So, es ist doch ein wesentlich schöneres Gefühl auf einem Computer mit einer echten Tatsatur zu schreiben als immer auf dem Handy.
Ich hatte hier ja eine Weile nicht viel geschrieben (allerdings hier und dort im Forum schon, nur eben nicht in meinem eigenen Faden); ich weiß selbst gar nicht ganz genau warum… mein Leben fließt ruhig vor sich hin, ich meide nach wie vor Extreme in jeder Form, versuche eine gesunde Mitte zu halten zwischen An- und Entspannung, schönen Dingen (für die ich sorgen kann) und schlechten Dingen, die in meinem wie in jedem Leben eben auch vorkommen. Vielleicht hatte ich das Gefühl immer nur das Gleiche zu schreiben, aber Ihr habt ja absolut Recht – das Leben besteht nun einmal überwiegend aus den kleinen Dingen, und die wertzuschätzen heißt ein gelingendes Leben führen zu können. Also sollte ich diese Dinge auch schreibend wertschätzen. Das nehm ich mir nun einfach mal vor.
Das, was berichtenswert gewesen wäre, darüber wollte ich nicht schreiben – meiner Tochter ging´s eine Zeitlang nicht besonders gut, aber das ist kein Thema für ein offenes Forum, zumal das ja vor allem sie betraf. Mittlerweile haben sich die Dinge aber wieder ganz gut stabilisiert und darüber bin ich sehr froh.
In zwei Wochen habe ich vierzehn Tage Urlaub, und da freue ich mich sehr drauf. In der letzten Zeit war es auf der Arbeit reichlich stressig; ich würde ja gern Stunden reduzieren, kann das aber nicht, da ich dann meinen Unterhaltsverpflichtungen nicht mehr so nachkommen könnte wie es gebraucht wird. Hin und wieder gibt es Phasen, in denen ich schon ein bißchen nachdenklich werde; 30 Jahre Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, das ist eine sehr lange Zeit, vielleicht eine zu lange Zeit für diese Tätigkeit. Es fängt an mich zu erschöpfen. Und eine andere perspektive sehe ich im Moment auch nirgendwo am Horizont. Vielleicht ist das ein Thema, das in der kommenden Zeit mehr in den Mittelpunkt rücken muß, denn mich einfach nur immer weiter und weiter wie in einem Hamsterrad drehen will ich nicht, und es wäre auch gefährlich. Immerhin habe ich am 1. Januar 30jähriges Betriebsjubiläum in der Firma hier, und dafür gibt´s drei Wochen extra Urlaub, so daß ich in 2015 insgesamt 9 Wochen freimachen kann. Vielleicht kann ich mir das dann auch mal leisten, wenigstens ein bißchen wegzufahren. Eine Entlastung, keine große Lösung, aber große Lösungen brauchen Zeit. Und die werde ich mir nehmen.
Meditation ist weiterhin das Kostbarste was ich habe – nicht übertrieben, zwanzig Minuten morgens als Selbstverpflichtung und abends eben dann wenn ich nicht allzu müde bin. Und vor dem Einschlafen lese ich immer ein, zwei Seiten in Texten, die mir in dem Zusammenhang wichtig sind, das hält gewissermaßen eine Art inneren Kontakt zum Übungsweg. Da ich keinen Lehrer / keine Lehrerin habe ist mir das wichtig.
Quantensprung , der Stadtpark ist tatsächlich sehr schön. Allerdings im Sommer auch sehr voll. Wo ich mich lieber aufhalte ist an der Alster von Ohlsdorf aus Richtung Norden, da kommt man irgendwann in Zonen, in denen man vergißt in der Großstadt zu sein … was ich an Hamburg nicht so gern hab ist die Elbe. Nordufer Millionärsvillen, Südufer Industriegebiet und immer überfüllt.
Klassische Musik kenn ich schon aus meiner Kindheit, meine Eltern hatten ein paar Platten mit den allergängigsten Sachen. Dann kam Rockmusik. Später Jazz. Aber seit ich trocken bin hab ich mir das nach und nach wiederentdeckt. Klassik ist natürlich ein weites Feld, das sind ja ein paar hundert Jahre Musik, ziemlich unüberschaubar am Anfang. Ich finde, es gibt drei Möglichkeiten sich all dem zu nähern:
1. Man entdeckt einen Lieblingskomponisten, jemand, dessen Stil einen einfach anspricht. Manche mögen z.B. Mahler oder Bruckner oder Brahms, Komponisten, die schwere, großformatige Sinfonien geschrieben haben. Mir persönlich ist das zu mächtig. Andere lieben Mozart, vielleicht Haydn, sparsamere, ausgewogene Musik mit einem diskreteren Charme, da hilft nur ausprobieren.
2. Man interessiert sich für bestimmte Gattungen. Gibt ja Leute, die hören nur Opern. Oder nur Orchestermusik. Oder mögen lieber kleinere Besetzungen, Kammermusik, Streichquartette etwa. Oder vergucken sich total in Klaviermusik.
3. Oder drittens man orientiert sich an historischen Phasen: Barockmusik klingt ganz anders als Musik der Spätromantik, Wiener Klassik (Mozart, Beethoven, Haydn) ist recht ausgewogen und faßbar, klassische Moderne kann auch mal recht schräg werden…
Wie immer, umhören, reinhören, vielleicht über einen Radiosender der viel Klassik bringt, da findest du sicher nach und nach was Passendes. Ich selbst zähle Schuberts „Unvollendete“ zu meinen absoluten Favoriten, wenn du Streicher magst und Musik, die innere Ruhe ausstrahlt, machst du da nix verkehrt schätz ich.
Ich wünsch euch allen schöne Tage, und danke daß ihr den Faden hier aus der Versenkung geholt habe. Manchmal braucht man ja nen kleinen Stupser
LG Frank