Beiträge von JJE

    Hi Julia,

    das hoert sich alles derzeit noch etwas vage an, Du hast gesagt innerhalb den naechsten paar Tagen oder innerhalb den naechsten Monaten.

    Wenn ich meine aktiven Co-Zeiten reflektiere, dann kenne ich das auch, das Wort demnaechst war das Hauptwort was ich benutzte, weil ich mich persoenlich nicht festlegen wollte, ich persoenlich und ich spreche hier wirklich nur von mir, empfand, dass ich fuer mich selbst keine Entscheidung treffen wollte, ich habe mein persoenliches Wohlempfinden von meinem alkoholkranken Partner abhaengig gemacht. Natuerlich habe ich auch Lichtblicke gesehen, mein damaliger Partner ging auch zur SHG, aber auch unregelmaessig. Eine Therapie hatte er immer weggeschoben und das Thema kam immer nur auf, wenn er Angst hatte, dass ich doch gehen wuerde, weil dann wieder Hoffnung in mir aufkam.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hallo Julia,

    schoen, dass Du zurueckschreibst. Was genau muss denn passieren, damit Dein Mann Dir zeigt, dass er psychisch stabiler ist und an sich arbeitet? Hast Du Dir denn einen ungefaehren Zeitrahmen gesetzt, bald ist manchmal ein ziemlich dehnbarer Begriff, bei manchen bedeutet bald naechsten Monat, bei einigen innerhalb eines Jahres oder manche wuerden "bald" vielleicht sogar als 5 Jahre bezeichnen.

    Wie alt ist Dein Sohn denn nochmal?

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hallo Speranza,

    ich freue mich sehr auf den Austausch mit Dir. Ja, meine Verhaltensweisen liegen auch in meiner Kindheit. Meine Mutter hat es mir vorgelebt. Ich hatte es bereits in einem anderen Thread geschrieben, Kinder von Alkoholikern oder Co-Abhaengigen, die noch mit denjenigen leben, sind um weiten mehr anfaellig entweder die Alkoholiker oder Co-Abhaengigenrolle zu uebernehmen.

    Heute ist es fuer mich eine Erfahrung, die ich machen musste, damit ich wachsen darf, damit ich sehen kann wo ich an mir arbeiten darf. Die Bezeichnung Co-Abhaengiger ist nicht mehr schlimm fuer mich.

    Langsam und allmaehlich fuehle ich mich mit mir wohl, was ich in meinen aktiven co-abhaengigen Zeiten nicht sagen konnte, da brauchte ich das Gefuehl gebraucht zu werden und hab gedacht es waere Liebe.

    Liebe Gruesse,

    JJE

    Hi Lottemotte,

    das hoert sich aber wirklich nach ziemlich viel Wut auf Dich selbst an. Du nimmst also an, dass Deine Freundinnen sowas niemals mit sich machen lassen wuerden, woher weisst Du das, waren Deine Freundinnen denn schonmal in einer gleichen Situation wie Du mit Deinem Ex-Partner derzeit?

    Es waere schoen weiter von Dir zu hoeren, wie das mit dem Kontaktabbruch verlaeuft, hast Du denn auch einen Notfallplan, von wegen, wenn Du mal wieder das Beduerfnis hast Dich mit ihm zu treffen oder auf seine SMS zu antworten, hast Du etwas was Dich daran erinnert es nicht zu tun?

    Du schreibst, dass Du derzeit viel Arbeit hast und nicht anrufen kannst bei den Beratungsstellen, gibt es vielleicht eine Moeglichkeit wie einen Urlaubstag, den Du fuer Dich nehmen kannst, um das zu erledigen oder vielleicht diese Anlaufstellen per email zu kontaktieren?

    Freue mich wieder von Dir zu lesen.

    JJE

    Hallo Julia,

    hast Du Dir denn einen realistischen Zeitrahmen fuer Dich selbst gesetzt, von wegen bis dann und dann muss dass und das passieren? Steht das mit der Psychotherapie denn schon fest? Eine Psychotherapie kann ziemlich lange dauern.

    Ich bin ebenfalls ein erwachsenes Kind eines bereits verstorbenen Alkoholikers und einer co-abhaengigen Mutter. Kinder, die in diesen Verhaeltnissen aufwachsen sind wesentlich mehr gefaehrdet entweder selbst Alkoholiker oder co-abhaengig zu werden, wusstest Du das?

    Alles Liebe,

    JJE

    Zitat von lawyer


    Vielleicht kann mir jemand einen Ratschlag geben, wie ich mit den Lügen und der Einstellung meines Mannes zum Alkohol umgehen soll. Ich will jedenfalls nicht mehr so weitermachen. Fühle mich hilflos, weil ich weiß, dass ich meinen Mann nicht ändern kann.

    Hi Julia,

    ich werfe einfach mal den Ball zurueck an Dich. Wie stellst Du Dir Deine Zukunft vor? Und wie moechtest Du denn mit den Luegen und Einstellungen Deines Mannes zum Alkohol umgehen?

    Alles Liebe,

    JJE

    Hi Speranza,

    ja, da stimme ich Dir voll und ganz zu. In meinen aktiven co-abhaengigen Zeiten, habe ich meine eigenen Beduerfnisse nicht wahrgenommen, ich habe sie einfach ignoriert. Wie auch meine eigenen Grenzen. Ich fuehlte mich damals ausgepowert, entmachtet, verwirrt und verletzt. Es hatte eine Weile gedauert bis ich erkannt habe, dass ich den Schluessel selbst in der Hand gehalten habe, die ganze Zeit. Grenzen setzen und einhalten ist keine Staerke, die ein Co-Abhaengiger hat, wir lassen unsere Grenzen immer wieder ueberschreiten, nehmen Verantwortung fuer Sachen, die nicht in unserer Macht stehen. Wie hier auch beim Alkoholiker muessen wir Co-Abhaengigen einen Tiefpunkt erreichen, der uns dann zum Umdenken bringt. Erst dann koennen wir unsere alten Denkstrukturen aufloesen und erkennen, dass wir etwas an uns selbst veraendern muessen. Allerdings hoert das lernen und erkennen was eine Co-Abhaengigkeit ist, nicht nur damit auf, dass wir raeumlich und emotional unseren alkoholkranken Partner verlassen. Fuer mich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Co-Abhaengigkeit und deren Strukturen sich auch verlagern koennen, auf Kollegen, auf Leute hier im Forum, auf Freunde, Bekannte, Familienmitglieder. Derjenige muss nicht mal ein Suchtproblem haben.

    Alles Liebe,

    JJE

    Hallo Aurora,

    Danke fuer Deine Begruessung.

    Co-Abhaengigkeit war fuer mich immer ein schlimmes Wort, eine Bezeichnung, die ich nicht haben wollte. Erst als ich es fuer mich akzeptieren konnte, kam das Wachstum, das Erkennen und die Moeglichkeit an mir zu arbeiten.

    Es hat mich erkennen lassen, was wirklich wichtig ist im Leben und hat mir gezeigt, was es bedeutet sich selbst anerkennen zu koennen und Schwaechen zuzugeben. Es hat mich auch erkennen lassen, wo meine persoenlichen Grenzen liegen und meine Grenzen zu verteidigen und klar aufzuweisen.

    Ich freue mich auf den Austausch.

    Alles Liebe,

    JJE

    Hallo Lottemotte,

    Du schreibst, dass da Wut ist, kannst Du das mal naeher beschreiben, Du schreibst, die Wut ist wieder da, wie aeussert sich diese bei Dir? Dann schreibst Du, dass Du mit Deinem Freundeskreis nicht mehr darueber sprichst, es waere nur noch laecherlich, was genau empfindest Du als laecherlich?

    Auch sagst Du, Du willst da raus, wie ist Dein Plan, was genau machst Du um da raus zu kommen?

    Alles Liebe,

    JJE

    Hallo Lottemotte,

    das hoert sich erstmal alles nach einem ziemlichen Hin und Her an. :wink:

    Ist wie zwei Stimmen im Kopf, eine, die Dir sagt, dass das alles nichts bringt und eine die von Liebe und Zuneigung spricht.

    Mir hat damals sehr geholfen mich mit dem Thema Co-Abhaengigkeit UND Alkoholismus zu beschaeftigen, um zu verstehen was eigentlich mit mir los ist. Eine reale Selbsthilfegruppe hat mir sehr dabei geholfen, da ich auf Menschen getroffen bin, die verstanden haben, was ich durchmache. Ein Teil meines Freundeskreises hatte das naemlich nicht, wie auch, die haben das ja nicht durchgemacht.

    Fuer mich war das damals und ist es heute noch eine tiefe Suche nach mir selbst. Ich habe auch gemerkt, dass ich meinen eigenen Selbstwert abhaengig gemacht habe von Zuneigung und Anerkennung von anderen Personen. Ich war nur etwas wert, wenn man mir das bestaetigt hatte.

    Co-Abhaengigkeit loest sich nicht von alleine auf, es hilft aber verstehen zu lernen warum man glaubt, dass die Liebe zu einem nassen Alkoholiker wahre Liebe zu sein scheint und warum ich glaube diese Beziehung zu brauchen. Damals in meiner aktiven co-abhaengigen Zeit glaubte immer wieder das "schlimme" was ich mit meinem alkoholkranken Partner miterlebt habe, ausblenden zu muessen oder spaeter, wenn wir schoenere Stunden miteinander gehabt haben, glaubte ich, dass alles nicht so schlimm ist, dass gehoert zur Co-Abhaengigkeit dazu.

    Ich wuensche Dir alles Gute,

    JJE

    Hallo alle zusammen,

    ich moechte mich gerne hier in diesem Bereich vorstellen. Mein Name ist Jenny, ich wohne in England und bin Kind einer co-abhaengigen Mutter und eines verstorbenen Alkoholikers. Ich selbst bin co-abhaengig und habe frueher auch eine Partnerschaft miterlebt in der ich hautnah erleben durfte, was eine Co-Abhaengigkeit bedeutet und wie schwer es sein kann sich von einem alkoholabhaengigen Partern zu loesen, wenn man tief in seiner Co-Abhaengigkeit haengt. Ich war vor einigen Jahren schonmal hier und hatte mich abgemeldet gehabt, da ich erkannt habe, dass ich mit mir selbst noch Sachen bearbeiten musste, ich hatte damals auf "Opferhaltungen" sehr "allergisch" zum Teil reagiert und gemerkt, dass ich hier fuer mich etwas tun muss. Ich durfte in der Zeit lernen, dass ich mir selbst fuer meine vergangene aktive Co-Abhaengigkeit verzeihen musste und durfte erkennen, dass jeder seinen Weg selbst gehen darf, so schnell und mit sovielen Rueckfaellen wie es noetig war um zu erkennen, dass man etwas fuer sich tun muss. Ich selbst habe meine Co-Abhaengigkeit aus der Vergangenheit reflektiert und erkannt wie sehr ich mich geschaemt habe, wie schwach ich damals war und wie weh es mir getan hat, wenn Menschen meine Schwaeche abgewertet haben und durch "tough Love" also harte Worte versucht haben mich wachzuruetteln. Ich hatte dann leider erkennen muessen, dass nachdem ich meine Co-Abhaengigkeit erkannt hatte, viele Menschen selbst verurteilt hatte, meine Co-Abhaengigkeit hat sich verlagert von Alkoholikern zu anderen Co-Abhaengigen und seitdem weiss ich, dass ich zusehen muss, dass ich mich taeglich daran erinnere, dass jeder selbst entscheiden darf, wie lange er leidet, was er mit sich macht und wie lange der Weg raus aus der Co-Abhaengigkeit dauern kann. Trotzdem Holzauge sei wachsam, muss ich taeglich auch an mir arbeiten, bewusster zu leben, mich als Mensch wertzuschaetzen.

    Ich freue mich wieder hiersein zu duerfen.

    Liebe Gruesse,

    JJE