Hallo Ihr lieben,
jetzt komme ich endlich dazu, mich zu bedanken für euren Beistand und eure Gedanken.
Ich bin montags bis donnerstags mind. 10 Stunden unterwegs. Habe dann noch bei meiner Walkingrunde Sauerstoff durch mein Gehirn geblasen und hatte noch einiges zu erledigen.
Ich war aber in der Frühstückspause schon mal auf eure Beiträge neugierig. Es war sehr interessant. Ich kann das gar nicht so schnell verarbeiten und weiß jetzt zu so später Stunde nicht, ob ich das alles so schnell beantwortet kriege.
Mein Mann ist heute auch wieder etwas bockig, weil ich mich nicht auf Schritt und Tritt von ihm verfolgen lassen möchte. Er guckt immerzu was ich mache, wie ich gucke u. will an allem teilhaben.
Ich verstehe das auch, er will jetzt wieder alles mit mir teilen, aber kriege langsam Verfolgungswahn davon.
Hallo Clärchen,
ja bei uns ist es auch so. Wenn einer nicht so will wie der andere, gibt’s auch ohne Alk endlose Diskussionen (nur mit mehr Niveau als früher), hauptsächlich, wenn es um unser jetziges Zusammenleben geht.
Ich soll doch nicht ständig in der Vergangenheit rumrühren und positiv in die Zukunft schauen.
D.h. ich soll mich wieder voll auf ihn einlassen und alles ist wieder schick. Das geht aber nicht so einfach. Ich will ihm keine Vorhaltungen von früher machen. Aber das kommt so durch, wenn er nicht versteht, dass ich jetzt so bin, wie ich bin und eben nun mal jetzt so fühle.
Versuche die Zeit, in der dein Partner die Therapie macht, intensiv für dich zu nutzen und zur Ruhe zu kommen. Ich habe mich in der Zeit viel zu fertig gemacht, meinte ich müsste, bis er wieder da ist, unbedingt eine Entscheidung treffen. Das geht aber nicht unter Druck.
Allerdings habe ich die Zeit auch genutzt, um alte Freundschaften aufzufrischen, die mir jetzt sehr wichtig sind. Hatte vorher auch Freundinnen. Aber jetzt habe ich wieder mehr Kontakt zu meinem früheren Heimatort. Das tut mir sehr gut.
Erst hat mein Mann nur rumgejault, wie schlecht es ihm dort geht und hatte es schwer mit den strengen Regeln dort. Dennoch hat er dort viel für sich mitnehmen können und ist jetzt froh, dass er die Therapie gemacht hat.
Hallo Aurora
Zitat
Du schreibst an Leonie, dass du es geschafft hast, deinen Mann zur ambulanten Therapie zu überreden. Das ging nicht so gut, deshalb macht er nun eine stationäre, und du schreibst, dass du es für ihn richtig findest so. Was sagt eigentlich dein Mann dazu? Will er denn das überhaupt? Denn was du findest, welche Therapie für ihn richtig ist oder ob er es überhaupt will, ist egal. Er muss es wollen!
Das mit der stationären Therapie war die Idee meines Mannes. Er hatte den Eindruck, dass ihm die ambulante nicht ausreicht. Nicht mal wegen des Alk, aber für die Psyche. Er meinte, dann hätte ich meinen gewünschten Abstand. Zu dem Zeitpunkt begriff er aber noch nicht, dass er es für sich tun muss. Er tat es nur, um unsere Ehe zu retten.
Zitat
Der Co fühlt sich stark und gebraucht, ohne ihn geht eben nix... Und das geht dann so, bis es nicht mehr geht, kräftemäßig. Der Co vergisst sich selbst darüber.
Richtig, das mit dem Gebrauchtwerden wurde mir irgendwann zu viel. Ich merke jetzt erst, wie kaputt ich eigentlich bin.
Zitat
Dein Mann ist genauso erwachsen, er kann alleine Verantwortung tragen für seine Handlungen. Auch wenn es ihm dann weh tut. Traust du ihm nicht zu, dass er es kann? Warum sollte er es nicht können?
Ich traue ihm das schon zu. Aber es tut weh, ihn so zu verletzen, jetzt wo er verzweifelt versucht, alles wieder gut zu machen. Und dann noch das Gehühl, das ich Schuld bin, wenn er wieder abrutscht.( Ich weiß, das ist nicht richtig.)
Allerdings hat uns ja auch keiner gefragt, wie es uns vorher in all den Katastrophen erging.
Zitat
Ich möchte dich einfach aufmerksam machen für dich selbst und deine Bedürfnisse. Dass du siehst, was heute für dich gut ist. Denn heute lebst du und legst deinen Grundstock für morgen. So war es jedenfalls bei mir. Ich gebe dir hier ja meine eigenen Erfahrungen wieder. Ich hoffe, du kannst was damit anfangen.
Das ist ein guter Ansatz. Danke dafür. Vielleicht sollte ich noch mehr auf mein Inneres hören und mit dem Tempo vorwärts gehen, das mir gut tut und mich nicht überfordert. Alles zu seiner Zeit, habe nur Angst, damit nur wieder alles aufzuschieben und zu kneifen.
Hallo Leonia,
ja meinem Mann hat man auch oft nicht gleich angemerkt, dass er was getrunken hat. Ab einem gewissen Punkt aber habe ich bloß in seine Augen schauen müssen, um zu sehen was los ist. Vernünftig unterhalten konnte man sich auch nicht mehr. Man konnte ihn nicht mehr für voll nehmen und hat mit der Zeit jeglichen Respekt verloren.
Nun steht da ein völlig neuer Mensch, selbstbewusst, umgänglich und mit so viel Lebensmut, aber doch so fremd, dass ich mich nicht darauf einlassen kann.
Und dann wahrscheinlich auch noch die versteckte Angst, es könnte doch alles wieder kippen. Und man wird ja auch nicht jünger, will doch einfach nur mal ganz ... normal… leben!
Ja zum Thema Therapie: Ich sollte vielleicht mal drüber nachdenken, habe ich auch schon. Mein innerer Schweinehund hat es noch nicht zugelassen. Zeitlich gesehen auch schwierig zu gestalten.
Fühle mich so ausgelaugt. Die Therapien sind alle nicht am Ort und passen schlecht zu meinen Arbeitszeiten. Aber mein Mann schafft es ja auch, die Therapie ambulant fortzuführen.
Aber der Anfang ist, dass ich euch gefunden habe, Danke, dass ihr da seid.
Übrigens fahren wir am Samstag in den Urlaub eine Woche. Mal sehen, ob die Nähe nicht zu viel wird.
Das war auch solche Blitzreaktion nach meinem Entschluss, es noch mal zu versuchen. Na mal sehn...
Schlaft schön,
würde mich freuen, wieder was von euch zu hören.
ganz liebe Grüße von Eklisee