Beiträge von Hermann 65

    Hallo collab,

    in meinem ersten Meeting ging es mir ähnlich wie Dir!

    Ich bin beim ersten Mal nicht ganz freiwillig gegangen, da
    meine beste Freundin mich beinahe dazu genötigt hat, dorthin zu gehen!

    So saß ich also stillschweigend und mit ablehnender Haltung drin, schaute
    mir eigentlich nur die Leute an und störte mich am Ablauf der Sitzung und an "Gott"! Denn mit "Diesem Gott"(in meiner Vorstellung) hatte ich zu diesem Zeitpunkt nichts mehr am Hut. Eigentlich habe in diesem Meeting überhaupt nichts verstanden! Ich wußte auch später nicht den Inhalt zu sortieren. Am Ende wurde ich noch von jemandem zur nächsten Bushaltestelle gefahren da ich zu dieser Zeit keinen Führerschein mehr besaß.

    Komischerweise hatte ich ein paar Tage später einen fürchterlichen Absturz mit Filmriss und erschien einfach nicht zur Arbeit! Ich hatte zuvor
    schon 2 Abmahnungen erhalten. Aufgrund dessen mußte ich zum Chef und gab zum erstenmal zu daß ich aufgrund des Alkoholabsturzes nicht zur Arbeit erschienen bin! Zwischendrin lag das Wochenende, an dem ich
    meinen geistigen und seelischen Tiefpunkt hatte! Ich erhielt dann keine Abmahnung! (Weil ich diesesmal ehrlich war)

    Daraufhin bin ich dann zum 2. Mal zu den AA's. Freiwillig und aufgrund
    meiner eigenen Entscheidung. In diesem Meeting erzählte ich dann von dem Vorfall und das Meeting (wie auch die darauffolgenden) war mir gewidmet!

    Ich bin dann regelmäßig gegangen und erst nach und nach verstand ich
    so langsam! z B. Gott/eine höher Macht wie Ich sie verstehe! Nicht der Gott wie ich Ihn von der Kirche her kannte?! Zuhören, nicht diskutieren! Von der Erfahrung anderer zu lernen und Sie auch annehmen
    können.

    Im ersten Jahr kam ich auf 99 Meetings! Ich trug Sie damals in einen Kalender ein!

    Mittlerweile sind es wohl einige Hundert Meetings die ich besucht habe und ich gehe immer noch die in Gruppe.

    Gruß Hermann
    seit Januar 1995 Trocken ohne Rückfall

    Hallo FelixBerlin!

    Es ist eine schwere Bürde, wenn man sich nach einer langen Zeit des Trinkens auferlegt "Nie Wieder zu trinken! Das ist sehr gewaltig und
    ein riesiger Berg, denn man da vor sich sieht!

    Ich saß z. B. in der SHG und hörte immer wieder davon "Heute das 1. Glas stehen lassen"! Und doch dachte ich immer wieder daran, wie das wohl an Geburtstagen, Veranstaltungen, Feiern, Urlaub etc. gehen sollte! Was für ein Wiederspruch das doch eigentlich ist!
    Das heißt ich war damals kurze Zeit trocken, befaßte mich aber mit Dingen die weit in der Zukunft stattfanden!
    Mit dem Trinken wollte ich ja auch immer "Morgen" aufhören!

    Nun, wenn ich heute und jetzt das erste Glas stehen lassen kann, brauche
    ich mir auch keine Gedanken zu machen, ob ich es auch z. B. am 30.12.2007 stehen lassen kann!

    Es dauerte schon eine Weile, bis ich es verinnerlicht hatte Jetzt/Heute nicht zu trinken! Heute brauche ich mir das nicht mehr jeden Tag zu sagen, da es für mich zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

    Dennoch habe ich keinen Garantieschein und das erste Glas ist für Alle
    Betroffenen eine Armlänge weit entfernt.

    Gruß Hermann
    seit Januar 1995 bis Heute Trocken ohne Rückfall

    Am Anfang meiner Trockenheit stellte ich eher unbewußt die Frage, was
    wohl wäre wenn jemand sooo überzeugend ist und ich kann möglicherweise
    situationsbedingt nicht Nein zum Alkohol sagen?

    Die Antwort war: Bitte entschuldige Hermann, Du läßt Dir da wohl ein Hintertürchen offen! Gebongt, das hat zwar erstmal ordentlich gesessen, da
    ich mit dieser Antwort so nicht gerechnet habe, aber es stimmte!

    Aus Hintertürchen können Scheunentore werden.

    Der Alkohol ist verschlagen, trügerisch und mächtig!

    Gruß Hermann

    "hast du nen tip wo ich diese info her bekomme...ich wäre dir dankbar!"

    Hallo Einsicht!

    Ich kann "nur" die AA-Literatur empfehlen, weil ich bei AA trocken geworden bin!

    Wenn du trocken werden möchtest, wirst Du es auch schaffen Dir diese
    Literatur zu besorgen...Sind Standards die in jeder Gruppe auch erhältlich
    sein sollten!

    Gruß Hermann

    Hallo Hermann, der link zu den AA und die Literaturtipps wurden von mir entfernt. Wir hier sind eine eigenständige SHG, in realen SHG wird ja auch nicht auf andere verwiesen. LG Lilly

    Hallo spacegirl,

    Wer rückfällig wird, der will und wollte trinken! So einfach ist das!

    Auch Du kannst von den Rückfällen anderer profitieren, indem Du in der
    gleichen Situation nicht den gleichen Fehler machen mußt! Das klingt zwar sehr hart, aber so ist es nunmal.

    Wie Karsten schon schreibt beginnt der Rückfall im Kopf schon viel früher und es dauert seine Zeit bis das "nasse Denken" weniger wird!
    Selbst dann hast Du immer noch die Möglichkeit das "erste Glas" stehen zu lassen, das letztendlich der Auslöser wäre!

    Ich persönlich bin da vollkommen machtlos, wenn jemand oder gleich viele wieder anfangen zu trinken, aber ich will und brauche es nicht nach-
    zumachen!

    Gruß Hermann
    der seit Januar 1995 noch immer Trocken ohne Rückfall ist

    "leider habe ich mal wieder tag 2, diesmal soll es für immer sein. "

    Hallo Einsicht!

    Vergiß es, dir vorzunehmen nach 2 Tagen und etlichen Abstürzen "Nie wieder" zu trinken! Das ist viel zu gewaltig! Nach heftigen Abstürzen dachte ich mir auch immer, das passiert mir "Nie Wieder" und hinterher kam es dann noch viel dicker! :(

    "Mein" erster Schritt war Heute/Jetzt das erste Glas stehen zu lassen,dann
    kann ich "Niemals" besoffen werden! Unsere Arme sind alle etwa gleich lang! Das erste Glas ist immer nur eine Armlänge entfernt!

    Wenn Du Lust hast, informiere Dich einfach wie man das erste Glas stehen lassen kann, bzw. wie man vor dem Alkohol kapituliert! Er läuft uns nämlich nicht hinterher und landet auch nicht durch Zufall in unserer Kehle!

    Eigentlich ist es ganz einfach, doch so einfach ist es dann auch wieder
    nicht, denn der Alkohol ist verschlagen, trügerisch und mächtig!

    Gemeinsam ist es sinnvoller, Erfahrung, Kraft und Hoffnung zu teilen!

    Gruß Hermann

    Zitat von jean

    Momentan haut mich die Erkenntnis um, dass ich alkoholabhängig bin.

    Hallo jean,

    Einmal ausgesprochenes/ausgeschriebenes verliert seine Kraft und der Kopf kann dadurch wieder freier werden.

    Ich wollte/konnte/durfte den Anfang in einer SHG machen! Anfangs stellte ich mich wie alle Anderen So vor: "Ich heiße Hermann und bin Alkoholiker", weil dies die Anderen halt auch so handhabten.!???!
    Und Du darfst mir glauben, bei dem "Alkoholiker", hat es mir immer beinahe die Kehle zugeschnürt!

    Nach ca. 6 Wochen reflektierte ich dann jedoch Entscheidendes für mich:

    Ich bezeichnete mich immer noch als Alkoholiker, aber ich war trocken!
    Als ich gesoffen habe, war ich kein Alkoholiker!

    Damals konnte ich mir dann sagen: Lieber Alkoholiker und trocken als kein Alkoholiker und Saufen!

    Heute bin ich immer noch Alkoholiker und seit Januar 1995 Trocken ohne Rückfall!

    Ich trage jedoch kein Schild um den Hals und Ansehen tut mir das auch niemand in der Öffentlichkeit.

    Gruß Hermann

    Zitat von Freund:
    "Auch du bist Alkoholiker, ohne wenn und aber … und der Weg in noch tiefere Abhängigkeit bleibt dir mit 100 %iger Sicherheit nicht erspart, ziehst du jetzt nicht die Notbremse."

    Hallo Freund,

    Ich kann keinen Menschen zum Alkoholiker ernennen oder abstempeln! Diese Entscheidung muß jeder für sich selber treffen! Mit solchen Aussagen wird oft genau das Gegenteil erreicht!

    Ratschläge können auch Schläge sein!

    Gruß Hermann

    "Sogar meine Mutter, und die hatte schon immer recht, was sie sagte, meint, dass er nie vom Alkohol wegkommt.


    Hallo Silberstreifen!

    Hmmmmmh, an diesem Satz bin ich hängengeblieben!

    Meine "beste Freundin" erlaubte sich eines Tages mir zu sagen: Das schaffst Du Nie! (gemeint war keinen Alkohol mehr zu trinken)
    Meine gedankliche und trotzige Reaktion war: Na warte "Du rotzfreches Biest", Dir werde ich es zeigen!

    Allerdings gehöre ich auch heute noch zu den "Spezialisten", die unverhofft mal eben das Gegenteil machen von dem was andere glauben.

    Und dieser Satz war eben auch nur ein Teil auf meinem Weg, aber dennoch hat er bei mir sehr großen Ehrgeiz geweckt!!!

    Dies ist nur meine Erfahrung die ich erlebt habe.

    Es gibt keine hoffnungslosen Fälle!!

    Gruß Hermann

    Kleine Korrektur:

    Denn Unfall hatte ich im Juni 1989. Trocken werden "wollte" ich im Dezember 1994! Nach einem heftigen Absturz im Januar 1995 bin ich das
    2. Mal zu den AA's! Offen und ehrlich schilderte ich die Ereignisse die damit einhergingen! Und damals konnte ich dann zuhören und versuchte es denen nachzumachen die mir Ihre Geschichte erzählt haben!

    [quote='Timster']

    "Heute ist mir aufgefallen, das das Wörtchen "muss" immer meinen natürlichen Trotz geweckt hat und ich es mir damit auf Dauer auch unmöglich gemacht habe dieses oder jenes Durchzuziehen. Das Wort "will" ist viel ehrlicher und besser."


    Hallo Timster,

    Ich war/bin ein Rebel! In meiner Jugendzeit "mußte" ich immer dieses und jenes und "durfte" dieses und jenes nicht! Als Jugendlicher kam dann nach und nach der Trotz und ich wollte machen was ich will! Fatal wurde es dann eines Tages als meine Eltern mir wieder einmal sagten, ich "solle" doch nicht so viel trinken! Aus Ärger darüber bin ich damals vom Mittagessen aufgestanden, aufs Motorrad und in die nächste Kneipe gefahren! Die Besucher der Kneipe wollten mich damals davon abhalten noch zu fahren! Es war nichts zu machen! Ich bin besoffen und ohne Helm losgefahren und nach ca. 500 Meter total in ein entgegenkommendes Auto gefahren! 5 Wochen Uniklinikaufenthalt und nicht nur Totalschäden an den Fahrzeugen, sondern auch bei mir! So weit wollte ich jetzt eigentlich gar nicht öffentlich schreiben.

    Auf was ich hinaus will, ist das ich auch Heute noch gerne das Gegenteil mache oder zumindest gedanklich verführt,bin ob das Gegenteil nicht auch möglich wäre, von dem was mir der "Mainstream" vorgeben will!
    Immerhin bin ich irgendwann mal draufgekommen jetzt auch zu prüfen ob das denn immer seine Richtigkeit hat!???

    Denn Unfall hatte ich im Juni 1989. Trocken werden "wollte" ich im Dezember 1995! Nach einem heftigen Absturz im Januar 1995 bin ich das
    2. Mal zu den AA's! Offen und ehrlich schilderte ich die Ereignisse die damit einhergingen! Und damals konnte ich dann zuhören und versuchte es denen nachzumachen die mir Ihre Geschichte erzählt haben!

    Ich wollte die vorgeschlagenen 10 Tage nicht trinken und es hat geklappt!
    Nach ca. 4-6 Wochen regelmäßiger Besuche der Meetings bin ich dann im
    Kopf zum Alkoholiker geworden!
    Durch die regelmäßigen Besuche und der Auseinandersetzung mit der Krankheit Alkoholismus spürte ich dann, ich "kann" jetzt nicht mehr trinken weil ich schon "zuviel weiß"! In meiner Vorstellung hätte ich quasi neben mir selber gesessen und mir beim Trinken zugeschaut!
    Eines Tages sagte eine Freundin, Sie "braucht" nicht zu trinken! Ich fragte mich lange wie das gehen sollte das man nicht zu Trinken braucht", das hieße ja keinerlei Einflüsse bringen mich zur Flasche/Glas!!

    Meine wertvollsten Eckpunkte im Rückblick waren und sind es auch heute noch

    - Ich wollte/will nicht nicht mehr trinken
    - Ich kann nicht mehr trinken
    - Ich brauche heute nicht zu trinken
    - Mir hat es am Ende auch nicht mehr geschmeckt...Kotz
    - Ich habe keinen Garantieschein
    - Mein Tiger liegt in der Ecke und schläft und ich beobachte Ihn

    Im ersten Jahr 99 Meetings(ich habe es in einen Kalender geschrieben)
    Ich "mußte" nicht ins Meeting, ich gehe bis heute sehr gerne und immer freiwillig ins Meeting!!

    Von dem was ich von Dir gelesen habe, glaube ich das Du auf einem Guten Weg bist!

    Gruß Hermann
    Seit Januar 1995 Trocken ohne Rückfall

    Hallo Meni,

    das erste Glas ist immer nur eine Armlänge für jeden von uns entfernt, egal
    ob 1 Tag, 1 Monat, 1 Jahr, 1 Jahrzehnt oder länger trocken!
    Es sind bestimmt "Hunderttausende" die Heute wahrscheinlich auch das Erste
    Glas stehen lassen dürfen! Vielleicht ist Dir dies eine kleine Stütze!:wink:

    Wünsche einen Schönen Abend
    Gruß Hermann

    Was die "Notlügen" direkt auf den Alkohol bezogen betrifft, habt Ihr natürlich recht!!!

    Ich wollte das wohl eher im "Allgemeinen" so sagen, daß ich nicht jedem die/meine "Wahrheit" ins Gesicht schmettere, da ich nicht weiß wie der "Andere/n" damit umgehen kann und es eine Wahrheit für mich auch eigentlich gar nicht gibt!?

    Ach, könnte ich mich nur so schriftlich mitteilen, das man mich versteht! Es ist eine Schwäche von mir, Gedanken nicht gut in Worte fassen zu können :cry:

    Gruß Hermann