Hallöchen!
Da es in letzter Zeit recht viele Diskussionen über Co-Abhängigkeit gegeben hat dachte ich ich "grabe" meinen alten Thread in dem ich mir viele Gedanken über diese Erkrankung gemacht habe und mir so manches Licht aufgegangen ist.
Zitat
trifft es sehr genau und gibt sehr gute Anhaltspunkte. Aber Co-Abhängigkeit kommt oft sehr larviert daher und äussert sich in ganz verschiedenen Krankheitsbildern und fällt oft auf den ersten Blick gar nicht so auf.
Ich würde ja nun niemanden als co-abhängig bezeichnen der in der klassischen Rollenverteilung lebt - Frau macht den Haushalt, Mann verdient das Geld - und damit beide zufrieden sind obwohl sie finanziell von ihm abhängig ist.
Co wäre es in dem Fall wenn er den Macho herauskehrt und ihr es ständig aufs Butterbrot schmiert wie gut sie es doch hat und sie es kopfnickend und innerlich sauer hinnimmt. Obwohl sie eigentlich lieber selbst arbeiten würde aber es nicht tut weil er es ihr verbietet. Sie erkennt zwar was sie gerne machen würde aber kann sich nicht durchsetzen und lässt andere entscheiden was das Beste für sie ist. Das zieht sich in vielen Bereichen durch ihr ganzes Leben.
Ich habe jetzt extra nicht geschrieben dass er ein Suchtproblem hat denn Co-sein geht auch ohne das.
Womit ich bis heute nicht einverstanden bin ist die Schuldfrage. Ich fühle mich in keinster Weise schuldig wie ich gehandelt habe oder dass er trinkt. Ich ziehe mir auch nicht den Schuh dass ich SEIN Leiden aufrechterhalten habe indem ich so gehandelt habe.
Um Co zu sein muss ich nicht mit einem Partner zusammenleben das kann ich vielseitig ausleben. Ich definiere mich über Leistung ich denke ich muss besonders lieb und fleissig sein und mich unterordnen damit ich anerkannt werde.
Aus dacapo's Thread konnte ich gar nicht erkennen ob jemand co-abhägig ist ich war nur recht verwundert was es alles so gibt. Aus anderen Threads lese ich manchmal dass manche denken Co-Abhängigkeit gäbe es nur bei suchtkranken Beziehungen oder man müsste zusammenleben um sich co-mässig auszuleben.
Ich weiss das dieses Thema schon oft "durchgekaut" wurde aber vielleicht hat doch jemand Lust mir dazu etwas zu schreiben.
Ich habe monatelang nur hier gelesen und konnte vieles für mich mitnehmen.
Ich habe so manches in mir sacken lassen oder auch "zerpflückt" und bearbeitet.
Das war sehr wichtig für mich denn ich sah mich vor allen Dingen in der Opferrolle und war teilweise sehr wütend auf mich dass ich viele Jahre so etwas mitgemacht habe, ich hätte mich manchmal sonstwohin treten können für meine empfundene Dummheit. 
Liebe Grüsse
Speranza