Hallo liebes Forum,
ich bin seit 2 Wochen wieder zu Hause und komme so langsam auch wirklich hier an. Danke Frank für deine lieben Worte und du hast Recht, es wird eine Weile brauchen und ich lasse es auch langsam angehen.
In der Klinik waren immer viele Leute um mich herum und es war ein straff organisierter Therapieplan, selbst am WE war noch jeweils für 1 Std. Gruppe und ich war die ganze Zeit mit mir und meinem Leben beschäftigt-das war sehr anstrengend und war wirklich harte Arbeit. Ich war irgendwie chronisch müde und oft sehr erschöpft.
U.a. habe ich einen Suchtlebenslauf, einen nassen Tag und eine Funktionsanalyse (Funktion des Alkohols in verschiedenen Lebensphasen:wann, Anlass, Suchtmittel, Menge, Häufigkeit und Wirkung) geschrieben. Dabei sind sehr viele Emotionen hochgekommen und mir sind auch Dinge eingefallen, die ich lange Jahre verdrängt habe. Doch ich habe dort auch viele liebe Menschen kennen gelernt und wir haben viel geredet und auch viel gelacht.
Jetzt bin ich wieder zu Hause und da ich alleine lebe, ist es schon ein wenig ungewohnt-auch wenn ich gut alleine klar komme. Ich habe erstmal meinen großen Balkon auf Vordermann gebracht, das hat mir große Freude gemacht, vor allem bei dem tollen Wetter! Habe auch endlich Gemüse gepflanzt (wollte ich schon die ganzen letzten Jahre, aber aus verschiedenen Gründen, auch wegen der Trinkerei, hab ich das nie realisiert). Also ich habe Tomaten, Paprika, Peperoni und Minze-bin gespannt, ob's was wird und ich eine reiche Ernte einfahren kann. Auf jeden Fall habe ich jetzt eine grüne und blühende Oase, das ist echt klasse und der Sommer kann kommen!
Ich arbeite in Teilzeit und war jetzt am Sa und Mo das erste Mal wieder arbeiten, war erst bißchen nervös, doch ich war recht schnell wieder mit allem vertraut. Zur Zeit habe ich noch nicht wieder meine festen Schichten, denke das ergibt sich in der nächsten Zeit. So kann ich mich um meine Nachsorge, meine Therapie und meine SHG kümmern.
Im Allgemeinen habe ich mich ein bißchen zurückgezogen-auch vor der LZT schon. Das ist meine Art der Risikominimierung. Ich bin zur Zeit nur mit den Menschen und Freunden zusammen, die nicht trinken bzw. nicht in meiner Anwesenheit trinken. Ich möchte da einfach kein Risiko eingehen, für mich steht meine Abstinenz an erster Stelle. Und bald lebe ich seit einem halben Jahr ohne Alkohol-das finde ich einfach toll. Und das soll nach Möglichkeit auch so weiter gehen.
Achja und meine Mutter ist so froh und stolz auf mich, das Sie mir zu meinem Geburtstag Geld für ein neues Fahrrad geschenkt hat-darüber habe ich mich riesig gefreut! Dazu müsst ihr wissen, das ich nie einen Führerschein gemacht habe und immer mit dem Rad fahre-und ich fahre seit Jahren nur mit günstigen gebrauchten Rädern, die dann mit der Zeit den Geist aufgeben....also ich freue mich total und werde mir am Fr eins aussuchen 
Bis bald, ganz herzliche Grüße
Lena