Beiträge von Marie04

    Hallo juergenbausf!


    Zitat

    Bzgl. des Themas "Co-Rückfall" wäre es meines Erachtens hilfreich, überhaupt erst einmal messbare Indikatoren dafür zu nennen, dass jemand ein "Co-Abhängiger" ist.

    Da gebe ich dir recht was sind ganz präzise Indikatoren um die Voraussetzungen eines Co zu erfüllen?

    Für mich persönlich mache is es daran fest dass ich neben dem Suchtkranken ausharre und darunter leide. Es gibt bestimmt verschiedene Abstufungen vom Schweregrad her.

    Ich habe in den langen Jahren trotzdem nie mein Selbstvertrauen verloren (wenn es zwischendurch auch schon mal geschwankt hat) oder nichts für mich getan. Ich habe bloss vermieden mit ihm zusammen etwas zu unternehmen.

    Ich habe nur ein Stück von mir aufgegeben und einige Strategien entwickelt um meine Psyche zu schützen. Natürlich funktioniert das auf Dauer nicht das musste ich lernen.

    Ich schätze Co-Abhängigkeit so ein dass es eine Verhaltensstörung ist die aber gute Prognosen hat wenn man intensiv daran arbeitet.


    Zitat

    Hach - wie einfach, ein Alkoholiker zu sein.

    Da muss ich jetzt schmunzeln wetten dass es dich mehr Arbeit kostet? :lol:

    Aber um es mal ganz deutlich zu sagen, Hut ab vor jedem der es schafft trocken zu werden das ist eine Riesenleistung :)

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallöchen!

    Gestern hatte ich einen sehr schönen Tag ich habe mich nach längerer Zeit mit einer ganz lieben Freundin getroffen. Wir sind durch die Stadt gebummelt und hatten sehr viel zu erzählen.

    Sie wusste noch nichts von meiner Trennung - war aber nicht sonderlich überrascht darüber, denn sie war bis jetzt fast die Einzige der ich mich anvertraut habe wenns zu Hause besonders schwer war.

    Ich habe ihr so einige "Episödchen" der letzten Monate erzählt und ob ihr es glaubt oder nicht wie auf Kommando fingen wir plötzlich an zu lachen.

    Es ist mir plötzlich ein Licht aufgegangen wie absurd so manche Aktionen und Vorwürfe meines Partners waren und wie absurd ich mich manchmal verhalten habe.

    Als ich dann noch meinte ich hätte nie gedacht auf diese Art und Weise zur Hauptdarstellerin erkoren zu werden gabs kein Halten mehr, wir lachten uns fast unter den Tisch.

    Sie meinte dann ich hätte mir mindestens einen Oscar verdient :lol:

    Kann es sein dass man Dinge wenn man die nötige Distanz hat ganz anders sieht oder kommt der grosse "Katzenjammer" vielleicht noch - was habt ihr da für Erfahrungen?

    Auf jeden Fall ging es mir supergut als ich wieder nach Hause fuhr.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallöchen!

    Zitat

    Bei Quartalstrinker sind die Erfahrungen das die Abstände immer kürzer oder die Sauf-Phasen immer heftiger werden.

    Das kann ich nur bestätigen und auch das was Uschi schreibt zum Schluss hat er sich auch in nüchternem Zustand benommen als ob er getrunken hätte.

    Es scheint wohl so dass jahrelange Sucht den Menschen so negativ verändert dass er total abstumpft und seine Umwelt verzerrt wahrnimmt.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Hartmut!

    Zitat

    Wenn ja will ich so verstanden werden, das es nicht um den Partner geht bei der Genesung einer Co Abhängigkeit.

    Das sehe ich auch so es muss sogar so weit kommen dass der Partner und seine Sucht mir vollkommen egal sind. Verschwende ich nur einen einzigen Gedanken an ihn in die Richtung:"Kommt er zurecht, wird er total abstürzen?" oder ähnliches werde ich nicht gesund werden.

    Ganz als Erstes muss ich begreifen dass ich ihm nicht helfen kann sondern nur mir.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Uschi!

    Zitat

    Ich kann auch nicht mehr den ganzen Abend mit ihm im Wohnzimmer sitzen, ........

    In dieser Situation habe ich mich ernsthaft gefragt ob ich es wirklich nötig habe mich im eigenen Haus so zurückzuziehen und die Antwort war: NEIN!!

    Er trinkt, benimmt sich total daneben und macht sich breit und ich beschränke mich auf ein Zimmer nur um meine Ruhe zu haben.

    Ich habe für dieses Haus schwer gearbeitet und kann die Früchte meiner Arbeit nicht geniessen nur weil er seine Sucht nicht im Griff hat.

    Mir geht es jetzt so dass ich ausziehe denn ich mag selbst dieses Haus nicht mehr. Soll er darin glücklich werden auf seine Art und Weise und wenn dazu gehört dass er trinkt ist es seine Sache.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo gipfel!

    Zitat

    Zum eigentlichen Thema:
    ich selbst habe die Erfahrung gemacht, daß Co-Abhängige Menschen ein viel intensiveres "Bewußtseins-Training" machen als Alkoholiker.
    Was auch letztlich einleuchtet, weil die Art der psychischen Störung eine völlig andere ist.

    Die Frage wäre ist es wirklich eine völlig andere psychische Störung und welche? Gibt es wirklich den co-Abhängigen schlechthin?

    Wie kann man im Voraus wissen welchen Verlauf die Suchtkrankheit des Partners nimmt? Wenn ich das so richtig lese ist es am Besten man ergreift direkt die Flucht wenn der Partner trinkt.

    Aber hält der Suchtkranke nicht oft seinen Partner in der Beziehung in dem er ihm immer wieder verspricht es wird anders, immer wieder Hoffnungen weckt auf trockene Zeiten?

    @juegrenbausf

    Zitat

    Ein Co verlängert unnötig die Phase bis zur Selbsterkenntnis des Säufers, weil er ihn deckt, unnötig bemitleidet, unnötig unterstützt usw...
    Da nehmen sich Co's zu wichtig - gesoffen würde auch ohne Co's, die Zeit bis zur Selbsterkenntnis oder bis zum Untergang wäre kürzer.
    Hartgesottene Co's wollen mitleiden, die brauchen das, um sich selbst besser zu fühlen.

    Sorry das halte ich für sehr weit hergeholt. Das hört sich für mich nach Schuldzuweisung an.

    Also ich für meinen Teil habe ihn weder bemitleidet noch unterstützt noch ihn gedeckt, nur erkannt dass er krank ist. Eine Sucht ist für mich unnötig wie ein Kropf der mich auch nur belasten würde.

    Ich habe nie mitgelitten sondern nur für mich gelitten und auch nie Mitleid für mich zugelassen. Ich bin durchaus nicht der Typ der sich bis zur Selbstaufgabe opfert.

    Das Einzige was ich mir vorwerfen kann ich habe viel viel zu lange ausgeharrt in der Hoffnung auf bessere Zeiten und wollte lange nicht einsehen dass es keinen Zweck mehr hat.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo eklisee!

    Zitat

    Das lässt sich nicht mehr ändern.

    Nein man kann es nicht mehr ändern sondern nur nach vorne blicken. Im Gegensatz zu dir bin ich nicht mehr bereit den Weg mit ihm gemeinsam zu gehen - selbst wenn ich wüsste er würde nie wieder etwas trinken.

    Ich wünsche dir alles Gute :)

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Melanie!

    Zitat

    ehrlich gesagt?????hartmut ist mir nicht egal! warum? egal gehört nicht hier her!

    Ich weiss ja jetzt nicht inwieweit dir Hartmut nicht egal ist das kann ich nicht beurteilen.

    Vielleicht habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt dann sage ich es so: Ich stelle keinerlei Erwartungen an Hartmut oder an andere Menschen hier - ob sie mit mir diskutieren wollen oder nicht, ob sie rückfällig werden oder nicht denn es ist IHRE Sache.

    Gleichwohl darfst du mir nicht das Recht absprechen dass es MIR egal ist. Ich diskutiere hier im Forum aus einem Grund: Ich möchte Dinge einfach besser begreifen.

    Ich habe eine feste Meinung gerade zu diesem Thema und habe sie offen hingeschrieben was nun jemand von mir denkt ist mir egal.

    Es ist mir deshalb egal weil ich diese Menschen im Forum weder liebe noch zu irgendetwas überreden will. Sie müssen selber wissen was sie tun,
    ich leide nicht unter einem Helfersyndrom. Ich kann ja schliesslich nicht immer überlegen was andere Menschen denken könnten oder versuchen mich in sie reinzuversetzen.

    Mir hat mein Partner mit seiner Sucht gereicht, und ich bin egoistisch genug so etwas nie wieder an mich ranzulassen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo eklisee!

    So ähnlich erging es mir auch als ich meinen Mann kennenlernte stand das Problem Alkohol nicht zur Debatte es gab nämlich keins. Als ich ihn 4 Jahre später geheiratet habe gab es dieses Problem auch noch nicht.

    In meiner Familie gibt es keine Suchtkranken und ich bin ein selbstbewusster Mensch der mit beiden Beinen fest im Leben steht.

    Das Alkoholproblem fing kurz nach der Geburt unseres ersten Kindes an.
    Um auf das Thema "Erwartung" zurückzukommen habe ich natürlich erwartet dass er seine Sucht mit allen Mitteln bekämpft. Denn SO habe ich ihn nicht geheiratet hätte ich auch niemals gemacht. Meine Erwartungen hat er ständig geschürt mit seinem Versprechen es soll nicht wieder vorkommen.

    Ich habe ihn weder umsorgt noch umtüttelt wenn er getrunken hat sondern ihm deutlich meine Meinung gesagt. Mir gehen Leute die betrunken sind grundsätzlich auf den Wecker.

    Trotzdem habe ich so viele Jahre durchgehalten war zwischenzeitlich ganz tief unten und trotzdem meine eigene Persönlickeit nie aufgegeben.

    Ich habe aber einfach keine Lust mehr ihn ständig zu ertragen es macht mich so aggressiv dass ich gehen muss um Schlimmeres zu vermeiden.

    Für sein Wohl muss er nun selber sorgen wenn ich mal weg bin und alleine wohne werde ich nur noch mit ihm reden wenn er nüchtern ist.

    Liebe Grüsse Speranza

    Hallo Melanie!

    Zitat

    danke fürs aufmuntern wollen. es ist immer sehr schwer gefühle mitzuteilen ich versuchs einfach und das das rüber kommt ist ja schön zu lesen.das ich wenn ich gefühle mitteile angreifbarer bin ist normal. mir tuts manchmal weh so manche sprüche hier von den selbst ernannten "ganz harten".

    Warum tut dir das weh, es sind doch im Grunde Menschen die dir egal sein können? Ob sie trocken bleiben oder rückfällig werden ist mir im Grunde egal es ist nicht meine Sache.

    Anders war es natürlich beim eigenen Partner den habe ich ja geliebt das ist ein gewaltiger Unterschied. Aber hier? Einige Antworten waren sehr aufschlussreich für mich auch wenn ich sie nicht begriffen habe.

    Ich habe es einfach akzeptiert, respektiert und meine Folgerungen daraus gezogen - fertig.

    Innerlich berührt oder aufgewühlt hat es mich in keinster Weise denn ich habe ja die Möglichkeit jederzeit aus der Diskussion auszusteigen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Hartmut!

    Zitat

    Wenn dann noch gesagt wird das weitere Diskussionen aussichtslos sind. Will dann ein CO Kranker besonders verstanden werden ?

    Ich spreche jetzt für MICH denn DEN co-Kranken gibt es nicht, auch co-Abhängige sind grundverschieden.

    Was wir gemeinsam haben ist folgendes: Wir haben alle einen Leidensweg hinter uns der sich ähnelt. Es ist im Grunde genauso wie beim Suchtkranken das gibt es auch ganz verschiedene Charaktere bis auf eines was sie gemeinsam haben - die Sucht.

    Mir geht es hauptsächlich nicht darum Recht zu bekommen, auch nicht darum dass meine Erwartungen erfüllt werden. Mir geht es darum etwas für mich Unbegreifliches zu begreifen nämlich die Suchtkrankheit.

    Ich habe im anderen Thread Antworten auf meine Fragen bekommen die nicht konform mit meiner Meinung waren und ich habe festgestellt dass es schier unmöglich ist auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

    Ich muss wahrscheinlich einfach akzeptieren dass man an Alkoholkranke keine Erwartungen haben darf was die Sucht betrifft obwohl sie diese Erwartungen ja oft selber durch ihre Versprechungen aufrechterhalten.

    Was mich wohl etwas stört dass Alkoholiker alles mit ihrer Krankheit entschuldigen wollen - in meinen Augen müsste ich jetzt davon ausgehen ich kann keinen Suchtkranken für voll nehmen egal was er sagt oder tut.

    Aber wäre das nicht auch ein Pauschalisieren wie man es mit den co-Abhängigen macht?

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo oldie!

    Bei mir findet deine Erwartung viel Anklang. Auch ich habe das von meinem Partner erwartet und ich finde es sind keine unrealistischen Erwartungen.

    Ich bin der Meinung in einer Partnerschaft sind Erwartungen die eine Beziehung ausmachen etwas Normales. Ich setze es sogar als selbstverständlich voraus dass der Partner mich nicht belügt oder betrügt, mich beleidigt oder mir die Verantwortung für seine Sucht aufhalsen will.

    Alkoholismus ist eine unheilbare Krankeit aber das heisst nicht dass man sie ungehemmt ausleben darf wenn man Frau und Kinder an seiner Seite hat. Ich erwarte schon vom Partner dass er alle Hebel in Bewegung setzt um trocken zu werden und zu bleiben.

    Er erwartet ja schliesslich auch Dinge von mir und möchte auch nicht belogen oder betrogen werden.

    Wenn ich aber erkenne dass der Partner mir diese Erwartungen nicht erfüllen kann muss ich gehen. Aber im Unterschied zu dir fallen dann meine Erwartungen an ihn von mir ab.

    Ich lebe ja nicht mehr mit ihm zusammen und er kann ja nicht mehr mein Leben so negativ beeinflussen. Was er mit seinem Leben macht ist dann seine Sache - so sehe ich das.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Uschi!

    Zitat

    ...wäre ich geblieben gestern abend, hätte es Diskussion gegeben, denn die gibt es mitsamt Vorwürfen auch im trockenen Zustand....das jedoch übersteigt meine nervliche Kraft ergo: Rückzug keine Gespräche......

    Das kommt mir unheimlich bekannt vor ich hatte mir auch ein eigenes Reich geschaffen um das Ganze noch zu ertragen. Mir hat es letztendlich geholfen alles etwas klarer zu sehen und an mir selber zu arbeiten.

    Ich konnte es nichtmal mehr ertragen abends mit ihm in einem Raum zu sitzen - ich konnte sein ewiges unrealistisches Gerede nicht mehr hören. Mein Rückzug war für ihn ein Grund noch mehr zu trinken - ich war es schliesslich schuld dass er alleine im Wohnzimmer sass (sagte er!).

    Plötzlich kam mir die Erkenntnis dass egal was ich tun würde oder wie ich mich verhalten würde es keinen Einfluss auf sein Trinkerei haben würde.

    Ich habe mir hindertemale gesagt dass er für sich selber verantwortlich ist. In mir kam viel Wut hoch und ich sagte mir immer wieder es gibt keinen Grund dass ich mich so schäbig behandeln lasse.

    Natürlich habe auch ich Fehler aber bestimmt nicht so grosse dass jemand WEGEN MIR trinken müsste. Falls doch steht es ihm ja frei mich zu verlassen. Tut er es nicht ist es doch nur ein weiterer Grund seine Sucht zu rechtfertigen.

    Innerlich habe ich den Absprung geschafft,die räumliche Trennung wird nur noch eine Frage der Zeit sein. Es hat mir niemand dabei geholfen ich habe das über viele Jahre mit mir selber ausgemacht.

    Das hat etwas in mir wachsen lassen: Selbstvertrauen und viel Kraft. Ich sage mir sogar dass mein neues Leben nur noch besser werden kann, den ein Leben ausserhalb der Hölle kann nur besser sein.

    Finanziell werde ich nicht mehr so gut gestellt sein aber mein Gehalt reicht allemal für ein sorgenfreies Leben. Es geht mir jetzt wieder viel besser obwohl ich noch mitten in der räumlichen Trennung stecke.

    Er merkt dass er verloren hat und traut sich nicht mehr mir irgendetwas Böses zu sagen - wie er damit umgeht und welche Schlüsse er daraus zieht ist seine Sache.

    Ich wünsche dir dass du auch bald den Weg aus deiner Hölle schaffst.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallöchen!


    Zitat

    Liebe Emma,
    auch Dir möchte ich ganz dringend beipflichten.
    Du gehörst also auch zum Typ "nörgelnde Spaßbremse, die ihrem XY nichts gönnt! Wir sollten einen Club aufmachen.
    Auch ich wurde irgendwann so, wie Du es beschreibst:
    Ich hab mich selbst nicht mehr wiedererkannt, weil ich mit jedem Saufgelage schlimmer wurde mit dem Gekeife und Gemecker.
    Am Ende bin ich schon wütend geworden, wenn ich nur den Kronkorken der Bierflasche habe ploppen hören. Das ging so weit, dass mich dieses Geräusch sogar auf der Geburtstagsparty meines Vaters hat schaudern lassen, obwohl mein Ex gar nicht dabei war.

    Ich will auch in diesen Club der nörgelnden Spassbremsen wie können wir aber auch so böse sein und ihm das 20. Bier nicht gönnen :lol:

    Aber Spass beiseite ich werde mittlerweilen schon aggressiv wenn ich sehe dass jemand ein Bier auf ex trinkt da könnte ich schon aus der Haut fahren.

    Da merkt man erst so richtig was diese kranken Partner in einem anrichten können. Wie froh bin ich hier zu lesen dass es anderen auch so geht/ergangen ist.

    Aber so langsam kehrt mein Humor wieder zurück und als ich das obige gelesen habe musste ich tatsächlich grinsen.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Maggyxxx!

    Zitat

    Eine Entziehungskur hat er nicht nötig, weil er ja auch so aufhören kann und er wird auch älter und das wird ja auch immer weniger hat er zu mir gesagt....

    Wers glaubt wird selig er redet sich doch selber etwas ein das ist ganz typisch für einen Alkoholiker. Er sagt er braucht den Alkohol nicht , kann direkt damit aufhören und trinkt trotzdem täglich.

    Mein Mann geht in einigen Jahren in Rente und trinkt immer noch es ist nicht weniger geworden sondern mehr.

    Er zieht anscheinend alle Register um dich UND den Alkohol zu behalten, sogar seine schlimme Kindheit muss dafür herhalten. Das ist kein Grund um zu trinken sondern ein Grund die Kindheit mit Hilfe eines Psychologen aufzuarbeiten.

    Du machst dir jetzt schon Gedanken wenn du mit ihm weggehen willst - das kenne ich auch. Ich war vorher schon immer total nervös wenn ich nur daran dachte dass er dann wieder total betrunken sein würde.

    Du machst es richtig etwas für dich zu tun, ich habe mich immer mehr zurückgezogen.

    Ich habe jetzt die Konsequenzen gezogen und trenne mich. Er konnte sich zwischen mir und dem Alkohol entscheiden, beides zusammen geht nicht.

    Diese Erfahrung wirst du bestimmt auch noch machen es sei denn du bist bereit ein Leben mit einem Partner zu führen der den Alkohol mit all seinen Folgen über dich stellt.


    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Aurora!

    Vielen Dank für deine Begrüssung. Ja ich habe ewig lange gebraucht den Absprung zu schaffen aber besser spät als nie :wink:

    Ich plane auch schon recht fleissig wie schön alles werden soll, es wird mir am Anfang sicher komisch vorkommen nach so langen Jahren alleine zu wohnen.

    Jetzt fahre ich nächste Woche erstmal in Urlaub und danach wird losgelegt.
    Ich werde auf jeden Fall weiter berichten.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Regenbogenblume!

    Ich war in meiner langen Ehe öfters total unzufrieden, verzweifelt, depressiv und voller Selbstzweifel. Die letzten 5 - 6 Jahre waren dann die Hölle für mich, die letzten 10 Monate so unerträglich dass ich Selbstmordgedanken hatte.

    Ich konnte und wollte einfach nicht begreifen dass diese Suchtkrankheit so übermächtig sein kann. Der Gedanke zu gehen kam mir schon viel früher und ist immer mehr in mir gereift. Es war einfach der Gedanke: "Ich muss gehen wenn ich in meinem Leben je wieder glücklich sein möchte".

    Mein Partner ist ein Alkoholiker der nach aussen hin kaum auffällt, es spielte sich fast alles hinter verschlossenen Türen ab. Er geht seinem Beruf nach und verdient gut. Finanziell musste ich mir noch nie Sorgen machen, wir hatten auch noch nie Schulden.

    Er ist wenn er nüchtern ist sehr zuverlässig und er hat immer für seine Familie gesorgt. Leider wurden seine Phasen in denen er nüchtern war immer weniger.

    Waren es früher Monate bis Jahre die letzten 5 - 6 Jahre war es dann jedes WE, wenn ich von der Arbeit kam lag er meistens schon betrunken auf der Couch. Ich wusste nie was mich erwartete, mal war er friedlich mal fing er aus Nichtigkeiten heraus Streit an.

    Ich hatte schon längst nicht mehr die Kraft nach aussen hin so zu tun als ob alles in Ordnung wäre.

    Trauriger Höhepunkt war dann letztes Jahr vor Weihnachten als ich ihn bewusstlos in der Küche gefunden habe und er auf der Intensivstation gelandet ist. Im Grunde wusste ich da schon ich muss mich trennen aber gab ihm noch eine allerletzte Chance.

    Ich hatte Todesängste ich würde ihn eines Tages tot auffinden mit dieser Verantwortung kann und will ich nicht leben.

    Es kam wie es kommen musste er wurde wieder rückfällig - ich dachte wenn ihm der Schock er hätte sterben können nicht ausreicht gegen seine Sucht anzugehen kann ihm keiner helfen.

    Ich habe ihm das auch ganz deutlich gesagt er wäre für sich alleine verantwortlich und wenn er meint er müsse sich zu Tode trinken wolle ich mir das nicht mehr mitansehen.

    Wir haben ganz ruhig und lange miteinander geredet, er versteht auch was ich meine - sagt aber auch er könne nicht aufhören.

    Du musst dich doch nicht entschuldigen genauso stelle ich es mir auch vor :D und das Häuschen ist auch so geschnitten, schöne helle Räume ein kleines Grundstück für einen Kräutergarten und Blumen.

    Finanziell mache ich mir wenig Sorgen, er geht in wenigen Jahren in Rente und hat das Geld immer zusammengehalten. Meine Kinder verstehen mich und freuen sich dass ich wieder glücklicher wirke sie wollen aber auch für ihren Papa dasein.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo Hartmut!

    Zitat

    Hallo Speranza

    ich habe es vor deiner letzten Post versucht , aus meiner Sicht , zu erklären

    Gruß Hartmut

    Sorry das hat sich jetzt überschnitten während ich noch fleissig tippte hast du bereits die Antwort geschrieben :wink:

    Lieben Gruss
    Speranza

    Hallo Hartmut!


    Zitat

    ich muss nichts aufarbeiten was den CO betrifft . Ich muss auch nichts entschuldigen oder als entschuldbar hinstellen.

    Vielleicht verstehe ich diese Aussage jetzt nicht richtig aber für mich hört sich das an " Was ich in den nassen Zeiten angestellt habe dafür fühle ich mich nicht verantwortlich denn es war meine Krankheit".

    Machst du es dir nicht etwas zu einfach? Auch der Co hat sehr unter deiner Sucht gelitten und kann nicht so einfach abschalten weil du jetzt trocken bist.

    Über gewisse Dinge muss einfach geredet werden, der Co braucht das genauso sonst wird das Geschehene ihn nicht mehr loslassen.

    Natürlich steht es dem Co frei zu gehen aber wenn er sich entscheidet zu bleiben kann er das auf keinen Fall tun ohne gewisse Erwartungen zu haben. Erwartungen müssen ja nichts Negatives sein sind aber für eine Partnerschaft unumgänglich.

    Damit meine ich nicht dass du für den Rest des Lebens ein schlechtes Gewissen haben musst aber dem Co mitzuteilen dass es dir leid tut was in der Vergangenheit vorgefallen ist wäre ein fairer Zug.

    Zu sagen "es wird nicht wieder vorkommen" wäre eine Aussage die unehrlich ist denn in die Zukunft kann keiner blicken.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    Hallo BlueCloud!

    Zitat

    Und ich verstehe es auch, wenn jemand sagt, dass er nie wieder mit einem suchtkranken Menschen zusammen sein möchte - eben wegen des Risikos.

    Genauso sage ich, dass ich vorsichtig bei Menschen mit Depressionen bin - sowas könnte ich emotional nicht ertragen und da könnte ich jemanden noch so mögen - es würde mich jedesmal mit runter ziehen.

    Es ist im Allgemeinen schwierig mit einem Partner zusammen zu sein der durch seine Krankheit eine starke (negative) Wesensveränderung erfährt, es kommt noch nichtmal so sehr darauf an um welche Erkrankung es sich handelt sondern was sie aus ihm macht.

    Keine chronische Erkrankung ist 100% steuerbar aber ich denke schon dass man durch eine richtige Verhaltensweise die man immer wieder vertieft sehr viel erreichen kann.


    Zitat

    @ all:

    was ich an dieser Stelle einmal hervorheben möchte: ich finde es toll, dass auch konträre Meinungen so sachlich ausgetauscht werden können, ohne dass es in wüsten Beschimpfungen ausartet.

    Vielen Dank dafür. Ist ein echt toller Thread!

    Dafür ist ein Forum da und ich empfinde diesen Austausch als gegenseitiges voneinander lernen. Es wäre ein grosser Fehler von mir wenn ich mir hier im Forum ein Feindbild aufbauen würde.

    Ein Problem mit der Sucht haben wir allemale wenn auch aus verschieden Sichtweisen.

    Liebe grüsse
    Speranza