Hallöchen!
Meinen absoluten Tiefpunkt hatte ich letztes Jahr im Dezember. Wir wollten mit der ganzen Familie - zwei erwachsene Kinder, der Lebensgefährte meiner Tochter und dessen Eltern Heilig Abend verbringen, ich freute mich riesig darauf.
Einige Tage vor Weihnachten fand ich meinen Mann morgens bewusstlos in der Küche. Er kam sofort auf die Intensivstation und hatte morgens um 11 Uhr 3,6 Promille. Was ich noch als schlimm empfunden habe dass dieses Krankenhaus mein Arbeitsplatz ist und somit viele wussten was ich so viele Jahre verborgen habe.
Aber es war die Wende für mich ich hatte endlich den Mut mich zu outen und gleichzeitig mich von seiner Sucht zu distanzieren. Weihnachten war sehr traurig für uns alle und in diesem Moment hasste ich meinen Mann dass er uns so etwas antun konnte.
Im Grunde war die Trennung nur noch Formsache bei so einem Egoisten der nichts tut um seine Sucht und seine Krankheit anzugehen wollte ich nicht bleiben.
Ich selber hatte grosse Ängste ich könne ihn wieder in so einem Zustand finden oder noch schlimmer ich könne ihn tot auffinden. Trotz Therapie ist er wieder rückfällig geworden und hat immer noch nicht kapiert dass es um SEINE Sucht und SEIN Leben geht.
Das Einzige was er kapiert hat dass er krank ist, selbst das nimmt er als Entschuldigung für seine Trinkerei.
Schritt für Schritt entfernte ich mich immer weiter von ihm bis nichts mehr übrigblieb, weder Liebe noch Hass noch Wut.
Was mir bleibt ist der Schritt in ein neues schöneres Leben und das gibt mir wieder Kraft und Zuversicht und ich freue mich einfach darauf. 
Nicht umsonst habe ich diesen Nick gewählt er bedeutet übersetzt "Hoffnung".
Liebe Grüsse
Speranza