Beiträge von Marie04

    Hallo Georg!

    Herzlich willkommen hier im Forum, ich habe mich nach 32 Ehejahren von meinem Mann getrennt, massiv getrunken hat er die letzten acht Jahre.
    Ich habe auch immer gedacht so eine lange Beziehung kann ich doch nicht einfach aufgeben und immer weiter um seine Trockenheit gekämpft.

    Ich dachte immer er besinnt sich eines Tages und so lange müsste ich durchhalten dann ist alles wieder gut. Stattdessen wurde alles nur noch schlimmer bis ich selber krank wurde und einfach nicht mehr konnte.

    Ich habe mich getrennt und bin eigene Wege gegangen, ich liebte ihn auch nicht mehr, er hat jeden Funken Liebe in mir versoffen. Es ist so dass wir dem kranken Partner nicht helfen können wenn er es nicht will, im Gegenteil er wird uns immer tiefer in den Abgrund reissen.

    Schön dass deine Frau sich zu einer weiteren Entgiftung entschlossen hat aber wenn sie nach der körperlichen Entgiftung nichts ändert, z.B. in eine Selbsthilfegruppe oder zum Psychologen geht (was ihr in der Reha dringend ans Herz gelegt wurde) wird das meistens nichts.

    Zitat

    Sie meinte, sie sei krank, nicht ich.
    Sie hätte in der Reha gelernt, dass sie nichts dafür kann.

    Sicherlich ist sie krank was aber nicht heisst dass sie ihre Krankheit voll ausleben soll und dem Partner das zumutet und ihn zugrunde richtet.

    Zitat

    Dass wir uns auch anschlie0end über eine einvernehmliche Trennung unterhalten müssen, da ich nach einem 10- tägigen Entzug kein Vertrauen mehr habe und nicht wieder auf den nächsten Rückfall warten will, zumindes nicht mehr aus der Nähe, sondern getrennt.

    Wenn du so etwas sagst musst du es auch durchziehen, ob sie dann aufhört zu trinken kann man nicht sagen. Es ist auch ihre Sache was sie aus einer Tennung macht, mein Ex-Mann trinkt immer noch.

    Höre auf dich wenn es dir zuviel wird sie zu besuchen lasse es, du musst auf dich achten und Kräfte schöpfen. Sie ist ja gut versorgt im Krankenhaus.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Zitat von RenateO

    Hallo speranza
    Das mit der gewünschten Nähe und dem fehlenden Vertrauen ist auch bei mir ein Thema.
    Na es drängt ja nicht die Zeit wird zeigen wohin der Weg geht (bemannt oder unbemannt...lach)
    LG R...

    Eben, die Zukunft wird es zeigen zum Glück habe ich wenig Probleme mein Leben auch ohne Partner inhaltvoll zu gestalten. Es wäre auch verkehrt krampfhaft nach einem Mann zu suchen das ginge bestimmt daneben. Wenn ich sehe was so meine Bekannten die unbedingt wieder einen Partner haben möchten alles so erleben kann ich nur mit den Kopf schütteln.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Siddy!

    Ich kenne deine Geschichte nicht und kann somit gar nichts zu deiner Situation sagen. Vielleicht berichtest du ja mal näheres dazu. Ich rate niemanden sich zu trennen, ich kann nur von mir schreiben, was für mich gut ist, bei mir war es eben die Trennung.

    Es sind auch Männer/Frauen hier da hat der Partner doch noch die Kurve bekommen und trinkt nicht mehr, das freut mich dann genauso, es ist leider in den meisten Fällen nicht so.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo oldie!

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    Ich persönlich genieße meinen Singlestatus....seit Jahren die beste Zeit, die ich habe.

    Das freut mich dass es dir auch so gut geht, für mich hat der Begriff "glücklicher Single" neue Dimensionen gewonnen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Renate!

    Zitat

    Als ich beschreib das mal ,es gab da 2 Lager ,die hilfbereiten /netten/gutmütigen und die welche sich wie die Axt im Wald benahmen,letztere wurden kaum bis garnicht gemaßregelt und den Netten wurde erklärt:nimms nicht persönlich /die sind eben so /hatten einen schlechten Tag/haben es nicht so gemeint uvm egal was sie machten und wie sie andere verletzten ,die hatten fast Narrenfreiheit
    Ich gehörte ins Lager der ,,netten,, große Schwester mußte teilen,hat für alles Verständnis etc

    Das mag daran liegen dass die Netten und Braven einfacher zu händeln sind da sie sich weniger wehren und angepasster sind.

    Wer Widerstand leistet und frech oder sehr selbstbewusst auftritt dem passiert weniger da es oft anstrengend ist sich damit auseinanderzusetzen, es ist ja einfacher mit einem Menschen der nicht aufmuckt.

    Deine Schwester ist es gewohnt dass du eher nachgibst, merkt dass du änders geworden ist und kann damit (momentan) nicht umgehen.

    Im Grunde war es bei unseren Ex ja genauso, solange wir lieb und nett waren und uns unmögliche Dinge gefallen liessen waren wir gut genug aber wehe wir haben mal aufgemuckt!

    Es wird immer solche Konstellationen geben, Hauptsache wir merken es und lassen uns das nicht mehr in dieser Form gefallen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Tina schrieb:

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    Hallo,

    trotz sehr vieler Registrierungen ist die Aktivität in den offenen Forenbereichen weiterhin eher gering.

    Dabei geht es nicht darum, dass sich eventuell nur zu wenig ausgetauscht wird, sondern viel mehr darum, dass das Kommen und Gehen von neuen Forenteilnehmern/innen dem Austausch schadet.
    .........

    Da beisst sich meines Erachtens die Katze in den Schwanz, ich bin nun auch schon einige Jährchen hier und war auch eine Zeitlang recht aktiv.

    Was mich veranlasst hat mich etwas zurückzuziehen und mich auf das Lesen zu beschränken war eigentlich so wenig Resonanz zu bekommen sei es in meinem Fädchen sei es wenn ich in anderen Fädchen geschrieben habe.

    Ich tausche mich gerne aus aber möchte keine Monologe führen. Austausch ist für mich auch Reaktionen zu bekommen, ich tausche mich zwar freiwillig aus aber das Gefühl zu haben Selbstgespräche zu führen ist kein Gutes.

    Natürlich kann ich niemanden zwingen mit mir zu schreiben aber irgendwann wird's mir einfach langweilig.

    Das war jetzt keine Kritik am Forum sondern mein eigenes Empfinden.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Anna!

    Lasse deine Wut zu das ist sehr wichtig um aus der ganzen üblen Geschichte herauszukommen.

    Die meisten von uns kennen diese Verhaltensweise von nassen Alkoholikern. Sie versuchen uns klein zu halten damit wir so funktionieren wie sie es haben möchten. Wehe man wagt mal etwas dagegen zu reden, dann kommen direkt solche unverschämten Vorwürfe.

    Ich war natürlich auch immer an allem schuld und natürlich musste er wegen mir trinken, ist ja klar, ich bin auch ein ganz furchtbares Monster :roll::lol: .

    Als mir endlich die Augen aufgingen und mein Blick wieder klar wurde sah ich die Realität, ich vergesse nie das Bild als er betrunken auf der Couch lag, unrasiert, ungeduscht in einem alten Jogginganzug.

    Ich kam müde von der Arbeit und musste mir direkt haltlose Vorwürfe anhören. Ich dachte nur noch wie kann dieser Mensch es wagen dich so zu behandeln, jede normale Frau hätte ihn schon längst verlassen.

    Ich war so wütend aber das hat mir geholfen mich aus dieser Beziehung zu befreien.

    Ich wünsche dir alles Gute.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Renate!

    Das kann ich voll und ganz verstehen dass du enttäuscht bist, solche Aktionen lassen oft die Vergangenheit hochkochen. Ich reagiere auf Dinge die mich an frühere Situationen erinnern manchmal auch nicht besonders cool.

    Ich hinterfrage mich aber dann bin ich jetzt enttäuscht und sauer weil in mir etwas getriggert hat oder ist die Situation wirklich so?

    Das hat jetzt nichts mit Selbstzweifeln zu tun sondern ich versuche die Sache mit Ruhe zu betrachten und zu verarbeiten.

    Denkfehler begehst du keinen wenn du Gutes tun möchtest der andere das annimmt und dich dann abserviert, wer möchte schon Mittel zum Zweck sein? Aber leider sind viele Menschen so und sehen nur ihren Vorteil.

    Vielleicht hilft ja doch ein Gespräch in aller Ruhe oder du machst dich rar und wartest einfach mal ab.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Renate!

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    Ich denke frei von Wünschen oder Erwartungen ist kein Mensch ,

    Das sehe ich auch so jeder Mensch hat Wünsche und Erwartungen, hätte ich keine müsste mir ja alles gleichgültig sein. Natürlich freue ich mich auch wenn ich gelobt werde weil ich gute Arbeit geleistet habe wobei ich dann immer aufpassen muss ob da nicht eine Bedingung daran geknüpft ist, zum Beispiel: "Wenn wir dich nicht hätten du bist so fleissig, könntest du nicht einen Zusatzdienst übernehmen?". In dem Falle freue ich mich nicht sondern bin verärgert :evil:

    Die Frage ist - wie gehe ich mit meinen Wünschen und Erwartungen um? Bin ich enttäuscht wenn meine Wünsche und Erwartungen nicht in Erfüllung gehen oder kann ich es für mich akzeptieren? Versuche ich den anderen Menschen soweit zu manipulieren in der Hoffnung meine Erwartungen erfüllen sich doch noch?

    Das ist für mich das Problem bei uns Co-Abhängigen, wir erwarten oft wenn wir Gutes tun eine entsprechende Gegenleistung oder wir erwarten dass unser Gegenüber auch so reagiert wie wir.

    Genauso haben wir ja jahrelang mit unseren alkoholkranken Partnern gelebt. Wir haben erwartet dass wir zu unserem Ziel kommen ihn trocken zu legen wenn wir uns nur genug anstrengen.

    Ich versuche gerade das zu unterscheiden, habe wohl Erwartungen aber wenn der andere ganz verschieden von mir tickt investiere ich nicht mehr sondern sage mir einfach, es passt nicht.

    Für mich ist es auch noch schwierig die Grenzen einzuhalten, ich kann mir momentan auch nicht vorstellen mich auf einen neuen Partner einzulassen weil ich Angst habe wieder Vertrauen aufzubauen.

    Die lange Beziehung hat mich doch sehr geprägt obwohl ich nach wie vor glücklich bin den Weg da raus geschafft zu haben.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo zusammen!

    Nach langer Zeit melde ich mich auch mal wieder und kann verkünden es geht mir weiterhin (zumindest meistens) gut. Ich habe mich sehr gut in meinem neuen Zuhause eingelebt und geniesse es in Ruhe zu leben.

    Weihnachten und Neujahr hatte ich Besuch von meinen Kindern, wir haben zusammen gekocht, viel geredet und rumgeblödelt und auch ergiebig gefaulenzt.

    Silvester hatte ich dann Dienst und es war leider sehr anstrengend ich war danach total im Eimer. Jetzt ist der Alltag wieder da und ich hoffe auf den Frühling.

    Im Mai fliege ich mit einer Bekannten zwei Wochen in den Urlaub. So hat sich mein neues Leben recht gut eingependelt. Manchmal sehne ich mich nach einem neuen Partner aber leider bin ich auf der anderen Seite total misstrauisch.

    Die lange schreckliche Zeit mit meinem Ex steckt mir doch noch in den Knochen und ich habe Angst mich gefühlsmässig einzulassen. Manchmal denke ich ich kann nie wieder vertrauen und blocke total ab, was aber zum Glück nicht alle Menschen betrifft.

    Aber wozu den Kopf zerbrechen über ungelegte Eier, besser so als sich krank zu ärgern.

    Ich hoffe dass es euch da draussen gut geht und verschicke viele Grüsse und viel Mut allen die noch auf dem schweren Weg sind.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Hartmut!

    Gibt es den typischen Alkoholiker überhaupt? Jeder Mensch ist ein Individuum für sich und sollte auch so gesehen werden.

    Wenn die Sucht über allen anderen Dingen steht gibt es Verhaltensweisen die sich sehr ähnlich sind, das ist für mich das Typische der Alkoholkrankheit.

    Ich meine damit die Selbstlügen, das Verharmlosen, die Skrupellosigkeit, das Belügen und Betrügen des Partners oder der Angehörigen, die Unzuverlässigkeit, den Suchtdruck der befriedigt werden muss, koste es was es wolle.

    So verhalten sich meine Patienten und so hat sich mein Ex-Partner verhalten. Wie sich jemand verhält wenn er getrunken hat ist für mich nicht mehr typisch denn da gibt es wiederum grosse Unterschiede.

    Ich weiss dass es eine Krankheit ist aber kann es trotzdem nicht verstehen oder nachvollziehen. Ich versuche es auch gar nicht mehr zu begreifen,( mir ist das einfach zu hoch), sondern schütze mich selbst.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Andreas!

    Zitat

    Hallo Speranza,

    diese Aussagen von Dir halte ich für besonders wichtig.

    Dankeschön :) aber das ist meine Lebenseinstellung im Allgemeinen. Mich macht es nervös wenn jemand über alles jammert und damit die eigene Unfähigkeit zu handeln entschuldigt.

    Zitat

    Ich finde es durchaus nicht verkehrt, sich mit der eigenen, möglicherweise besonders negativ verlaufenen Kindheit auseinanderzusetzen. Aber all diese Rückblicke werden das eigene Leben nicht ändern...genausowenig wie ständige Schuldzuweisungen an andere, nur um nicht selber Verantwortung übernehmen zu müssen.

    Zu schauen woher es kommt dass ich so handle finde ich sogar sehr wichtig. Teils denke ich von mir dass es aber auch Eigenschaften sind die ich immer schon in mir trage.

    Der nächste Schritt ist solange mein Verhalten umzupolen bis ich mit mir zufrieden bin, Rückschläge abzuhaken und es immer wieder versuchen.

    Ich habe Frieden mit mir geschlossen und das ist ein gutes angenehmes Gefühl. Wenn ich das nicht mache werde ich nie glücklich sein.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Hartmut!

    Wenn ich jetzt von mir spreche kann ich sagen dass das Verantwortungsgefühl in hohem Maße vorhanden war, ich fühlte mich für alles und jedes verantwortlich. Ich fühlte mich für im familiären Bereich für alles zuständig obwohl anfangs der Alkohol noch eine sehr geringe Rolle spielte, Haushalt, Kindererziehung, Harmonie in der Familie war mein Bereich.

    Viel Co's denken so und fühlen sich von der Verantwortung förmlich erdrückt.


    Hallo an alle!

    Clärchen spricht mir aus der Seele so in etwa war es bei uns auch, bloss als die ganz harte Phase anfing waren die Kinder bereits aus dem Haus.

    Es hat bei uns auch schön angefangen, Hochzeit, Kinder, Hausbau, woher hätte ich denn wissen sollen wie sich alles mal entwickeln würde?

    Das kam ganz schleichend, der Alkohol spielte eine immer grössere Rolle. Ich war damals so naiv und dachte es pendelt sich wieder ein und wäre nur eine vorübergehende Phase.

    Ich sage mal ganz hart dass die Familie zerbrochen ist lag wohl nicht an mir, ich hätte es nicht verhindern können, ich habe nicht getrunken. Meine Kinder haben den Kontakt zu ihm abgebrochen bis er ernsthaft etwas an seinem Alkoholproblem ändert. Manchmal rufen sie mich an weil sie so sauer auf ihn sind und ich gerate dann öfters in Versuchung zu vermitteln, unterlasse es aber denn es sind zwei erwachsene Menschen und ich muss akzeptieren dass sie so handeln wie es ihnen guttut.

    Was anderes ist es wenn jemand mit offenen Augen ins Unglück rennt und eine Partnerschaft mit einem nassen Alkoholiker eingeht oder sogar Kinder mit ihm bekommt und dann viele Jahre die Kinder so einer Misere aussetzt.

    Gleichwohl finde ich es unfair nur dem Co. die "Schuld" in die Schuhe zu schieben nur weil dieser nicht vom Alkohol vernebelt ist.

    Ich komme aus keiner Alkoholikerfamilie und trotzdem hatte ich keine schöne Kindheit. Aber ich kann ja nicht alle Verhaltensweisen durch meine Kindheit entschuldigen denn wenn ich erwachsen bin steht es mir ja frei so zu leben wie ich es für richtig halte.

    Der Gedankengang: "Ich hatte so eine schlechte Kindheit dass ich traumatisiert bin und jetzt läuft dadurch in meinem Leben alles schief" führt zu nichts, es ist viel besser mit der Kindheit abzuschliessen denn ändern kann man es nicht mehr.

    Uff, war jetzt ein Roman den ich geschrieben habe.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Jürgen!


    Zitat

    ein Co-Abhängiger muss lernen, sich NICHT ständig das Hirn über andere zu zerbröseln ( um von seinen eigenen Lebensängsten abzulenken ) , die das gar nicht wollen.
    Auch ein Säufer redet kein Chinesisch.

    Insoweit ist es fruchtlos und kontraproduktiv, über die Sucht des ANDEREN zu reden.
    Es gilt, Selbstverantwortung zu übernehmen und selbst die Entscheidungen zu treffen.
    Veränderungen auch auszuhalten und durchzuhalten.

    Ein Säufer redet zwar kein chinesisch aber er versucht oft mit aller Gewalt den Co-Abhängigen durch falsche Versprechungen, Vorgaukeln von Liebe und unendliches Manipulieren den Co-Abhängigen festzuhalten.

    Da der Co-Abhängige eben auch unter einer Störung leidet und oft lange nicht bemerkt was mit ihm geschieht dauert es oft Jahre bis er dieses Muster durchschaut und reagiert.

    So verkehrt finde ich es gar nicht über die Sucht des Anderen zu reden, es ist für manche Co-Abhängige wichtig dass sie sich aus ihren Illusionen lösen können.


    Zitat

    Ihr seid ebenfalls süchtig ( nach dem "Problembär" / kaputten Beziehungen ! )

    Also ich bestimmt nicht ich habe nur lange nicht begriffen dass ich selber handeln muss sondern habe immer wieder versucht den Partner "trockenzulegen".


    Zitat

    Co-Abhängigkeit bezeichnet ein umstrittenes psychiatrisches Konzept, nach dem manche Bezugspersonen eines Suchtkranken dessen Sucht durch ihr Tun oder Unterlassen zusätzlich fördern und/oder selber darunter in irgendeiner Form leiden.
    Genau um die o.a. markierte Passage geht es.

    Ich sehe das anders egal wie ich mich als Co-Abhängige verhalte lässt sich ein alkoholkranker Mensch nicht davon beeinflussen. Dass er schneller seinen Tiefpunkt erreicht weil ich gehe bezweifle ich, ich gehe um mich zu retten.

    Ich bin gegangen weil ich die Faxen dicke hatte und selber vor Kummer krank geworden war.

    Zitat

    Ich kann das nicht als Liebe betrachten sondern als mangelnde Übernahme von Eigenverantwortung für das Gesamtgeschehen.

    Wieso soll ich für das Gesamtgeschehen verantwortlich sein? Ich bin nur für meinen Part zuständig der da lautet "wie erreiche ich wieder ein zufriedenes Leben?"

    Ich übernehme Eigenverantwortung und sorge dass es mir wieder gut geht, wenn sich der Partner nicht zu Kompromissen bereit ist oder weiterhin seine Spielchen mit mir treiben will müssen sich unsere Wege trennen, so ist das.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    [/quote]

    Hallo sarawen!

    Zitat

    ist der Übergang von einer vorübergehenden Verhaltensstörung in eine ernsthafte Erkrankung nicht vielleicht sogar fliessend?
    Es soll Fälle geben in denen sich die Co - Abhängigen sogar umgebracht haben....

    Ich sehe Co-Abhängigkeit als Verhaltensstörung die zu ernsthaften Erkrankungen führen kann. Einige Betroffene fallen in schwere Depressionen bis hin zum Selbstmord weil sie keinen Ausweg aus ihrer Misere sehen.

    Aber auch sonst kann es zu vielen Beschwerden kommen wie Magen-Darmbeschwerden, Bluthochdruck, Schmerzen und vieles mehr, weil die Psyche total überlastet ist.

    Das Thema finde ich sehr interessant.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallöchen!

    Meine Meinung dazu: Co-Abhängigkeit lässt sich ablegen aber nicht heilen. Ich betrachte Co-Abhängigkeit als Verhaltensstörung der Auslöser ähnelt sich sehr oft.

    Viele berichten dass sie in der Kindheit emotional sehr vernachlässigt wurden und ihr Leben lang nach Liebe und Geborgenheit suchen und meinen dass sie etwas dafür tun müssten.

    Oft kommt ja ein geringes Selbstwertgefühl dazu und so wird man schnell zum Opfer und merkt es nicht. Ich habe immer gedacht dass ich alles regeln müsste und schwer arbeiten um geschätzt zu werden. Ich konnte nicht nein sagen und wusste genau dass ich mich falsch verhalte - kam aber nicht dagegen an.

    Bei mir war es auch so dass ich beruflich mich sehr gut abgrenzen konnte - ich bin auch Krankenschwester - mich aber für die Menschen die ich liebe vollkommen aufgerieben habe.

    Da raus zu kommen empfand ich sehr schwierig ich habe 10 Jahre dafür gebraucht. Ich habe immer wieder geübt, Situationen im Geiste durchgespielt und nach und nach real umgesetzt. Vieles hat sich auch in der Zwischenzeit automatisiert und ich habe feinere Antennen bekommen wenn Gefahr im Anmarsch ist.


    Ich finde nicht dass Co-Abhängigkeit mit körperlichen Süchten vergleichbar ist. Ich habe noch Kontakt zu meinem Ex-Partner aber ich würde nie und nimmer in Versuchung geraten mich nochmals auf ihn einzulassen.

    Das liegt an meiner Verhaltensänderung - er ist mittlerweilen als Partner indiskutabel für mich, selbst wenn ich wüsste er wäre für den Rest des Lebens trocken.

    Ob ich mich nochmals auf einen Partner einlasse vermag ich momentan nicht zu sagen, ich geniesse meine Freiheit und kann auch sehr gut alleine sein.

    Ich bin trotzdem ein offener lustiger Mensch und lebe im Hier und Heute und bin geduldig mit mir wenns mal nicht so gut läuft, nobody is perfect.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Loretta!

    Zitat



    Ja, das ist ja das so kuriose. Ich habe selten zu jemanden besser gepasst...

    So fangen die meisten Beziehungen mit einem nassen Alkoholiker an, es ist das Gefühl da das ist er! Diese Gemeinsamkeiten, die selbe Wellenlänge, noch nie ist ein Mann so auf mich eingegangen, was habe ich doch für ein Glück gehabt ihn zu treffen.

    Wenn du mich fragst ist das Manipulation von Anfang an, er gibt dir das Gefühl der tollste Mann der Welt zu sein - bis....

    Irgendwann kommt die böse Seite die er präsentiert, erstmals Schock :shock: Aber natürlich war das nur ein Ausrutscher von ihm, er wird das Trinken aufhören, verspricht sich Hilfe zu suchen, appelliert an deine Gefühle.

    Du glaubst ihm, lässt dich einlullen weil eigentlich ist er doch so ein toller Mensch wenn er nicht trinkt. Er wird alle Register ziehen, sagen dass er deine Hilfe braucht, ihr liebt euch doch und nur du kannst ihn retten.

    Den tollen Mann wirst du im Normalfall immer nur kurzfristig zu Gesicht bekommen wenn er dich beschwichtigen will oder du den Schlussstrich ziehen willst weil er schon wieder rückfällig geworden ist.

    So gehen die Jahre ins Land du lebst nur noch in Angst und Schrecken wenn er nach Hause kommt: "Wie ist er heute drauf, hat er wieder getrunken, wird er handgreiflich, beschimpft er mich?".

    Deine Gedanken waren am Anfang relativ klar und in die richtige Richtung, leider bist du dann total gekippt, warum? Weil er dir erzählt hat er wäre drei Tage im Krankenhaus gewesen und der Therapeut hätte mit ihm gesprochen?

    Was macht er jetzt ausser auf einen Therapieplatz zu warten, hat er sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen oder den Arzt aufgesucht? Du hast ihm deine Bedingungen gestellt, hält er sich daran?

    Einen Grund zu trinken gibt es immer, sei es Probleme auf der Arbeit, eine Feier oder weil er einsam war weil du keine zeit für ihn hattest. Er ist kein schlechter sondern ein kranker Mensch der in die Hände von Fachleuten gehört die sich nicht manipulieren lassen.

    Erst wenn das passiert ist besteht eine Chance dass er trocken wird, sofern er es aus freien Stücken will, dann braucht er aber dich ganz bestimmt nicht dazu.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo sarawen!


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    Wie viel Kraft mich das einstehen für mich und meine Interessen kostet kann sich manch einer nicht mal ansatzweise vorstellen.

    Ich kann es mir sehr gut vorstellen als ich anfing mehr an mich und meine Interessen zu denken und NEIN zu sagen empfand ich es ganz schrecklich.
    Der Grund war damals dass ich chronisch krank geworden bin und einfach nicht mehr so belastbar war.

    Meine Gedanken waren: Wenn ich NEIN sage werde ich nicht mehr akzeptiert, ich werde nicht mehr geliebt, andere Menschen werden mich fallen lassen.

    Diese Gedanken verfolgten mich oft tagelang gerade wenn jemand beleidigt war weil ich NEIN sagte. Manchmal bin ich dann gekippt, manchmal nicht. Ich habe mich oft tierisch über mich geärgert dass ich schwach geworden bin und das andere Menschen mich so nötigen wollen.

    Dass der Schlüssel bei mir liegt und ich lernen muss selbstbewusster aufzutreten - dieser Prozess hat ewig gedauert und auch heute beschleicht mich manchmal noch ein ungutes Gefühl beim NEIN sagen.

    Ein krasser Egoist werde ich wohl nie aber ich kann mich weitaus besser abgrenzen als noch vor 10 Jahren.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Renate!


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    Muß ich auch garnichts,mich weder verbindlich in einer Partnerschaft verhalten noch sonstwas

    Durchaus nicht aber eine Partnerschaft ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen auf Augenhöhe. Wenn mein Partner aber ständig Dinge tut die mich belasten - das muss ja nicht Alkohol sein - stelle ich mir die Frage wo bleibe ich in der Partnerschaft?

    Er verhält sich wie Axt im Walde ich spreche ihn darauf an er gelobt Besserung verhält sich aber weiterhin so schäbig mir gegenüber. Irgendwann geht die Hoffnung verloren dass er sich ändert dann kann ich nur zwei Dinge tun: Aussteigen oder verharren bis ich selber krank bin und nicht mehr kann.

    Ich muss selber dafür sorgen dass es mir gut geht, das ist gesunder Egoismus. Denn es steht nirgendwo geschrieben dass ich einen Partner ertragen muss und mich für seine Bedürfnisse aufopfern muss.

    Er ist ja noch nichtmal bereit sein Verhalten zu ändern, er nimmt also in Kauf dass du als seine Partnerin leidest, du hingegen suchst immer noch Gründe warum er so ist.

    Sag dir doch einfach mal er ist so wie er sich mir gegenüber präsentiert, will ich so einen Mann überhaupt?

    Ist es das was du dir vom Leben gewünscht hast? Bestimmt nicht aber an Seite wird es auch nie eintreten dass du glücklich wirst dazu machst du viel zu viele Abstriche.

    Liebe Grüsse
    Speranza