Hallo allerseits,
bei mir war es so, dass ich mein Leben so wie war satt hatte und es mich. Ich wollte nicht ein paar Biere weniger trinken (Metapher: einige Kilos verlieren durch intelligenteres Essen), sondern 'raus aus der Sackgasse meines Lebens.
Ich dachte erst nicht darüber nach, was ich ändern müsste, oder wieviel. Aber ich war bereit dieses WAS und WIEVIEL dem Gedanken an ein Leben ohne Alkohol unterzuordnen. Ich hatte endlich begriffen, dass ich nichts mehr schaffen könnte mit Alkohol. Ich wäre immer weiter abgerutscht, noch unter den Punkt an dem ich bereits war und den ich für unwürdig und bereits unlebendig ansah.
Ich wollte nicht noch mehr eine fremdgesteurte Voodoopuppe sein, kein lebender Toter.
Als ich dann - hauptsächlich hier im Forum - erfuhr, wo wichtige Einschnitte in mein bisheriges Dasein liegen würden, war ich froh, weil dieses Wissen ja ganz wesentlich meinem trockenen Ziel zuträglich war/ist.
Ich habe alles, was ich bisher dafür tat als Gewinn gesehen. Ich bin richtig glücklich, nicht mehr trinken zu müssen. Und demzufolge habe ich alles gerne getan, was für ein Leben ohne Alkohol wichtig ist. Jeder einzelne meiner Schritte ist ein Zurück ins Leben. Da kann ich nicht meckern.
Das war während meiner früheren Trinkpausen anders und oft kam ich an einen Punkt - wie Lilly beschrieb - wo ich nicht weiterkam mit mir und keinem Alkohol und ich dann dachte: " Wenn du eh nicht weiterkommst, dann kannst du auch wieder trinken, dann ist es ja egal."
So steigerte sich dann die Dosis sogar von Mal zu Mal (Metapher: Jojoeffekt beim Abnehmen), weil ich nichts begriffen hatte und dem Alk wieder die Zügel in die Hand gab. Und der hat nun mal ein sehr einnehmendes Wesen und fragt mich nicht, ob er mich kontrollieren darf. Erst wenn ich aktiv und initiativ werde und ihn ganz bewusst aus meinem Leben banne, kann ich dauerhaft und zufrieden ohne ihn Leben.
Dieser Jojoeffekt entsteht immer dann, wenn man sich etwas "abzwackt", etwas nicht tut, was man gerne täte. Das Gehirn merkt sich diesen Verzicht und verlangt nachträglich, was ihm "entgangen" ist zurück.
An dieser Stelle endet auch, was man bewusst durch den eigenen Willen und entgegen seiner inneren Erkenntnis zu tun in der Lage ist. Ein Alkoholiker kann sich Alkohol nicht dauerhaft "abzwacken", ebensowenig wie ein (angehender) Fettsüchtiger.
Man hat erst eine Chance, die Quälerei zu beenden wenn man Methoden bzw. Handlungen, die einen gesund werden lassen nicht als Strapaze ansieht, sondern als Schlüssel zum zufriedenen Überleben.
Ich weiß Lilly, ich habe das Thema verfehlt, das du einen Thread zum sammeln von Metaphern eröffnet hast. Mir fällt keine konkrete ein, bzw. ich könnte alles nehmen zum Vergleich. Für mich ist das eine runde Lebensphilosophie geworden, die sich in all' mein Treiben und Tun erstreckt. Ich lebe freiwillig in einer immerhin so freien Welt, die mir ein zufriedenes Dasein dann ermöglicht, wenn ich mir die Freiheiten nehme die ich habe und Dinge tue die gut für mich sind und Dinge lasse die schlecht für mich sind und aufhöre zu beklagen, wie schwer das alles ist.
Es ist nicht schwer, sondern es ist schön frei zu sein. So frei wie immer möglich. Ich verschwende keine Minute meines Lebens mehr damit an schädlichen und abhängig- und unglücklichmachenden Verhaltensweisen festzuhalten. Wer dick sein will muss viel und falsch essen. Wer betrunken sein will, muss viel und falsch trinken(Alkohol).
Wer aber innerlich frei sein will, muss sich seine Freiheit nehmen wann immer er die Wahl dazu hat und lernen mit ihr umzugehen. Und dieser Umgang will erlernt oder erarbeitet sein. Das geht nicht von heute auf morgen. Wer aber dieses Lernen als Last empfindet, der hat nicht begriffen was Freiheit bedeutet.
Ich schaff's heute nicht mehr zurück zur Metapher als solcher
, deswegen ende ich hier mit herzlichen Grüßen vom
Micha