Hallochen,
ja Morgenrot, ich habe so viel Liebe zu verschenken, dass ich alles heilen kann. Sowas ähnliches ist auch in mir. Am Ende musste ich feststellen, dass ich damit gar nichts retten kann, nicht mal mich. Trotzdem versuche ich es, mein Leben so weit in Ordnung zu bringen, dass es mir gut geht und nicht nur darauf zu schauen, dass alles unter Kontrolle bleibt. Das Leben macht am Ende doch was anderes.
Interessantes Thema. Ich war schon lange nicht mehr im „Offenen“ unterwegs. Ich frage mich oft auch, woher ich diese gewissen Co-Eigenschaften habe. Gleichzeitig versuche ich instinktiv in mein inzwischen erwachsenes Kind hineinzuschauen, welches sein Leben im Griff hatte für sich, aber am Ende alles über es zusammengebrochen ist vor einiger Zeit…..Ich will oft aufhören zu analysieren und nach vorn schauen. Aber es wirft mich immer wieder zurück und ich sehe, dass ich da noch einiges zu verarbeiten habe.
Zum Co erzogen. Ich bin noch nicht hintergestiegen so ganz, was bei mir die Ursache ist, ob es aus der Kindheit kommt, oder ob ich mir gewisse „Macken“ erst in der langjährigen Suchtbeziehung zu meinen Nochehemann zugezogen habe, von dem ich nun getrennt lebe.
Ich bin in einer eigentlich heilen Welt aufgewachsen ohne Süchte aller Art. Vielleicht ist es das. Es wurde alles von uns Kindern ferngehalten, was Probleme anbelangt. Meine Eltern immer in gemeinsamer friedlicher Einigkeit. Dass das uns manche Zeit nur so vorgespielt wurde, weil wir eben davon nichts mitbekommen sollten, was ja im Grunde auch gut so ist, das weiß ich erst heute. Für mich war es eine Welt, die für mich selbstverständlich war. Ich bin sozusagen mit einer rosaroten Brille aufgewachsen und war entsetzt, als es in meiner Ehe dann nicht so rosig ablief, obgleich mein Mann mal sagte, dass wir meine Eltern noch übertreffen werden, mit uns wird es noch schöner 
. Seine Kindheit war nicht so rosig.
Im Nachhinein sehe ich auch, dass alles einfach nur schön in meiner Kindheit sein sollte und meine Belange, negative Befindlichkeiten und Ängste weggedrückt und weggeredet, oft nicht angehört und als Marotten belächelt werden heute noch. Vieles wurde auch erwartet, dass ich es von selbst sehe, dass ich dies oder jenes doch mal hätte machen können oder so. Enttäuschung wurde gezeigt und dass ich bei manchem nicht richtig bin. Vieles habe ich bestimmt auch so übernommen für mein späteres Leben und im Umgang mit meinen Kindern, was mir heute erst so bewusst wird.
Da war manchmal der Fernseher wichtiger, als das was ich zu erzählen hatte und ich wurde über den Mund gefahren. Verzweifelte Erziehungsmaßnahmen meines Vaters waren manchmal recht drastisch. Nun gut, das war recht selten. Ich werfe ihnen heute auch nichts vor. Sie haben alles so gemacht wie sie es für gut und richtig befanden. Die meiste Zeit war schön und lustig und ich fühlte mich im Grunde geborgen. Sie sind mir heute auch eine große Unterstützung bei meinen Dingen, die momentan alles andere als einfach sind. Ich bin froh, dass sie da sind und ich mit allem nicht allein dastehe.
Bei meiner Mama merke ich aber, erst im Heute, wie sehr sie das alles belastet. Sie hat mir früher wenig reingeredet. Sie ist eine Person, die gerne alles unter Kontrolle hat, was ihr selbst aber nicht gut tut. Alles sollte immer alles gut sein. Heute muss sie sich mit vielem auseinandersetzen, was eben nicht so ist. ….Und so bin ich auch, wenn es sich auch anders auswirkt. Ich wollte alles unter Kontrolle haben, meine kleine Familie, meine Kinder, meinen alkoholkranken Mann, den ich zum Guten bekehren wollte…und vor allem mich, die alles ja im Griff hat. Und so bin ich auch heute. Ich kann und will keine anderen Menschen (mehr) verbiegen. Aber ich will alles für mich und mich selbst unter Kontrolle behalten, dass es mir gut geht, kenne da oft den Unterschied zwischen Schönreden und Schwarzmalen nicht. Das wurde mir erst alles bewusst, als ich mich nach der Trennung nur auf mich konzentrieren konnte, was da so alles in mir ist, was ich bisher gar nicht kannte, weil ich wohl wenig Zeit in meiner Selbstkontrolle hatte, das wahrzunehmen.
Vielleicht liegt auch einiges in meiner frühen Schwangerschaft begraben, wo ich gleich Verantwortung übernehmen musste, wo ich selbst ja noch fast ein Kind war. Jetzt nach der Trennung ist es wieder so. ich war noch nicht bei mir angekommen, da musste ich wieder da sein, funktionieren, für mein erwachsenes Kind, das mich braucht jetzt. Aber ich versuche trotz allem die Waage zu finden und auch auf mich zu achten.
Ich bin da jedenfalls noch sehr beim Analysieren, warum das alles so ist wie es ist um das mal geordnet zu kriegen für mich, um nach vorn schauen zu können. Bin auch entsetzt, wenn ich bei euch EKA´s lese, was das wohl auch mit meinen Kindern gemacht hat, weil ich nicht gesehen hab, dass es das Beste gewesen wär, uns da frühzeitig rauszunehmen.
LG Eklisee