Beiträge von Leonia

    Liebe Emma,

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    und daher beschlossen, mich nun aus dem Forum zurück zu ziehen.

    ich würd`s sehr schade finden, wenn Du Dich aus dem Forum zurückziehen würdest.

    Mir ist schon klar, dass das Thema "Co-Abhängigkeit" sehr komplex ist und bestimmt schwer zu durchschauen.

    - edit, bitte hier nicht über Inhalte anderer Selbsthilfegruppen schreiben, danke, Linde -

    Im Übrigen frage ich mich auch, was man in Deiner Situation denn konkret machen könnte, um eine Co-Abhängigkeit, falls sie vorhanden ist, abzubauen oder aufzulösen. Den alkoholkranken Ehepartner in ein Pflegeheim abzuschieben, kann doch auch nicht die Lösung sein, oder?

    Klar ist es wichtig, daß Du gerade in Deiner Situation ganz viel machst, was Dir gut tut. Dir einen oder zwei Ansprechpartner suchst, wo Du ganz ehrlich und frei sprechen kannst. Vielleicht auch eine Gruppe oder einen professionellen Ansprechpartner. Einfach jemand, bei dem Du in Ruhe und Offenheit alles sagen kannst und der, wenn Du es möchtest, auch ein bißchen tiefer bohren könnte.

    Aber daß Du Deinen kranken Mann versorgst, finde ich persönlich nicht co-abhängig sondern verständlich und sogar bewundernswert.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Melanie,

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    kennst du dein inneres kind?

    ich hab`schon mal Übungen zum inneren Kind gemacht, aber das ist schon längere Zeit her.

    Zitat

    so co anteile waren bei mir prägung. ich musste echt ganz von vorne anfangen, mich meinem inneren kind zuwenden um rauszufinden was mich zum co macht und wie ich mein co auslebte.

    Wie hast Du das rausgefunden? Im Rahmen einer Therapie, wenn ja, welche Therapierichtung, meinst Du, ist dafür besonders empfehlenswert?

    Liebe Grüße
    Leonia

    Liebe Grazia,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Zitat

    Auch mein Ex ist Spiegeltrinker, und deswegen möchte ich was dazu sagen. Ich glaube Du unterschätzt das. Spiegeltrinker sind nie im Rausch?? Falsch! Sie sind NIE nüchtern!

    Ja, so kann man es auch nennen. :) Wobei mein Freund eben fast nie erkennbar einen Rausch hatte.

    Zitat

    Was diese ständige rausch mit Gehirn macht, habe ich erlebt. Es ist nicht nur die Bauchspeichdrüse oder Leber. Du erlebst jetzt wahrscheinlich ihn zum erstenmal nüchtern. Siehst Du den Unterschied?.

    Der Unterschied ist tatsächlich enorm. Mein Freund ist deutlich ernster, ruhiger, verantwortungsbewußter, geerdeter als vorher.
    Allerdings auch nicht mehr so lustig und witzig wie früher.

    Aber ich habe den Eindruck, daß sein Humor allmählich zurückkehrt. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Melanie,

    herzlichen Dank für Deine Antwort. :)

    Zitat

    da finde ich hst du instinktiv das gute gefühl für dich, du willst nicht als krankenschwester fungieren.

    ups, da hatte ich mich nicht ganz klar ausgedrückt: Beim Thema "als Krankenschwester fungieren" meinte ich, daß ich mich nicht darum kümmern möchte, ob mein Freund seine Medikamente regelmäßig einnimmt oder nicht, ob er seine Ernährung so umstellt, wie er es lt. ärztlicher Empfehlung tun müsste, ob er regelmäßig Arzttermine vereinbart und einhält etc.pp.

    Sollte er hingegen wieder trinken, werde ich mich, wenn er keine weitere Entgiftung mit anschließender Therapie macht, wohl oder übel räumlich von ihm trennen. Denn ich kann und will nicht mitanschauen, wie mein Partner sich in unserer gemeinsamen Wohnung zu Tode trinkt. Ich kann und werde ihm nicht beim Sterben, beim Selbstmord zuschauen. Darüber bin ich mir im Klaren und das weiß mein Freund auch.

    Zitat

    was kannst du tun, das diese geschichte eben nicht dein lebensinhalt ist und bleibt, das du dich lösen kannst daraus? was denkst du?

    Im Moment bin ich sehr von den Angehörigengruppen der anonymen Alkoholiker angetan und eben auch von den Fragen, die ich unbedingt für mich lösen will "Wieso zieht mich ein suchtkranker Mensch als Partner an? Wo sind die Wurzeln dazu? Was war da mit verdeckter Sucht in meiner Herkunftsfamilie?"

    Ansonsten habe ich unabhängig davon ein gutes soziales Umfeld, langjährige Freunde, mit denen ich mich auch sehr offen austauschen kann, eine interessante Arbeit, spannende Hobbies und Interessen.

    Aber ich stelle eben im Moment fest, daß mir der Austausch hier und auch der in den Angehörigengruppen am meisten bringt. Denn da ist irgendwo der Schlüssel zu meinem Wunsch danach, Co zu sein, zu finden. Und es stimmt schon, in meinem Fall ist das echt `ne Sucht, der Wunsch danach, in der Partnerschaft einem Schwächeren helfen zu wollen und dabei der Stärkere sein zu können.

    Liebe Grüße
    Leonia

    Hallo Emma und alle anderen, guten Morgen,

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    Naja, aber einige Jahre reichen aus, um zu merken, dass der Partner
    unzuverlässig ist, Ausdauerprobleme hat, sich gerne Zuhause einigelt um
    zu trinken, schnell reizbar ist, unkonzentriert ist, recht beleidigend werden kann, usw....

    mir war schon klar, daß mein Partner Alkoholiker ist. Eben ein Spiegeltrinker, der übrigends, was typisch für Spiegeltrinker ist, eigentlich nie einen Rausch hat, sondern stets einen gewissen Alkoholpegel hält.
    Aber ich dachte eben, damit könnte ich umgehen, damit könnte ich leben. Natürlich habe ich oft mit meinem Partner über das Thema Alkohol gesprochen, habe versucht, ihn für diese Problematik zu sensibilisieren, was mir, so finde ich, auch stückweise gelungen ist. Denn er hat im Laufe unserer Beziehung deutlich weniger getrunken als am Anfang.

    Zitat

    Aber wie du schreibst, scheinst du davon auszugehen, dass dein
    Partner wieder völlig genesen wird und dann alles in bester Ordnung ist.
    Ich halte diese These für sehr gewagt

    Davon kann ich leider nicht ausgehen, denn eine größere Untersuchung steht noch aus, erst dabei werden wir erfahren, ob sich ein gewisses Organ nochmal regenerieren konnte.
    Klar ist aber schon, daß mein Partner unabhängig davon eine gewisse Schädigung zurückbehalten wird, mit der er allerdings gut leben kann, falls er nicht wieder Alkohol trinkt.

    Trinkt er wieder, dann ist abzusehen, daß die vorgeschädigten Organe in kürzester Zeit versagen werden, das haben ihm die Ärzte klar gesagt.

    Zitat

    Mein Rat: Nicht du sondern XY muß lernen mit der veränderten
    Situation umzugehen. Befreie dich aus den Fängen deiner
    Co-Abhängigkeit, dann kann sich noch vieles zum Guten wenden.

    Ja, ich weiß. Bei den AA`s und deren Angehörigen gibt es den Ausdruck dafür: "Den Alkoholiker in Liebe loslassen". Den finde ich sehr schön.

    Im Moment bin ich da auch schon richtig dran. Habe begriffen, daß es eigentlich um mich geht. Um die Fragen "Wieso wähle ich einen Partner mit Alkoholproblem? Woher kommt mein Helfersyndrom? War Sucht vielleicht ein verstecktes Thema in meiner Familie?" Ich finde das sehr spannend und wichtig für mich und habe mir auch schon die hoffentlich geeigneten Ansprechpartner zur Klärung dieser Fragen gesucht und habe dort nächste Woche einen Termin.

    Denn, mir ist schon klar, daß falls mein Partner wirklich weiterhin trocken leben wird, wovon ich nun einfach mal ausgehe, auch ich mich weiterentwickeln möchte, weg vom Co-Verhalten, hin zu partnerschaftlicherem Verhalten.

    Wobei ja auch das schon wieder soooo Co klingt, so als ob ich es nur für die Partnerschaft tun würde. So isses aber nicht. Ich möchte für mich herausfinden, welche Wurzeln mein Helfersyndrom, mein Drang nach dem Co-Sein hat, ich will wissen, wo das herkommt. In der Hoffnung, dieses Verhalten dann auch abstellen zu können. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Emma,

    vielen herzlichen Dank für Deine Antwort. Habe in Deinen strängen mal ein bißchen quer gelesen, bin aber auf die Schnelle nicht ganz durchgestiegen. Habe ich richtig verstanden, daß Du von Dich von Deinem alkoholabhängigen Mann getrennt hattest und nun wieder, in getrennten Wohnungen, zusammen bist? Dein Mann ist nun anscheinend trocken, darf ich Dich fragen, wie lange schon?

    Zitat

    Denn so eine Krankheit kommt ja nicht von heute auf morgen.
    Warum also bist du nicht früher gegangen?

    Die Krankheit meines Partners kam tatsächlich ohne Vorankündigung, und sehr überraschend für mich. Denn mein Partner ist jahrelang vorher nicht einen einzigen Tag krank gewesen und ist dann plötzlich mit lebensbedrohlichen Symptomen zusammengebrochen.

    Trennung war während der ganzen Zeit der Beziehung kein Thema für mich. Denn erstens bin ich erst einige Jahre mit meinem Partner zusammen und zweitens verhielt sich als Spiegeltrinker relativ unauffällig und für mich einschätzbar.

    Zitat

    Sage mir Leonia, was war denn wirklich vorher schöner?
    Versuchst du da eigentlich nicht viel zu viel zu verdrängen?

    Vorher mußte ich keine Angst um sein Leben haben, das war der Unterschied. :)

    Aber klar ist diese neue Situation auch eine riesengroße Chance für meinen Freund, trocken zu leben, die er vorher zwar auch hatte, aber einfach nicht ergreifen konnte.

    Für mich geht`s, denke ich, im Moment darum, nach dem Schock der Diagnose der plötzlichen lebensgefährlichen Erkrankung meines Freundes wieder eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln. Das wird mir vermutlich von Tag zu Tag besser gelingen, wenn mein Freund, wovon ich einfach ausgehe, weiterhin trocken leben wird und sich hoffentlich auch künftig, so wie er es derzeit macht, im Bereich der Ernährung, der Medikamenteneinnahme und der Arztbesuche eigenverantwortlich verhält.

    Habe zudem gestern noch ein gutes Buch zu dem Thema gelesen und dabei erfreut an mir festgestellt, daß ich wenigstens derzeit keinen Drang danach habe, meinen Partner zu kontrollieren. Ich schnuppere nicht an ihm, ob er evtl. eine Fahne hat, ich durchwühle keine Schränke (was sich allerdings auch wieder ändern könnte! :( ) Ich glaube ihm einfach, daß er keinen Alkohol trinkt, er wirkt auch ganz verändert: Erwachsener, gefestigter, ernster, selbst seine Stimmlage ist tiefer. :)

    Trotzdem ist es natürlich so, daß ich erst lernen muß, mit der neuen, veränderten Situation umzugehen. Ich hoffe sehr, daß das Gefühl immer wieder mal aufkommender Angst spätestens dann nachläßt, wenn die letzten Untersuchungsergebnisse vorliegen und die hoffentlich einigermaßen gut ausgefallen sind.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Linde,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke trotzdem, daß es, um angemessene Antworten erhalten zu können, unerlässlich ist, ein paar Infos zu geben.

    Also nochmal in Kurzform: Mein Freund hat nach einer lebensgefährlichen Erkrankung auf Anraten der Ärzte hin eine Entgiftung gemacht. Er ist nun, zwei Wochen nach der Entgiftung, weiterhin trocken und auch motiviert, es zu bleiben, er besucht eine Selbsthilfegruppe.

    Ich bin geplättet, wie toll er das durchzieht. Kämpfe aber trotzdem ab und zu mit meinem eigenem Mißtrauen.

    Nach wie vor tue ich viel für mich, habe das immer getan. Besuche Freunde, spreche auch relativ offen mit ihnen und gehe darüber hinaus meinen Hobbies entweder alleine oder auch in Begleitung meines Freundes nach.

    Trotzdem ist da oft so ein Gefühl von Sorge, weil`s halt so plötzlich um Leben und Tod ging und sich das auch wiederholen könnte.

    Diese Sorglosigkeit, Leichtigkeit von früher, die ich in Bezug auf unsere Beziehung hatte, die ist jetzt weg, der trauere ich fast ein bißchen nach.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo,

    in der Hoffnung ein paar Anregungen zu erhalten, möchte ich hier kurz meine Geschichte hier schildern: Mein Freund hatte schon vor Jahren, als ich ihn kennenlernte, Alkoholprobleme, er war Spiegeltrinker.

    - edit, bitte nicht solche Details über die Angehörigen ins Internet schreiben, danke, Linde -

    So, nun zu mir: Ich stehe irgendwie immer noch ein bißchen unter Schock. Diese lebensgefährliche Erkankung meines Freundes, so plötzlich aus heiterem Himmel, die Ängste um meinen Schatz, auch jetzt noch die Bedenken vor jeder weiteren ärztlichen Untersuchung, dann das Wunder, daß mein Freund jetzt trocken ist, die Sorgen, ob er es auch bleiben wird...irgendwie hat mich das alles überrollt und ich komme nicht ganz mit.

    Alles ist plötzlich so anders und ich habe auch ein bißchen das Gefühl, daß die Verantwortung mich erdrückt. Denn man muß jetzt auf alles achten, auch auf die Ernährung. Der Tod ist jetzt plötzlich so nahe gerückt. Mir macht das Angst.
    Ich habe auch keine Kraft und Lust dazu, als Krankenschwester zu fungieren. Sehe aber andererseits auch, wie rasch mein Freund wieder zu Kräften gekommen ist und wie er im Moment sehr viel Verantwortung für seine Trockenheit und auch für seine Gesundheitsfürsorge übernimmt.

    Hoffe so sehr, daß das so bleiben wird. Ich war bereits einmal an einem Abend in einer Angehörigengruppe der AA`s, was mir sehr gut getan hat und ich werde auch diese Woche wieder hingehen.

    Trotzdem würde ich mich auch gerne hier mit Leuten austauschen, die vielleicht Ähnliches erlebt haben und mir eventuell ein paar Anregungen zur Stärkung und Unterstützung für mich und meinen Partner geben könnten.

    Herzliche Grüße
    Leonia

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    Hinweise zum edit.