Beiträge von Marie04

    Hallo oldie!

    Gerade in langjährigen Beziehungen entwickelt sich die Sucht oft schleichend und als co-abhängiger Partner bin ich immer tiefer reingerutscht.

    Mein Mann hat anfangs ja nicht getrunken das hat sich über viele Jahre entwickelt.

    Ein "Episödchen" weiss ich auch noch, als ich ihm sagte dass ich mich trenne war ich drauf und dran ihn deswegen zu trösten :!: ich konnte mich gerade noch bremsen.

    Im Nachhinein denke ich auch das war wirklich krank von mir.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Poster!

    Zitat

    Wenn ich erkannt habe und verstanden habe, dass das Suchtmittel

    (Nikotin und Ethanol) mich sukzessive zerstört und zu meinem

    vorzeitigen Ende bringt fällt es mir nicht mehr schwer den Verzehr

    einzustellen.

    Schön wäre es wenn es wirklich so wäre dann würde kein Süchtiger sich mehr zu Tode trinken. Viele Kranke trinken weiter obwohl sie schon mehrmals dem Tod von der Schippe gesprungen sind.

    Beruflich hat mein Jahr sehr schlecht angefangen 3 von meinen langjährigen Patienten sind an organischen Erkrankungen - verursacht durch den Alkohol - verstorben.

    Sie habe schon erkannt was sie sich antun und konnten trotzdem nicht aufhören, die Sucht war einfach stärker.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo!

    Mit Grössenwahn hatte es bei mir weniger zu tun sondern mit total falscher Wahrnehmung einerseits von mir selber und andererseits von meiner Partnerschaft.

    Ich habe meine eigenen Normen zum Mass aller Dinge gemacht und nicht von "Ich" sondern von "Wir" oder "Man" gesprochen.

    Dazu kam auch das Gefühl für alles verantwortlich zu sein und sich jeden Schuh anziehen zu müssen. So bin ich erzogen worden und konnte mich innerlich lange nicht davon befreien.

    Die Frau ist für das Wohl der Familie verantwortlich sie sorgt für Harmonie und wenn der Mann trinkt ist das ein Störfaktor innerhalb der Familie und als Frau muss "man" sorgen dass er die Trinkerei sein lässt, "Wir" schaffen das doch!

    Ich fühlte mich dabei weder mächtig noch gebraucht sondern war total unglücklich, voller Wut auf mich und ihn. Ich litt darunter "schon wieder versagt zu haben". Ich war wütend schon wieder enttäuscht worden zu sein weil er mir etwas versprochen hatte, "man" hält doch ein Versprechen.

    Ich hatte doch bei der Trauung versprochen "In guten wie in schlechten Tagen" und wenn ich lange genug durchhalten würde kämen bestimmt wieder gute Tage.

    Selbst als ich merkte ich liebe ihn gar nicht mehr war immer noch Hoffnung in mir das Blatt würde sich wenden.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Renate!

    Zitat

    Mein Mitleid hält sich in Grenzen auch wenn das jetzt kalt klingt.
    Ich bin selbst erschrocken über mich!

    Warum solltest du auch viel Mitleid mit ihm haben? Er hat es ja selbst in der Hand aus seinem Leben etwas zu machen. Es ist ihm doch sicherlich bekannt was für gesundheitliche Schäden bei einem so hohen Alkoholkonsum auftreten können.

    Ich empfinde es nicht als kalt sondern als einen Selbstschutz für deine eigene Seele.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo!

    Jetzt versuche ich mal zu erklären was ich unter Liebe verstehe.

    Zum Beispiel lerne einen sehr netten Mann kennen und verliebe mich. Er bietet alles das was ich mir vorstelle bloss eine Sache stört mich sehr an ihm. So sehr dass ich damit unglücklich bin.

    Ich habe zwei Möglichkeiten, ich akzeptiere ihn so wie er ist denn ich respektiere sein Leben. Er hat das Recht sein Leben so zu gestalten wie er das möchte. Ich versuche mit ihm zu reden was mich so sehr an ihm stört. (muss ja nicht immer der Alkohol sein).

    Wenn er nicht bereit ist sich zu ändern tritt meine Selbstliebe ein und ich schütze mich das heisst ich versuche ihn nicht auf Biegen und Brechen zu verändern.

    So eine Partnerschaft wird wenn ich mich selber liebe und achte schnell scheitern.

    Eine Partnerschaft sollte aus gegenseitigem Respekt bestehen. Darunter verstehe ich das sich keiner so verbiegen sollte dass er sein eigenes "Ich" aufgibt.

    Liebe ist für mich ein gegenseitiges Geben und Nehmen ohne Erwartungshaltung. Wenn ich etwas gebe und der andere liebt mich so wie ich bin wird er mir freiwillig geben ohne dass ich es einfordere.

    Wenn ich in der Lage bin mich so anzunehmen wie ich bin und mich dabei wohlfühle wird es mir nicht so schnell passieren an einen Partner zu geraten der mich nicht liebt denn ich kann sehr gut unterscheiden dass ich nicht geliebt werde sondern eher missbraucht oder ausgenutzt.

    Ich bin der Meinung wahre Liebe fängt bei meiner Person an, wenn ich meine Mitte gefunden habe strahle ich Selbstbewusstsein aus und das überträgt sich auf andere Menschen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Lindi!

    Es ist halt eine Tatsache der Mann hat ein Kind und du würdest "dazukommen" was unter Umständen sehr schwierig werden könnte.

    Es kommt natürlich auch auf das Alter des Kindes an und Mädchen in der Pubertät können sehr bockig sein. Es wäre auch die Frage wie sich der Vater des Kindes verhalten würde wenn Probleme auftreten.

    Bist du dann die zweite Geige oder würde er auch für dich Partei ergreifen?

    Ich denke mal es erwartet niemand dass du das Kind direkt heiss und innig liebst das wäre utopisch. Aber es vielleicht mal auf neutralem Boden kennen zu lernen ist doch bestimmt machbar?

    Oder wie gedenkt der Mann dies zu handhaben will er dem Kind verschweigen dass er eine Freundin hat und es bliebe bei versteckten Treffen? Das wäre die denkbar schlechteste Basis für eine Beziehung und wäre für mich äusserst unbefriedigend.


    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Uschi!

    Zitat

    will kein aerger. ich komme auch sofort an u will alles klaeren.

    Ich will im Grunde auch keinen Ärger aber im täglichen Alltag gibt es immer Konflikte und Reibereien.

    Ich kann Dinge oft gar nicht klären wenn der Andere sich darauf nicht einlässt oder stur auf seiner Meinung beharrt dann müsste ich immer klein beigeben und mich seiner Meinung anpassen.

    Ich kann dann nur laut und deutlich sagen was ich will oder nicht will. Ich muss dann auch lernen das unangenehme Gefühl auszuhalten ich hätte jemanden vor den Kopf gestossen.

    Hier im Forum kann man solche Dinge gut üben wenn dir etwas nicht passt kannst du denjenigen einfach anschreiben und ihm persönlich sagen dass dir seine Beiträge nicht guttun.

    Was der Andere nun denkt kann dir egal sein solange du die Höflichkeit gewahrt hast. Er kann ja nicht wissen was in dir vorgeht wenn du es ihm nicht deutlich mitteilst.


    Liebe Grüsse
    Speranza

    Guten Morgen!

    Heute Nacht war ich in meinen Träumen wieder richtig in der Vergangenheit.
    Ich habe geträumt ich wäre in meiner früheren Situation gefangen und irrte durch das Haus und könnte nicht weg da ich die Tür nach draussen nicht gefunden habe.

    Was war ich froh als ich wachwurde und mir meiner jetzigen Situation bewusst wurde. Mich wieder so hilflos zu fühlen war einfach grauenhaft.

    Gleich gehe ich arbeiten und zanke meine Kollegen etwas :wink: ich habe heute Spätdienst.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Aurora!

    Hallo topas!

    Danke für eure Antworten und eure guten Wünsche zu Umzug.


    topas !

    Zitat

    Inzwischen habe ich erkannt, daß ich oft mein defizit überdeckt habe über mich und meine situation nachzudenken.

    Das ging mir auch häufig so ich habe durch viele Aktivitäten versucht meine missliche Lage zu verdrängen und nannte es Ablenkung.

    Ich fand oft innerlich überhaupt keine Ruhe mehr da die Gedanken immer um ihn und wie ich ihm helfen könnte kreisten.

    Jetzt bin ich zwar auch manchmal ungeduldig weil ich möglichst bald ausziehen möchte aber muss einsehen dass ich zwar planen kann aber meine Pläne was das Zeitfenster betrifft nicht immer eintreffen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Jonas!

    Zitat

    Was ist denn so ehrverletzend an einer Neurose? Noch in den 80er Jahren gehörte sie zu den salonfähigen Wunschdiagnosen, ohne die ein Intellektueller sich gar nicht auf die Cocktailparty wagte, schon weil er nicht der einzige ohne Analytiker sein wollte. Heute ist die Neurose nicht mehr en vogue.

    Ich habe nie geschrieben dass es ehrverletzend ist unter einer Neurose zu leiden. Der Begriff ist eher veraltet und wird heute viel präziser definiert da es ganz verschiedene Arten von Neurosen gibt aber das weisst du ja bestimmt selber.

    Auch die Alkoholkrankheit könnte durch eine posttraumatische Belastungstörung ausgelöst worden sein muss aber nicht.

    Zitat

    Es kostet ihn auch Überwindung, sich hier anzumelden und sich mitzuteilen. Besonders schlimm: er kann nicht einmal eine gemütliche Opferrolle einnehmen, denn er hat sich die Krankheit selbst zugefügt.

    Eine Opferrolle einzunehmen kann bei beiden Erkrankungen vorkommen und gemütlich ist die Opferrolle bestimmt nicht da sich das Verhalten dadurch ja nicht ändert und der Leidensdruck weiterhin besteht.

    Die Akzeptanz bei psychischen Krankheiten ist im Allgemeinen eher gering und Verachtung und Unverständnis weil "man nicht richtig tickt, verrückt ist" usw.

    Ich halte mich auch eher bedeckt denn:

    1. geht es keinen etwas an es ist mein Problem
    2. habe ich hart an mir gearbeitet
    3. verzichte ich gerne auf dumme Bemerkungen
    4. will ich mir keine Nachteile einhandeln weil ich krank bin
    5. kann ich gut auf Vorurteile verzichten
    6. interessiert es fremde Menschen oft gar nicht

    Zitat

    Und wo wir schon von Diagnosen sprechen: ich setze voraus, dass jeder Co-Abhängige im Forum seine Diagnose von einem Facharzt bekommen hat.

    Da kann ich nur für MICH sprechen ich habe vom Facharzt eine Diagnose bekommen die sich im nachhinein als falsch entpuppt hat.

    Das ist mir mittlerweilen egal Hauptsache ich hab erkannt warum ich so ein Fehlverhalten an den Tag legte und ich die Zusammenhänge erkenne warum ich so bin wie ich bin. Es ist nie zu spät sich zu ändern das ist das Wichtigste für mich zumindest.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Jonas!

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    Du hast viele Aufnehmegespräche mit psychisch Kranken geführt, interessierst dich aber nicht für die Ursachen der Erkrankung, für das "Warum". Dieser Ansatz ist mir ganz neu.

    Natürlich interessiere ich mich für die Ursache und was dahintersteckt aber ich kann nur vermuten und es ist nicht meine Aufgabe das zu hinterfragen das gehört in die Hände des Arztes oder Psychologen.

    Meine Aufgabe ist es den Behandlungsplan (der sehr verschieden sein kann) des Arztes oder Psychologen einzuhalten, den psychisch Kranken zu beobachten und ihm zuzuhören und gegebenenfalls einzuschreiten.

    Natürlich mache ich mir bereits beim Aufnahmegespräch meine Gedanken und ziehe auch Schlüsse daraus. Aber ich wäre nie so vermessen zu sagen dass jemand ein Neurotiker ist weil er seit der Kindheit Ängste hat zurückgewiesen zu werden.


    Zitat

    Die Angst vor Zurückweisung begleitet die Foristin nach eigenen Angaben schon seit ihrer Schulzeit, vielleicht schon viel länger. Hier wären analytisch orientierte Einzelgespräche mit einem Fachmann, der möglichst eine Lehranalyse absolviert haben sollte, indiziert.

    Zitat

    Die ständige Angst zurückgewiesen zu werden deutet auf eine Neurose hin.

    Das sind für mich keine Vermutungen sondern klare Aussagen. Ich hatte mich deswegen eingemischt weil ich es eben für fatal halte anderen die man nicht kennt so etwas zu schreiben.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Nancy!


    Zitat

    die frage die mir gerade stelle : War dieser Mist wirklich nötig für meine Lebensentwicklung? Warum diese lange Zeit?
    Nun , und heute fühle immer noch teilweise co. naja, aber es tut sich was.

    Das frage ich mich auch öfters musste ich wirklich so einen Leidensweg ertragen um mich zu ändern? Manchmal denke ich von mir "was warst du doch blöd das alles zuzulassen".

    Ich tröste mich dann damit dass auch ich einfach krank war/bin und das nicht erkannt habe. Co fühle ich mich auch noch und verhalte mich auch so aber ich merke es viel schneller und kann dann gegensteuern.

    Das ist das Wichtigste überhaupt :)

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Jonas!

    Zitat

    Speranza hat Folgendes geschrieben:

    Ob es jetzt unbedingt neurotisch ist sich so zu verhalten sei mal dahingestellt das festzustellen gehört in die Hände eines Fachmannes.

    Guten Morgen, Sperenza,

    unbedingt. Die Angst vor Zurückweisung begleitet die Foristin nach eigenen Angaben schon seit ihrer Schulzeit, vielleicht schon viel länger. Hier wären analytisch orientierte Einzelgespräche mit einem Fachmann, der möglichst eine Lehranalyse absolviert haben sollte, indiziert. Es wäre sonst nicht ausgeschlossen, dass die nächste Beziehung einen ähnlichen Verlauf nimmt, auch wenn der Partner nur übermäßig viel Tütensuppen trinkt.

    LG Jonas

    Ich schreibe jetzt lieber in deinem Thread weiter ich möchte Uschis Thread nicht "zerschiessen". Was mich jetzt mal brennend interessieren würde wie du zu deinen psychologischen Einschätzungen kommst und dann auch direkt eine Behandlungsmethode vorschlägst.

    Ich habe schon viele Aufnahmegespräche mit psychisch Kranken geführt und kann nach diesen Gesprächen nur vermuten was dem Betreffenden fehlt. Um hinter die Fassade zu schauen bedarf es viel mehr als zwischen den Zeilen zu lesen.

    Natürlich hat Co-Abhängigkeit nicht nur mit alkoholkrankem Partner zu tun die Störung ist beliebig ausweitbar auf alle Lebensbereiche.

    Aber nicht jeder ist neurotisch oder hat grosse Defizite in der Kindheit erlebt.
    Für mich reicht es mein Fehlverhalten zu erkennen und daran zu arbeiten.

    Auf weiteres würde ich mich nie einlassen denn in der Vergangenheit rumzusuchen und ewig nach dem "Warum" zu fragen würde mich nicht weiterbringen. Ich schaue nach vorne und lebe im Heute und Jetzt und arbeite in der Gegenwart an mir.

    Aber ich spreche ja für mich und jeder Mensch ist anders. Fatal finde ich es nur anderen Menschen die hier ein paar wenige Beiträge schreiben Diagnosen zu stellen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo c2h5oh!

    Zitat

    Menschen brauchen aber beides: Zusammensein und Getrenntsein (Symbiose und Separation). Für eine Beziehung ist es wichtig, das "Mein", "Dein" und "Unser" zu respektieren.

    Vollkommen richtig deswegen ist auch die Konstellation nasser Alkoholiker/Co-abhängiger so fatal. Keiner von Beiden ist in der Lage
    "Mein", "Dein" und "Unser" einzuhalten.

    Sie nehmen sich beide die Luft zum Atmen weil sie sich beide grenzüberschreitend verhalten.

    Ob es jetzt unbedingt neurotisch ist sich so zu verhalten sei mal dahingestellt das festzustellen gehört in die Hände eines Fachmannes.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Uschi!

    Zitat

    - edit - hmm ich muss von dem gedanken weg kommen es muss mir egal sein...

    Ein nasser Alkoholiker ist nicht beziehungfähig er ist vielleicht am Anfang nett, lieb und zärtlich das hat aber mit Liebe eher weinger zu tun denn oft zeigt er schnell sein wahres Gesicht wenn er denkt er hätte dich am Wickel.

    Nasse Alkoholiker suchen sich oft solche Partnerinnen aus denn eine "normale" Frau würde ihm recht schnell den Laufpass geben wenn sie merkt was los ist.

    Mein Mann tönt auch immer rum welche Chancen er noch hat aber mir ist das sowas von egal, ich gönne ihm alles Gute, soll sich meinetwegen jemand suchen. :lol:

    Mich kränkt das nicht mehr denn im Grunde ist er ein kranker Mensch mit vielen Defiziten und merkt es selber nichtmal.

    Also Kopf hoch das Leben hat viel Besseres zu bieten als so eine kranke Beziehung. :)

    Liebe Grüsse
    Speranza