dir auch. Für mich war war bei aller Philosophie über ein theoretisches Gerüst, die tägliche Praxis das Wichtigste. Und vor allem viiiiiel Geduld.


    Micha

    Hallo Gerd,

    unnötigen Situationen, in den man schlechte Erfahrung gemacht hat aus dem Wege zu gehen hat oft etwas mit Klugheit zu tun, nicht immer mit Davonlaufen.


    Zitat

    Oft steht aber auch da, wenn du es nicht soundso machst ist es zum Scheitern verurteilt!
    Das ist ja jetzt wirklich ein Anreiz für mich, meinen eigenen Weg zu finden

    Für mich ist meine Trockenheit und mein Leben der einzige Anreiz einen Weg zu finden.


    Ich wünsche dir, dass du im nächsten April diesen Beitrag schreiben wirst, empfehle dir aber, dich heute noch nicht damit zu befassen.


    Micha

    Hallo,

    ich bin jetzt 11 Monate ohne Alkohol. Solange wie noch nie seit ich mit 15 Jahren mein erstes Bier trank. Früher hatte ich viele Trinkpausen. 8 Tage waren kein Problem für mich.

    Aber ich fiel immer wieder in altes Trinkverhalten zurück. Bei jedem Mal wurde es dann etwas schlimmer. Ich hatte nie etwas in meinem Leben verändert. Ich trank lediglich keinen Alkohol.

    Heute ahne ich, was der Unterschied ist zwischen einer Trinkpause und trocken zu leben. Früher meinte ich wohl, Trockenleben wäre eine unendlich lange Trinkpause. Aber dem ist nicht so. Unendlich lange Pausen gibt es nicht, jede Pause hat früher oder später ein Ende.

    Eines Tages kotzte mich mein Leben derart an, dass ich entschlossen war wirklich das Saufen seinzulassen. ich hatte nur keinen Plan wie. Ich wusste nur, dass ich irgendetwas anders machen musste als früher.

    Also sah ich mich im Internet um und fand dieses Forum. Es gab hier eine Fülle von Erfahrung von Leuten, die schon länger trocken lebten. Zum Teil einige Jahre. Und das hatte mich interessiert, was deren Erfahrungen sind und ob man die nicht anzapfen könnte.

    Ich hatte vom "alkoholfreien Zuhause" gelesen.
    Ich möchte jetzt nur mal bei diesem einen Punkt bleiben. Ich würde im Traum nicht daran denken, Alkohol einzukaufen, damit bei mir zu Hause nasse Alkoholiker ihrer Sucht nachgehen können.

    Das liegt nicht daran, dass ich Angst habe, sofort mitsaufen zu müssen, sondern daran, dass ich nicht Zeuge dieses unrühmlichen Tuns des Betrinkens sein möchte. Ich habe mich nüchtern inzwischen so weit von Leuten entfernt, die dies Tun, dass wir in unterschiedlichen Welten leben.

    Wenn zu mir jemand kommt, wird er auf Alkohol verzichten, wenn ihm an mir gelegen ist. Und wenn er nicht verzichten kann, dann hat er selbst ein Alkoholproblem. Die aktive Begegnung zwischen mir und einem nassen Alkoholiker schließt sich einfach gegenseitig aus. Er hat nichts von mir und ich nicht von ihm. Er will saufen um des Saufens willen und das ist das genaue Gegenteil von dem, was ich möchte.

    Für mich heißt trockenes Leben, Denken und Handeln den Dingen geradeaus ins Gesicht zu sehen. Heißt, meine Probleme nüchtern zu bewältigen und klar und gerade heraus zu sagen, was ich denke und fühle.

    Ich hatte das nie gelernt vorher und mir ist ein Rätsel, wie jemand das nach 8 Tagen plötzlich kann. Für mich ist das ein Prozess, der mich mit Sicherheit mein Leben lang begleiten wird und der - nebenbei gesagt - sehr sehr befriedigend für mich ist.

    Sicherlich wird es für den einen oder die andere angenehm sein zu lesen, dass man nichts weiter tun muss, als eben nicht zu trinken, aber wenn es so einfach wäre, dann wären wir ja alle nicht hier.

    Ich habe recht bald bemerkt, seit ich mich hier mit meiner Krankheit Alkoholismus beschäftige, dass man nicht eben mal ein paar Tipps abgreifen kann und alles läuft von allein. Trockenleben erfordert schon, dass man sein Leben in entscheidenen Verhaltens- und Denkweisen etwas fundamentaler überprüft und gegebenenfalls verändert.
    So meine bisherige Erfahrung.

    Dieses Forum ist meine Selbsthilfegruppe geworden in die ich regelmäßig gehe.

    Micha

    Hallo Panther,

    hast du gut beschrieben und zusammengefasst finde ich. Gutes Thema.

    Ich meine, dass es sich bei vielen Rückfällen nicht eigentlich um Rückfälle handelt, sondern um die Beendigung einer Trinkpause. Das heißt, andere trockene Verhaltensweisen wurden gar nicht erst erlernt, sondern lediglich kein Alkohol konsumiert und Umfeld, Gewohnheiten und Verhaltensweisen sind unverändert geblieben oder nur unzulänglich verändert worden.

    So können sich dann die alten Verhaltensweisen dauerhaft durchsetzen. Und die schreien bei einem Alkoholiker nun mal nach Betäubung.

    Oder jemand hat seine Verhaltensweisen nur vorrübergehend abgeändert aber dies nicht dauerhaft verinnerlicht. Das führt dann auch wieder in die alten Muster.

    Deswegen ist es so wichtig dauerhaft am Ball zu bleiben und sich und sein Verhalten zu reflektieren und nicht nach wenigen Wochen oder Monaten zu meinen, man wäre nun trocken und könnte diesen Zustand völlig gedanken- und tatenlos für sich bis in die Ewigkeit beanspruchen.

    Ich persönlich bekomme ständig mehr Respekt vor einem Rückfall, weil ich mir in den vergangenen elf Monaten eine Lebensqualität erarbeitet habe, die mir sehr lieb geworden ist und die ich nicht wieder aufs Spiel setzen würde, sondern darauf weiter aufbauen möchte.
    Aber meine Angst davor, einem Rückfall fatal ausgeliefert zu sein, nimmt im gleinen Maße stetig ab, weil ich spüre, dass es möglich ist, sich ein stabiles Fundament zu bauen und ein Lebenqualität zu erschaffen, wo Betäubung nicht nur nicht mehr erforderlich ist, sondern alles kaputtmachen würde.


    Micha

    Hallo HansDampf,

    als ich mich hier anmeldete wusste ich, dass ich mein Leben nicht mehr vom Alkohol gestalten lassen wollte. Ich hatte aber keinen Dunst, wie das gehen könnte, weil ich es ja noch nie geschafft hatte. Hätte ich den Dunst gehabt, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen das Wort ALKOHOL in eine Suchmaschine zu tippen.

    Ich war immer nach einiger Zeit in mein altes Trinkverhalten zurückgefallen und wusste nicht warum. Daran las ich ab, dass ich nichts von meiner Krankheit verstanden hatte.

    Ich tappte also bezüglich der Wechselwirkung zwischen mir und dem Alkohol total im Dunkeln. Etwas spielte sich ab, was ich beenden wollte, was ich nicht verstand und was mich körperlich und seelisch siechen ließ.

    Ich wusste nur, dass ich diesmal etwas anders machen musste, als die Male zuvor, denn ich hatte mir bereits hinlänglich bewiesen, dass ich nicht das Kartenmaterial in den Händen hielt, das mir den Weg nach Rom wieß.

    Diese Erkenntnis öffnete mich für das Annehmen von Ratschlägen anderer. Von Leuten von denen ich annehmen konnte, dass sie bereits in Rom waren, die also offensichtlich über einen richtigen Weg Kenntnis hatten.

    Da freute ich mich, weil ich sonst nicht gewusst hätte, was ich machen sollte, weil ich ja schon realisieren musste, dass ich es alleine nicht schaffte. So begann ich diese Ratschläge anzunehmen und umzusetzen...

    Seither geht es mit mir und meiner seelischen, körperlichen und sozialen Verfassung ständig bergauf.

    Ich könnte dir nach meinen knappen 11 Monaten ohne Alkohol wahrlich keinen vollständigen Streckenplan zeichnen, mich würde allerdings interessieren woher du deinerseits weißt, dass viele Wege nach Rom führen wenn du noch nie da warst?

    Ich wünsch' dir auf deinem Wege alles Gute

    Micha

    Hallo Schmuseb ... räusper ... Paolo,


    wenn ich mich auch schon an deinen knuddligen Spitznamen längst gewöhnt hatte, kann ich nachvollziehen, dass du dich nicht trockenen Lebens lang mit ihm identifizieren möchtest.

    Wohl an denn Paolo, was zählt ist was hinter einem Namen steht. Und das bist du, den ich kennengelernt habe als einen, der seinen Weg zur Trockenheit sehr nachhaltig verfolgt.

    Also weiter so Paolo, ich wünsch' dir weiterhin alles Gute.


    Micha

    Hallo Oliver,

    ich bin 45 Jahre. Ich hab' etwa vor 15 Jahren meinen letzten Joint geraucht. Mir bekam das Zeug auch nicht mehr.

    Ich hörte einfach auf. Oder besser gesagt: ich merkte sogar nach langer Zeit erst, dass ich aufgehört hatte. Ich hatte mir gar nichts vorgenommen. Es war also kein bewusster Prozess, den ich dabei durchschritten habe.

    Das ist jetzt bei meinem Trockenwerden ganz anders. Ich habe seit 10 Monaten keinen Alkohol getrunken und entwickle mich seit dieser Zeit so bewusst, wie noch nie zuvor in meinem Leben.

    Du schreibst, du hättest nach der Kifferphase STATTDESSEN Bier getrunken. Das war bei mir sicher auch so. Allerdings hatte ich vor dem Kiffen schon mit Alkohol begonnen und nach der Kifferphase gings dann verstärkt weiter mit dem Suff.

    Ein STATTDESSEN gibt es heute für mich nicht mehr. Ich lebe gänzlich betäubungsfrei. Von daher ist das Beenden meines Kiffens übehaupt nicht zu vergleichen mit meinem heutigen Trockenwerden. Ich begreife jetzt zum ersten Mal überhaupt, was es heißt komplett nüchtern zu werden und einen so großen Abschnitt meines bewussten Lebens wie noch nie am Stück mit klaren Gedanken und Gefühlen zu erleben.

    Ich bin dabei zu lernen, mein Leben völlig betäubungsfrei zu meistern. Das geht allerdings nicht über Nacht, sondern ist ein langer Prozess. Man muss bereit sein für einige Veränderungen.

    Bist du eigentlich schon entgiftet?

    Micha

    Hallo liebe Leute,

    wir haben ja als Menschen die Chance - oder die Last, wie man will - die Zeit und damit unser Dasein in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einzuteilen.

    Ich sehe meine Heute mittlerweile als Schnittstelle, wo ich das Gestern mit dem Morgen in Einklang bringen kann. Und je nachdem wie mir das glückt, fühle ich mich ausgeglichen.

    Ich versuche eine Waage zu finden, nach der ich mir mal eine Reise in die Vergangenheit erlaube und mal einen Ausflug in die Zukunft, aber mein großer Schwerpunkt soll für immer HEUTE sein und bleiben.

    Ich finde es genial, dass ich jetzt lerne, Erkenntnisse aus gestrigen Erfahrungen mit ins heutige Denken und Handeln einfließen zu lassen und damit vertrauensvoller und entspannter in die Zukunft sehen kann.

    Seit ich nicht mehr trinke, gefällt mir auch das Älterwerden, weil es einen Sinn bekommen hat. Dadurch, dass meine Erfahrungen - egal welcher Art - nicht vergeblich waren.

    Der Alkohol hatte bei mir Barrieren zwischen gestern, heute, morgen geschaffen, die nun - da ich langsam trocken werde - falllen und alle drei miteinander versöhnt werden.

    Sicher ein lebenslanger Prozess, den intensiv begonnen zu haben, ich als sehr zufriedenstellend empfinde. Es gibt allerdings noch viel für mich zu tun, um dieser Waage näher zu kommen.

    Micha

    Hallo Sonja,

    ja, da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Mir fällt das recht leicht, vorher die Zutatenliste zu lesen, weil ich das früher auch schon oft gemacht hab'.

    Irgendwann geht es einem in Fleisch und Blut über, einen Blick darauf zu werfen, was man so zu sich nimmt. Schärft auch den Blick für andere Zutaten, die mit Nahrungsaufnahme genau besehen nicht viel zu tun haben.


    Micha