Beiträge von lawyer

    Liebe jennyli,

    Dein Freund ist einsichtig und scheint es wirklich ernst zu meinen! Dies hat er vielen anderen Alkoholikern voraus!

    Wie Du mit der jetzigen Situation umgehen sollst? Mit einem Rückfall muss man bei einem alkoholkranken Menschen leider immer rechnen und Du solltest versuchen, Dir nicht so sehr den Kopf darüber zu zerbrechen, ob er jetzt rückfällig wird oder nicht (ich weiß, das ist leicht gesagt). Versuche, auch in solch einer schwierigen Situation Dich abzulenken, indem Du z.B. Freunde triffst oder mit Deiner Tochter etwas unternimmst.
    Hast Du schon einmal eine Angehörigengruppe besucht?

    LG
    Julia

    Liebe jennyli,

    nach der Langzeittherapie meines Mannes hatte ich deshalb kein so gutes Gefühl, weil er sich mit dem Thema "Alkohol" nicht auseinandergesetzt hat. Er hat gedacht, er schafft das auch ohne Gruppe etc. Ich hatte dennoch die Hoffnung, dass es klappt. Der Rückfall, der dann folgte, war für mich die Bestätigung, dass ich mit meinem Gefühl "richtig" lag.

    Erst nach dem Rückfall habe ich begonnen, mich abzugrenzen, weil dann meine ganze Hoffnung zerschlagen war. Ich bin letzten Sommer alleine mit unserem Kind in den Urlaub gefahren. Nach und nach habe ich dann realisiert (auch mit Hilfe des Forums), dass ich ihn nicht ändern kann, und dass er immer weiter trinken wird, wenn er das will.

    Mein Mann merkt, dass ich das nicht mehr mitmachen will und trinkt zwar seltener, aber er hat noch nicht ganz aufgehört. Eigentlich trinkt er nur noch, wenn ich nicht zu Hause bin (schlimm genug!). An diesen Tagen besteht diese Ungewissheit, was mich wohl erwartet, wenn ich nach Hause komme. Ich denke mir dann einfach, soll er doch trinken, ich lasse mir dadurch nicht den Abend verderben. Das hat aber ganz schön lange gedauert, bis ich so denken konnte.

    LG
    Julia

    Hallo Schmetterlingsfee,

    hast Du es gut - bei uns ist heute kein Feiertag.

    Die Fragen aus Deinem letzten Beitrag habe ich mir auch sehr oft gestellt in letzter Zeit. Was ich als besonders schlimm empfinde ist diese ständige Ungewissheit, in der wir leben und die leider (!) für uns normal geworden ist, z.B. ob er heute trinkt oder was mich heute abend zu Hause erwartet. Ich weiß, dass ich das nicht mehr will und merke, dass mein Mann sich darüber auch Gedanken macht aber es fehlt bei ihm bisher an der nötigen Konsequenz.

    Früher habe ich immer gedacht, ich liebe ihn, deshalb muss ich damit leben, allerdings hat die Trinkerei damals noch keine so große Rolle in seinem Leben gespielt. Heute sage ich zu ihm: entweder Familie oder Alkohol! Da ich aus einer Familie komme, in der nicht oder nur seltenst getrunken wird und in meinem Freundeskreis ebenfalls nicht viel getrunken wird, wurde mir erst sehr spät klar, dass bei meinem Mann eine Abhängigkeit vorliegt!

    Ich denke mir heute auch sehr oft, dass ich schon sicher gegangen wäre, wenn wir kein Kind hätten.

    Auch ich bin sehr froh, dass ich endlich aufgewacht bin und jetzt meine Bedürfnisse (und ebenso die unseres Sohnes) an oberste Stelle setze, auch wenn ich mich noch nicht von ihm getrennt habe.

    Wünsche Dir einen schönen Feiertag

    LG
    Julia

    Hallo Schmetterlingsfee,
    Du solltest es auf jeden Fall ausprobieren!
    Ich selbst habe bisher nur eine gemischte Gruppe (Alkoholiker und Angehörige) besucht und war meist die einzige Angehörige im Kreis, fand es aber dennoch sehr hilfreich! Aber in Zukunft möchte ich auch lieber eine reine Angehörigengruppe besuchen, da man sich meiner Meinung nach dort besser austauschen und freier reden kann.
    LG
    Julia

    Hallo Melanie,

    da ich Roseanne's Thread nicht dazu benutzen möchte, auf Deinen an mich gerichteten Beitrag einzugehen, antworte ich Dir an dieser Stelle.

    Du weißt doch gar nicht, ob es eine Oma oder Geschwister gibt, die auf mein Kind aufpassen würde/n oder könnte/n. Auch meine sonstigen Lebensumstände kennst Du nicht. Aus diesem Grund solltest Du Dich etwas zurückhalten mit "gut gemeinten Ratschlägen".

    Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt - ich bin in meiner Freizeit sogar sehr viel unterwegs, aber halt abends weniger wegen des Kindes.

    Ein Kind, das in geordneten Verhältnissen aufwachsen soll, braucht seine gewohnte Umgebung und einen geregelten Tagesablauf. Das will ich unserem Kind nicht nehmen. Da unsere Situation zu Hause nicht so ist, dass mein Mann agressiv ist ("friedlicher Trinker", der nie zu Hause trinkt und der sich nüchtern auch toll mit unserem Kind beschäftigt), würde ich mit meinem Kind solange ich noch keine eigene Wohnung habe, nur woanders unterschlüpfen, wenn die Situation zu Hause eskaliert.

    Ich habe auch keine Angst, dass alles auffliegt. Diejenigen, bei denen ich Hilfe suchen würde, wenn ich sie bräuchte, wissen ohnehin Bescheid.

    Viele Grüße
    Julia

    Hallo Roseanne,

    schon von Anfang an verfolge ich Deinen Thread, aber erst heute komme ich dazu, Dir zu schreiben. Der von Dir gewählte Titel für Deinen Thread könnte auch meiner sein. Auch bei mir ist es so, dass mein Mann, auch wenn er nicht getrunken hat, sich abends um ca. 20 Uhr ins Bett legt ("was soll ich sonst tun?") und ich allein rumsitze. Silvester war zwar trinkfrei, jedoch ging er an diesem Abend ebenfalls früh ins Bett. Da wir ein kleines Kind haben, kann ich abends auch nicht einfach weggehen und mich mit Freunden treffen.

    Auch mein Mann ist nicht bereit, ohne Wenn und Aber auf das Trinken zu verzichten, ich habe es aber noch nicht geschafft, micht von ihm zu trennen. Die Teilnahme hier am Forum hat mir aber schon unheimlich weitergeholfen, um Klarheit für meine Situation zu bekommen. Hoffentlich geht es Dir genauso.

    Ich wünsche Dir alles Gute für das neue Jahr und auf Deinem Weg in eine bessere Zukunft :wink: !

    Lieben Gruß
    Julia

    Liebe Schmetterlingsfee,

    vielen Dank für Deine Nachricht. Auch ich wünsche Dir, dass das neue Jahr positive Veränderungen für Dich bringt.

    Die zweite Dezemberhälfte war mein Mann trinkfrei, so dass wir Weihnachten ganz schön verbringen konnten. Die Hoffnung, die sich bei mir mal wieder aufgebaut hat, hat sich aber wieder zerschlagen, denn gestern hat er wieder heimlich getrunken. Heute morgen meinte er, er werde auch nicht mehr in seine Gruppe gehen, da ihm die Leute nicht passen. Aber kein Wort davon, sich vielleicht eine andere Gruppe zu suchen! Außerdem habe er immer "Saufdruck", wenn er zur Gruppe geht! Die Ausreden werden immer besser (ironisch gemeint)!

    Ich denke, dass ich mich nach einer anderen Wohnung umsehen werde. Ob ich es dann tatsächlich durchziehen werde mit dem Ausziehen, kann ich noch nicht sagen. Jetzt möchte ich mich erst einmal absichern und mit ihm vor dem Notar einen gegenseitigen Unterhaltsverzicht für den Fall der Scheidung vereinbaren. Dazu ist mein Mann immerhin bereit. Nicht dass ich noch für ihn zahlen muss!

    Liebe Grüße
    Julia

    Liebe Klee,

    ich hoffe sehr, dass Dein Freund verstanden hat, wie sehr Du unter der Situation leidest. Jedenfalls ist es positiv, dass er heute in die Klinik gefahren ist, dass gibt Grund zur Hoffnung. Bestimmt bist Du erleichtert, dass er jetzt dort ist. So ging es mir jedenfalls. Ich musste mir keine
    Gedanken um seine Trinkerei machen, er war dort gut aufgehoben und ich hatte meine Ruhe zu Hause.

    Drücke Dir weiterhin ganz fest die Daumen und wünsche Dir ein stressfreies Weihnachtsfest :wink: .

    LG
    Julia

    Hallo Speranza,
    dass Du ein bisschen Bauschmerzen hast, wenn Du an Weihnachten denkst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Zum Glück hast Du noch Deine Kinder (und bist nicht mit Deinem Mann allein), und dass Ihr notfalls in die Wohnung Deines Sohnes ausweichen könnt, ist doch super.
    Auch wenn die Lage ein bisschen angespannt sein wird, wünsche ich Dir dennoch, dass Du ein schönes Weihnachtsfest haben wirst.
    LG
    Julia

    Hallo Schmetterlingsfee,

    ich kann es sehr gut nachempfinden, wie es ist, wenn man mit niemandem darüber sprechen kann. Deshalb ist es ja so toll, dass es dieses Forum gibt! Das hat mir bisher schon viel geholfen.
    Um Deine Frage zu beantworten: Meine Familie weiß Bescheid, aber ich möchte nicht mehr in meiner Familie darüber reden, weil ich dann immer nur Vorwürfe ("Warum trennst Du Dich nicht?") oder Mitleid bekomme. Im Freundeskreis rede ich auch nicht darüber und bei meiner Arbeit soll es auch niemals jemand erfahren.
    Falls es bei Dir organisatorisch (Du hast ja ein Kind) machbar ist, sieh zu, dass Du mehr Stunden arbeiten gehen kannst. Je unabhängiger Du finanziell bist, um so gestärkter wirst Du Dich fühlen, auch wenn finanzielle Unabhängigkeit nicht alles ist.
    Wünsche Dir und Deiner Tochter weiterhin alles Gute!

    LG
    Julia

    Hallo JJE,

    hoffe Du bist wieder fit :) .

    Ich denke jetzt selbst ans Ausziehen, da müsste ich aber nochmals mit unserem Vermieter sprechen oder ich werde mit meinem Mann eine schriftliche Vereinbarung machen (er ist auch bereit, so etwas zu unterschreiben, das sagte er heute morgen), dass ich unter bestimmten Voraussetzungen (die ich genau definieren muss) von ihm seinen Auszug aus der Wohnung verlangen kann. Dies könnte ich notfalls gerichtlich durchsetzen.

    Ein finanzieller Engpass droht wohl nicht, ich denke, dass es mir im Vergleich zu anderen alleinerziehenden Müttern finanziell vergleichsweise gut geht. Aber weniger Geld als vorher hätte ich natürlich schon zur Verfügung.

    Schön, mal wieder von Dir gehört zu haben.

    LG
    Julia

    Hallo zusammen,

    @BlueCloud: Ich finde schon, dass ich an meinen Mann Erwartungen stellen kann, wenn er mit mir zusammen bleiben will. Seine Krankheit ist doch kein Freibrief dafür, dass er sich so verhalten kann, wie es ihm gerade gefällt. Ich möchte meinen Mann auch nicht "trocken legen". Entweder er tut es freiwillig oder er lässt es bleiben. Den letzteren Fall möchte ich aber nicht mehr miterleben.

    Marie04 : Ich weiß, dass mein Mann nicht von alleine gehen würde. Was er da betreibt ist nichts anderes als eine Hinhaltetaktik. Deshalb bin ich ja auch dabei, mir neue Wege (als seinen Auszug aus der Wohnung) auszudenken. Dass ich zumindest rein rechnerisch Unterhalt zahlen müsste, wenn mein Mann es verlangt, hat mir die Anwältin bereits bestätigt, weil ich wesentlich höhere Einkünfte habe als er.

    JJE : So glücklich bin ich darüber nicht. Aber ich bin schon dabei, mir neue Wege zu suchen, die ich gehen kann, wenn er weiter trinkt.
    Zur Höhe des Unterhalts möchte ich mich hier nicht äußern.

    Viele Grüße
    Julia

    @ BlueCloud: - edit, bitte keine persönlichen Details über Angehörige ins öffentliche Internet schreiben, danke, Linde - Ich bezahle ihm jedenfalls nicht seinen Alkohol. Weder jetzt noch in Zukunft werde ich dies tun. Ich bin mit dem Trinkverhalten meines Mannes nicht zufrieden, aber es ist nicht so, dass ich meine gesamte Zufriedenheit an meinem Mann ausmache. Im Übrigen (Job, Kind, Freundeskreis, Familie, Hobbies) bin ich schon sehr zufrieden mit meinem Leben .

    Hallo Olympia,

    danke für Deine Antwort. Ja, wenn es wirklich soweit kommen sollte, würde ich selbstverständlich versuchen zu begründen, dass er seinen Unterhaltsanspruch verwirkt hat. Das ist noch meine Hoffnung.

    Mein Mann hat seine Arbeit wegen seiner hohen Fehlzeiten vor kurzem verloren.

    Zitat

    Außerdem sollte Dir Dein Leben und das Leben Deines Kindes wichtiger sein.


    Damit hast Du absolut recht! Wahrscheinlich bin ich noch nicht so weit, es wirklich durchzuziehen. Mein Mann bemüht sich ja schon, aber noch nicht in dem Ausmaß, wie ich es von ihm erwarte.

    LG
    Julia

    Hallo,

    möchte Euch mal bzgl. meiner Entwicklungen auf den neuesten Stand bringen:

    Mein Mann macht zur Zeit tagelange Trinkpausen, die aber immer wieder durch einen oder zwei Tage Trinken unterbrochen werden. Damit bin ich natürlich nicht zufrieden :( .

    Der Termin bei der Rechtsanwältin hat mir nicht wirklich neue Erkenntnisse gebracht, außer - daran hatte ich zuvor nicht gedacht - dass ich im Falle einer Trennung meinem Mann Unterhalt in beträchtlicher Höhe zahlen müsste (wenn er ihn verlangen würde)!!! Das empfinde ich als sehr ungerecht. Ich bin voll berufstätig, kümmere mich ums Kind, mache den Haushalt (die Putzfrau kommt nur 1x die Woche) und er macht mit seiner Trinkerei die Beziehung kaputt und kassiert dann von mir noch Unterhalt! Vor die Tür setzen kann ich ihn nicht, da er nicht gewalttätig ist. Ich müsste also ausziehen. Weiß selbst noch nicht, was ich nun tun soll.

    Viele Grüße
    Julia

    Hallo Schmetterlingsfee,

    habe Deinen Thread gelesen und kann sehr gut nachvollziehen, in welcher Situation Du Dich befindest. Dass Du Dich gestärkt fühlst, ist eine sehr positive Entwicklung und Du scheinst schon ziemlich entschlossen zu sein, wie Du Dir die Zukunft mit Deiner Tochter vorstellt - nämlich ohne ihn. Das ist meiner Meinung nach der einzige Weg, dass Du und Deine Tochter glücklich werdet - es sei denn Dein Mann ändert sich doch noch.

    Ich selbst habe auch ein kleines Kind und möchte mich von meinem Mann trennen, wenn er weiter trinkt. Ich bin auch schon so weit, dass ich mir sage: Wenn wir es ihm nicht wert sind, dass er aufhört, dann hat er bei uns nichts mehr verloren.

    Wünsche Dir ganz viel Kraft.

    LG
    lawyer

    Hallo Moonglow,

    willkommen im Forum :) !

    Dass Dein Freund einsichtig ist und sein Problem erkannt hat, ist schon eine wichtige Voraussetzung, um vom Alkohol wegzukommen. Ohne diesen Willen wird es nicht funktionieren, dass er trocken wird. Da kannst Du machen was Du willst.

    Mein Mann hat ebenfalls schon sein Problem erkannt, aber er ist eben noch nicht bereit, alles dafür zu tun, um trocken zu werden (er sagt dies zwar, aber es passiert immer wieder, dass er doch trinkt). Deshalb hat es bei ihm bisher auch noch nicht funktioniert mit dem Aufhören.

    Wichtig ist, dass er eine Suchtberatung aufsucht und zwar freiwillig, nicht nur, um Dir einen Gefallen zu tun. Dort bekommt er professionelle Unterstützung, Du als Angehörige aber auch.

    Wünsche Euch alles Gute!

    LG
    lawyer