Lieber Frank, hallo Forum,
....mir gehts stimmungsmäßig mal wieder Achterbahn, ständig rauf und runter, halte mich grad selbst kaum aus....und als ich deine Worte las, tat mein Herz direkt einen Hüpfer, einen Freudenhüpfer....und da bin ich nun 
Ich hatte jetzt 2x wieder Therapie und einmal war meine Hauterkrankung Thema und das andere Mal meine Mutter. Das Thema Haut ist nicht einfach für mich, doch ich bin froh es überhaupt angesprochen zu haben. Möchte da jetzt gar nicht soviel drüber erzählen- auch wenn es sehr komplex ist-, doch meine Therapeutin hat mir geraten, mich da selbst an die Hand zu nehmen, gerade weil das früher leider nicht passiert ist und ich damit alleine stand. Ich habe da schon sehr resigniert, kaum Hoffnung, das mir irgendwas oder irgendwer wirklich helfen kann, und ich merke selber, das sich das über viele Jahre total verfestigt hat und das ist einfach nicht gut. Und ich möchte mich so gerne selbst an die Hand nehmen und doch nochmal Ärzte, evtl. Homöopathen und andere Dinge ausprobieren....doch irgendwie krieg ich das (noch) nicht hin. Da ist ist dann auf einmal soviel Schmerz darüber, das ich damit einfach alleine gelassen worden bin, das ich es nicht wert war, das ich nicht gesehen wurde. Vielleicht dauert das einfach eine (meine) Zeit, zumindest meldet sich da eine tiefe Traurigkeit.
Gestern war meine Mutter Thema, sie hat mich letzte Woche angerufen und sie war betrunken....das hat mich voll geschockt und vor allem extrem getriggert, ich habe sie seit Jahren nicht alkoholisiert erlebt. Ich war sofort in dem alten Film drin und alles in mir stand auf Alarm. Ich habe sie direkt darauf angesprochen, sie hat es geleugnet, ich habe ihr noch kurz zugehört und ihr dann gesagt, das ich so nicht mit ihr reden kann und dann das Gespräch beendet. Innerlich war ich völlig konfus, aufgeregt und wütend- sie rief dann kurz danach nochmal an, das sie verletzt wäre und wir so nicht auseinander gehen sollten, da bin ich dann ziemlich emotional geworden und habe zb. gesagt, das sie mich grad gefährdet und das ich alkoholkrank bin und ob ihr überhaupt klar ist, das ich eine tödliche Krankheit habe.....das war bestimmt auch nicht richtig, aber ich war echt in nem Ausnahmezustand. Jedenfalls habe ich ihr dann gesagt, das wir gerne ein andern Mal telefonieren können und das Gespräch ein 2. Mal beendet. Danach habe ich gleich meine Freundin angerufen, lange mit ihr gesprochen und dann noch jemanden aus meiner SHG....das hat mir geholfen, wieder runter zu kommen und so konnte ich später halbwegs gut schlafen. Darüber haben wir gestern in der Therapie gesprochen und es ist ganz wichtig, das ich meiner Mutter meine Grenzen aufzeige und das ich nocheinmal grundlegend mit ihr über meine Alkoholkrankheit spreche. Ich habe sie heute angerufen und wir treffen uns Ende der Woche, vor allem geht es darum, das sie mir zuhört.
Heute habe ich zumindest mal wieder eine Bewerbung abgeschickt und vorgestern war ich auf einer Infoveranstaltung über ein Zentrum für Rehabilitation von psychisch/seelisch Kranken/Behinderten. Es ist also nicht so, das ich gar nichts mache, doch mir fehlt da nach wie vor die volle Power.
Also es bleibt anstrengend, ein bissel trete ich auf der Stelle, doch in guten Momenten glaube ich weiter an mich und daran, das meine Zeit dann kommen wird, wenn sie dran ist.
Schönen Abend und herzliche Grüße, Lena 