Beiträge von Lena40

    Liebe Samsara, liebes Forum,

    danke für deine Glückwünsche! Manch einer/m ist es nicht so wichtig, wie lange sie/er trocken ist....doch mir ist das noch sehr wichtig, für mich ist dieses Datum nicht nur ein Neubeginn, sondern wie mein 2. Geburtstag. Und manchmal kann ich es immer noch nicht glauben, das ich einen Weg heraus gefunden habe, das ich erkannt habe, das ich alkoholkrank bin und das ich vor dem Alkohol kapitulieren konnte.

    Doch das ist kein Selbstläufer, dahinter steckt viel Auseinandersetzung mit der Krankheit und vor allem mit mir selbst. Dazu gehören die Bereitschaft und auch der Mut, sich mit den Ursachen (nicht nur mit den Symptomen), welche in die Krankheit geführt haben, auseinanderzusetzen. Ganz wichtig waren für mich die Grundbausteine des Forums, sie dienten und halfen mir gerade im 1. Jahr als Orientierung und gaben mir einen großen Halt- ich habe mich und mein neues Leben danach ausgerichtet. Und ich hatte nie irgendwelche Zweifel, sondern ich habe einfach darauf vertraut, das die Erfahrung der länger Trockenen mir nur helfen kann.

    Ich habe nach meiner LZT eine 1-jährige Nachsorge gemacht und danach habe ich eine Gesprächstherapie angefangen, welche ich jetzt seit 1,5 Jahren mache. Gleichzeitig ist mir das Forum sehr wichtig und ich besuche auch eine reale SHG. Dort fühle ich mich sehr wohl und für mich ist sie ein Bestandteil meines Lebens geworden, und das soll auch so bleiben. Es hilft mir am Thema dran zu bleiben und nicht nachlässig oder leichtsinnig zu werden.

    Es gibt noch einige wenige "Baustellen" in meinem Leben (meine Traumata, meine berufliche Situation), doch daran arbeite ich kontinuierlich und ich denke, da geht es in kleinen Schritten vorwärts. Es gibt natürlich auch Tage, wo es mir schlecht geht und ich große Zukunftsängste habe, aber dann kommen irgendwann wieder gute Tage....und die schlechten Tage sind immer noch kein Vergleich zu den Zeiten, wo ich noch getrunken habe, das waren ganz extrem schlechte und vor allem andauernde extrem schlechte Zeiten....

    Meine Nüchternheit und meine Klarheit machen mich wieder handlungsfähig- und das ist einfach unbezahlbar!

    Bis bald, viel Spaß beim Fussball, lg von Lena :wink:

    Liebe Samsara, liebes Forum,

    danke für deine lieben Worte und Wünsche- darüber freue ich mich sehr und Kraft und Mut kann ich gerade wirklich gut gebrauchen. Ich bin dankbar dafür, das ich eine so gute und verantwortungsvolle Therapeutin an meiner Seite habe- das ist nicht selbstverständlich für mich.

    Wir gehen das Thema "mein Vater" sehr behutsam und vorsichtig an, es bedarf einfach viel Umsicht, Achtsamkeit und vor allem auch die nötige Zeit...bisher bin ich da verhalten zuversichtlich und ich gehe weiter auf meinem Weg.

    Ich bin heute seit 2,5 Jahren trocken unterwegs und mittlerweile fühle ich mich was Alkohol betrifft, sehr stabil und ich habe einen großen und gesunden Abstand zum Alkohol für mich gewonnen. Ich habe konsequent an mir gearbeitet, es gab Höhen und Tiefen und manchmal war und ist es nicht leicht- doch es hat sich gelohnt, es gibt für mich nichts schöneres und wertvolleres, als nüchtern und klar durch die Welt zu gehen, mich und meine Gefühle wieder zu spüren, mir selbst wieder zu vertrauen und vor allem mich wieder wert zu schätzen und mich annehmen zu können mit meinen Stärken und gerade auch mit meinen Schwächen, eben mit allem was mich ausmacht. Ich lerne, zu akzeptieren, was ist- und ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen- doch das ist für mich ein ganz neues Lebensgefühl :D!!

    Dieses Gefühl möchte ich mir bewahren und ich werde alles dafür tun, das es mir nicht mehr abhanden kommt und ich gehe meinen Weg weiter, Schritt für Schritt....

    Ganz, ganz lieben Dank an dieser Stelle an Karsten, das Forum und die vielen lieben Weggefährten hier....ihr habt einen großen Anteil daran, das ich mir eingestehen konnte, das ich alkoholkrank bin und das ich mich auf den Weg gemacht habe....

    Bis bald, wünsche euch noch einen schönen Pfingstmontag,

    Grüße, Lena :wink:

    Hallo zusammen,

    heute hatte ich wieder Therapie, nachdem die letzte Stunde wegen Krankheit ausgefallen ist. Ich hatte für heute keinen rechten Plan, was konkret für mich ansteht- zur Zeit sind es ganz viele Dinge die mich beschäftigen, und ich habe ihr einiges erzählt und auch, das mir mein Vater ein 3. Mal über den Weg gelaufen ist. Ich habe ihr auch gesagt, das ich mir bewerbungstechnisch eine Auszeit genommen habe....ich schaff es gerade nicht und fange wieder an, es von mir weg zu schieben....

    Wir haben dann über beides gesprochen und schlussendlich haben wir viel über meinen Vater gesprochen und das wird jetzt konkret Thema sein. Im Groben wird es da für mich um Klärung gehen, am Anfang steht jetzt erstmal an, zu schauen, was da eigentlich alles drin ist, in dieser "Schublade". Ich weiß nur, das es sehr viel ist- jedoch habe ich mir das noch nie wirklich angeguckt- vor allem nicht nüchtern- ich war dazu nicht in der Lage. Das war einer von vielen Gründen, warum ich getrunken habe.

    Meine Therapeutin hat mir nochmal sehr eindringlich nahe gelegt, dieses Thema nicht zu sehr nach aussen zu tragen, sondern zu versuchen, es in der Therapie zu lassen. Also ich sollte nicht viel mit anderen darüber sprechen und mich auch nicht zu sehr selbst damit beschäftigen ausserhalb der Therapie. Es ist wichtig dafür den Rahmen und den Raum der Therapie zu nutzen. Ich könnte mich schnell überfordern bzw. die Dinge können mich auf einmal überrollen. Ich habe durch meinen Vater viele traumatische Erfahrungen gemacht....und ich finde es sehr gut, wie sie mit dem Thema und mit mir umgeht. Das gibt mir Schutz, es hilft mir und ich fühle mich wirklich von ihr gesehen- ich habe großes Vertrauen zu ihr. Ich denke, das ist eine wichtige Basis um mich vorsichtig diesem Thema zu nähern....

    Ich werde also hier auch keine Einzelheiten und Details darüber schreiben....doch so wisst ihr zumindest was bei mir in der nächsten Zeit ansteht.

    Jetzt kommt ein nicht ganz leichtes Stück auf meinem Weg zu mir auf mich zu. Fühlt sich unsicher, neblig und verletzlich an. Aber ich möchte nicht stehen bleiben....

    Grüße von Lena

    Hallo Correns, Slowly, Frank, Atze und hallo Forum,

    ich möchte mich ganz herzlich für eure lieben Geburtstagsgrüße bedanken, darüber habe ich mich ganz dolle gefreut und damit hat mein Geburtstag wirklich sehr schön angefangen :D !! Ich habe auch einige Karten und viele Anrufe bekommen, ansonsten war es eher ruhig und am Nachmittag war ich mit meiner besten Freundin in einem kleinen, gemütlichen Cafe. Wir haben viel geredet und ich war froh, das ich doch nicht alleine war.

    Gestern hatte ich wieder Therapie und ich habe über die Todesfälle, die Beerdigung, die Begegnungen mit meinem Vater und meinen Bruder gesprochen. Sie hat mir einige Fragen zu den Begegnungen mit meinem Vater gestellt und ich habe ihr davon berichtet und auch noch so einiges andere über ihn erzählt. Ja, das macht immer noch eine ganze Menge mit mir und wirklich gut geht es mir dabei nicht. Sie meinte, das sie da auch nicht zu sehr in die Tiefe gehen möchte, sondern das es erstmal darum geht, zu gucken, was jetzt ist und was mir für die Zukunft helfen kann, mit meiner Geschichte umzugehen. Auch unter dem Aspekt, das ich jetzt nüchtern und klar auf alles gucke, was auf jeden Fall auch nochmal eine große Herausforderung für mich ist.

    Insgesamt geht es mir nicht wirklich schlecht, doch irgendwie brauche ich gerade den Rückzug und ganz viel Ruhe- ich fühle mich auch nicht fit genug für Bewerbungen und da kommt sofort wieder das schlechte Gewissen....doch ich fühle mich wie blockiert....es geht einfach nicht.

    Hänge echt ein bissel in der Luft, weiß nicht so recht damit umzugehen....versuche nicht den Mut zu verlieren :roll:

    Danke das es euch gibt, LG Lena

    Liebe Samsara,

    auch ich wünsche dir einen schönen Urlaub, mit interessanten Eindrücken, neuen Erfahrungen, tollen Erlebnissen und spannenden Begegnungen....

    Geniesse die Zeit und lass es dir gut gehen :)

    Herzliche Grüße von Lena

    Hallo Correns, Frank und Slowly,

    vielen lieben Dank für eure Worte, das tut mir gerade wirklich gut! Ja, ich werde mir Ruhe gönnen und mir die Zeit nehmen, die es braucht....

    Und ich habe mich entschieden morgen nicht ganz alleine zu bleiben- meine beste Freundin kommt zu mir und wir gehen in ein kleines Cafe um die Ecke. Ich glaube, das passt am besten für mich, so ganz alleine wäre doch nicht das Richtige....

    Und nächste Woche werde ich die Therapie nutzen um über die ganzen Ereignisse, die so passiert sind, zu reden.

    Jetzt geht es mir schon ein kleines bißchen besser- Dank euch- DANKE

    Bis bald, herzliche Grüße, Lena

    Hallo zusammen,

    heute war die Beerdigung von der ehemaligen Lebensgefährtin von meinem Opa. Und ich weiß auch nicht genau, was mit mir los ist. Ich bin irgendwie so sprachlos, fast wie verstummt und ich fühle mich nicht richtig....möchte mich am liebsten verkriechen, keinen sehen und hören....

    Habe meinen Geburtstag abgesagt, ich bin nicht in der Stimmung, das Wetter soll auch schlecht werden und es geht mir einfach nicht gut. Obwohl ich weiß, das mir alleine sein am Geburtstag auch nicht wirklich gut tut....irgendwie ist grad alles so schwer und ich ziehe mich von allem zurück. Selbst auf die Therapie habe ich gerade keine Lust. Mir ist einfach alles zuviel.

    Ich hoffe, das es nur eine Phase ist und das ich da irgendwie durchkomme...

    Grüße von Lena

    Guten Abend an alle,

    möchte mich mal wieder bei euch melden....

    Die Lebensgefährtin von meinem Opa ist letzte Woche am 25.04. leider verstorben, ca. 2,5 Monate später nachdem mein Opa gestorben ist. Sie musste schon jahrelang regelmäßig zur Dialyse und jetzt war sie auch noch an Krebs erkrankt. Sie ist 84 Jahre alt geworden und hatte zum Schluss starke Schmerzen und stand praktisch nur noch unter Morphium. Das ist alles sehr traurig, und ich kann das irgendwie nicht wirklich an mich heranlassen....ich denke, das es für sie besser so ist, das sie jetzt auch ihren Frieden gefunden hat, damit versuche ich mich zu trösten. Meine Mutter nimmt das alles sehr mit, sie ist an ihrer Belastungsgrenze angekommen und ist erstmal krank geschrieben. Nächste Woche ist die Beerdigung, das wird nicht einfach werden....und 2 Tage später habe ich Geburtstag, irgendwie ist das alles etwas "schräg"....hinzu kommt, das vor 22 Jahren meine Oma 1 Tag vor meinem Geburtstag gestorben ist. Fühlt sich ein bißchen an, wie ein Deja-Vue.... :?::!:

    Dann hat meine Therapie nach der Osterpause wieder angefangen und wir haben über die 2. Verlängerung gesprochen und ich freue mich, das ich nochmal 30 Std. bekomme. Davon werden 15 Std. weiter wöchentlich laufen und die letzten 15 Std. werden dann 14-tägig sein, um langsam in die Ablösephase zu kommen. Diese Variante gefällt mir sehr gut und ich fühle mich nachwievor sehr gut aufgehoben bei meiner Therapeutin. Das nächste Thema wird mein Bruder sein, ein bißchen haben wir damit schon angefangen und ich merke, das es nicht leicht werden wird. Die Trennung von ihm als ich ca. 5-6 Jahre alt war, war ein traumatisches Erlebnis für mich und irgendwie habe ich diese Gefühle damals aus Selbstschutz abgespalten und das scheint bis heute so zu sein. Ich weiß nicht, ob es mir gelingt (gelingen kann), mich bzw. meine Seele dahingehend zu öffnen. Oder ob ich schon so weit bin....

    In der letzten Woche ist mir dann auch noch 2x mein Vater über den Weg gelaufen, wir haben ja keinen Kontakt zueinander, und das macht natürlich auch (immer noch) etwas mit mir. Auch er wird noch ein ganz schwieriges Thema in meiner Therapie werden. Aber eins nach dem anderen....

    Beruflich hat sich noch nichts getan, aber ich bleibe am Ball. Manchmal habe ich dahingehend große Existenzängste und dann ist es wieder so, das ich daran glaube, das etwas kommen wird, wenn es so sein soll, wenn die Zeit (und ich) dafür reif ist.

    Gestern war ich nach langen Jahren mal wieder auf einer 1. Mai Kundgebung, das hat gut getan- da nach meiner Meinung einiges schief läuft in unserem Land, aber auch in ganz Europa.

    Wünsche euch ein angenehmes WE, nachdenkliche Grüße von Lena

    Hallo Stan,

    ich rate dir auch, ins Krankenhaus zu gehen. Sieh es als DEINE Chance, wirklich ernst zu machen mit deinem Entschluss trocken zu werden. Auch wenn du Angst davor hast, versuche dich deiner Angst zu stellen.

    Und sie werden dir dort helfen, bitte nimm diese Hilfe an!

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Mut, du schaffst das!

    Herzliche Grüße von Lena

    Hallo alle zusammen,

    möchte mich nur kurz melden, mir geht es soweit gut, auch wenn meine Situation gerade nicht wirklich optimal ist. Doch ich versuche mich in Gelassenheit zu üben und gehe weiter in kleinen Schritten....

    Heute fahre ich mit meiner Mama zum Friedhof, zum Grab von meinem Opa und danach besuchen wir seine liebe Lebensgefährtin im Pflegeheim- sie ist leider sehr krank geworden. Morgen mache ich mir einen schönen, chilligen und entspannten Ostersamstag und am Sonntag fahren wir zu meinem Bruder. Am Montag machen wir eine kleine Radtour zu lieben Freunden, wo wir zum Kaffee eingeladen sind. Ich hoffe das sich die Sonne blicken lässt und wünsche allen schöne Ostertage!

    Lasst es euch gut gehen und geniesst die freien Tage :D

    Herzliche Grüße von Lena :wink:

    Hallo Linde, hallo Forum,

    lieben Dank für deine Glückwünsche! Was du zu Therapie und Therapiepause schreibst, sehe ich genauso wie du. Mir ist die Therapie sehr wichtig, was man auch daran sieht, das ich schon seit letztes Jahr Januar dabei bin und bisher noch nicht eine Stunde versäumt habe. Sie tut mir gut und hilft mir, einige Dinge aufzuarbeiten und manchmal auch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten- doch es ist auch harte Arbeit an und mit mir selbst und das ist durchaus anstrengend. Ja und dann tut so eine Pause einfach gut, einmal um die Dinge sacken zu lassen und zu verinnerlichen und dann, wie du auch schreibst, um ins Handeln und in Aktion zu kommen.

    Bei mir steht ja meine Arbeitssuche an, morgen werde ich bei meiner Freundin meine Arbeitszeugnisse und Bescheinigungen über Fortbildungen einscannen und sie dann auf einem USB-Stick speichern, das brauche ich, um mich auch per Email bewerben zu können. Ich finde, das die Anforderungen heutzutage ziemlich hoch sind....naja, ich versuche damit zurecht zu kommen. Ich werde auch noch mein Anschreiben neu formulieren, was gar nicht so einfach ist....zumindest mein Lebenslauf ist fertig und auf dem aktuellen Stand.... :wink:

    Letzte Woche war ich noch beim Friseur und heute habe ich meine Haare getönt, möchte dann noch aktuelle Bewerbungsphotos machen- tja und das kostet natürlich alles Geld, was ich gerade eigentlich nicht habe. Ich habe mir für diesen Monat schon Geld von meiner Mutter leihen müssen, da noch einige unvorhergesehene Kosten auf mich zugekommen sind. Und ich war auch diese Woche wieder bei der Tafel.

    Naja, aber es hilft ja nichts den Kopf in den Sand zu stecken....so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen. Ich mache weiter und bleibe am Ball- halt nach meinen Möglichkeiten.

    Herzliche Grüße von Lena :wink:

    Hey Forum,

    nur ganz kurz: ich war heute im Kiosk und....tadaaa....meine ehemalige Chefin hat mein Arbeitszeugnis unterschrieben! Ich freu mich ganz dolle :D . Wieder was erreicht und einen Schritt weiter....

    @ Frank danke :D + ganz lieben Gruß zurück!

    Morgen nochmal Therapie und dann endlich mal 3 Wochen Pause, das ist nämlich ganz schön anstrengend, auch wenn es mir sehr hilft. Mal Zeit zum Durchatmen und Dinge "sacken" zu lassen....

    Bis bald, lg Lena :wink:

    Hallo zusammen,

    hui, soviel Feedback bin ich gar nicht gewohnt :o ganz doll freu!!

    @ schnuffig, ja über eine ehrenamtliche Tätigkeit habe ich auch schon nachgedacht, bin da noch nicht so ins Handeln/Machen gekommen, habe mich auch schon bissel informiert und es steht auf jeden Fall auf meiner "to do" Liste. Habe bald 3 Wochen therapiefrei und da habe ich mir so einiges vorgenommen- mal sehen, ob ich s dann auch umsetzen kann....

    @ Atze, nö ich mach mich nicht wuschig- keine Angst. Doch mir hilft es einfach ehrlich über meine Sorgen zu schreiben. Ich lebe schon lange mit staatlicher Unterstützung, und das ist nicht immer leicht- doch ich bin dankbar dafür, das es überhaupt diese Möglichkeit gibt. Wie gesagt, ich möchte mich auch nicht beklagen, und ich arbeite ja (in meinen Möglichkeiten) daran, in kleinen Schritten etwas an meiner Situation zu verändern. Trotzdem finde ich es schlimm, das die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht. Aber das führt hier zu weit...

    @ Frank, puh, das hört sich ziemlich heftig an, und ich finde es sehr stark, wie du damit umgehst. Ich glaube ich bin da echt um einiges empfindlicher und wohl tatsächlich doch sehr verwöhnt, aber daran kann ich arbeiten. Du schreibst:

    Zitat

    Ich möchte nicht wohlhabend sein und erfolgreich und dreieinhalb Jahre Knast haben wie gewisse Prominente... da bleib ich doch lieber bei meinen Haferflocken und guck ganz gern in mein Spiegelbild

    Da stimme ich voll mit dir überein, denn ich bin zwar einerseits bissel zu verwöhnt, aber andererseits auch relativ bescheiden. Ich brauche Geld zum (Über)leben, aber wirklich wichtig in dem Sinne, ganz viel haben zu wollen (und immer mehr, mehr, noch mehr) ist es mir nicht. Da sind mir andere Dinge viel, viel wichtiger und wertvoller.

    Da wären: Meine Trockenheit, meine Freunde, meine Wohnung, mein Bruder und meine Mutter, meine Gesundheit, meine Zufriedenheit, meine Freiheit, die Natur, meine Lust zu leben und noch sovieles mehr....alles Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann.

    In dem Sinne bin ich reich....es kommt immer auf die Perspektive an!

    Danke, und allen ein schönes WE :wink: Lena

    Hey Frank und Matthias und alle anderen,

    danke für eure Worte, das Kraftpäckel und den Apfel....das tut gut und vor allem das Kraftpäckel kann ich im Moment wirklich gebrauchen.

    Ich war ja gestern bei der Tafel und das war eine wichtige Erfahrung für mich. Ich finde es bemerkenswert, das dort soviele Menschen ehrenamtlich arbeiten und sich damit für die Menschen einsetzen, denen es aus verschiedenen Gründen nicht gut geht und eben auf Hilfe angewiesen sind. Auf der anderen Seite finde ich es auch traurig, das es auch in unserem "reichen" Land soviel Not und Armut gibt.

    Ich habe gemerkt, das es für mich nicht leicht ist, dort hinzugehen. Die letzten Monate habe ich mich mit meinem bißchen erspartem Geld und kleineren Zugaben von meiner Mutter über Wasser gehalten und natürlich sehr sparsam gelebt. Oft plagen mich Existenzängste, doch darüber rede ich nicht viel. Ich denke immer, das es mir noch relativ gut geht und ich möchte mich auch nicht beklagen.

    Gestern habe ich dann gemerkt bzw. gedacht, das ich evtl. doch ganz schön verwöhnt bin....gerade bei Lebensmitteln ist mir die Qualität sehr wichtig. Und ich möchte jetzt nicht damit sagen, das die Qualität der Lebensmittel bei der Tafel nicht in Ordnung ist, aber es sind halt Waren, welche aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr verkaufsfähig sind. Ich weiß nicht, ob mich hier jemand verstehen kann? Vielleicht braucht auch das einfach Zeit und ist ein Prozess....ich denke, ich kann dabei viel über mich lernen und vielleicht werden sich dabei auch ein wenig gewisse Maßstäbe und Wertigkeiten verschieben.

    Trotzdem macht mir das alles doch sehr zu schaffen und ich hoffe, das ich bald eine Arbeit finde, die ich mir zutraue und die zu mir passt. Leider fällt man heutzutage schnell durch s Netz, wenn man nicht so gute Vorraussetzungen hat. Ich bin eine Kämpferin....aber ich bin auch nur ein Mensch....

    Naja, weiter gehts! Geniesst das schöne Wetter :D Lg Lena :wink:

    Hallo zusammen,

    mit meiner Jobsuche geht es nur in ganz kleinen Schritten vorwärts....und meine Stimmung wechselt mehrmals am Tag....es fühlt sich wirklich an wie eine Achterbahnfahrt, nur das ich nie vorher weiß, ob es gleich hoch oder runter geht.

    Doch insgesamt versuche ich es anzunehmen, wie es gerade ist und zu einem großen Teil gelingt mir das auch. Und wenn ich mal so gar nicht aus einer schlechten/ miesen/ ängstlichen Stimmung herauskomme, dann ziehe ich mich zurück, lese, schreibe oder schlafe und nach ner Zeit gehts dann langsam wieder besser.

    In den letzten 2 Wochen habe ich mich darum gekümmert, von meiner letzten Arbeitsstelle (dem Kiosk) ein Arbeitszeugnis zu bekommen, was eine ziemliche "Rennerei" bedeutet. Vor ein paar Tagen konnte ich es endlich abholen, doch einiges gefiel mir daran nicht und dann habe ich es 2 Mal umgeschrieben. Ich fahre dann immer in die Bücherei, da ich leider kein Word und keinen Drucker habe, und in der Bücherei kann man am Tag 1 Std. umsonst einen Computer nutzen und drucken kann ich da auch. Das nutze ich jetzt auch um Bewerbungen zu schreiben. Heute Nachmittag war ich dann bei meiner besten Freundin und habe ihr das Zeugnis gezeigt und sie fand es sehr gut, danach habe ich es im Kiosk vorbei gebracht und jetzt muss ich wieder warten und hoffen, das meine ehemalige Chefin es unterschreibt.

    Für mich ist dieses Zeugnis sehr wichtig, einmal weil ich 8 Jahre dort gearbeitet habe und dann vor allem deswegen, weil ich noch nicht viele Arbeitszeugnisse habe....in den 20 Jahren, die ich getrunken habe, war ich mir gar nicht wirklich bewusst, wie wichtig solche Zeugnisse sind. Ich war froh, das ich es überhaupt geschafft habe, trotz meines Alkoholismus zu arbeiten, doch für solche Dinge war da kein Platz mehr. Und deshalb bin ich jetzt um so mehr gespannt, ob meine Chefin meine Änderungen akzeptiert und es unterschreibt.... :roll: ....ich hoffe es sehr....

    Da es mir mittlerweile finanziell sehr bescheiden geht, habe ich mir vorgenommen in der nächsten Zeit das Angebot der "Tafeln" zu nutzen. Morgen werde ich das 1. Mal dort hingehen und ich lasse mich mal überraschen, was ich an Lebensmitteln bekomme und ich bin auch neugierig, was da für eine Atmossphäre ist. Auf jeden Fall finde ich es gut und ganz ganz wichtig, das es diese Möglichkeit gibt!

    Es ist gerade eine manchmal schwierige, jedoch auch intensive und lehrreiche Zeit für mich. Das Wichtigste ist, das ich trocken bin und trocken bleibe, denn das ist meine Basis für alles andere.

    Herzliche Grüße in die Runde, Lena :wink:

    Hallo Marco,

    ich finde, was Prusselliese da anspricht, ist ein ganz wichtiger Punkt. Du schreibst:

    Zitat

    Die Krankheit ist heimtückisch, das ist mir absolut bewusst. Ich habe Angst vor einem langen Kampf. Den kann ich doch nur verlieren!

    Am Anfang meines Weges in die Trockenheit habe ich das ähnlich gesehen und empfunden. Das hat mir oft zu schaffen gemacht und ich fühlte mich oft wie ohnmächtig. Ich konnte erst in meiner LZT einen Perspektivwechsel einnehmen. Dafür bin ich heute noch dankbar, denn dadurch ist vieles leichter geworden. In der Therapie ist mir klar geworden, das ich, als ich noch am trinken war, einen ständigen Kampf mit dem Alkohol geführt habe und diesen Kampf konnte ich nicht gewinnen. Der Alkohol war immer stärker als ich und trotzdem habe ich es immer wieder versucht und rutschte immer stärker in die Abhängigkeit. Diesen Teufelskreis kennen sicher viele hier.

    Doch ich war fest entschlossen mich aus dieser Abhängigkeit zu befreien und trocken zu werden. Und in der Therapie war an einem Tag "Kapitulation" vor dem Alkohol ein Thema. Da wurde viel und durchaus kontrovers diskutiert, die Meinungen gingen weit auseinander. Doch für mich war das DIE Lösung. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll....aber daran hatte ich noch nie gedacht....vor dem Alkohol kapitulieren, mich geschlagen geben und damit auch (endlich) den Kampf aufgeben....

    Ich konnte für mich akzeptieren, das ich, wenn ich weiter versuche gegen ihn zu kämpfen, immer wieder verlieren würde. Ich habe also den Kampf aufgegeben, ich habe vor dem Alkohol kapituliert und seitdem fühle ich mich frei. Ich kann meine Energie in meine Trockenheitsarbeit stecken, ich habe den Kopf endlich frei dafür....ich lasse den Alkohol nicht mehr in mein Leben, ich gehe den Weg der Risikominimierung und ich richte mich nach den Grundbausteinen....und das klappt seit über 2 Jahren sehr gut.

    Vielleicht kannst du damit etwas anfangen....

    Liebe Grüße, Lena :wink:

    Liebe Lea, liebes Forum,

    ich hatte heute wieder Therapie und ich habe meiner Therapeutin davon erzählt, das ich oft das Bedürfnis habe, mich ausführlich zu erklären, wenn Fragen in Bezug auf meine Jobsuche/ berufliche Orientierung kommen. Das ich große Angst habe, von anderen in eine Schublade gesteckt zu werden, in die ich gar nicht gehöre oder das andere mir gegenüber Vorurteile haben könnten. Sie fragte mich dann, ob es denn überhaupt solche Menschen in meinem Umfeld gibt....eine gute Frage, denn nach kurzem Überlegen kam ich zu dem Ergebnis, das es solche Menschen in meinem Umfeld gar nicht gibt....jetzt war ich verwirrt :?:

    Sie meinte, das meine Angst/ Sorge vor Schubladendenken und Vorurteilen aus mir selbst heraus kommt, das dies etwas mit meiner eigenen Wertschätzung zu tun hat. Sie zählte dann auf, was ich schon alles erreicht und geschafft habe: einen guten Schulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung, diverse Fort- und Weiterbildungen und meine langjährige Tätigkeit als Verkäuferin im Einzelhandel und sagte dann "das ist doch eine ganze Menge". Ja und dann fiel mir auf, das sie damit Recht hat und das ich mich tief in meinem Inneren doch sehr abwerte und oft denke, das ich in meinem (beruflichen) Leben nichts auf die Reihe gekriegt habe. Es tut mir gut, das sie mir hilft, das mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Aber es verwirrt mich trotzdem....

    Sie hat mir dann noch gesagt, das es ganz wichtig für mich ist, das ich mich wohlwollender und liebevoller betrachte/ angucke. Das klingt zwar einfach, doch ich glaube, für mich ist es das nicht. Ich werde es versuchen, versuchen zu üben....diesen liebevollen Blick auf mich selbst.

    @ Lea, ich verstehe dich so, das du mir etwas ähnliches mitteilen möchtest?

    Es arbeitet auf jeden Fall in mir, lg Lena :wink:

    Liebe Yvonne, lieber Frank und Hallo ans Forum,

    danke euch beiden für eure Antworten und die guten Wünsche, das kann ich gerade gut gebrauchen :D .

    Tja, bei mir ist die Problematik bei meiner Arbeitssuche sehr vielschichtig und das macht es mir nicht gerade leicht. In meinem erlernten Beruf als Bauzeichnerin habe ich nie gearbeitet, also der Zug ist abgefahren. Ich habe die letzten 13 Jahre als Verkäuferin, jedoch ungelernt, gearbeitet und leider wird mir eine Umschulung im Verkauf nicht finanziert, da ich ja soviele Jahre "Praxis" habe. Das heißt, das ich mich mehr oder weniger nur als Aushilfe bewerben kann. Das ist für mich mit 42 Jahren leider die harte Realität und das kann manchmal schon frustrierend sein. Zudem bin ich auch noch nicht so belastbar, Vollzeit zu arbeiten, aus vielerlei Gründen. Ich habe da noch einen langen Weg vor mir.

    Eine zusätzliche Belastung ist das "Aussen" bzw. die Gesellschaft. Mein Weg ist alles andere als gerade und oft habe ich mit Vorurteilen, Pauschalisierung und Schubladendenken zu kämpfen. Es ist sehr anstrengend für mich, mich zu erklären und viele Menschen haben auch gar nicht die Zeit oder das Interesse dafür und das raubt mir wiederum Energie und macht mich oft traurig.

    Trotzdem habe ich für mich begriffen, das ich meinen Weg so weitergehe, wie ich es für richtig halte, nämlich in kleinen Schritten, dafür kontinuierlich am Ball bleiben und zu akzeptieren, das ich nicht so leistungsfähig bin und aufpassen muss, mich nicht zu überfordern- egal ob das von aussen als schwach/Schwäche gesehen wird.

    Kein anderer ist meinen Weg gegangen, hat meine Traumata und meine Verzweiflung erlebt oder meinen Kampf ums Überleben gekämpft....deshalb darf jemand anders auch nicht über mich urteilen. Ich weiß, das ich schon sehr viel für mich erreicht habe und darauf möchte ich stolz sein dürfen- ohne mich zu erklären oder zu rechtfertigen...

    Ich wünsche mir nichts mehr, als einfach meiner selbst willen gesehen und angenommen zu werden- als Mensch, als Lena, als Frau....

    Wünsche euch eine gute Woche, Gruß Lena