Beiträge von garcia

    Hey Lena, ich freu mich sehr daß das so gut geklappt hat. Hab ich nicht mit gerechnet... ich hätt gedacht solche Renovierungen bleiben immer am Mieter hängen ---- aber du hast dich durchgesetzt, klasse!

    Mal alles neu hier könnt ich auch brauchen. Hab nämlich vor wenigen Tagen das Rauchen aufgegeben und muß nun mit meim neugewonnenen Geruchssinn feststellen daß alles nach Qualm stinkt... geht dein Internet wieder? Ja?

    Ist schön daß du wieder dabist. Ich hab dich vermißt hier ;)

    LG von Frank

    Hallo, du schreibst:

    " ..aber es ist so eine Art Einpendeln, die großen
    Schwankungen nach oben und unten werden weniger. Klingt zwar
    etwas esoterisch, aber man sieht seine eigene Mitte wieder
    deutlicher..."


    Klingt nicht esoterisch. Klingt gesund.

    (Ich bin Buddhist und das ist eine Religion {die nix esoterisches an sich hat, nebenbei} , im der es um etwas geht was in dieser Tradition der "mittlere Weg" genannt wird: d.h. daß es gesund ist die Exteme zu meiden).

    Wenn dieses Denken bei dir ankommt ist das aus meiner Sicht ein Zeichen dafür daß du in Einklang kommst mit Gesetzmäßigkeiten die dem Menschen immer guttun. Klarheit und ein Jenseits-der-Extreme-Leben zieht eine Art Geborgenheit innerhalb der wechselhaften Umstände des Lebens nach sich. Das schafft eine tiefe innere Befriedigung die kein Rausch je haben könnte.

    So nun bin ich der der etwas "esoterisch" klingt :) es aber nicht ist...

    Da kannst dir ruhig ein bißchen zu gratulieren zu der Mitte die besser ist als Hochs und Tiefs...

    LG

    Guten Morgen Jonas,

    nach meinen Ausflügen in spätere Zeiten komme ich wieder mehr und mehr in die barocken Gefilde zurück. Was ja nicht heißt daß es Irrwege gewesen wären.

    Ich habe mir einen Führer in die Welt der Bachschen Kantaten bestellt, der Autor heißt Alfred Dürr, und bin am Überlegen ob ich weiter bei der Gardiner-Edition bleibe und mir die nach und nach für viel Geld zulege (ohne das komplettieren zu können), - oder ob ich alle Kantaten auf einen Schlag (und bezahlbar) von Rilling bestelle?! Durch die Weihnachts-Gehaltzuschläge wär das zu wuppen, bloß hatte ich bislang das Gefühl daß mich die schlanken Besetzungen, die federnden Tempi und die Lebendigkeit der sog. "Originalklang"-Interpretationen einfach mehr ansprechen... ich bin noch am Grübeln.

    Die Beschäftigung mit "neuerer Musik" (naja auch 100 Jahre alt) hat meinen Horizont erweitert, und manches hat mich sehr berührt; aber es war doch wenig dabei was mich so fasziniert wie das was eben 300 Jahre alt ist. Ist das mein Wissensdefizit? Oder liegt es in der Musik selbst?

    Eigentlich egal -- was man liebt liebt man eben...

    Habs gut und eine gute Zeit, Frank

    Moin Georg,

    in meiner (allerdings stationären) LZT sah es ähnlich aus. Die Hälfte der Leute saß da die Zeit ab und glaubte an alles mögliche bloß nicht daran daß das da eine große Chance für sie selbst hätte werden können... hauptsache die MPU-Leute, der Arbeitgeber, die Freundin ist beruhigt...

    Das hat mir den Gruppenanteil der Therapie versaut. Zum Glück hatte ich eine tolle Einzeltherapeutin und mich selbst mit meiner Krankheitseinsicht.

    Wenn das da bei dir ähnlich aussieht: Grenz dich ab von den "Coolen" (die die saufen und sich für "gesund halten sind ja immer so schrecklich "cool", das hab ich schon in der Entgiftung gesehn), machs nur für dich, du kannst keinem -- keinem!! -- irgendwie helfen der nicht eh da ist um sich Hilfe zu holen weil er gemerkt hat daß er nicht mehr allein weiterkommt.

    Dieee Therapie ist DEINE Chance. Nutz sie für dich. Wär doch zu schade wenn das Andre verwässern würden. Laß das nicht zu und überlaß das Helfen denen die dafür n Gehalt kriegen :)

    Und gutes Gelingen! Du machst den Eindruck daß dir das viel bringen wird find ich.

    LG Frank

    Hallo,

    heut und morgen hab ich frei -- die ersten freien Tage seit zwei Wochen. Was freu ich mich auf den März denn da hab ich Urlaub...

    Sonst gibts bei mir nix neues, Meditation, Musik, Bücher, Freude über das klare kalte Winterwetter (ich mag es wenn Jahreszeiten eindeutig sind: klirrende Winter, freundlicher Frühling, sonnendurchflutete Sommer und trüber Herbst, so solls sein)...

    Alkohol scheint weit entfernt. Aber es ist immer eine kleine Stelle tief drinnen da, dort nistet das Suchtgedächtnis. Hofft ich ergeß das und es kann mich erwischen. Aber nix da ich vergeß das nie... die Erinnerung an die letzten Trinkzeiten bleiben lebendig und so eine lebendige Warnung. Ich geh auf dickem Eis. Aber eben nicht auf Fels, das wird es nicht mehr geben.

    Ich empfinde das Leben in Trockenheit aber gerade darum weil ich immer etwas wachsam bleiben muß als sehr intensiv - und nicht nur als anstrengend...

    Allen eine friedliche Frostnacht aus Hamburg,

    LG Frank

    Hallo Carpenter, du schriebst (bei Jonas aber ich finde es angemessener dir hier meine Gedanken dazu zu schreiben):

    " Risikovermeidung ist ganz sicher der richtige Weg...aber blockiert
    man damit nicht in gewisser Weise eine Aufarbeitung der eigenen
    Sucht ?
    Vielleicht ist auch das eine Erkenntnis, die erst nach längerer
    Trockenheit kommt...aber ich hab dabei immer das Gefühl, als würde
    man dem Alkohol lediglich aus dem Weg gehen...also das Suchtmittel
    meiden...was aber, wenn ich grundsätzlich eine Suchtveranlagung
    habe...laufe ich durch diese Risikominimierungstaktik nicht Gefahr,
    zwar dem Alkohol aus dem Weg zu gehen, mich aber peu à peu einem
    anderen Suchtmittel zu nähern ?"

    Eine Aufarbeitung der eigenen Sucht kann ja - das ist logisch - nur gelingen wenn man erstmal nüchtern ist. Nicht mehr trinkt. Bei klarem Kopf ist: sonst gehts nicht mit der Aufarbeitung.

    Risikominimierung sorgt für gute Chancen einen klaren Kopf bewahren zu können. Sie ist nicht die Aufarbeitung selbst. Sie ist abe eine (die wichtigste) Vorraussetzung) dafür daß man sich überhaupt mit einigen Erfolgsaussichten an eine Aufarbeitung heranmachen kann.

    Hast du das Gefühl dich "einem anderen Rauschmittel zu nähern", wenn du dem Alkohol aus dem Weg gehst? Gibt es da das Gefühl "OK Alkohol ist Verderben aber nur nüchtern ist auch zuwenig"? Jedenfalls klingst du ein bißchen so... mir war ja früher auch Rausch als Ideologie und cooler Daseinszustand immer wichtig (THC, bei mir!!) und ich kann das gut nachvollziehen...

    Entweder du lernst (oder kannst) die Klarheit schätzen. Oder ich empfehle dir - wenn das nicht so sein sollte -, tiefer zu gucken: warum kann ich mich nicht einfa erleichtert und wohl fühlen ohne Rauschmittel?

    Für dieses Tiefer-Gucken bietet sich vor allem eine ambulante Therapie an. Du gingst dann 2 mal die Woche hin, einmal in Form von Einzelgespräch, einmal in einer Gruppe, und hast einen idealen Rahmen deine Fragen auf eine konstruktive Weise klären zu können.

    Aber 2 dringende Ratschläge (eines gebrannten Kindss sozusagen das kann ich dir versichern):

    1. Versuchs nicht allein. Das wird nix.

    2. Stell die "Grundbausteine" nicht infrage. Damit machst du dir nur alles bislang erreichte, dein Fundament, kaputt.

    Du gehst doch einen guten Weg. Geh ihn nicht hal Carpenter, halbe Wege sind keine Wege.

    LG (und Silberkrallische "kraftpäckel") von Frank

    Hallo Jonas!

    Mit einigem Schmunzeln las ich vor einiger Zeit deinen Bericht über die – von dir als oral bezeichnete – Eigenart, mit Ungeduld auf Dinge zu warten auf die man sich freut: etwas, was die Vorfreude verdirbt. Ich kenne das gut, sehr gut. Aber selten bin ich so auf die Folter gespannt worden wie beim Warten auf die CD mit Werken von Dutilleux. Da ich ja arm bin (aufgrund der Unterhaltszahlungen für meine drei Kinder) muß ich solche Dinge möglichst preiswert besorgen. Das geht auch gut über amaz**n, nur kommt das dann aus USA und die Lieferzeiten sind schwer absehbar... ich saß hier auf heißen Kohlen.

    Aber das hat sich gelohnt, die CD ist da, und das Konzert begeistert mich. Wo Penderecki ein Trommelfeuer in die Bauchregion abfeuert (Rückenmark?!), was mich ja auch schon schwer beeindruckt hat, bringt Dutillieux darüber hinaus mehr für den Kopf finde ich. Sein Konzert hat viel mehr Dynamik, extrem ruhige Passagen und immer kontrollierte Ausbrüche stehen in einem erregenden Verhältnis zueinander, das ganze ist hochkomplex aber auch für einen Neuling in sog. „neuer Musik“ wie ich es bin immer nachvollziehbar. Ich kann Musik dieser Art ja immer nur als Laie bewerten – verzeih wenn ich Unsinn schreibe -, aber ich habe beim ersten Hören das Gefühl daß ich da etwas ganz Großem beiwohne. Mir ist es ein Rätsel, warum Dutilleux beinahe völlig unbekannt ist. Das ist doch Musik, die auch eher oberflächlich interessierten Hörern mit ein bißchen Experimentierfreude wirklich viel bringen müßte...?!

    Überhaupt erweitern sich meine Hörgewohnheiten im Bereich der klassischen Musik. Angefangen hatte ich ja da, wo ich auch früher schon Dinge entdeckt hatte die mich sehr ansprachen (Musik bis Mozart und einiges von Beethoven und Schubert). Das hatte sich dann aber erweitert dahingehend daß ich auch Musik mit Gesang für mich entdeckte, über die Bachschen Kantaten. Ich glaube, diese Periode wird auch immer mein Schwerpunkt bleiben.

    Nun habe ich ja jüngst den Doktor Faustus gelesen, und im Zuge dieser Lektüre (begleitet vom Wieder-Hineinschnuppern in die Tagebücher Thomas Manns und Briefe aus der Entstehungszeit) hatte ich Lust bekommen, mich mit Musik der späten und spätesten Romantik zu beschäftigen – aus der Zeit kurz bevor sie in die Moderne überkippte, wo sie ein bißchen mürge wurde und eine Großartigkeit transportierte, die ein wenig auf tönernen Füßen zu stehen begann... so ein leichtes Schwanken wie über einem Abgrund... jedenfalls fühle ich es so. Ich habe mir eine CD mit den Metamorphosen plus Tod und Verklärung von Strauss zugelegt (der Methamorphosen wegen, aber „Tod und Verklärung“ war das was ich besonders beeindruckend fand) .Und ich habe mich wieder einmal, zum ersten Mal seit bestimmt 15 Jahren, durch meine Mahlersymphonien teilweise durchgehört (dabei stellte ich fest daß ich ihn nur mag wenn er ohne Gesang arbeitet – die 8. find ich grauenvoll,zuviel Pomp für zu wenig, damit kann ich nichts anfangen, in der 2. Imponierte mir nur der Kopfsatz – der aber sehr, ---aber das Adagio der 10.,und weite Teile der 6. (ohne Finale) und der 5. Und 7., das hat mich wirklich beeindruckt); auch die 2. Von Brahms und die 3. Symphonie von Penderecki (diefür mich klingt als sei sie von 1880, aber mit der Erfahrung von Filmmusik) haben mir sehr gefallen.

    Viel Neuland also. Ich habe den Kokon barocker und frühklassischer Musik durchstoßen und fühl mich manchmal wie ein Schmetterling in einem fremden Land --- alles so faszinierend, manches fremd, aber neu und spannend. Trotzdem bleibt meine Heimat die ältere Musik. Und das, was ich immer so ab halb 12 vor dem Einschlafen mache, ist: eine Bachkantate hören. Das ist wie die Bettdecke über den Kopf ziehen, Klein Frank kommt nach Hause und läßt sich zudecken 

    Nach Beendigung des „Faustus“ habe ich das „Glasperlenspiel“ meines geliebten Hesses wieder vorgenommen. Das sanft-weise Schwesterwerk. Das ist ja nun das Buch, in dem ich „meine“ Art Musik(verständnis) beschrieben finde. Der Eine, Mann, nach vorn gerichtet, der Andre, Hesse, nach hinten in die Zauber des Vertrauten (ich glaube ich weiß wer der glücklichere Mensch war)... eine sehr befruchtende Lektüre, diese beiden Romane, die ja beinahe gleichzeitig entstanden und beide im Kern von Musik handeln, aus so verschiedenen Richtungen, und die beide, wenn man sie in einem Rahmen zu sehen lernt, dies Wunder, das Musik sein kann, zum Schillern Glänzen und Leuchten bringen...

    Ich bin wirklich gespannt, was da alles noch so kommt und wie das alles weitergehen wird. Icvh werde dir schreiben. Aber du hast in gewisser Weise einen Anstoß gegeben, das alles wieder auszugraben was da seit vielen Jahren in mir an Bereitschaft schlummerte, und dafür Danke.

    Hab eine gute Zeit --- und schreib wie dir der Schnabel gewachsen ist (hatt ich ja schon bei dir hinterlassen), das ist genau richtig so wies ist!

    Ganz lieben Gruß von Frank

    Hallo samsara,

    womit ich besonders viel anfangen kann von all dem was dein langer Eintrag beinhaltet ist folgendes:

    " Erst als ich nicht mehr meine Kraft und Energie an Gedanken über
    Beschaffung, Entsorgung von Alk sowie die Bewältigung körperlicher und seelischer Konsequenzen nach dem Einsatz von Alk als *Lösungsmittel* einsetzte und diese Gedanken loslassen konnte,
    veränderte sich langsam auch etwas im Innen."

    Das entspricht auch meiner Erfahrung - besser, diese Erfahrung beginnt langsam einzusetzen nach einem guten Jahr Abstinenz. Ich habe das Gefühl daß es so lange Dauert bis eine innere Gesundung in Tiefenschichten einsetzt.

    Von Yoga verstehe ich nicht viel, glaube aber - nach dem wenigen was ich weiß - daß es eine gute Ergänzung zur Meditation darstellen kann, da der Körper auf eine sehr bewußte Weise in ein achtsames Tun miteinbezogen wird. Ich strebe Ähnliches an, aber mit Laufen - im Sommer hatt ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht aber es war noch zu früh nach meiner RückenOP -, aber auch das ist eine körperliche Sache mit meditativen "Beiklängen" (ich hab keine großen sportlichen Ambitionen ;) ). Und es unterstützt das Nichtrauchen, und da will ich unbedingt hin...

    Das liest sich alles sehr gut was du schreibst und ist meinem Weg vergleichbar. Aber wahrscheinlich reifer ---

    wenn man trocken ist arbeitet die Zeit für einen. Das ist ein sehr schönes Gefühl.

    LG Frank

    Hallo Jonas, du schreibst:

    " Mein Dilemma hier ist logisch unlösbar: schreibe ich so wie ich schreibe, kritisiert man ständig, wie ich schreibe. (...) Welchselte ich den Code, würde man mir vorwerfen, die Foristen plötzlich wie kleine Kinder zu behandeln und sie für dumm zu halten."

    Schreib doch einfach wie du schreibst und aus. Es bist DU, der sich hier in diesem deinen Thread äußert, und die Art wie jemand sich ausdrückt ist Teil der eigenen Identität. Da gibt es weder einen Grund noch irgendein Recht dies zu kritisieren. Wem diese Art sich auszudrücken nicht gefällt hat ja eine Fülle anderer Ausdrucksformen hier zur Auswahl...

    LG Frank

    Hallo Jonas,

    zumindest aus meiner Sicht (ich bin da einfach mal ein bißchen egoistisch) war die Wahl des Forums keineswegs ein Fehler, denn ich hatte und habe sehr viel von deinem Thread. Auch empfinde ich deine Sprache keineswegs als zu abgehoben / intellektuell / unverständlich, schon gar nicht als barrierefördernd, sondern als sehr klar und präzise.

    Kein Thread ist etwas für jeden. Ich hoffe, daß du für dich aus dem Austausch hier auch viel ziehen kannst.

    LG Frank

    Hallo Prinzessin?, du schreibst:

    "Ich arbeite zur Zeit an einem großen Mosaik - das ist eins meiner Hobbys - habe schon sehr viele gemacht. Früher habe ich dabei getrunken."

    Das könnte schon getriggert haben, ganz sicher kann man das nie wissen. Vielleicht besteht ja für dich die Möglichkeit, irgend etwas an dem Setting in dem du dich mit Mosaiken beschäftigst zu verändern - sei es, das in einem andren Raum zu machen, sei es das zu einer anderen Tageszeit zu machen, sei es auch nur immer eine große Flasche Wasser dabei zu haben -, und Achtsamkeit auf die eigenen Gefühle schadet ja eh nie...

    Im Ganzen finde ich aber, daß kreative Beschäftigungen wertvoll und gut sind.

    Du schreibst weiter:

    "Vielleicht macht einem ja so ein Erlebnis stärker, nachdem es ersteinmal runterzieht!! "

    Das glaube ich auch, wenn man es reflektiert. Auf jeden Fall bist du eine falsche Sicherheit los.

    LG Frank

    Hallo Xenia,

    du schreibst: "Dachte schon an Nikotinpflaster als psychische Stütze"

    Nikotinpflaster sind - wenn überhaupt - eine physische Stütze, psychisch bringen sie gar nichts - und der psychische Anteil an der Nikotinsucht ist der entscheidendere.

    Ich bin jetzt ein gutes Jahr trocken und bereite mich jetzt so langsam auf einen Nikotinausstieg vor - vorher wäre es für mich zu früh gewesen. Du kannst dich ja immer wieder einmal mit dem Thema beschäftigen, aber dein Schwergewicht auf die Trockenheit legen; dann dürfte es leichter werden wenn du bereit bist auch das Rauchen aufzugeben.

    Viel Glück und viel Kraft! LG Frank

    Hallo Andreas,


    du schreibst: " Sicher, das Suchtmittel an sich ist zunächst einmal das primäre Problem...es geht allerdings auch darum, dann irgendwann tiefer zu graben...warum hab ich zu diesem Suchtmittel gegriffen ? Liegt es daran, daß ich von Haus aus eine
    Suchtpersönlichkeit bin oder spielen da auch andere Dinge rein, die einem nicht sofort in den Sinn kommen würden ?" ---

    Das sind interessante Fragen, die die meisten trocken gewordenen Menschen irgendwann einmal auf die je für sie individuell passende Weise angehen.

    Ich möchte jedoch - aus meiner eigenen Erfahrung heraus - zu bedenken geben, daß jahre- oder jahrzehntelanger Alkoholmißbrauch auf eine viel tiefere Weise in die eigenen Denkprozesse und emotionalen Erlebnisweisen eingreift als es einem in der ersten Zeit der Trockenheit bewußt ist. Oder, um es optimistischer auszudrücken: die innere Klarheit nimmt immer mehr zu je länger das Gehirn nicht mehr durch Alkohol manipuliert und in seiner natürlichen Funktionsweise gestört wird.

    Um an tiefere Schichten in der eigenen Persönlichkeit herankommen zu können braucht es eine recht weitreichende "Tiefenklarheit", nicht bloß im intellektuellen, vor allem im emotionalen Bereich. Und möglicherweise auch eine therapeutische Begleitung, das hängt vom Einzelfall ab...

    Ich würde von daher dazu raten, im ersten Jahr dem Trockenbleiben im Hier und Jetzt den Vorrang vor einer Ursachenforschung einzuräumen. Dazu gehört neben der hier vieldiskutierten Risikominimierung auch der Aufbau neuer, sinngebender, befriedigender und die Trockenheit stützender Lebensweisen - Hobbies, Sport, Kultur, Natur, was auch immer den Einzelnen anspricht.

    Nach etwa einem Jahr konnte ich auch viel besser einschätzen wieviel Ursachenforschung ich überhaupt noch nötig habe. Anfangs hätte ich am Liebsten 3 Psychoanalysen gleichzeitiggemacht ;) heute ist das alles gar nicht mehr so wichtig: ich habe einen Lebensstil entwickelt der sich von der Art, wie mein Leben früher lief, fundamental (im Positiven!) unterscheidet --- den lebe ich, und groß in der Vergangenheit herumsuchen zu wollen: dies Bedürfnis hat sich doch sehr relativiert.

    Risikominimierung, ein sozusagen "trockener" und zufriedener Lebensstil, eine gute Balance zwischen Aktivität und Entspannung und ein Leben in der Gegenwart, Tag für Tag. Das isses. Das ist nicht nur lebensrettend für unsereins, das ist auch tief befriedigend.

    Das wünsche ich dir und jedem hier.

    LG Frank

    Hallo Forum,

    ich hab hier bei mir selbst eine relativ lange Zeit nichts geschrieben – was einfach daran liegt daß bei mir auch wenig Berichtenswertes losgewesen ist (abgesehen von sehr, sehr viel beruflicher Arbeit, die mir aber zur Zeit ganz gut von der Hand geht und mich wenig belastet). Alle Dinge sind in einem ruhigen Fluß derzeit, und das tut mir gut nach dem turbulenten, intensiven, ebenso emotional anstrengenden wie wertvollen vergangenen Jahr. Ich beschäftige mich in der freien Zeit, die mir bleibt, viel mit Musik und mit Literatur, und (was das Wichtigste ist), ich habe meine Meditationspraxis in den Arbeitsalltag hinübergerettet und führe sie weiter – eine unaufgeregte tägliche Routine wie Essen und Schlafen, die sich ganz langsam, ganz allmählich vertieft und eine Art Raum in meinem Innern schafft, der von äußeren Kalamitäten und Stressen nicht wirklich gestört und durcheinandergebracht werden kann; eine Zone der Ruhe und Klarheit, die mir immer offensteht wenn´s draußen rüttelt und schüttelt.

    Eigentlich hatte ich vor, wieder mit dem Laufen anzufangen, nachdem mir da im vergangenen Sommer mein noch nicht wirklich ausgeheilter Rücken einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte (mein Hausarzt riet mir damals, etwa bis zum Jahreswechsel zu warten). Nun haben wir aber Dauerfrost, und da ich ja wieder von vorn werde anfangen müssen –( Laufen / Gehpause / Laufen / Gehpause etc. zunächst in minütlichem Wechsel) – werde ich noch ein bißchen warten bis es draußen etwas angenehmer ist. Ab Anfang März habe ich Urlaub, vielleicht sollte ich eine Neuerung in meinem Leben in diese streßfreiere und temperaturmäßig gesündere Zeit legen.

    Ich habe in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, daß es mir seinerzeit durch das Laufen relativ leicht gefallen ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Und das bleibt mein Ziel. Auch Nikotin ist ja ein Stoff, der mich – wenn auch auf eine wesentlich subtilere Weise als früher Alkohol und THC – emotional abfedert, anregt, beruhigt, Appetit macht, Appetit dämpft, also durch mein Alltagsleben steuert – und mich dabei körperlich massiv schädigt. Ich will das nicht mehr. Es paßt nicht mehr. Ich kann diese Art Abhängigkeit immer weniger akzeptieren.

    Es gibt also weiterhin Schritte zu tun. Schritte – keine Sprünge… Im Moment befasse ich mich mit Dingen die mir wichtig sind (s.o., das waren immer Literatur und Musik in meinem Leben) und sammle Kraft an. Ich mag den Winter sehr. Aber ich habe eine große Vorfreude aufs Frühjahr gerade…

    LG an Alle, Frank

    ...und ich finde es gut daß du so schnell zu einer so viel differenzierteren Sichtweise gefunden hast und das auch schreibst. Daß für dich Zwangsklavierunterricht eine traumatische Erfahrung war wußte ich wiederum nicht --- und dann passiert sowas.

    Ich würde mich freuen wenn du dabliebest und das, was hier an Selbsthilfe möglich ist, nutzen würdest - vielleicht um auch solche Erfahrungen loszuwerden?

    Gar nicht mehr sauer und mit LG Frank ;)

    Also, oldie, folgende Bemerkung:

    "Ich bezeichne deine Pläne daher als geplante emotionale Erpressung und emotionale Gewalt."

    empfinde ich als vollkommen überzogen, wenn nicht paranoid. Ganz unabhängig vom Oberthema Alkohol in diesem Forum und vor allem angesichts der Tatsache daß Du Jonas - abgesehen von den paar Zeilen die in einem solchen Forum möglich sind -gar nicht kennst, geschweige denn irgendetwas weißt von den Binnenstrukturen der Familie. Sonst müßtest Du ja, beispielsweise, in Bausch und Bogen die Mutter des Kindes als Helfershelferin bzw Komplizin eines "geplanten emotionalen Mißbrauches" darstellen.

    Es gehört viel dazu mich sauer zu machen. Du hast es geschafft.

    Frank

    Zitat: "Gott bewahre, daß sich dieses Forum denen anpasst, die sich aufgrund Ihres "frühen Stadiums" der Alkoholkrankheit noch nicht der Tragweite der Erkrankung bewußt sind." --

    Das glaube ich nicht, da ein Unwissen über die Tragweite der Alkoholerkrankung früher oder später zu Rückfällen führen wird; und an dem Punkt reguliert sich das auf eine verdammt traurige und an sich unnötige Weise dann von selbst.

    Ich schreibe hier erst seit einem Jahr, aber ich habe viel in alten, längst vergangenen Threads gelesen - das war gerade am Anfang sehr wichtig für mich, das "Aktuelle" hat meinem Wissenshunger einfach nicht gereicht. Mein Eindruck ist eher, daß bestimmte Fragen (Relativierung von Risikominimierung, Bevorzugung individueller Wege) seit vielen Jahren immer wieder auftauchen und immer wieder neu diskutiert werden (müssen).

    Aber ich war nicht "live" dabei. Vielleicht täusche ich mich da auch.

    LG Frank

    Hallo Jonas,

    vielen Dank für die Anleitung, ich werde sie versuchen umzusetzen sobald ich die Musik habe (was ich von Bach besitze sind die Matthäuspassion, Kantaten, Brandenburgische Konzerte, Cembalokonzerte und diverse Kammermusik, aber nichts aus dem Wohltemperierten Klavier).

    Bei meiner „Perlensuche“ nach neuer Musik bin ich fündig geworden (das Ganze wird gebraucht aus den USA geliefert, ich muß heftig Geld sparen, und wird in etwa 2 Wochen bei mir angekommen sein). Ich habe lange in meinem Konzertführer herumgelesen (von Attila Csampai und Dietmar Holland, ein wunderbares Buch mit dem ich weit mehr anfangen kann als mit dem Reclam´schen) und mich für eine Aufnahme mit Orchesterwerken von Henri Dutillieux entschieden, die das Cellokonzert, seine erste Sinfonie und kürzere Orchesterwerke enthält. Ich wollte nach meiner (Wieder-)entdeckung von Pendereckis Cellokonzert ein weiteres Stück derselben Gattung haben, das erleichtert den Vergleich; und nach den Informationsbrocken, die ich zusammentragen konnte, scheint Dutillieux einen persönlichen Stil zu haben der mir liegen könnte. (Zu Ligeti fehlte mir einstweilen der Mut  )

    Ansonsten mache ich an den meisten Tagen mit den Kantaten weiter und nähere mich so langsam der Matthäuspassion, die ich angehen möchte wenn ich Urlaub habe, ab Anfang März. Fernziel ist es, in der Osterzeit eine der großen Aufführungen dieses Stückes live in einer der großen Hauptkirchen hier in Hamburg zu erleben – und möglichst viel mitzubekommen von dem was sich da abspielt. Wenn das alles so klappt werde ich an dich denken wenn es soweit ist!

    Was ich übrigens eh öfter tu zur Zeit, denn ich lese (einmal wieder) den Doktor Faustus von Th. Mann, wohl nicht zufällig, denn da gibt es ja eine Menge Synergieeffekte zu den musikalischen Beschäftigungen. Leider muß ich viel arbeiten zur Zeit. Der Tag dürfte gern 36 Stunden haben…

    LG Frank