Beiträge von Lena40

    Hallo Zotti und Frank, liebes Forum,

    dank euch für eure Antworten, darüber habe ich mich sehr gefreut!

    Zotti du trinkst seit dem 14.10.12 keinen Alkohol mehr, hast du vor dir therapeutische Hilfe zu suchen oder andere unterstützende Massnahmen in Anspruch zu nehmen? (Suchtberatung, reale SHG, Psychologe)
    Ich verstehe den Zusammenhang mit dem Rauchen nicht so richtig?! Kannst du mir das bitte erklären?
    Glückwunsch zu deiner Entscheidung keinen Alkohol mehr zu trinken- jedoch nur nicht trinken reicht nicht....was möchtest du verändern in deinem Leben?
    Wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit!

    @Frank ich kann ja mit Weihnachten auch nicht soviel anfangen, aber für Stollen, Süßkram und Kekse backen bin ich immer zu haben!

    Ich habe eine ziemlich anstrengende Woche vor mir- SHG, Nachsorge, Psychologin, Zahnarzt, arbeiten (auch Sa.+So.)- und bin froh, wenn ich das alles gemeistert habe. Die letzten 4 Wochen in diesem Jahr werde ich dann etwas langsamer angehen und ein bißchen in mich gehen- dieses Jahr revue passieren lassen und mir bewusst machen, was ich alles verändert und geschafft habe.

    Wünsche euch eine angenehme, stressfreie und trockene Zeit!

    Herzliche Grüße :wink: Lena

    Lieber Frank,

    ich kann deine Traurigkeit sehr gut verstehen. Ich habe mich im letzten Jahr nach 10 Jahren von meinem Partner getrennt- dafür habe ich sehr lange gebraucht (ca. 2-3 Jahre). Er war meine große Liebe, in diesen Jahren ist sehr viel passiert- viele Verletzungen, Trennungen, üble Auseinandersetzungen, Vertrauensbrüche...- vor allem auch durch unseren regelmäßigen und übermäßigen Alkoholkonsum.

    Irgendwann habe ich es für mich zulassen können, zu akzeptieren, das er mir nicht das geben kann, was ich brauche, das ich mit ihm nicht glücklich werden kann. Trotzdem empfinde ich (ich glaube auch jetzt noch), eine tiefe Liebe zu ihm. Und auch, wenn ich mich mittlerweile manchmal nach einem neuen Partner sehne, merke ich, das ich innerlich noch nicht wirklich bereit dazu bin. Die Trennung ist für mich endgültig- es gibt wird kein zurück geben.

    Jedoch gebe ich mir auch die Zeit, die es braucht, um mich zu verabschieden. Ich hatte auch sehr lange (ca. 10 Monate) keinen Kontakt zu ihm- ich brauchte diesen Abstand, um ganz bei mir zu sein zu können. Mittlerweile haben wir wieder unregelmäßigen Kontakt und darüber bin ich sehr froh. Ich wünsche mir für die Zukunft, das wir weiterhin am Leben des anderen teil haben und wir vielleicht wirklich Freunde werden können- doch da sind wir noch lange nicht. Ich denke, das braucht viel Zeit und Geduld.

    Auch mich macht es immer noch manchmal unheimlich traurig- es ist nicht leicht- ich versuche es so anzunehmen und zuzulassen- das gelingt mal besser, mal schlechter....

    Ich kann dir keine konkreten Tipps geben, ich möchte dir einfach einmal sagen, das ich dich als unheimlich wertvollen, empfindsamen und sehr ehrlichen Menschen hier kennenlernen durfte- danke dafür!

    Fühl dich ganz dolle gedrückt!!

    Mit ganz lieben Grüßen von Lena

    Hallo Frank,

    ja, ich habe mich- zuerst unbewusst, dann im Verlauf meiner längeren Abstinenz- sehr gründlich auf meinen Weg vorbereitet und mir (endlich) Ziele gesetzt, die ich langfristig versuche umzusetzen. Doch dies ist mir auch erst durch meine Entscheidung, abstinent zu leben, möglich geworden. Ganz wichtig war für mich u.a. meine LZT, in der ich es zulassen konnte, vor dem Alkohol zu kapitulieren und einzusehen, das er schon lange die Macht über mich hat- und nicht umgekehrt. Und mit dieser Kapitulation fühlte ich mich regelrecht befreit und paradoxerweise nahm das auch dem Alkohol die Macht...schwer zu erklären....doch ich brauchte nicht mehr darum kämpfen, wer der "Stärkere" ist, welches mir jegliche Kraft und Energie für andere Dinge raubte- erst durch meine Kapitulation habe ich endlich wieder Raum/ Aufmerksamkeit für meine anderen/ eigentlichen Probleme gewonnen. Und so konnte ich ganz langsam damit anfangen, mich um diese Probleme und somit letztendlich wieder um mich selbst zu kümmern. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Ich war ja heute auf einem Seminar vom Freundeskreis, Thema "Basiswissen Sucht"....das war wirklich sehr gut und hat mir nochmals neue Erkenntnisse gebracht. Darüber möchte ich erstmal in Ruhe nachdenken. Es ging im Verlauf des Seminars auch um Co-Abhängigkeit, welche in Deutschland nur im Zusammenhang mit Sucht bekannt ist bzw. zugeordnet wird. In Amerika ist die Co-Abhängigkeit schon einige Jahre eine eigenständige Erkrankung, welche nicht zwangsläufig mit Sucht in Zusammenhang steht. Das ist eine ganz neue Information für mich und ich empfinde sie als sehr wertvoll. Das schafft nochmal einen ganz neuen/ anderen Blickwinkel auf vieles....mal sehen, wie und ob ich das für mich nutzen kann...

    Ich mache mir viele Gedanken und fühle intensiv, das ich auf dem richtigen Weg bin- auf dem Weg zu mir! Ich vertraue mir und ich traue mir das zu- zumindest ist das heute so, und das ist ein sehr schönes Gefühl.

    Wünsche dir einen gemütlichen Abend,
    bis bald, GLG Lena

    Guten Abend,

    ich habe endlich mal bis Die. frei- meine Chefin ist überraschend früher aus ihrer Kur zurück gekommen- und somit läuft jetzt alles wieder etwas stressfreier ab auf der Arbeit. Das kommt mir sehr entgegen, da ich immer noch sehr starke Stimmungsschwankungen habe. Seit ca. 2-3 Wochen kommt ganz viel aus meiner Vergangenheit wieder hoch, und damit nüchtern umzugehen ist äusserst schwierig für mich. Deshalb bin ich froh, das ich nächste Woche ein Gespräch bei meiner Psychologin habe.

    Ich weiß auch nicht, wie ich im Moment mit meiner Mutter umgehen soll. Bisher gehe ich ihr ein bißchen aus dem Weg- aber das ist auch keine Dauerlösung. Wahrscheinlich sollte ich einfach versuchen mit ihr über alles zu reden, aber genau das habe ich noch nie wirklich getan, weil ich sie immer "geschützt" habe, weil ich sie regelrecht in Watte packe- auch wenn ich mittlerweile weiß, das das falsch ist. Ich traue mich irgendwie nicht, habe wohl Angst ihr weh zu tun...

    Und dann steht auch noch bald Weihnachten vor der Tür- ich habe keine Ahnung, wie das ablaufen soll. Ich weiß noch nicht mal, wie ich das für mich gerne hätte- was ich mir wünsche. Manchmal denke ich, ich würde es am liebsten einfach verschlafen- Weihnachten ist für mich emotional die totale Überforderung. Doch davor weglaufen macht wenig Sinn, und geht auch schlecht....ich hoffe ich komme mir und dem was ich brauche, was ich mir wünsche bald mal näher.

    Ich hoffe, das klingt jetzt alles nicht zu selbstmitleidig. Ich habe zu vielen Gefühlen von mir keinen Zugang- sie sind zwar da, doch ich habe sie aus Selbstschutz jahrelang irgendwie verdrängt- ich habe Angst gehabt, sie nicht aushalten zu können. Und das möchte ich jetzt langsam und vorsichtig angehen, auch mit Hilfe der Gesprächstherapie. Trotzdem habe ich große Angst davor....das wird eins der Hauptthemen im nächsten Jahr sein. Meine Gefühle Wahrnehmen, Entdecken und Zulassen.

    Achja, morgen gehe ich auf ein Seminar vom Freundeskreis zum Thema "Basiswissen Sucht", bin mal gespannt wie's wird. Und am So. werde ich schön faulenzen, lesen und einfach nichts tun...

    Liebe Grüße und schönes WE wünsche ich euch! :wink: Lena

    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe gerade mit meiner Psychologin telefoniert, und ich habe jetzt am 29.11.2012 einen Termin bei ihr. Sie hat mir angeboten, die Zeit bis die Therapie im wöchentlichen Turnus stattfinden kann, mit einem Gespräch pro Monat zu überbrücken- bei unserem Termin am 29.11. wird aber auch schon der Therapieantrag bei der Krankenkasse gestellt- somit bin ich dann auch endlich offiziell bei ihr in Therapie. Damit bin ich sehr zufrieden!

    Ausserdem ist auch mein Antrag auf der Verlängerung der Nachsorge um weitere 20 Std. genehmigt worden. Ich denke so kann ich die Zeit bis zur regelmäßigen/wöchentlichen Therapie gut überbrücken und bin gut versorgt. Jetzt bin ich beruhigt und kann dem ganzem ein wenig gelassener entgegen sehen. Meine Abstinenz ist mir nachwievor das Wichtigste und ich tue alles mir mögliche, um Unterstützung und Hilfe auf meinem Weg zu bekommen. Für mich ist es halt sehr wichtig, einen gewissen Rahmen bzw. Struktur zu haben- das gibt mir Sicherheit und Übersicht.

    Wünsche euch eine schöne Zeit,

    bis bald :wink: Lena

    Lieber Frank,

    ich hatte ja gesagt, das ich dir noch etwas zu deiner alten/neuen Liebe schreiben möchte. Ich denke auf jeden Fall, das du gut auf dich aufpassen kannst- das hast du in der Zeit deiner Trockenheit wieder gelernt. Aber ich glaube auch, das es nicht schaden kann, wenn wir hier im Forum auch ein bißchen auf dich achten/aufpassen und dir sagen, wenn etwas sich gefährlich oder "komisch" für uns anfühlt- vielleicht schreibe ich grad in der falschen Person....kann ja nur von mir sprechen...

    Auf der einen Seite wünsche ich dir viel Glück mit deiner Liebsten und ich kann sehr gut verstehen, das du es ausprobieren "musst", gerade weil sie eine ganz große Liebe in deinem Leben ist.
    Doch es wundert mich schon ein bißchen, das es sich jetzt so entwickelt, weil du vor nicht langer Zeit folgendes bei mir geschrieben hast

    Zitat


    Ein eigenes Thema ist Liebe und Partnerschaft... ich hab ja wieder (habs kurz in meinem Thread gesagt) Kontakt zu der Exfreundin, damals, wohin das führt weiß ich nicht aber Beziehung?! Irgendwie ein Thema das für mich im Kopf vorbei ist (egal mit wem, ich sprech garnicht von Ihr), aber im Bauch... ich sehn mich schon auch mal nach Zärtlichkeit, Gehaltenwerden etc. Aber der Preis ist mir zu hoch -- irgendwie bin ich auf nem andren Weg. Aber ich bin sehr sehr froh daß diese alte dunkle und belastende Geschichte nicht mehr da ist. Menschlich ist es besser so. Es schafft Luft zum Atmen.

    Ich finde auf der anderen Seite die Tatsache sehr schwierig, das sie noch trinkt- auch wenn du schreibst, das sie nicht mehr säuft, und ihr die ambulante Therapie gut getan hat. Ich für mich könnte damit überhaupt nicht umgehen- ich brauche da einfach konsequent meine Risikominimierung. Dafür fühle ich mich noch nicht stabil genug.

    Wie gesagt, ich verstehe, das du es zumindest probieren möchtest- und ich denke auch, das du dir der Gefahren bewusst bist. Trotzdem hoffe ich, das ich dir damit nicht zu nahe trete, wenn ich dir nochmal sage: bitte pass auf dich auf!!

    Herzlichst Lena

    Lieber Frank,

    hab's grade erst gelesen und finde das auch sehr schön geschrieben- da kommt eine besondere Art des Umgangs/ des Verstehens und vor allem eine unausgeprochene Wärme und ganz viel Vertrauen rüber- einfach schön zu lesen....

    Und das du in diesem Zusammenhang auf unseren Austausch hinweist ist natürlich erlaubt....ich fasse es als ein sehr charmantes Kompliment auf- Danke! Bin fast ein bissel verlegen....und freu mich drüber. :D

    Habe eine gute Nachricht: meine Psychologin hat heute den Brief bekommen und gleich heute morgen eine Nachricht auf meinem AB hinterlassen. Sie hat nochmal über alles nachgedacht und sie merkt, das mich das alles sehr beschäftigt. Ich soll sie am Mo. in ihrer Sprechzeit nochmal anrufen, um einen Termin für ein Gespräch zu machen, in dem wir mal über alles reden können. Ein Vorschlag war der 29.11. oder sonst auf jeden Fall im Dez. Und sie hätte auch den Vorschlag, zumindest 1x im Monat einen Gesprächstermin bis die Therapie dann anfängt. Was soll ich sagen? Ich habe mich total darüber gefreut und fühle mich ernst genommen von ihr. Und mit ihrem Vorschlag kann ich durchaus etwas anfangen und gut leben. Zumindest bin ich dann in regelmäßigem Kontakt mit ihr, und das gibt mir einfach Sicherheit.

    Somit geht es mir sehr gut, vor allem weil ich es nicht einfach hingenommen habe und auch, weil so schnell eine positive Reaktion kam.

    Jetzt mache ich es mir gemütlich und wünsche dir und allen anderen ein schönes WE. Ich drück dich,

    herzliche Grüße Lena :wink:

    Hallihallo,

    ich war heute morgen bei der Nachsorge und habe noch einige Tips für den Brief bekommen....und siehe da, ich habe mich gleich heute Mittag als ich zu Hause war dran gesetzt und es relativ zügig in einem Rutsch zu Papier gebracht :!: Dann habe ich nochmal bei der Diakonie angerufen und meine Suchttherapeutin hatte auch spontan Zeit, und ich bin hingefahren um sie nochmal drüber gucken zu lassen. Wir haben darüber gesprochen, ich habe mir Notizen für winzige Änderungen gemacht und bin wieder nach Hause gefahren. Dann habe ich mir ne Kanne leckeren Tee gemacht und den Brief ins Reine geschrieben- und werde ihn morgen abschicken.
    Ich bin endlich ins Handeln gekommen und das gibt mir ein gutes, zufriedenes Gefühl.....also, es geht doch...
    Ich habe für mich eingestanden und mehr kann ich nicht tun.
    Bin natürlich gespannt, ob eine Reaktion kommt, und falls ja, was für eine...?

    Naja, das werde ich ja dann sehen.

    Liebe Grüße aus dem kalten Norden

    Lena :wink:

    Hallo Matthias und Frank,

    nur ganz kurz: danke für den Apfel und die aufbauenden Worte!!

    Sowas tut immer gut aber im Moment tut es ganz besonders gut....und ich freue mich wirklich doll drüber...

    Melde mich in den nächsten Tagen, achja apropos "kämpfen"...ich kämpfe nicht um meine Abstinenz, ich habe vor dem Alkohol kapituliert und das hilft mir sehr. Ich kämpfe dafür, ernst genommen zu werden, gesehen zu werden und gehört zu werden....das wollte ich gerne nochmal klar stellen, könnte sonst evtl. missverstanden werden.

    ganz liebe herzliche Grüße an alle :)

    Lena

    Hallo nochmal,

    das Gespräch mit meiner Suchttherapeutin war sehr gut, sie konnte es vollstens nachvollziehen, das ich total sauer, aggressiv und enttäuscht war. Es hat ungemein gut getan auf Verständnis zu stossen. Überhaupt ist sie sehr aufmerksam und hat viele Details von mir und meiner Geschichte im Kopf. Ich fühle mich von Anfang an bei ihr "gut aufgehoben und gesehen".
    Sie hat mir vorgeschlagen meiner Psychologin einen Brief zu schreiben, damit ich mir Gehör verschaffe und es nicht einfach so stehen lasse bzw. es einfach so hinnehme. Vor allem ist die Therapie von meiner Psychologin schonmal verschoben worden....eigentlich sollte es nach meinem Klinikaufenthalt maximal 4-6 Wochen Wartezeit dauern, bis sie anfängt. Ich hatte mich Ende Mai bei ihr gemeldet und im Juli einen Gesprächstermin, da sagte sie mir dann, das es leider erst Anfang Januar etwas wird. Das habe ich noch halbwegs akzeptiert, vor allem weil ich ja noch die Nachsorge in Aussicht hatte. Doch auf diese Aussage habe ich mich bis heute Mittag verlassen. Und jetzt das- ich finde das unmöglich, vor allem aufgrund der Tatsache, das ich Suchtkrank bin und möglichst eine zeitnahe Therapie nach der LZT dringend brauche. Ich war das 1. Mal letztes Jahr im Sept. bei ihr, und wenn jetzt die Therapie erst im März/April nächstes Jahr beginnt, sind das 1,5 Jahre Wartezeit....Ausserdem finde ich, ist auch sie ein wenig in der Verantwortung- und sie hat mir auch einfach ganz andere Zusagen gemacht. Ich fühle mich nicht wirklich ernst genommen und das ärgert mich.

    Das mit dem Brief finde ich eine gute Möglichkeit, meinen Gefühlen Platz und Raum zu geben- ich denke darüber nach.

    Achja, Marion: ich glaube du nimmst mich ein bissel falsch wahr....ich bin ein sehr offener Mensch, wenn auch manchmal zurückhaltend und vorsichtig. Doch ich habe mich immer anderen und meiner Umwelt mitgeteilt, auch die chaotischen Zustände zu Hause als Kind habe ich nicht verheimlicht, sondern auch da habe ich immer versucht Hilfe zu bekommen- doch leider musste ich die Erfahrung machen, und vor allem immer wieder, das ich keine Hilfe bekam, das viele nicht helfen konnten/wollten und auch viele es nicht sehen wollten- so das ich auf mich allein gestellt war.

    Ich schreibe hier nicht so oft, wie manch andere/r, aber das ist auch kein Maßstab für mich. Doch ich denke, das ich regelmäßig was von mir hören lasse, und das auch unabhängig davon tue, ob es mir gut oder schlecht geht.
    Wir Menschen sind alle individuell und verschieden und das macht uns aus, und ich nehme jeden so an wie er ist.

    So schnell gebe ich nicht auf...ich kämpfe weiter- schließlich geht es um den mir wichtigsten Menschen- um mich!

    Schönen Abend euch allen :wink: Lena

    Hallo zusammen,

    ich habe vorhin bei meiner Psychologin angerufen, und was sagt die zu mir....es wird erst März/April was mit der Therapie. Abgesprochen war spätestens Anfang Januar- das ist echt der Hammer!!! Weiß nicht mehr was ich glauben soll, wem ich noch vertrauen kann und bin total sauer und weiß nicht wohin mit meinen Gefühlen...
    Um 15:30 habe ich gleich das Einzelgespräch mit meiner Suchttherapeutin, danach treffe ich mich mit meiner Freundin und heute Abend ist SHG. Ich versuche ja mir Hilfe zu holen- doch nach dem gerade verliere ich langsam den Glauben an meine ganze Mühe.
    Bin wirklich kurz vor' m Durchdrehen.
    Aber es muss ja irgendwie weiter gehen- höre grad ganz laut Musik und würde gerne laut schreien- meinen ganzen Frust raus lassen.
    Meine Gefühle fahren Achterbahn- im Moment leider mehr runter als rauf.

    bis bald, Lena :?

    Lieber Frank, Hallo zusammen,

    ich habe vorgestern schon mal geantwortet....bin dann kurz auf'm Sofa eingeschlummert, und als ich wieder wach war, und ich es abschicken wollte, war ich ausgeloggt und der Text war futsch :roll: ....deshalb heute 2. Versuch...

    Mir geht es etwas besser und ich bin froh nicht getrunken zu haben- fühle mich, was Alkohol angeht wieder stabiler, auch wenn es mir psychisch nicht so gut geht. Aber gerade Alk würde es noch viel schlimmer machen und das ist mir stärker bewusst, als je zuvor- zum Glück! Ich denke, das ich in den ganzen letzten Monaten sehr viel verinnerlicht habe und insbesondere auch mein Grundsatz der Risikominimierung mir eine große Hilfe in solchen (schlechten/ schwierigen) Situationen sind. Trotzdem möchte ich die Gefährdung nicht "klein reden" und ich weiß, das ich weiterhin sehr vorsichtig und achtsam sein muss. Das wichtigste in dieser Situation war, das ich geredet, mich mitgeteilt und mir Hilfe gesucht habe- am Mo. habe ich jetzt ein Einzelgespräch bei meiner Suchttherapeutin.

    Als meine Mutter bei mir war und ich sofort gesehen habe, das es ihr nicht gut geht, sind ganz viele Gefühle von früher wieder hochgekommen...irgendwie fühlte ich wieder wie als Kind. Das kam völlig aus dem Nichts, so unvorbereitet mit einer großen Intensität- es hat mich schlichtweg umgehauen. Ich denke auch, da ich jetzt schon 11 Monate (gestern) nüchtern bin, habe ich das seit langer Zeit einfach ungefiltert zu spüren bekommen. Vorher habe ich gerade auch wegen solcher Gefühle getrunken- eben um sie zu betäuben/ weg zu trinken. Tief in mir drin ist da immer noch eine große Verzweiflung, wovor ich auch Angst habe, diese Gefühle zuzulassen.

    Aber gerade darum wird es auch in meiner Gesprächstherapie (die wie bei dir Marion auch tiefenpsychologisch sein wird) gehen. Habe noch nicht bei ihr angerufen....werde das hoffentlich am Mo. tun.

    Leicht ist das alles nicht, aber ich habe mir das fest vorgenommen und ich bleibe dran. Doch ich bin kein "Übermensch", habe Schwächen und Ängste und mache es halt so gut es mir zur Zeit möglich ist.

    Frank, ich werde dir bald noch etwas zu deinem Beitrag über dich und deine Liebste schreiben- habe da so meine eigenen Gedanken zu - kann aber bissel dauern....hab Geduld mit mir....

    Wünsche euch ein schönes Rest WE :wink:

    Lena

    Danke Frank, ich habe mir was schönes gekocht, viel hier gelesen und mich ausgeruht....morgen ist ein neuer Tag und vielleicht sieht die Welt dann schon etwas besser aus....

    wünsche dir einen schönen Abend, gruß Lena

    Hallo zusammen,

    ich war heute bei der Nachsorge und habe auch da über meine derzeitigen Nöte gesprochen und nächste Woche Mo. habe ich auch einen Termin für ein Einzelgespräch- das gibt mir hoffentlich ein bißchen Sicherheit. Meine Psychologin werde ich morgen anrufen- irgendwie bin ich gerade sehr kraftlos und auch ein wenig melancholisch.
    Ich danke euch für eure Antworten, bin leider nicht in der Lage näher darauf einzugehen- entschuldigt das bitte.
    Merke das ich noch weit davon entfernt bin, stabil zu sein....und das macht mir Angst....im Moment kann ich nur für heute denken, für die nächsten 24 Std. und "heute nicht trinken".
    Ich habe zwar einige Ressourcen für mich erarbeitet, doch irgendwie fühle ich mich grad extrem gefährdet. Habe Angst das ich es nicht schaffe, stark zu bleiben.

    Sorry, möchte euch gegenüber (und mir) ehrlich bleiben.

    Es kommt auch hinzu, das ich mich sehr einsam fühle- ich weiß auch nicht- irgendwas läuft falsch...

    Lena

    Hey Frank,

    ich lese unheimlich gerne bei dir und ich kann mich in vielem was du schreibst sehr oft wieder finden. Ich habe auch so ein unbestimmtes Gefühl, das wir uns in vielen Dingen ähnlich sind- mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, ein angenehmes Gefühl von Vertrautheit.
    Bin gerade ein bißchen neugierig, weil du schreibst

    Zitat

    Tage mit meinen Lütten die allen Freude machen. Tage mit meiner Liebsten. Tage allein (ich weiß die zu schätzen, es si d Krafttanktage)...

    ....Tage mit deiner Liebsten...- habe ich da was nicht mitbekommen?

    Klingt auf jeden Fall schön und ich freu mich für dich!

    Wünsche dir einen schönen Urlaub, entspanne dich und tu das, wonach dir der Sinn steht- kannst mir ja mal ein bissel Ruhe und Gelassenheit zukommen lassen.... :lol:

    GLG von Lena :wink:

    Hallo Marion,

    ich gehe zu einer SHG vom Freundeskreis, das ist eine Gruppe für alkoholkranke Menschen. Ja ich fühle mich dort wohl und ich bin da auch offen, was meine Probleme angeht. Und es war auch gut, das ich heute da war- denn auf das einfachste bin ich selbst nicht gekommen....ich hatte doch mit meiner Psychologin abgemacht, das ich mich Mitte November wieder melde, um zu besprechen, wie es mir jetzt geht, ob ich noch abstinent bin und ob ich nachwievor eine Gesprächstherapie brauche....und eine aus der Gruppe hat gesagt, das ich mich doch auch jetzt schon bei ihr melden könnte.
    Und genau das werde ich morgen/spätestens Mittwoch auch tun.
    Und ich gehe ja auch noch zur Nachsorgegruppe und da werde ich mich um ein Einzelgespräch kümmern.
    Ich denke das kann mir schon weiter helfen. Mal sehen...

    Wünsche dir auch eine gute Nacht,
    lieben Gruß

    Lena :wink:

    Hallo Schnuffig, Frank und Marion,

    vielen lieben Dank für eure Antworten und eure Gedanken an mich!
    Damit kann ich sehr viel anfangen, auch wenn ich darüber erstmal in Ruhe nachdenken muss. Leider habe ich nicht viel Ruhe zur Zeit- aber irgendwie nehme ich sie mir schon zwischendurch.
    Ich merke auch, das es meiner Mutter gut tut, zu sehen, das ich auf einem "guten Weg" bin. Doch es wäre auch für mich sehr schön und entlastend, wenn ich wüsste, das sie etwas für sich tut. Das ich ein kleines bißchen Hoffnung haben könnte, das es ihr mal besser geht, das sie glücklich ist. Ich würde mich auch über die kleinsten Schritte freuen- und hätte vielleicht endlich keine Angst mehr.
    "Das innere Kind" sagt mir schon etwas....ich habe mir in der Klinik das Buch "Aussöhnung mit dem inneren Kind" gekauft, hatte dort auch angefangen es zu lesen....bin aber nicht weit gekommen- aus vielerlei Gründen. Werde versuchen mir dafür bald mal Zeit zu nehmen.
    Nachher habe ich noch SHG- vielleicht spreche ich da mal mein Problem an....obwohl ich mich im Moment am liebsten verkriechen würde. Weiß auch nicht genau warum.
    Habe grad ganz heftige Stimmungsschwankungen...

    Bis bald, Lena

    HalliHallo,

    mir gehts heute nicht wirklich gut- meine Mutter war heute Vormittag bei mir, und irgendwie geht es mir seitdem nicht gut. Bin jetzt ganz viel am Grübeln und es kommen viele alte Sachen hoch....
    Damit ihr es ein bißchen besser verstehen könnt, muss ich etwas ausholen...also: meine Mutter war jahrelang Co-abhängig von meinem alkoholkranken Vater, er hat sie im Suff oft verprügelt und er hat sie deutlich spüren lassen, das er ihr nichts zutraut und er hat sie regelrecht "klein" gemacht. Meine Mutter ist ein sehr zurückhaltender, schüchterner Mensch und mein Vater hat ihr über 20 Jahre (fast 25) das Gefühl gegeben, das sie nichts kann und nichts wert ist, daran ist sie fast zerbrochen. Sie hat sich erst nach 25 Jahren von ihm trennen können. Ich musste das alles hilflos und verzweifelt mit ansehen, ich wusste nie, was mich erwartet, wenn ich nach Hause komme. Es gab keine Sicherheit, Geborgenheit oder Wärme für mich- ich hatte keine angenehme Kindheit, und bin früh erwachsen geworden, weil ich immer wieder die Verantwortung für meine Mutter übernehmen musste. Ich hatte so oft Angst um sie....und irgendwie war sie nicht in der Lage, mir zu helfen oder mich zu schützen- sie konnte ja noch nicht mal sich selbst schützen. Ich mache ihr da nicht wirklich einen Vorwurf, ich kannte es ja nicht anders- ich bin nur unendlich traurig darüber und fühle mich auch heute noch oft "mutterseelen allein" und mir fehlt einfach immer wieder Vertrauen- in was auch immer.
    Vor 3 Jahren ist meine Mutter an Brustkrebs erkrankt- das war natürlich ein Schock. Auch wenn es in der Familie liegt und es somit nicht gänzlich was neues war, war es doch sehr niederschmetternd und mit ganz viel Angst besetzt. (Ihre Mutter ist 1992 daran gestorben und ihre Schwester im Jahr 2007) Ich war die ganze Zeit an ihrer Seite, habe sie zu allen Untersuchungen begleitet und oft Tage im Krankenhaus verbracht. Weihnachten 2009 haben wir im Krankenhaus "gefeiert"- ich war stark, nach aussen, fast ein halbes Jahr lang- und habe abends gesoffen....ich weiß nicht mehr, wie ich das überhaupt hingekriegt habe. Doch es ist überstanden, und seit ca. 3 Jahren (im Dez.), ist der Krebs "ruhig", ich hoffe sehr, das das so bleibt.
    Doch meiner Mutter geht es psychisch nicht wirklich gut und ich rede oft mit ihr, das sie sich Hilfe suchen soll- und ich sage ihr auch, das ich ihr gerne dabei helfe, wenn sie das möchte. Doch scheinbar rede ich gegen eine Wand, sie sagt zwar oft, sie möchte was tun, aber sie tut nichts....und das macht mich fertig, traurig, verzweifelt und manchmal auch sauer. Neben meinem autistischen Bruder habe ich nur noch sie- zu meinem Vater habe ich keinen Kontakt- und ich möchte sie nicht auch noch verlieren. In der letzten Zeit ist meine Mutter immer wenn sie Urlaub hat krank- so auch heute. Und ich werde langsam müde, ihr immer wieder dasselbe zu erzählen. Ich dringe einfach nicht wirklich zu ihr durch- und das ist sehr anstrengend auf Dauer. Ich fühle mich wieder mal so entsetzlich hilflos....
    Deshalb geht es mir gerade gar nicht gut und ich kann das nur schwer aushalten.

    Auch ich habe nicht unbegrenzt Kraft...

    :( Lena

    Guten Abend zusammen, lieber Frank,

    ich freue mich immer sehr, wenn du mir schreibst und ich möchte mich einfach mal ganz herzlich bei dir für deine (Schreib-) Treue bedanken! :D Ansonsten bekomme ich ja eher wenig Resonanz- was aber wohl auch daran liegt, das ich bei anderen auch nicht viel schreibe- also ist das völlig in Ordnung für mich. Ich lese total viel bei allen, aber irgendwie überfordert es mich, mich da einzuklinken und zu schreiben- bin froh, wenn ich es hinkriege, halbwegs regelmäßig bei mir zu schreiben. Ich denke, da ist jeder ein bißchen anders und wer weiss, vielleicht ändert sich das bei mir ja noch?!
    Möchte mir da aber auch keinen Druck machen, es ist halt grad so, wie's ist....
    Achja, ich finde deinen Weg echt klasse, und ich freue mich sehr, das du so zufrieden und "in dir ruhend" wirkst- du hast schon sehr viel geschafft und du bleibst dran....es ist regelrecht zu spüren, das du dir wirklich näher kommst und wie gut dir das tut! Dafür drück ich dich mal ganz dolle....weiter so!
    Mir geht es auch gut, bin zwar arbeitsmäßig bißchen gestresst, aber irgendwie wachse ich auch daran und lerne, was und wieviel ich mir zutrauen kann....ein gutes Lernfeld für mich. Vor allem im Hinblick darauf, das ich ja gerne noch eine Umschulung machen möchte, also versuche ich es positiv zu sehen (auch wenn ich natürlich zwischendurch mal genervt bin...).
    Ich schaffe es auch, seit ein paar Wochen, 2x die Woche zu walken und das tut mir wirklich sehr gut- dabei kann ich gut abschalten und die Gedanken einfach laufen lassen.
    Gestern habe ich noch 1 Wand im Schlafzimmer in hellem Türkisblau gestrichen- soviel renoviert wie in den letzten Wochen, habe ich die letzten 5 Jahre nicht! :roll: Es kommt mir so vor, als wenn ich nochmal ganz neu in meiner Wohnung ankomme, und das fühlt sich richtig und nach mir an.

    Wünsche euch einen guten Start in die neue Woche,
    Herzlichst Lena :wink: