Beiträge von Marie04

    Hallo Hexe!

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    aber Tag 6 war er nervös und sagte mittags schon, ich sei schuld wenn er sich was zu trinken holt.

    Vielleicht tröstet es dich etwas das einzig und alleine sein Saufdruck ihn so reden lässt und es nichts mit dir zu tun hat. Er belügt sich selber indem er sich nicht eingesteht ein Suchtproblem zu haben sondern es auf andere schiebt dass er trinken muss.

    Sehr gut dass du zu einer Selbsthilfegruppe gehst schon alleine zu erfahren dass es viele Betroffene gibt kann sehr hilfreich sein.

    Wessen Wohnung ist es denn, kann er dich einfach vor die Tür setzen? Vielleicht hast du Glück und findest bald etwas Passendes lieber heute als morgen. Du verdienst ja eigenes Geld und bist in keinster Weise von ihm abhängig.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Lindi!

    Ich weiss das mit der Nachsichtigkeit mir gegenüber schaffe ich oft (noch) nicht. Ich bin ein äusserst geduldiger Mensch aber wenn es mich selber betrifft eher ungeduldig.

    Der Auslöser für meine Gefühle war eher banal, es ging um die Bügelwäsche. Ich hatte aber keine Lust zu bügeln es ist auch nicht so dringend. Was mich jetzt getrieben hat war die Angst vor der Reaktion meines Partners.

    Er hat mir schon oftVorhaltungen gemacht wenn ich Dinge nicht dann erledigt habe wenn er das wollte. Ob ich Lust dazu hatte spielte keine Rolle es musste dann sein wenn er sich es in den Kopf gesetzt hat. Er hat mir auch öfters an den Kopf geworfen ich wäre faul und würde mir "einen Guten machen" - ich empfinde mich als fleissig.

    Um des lieben Friedens willen und ihm keine Angriffsfläche zu bieten habe ich meine eigenen Bedürfnisse oft übersehen. Ich hatte heute das Bedürfnis mir einen faulen Tag zu machen.

    Wegen so einer Lappalie mit der Bügelwäsche kochte es auf einmal in mir hoch und der Film lief, Szene um Szene. Mit einem Wort - ich badete in Selbstmitleid.

    Ich habe letztendlich nicht gebügelt sondern mich anderweitig abgelenkt, ich war an der frischen Luft. Ich habe mir auch verkniffen das Laub vor der Tür wegzukehren, das ist nicht mehr meine Arbeit.


    Hallo Silberkralle!

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    was kannst du heute an der situation vor 8jahren ändern?).

    Na erstens Mal die Situation selbst ändern das heisst ich nehme mich selbst wieder wahr und es ist mir egal was mein Nochmann dazu sagt. Die räumliche Trennung steht mir ja noch bevor.

    In Zukunft frühzeitig erkennen wenn die Co-Falle wieder zuschnappen will und es NIE wieder zulassen.

    Ich selbst zu sein das heisst für mich so zu handeln dass ich zufrieden mit mir bin.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo zusammen!

    Heute empfinde ich viel Wut und Trauer aber nicht über meine gescheiterte Beziehung. Ich bin auf mich selber wütend dass ich so viele Jahre einfach so sinnlos verbracht habe.

    Ich ärgere mich dass ich so dumm sein konnte und so verblendet und mir die Wahrheit immer wieder schöngeredet habe. Dass ich selbst in unerträglichen Situationen immer noch nach etwas Positivem gesucht habe.

    Warum habe ich nicht vor 8 Jahren als es immer schlimmer wurde mit dem Alkohol immer nur gedroht und war nie konsequent? Das Hochgefühl endlich für mich das Richtige zu tun ist noch vollkommen da - aber hätte ich das nicht schon früher haben können? Weswegen hatte ich solche Angst mein Leben selbst in die eigene Hand zu nehmen?

    Es sind einige Fragen die ich mir stelle und ich weiss trotzdem keine Antwort darauf. Am liebsten würde ich mir die Decke über den Kopf ziehen und nicht mehr nachdenken. Ich denke aber ich muss diese Gefühle auch zulassen nicht um ständig in der Vergangenheit zu leben sondern um frei für die Zukunft zu werden.

    Wie geht ihr mit solchen Gefühlen um - zulassen, aussitzen oder verdrängen?

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Chrissy!

    Als du deinen Partner kennengelernt hast war er nasser Alkoholiker. Du hast viele Zeit damit verbracht ihn "trockenzulegen" und Dinge hingenommen die auch du erst verarbeiten musst.

    Jetzt trinkt er seit 6 Wochen nicht mehr und du müsstest eigentlich glücklich sein, leider verhält er sich nicht so wie du es dir vorgestellt hast.

    Die Frage ist ob du mit dem "neuen" Partner so zurechtkommst. Wiederum machst du dein Wohlbefinden von seinem Verhalten abhängig und leidest darunter.

    Versuche herauszufinden was DU möchtest und nicht was er empfinden könnte wenn du so und nicht anders handelst. Das heisst du akzeptierst ihn so wie er momentan ist und von ihm erwartest du das auch.

    Es ist in einigen Beziehungen leider so dass es nichts nützt wenn der Partner nichts mehr trinkt weil sonstige Differenzen da sind und wenn der Alkohol wegfällt muss man sich damit beschäftigen.

    Wohin der Weg dann führt ist die grosse Frage - ob man sich wieder zusammenrauft oder trennt - beides ist möglich.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Melanie!

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    heute sieht es anderst aus. heute ist es mir egal was die leute reden.

    Das ist ein sehr wichtiger Schritt - wenn ich daran denke als mein Mann mit tatütata ins Krankenhaus gebracht wurde. Die Nachbarschaft bekam alles mit und natürlich wurde geredet.

    Mir war zum ersten Mal egal was die Leute denken und ich habe ganz offen gesagt was los ist. Keiner fragte wie es MIR dabei geht eine Nachbarin meinte sogar ich hätte besser auf meinen Mann aufpassen müssen. Hallo??? Ich habe ihm den Alkohol weder gekauft noch eingeflösst!!

    Jetzt bin ich noch einen Schritt weiter es ist mir piepegal was die Verwandtschaft, die Bekannten oder sonstwer sagt wenn ich ausziehe. Keiner kommt wenns mir schlechtgeht also muss ich alleine dafür sorgen dass es mir wieder gut geht.

    Wem das nicht passt der kann mich ja links liegenlassen da ist auch nicht schade drum.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Hexe!

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    Ich muss handeln, ich habe nur momentan nicht die Kraft.
    Ich hasse mich dafür.

    Du musst die Sache anders sehen, du bringst sogar sehr viele Kräfte auf um dein Leben noch irgendwie zu ertragen.

    Fokosiere deine Kräfte auf etwas anderes, nämlich aus dieser Misere auszusteigen. Ich fühlte mich im Sommer noch total kraftlos und war kaum noch in der Lage arbeiten zu gehen.

    Als ich im September meinem Mann mitgeteilt habe ihn zu verlassen ging es mir schlagartig besser, ich fühlte mich total befreit und eine grosse Last ist von mir abgefallen.

    Du hast dir einfach etwas Besseres verdient als so ein Leben. Das musst du dir jeden Tag immer wieder sagen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Melanie!

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    da war damals die situation das ich schwer krank war und die leute im dorf alles so schlecht über mich redeten,ich sein ne schlechte mutter, weil mein söhnchen damals sehr auffällig wurde. ich hatte das gefühl ein schlechter mensch zu sein, wenn alle um mich rum das behaupteten.

    Gut dass du dich von solchen Gefühlen gelöst hast und dich zum Mittelpunkt machst. Denn wenns dir schlecht geht wird zwar geredet aber um dir zu helfen kommt auch niemand.

    Mittlerweilen halte ich mich an das Lied der Ärzte und fahre sehr gut damit :D.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Matthias!

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    wenns liebe is darfst du dich voll einbringen? (nur - was is liebe?)

    Das WAR mein Hauptproblem in meiner gescheiterten Beziehung. Nun sind auch da die Grenzen fliessend, ich bin von Natur aus sehr geduldig und es dauert oft lange bis es mir entgültig reicht. Aber das was ich mir habe gefallen lassen ging entschieden zu weit und hat mich krank gemacht.

    Liebe heisst ja nicht sich alles gefallen zu lassen das mache ich auch nicht. Aber warum ich mir solange die Sucht meines Partners gefallen liess verstehe ich heute selbst nicht mehr und ich beschäftige mich intensiv damit.

    Vielleicht lag es auch daran dass es eine Krankheit ist und "einen Kranken verlässt man nicht"? Das wäre dann aber keine Liebe sondern Mitleid oder falsche Hilfsbereitschaft.

    Natürlich würde ich mich mehr einbringen wenn ich jemanden liebe bei Hintz und Kuntz habe ich wenig Probleme mich rechtzeitig abzugrenzen. Aber zwischen Einbringen und sich alles gefallen lassen gibt es einen gewaltigen Unterschied. Einbringen ja aber nur soweit dass ich mich auch wöhl fühle.

    Für die Zukunft muss ich mich starkmachen damit mir so etwas nicht wieder passiert.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Linde!

    Ich habe die Grundbausteine gelesen und sogar ausgedruckt. Dieses Thema habe ich eröffnet um das abzulegen was mich so viele Jahre begleitet hat - nämlich meine Co-Abhängigkeit.

    Ich mache mir deswegen soviele Gedanken darüber weil heute selber nicht mehr verstehen kann wie ich überhaupt da reinrutschen konnte.

    Vieles ist mir hier beim Lesen klargeworden - ich möchte auch für die Zukunft daraus lernen. Was geschehen ist kann ich nicht mehr ändern aber was noch passieren wird liegt in meiner Hand.

    Ich muss lernen mich abzugrenzen wenn tiefere Emotionen ins Spiel kommen das ist mein Hauptproblem. Das habe ich für mich herausgefunden und da setze ich jetzt auch an.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallöchen!

    Erstmal danke für eure Antworten es waren sehr interessante Aspekte dabei.

    Hallo Gela10!

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    Ich würde die Grenze (in Form von allerhöchste Eisenbahn) da sehen, wo ich mich nicht mehr mit mir selbst befassen WILL, weil ich damit überfordert wäre.

    Mit mir selber war ich noch nie überfordert aber wohl mit der Situation in der ich mich befand, ich hatte ein starkes Gefühl von Ausgeliefertsein und Hoffnungslosigkeit. Ich habe immer mehr Kräfte aufbringen müssen um mich abzugrenzen und etwas für mich zu tun- Zum Nachdenken kam ich leider erst dann als ich kaum noch in der Lage war meinem Beruf nachzugehen.

    Hallo Atimnuvielle!

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    nach meinem heutigen Gefühl würde ich die Co-Abhängigkeit schon dann ansetzen, wenn wir ausgehen, er trinkt und ich mich dadurch gestört, angewidert, oder sonstiges fühle.

    So empfinde ich das mittlerweilen auch, es nervt mich regelrecht, ich glaube wenn wir ausgehen und er in meiner Gegenwart auf ex ein Glas Bier reinschütten würde wäre das für mich ein Grund um zu gehen. Ich bin da mittlerweilen sehr sensibilisiert.


    Hallo Silberkralle!

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    da bist du schon co, wenn s anders wär, würde dich n betrunkener abstoßen/anekeln (gesellschaft oder feier oder zu hause).

    Es kommt für mich immer darauf an was der Betrunkene macht oder inwiefern er mir zu nahe kommt. Wenn es irgendjemand ist lässt es mich eher kalt, denn ich muss ja nicht Tisch und Bett mit ihm teilen.

    Ich bin in dieser Hinsicht eher tolerant auch wenn gefeiert und getrunken wird erlebe ich auch im Bekanntenkreis dass zuviel getrunken wird. Wenn der Abend zu Ende ist geht jeder seines Weges und gut isses.

    Wenn es aber mein Partner ist der mich zulabert oder sich zum Affen macht stört es mich enorm. Früher habe ich mich für ihn geschämt und wurde richtig sauer, aber jetzt überlasse ich ihm inwieweit er trinkt oder nicht denn es sind keine Emotionen mehr im Spiel.

    Zitat

    n richtigen zeitpunkt gibts nich. der richtige zeitpunkt is sofort

    Oh ja in Zukunft ganz bestimmt das passiert mir nicht nochmal :wink:

    Hallo Grazia!

    Ich gebe dir ganz recht wenn er alles versoffen hätte und die Kinder und ich in finanzielle Nöte geraten wären wäre ich schon früher gegangen denn diesen Druck hält man nicht lange aus.

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    Und....wenn Du das Eheversprechen ansiehst, was davon hält Dein Mann noch?

    Hmm..... das bringt mich echt zum Grübeln. Er sagt im nüchternen Zustand ganz klar dass es nicht meine Schuld wäre dass es so weit gekommen ist. Finanziell hat er immer für mich und die Kinder gesorgt das heisst er ist immer arbeiten gegangen. Vermutlich wäre er das auch wenn ich nicht gewesen wäre denn seine Arbeit nimmt einen hohen Stellenwert bei ihm ein.

    Ob er mich geliebt und geehrt hat? Bestimmt auf seine Weise aber die Sucht war ihm noch wichtiger die Kinder und ich spielten die zweite Geige.


    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Orlando!

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    Darf sich jemand ethisch, moralisch, rechtlich tatsächlich krank und zu Tode saufen? Verhalte ich mich als Angehöriger ethisch, moralisch und rechtlich korrekt, wenn ich, das akzeptierend, den Betroffenen sich selbst überlasse?

    Es ist tatsächlich so dass jemand das Recht hat sich zu Tode zu trinken, zu essen oder zu rauchen also seiner Sucht nachzugehen.

    Wie willst du das als Angehöriger verhindern? Natürlich würden die meisten von und den Arzt oder Krankenwagen rufen wenn er so betrunken ist dass akute Lebensgefahr besteht. Auch wenn jemand hilflos betrunken auf der Strasse liegt ist es meine Pflicht Hilfe zu holen.

    Aber es ist keiner verpflichtet ihn im Krankenhaus zu besuchen oder zu Hause zu pflegen. Bei jeder Krankheit hat der Betroffene das Recht eine Behandlung abzulehnen für die Folgen trägt er die Verantwortung (wenn er darüber ausführlich aufgeklärt wurde).

    Moralische Pflichten empfindet jeder anders für sich, aber wenn der Suchtkranke sich entscheidet nichts gegen seine Sucht zu tun habe ich diese Verpflichtung auch nicht mehr.

    Er zeigt mir ja sehr deutlich dass er lieber trinken möchte und ihn dazu zu zwingen aufzuhören ist nicht mehr meine Pflicht sondern ein sinnloses Unterfangen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo zusammen!

    In letzter Zeit habe ich mir häufig Gedanken darüber gemacht wo fängt Cö-Abhängigkeit überhaupt an?

    Gehen wir einfach mal davon aus ich lerne einen Mann kennen und lieben. Von Alkoholproblemen weit und breit keine Spur zumindest aus meiner Sicht. Oder müsste ich schon stutzig werden wenn der Mann in Gesellschaft oder bei Feier sich betrinkt das machen schliesslich viele Menschen.

    Einen Schritt weiter wir lieben und verstehen uns so gut dass wir heiraten. Der Mann trinkt weiterhin bei Feiern sehr viel aber nur dann. Ich meinerseits bin schon leicht angenervt da ich nicht leiden kann wenn er so viel trinkt aber beruhige mich wieder. Bin ich da schon cö-abhängig?

    Ich beobachte auch nicht sein Trinkverhalten oder rechne ihm vor wieviel Bier er getrunken hat, spielt auch keine Rolle ob er von 5 oder 20 Bier betrunken ist.

    Irgendwann stelle ich aber fest dass er nicht nur bei Feiern trinkt sondern auch zuhause und fange an mir Gedanken zu machen. Ich liebe meinen Partner und bin in vielen Dingen auf einer Wellenlänge mit ihm aber weil ich ihn liebe mache ich mir diese Gedanken.

    Ich spreche ihn auf seinen Konsum an und er bagatellisiert, naja denke ich vielleicht sehe ich das zu eng - er geht arbeiten und ist auch sonst sehr zuverlässig.

    Irgendwann fange ich an unter seinem Konsum zu leiden und sage ihm das auch. Zuviel Alkohol macht auf Dauer krank, ich möchte nicht dass mein Partner krank wird, denn ich liebe ihn.

    Ich merke Wesensveränderungen an ihm und sage ihm klipp und klar dass er ein Suchtproblem hat. Naja, die Fortsetzung der Geschichte kennen die meisten hier im Forum ja, es beginnt ein oft jahrelanger Kampf um seine Abstinenz.

    Lange stehe ich ihm zur Seite denn ich weiss er ist krank. Das heisst aber nicht dass ich sein Verhalten einfach hinnehme sondern durchaus eigene Interessen entwickle weil mit ihm zusammen manche Dinge mir keinen Spass mehr machen.

    Aber Distanz in den eigenen 4 Wänden ist fast unmöglich einzuhalten, ich leide immer mehr und habe das Gefühl er vermiest mir alles - es kommt Wut, Trauer sogar Hass in mir hoch, ich verliere jeglichen Respekt vor ihm.

    Was mir so schwierig erscheint den richtigen Zeitpunkt um auszusteigen zu erkennen. Das liegt auch daran dass dieser Mensch krank ist und ich habe ihn viele Jahre meines Lebens mit all seinen Schwächen und Fehlern geliebt.

    Schliesslich muss ich einsehen dass all meine Bemühungen umsonst waren. Ich lese sogar durch mein Verhalten hätte ich seine Sucht ein Stück weit mitgetragen.

    Die Frage ist die - ist es bis zu einem gewissen Punkt nicht normal dass man so handelt. Es heisst ja in "guten und in schlechten Tagen" soll ich ihn direkt fallenlassen wenn Probleme auftauchen? Ich denke ich gehe dann wenn ich keine Liebe mehr für ihn empfinde.

    Das waren jetzt mal so Gedanken zur Co-Abhängigkeit die ich mir gemacht habe. Ich selber halte mich schon für co-abhängig, aber bei weitem nicht in allen Punkten. Zum Beispiel habe ich mir bis heute meine finanzielle Unabhängigkeit bewahrt und immer eigene Interessen gepflegt.

    Ich war auch noch nie der Mensch der sich aufopfert oder sich selber vergisst oder sogar im Mittelpunkt stehen möchte.

    Was meint ihr zu diesem Thema, wann ist es Fürsorge für den Partner und ab wann ist jemand cö-abhängig?

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Nicole!

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    Erst gings auch alles und er hat es tageweise sogar geschafft keinen Alkohol zu trinken!

    Das meiste ist ja schon geschrieben worden und ich kann es nur unterstreichen. Aber zu diesem Satz wollte ich noch Stellung nehmen, wenn jemand nicht alkoholabhängig ist macht er sich gar keine Gedanken ob er tage- oder wochenlang nichts trinkt.

    Er käme erst gar nicht auf die Idee so etwas überhaupt zu sagen, das ist typisch suchtkrank, die Gedanken kreisen um den Alkohol. Dein Mann ist krank und kann nicht einfach aufhören. Er will dich auch nicht extra ärgern er ist süchtig.

    Er will einfach beides und trinkt heimlich um dich nicht zu verlieren. Mein Mann hat in den letzten Jahren auch heimlich getrunken und dann fest behauptet er hätte nichts getrunken obwohl er schon nicht mehr richtig reden konnte.

    Der Arzt kann nichts für ihn tun aber du kannst dich beraten lassen was du für dich tun kannst.

    Alles Gute und liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Melinak!

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    ich bin heut nicht mehr sauer auf mich das ich dieses erlebt habe. ich mache keine vorwürfe mehr und ich bin soweit das ich erkannt habe auch keiner hat ne schuld an dem was gewesen ist.

    Ich bin eher sauer auf mich weil ich es so lange geduldet habe dass jemand so mit mir umgeht. Dass ich nicht schon viel früher Grenzen gesetzt habe bzw. mich auch an diese Grenzen gehalten habe.

    Auf das was ich erlebt habe bin ich auch nicht sauer das passiert vielen Menschen. Ich habe mein Schicksal einfach hingenommen und alles laufen lassen bis ich nicht mehr konnte.

    Aber jetzt genug sinniert jetzt wird nach vorne geblickt :wink:

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Aurora!

    Gerade habe ich in deinem Thread gelesen und bin mal wieder erstaunt wie sich die Geschichten doch gleichen. Manche Passagen hätten von mir sein können, manchmal musste ich sogar etwas schmunzeln :wink:

    Ich sehe meine Ehe nicht nur in düsteren Farben es gab ja auch schöne Zeiten und ich habe zwei wundervolle Kinder die ihren Weg gehen und mir noch nie Kummer bereitet haben. Ich sehe auch die postiven Seiten meines Partners niemand ist nur schlecht.

    Ich sehe in der Trennung eine grosse Chance für mich - herauszufinden was alles in mir steckt wenn ich ich mich frei entfalten kann. Ich bin mir sicher es steckt noch einiges von der jungen Frau in mir.

    Es ist eben anders - aber glücklich sein kann ich auch jetzt noch dazu ist es nie zu spät.. Innere Zufriedenheit und für mein Wohlbefinden zu sorgen ist mein höchstes Ziel.

    Ich wünsche dir dass du weiterhin so glücklich bist.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallöchen!

    Gestern war mein Hochzeitstag 32 Jahre sind wir jetzt verheiratet und seit 36 Jahren kennen wir uns schon. Im Vorfeld war mir schon etwas mulmig ich hatte Angst in Trauer zu versinken und mit meinem Schicksal zu hadern.

    Aber zum Glück ist nichts davon eingetreten, ich habe nochmals die vielen Jahre Revue passieren lassen und nur ein leises Bedauern empfunden. Ich habe nur gedacht es ist so wie es ist und die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern.

    Ich bin dann zur Arbeit gefahren und da viel zu tun war hatte ich gar keine Zeit mehr zu grübeln.

    Eine Zeitlang dachte ich immer von der jungen Frau die so viele positive Gedanken bei der Hochzeit hatte ist nicht mehr viel übriggeblieben. Aber das stimmt nicht ich bin zwar anders geworden aber an der ganzen Situation gereift.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Lindi!


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    Wir sind finanziell nicht voneinander abhaengig. ICH bin finanziell vonj ihm abhaengig, da gibt es nichts zu deuten. Ich habe Null Einkommen, Null-Komma-Null-Nichts.

    Dann wirds umso mehr Zeit dass du in die Gänge kommst stell dir mal vor er würde sterben wovon lebst du dann? Von den Almosen seiner Familie oder von Leuten aus dem Dorf?

    Es ist doch egal was er tut oder macht und warum es so ist. Er wird sich nicht ändern und es liegt an dir zu handeln. Wie du handelst spielt auch nicht die grosse Rolle Hauptsache weg aus dieser Misere.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Californiagirl!


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    @ Speranza
    Auf eine Therapie würde er sich nie im Leben einlassen. Ich denke auch, dass wenn er sich von sich aus wirklich ändern möchte, er das auch ohne eine Therapie schafft. Aber er nimmt die gesundheitliche Gefahr einfach nicht ernst, da es ihm ja gut geht. Es ist ja nicht so, dass er nach so einer Sauftour erstmal den ganzen nächsten Tag über der Kloschüssel hängt oder sonstwie körperlich darunter leidet. Ich denke erst wenn das der Fall wäre, würde er aufwachen und den Alkoholkonsum drastisch einschränken. Bei ihm rede ich gegen eine Wand.

    Alkoholiker sind sehr kranke Menschen die es ohne Therapie nicht schaffen aufzuhören. Einfach aufhören klappt ohne Unterstützung nicht. Dann handelt es sich um eine Trinkpause und sie werden schnell wieder rückfällig.

    Wenn er sagt dass er zuhause bleibt weil seine Frau bald ein Baby bekommt meint er das in dem Moment auch so aber wenn dann der Kumpel vorbeikommt wird er schwach das ist die Sucht.


    Zitat

    Aber er nimmt die gesundheitliche Gefahr einfach nicht ernst, da es ihm ja gut geht.

    Eben - aber dass er bereits einen Leberschaden hat bringt ihn nicht zum Nachdenken. Meinem Partner war es auch nie schlecht, er treibt immer noch Sport und trinkt immer noch. Er landete bereits auf der Intensivstation und wäre fast an seinem Konsum gestorben. Aber er trinkt immer noch obwohl er schon hunderte Male gesagt hat er hört auf oder schränkt den Konsum ein.

    Einschränken klappt aber beim Alkoholiker nicht er darf keinen Tropfen mehr trinken. Das hängt mit dem Suchtgedächtnis zusammen.

    Gegen die Wand reden kenne ich zu gut - entweder kommt eine gereizte Reaktion oder es wird bagatellisiert.

    Zitat

    Es interessiert ihn nicht mal, ob ich das mitbekomme. Ich finde das so schockierend und respektlos.

    Beim nassen Alkoholiker sinkt die Hemmschwelle und es ist ihm egal was andere denken, Haiuptsache er bekommt seinen Stoff. Deswegen denke ich wird er auch trinken wenn das Baby da ist.

    Einen Alkoholiker kann man mit gutem Zureden nicht helfen auch nicht mit Drohungen oder Erklärungen. Er sieht es zwar momentan ein aber seine Sucht ist stärker.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Californiagirl!

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    Mein Mann trinkt seit einigen Jahren eigentlich regelmäßig jedes Wochenende. Manchmal denke ich auch dass er mit dem Trinken angefangen hat, weil sich unserer Beziehung in den letzten Jahren durch mein neu gewonnenes Selbstbewusstsein für ihn zum negativen geändert hat.

    Erstens mal Du bist bestimmt nicht schuld an seinem Alkoholkonsum weil du dich geändert hast. Wenn es du nicht gewesen wärst hätte ein anderer Grund herhalten müssen.

    Es ist dein gutes Recht dich zu ändern oder willst du ihm zuliebe immer so sein wie er es sich vorstellt und bist dabei unglücklich?

    Dein Mann gehört für mich zu den Quartalstrinkern, die anfangs nicht täglich trinken sondern in Abständen aber dann sehr viel. Das ist die Erklärung warum er auch mal ein Wochenende ohne Alkohol auskommen kann.

    Mein Partner hat anfangs auch nur in Abständen getrunken oft lagen sogar Monate dazwischen. Erfahrungsgemäss wird es aber im Laufe der Jahre nicht besser sondern immer schlimmer wenn keine Therapie erfolgt.

    Das Trügerische daran ist dass der Alkoholiker und die Angehörigen oft anfangs denken so schlimm ist es nicht weil ja diese Trinkpausen dazwischen liegen.

    Zitat

    Denn seine Begründung war, dass er das Wochenende einfach zum abschalten braucht und er mal raus muss.

    Abschalten und Stress abbauen kann man ohne Alkohol viel besser im Gegenteil der Stress ist oft vorprogrammiert denn wie du schreibst leidest du unter der Situation. Ganz offen wenn es dir schlecht geht und du bittest ihn zuhause zu bleiben und er schleicht sich heimlich weg oder trinkt zuhause ist ein deutlichen Zeichen seiner Sucht.

    Zitat

    Ich habe die ganze Zeit die Hoffnung dass er sich ändert wenn unser Kind erstmal auf der Welt ist. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht die ein positives Ende genommen haben?

    Es könnte ein positives Ende nehmen wenn er mit einer Therapie rigoros auf den Alkohol verzichtet, sonst sieht es eher schlecht aus. Warum sollte er aufhören wenn das Kind da ist? Alkoholiker sind kranke Menschen sie wollen vieles aber häufig ist die Sucht einfach stärker - leider.


    Zitat

    Ich frage mich ob unser Problem wirklich der Alkohol ist.

    Wenn ich so richtig lese empfindest du es als Problem er aber (noch) nicht). Solange er dieses Problem nicht erkennt stehst du auf verlorenem Posten.

    Alles Gute
    Speranza

    Hallo taila!

    Zitat

    Jeder hat erst mal seine Bude in Schuss zu halten.
    vielleicht könnte ich auch so beweien, dass ich sehr wohl ordnung halten kann???

    Warum willst di ihm etwas beweisen? Er trinkt bestimmt nicht weil du dies oder jenes nicht machst sondern weil er ein Alkoholproblem hat. Er würde auch trinken wenn du es genauso machen würdest wie er es haben wollte.

    Aber:

    1. gibst du dadurch dich selber auf
    2. findet er andere Gründe zum Trinken

    Ich spreche aus Erfahrung ich dachte auch immer wenn ich Dinge abstelle die ihn stören trinkt er nicht mehr. Falsch gedacht er fand immer wieder einen Grund, es hatte mit mir nichts zu tun.


    Zitat

    Hab auch schon überlegt wie es wäre, wenn ich erst mal in der Wohnung bleibe, selbst wenn wir wieder klar kommen. Das ganze langsam und neu angehen lassen. Er besucht mich/uns und umgekehrt.

    Die Idee ist an und für sich gut bloss solltest du daran eine Bedingung knüpfen, er darf dich nur besuchen wenn er nicht getrunken hat sonst verlagert sich dein Problem in die neue Wohnung.

    Apropos - eine Trinkpause (im Gegensatz zu einem Versprechen) auszuhandeln ist nicht so gut falls er Alkoholiker ist darf er überhaupt nichts mehr trinken.

    Liebe Grüsse
    Speranza