Beiträge von JJE

    Hi BC,

    ich selbst war in einer SHG nur fuer Co-Abhaengige, empfand es als besser, da Mischgruppe meines Erachtens fuer mich nicht effektiv sind. Persoenlich empfinde ich dieses Forum auch nicht als gemischte SHG, was soll ich z.B. im Alkoholikerbereich, ich kuemmere mich hier um mich selbst und mein Anliegen.

    Sucht ist auch nicht gleich Sucht, wenn dem so waere dann wuerde man keine Probleme damit haben, Drogensuechtige, Alkoholiker, Essgestoerte alle in eine Gruppe zu packen.

    Eine gute Freundin von mir hat das mal gut auf einen Punkt gebracht, sie war heroinabhaengig, sie meinte damals, dass es fuer sie "leichter" ist auf diese Droge zu verzichten und sie ihrer Meinung nach weniger aufpassen muss als ein Alkoholiker, sie meinte im Restaurant steht ja nicht im Menue Heroin, Kokain etc, aber Weinsaucen oder andere Gerichte die mit Wein gekocht werden, ihrer Meinung nach macht es das alltaegliche Leben schwerer. Ich fand diese Meinung sehr interessant.

    Vergleichst Du jetzt einen Co-Abhaengigen mit einem Alkoholabhaengigen, dann kannst Du sicherlich als Alkoholiker sagen, Du bist erstmal trocken indem Du auf Alkohol verzichtest. Als Co-Abhaengiger ist es aber nicht nur der alkoholkranke Partner oder Familienangehoeriger, es waeren jegliche menschliche Beziehungen im allgemeinen. Du kannst einem Ess-Suechtigen auch nicht ans Herz legen das Essen zu streichen, sowas ist lebensnotwendig, derjenige muss also verstehen lernen wie er in einer gesunden Art und Weise mit Essen umgeht. Wir Co's muessen es erlernen wie wir in einer gesunden Art und Weise menschliche Beziehungen handhaben, da reicht es nicht, sich einfach von dem derzeitigen Alkoholiker zu trennen. Es gibt ja auch minderjaehrige Co-Abhaengige, die ihre Co-Abhaengigkeit an ihren Eltern ausleben, was machst Du mit denen?

    Sicherlich hast Du Recht, dass hier auch im Cobereich viel mehr nachgedacht werden muss, dass es hier um unsere eigene Gesundung geht und nicht auf das Konzentrieren auf einen abhaengigen Partner.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hallo BC,

    erstmal herzlich willkommen hier im Co-Bereich. Verstehe ich das richtig, Du schreibst normalerweise im Alkoholikerbereich und bist jetzt im Co-Bereich, weil Dich hier die "nassen" Berichte von Co's stoeren? In einem anderen Beitrag von Dir las ich, dass Du bevor Du Alkoholiker warst einige Jahre in der Co-Abhaengigkeit gelebt hast?

    Meine Frage an Dich, warst Du jemals in einer realen SHG von Co-Abhaengigen?

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Julia,

    Dank Dir. Ich habe erkennen duerfen, dass ich allerdings auch immer aufpassen muss, dass ich mein Co-Verhalten nicht verlagerere. Wie z.B. unendlich viele Ueberstunden auf Arbeit zu machen weil ich "gebraucht" werde oder mir Sachen von Freund aufschwaetzen zu lassen, weil ich ja so toll organisieren kann. Ich hab erkannt, dass meine Schwaeche immer gewesen ist nicht "Nein" zu sagen, aber was hat denn dann ein "Ja" von mir fuer einen Wert, wenn ich niemals "Nein" sage? Mir ist nach all dem Theater mit meinen Eltern und mit meinem damaligen alkoholkranken Ex-Partner erst nach einiger Zeit wirklich bewusst geworden, dass ich mein GESAMTES Denken ueberpruefen muss und ich nicht nur in Partnerschaften oder Familienangelegenheiten mein Co-Verhalten auslebe. Ich sag es Dir man lernt immer mehr dazu :roll: hoffenlich :wink:, aber all das was ich lernen durfte hat mir eines gebracht, eine Art von inneren Frieden, daher waren all die Strapazen nicht umsonst.

    Ich wuensche Dir und allen anderen einen wunderschoenen zweiten Advent. Und viel Kraft fuer alle den Weg, der vor euch ist mit viel Eigenliebe und Selbstachtung zu gehen.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Zitat

    Du hast einen ganz wichtigen Schritt getan du hast ihn aus deiner Wohnung entfernt - Hut ab.

    Gut geschrieben Sperenza, genau Schwindelfrei, den Schritt bist Du schonmal gegangen, diesen Schritt solltest Du zumindestens und wenigstens innerlich schonmal feiern.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Schwindelfrei,

    also realistisch gesehen, siehst Du keine Zukunft eine respektvolle Beziehung mit diesem Mann zu haben. Dennoch hoert es sich manchmal an, dass Du doch sehr an ihm haengst. Du schreibst aber, dass Du Angst vor dem Alleinsein hast, vermutest, dass das vielleicht in der Kindheit liegt. Gut, dass Du da eine Therapie machst, ich hoffe, dieses Thema wird dort auch angesprochen.

    Es ist nicht ungewoehnlich bei einem Co, dass wir traurig ueber den Bruch der Beziehung sind, ich brauchte auch damals meine Zeit um darueber hinwegzukommen, ich war nicht nur mit meinem Ex-Partner enttaeuscht, ich war vorallem ettaeuscht, dass ich vieles einfach mit mir machen lassen habe. Heute kann ich das etwas gelassener sehen, wir alle machen Fehler, wichtig ist, dass wir aber die Lehre aus unseren Fehler nicht dabei verlieren.

    Du gehst zur Therapie, Du schreibst hier im Forum. Was mir bei Dir auffaellt, dass die Realitaet und die Gefuehlswelt weit auseinanderklappen gerade im Bezug auf diesen Mann, vielleicht kannst Du fuer Dich etwas tun, damit Du die Realitaet und Deine Gefuehlswelt wieder in Einklang bringst. Hast Du denn einen Freundeskreis oder Hobby, irgendwo wo Du reale soziale Kontakte hast?

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Schwindelfrei,

    Du schreibst, dass Du Angst vorm alleinesein hast, kannst Du das mal naeher erklaeren, sprich weisst Du warum das so ist bei Dir?

    Du sprichst vom Respekt den Du gerne in einer Beziehung haben moechtest, wie realistisch ist es fuer Dich, dass er Dir diesen Respekt denn gegenueberbringt?

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Liebe Schwindelfrei,

    ob Du weiterschreiben darfst mit Deinem alkoholkranken Ex-Partner, dass alleine liegt in Deinen Haenden. Du darfst das ganz alleine entscheiden.

    Wie geht es Dir denn nach dem email Kontakt? Wir Co's hoeren naemlich meistens nicht darauf was uns guttut.

    Wie sinnvoll haelst Du es denn mit ernsthaften Anliegen an einen nassen Alkoholiker ranzutreten und dazu noch mit ihm zu diskutieren?


    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Julia,

    Dir ist es nicht leichtgefallen, dass glaube ich Dir.

    Tu Dir einfach etwas gutes, vielleicht Freundinnen besuchen oder Deine Eltern?

    Ich kenne die ewigen Diskussionen mit meinem Ex-Partner, sobald bemerkt wurde, dass ich es ernst meinte, kamen weitere Diskussionen entweder in Richtung, dass ich ein Problem habe und nicht er oder Versprechungen sich zu verbessern. Wirklich sich abzugrenzen ist nicht leicht.

    Tu Dir etwas gutes, geniesse den Advent, so gut wie es geht.

    Kopf hoch.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Julia,

    ja in schoenere Dinge investieren, da hast Du recht. Damals hab ich das als Niederlage empfunden, wer trennt sich schon gerne. Du hast ein Kind, ich kann es verstehen, seh es mal so, Du gibst Deinen Mann mehr eine Chance mit konsequentem Handeln als mit Druck und Reden. Ich habe lernen duerfen, dass Druck genau das Gegenteil erreicht, machen lassen ist die Devise und fuer sich selbst handeln. Wenn Dein Mann wirklich trocken werden will, dann setzt er die Energie, die er sonst ins Saufen setzt, da ein, um herauszufinden wie man gesund wird und trocken wird. Alles andere ist nur "Kasperletheater", verlaengert Dein und eventuell auch sein Leiden.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Julia,

    das kann ich nachvollziehen, mir ging es damals nicht anders. Man hofft und sieht vielleicht auch Anzeichen, dass sich doch was aendert. Man redet, macht Druck, dann wird wieder etwas gemacht seitens des Alkhoholikers und man bleibt wieder etwas laenger. Meiner Mutter ging es nicht anders, ich kann von Glueck sagen, dass ich keine Kinder hatte und das ich das ganze "nur" 2 Jahre mitgemacht habe mit meinem Ex-Partner, meine Mutter hat es zu ganzen 20 Jahren gebracht, die Zeit verfliegt einfach. Da sind Monate und Jahre manchmal gar nichts, mir hat es geholfen, als mir mal ein guter Bekannter gesagt, hat, dass ich meine besten Jahre hier vergeude, erst da hab ich gemerkt, dass ich wirklich viel Zeit fuer meine "Nicht-Entscheidungen" gelassen habe.

    Gut ist, dass wir hier schreiben, der Austausch ist wichtig, auch fuer mich, selbst wenn ich aus so einer Beziehung schon lange raus bin, aber man muss immer ein Auge auf sein Verhalten werfen.

    Freut mich, dass wir in so regem Kontak sind.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Julia,

    Du schreibst, dass Dich die Luegerei sehr belastet. Ich kenne das auch, mich hat es wuetend gemacht, spaeter bin ich mir immer wieder wie ein Spielzeug vorgekommen. Letztendlich koennen wir nur auf uns schauen, Du hast Deinen Mann da immer im Auge, forderst eine Langzeittherapie, hast auch verlangt, dass Dein Mann einen Termin macht, bei denen ihr beide anwesend sein werdet. Fuer mich hoert sich das danach an, dass Du ihn immer noch ueberzeugen moechtest, dadurch Druck machst und er vielleicht nachgibt, weil er indirekt Angst hat euch zu verlieren?

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Sonne27,

    Du schreibst, dass nachdem Du die Flasche Bier gefunden hast, Du sehr sauer warst, Du aber Zweifel hast ob Du Dich trennen sollst. Das ist kein ungewoehnliches Verhalten fuer jemanden der co-abhaengig ist. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass Du wirklich co-abhaengig bist, aber dass so ein Verhalten fuer Co-Abhaengige typisch ist. Ein Suchtkranker muss fuer sich selbst entscheiden was zu tun ist, heimliches Trinken oder Rueckfaelle sind fuer nasse Alkoholiker nicht ungewoehnlich. Wenn Dein Freund auf Druck von Dir nur die Entziehungskur gemacht hat, dann hat er es fuer sich wahrscheinlich nicht gewollt, dass ist nicht unueblich, vielleicht liest Du Dich einfach mal hier im Forum durch, dass kann sehr hilfreich sein.

    Wichtig fuer uns Angehoerige ist, dass wir erkennen, dass wir keinen Einfluss oder Macht auf das Verhalten des Alkoholikers haben, er alleine entscheidet wo es langgeht. Fuer Dich musst Du entscheiden, was Du fuer Dich tun kannst, damit es Dir gutgeht. Ich sag es auch immer wieder eine raeumliche Trennung muss nicht immer gleich auch eine partnerschaftliche Trennung sein.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Sonne27,

    Du schreibst, dass er die Entgiftung aufgrund von der Androhung einer Trennung gemacht hat und Du aber an einen Punkt angekommen ist, wo Du keine Lust mehr hast mit ihm ueber sein Alkoholproblem zu reden oder ihm weiterzuhelfen.

    Du hast vorhin allerdings geschrieben, dass Du verzweifelt bist und nicht weisst wie Du Dich da verhalten sollst.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hallo Sonne27,

    wohnt ihr denn zusammen? Dein Freund muss selbst fuer sich Entscheiden was er will. Dein Verhalten ist da unwichtig. Wichtig fuer uns Angehoerige ist, dass wir auf unsere Beduerfnisse gucken, damit es uns gutgeht.

    Du sagst, wenn er trink willst du nicht mehr mit ihm zusammensein, er trinkt, bist Du noch mit ihm zusammen?

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hallo Julia,

    der raeumliche Abstand hat schon sehr geholfen, da hast Du Recht. Ich hatte damals in Deutschland aber auch schon Abstand geschaffen. Hatte auch fuer lange Zeit keinen Kontakt zu meiner Familie gehabt, einfach weil viel zu viel vorgefallen ist, meine Mutter hatte mich immer um Geld angepumpt, weil mein dann arbeitsloser Stiefvater das Arbeitslosengeld versoffen hatte. Nachdem er seinen Job verloren hatte, gab es kein Halten mehr, da wurde schon in der Frueh gesoffen. Letztendlich habe ich meiner Mutter gesagt, dass ich kein Geld mehr geben werden, sie muss handeln, denn ich wuerde indirekt damit den Alkoholkonsum meines Stiefvaters unterstuetzen. Meine Mutter fing dann an, dass aber meine damals sehr jungen Geschwister doch Klamotten und neue Schuhe brauchten und ich sie nicht alleine lassen kann, schweren Herzens habe ich das dann aber abgelehnt. Heute weiss ich, es war richtig. Damals war ich 19 Jahre alt, mit meiner Ausbildung gerade fertig und hatte eine eigene Wohnung. Bei einigen Leuten in meinem familaeren Umkreis gelte ich heute als hartherzig, damit kann ich aber leben, denn die wissen nicht, was in meiner Familie wirklich los war. Julia, es ist sicherlich nicht leicht sich mit seiner Co-Abhaengigkeit auseinanderzusetzen, aber es ist es alles wert gewesen fuer mich da durchzugehen und zu erkennen, dass ich mich jetzt selbst wirklich mag, ja ich bin auch stolz auf mich. Hartherzig bin ich ganz bestimmt nicht und mein jetziger Freundeskreis und der Familienkreis von meinem Mann wuerden das auch bestaetigen. Ich wuensche Dir all die Kraft fuer Deinen Weg.

    Liebe Gruesse,

    JJE