Beiträge von Marie04

    Hallo Renate!

    Das kann ich voll und ganz verstehen dass du enttäuscht bist, solche Aktionen lassen oft die Vergangenheit hochkochen. Ich reagiere auf Dinge die mich an frühere Situationen erinnern manchmal auch nicht besonders cool.

    Ich hinterfrage mich aber dann bin ich jetzt enttäuscht und sauer weil in mir etwas getriggert hat oder ist die Situation wirklich so?

    Das hat jetzt nichts mit Selbstzweifeln zu tun sondern ich versuche die Sache mit Ruhe zu betrachten und zu verarbeiten.

    Denkfehler begehst du keinen wenn du Gutes tun möchtest der andere das annimmt und dich dann abserviert, wer möchte schon Mittel zum Zweck sein? Aber leider sind viele Menschen so und sehen nur ihren Vorteil.

    Vielleicht hilft ja doch ein Gespräch in aller Ruhe oder du machst dich rar und wartest einfach mal ab.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Renate!

    Zitat

    Ich denke frei von Wünschen oder Erwartungen ist kein Mensch ,

    Das sehe ich auch so jeder Mensch hat Wünsche und Erwartungen, hätte ich keine müsste mir ja alles gleichgültig sein. Natürlich freue ich mich auch wenn ich gelobt werde weil ich gute Arbeit geleistet habe wobei ich dann immer aufpassen muss ob da nicht eine Bedingung daran geknüpft ist, zum Beispiel: "Wenn wir dich nicht hätten du bist so fleissig, könntest du nicht einen Zusatzdienst übernehmen?". In dem Falle freue ich mich nicht sondern bin verärgert :evil:

    Die Frage ist - wie gehe ich mit meinen Wünschen und Erwartungen um? Bin ich enttäuscht wenn meine Wünsche und Erwartungen nicht in Erfüllung gehen oder kann ich es für mich akzeptieren? Versuche ich den anderen Menschen soweit zu manipulieren in der Hoffnung meine Erwartungen erfüllen sich doch noch?

    Das ist für mich das Problem bei uns Co-Abhängigen, wir erwarten oft wenn wir Gutes tun eine entsprechende Gegenleistung oder wir erwarten dass unser Gegenüber auch so reagiert wie wir.

    Genauso haben wir ja jahrelang mit unseren alkoholkranken Partnern gelebt. Wir haben erwartet dass wir zu unserem Ziel kommen ihn trocken zu legen wenn wir uns nur genug anstrengen.

    Ich versuche gerade das zu unterscheiden, habe wohl Erwartungen aber wenn der andere ganz verschieden von mir tickt investiere ich nicht mehr sondern sage mir einfach, es passt nicht.

    Für mich ist es auch noch schwierig die Grenzen einzuhalten, ich kann mir momentan auch nicht vorstellen mich auf einen neuen Partner einzulassen weil ich Angst habe wieder Vertrauen aufzubauen.

    Die lange Beziehung hat mich doch sehr geprägt obwohl ich nach wie vor glücklich bin den Weg da raus geschafft zu haben.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo zusammen!

    Nach langer Zeit melde ich mich auch mal wieder und kann verkünden es geht mir weiterhin (zumindest meistens) gut. Ich habe mich sehr gut in meinem neuen Zuhause eingelebt und geniesse es in Ruhe zu leben.

    Weihnachten und Neujahr hatte ich Besuch von meinen Kindern, wir haben zusammen gekocht, viel geredet und rumgeblödelt und auch ergiebig gefaulenzt.

    Silvester hatte ich dann Dienst und es war leider sehr anstrengend ich war danach total im Eimer. Jetzt ist der Alltag wieder da und ich hoffe auf den Frühling.

    Im Mai fliege ich mit einer Bekannten zwei Wochen in den Urlaub. So hat sich mein neues Leben recht gut eingependelt. Manchmal sehne ich mich nach einem neuen Partner aber leider bin ich auf der anderen Seite total misstrauisch.

    Die lange schreckliche Zeit mit meinem Ex steckt mir doch noch in den Knochen und ich habe Angst mich gefühlsmässig einzulassen. Manchmal denke ich ich kann nie wieder vertrauen und blocke total ab, was aber zum Glück nicht alle Menschen betrifft.

    Aber wozu den Kopf zerbrechen über ungelegte Eier, besser so als sich krank zu ärgern.

    Ich hoffe dass es euch da draussen gut geht und verschicke viele Grüsse und viel Mut allen die noch auf dem schweren Weg sind.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Hartmut!

    Gibt es den typischen Alkoholiker überhaupt? Jeder Mensch ist ein Individuum für sich und sollte auch so gesehen werden.

    Wenn die Sucht über allen anderen Dingen steht gibt es Verhaltensweisen die sich sehr ähnlich sind, das ist für mich das Typische der Alkoholkrankheit.

    Ich meine damit die Selbstlügen, das Verharmlosen, die Skrupellosigkeit, das Belügen und Betrügen des Partners oder der Angehörigen, die Unzuverlässigkeit, den Suchtdruck der befriedigt werden muss, koste es was es wolle.

    So verhalten sich meine Patienten und so hat sich mein Ex-Partner verhalten. Wie sich jemand verhält wenn er getrunken hat ist für mich nicht mehr typisch denn da gibt es wiederum grosse Unterschiede.

    Ich weiss dass es eine Krankheit ist aber kann es trotzdem nicht verstehen oder nachvollziehen. Ich versuche es auch gar nicht mehr zu begreifen,( mir ist das einfach zu hoch), sondern schütze mich selbst.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Andreas!

    Zitat

    Hallo Speranza,

    diese Aussagen von Dir halte ich für besonders wichtig.

    Dankeschön :) aber das ist meine Lebenseinstellung im Allgemeinen. Mich macht es nervös wenn jemand über alles jammert und damit die eigene Unfähigkeit zu handeln entschuldigt.

    Zitat

    Ich finde es durchaus nicht verkehrt, sich mit der eigenen, möglicherweise besonders negativ verlaufenen Kindheit auseinanderzusetzen. Aber all diese Rückblicke werden das eigene Leben nicht ändern...genausowenig wie ständige Schuldzuweisungen an andere, nur um nicht selber Verantwortung übernehmen zu müssen.

    Zu schauen woher es kommt dass ich so handle finde ich sogar sehr wichtig. Teils denke ich von mir dass es aber auch Eigenschaften sind die ich immer schon in mir trage.

    Der nächste Schritt ist solange mein Verhalten umzupolen bis ich mit mir zufrieden bin, Rückschläge abzuhaken und es immer wieder versuchen.

    Ich habe Frieden mit mir geschlossen und das ist ein gutes angenehmes Gefühl. Wenn ich das nicht mache werde ich nie glücklich sein.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Hartmut!

    Wenn ich jetzt von mir spreche kann ich sagen dass das Verantwortungsgefühl in hohem Maße vorhanden war, ich fühlte mich für alles und jedes verantwortlich. Ich fühlte mich für im familiären Bereich für alles zuständig obwohl anfangs der Alkohol noch eine sehr geringe Rolle spielte, Haushalt, Kindererziehung, Harmonie in der Familie war mein Bereich.

    Viel Co's denken so und fühlen sich von der Verantwortung förmlich erdrückt.


    Hallo an alle!

    Clärchen spricht mir aus der Seele so in etwa war es bei uns auch, bloss als die ganz harte Phase anfing waren die Kinder bereits aus dem Haus.

    Es hat bei uns auch schön angefangen, Hochzeit, Kinder, Hausbau, woher hätte ich denn wissen sollen wie sich alles mal entwickeln würde?

    Das kam ganz schleichend, der Alkohol spielte eine immer grössere Rolle. Ich war damals so naiv und dachte es pendelt sich wieder ein und wäre nur eine vorübergehende Phase.

    Ich sage mal ganz hart dass die Familie zerbrochen ist lag wohl nicht an mir, ich hätte es nicht verhindern können, ich habe nicht getrunken. Meine Kinder haben den Kontakt zu ihm abgebrochen bis er ernsthaft etwas an seinem Alkoholproblem ändert. Manchmal rufen sie mich an weil sie so sauer auf ihn sind und ich gerate dann öfters in Versuchung zu vermitteln, unterlasse es aber denn es sind zwei erwachsene Menschen und ich muss akzeptieren dass sie so handeln wie es ihnen guttut.

    Was anderes ist es wenn jemand mit offenen Augen ins Unglück rennt und eine Partnerschaft mit einem nassen Alkoholiker eingeht oder sogar Kinder mit ihm bekommt und dann viele Jahre die Kinder so einer Misere aussetzt.

    Gleichwohl finde ich es unfair nur dem Co. die "Schuld" in die Schuhe zu schieben nur weil dieser nicht vom Alkohol vernebelt ist.

    Ich komme aus keiner Alkoholikerfamilie und trotzdem hatte ich keine schöne Kindheit. Aber ich kann ja nicht alle Verhaltensweisen durch meine Kindheit entschuldigen denn wenn ich erwachsen bin steht es mir ja frei so zu leben wie ich es für richtig halte.

    Der Gedankengang: "Ich hatte so eine schlechte Kindheit dass ich traumatisiert bin und jetzt läuft dadurch in meinem Leben alles schief" führt zu nichts, es ist viel besser mit der Kindheit abzuschliessen denn ändern kann man es nicht mehr.

    Uff, war jetzt ein Roman den ich geschrieben habe.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Jürgen!


    Zitat

    ein Co-Abhängiger muss lernen, sich NICHT ständig das Hirn über andere zu zerbröseln ( um von seinen eigenen Lebensängsten abzulenken ) , die das gar nicht wollen.
    Auch ein Säufer redet kein Chinesisch.

    Insoweit ist es fruchtlos und kontraproduktiv, über die Sucht des ANDEREN zu reden.
    Es gilt, Selbstverantwortung zu übernehmen und selbst die Entscheidungen zu treffen.
    Veränderungen auch auszuhalten und durchzuhalten.

    Ein Säufer redet zwar kein chinesisch aber er versucht oft mit aller Gewalt den Co-Abhängigen durch falsche Versprechungen, Vorgaukeln von Liebe und unendliches Manipulieren den Co-Abhängigen festzuhalten.

    Da der Co-Abhängige eben auch unter einer Störung leidet und oft lange nicht bemerkt was mit ihm geschieht dauert es oft Jahre bis er dieses Muster durchschaut und reagiert.

    So verkehrt finde ich es gar nicht über die Sucht des Anderen zu reden, es ist für manche Co-Abhängige wichtig dass sie sich aus ihren Illusionen lösen können.


    Zitat

    Ihr seid ebenfalls süchtig ( nach dem "Problembär" / kaputten Beziehungen ! )

    Also ich bestimmt nicht ich habe nur lange nicht begriffen dass ich selber handeln muss sondern habe immer wieder versucht den Partner "trockenzulegen".


    Zitat

    Co-Abhängigkeit bezeichnet ein umstrittenes psychiatrisches Konzept, nach dem manche Bezugspersonen eines Suchtkranken dessen Sucht durch ihr Tun oder Unterlassen zusätzlich fördern und/oder selber darunter in irgendeiner Form leiden.
    Genau um die o.a. markierte Passage geht es.

    Ich sehe das anders egal wie ich mich als Co-Abhängige verhalte lässt sich ein alkoholkranker Mensch nicht davon beeinflussen. Dass er schneller seinen Tiefpunkt erreicht weil ich gehe bezweifle ich, ich gehe um mich zu retten.

    Ich bin gegangen weil ich die Faxen dicke hatte und selber vor Kummer krank geworden war.

    Zitat

    Ich kann das nicht als Liebe betrachten sondern als mangelnde Übernahme von Eigenverantwortung für das Gesamtgeschehen.

    Wieso soll ich für das Gesamtgeschehen verantwortlich sein? Ich bin nur für meinen Part zuständig der da lautet "wie erreiche ich wieder ein zufriedenes Leben?"

    Ich übernehme Eigenverantwortung und sorge dass es mir wieder gut geht, wenn sich der Partner nicht zu Kompromissen bereit ist oder weiterhin seine Spielchen mit mir treiben will müssen sich unsere Wege trennen, so ist das.

    Liebe Grüsse
    Speranza

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    Hallo sarawen!

    Zitat

    ist der Übergang von einer vorübergehenden Verhaltensstörung in eine ernsthafte Erkrankung nicht vielleicht sogar fliessend?
    Es soll Fälle geben in denen sich die Co - Abhängigen sogar umgebracht haben....

    Ich sehe Co-Abhängigkeit als Verhaltensstörung die zu ernsthaften Erkrankungen führen kann. Einige Betroffene fallen in schwere Depressionen bis hin zum Selbstmord weil sie keinen Ausweg aus ihrer Misere sehen.

    Aber auch sonst kann es zu vielen Beschwerden kommen wie Magen-Darmbeschwerden, Bluthochdruck, Schmerzen und vieles mehr, weil die Psyche total überlastet ist.

    Das Thema finde ich sehr interessant.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallöchen!

    Meine Meinung dazu: Co-Abhängigkeit lässt sich ablegen aber nicht heilen. Ich betrachte Co-Abhängigkeit als Verhaltensstörung der Auslöser ähnelt sich sehr oft.

    Viele berichten dass sie in der Kindheit emotional sehr vernachlässigt wurden und ihr Leben lang nach Liebe und Geborgenheit suchen und meinen dass sie etwas dafür tun müssten.

    Oft kommt ja ein geringes Selbstwertgefühl dazu und so wird man schnell zum Opfer und merkt es nicht. Ich habe immer gedacht dass ich alles regeln müsste und schwer arbeiten um geschätzt zu werden. Ich konnte nicht nein sagen und wusste genau dass ich mich falsch verhalte - kam aber nicht dagegen an.

    Bei mir war es auch so dass ich beruflich mich sehr gut abgrenzen konnte - ich bin auch Krankenschwester - mich aber für die Menschen die ich liebe vollkommen aufgerieben habe.

    Da raus zu kommen empfand ich sehr schwierig ich habe 10 Jahre dafür gebraucht. Ich habe immer wieder geübt, Situationen im Geiste durchgespielt und nach und nach real umgesetzt. Vieles hat sich auch in der Zwischenzeit automatisiert und ich habe feinere Antennen bekommen wenn Gefahr im Anmarsch ist.


    Ich finde nicht dass Co-Abhängigkeit mit körperlichen Süchten vergleichbar ist. Ich habe noch Kontakt zu meinem Ex-Partner aber ich würde nie und nimmer in Versuchung geraten mich nochmals auf ihn einzulassen.

    Das liegt an meiner Verhaltensänderung - er ist mittlerweilen als Partner indiskutabel für mich, selbst wenn ich wüsste er wäre für den Rest des Lebens trocken.

    Ob ich mich nochmals auf einen Partner einlasse vermag ich momentan nicht zu sagen, ich geniesse meine Freiheit und kann auch sehr gut alleine sein.

    Ich bin trotzdem ein offener lustiger Mensch und lebe im Hier und Heute und bin geduldig mit mir wenns mal nicht so gut läuft, nobody is perfect.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Loretta!

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    Ja, das ist ja das so kuriose. Ich habe selten zu jemanden besser gepasst...

    So fangen die meisten Beziehungen mit einem nassen Alkoholiker an, es ist das Gefühl da das ist er! Diese Gemeinsamkeiten, die selbe Wellenlänge, noch nie ist ein Mann so auf mich eingegangen, was habe ich doch für ein Glück gehabt ihn zu treffen.

    Wenn du mich fragst ist das Manipulation von Anfang an, er gibt dir das Gefühl der tollste Mann der Welt zu sein - bis....

    Irgendwann kommt die böse Seite die er präsentiert, erstmals Schock :shock: Aber natürlich war das nur ein Ausrutscher von ihm, er wird das Trinken aufhören, verspricht sich Hilfe zu suchen, appelliert an deine Gefühle.

    Du glaubst ihm, lässt dich einlullen weil eigentlich ist er doch so ein toller Mensch wenn er nicht trinkt. Er wird alle Register ziehen, sagen dass er deine Hilfe braucht, ihr liebt euch doch und nur du kannst ihn retten.

    Den tollen Mann wirst du im Normalfall immer nur kurzfristig zu Gesicht bekommen wenn er dich beschwichtigen will oder du den Schlussstrich ziehen willst weil er schon wieder rückfällig geworden ist.

    So gehen die Jahre ins Land du lebst nur noch in Angst und Schrecken wenn er nach Hause kommt: "Wie ist er heute drauf, hat er wieder getrunken, wird er handgreiflich, beschimpft er mich?".

    Deine Gedanken waren am Anfang relativ klar und in die richtige Richtung, leider bist du dann total gekippt, warum? Weil er dir erzählt hat er wäre drei Tage im Krankenhaus gewesen und der Therapeut hätte mit ihm gesprochen?

    Was macht er jetzt ausser auf einen Therapieplatz zu warten, hat er sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen oder den Arzt aufgesucht? Du hast ihm deine Bedingungen gestellt, hält er sich daran?

    Einen Grund zu trinken gibt es immer, sei es Probleme auf der Arbeit, eine Feier oder weil er einsam war weil du keine zeit für ihn hattest. Er ist kein schlechter sondern ein kranker Mensch der in die Hände von Fachleuten gehört die sich nicht manipulieren lassen.

    Erst wenn das passiert ist besteht eine Chance dass er trocken wird, sofern er es aus freien Stücken will, dann braucht er aber dich ganz bestimmt nicht dazu.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo sarawen!


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    Wie viel Kraft mich das einstehen für mich und meine Interessen kostet kann sich manch einer nicht mal ansatzweise vorstellen.

    Ich kann es mir sehr gut vorstellen als ich anfing mehr an mich und meine Interessen zu denken und NEIN zu sagen empfand ich es ganz schrecklich.
    Der Grund war damals dass ich chronisch krank geworden bin und einfach nicht mehr so belastbar war.

    Meine Gedanken waren: Wenn ich NEIN sage werde ich nicht mehr akzeptiert, ich werde nicht mehr geliebt, andere Menschen werden mich fallen lassen.

    Diese Gedanken verfolgten mich oft tagelang gerade wenn jemand beleidigt war weil ich NEIN sagte. Manchmal bin ich dann gekippt, manchmal nicht. Ich habe mich oft tierisch über mich geärgert dass ich schwach geworden bin und das andere Menschen mich so nötigen wollen.

    Dass der Schlüssel bei mir liegt und ich lernen muss selbstbewusster aufzutreten - dieser Prozess hat ewig gedauert und auch heute beschleicht mich manchmal noch ein ungutes Gefühl beim NEIN sagen.

    Ein krasser Egoist werde ich wohl nie aber ich kann mich weitaus besser abgrenzen als noch vor 10 Jahren.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Renate!


    Zitat

    Muß ich auch garnichts,mich weder verbindlich in einer Partnerschaft verhalten noch sonstwas

    Durchaus nicht aber eine Partnerschaft ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen auf Augenhöhe. Wenn mein Partner aber ständig Dinge tut die mich belasten - das muss ja nicht Alkohol sein - stelle ich mir die Frage wo bleibe ich in der Partnerschaft?

    Er verhält sich wie Axt im Walde ich spreche ihn darauf an er gelobt Besserung verhält sich aber weiterhin so schäbig mir gegenüber. Irgendwann geht die Hoffnung verloren dass er sich ändert dann kann ich nur zwei Dinge tun: Aussteigen oder verharren bis ich selber krank bin und nicht mehr kann.

    Ich muss selber dafür sorgen dass es mir gut geht, das ist gesunder Egoismus. Denn es steht nirgendwo geschrieben dass ich einen Partner ertragen muss und mich für seine Bedürfnisse aufopfern muss.

    Er ist ja noch nichtmal bereit sein Verhalten zu ändern, er nimmt also in Kauf dass du als seine Partnerin leidest, du hingegen suchst immer noch Gründe warum er so ist.

    Sag dir doch einfach mal er ist so wie er sich mir gegenüber präsentiert, will ich so einen Mann überhaupt?

    Ist es das was du dir vom Leben gewünscht hast? Bestimmt nicht aber an Seite wird es auch nie eintreten dass du glücklich wirst dazu machst du viel zu viele Abstriche.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Renate!

    Zitat

    Ich fühle mich leer und aufgebraucht......

    Diesen Zustand kenne ich sehr gut, so fühlte ich mich vor 2 Jahren kurz bevor ich die Trennung ausgesprochen habe. Ich denke mal das es ein wichtiges Signal des Körpers und der Seele ist so eine Art Schutzmechanismus dass ich mir viel zu viel zumute.

    Als ich klare Linien gezogen habe und für mich entschieden habe was ich will und was ich absolut nicht mehr will ging es mir besser und so konnte ich meinen Weg weitergehen.

    Der Weg ist lang und hart und hat viele Stolpersteine die man sehen und umgehen muss. Es ist auch keine Schande mal hinzufallen wenn man sich vor Augen hält wie viele Jahre man sich in der Co-Abhängigkeit befunden hat.

    Nobody is perfect die Hauptsache ist doch zu erkennen dass was schiefläuft und man sich wieder auf den richtigen Weg begibt. Sich deswegen zu zerfleischen bringt es nicht sondern einfach wieder nach vorne schauen und es das nächste Mal anders (besser) machen.

    Ich wünsche dir viel Glück, Kraft, Mut und innere Stärke.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallöchen!

    Ich finde es auch schade wenn jemand seinen Thread einfach löschen lässt. Selbst wenn die Beiträge nicht so ausfallen und ich nicht das lese was ich gerne lesen würde sehe ich in solchen Beiträgen auch eine grosse Chance mich neu zu orientieren.

    Ich gehe in erster Linie davon aus dass mir keiner etwas persönlich will sondern mein Fehlverhalten erkennt und versucht mich darauf aufmerksam zu machen.

    Naja aber jeder ist halt anders gestrickt :wink:

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Huhu girasole!

    Danke für deinen Eintrag ich habe mich sehr darüber gefreut :)

    Ja ich habe viel zu lange in meiner Co-Abhängigkeit festgehangen, massiv getrunken hat er die letzten 8 Jahre.

    Ich bin aus reinem Selbsterhaltungstrieb gegangen, ich war depressiv geworden. In den letzten 2 Jahren habe ich sehr viel dazugelernt. Ich schaffte es aber auch zu gehen weil jeder Funke Liebe erloschen war.

    Wenn ich vorher geahnt hätte wie gut es mir einmal wieder gehen würde hätte ich diesen Schritt schon viel früher gemacht. Aber es ist nie zu spät sein Leben schön zu gestalten.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo girasole!

    Zitat

    Wobei er mich heute doch getroffen hat, so ganz frei bin ich wohl noch nicht Frage

    Natürlich nicht wer würde bei solchen Aussagen einfach total cool bleiben?
    Wir haben schliesslich alle gesunde Emotionen und so eine Aggressivität macht mich erstmal sprachlos.

    Mein Ex kann auch sehr gut plötzlich umschwenken und total blöd und gemein werden. Wie vor meinem Auszug - was hat er mir da nicht alles angedroht. Ich habe erstmals gar nicht sagen können ich war sprachlos vor Entsetzen und bin ganz kurz in die Rolle von früher zurückgefallen bloss nichts sagen um ihn noch nicht mehr zu reizen.

    Plötzlich sah ich mich da so stehen, wieder ganz klein und ich dachte: "Was tust du da, hast du immer noch nicht dazugelernt?" Mich packte plötzlich die Wut auf mich weil ich es mir gefallen liess und konnte dann endlich reagieren.

    Wir haben auch noch Kontakt aber jetzt bestimme ich wieder die Spielregeln und Blödheiten höre ich mir nicht mehr an, da lege ich direkt der Hörer auf der Gabel.

    Es ist wohl so wir sind schliesslich nicht verantwortlich wie andere Menschen sich benehmen, wir sind dafür zuständig wie wir uns abgrenzen können dass unsere Seele nicht vergiftet wird.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Huhu girasole!

    Zitat

    Ich bin so froh.
    Hoffentlich kommt jetzt nicht rüber, die Girasole weidet sich am Unglück anderer!
    Ich suche gerade selbst noch, was das gerade in mir ist. Jedenfalls nicht Schadenfreude oder sowas.
    Hoffentlich versteht jemand, was ich meine Sehr glücklich

    Ich verstehe dich nur zu gut, es hat nichts mit Schadenfreude zu tun sondern ist ein Glücksgefühl dass man innerlich wieder ins Reine kommt und mit dem ganzen Alkoholelend nichts mehr zu tun hat. Für mich ist es einfach ein Gefühl der Freiheit.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallöchen zusammen!

    Nach sehr langer Zeit meldet sich eine überaus zufriedene glückliche Speranza :D

    Es ist endlich geschafft und ich habe die langersehnte räumliche Trennung hinter mir und wohne schon seit einigen Wochen in meinem Häuschen. Viel länger als geplant und erhofft hat es gedauert bis es fertig war.

    Schön ist alles geworden, hell und freundlich und sehr gemütlich. Bloss das Grundstück sieht noch ziemlich wild aus aber momentan brauche ich einfach etwas Pause es war doch recht stressig vor meinem Umzug.

    In der letzten Zeit vor meinem Umzug hat sich mein Ex sehr schlimm benommen, mich beschimpft und mir ständig mit irgendwelchen Dingen gedroht. Natürlich war ich wieder an allem schuld :roll: Es ist soweit eskaliert dass ich ihm gedroht habe einen Anwalt einzuschalten dann wäre es vorbei mit einer gütlichen Regelung, Mann was war ich sauer auf ihn, danach war Ruhe.

    Aber das habe ich jetzt hinter mir gelassen und freue mich auf mein neues selbstbestimmtes Leben. Innerlich habe ich mich ja schon sehr lange getrennt und so fällt es mir nicht schwer mein Leben zu leben ohne an ihn zu denken.

    Ich möchte alle hier grüssen, besonders die mit mir geschrieben haben und silberkralle für seine Äpfelchen danken. Ich werde ab und zu hier reinschauen aber im Grossen und Ganzen läuft mein Leben so normal dass ich oft gar nicht weiss was ich schreiben soll.

    Ich fühle keine Baustellen mehr in mir die ich noch bearbeiten müsste. Das Leben hat mich einfach wieder, ich fühle mich stark und stabil und passe gut auf mich auf. Ich habe es mir so hart erkämpfen müssen um da zu sein wo ich jetzt bin und werde das in keinster Weise gefährden.

    Eins noch - der Kampf um ein besseres Leben lohnt sich - an alle die noch überlegen und zaudern - geht ihn und lasst nicht so viele Jahre in Kummer und Sorgen verstreichen wie ich es getan habe.

    Recht viele Grüsse auch an die Moderatoren hier.

    Speranza