Beiträge von eklisee

    Hallo Sarawen,

    ich habe deine Geschichte etwas mitverfolgt. Ich habe jetzt zwei Beziehungen hinter mir, wo ich den Eindruck hatte, nur so als Lückenfüller herzuhalten, gewartet auf was, was wahrscheinlich nie eingetreten wäre.
    Zumindest weiß ich jetzt, was ich NICHT will. Ich will keine Beziehung mehr mit jemandem, der noch nicht so weit ist oder dessen Gefühle für mich nicht stark genug sind, so dass ich ihm einfach nicht wichtig genug bin, sich mehr Zeit für mich zu nehmen. Ich bin nach meiner Geschichte auch noch nicht so weit, ein direktes Zusammenleben zu praktizieren, weil es da noch vieles zu regeln und zu verarbeiten gibt, aber ich möchte schon, dass der jenige innerlich bei mir ist.
    Ich habe auch viel Zeit mit warten verbracht, um dann am WE allein dazusitzen, weil meine Freundinnen sich während meiner Warterei schon anders verplant hatten. Bei dem letzten ging das zwar anders. Weil er weit weg gewohnt hat, waren bestimmte Wochenenden für uns vorgeplant und die anderen habe ich für mich gestaltet. Am Ende hat auch der aber noch innerlich woanders gehangen und hat nicht wirklich mich gemeint.
    Ich habe es bei beiden versucht wie du, den Spieß umzudrehen, um letztendlich festzustellen, dass da nicht viel kam von denen mehr leider. Und ich habe festgestellt, dass ich für solch Rarmachspielchen nicht geschaffen bin, ich habe am Ende noch mehr gewartet und das hat weh, weil im Grunde will ich was anderes....jemanden, der innerlich bei MIR ist, und das geht auch mit Kindern. Ich habe auch welche.
    Und auch wenn ich mich jetzt einsam fühle, verschafft mir das Ende dieser Warterei trotzdem nun Erleichterung und Platz für Neues, wenn es denn an der Zeit ist.

    Zitat

    Verlassensängste etc. schiebe ich teilweise schon auf meine Vorgeschichte. So ist es eben doch auch immer wieder ein Zeichen für mich das ich falsche Verhaltensmuster an den Tag lege. Ich muß den Fokus auf mich legen und rausfinden was ich will.

    Das ist auch so ein Stichwort für mich, ist bei mir ähnlich. Dafür möchte ich mir nun Zeit nehmen. Habe den Eindruck, dass ich auch auf mein Gegenüber sowas ausstrahle, was diese Ängste verkörpert irgendwie, so dass die sich nicht wirklich auf mich einlassen können. Das ist aber nur so eine Vermutung von mir bis jetzt.

    Vielleicht nimmt das Blatt bei dir ja eine andere Wendung, so nur meine Gedanken dazu, als ich diesen Beitrag von dir hier las.

    LG Eklisee

    Hallo Tatze,

    nein es hat sich leider nicht zum Guten gewendet, zumindest nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. Im Grunde aber wahrscheinlich doch, weil eben zu viel nicht gepasst hat. Ich bin auf Abstand gegangen und er hat es letztendlich auf den Punkt gebracht. Somit ist es besser nun, dass es so gekommen ist. Es hat eine ganze Weile wehgetan nun und hab viel geheult. Es gibt da aber auch noch einiges anderes, was da mit hochgekommen ist, wofür ich ihn wohl auch als Ablenkung brauchte. Es war schön mit ihm, vieles ging aber so nicht weiter für mich und hat alles mehr Bauchschmerzen bereitet am Ende, als dass es mir gut getan hat. Und das will ich nicht. Und ich kann ja den Menschen nicht so hinbiegen, dass es für mich passt. Ich habe mir das vor Augen gehalten immer wieder und sortiert. Dann wurde es wieder besser. Bin dann später raus Rad gefahren und habe mit Freundinnen telefoniert, die mir sehr gut tun, hab´s mir von der Seele geredet und hab mich abgelenkt. Und nun ist´s gut erstmal wieder und ich schaue nach vorn. Ist nicht immer einfach. Aber es geht.

    LG Eklisee

    Hallo Tatze,

    ja die Wut fühlt sich besser an, als die reine Verzweiflung. Sie birgt eine Kraft in sich, die dir helfen kann, aufzustehen und für dich was zu tun.
    Ich hatte das auch schon so mit diesen lähmenden Gefühlen. Ich hatte mich von meinem xy getrennt nach vielen Jahren wegen seines Alkoholproblems. Zu diesem Zeitpunkt war schon lange Zeit kein Gefühl mehr da. Da habe ich nur noch funktioniert, mich am Ende wie eine Funktionsmaschine gefühlt, im Versuch, für meine Familie alles im gewissen Rahmen zu halten und habe mich viel abgelenkt, bis nix mehr ging. Ich hatte mich dann schnell neu verliebt, diese Beziehung ging dann aber schief immer mehr. Ich konnte mit diesen Gefühlen, die für mich nach so langer Zeit wieder neu waren, überhaupt nicht umgehen. Ich habe zeitweise wie gelähmt nur noch rumgehangen und die Kraft reichte nur für das Nötigste, habe mich regelrecht krank gefühlt. Vor allem wollte ich diese Gefühle „weghaben“, die ich so an mir nicht kannte, fand mich regelrecht gruselig so. Mit Hilfe des Forums und mit einer Therapie habe ich gelernt, dass diese Gefühle zu mir gehören und dass ich sie auch zulassen muss, um sie bearbeiten zu können. Ich habe mich dann oft eine Weile ausgeheult, auch das musste ich erst lernen. Dabei hat sich aber alles sortiert so langsam. Danach bin ich aufgestanden immer wieder und habe mich mit Dingen und Hobbys beschäftigt, die mir Spaß machen und für mich was getan, was mir gut tut. Irgendwann habe ich deutlich gesehen, dass mir diese Beziehung so nicht gutgetan hat und mit Abstand wurde das dann immer besser. Es ist sozusagen, was ich vom Verstand her schon wusste mehr und mehr ins Gefühl übergeschwappt. Es kam die Wut und irgendwann ist es verblasst.

    Momentan bin ich leider wieder in einer ähnlichen Situation, wo einfach zu viele Hindernisse da sind. Ich mache es jetzt wieder genauso und ich kann jetzt besser mit diesen Gefühlen umgehen Wenn mich diese Gefühle überkommen, schaue ich hin, was ist es, was mich da bedrückt. Ich versuche zu sortieren, was ist gut für mich und womit kann und will ich nicht umgehen, schaue auf das, was in meinem Leben ja im Grunde ok so jetzt ist, wie es ist, auch ohne ihn. Ich kümmere mich um mich selbst, dass es mir gut geht. Somit halten diese unschönen Gefühle zwar immer wieder eine Weile an. Die vergehen dann aber auch wieder, wenn ich auf mich achte und mir selbst so viel wie möglich Gutes tue. Das bringt dann wieder Erleichterung. Weil für mich und dass es mir gut geht, bin ich selbst verantwortlich. Das kann mir keiner anderer abnehmen. Und ich möchte auch nicht dafür da sein, dass es nur den anderen gut geht und dabei selbst auf der Strecke bleiben. Es ist nicht immer ganz einfach, aber so gehe ich damit um :wink: .

    LG Eklisee

    Hallochen,

    ja Morgenrot, ich habe so viel Liebe zu verschenken, dass ich alles heilen kann. Sowas ähnliches ist auch in mir. Am Ende musste ich feststellen, dass ich damit gar nichts retten kann, nicht mal mich. Trotzdem versuche ich es, mein Leben so weit in Ordnung zu bringen, dass es mir gut geht und nicht nur darauf zu schauen, dass alles unter Kontrolle bleibt. Das Leben macht am Ende doch was anderes.

    Interessantes Thema. Ich war schon lange nicht mehr im „Offenen“ unterwegs. Ich frage mich oft auch, woher ich diese gewissen Co-Eigenschaften habe. Gleichzeitig versuche ich instinktiv in mein inzwischen erwachsenes Kind hineinzuschauen, welches sein Leben im Griff hatte für sich, aber am Ende alles über es zusammengebrochen ist vor einiger Zeit…..Ich will oft aufhören zu analysieren und nach vorn schauen. Aber es wirft mich immer wieder zurück und ich sehe, dass ich da noch einiges zu verarbeiten habe.

    Zum Co erzogen. Ich bin noch nicht hintergestiegen so ganz, was bei mir die Ursache ist, ob es aus der Kindheit kommt, oder ob ich mir gewisse „Macken“ erst in der langjährigen Suchtbeziehung zu meinen Nochehemann zugezogen habe, von dem ich nun getrennt lebe.

    Ich bin in einer eigentlich heilen Welt aufgewachsen ohne Süchte aller Art. Vielleicht ist es das. Es wurde alles von uns Kindern ferngehalten, was Probleme anbelangt. Meine Eltern immer in gemeinsamer friedlicher Einigkeit. Dass das uns manche Zeit nur so vorgespielt wurde, weil wir eben davon nichts mitbekommen sollten, was ja im Grunde auch gut so ist, das weiß ich erst heute. Für mich war es eine Welt, die für mich selbstverständlich war. Ich bin sozusagen mit einer rosaroten Brille aufgewachsen und war entsetzt, als es in meiner Ehe dann nicht so rosig ablief, obgleich mein Mann mal sagte, dass wir meine Eltern noch übertreffen werden, mit uns wird es noch schöner :roll::? . Seine Kindheit war nicht so rosig.
    Im Nachhinein sehe ich auch, dass alles einfach nur schön in meiner Kindheit sein sollte und meine Belange, negative Befindlichkeiten und Ängste weggedrückt und weggeredet, oft nicht angehört und als Marotten belächelt werden heute noch. Vieles wurde auch erwartet, dass ich es von selbst sehe, dass ich dies oder jenes doch mal hätte machen können oder so. Enttäuschung wurde gezeigt und dass ich bei manchem nicht richtig bin. Vieles habe ich bestimmt auch so übernommen für mein späteres Leben und im Umgang mit meinen Kindern, was mir heute erst so bewusst wird.
    Da war manchmal der Fernseher wichtiger, als das was ich zu erzählen hatte und ich wurde über den Mund gefahren. Verzweifelte Erziehungsmaßnahmen meines Vaters waren manchmal recht drastisch. Nun gut, das war recht selten. Ich werfe ihnen heute auch nichts vor. Sie haben alles so gemacht wie sie es für gut und richtig befanden. Die meiste Zeit war schön und lustig und ich fühlte mich im Grunde geborgen. Sie sind mir heute auch eine große Unterstützung bei meinen Dingen, die momentan alles andere als einfach sind. Ich bin froh, dass sie da sind und ich mit allem nicht allein dastehe.
    Bei meiner Mama merke ich aber, erst im Heute, wie sehr sie das alles belastet. Sie hat mir früher wenig reingeredet. Sie ist eine Person, die gerne alles unter Kontrolle hat, was ihr selbst aber nicht gut tut. Alles sollte immer alles gut sein. Heute muss sie sich mit vielem auseinandersetzen, was eben nicht so ist. ….Und so bin ich auch, wenn es sich auch anders auswirkt. Ich wollte alles unter Kontrolle haben, meine kleine Familie, meine Kinder, meinen alkoholkranken Mann, den ich zum Guten bekehren wollte…und vor allem mich, die alles ja im Griff hat. Und so bin ich auch heute. Ich kann und will keine anderen Menschen (mehr) verbiegen. Aber ich will alles für mich und mich selbst unter Kontrolle behalten, dass es mir gut geht, kenne da oft den Unterschied zwischen Schönreden und Schwarzmalen nicht. Das wurde mir erst alles bewusst, als ich mich nach der Trennung nur auf mich konzentrieren konnte, was da so alles in mir ist, was ich bisher gar nicht kannte, weil ich wohl wenig Zeit in meiner Selbstkontrolle hatte, das wahrzunehmen.
    Vielleicht liegt auch einiges in meiner frühen Schwangerschaft begraben, wo ich gleich Verantwortung übernehmen musste, wo ich selbst ja noch fast ein Kind war. Jetzt nach der Trennung ist es wieder so. ich war noch nicht bei mir angekommen, da musste ich wieder da sein, funktionieren, für mein erwachsenes Kind, das mich braucht jetzt. Aber ich versuche trotz allem die Waage zu finden und auch auf mich zu achten.

    Ich bin da jedenfalls noch sehr beim Analysieren, warum das alles so ist wie es ist um das mal geordnet zu kriegen für mich, um nach vorn schauen zu können. Bin auch entsetzt, wenn ich bei euch EKA´s lese, was das wohl auch mit meinen Kindern gemacht hat, weil ich nicht gesehen hab, dass es das Beste gewesen wär, uns da frühzeitig rauszunehmen.

    LG Eklisee

    Er war Pegeltrinker, hat eine bestimmte Menge gebraucht. Meinte auch, ihm schmeckt einfach nur das Bier, er braucht es nicht. Er hat während der Arbeit nicht getrunken und war auch beim Autofahren nüchtern, vielleicht noch Restalkohol. Bei Feiern war es mehr. Er hat auch mal 3 Monate nichts getrunken. Er hatte auch keine direkten krassen Entzugserscheinungen. Er konnte letztendlich trotzdem nicht von lassen. Er hat keine Entgiftung gebraucht, aber eine Therapie um es lassen zu können und mit allem anders umgehen zu lernen.

    LG Eklisee

    Hallo Fossil,

    ich bin Co und kann dir nicht viel raten. Ich lese öfter mal bei Alkoholikern um einiges für mich zu verstehen und aufzuarbeiten.
    Nur mal so für mich zum Verständnis, vielleicht auch für dich zum drüber Nachdenken...
    Warum brauchst du solche Rituale...wie du schreibst zum Langeweile totschlagen?
    Was ist alternativ mit Hobbys? Du schreibst, du hast Familie. Da ist doch genug Möglichkeit, die Zeit zu verbringen, oder?

    LG Eklisee

    Hallo Die_Frau,

    ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Suizidgefährdeten schnell wieder rausgelassen oder gar nicht erst mitgenommen werden, eben weil, wie du schon schreibst, es oft nur als Druckmittel benutzt oder alles verharmlost wird. Da können die scheinbar nichts machen.
    Also richte dich darauf ein, dass er bald wieder vor deiner Tür stehen wird, evt. reumütig mit lauter Versprechungen.

    Ich wünsche dir und deinem Kind, dass du eine gute Lösung für euch findest.

    LG Eklisee

    Liebe Aurora,

    bis du 98 bist, hast du noch bissl Zeit :lol: .

    Ich wünsche dir trotz allem eine schöne Feier im Garten und alles Gute für deine Mama und deinen "Kleinen". Vielleicht kannst du etwas entspannen.

    Einen lieben Gruß
    Eklisee

    Liebe Blumenwiese,

    die Liste der negativen Dinge ist lang, und wie du schreibst noch länger. Wieviele positive Dinge kannst du im Gegensatz dazu benennen?

    Du erkennst, dass es nicht gut für dich ist. Das wird dich weiterbringen. Das geht oft nicht von Heute auf Morgen. Ich habe dazu Jahre gebraucht. Bei dir scheint noch sehr viel Gefühl im Spiel zu sein.

    Die Geschichte mit den Bierflaschen ist ja echt der Hammer :roll: . Lass das Kontrollieren. Es bringt nichts, ist verschwendete Enegie. Ich habe immer gesagt, ich brauche nicht nachschauen. Ich muss nur in deine Augen zu sehen, die veraten, dass du getrunken hast und dein Verhalten auch.

    Ich wünsche dir Kraft und dass du es schaffst, das Weihnachtsfest in Ruhe zu verbringen.

    LG Eklisee

    Liebe Blumenwiese,

    Zitat

    Das ist einfach nur überflüssig und meine Zeit möchte ich in Zukunft wieder mit anderen Gedanken verbringen als damit, wann und wie viel er trinkt.

    Ich muss sagen, er hat Recht. Genau das solltest du tun, aber nur für dich. Du hast doch dein Leben. Was gibt dir diese Beziehung mit ihm???
    Ich will dir nichts einreden. Aber es wird sich nichts ändern.
    Ich habe ja deine Geschichte von Anfang an mitverfolgt. Für mich sieht es so aus, als hat er bei dir ein warmes gemachtes Nest gefunden, um in Ruhe seine Sucht zu pflegen, sein krankes Bein (war doch so, oder?) und wer weiß, was noch. Du bist da und machst alles. Und um vom Thema abzulenken, schiebt er dir die Schuld in die Schuhe und schikaniert dich noch obendrein, aus Dank, dass er bei dir so ein leichtes Leben hat.

    Entschuldige meine harten Worte, aber so sehe ich das. Du machst dein Leben kaputt. Denk doch mal an dich. Was hast du zu verlieren?

    LG Eklisee

    Hallo Birgit,

    ja ich weiß sehr gut, wie schwierig dieses Abgrenzen ist, wenn man zusammenlebt. Ich habe bestimmt 10 Jahre so gelebt. Wenn ich mich aus diesen ewigen Disskusionen ausklinken wollte, kam er immer wieder hinterher. Oft war ich auch diejenige, die immer wieder auf ihn eingeredet hat, in der Hoffnung, dass da doch mal irgendwas ankommen muss in seinem Schädel... :x .
    Alles vergebliche Mühe.

    Und du hast keine Schuld an seinem Trinken. Ich denke bei Beziehungsproblemen sind fast immer beide schuld. Aber du hältst ihm die Flasche nicht an den Hals. Sowas kann anders gelöst werden. Das ist typisch. Sie suchen die Schuld immer bei den anderen. Er wird auch immer wieder was Neues finden, womit er dich unter Druck setzen kann, um das Problem nicht bei sich suchen zu müssen und in Ruhe weiter saufen zu können.
    Ich kenne das sehr gut. Es kam immer aus heiterem Himmel, immer wenn ich dachte, es könnte etwas besser werden. Ich wusste oft gar nicht, was ich nun schon wieder verbrochen haben soll :shock: . Später kamen immer wieder Entschuldigungen, bis nach einigen Wochen, Tagen das gleiche Dilemma von vorn begann. Es ging etliche Jahre so. Irgendwann baute ich mir einen Schutzpanzer auf. Irgendwann war das Gefühl für ihn ganz weg.

    Lass dich nicht klein kriegen :wink:

    Nochmals viel Kraft und einen möglichst ruhigen, angenehmen Tag

    LG Eklisee

    Liebe Birgit,

    erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.

    Das Beste, was du tun kannst ist, solchen Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, dich nicht darauf einzulassen. Mit einem Betrunkenen zu streiten bringt nichts. Es schaukelt sich nur hoch. Du machst dich und deine Nerven kaputt. Du kannst versuchen, mit ihm im nüchternen Zustand zu reden. Aber meine Erfahrung und auch die vieler anderer hier ist, dass du nichts tun kannst, außer dir selbst zu helfen. Wenn er trinken will trinkt er. Du kannst nichts dagegen tun. Es muss meist irgendetwas Gravierendes in seinem Leben passieren, bis so jemand zur Einsicht kommt, etwas tun zu müssen. Das kann viele Jahre dauern bis dahin.

    Versuche zur Ruhe zu kommen, deine Gedanken zu ordnen. Kümmer dich um dich, dass es dir gut geht.
    Diese Agressionen haben wir hier fast alle erlebt.Es ist gut, dass du jetzt hier im Forum gelandet bist. Ließ dich in Ruhe durch die Geschichten hier. Oft sind es die gleichen Muster. Es wird dir sicher helfen, deine Gedanken zu ordnen und neue Denkantöße zu erhalten, was du tun kannst, dass es dir besser geht.

    Es ist eine schwere Zeit. Ich wünsche dir viel Kraft :wink: .

    LG Eklisee

    Hallo Schwarzeblume,

    erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum.

    Wie du hier in den vielen Berichten und Erfahrungen erkennen wirst oder schon hast, wirst du einen Alkoholiker kaum abhalten können vom Trinken.
    Wie du schreibst, hat er schon mehrere Entgiftungen hinter sich, die aber bisher nichts gebracht haben. Was hat ihn dazu gebracht, diese Entgiftungen zu machen? Wollte er es selber oder hast du oder andere ihn dazu überredet?
    Es sind immer wieder die gleichen Muster. Sie geben anderen die Schuld, in deinem Fall dir, um sich nicht mit sich selber auseinandersetzen zu müssen. Indem du alles für ihn tust und ihm jeden Wunsch von den Lippen abliest, unterstützt du seine Sucht. Er benutzt dich, um in Ruhe saufen zu können. Solange er nicht selber sieht, dass in seinem Leben etwas gewaltig schief läuft, wirst du nichts machen können. Du kannst nur schauen, dass du was für dich tust, damit es dir besser geht. Es wird dich sonst kaputtmachen.
    Ich selbst lebte über 10 Jahre mit einem nassen Alkoholiker zusammen. In den ersten Jahren war das Thema Alkohol noch kein Problem, oder ich konnte es nur nicht erkennen. Ich liebte ihn sehr und wir verbrachten einige schöne Jahre, haben zwei Kinder. Ohne Alkohol war er ein lieber fröhlicher, selbstbewusster und ehrgeiziger Mensch. Unter Alkoholeinfluss wurde auch mein Partner erniedrigend mir gegenüber und ausfallend. Später entschuldigte er sich immer wieder. Länger als ein paar Wochen, später nur noch Tage, ging das nie gut. Alles ging wieder von vorn los. So ging es etliche Jahre, bis meine Kraft am Ende war. Ich habe mich vor kurzem getrennt. Er hat eine Langzeittherapie gemacht, ist jetzt seit einem Jahr trocken. Aber der Alkohol hat unsere Liebe zerstört.

    Versuche erstmal zur Ruhe zu kommen. Du hast hierher gefunden. Das ist gut so. Lies dich in Ruhe durch die Geschichten hier. Wir haben alle ähnliches erlebt. Vielleicht kann es dir Kraft geben, einen Weg für dich zu finden und dir neue Denkanstöße geben. Du kannst ihn nicht vom Trinken abhalten. Du kannst nur für dich etwas ändern.

    Ich wünsche dir viel Kraft :wink:

    LG Eklisee

    Liebe Joanne,

    auch ich freue mich sehr, dass du es geschafft hast, dein neues Leben zu beginnen. Ich wünsche dir sehr, dass nun endlich alles gut wird.
    Das mit der neuen Freundin ist ja ein Ding, dass er sie gleich mit ins Haus schleppt, dazu noch zu eurer Tochter. Daran siehst du aber, was es für eine Zeitverschwendung gewesen wäre, wenn du noch weiter geklammert und dein Leben für ihn vergeudet hättest.

    LG und ganz viel positive Energie für dein neues Leben :D

    Eklisee

    Hallochen,

    nun will ich doch mal meine Geschichte hier draußen etwas vervollständigen für alle, die es interessiert. Ich schreibe schon eine ganze Weile im Geschlossenen weiter.

    Nachdem ich eine ganze Zeit rumgeeiert bin und nicht ein noch aus wusste, ist dann doch einiges passiert bei mir, endlich.

    Es war ja hier der letzte Stand, dass wir es nach seiner Therapie noch einmal versuchen wollten.
    Nun ist es aber so geblieben, dass einfach zu viel passiert und kaputt gegangen ist in all den Jahren.
    Von meiner Seite ist zwar ein gewisses Gefühl der Verbundenheit da, aber keine Liebe mehr. Ich habe gemerkt, dass es nur die Angst ist, mein geliebtes Zuhause, meinen Garten und meine Miezis verlassen zu müssen und die Angst vor der finanziellen Katastrophe, die damit zusammenhängt.
    Außerdem sollte unser Kind in Ruhe die Ausbildung beenden können.

    Nun war es aber am Ende so, dass es mir immer schlechter ging dabei. Wir litten alle unter dieser Situation. Mein Mann versuchte jede Menge, um unsere Ehe zu retten, meine Zuneigung wiederzugewinnen, oder vielleicht nur sein altes gewohntes Leben, in dem ich ihm den Rücken von allen Unannehmlichkeiten fernhalten sollte???
    Ich weiß es nicht. Er versuchte, mir meinen gewünschten Abstand zu gewähren, konnte es aber nicht lange durchhalten. Alle paar Tage platzte es aus ihm heraus. Er überschüttete mich mit Vorwürfen und Wehklagen, auch mit einigen Drohungen. Mir ging es dabei immer schlechter. Ich konnte nicht mehr schlafen, hatte ständig Alpträume. Außerdem wusste ich nicht mehr, wie ich mich auf meine Arbeit konzentrieren sollte, weil mich das alles langsam aber sicher zerfraß.

    Ich habe dann doch nochmal bei meinen Eltern nachgefragt, ob ich nicht bei ihnen unterschlüpfen darf, um erstmal zur Ruhe zu kommen. Sie haben mir Asyl gewährt.
    Nun bin ich seit einer Woche hier und es geht mir immer besser. Mein Zuhause verlassen zu müssen, tat mir sehr weh. Aber ich weiß, dass ich dort mit ihm nicht mehr leben kann. Es ist zu viel kaputt gegangen. Jeder von uns muss seinen eigenen Weg finden. Es ist besser so.
    Wie es nun weitergehen soll weiß ich noch nicht. Ich muss erst zur Ruhe finden und hoffe, eine Lösung zu finden. Zurück will ich auf keinen Fall. Ich bin froh diesen Schritt getan zu haben.
    Ich fühle mich noch recht wackelig auf den Beinen, aber es wird jeden Tag besser.

    Ich will nur allen sagen, es lohnt sich vorwärts zu gehen. Es kann nur besser werden und es findet sich scheinbar doch immer eine Lösung. Ich bin froh, dass diese Eierei endlich ein Ende hat und sehe mit etwas Angst aber auch großer Neugier und Optimismus in die ungewisse Zukunft :D .

    Ich wünsche allen einen schönen Abend und eine erholsame Nacht.

    LG Eklisee :)