Beiträge von Notyetaname

    N'abend, Nobby

    Für den geschützten Bereich bin ich schon angemeldet, warte nur noch auf die Freischaltung. Ob das mit dem Tagebuch dort was wird, weiss ich aber noch nicht. Das Problem ist, dass meine Tagebuchtexte noch ausführlicher sind als hier schon, ich aber andererseits auf der Tastatur extrem langsam bin. Zudem bin ich auch noch Perfektionist, was die Rechtschreibung betrifft, sodass ich ständig Tippfehler korrigieren 'muss', die mir handschriftlich nicht passieren.

    Dass du deine Partnerschaft retten konntest (oder besser: ihr eure), freut mich aufrichtig. Das ist mMn ein wichtiger Faktor, obwohl mir klar ist, dass ich meine Trockenheit nicht davon abhängig machen darf.
    Danke auch für deinen Hinweis bezüglich 'mit Worten zuschütten'. Wir hatten bis jetzt Reha-bedingt noch kaum Zeit, so richtig drüber zu reden, nächsten Dienstag komme ich heim (in ein schon komplett alkoholfreies Zuhause), und da hast du mir schon mal einen guten Hinweis gegeben, wie ich vllt nicht gleich loslegen sollte.
    Eine stabile Partnerschaft macht es aber sicher einfacher, trocken zu werden und zu bleiben, als wenn man, wie so viele hier, vor einem kompletten Scherbenhaufen steht.

    Ich wünsche euch weiter alles Gute und vor allem die Kraft, auch schwierige Tage durchzustehen.
    Liebe Grüße
    Noty


    Hi Else

    Vor dem Wort 'toll' schrecke ich etwas zurück, ich bin einfach nur heilfroh, endlich die Kurve gekriegt zu haben.
    Unsere Liebe ist heuer im 33. Jahr, die Ehe ist ein Jahr jünger. Es heisst ja, alte Liebe roste nicht. Aber mutwillig ersäufen kann man sie schon...

    Stolz auf mich darf sie gerne sein, wenn sie möchte, ich bins nicht. Eher ist da eine Scham, so lange mit schlechtem Gewissen weitergetrunken zu haben, Scham über die Rücksichtslosigkeit und über meinen Leichtsinn, so lange alles auf's Spiel gesetzt zu haben, was mir so wertvoll ist. Eigentlich bin ich nämlich kein so hirnloser Mensch...

    Ich freue mich sehr über deine Begleitung und auf deine Beiträge.
    Heute bekommst du von mir ein Päckchen Kraft und Zuversicht

    Liebe Grüße
    Noty

    Einen wunderschönen Abend an alle

    So, das wird jetzt einen langen Beitrag geben. Ich habe den Nachmittag gemütlich mit Gitarre spielen, Kaffee trinken und Tagebuch schreiben verbracht (endlich angefangen! Das Buch liegt schon drei Tage hier), zwischenrein eine Liste mit Situationen, die mir gefährlich werden können, angefangen und viel nachgedacht.
    Und wie ich grade in meinen Thread schau, ist da eine ganze Seite ohne mein geringstes Zutun dazugekommen! :)
    Erst mal Danke an alle, und jetzt schön der Reihe nach (Step by Step, gell, Nobby :) )

    @Nobby: Vielen Dank für deinen Hinweis. Die Gefahr, in so einer Umbruchphase viel zu viel auf einmal anpacken zu wollen, ist sicher groß. Meine Liste habe ich wohl falsch benannt, es sind eher einfach so spontan in den Sinn gekommene Möglichkeiten (so ne Art Brainstorming) - soll nicht heissen, dass ich das alles machen werde. Genau deshalb wäre es auch sinnlos, die Liste hier rein zu setzen
    Und ja: mein halber Bauernhof (das trifft es gut) füllt schon eine Menge Freizeit, ist aber halt auch Arbeit, die einfach gemacht werden muss, und ich brauche noch was, was ich machen will, aber auch mal bleiben lassen kann, wenn mir nicht danach ist.
    Dazu muss ich noch sagen, dass ich meistens erst abends nach getaner Arbeit getrunken habe (war in letzter Zeit aber in dieser Hinsicht nicht mehr besonders konsequent - einer der Faktoren, die mir sehr zu denken gegeben haben, Stichwort:Abwärtsspirale), und ich brauche jetzt eben auch für diese Tageszeit noch was. Nur TV glotzen oder Monitor anstarren kann es auf Dauer ja nicht sein.

    @Else: Erst mal ein Wort im Vorgriff auf Karstens Beitrag: Dass du hier 'nichts zu suchen' hättest, ist, mit Verlaub, Unsinn. Im Gegenteil!!! Ich freu mich besonders. Weil ich durch dich auch was von 'der anderen Seite' erfahren kann, das kann mir doch nur helfen :) Ich weiss ja noch gar nicht, was ich alles angerichtet habe... Und wenn mein Thread dir auch nur einen Funken Hoffnung oder ein bisschen Kraft geben kann, freut mich das noch mehr als deine bloße Anwesenheit sowieso schon!
    Ja, meine Frau! Ohne sie läge ich längst in der Gosse. Und wenn sie nicht so wäre, wie sie ist, hätte sie mich schon vor zwanzig Jahren verlassen, nach 5 Jahren Dauerkrach. - Sie ist wirklich eine starke Frau, aber ich darf das nicht weiter ausnutzen, irgendwann hätte ich den Bogen überspannt.
    Ich danke dir auf's Herzlichste für deinen (hoffentlich nicht letzten!) Beitrag und wünsche dir alle Kraft für die richtigen Entscheidungen!

    @Karsten: Danke! Schöner und treffender hätte ich 's nicht sagen können.

    Jasmin : Dank auch an dich! 10080 ist ja schon eine ansehnliche Zahl. Das wird mir jetzt hoffentlich nicht zu Kopf steigen :lol:

    Hans : Ja, der 'Anfang eines langen Weges' ist gemacht. Und es scheint gar nicht so schwer zu sein. Aber ich bin mir bewusst, dass auch Zeiten kommen werden, wo es ohne euer aller Beistand nicht gehen wird. Und Matthias' Thread werde ich nie vergessen dürfen.

    Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir alle gemeinsam es schaffen.

    Noch mal ganz lieben Dank an euch alle für eure Beiträge zu meinem kleinen Feiertag!!

    Liebe Grüße
    Noty

    Moin moin, Jasmin

    Nicht ganz. Ich hatte mich einige Tage vor der Entgiftung angemeldet, so hab ich nun heute genau die erste Woche Trockenheit.
    Es geht mir sehr gut damit, keinerlei Sehnsucht nach der Zeit vorher. Dennoch: Frischling bin ich noch und werde mich auch noch eine Weile so fühlen...

    Gratuliere zu drei Tagen und wünsche dir weiterhin Stehvermögen und viel Kraft und Zuversicht!

    Liebe Grüße
    Noty

    Hallo Frank

    Das find ich klasse, dass du dir ein Haustier zur Seite stellen willst.
    Tiere spüren sehr genau, wie es einem geht, und sie wissen dann auch, was Mensch braucht. Sie haben Emotionen wie wir und äußern die auch. Oft bekommt man mehr von ihnen, als man ihnen je geben könnte.
    Da wünsche ich dir schon jetzt viel Freude - deine Katze wird dich finden!

    Liebe Grüße und eine gute Nacht
    Noty

    Hallo Frank

    Dank dir!
    Wenn dir Spaziergänge gut helfen ist das ja auch was Tolles (mir ist es momentan zu kalt, und mit den Krücken auch eher anstrengend), und da Entspannung auch gelernt sein will, kannst du davon ausgehen, dass es immer besser wirkt. Ich geh sonst auch sehr gern raus, was mich in letzter Zeit dabei genervt hat, war die Tatsache, dass ich eh nicht so gut sehe und mit Alk in der Birne die hübschen kleinen Dinge am Wegesrand kaum noch entdecken konnte. Ich freu mich riesig drauf, dass das nun besser werden wird.

    Bade nicht zuuu heiss und sieh zu, dass du aus der Wanne kommst, bevor du dich auflöst :lol:
    Halt die Ohren steif!

    Dank auch an Hans für die Ermunterung

    Liebe Grüße
    Noty

    Hallo Frank

    Ich bin selbst erst seit 5 Tagen trocken, also noch in der Entgiftung, drum halte ich mich mit Ratschlägen zurück.
    Nur kurz was zur Entspannung: Ich hatte schon vor vielen Jahren Autogenes Training gelernt (im Suff ging es mir damit wie dir mit der Meditation). Ich will mal kurz aus meiner Sicht die guten und die nicht so guten Seiten schildern:
    -Gut ist, dass AT, wenn man es einmal kann, praktisch von selbst abläuft, kaum dass man begonnen hat. Dann setzt schon nach wenigen Sekunden die Entspannung ein.
    -Weniger gut ist, dass das Erlernen und Einüben etliche Wochen dauert und am besten in einer Gruppe stattfindet, und bei der VHS fangen die Kurse natürlich nicht jede Woche an. Für dich wäre wichtig, dass du so bald wie möglich was hättest. Einzelunterricht gibt es, aber das wird wohl zu teuer sein. Prinzipiell könnte man das aber auch mit einer CD lernen. Ich vermute, weiss aber nicht, ob es sowas gibt.

    PMR kenne ich nicht direkt (meine Frau hat das letztes Jahr in der Kur gelernt), vermutlich müsste das aber auch nach einem Buch erlernbar sein. Und wahrscheinlich erfordert es nicht so eine lange 'Anlernzeit'. Ich werde morgen mal meine Liebste befragen.

    Zum Schluss: Lass dich nicht beirren, dass andere schon viel weiter sind auf dem Weg aus dem Alk. Viele andere sind noch längst nicht so weit wie du, und ein Heer von Menschen um uns hat noch nicht mal begriffen, dass sie sich dringend auf den Weg machen sollten.

    Nun schicke ich dir noch ein Päckchen voll Mut, Kraft und Optimismus :wink:

    Liebe Grüße & Gute Nacht
    Noty

    Hallo nochmal

    Erst mal Dank an Ralf. Seinen Ausführungen habe ich nichts hinzuzufügen :)

    Jetzt noch wie versprochen was zum synthetischen Verfahren:
    Hier wird aus Kohlenmonoxid und Methanol, einem sehr nahen Verwandten des Ethanols mit Hilfe eines Katalysators Essigsäure gewonnen. Dabei sollte kein Ethanol entstehen, aber meine Hand würde ich dafür nicht ins Feuer legen. Auch nicht dafür, dass das Endprodukt völlig frei von Methanol-Resten ist. Methanol ist bekanntlich der Alkohol, der in schwarz gebrannten Produkten gelegentlich enthalten ist (wenn der Vorlauf nicht vom Schnaps getrennt aufgefangen wurde) und hin und wieder zu Todesfällen führt (Methanol ist ca. 70 ((in Worten: siebzig)) mal so giftig wie Ethanol.)

    Wie Ralf also schon richtig sagte, ist es Ermessenssache. Vor Spuren von Alkohol können wir uns nicht schützen. Nicht im Essen, nicht in Getränken und auch nicht in der Atemluft, wenn eine Kneipe in der Nähe ist und der Wind ungünstig steht.

    LG Noty

    Hallo Hans

    Stimmt, Tiere sind eine prima Gesellschaft. Eine von den jungen Katzen kam morgens immer gleich zu mir ins Bett in der Zeit zwischen Krankenhaus und Reha. Glaubst gar nicht, wie ich mich jetzt nach zwei Wochen nach meiner großen Familie sehne. Naja, die eine Woche geht auch noch rum.

    Das mit dem Ziegenkäse war tatsächlich die ursprüngliche Intention, aber die örtlichen Gegebenheiten erwiesen sich als völlig ungeeignet und der Aufwand als zu groß für 50 Gramm Käse pro Tag.


    Hallo Matthias

    Das freut mich, dass du mich besuchst!
    Ja, lernen...Lernen muss ich viel, nebenher möchte ich auch noch was richtig neues machen, deswegen das Cello. Seit Wehnachten hab ich auch ein Keyboard. Noch jedes mal, wenn ich ein neues Instrument in die Finger bekomme, fallen mir auch gleich ein paar neue Melodien ein, allein schon deswegen macht mir das großen Spaß.


    Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft und einen schönen Tag
    Noty

    Hallo drybabe

    Danke dir!
    Ja, viel Kraft wird es brauchen. Auch meine Frau wird Kraft brauchen. Seit meiner PT können wir aber wenigstens endlich drüber reden. Das Hindernis war ja immer, dass ich nicht bereit war, offen die Sucht einzugestehen.

    Liebe Grüße und gute Nacht
    Noty

    Hallo zusammen

    Da möchte ich nun auch ein paar Worte zu sagen:

    Aller Essig, der aus Alkohol durch Gärung, also Bakterienarbeit gewonnen wurde, müsste Spuren von Alk enthalten, denn chemische Reaktionen grade in der organischen Chemie laufen praktisch nie vollständig ab, es entsteht immer ein Gleichgewicht zwischen Ausgangsstoff(en) und Endprodukt(en), welches nur mehr oder weniger stark auf einer Seite der Reaktionsgleichung liegt.

    Ein gutes Beispiel sind die Ester: Eine Säure und ein Alkohol, also zB Phosphorsäure mit Methanol, reagieren unter Wasserabspaltung zu einem Ester. In dem Pott bleibt aber immer ein Drittel der Ausgangsstoffe erhalten, nur zwei Drittel reagieren tatsächlich. Gibt man nun etwas zu, um die restliche Säure zu neutralisieren, spalten sich vorhandene Estermoleküle unter nunmehr Wasseraufnahme wieder in Säure und Alkohol, um das Gleichgewicht von 1:2 aufrecht zu erhalten, sodass am Ende, nach vollständiger Neutralisierung, alle Estermoleküle wieder zu Alkohol werden, die neutralisierte Säure ist dann zu einem Salz geworden.

    Viele Ester sind übrigens Aromastoffe von Früchten. Wenn ich mich recht entsinne, gibt Phosphorsäure mit Ethanol, also unserem Besäufnisalk, Birnenaroma ('naturidentisch'). Das aber nur nebenbei, es ging ja um Essig...

    Auch da ist aber ein Gleichgewicht im Spiel, wenn auch nicht so krass wie bei Estern. Gut anschaulich vorstellen kann man sich auch folgendes: Wenn die Bkterien fast allen Alk verbraucht haben, fällt es ihnen immer schwerer, die letzten Alkmoleküle überhaupt zu 'erwischen'.

    Fazit: Ein zumindest winziger Rest bleibt immer.

    Anders kann es bei synthetischem Essig sein, wenn er nicht durch chemische Umwandlung von Alk hergestellt wird. Da mach ich mich die Tage nochmal schlau und poste das dann hier.

    LG Noty

    PS: Das klingt für Menschen mit wenig Chemiekenntnissen schwierig. Wenn wer Fragen hat, nur zu! Heute aber keine Antwort mehr von mir, ich muss langsam ins Bett.

    Hallo Hans

    *grins* Wie wärs mit zwei Pferden, Ziege, sechs (sorry, hab mich verzählt: sieben) Katzen (Mäuse haben da eher schlechte Papiere;) ), allerdings null Vögel (auch schlechte Papiere, so stabile Käfige, die unserem Kater standhalten würden, sind leider nicht erschwinglich) - einen Hund gab es auch schon, der lebt leider nicht mehr.

    Aber trotzdem danke für die Idee, konnste ja nicht wissen :)

    Ganz lieben Gruß
    Noty

    Ja, Hans, habs schon verstanden.

    Ich hab auch schon eine Sammlung an Möglichkeiten, das war die Hausaufgabe, die mir PT auf heute aufgegeben hatte.

    Musik machen wird dabei sein, von den jeden Monat gesparten 120 Euro für Alk werde ich einen Teil auf ein Sparkonto tun, und wenns voll genug ist, möchte ich mir ein Cello kaufen. Das ist ein alter Traum, nur Gitarre ist mir zu einseitig.

    Und ein bisschen Sport werde ich wohl auch machen. Muss mich auch mal auspowern, wird mir gut tun.

    Die Ideenliste ist zu lang, um sie jetzt hier auszubreiten, wird ja auch nicht alles verwirklicht werden.

    Auf jeden Fall werd ich auch öfter mal mit meiner Liebsten auf ein Konzert gehen etc. Hat sie sich gewünscht. Bin ja 25 Jahre lang nur zuhause gesessen und hab gesoffen.

    LGftZ
    Noty

    Hallo Martin

    Danke! Die Reha läuft prima, auch wenn ich jetzt situationsbedingt ziemlich heftig anderweitig beschäftigt bin. Aber da ich nun auch super glücklich bin, diesen Entzug endlich begonnen zu haben, wird auch die restliche Reha sicher gut und nutzbringend rumgehen. Da ist die psychische Verfassung schließlich ein ganz wichtiger Faktor.

    Und deine Feststellung, dass alles besser ist als saufen, unterschreibe ich sofort!


    Hallo Hans

    Ja freilich bekomm ich Tabletten gegen die 'delirante Symptomatik' (O-Ton Doc), sonst hätte ich den Entzug bis nach der Reha verschieben müssen. Man muss ja hier im Forum nur mal eine halbe Stunde lesen, um mitzukriegen, wie gefährlich ein kalter Entzug ist. Und die Symptomatik war schon durch meine eigenmächtige Alkdosis-Halbierung eingetreten.

    Nach der Reha gehts sofort zum Hausarzt, besprechen, wie es weitergeht, dann mal zur Drogenberatung und auch gleich mal die halbwegs erreichbaren Shgs anschauen (Ich wohne ziemlich in der Pampa, unter 10 km Einzelstrecke wirds kaum möglich sein, was zu finden).

    Soweit mein Plan, alles weitere wird sich dann entwickeln. Zuviel Planung in die Zukunf betrachte ich als sinnlos, geht dann nur schief und führt zu nichts als Enttäuschung.

    Frohe und trockene Zukunft
    und liebe Grüße
    Noty

    Hallo Hans

    Eben. Ich war ja noch voll am Trinken, als ich ins Krankenhaus kam. Erst hier in der Rehaklinik hab ich mit dem Entzug angefangen.

    Seitdem gehts mir gut, auch heute alles im grünen Bereich. War grade einkaufen - kein Problem, unbeschadet an der Getränkeabteilung vorbeizukommen. Aber hingeschielt hab ich schon...

    Nur meine Tabaksorte hab ich nicht bekommen, und dafür 2 Stunden unterwegs in der Kälte. Sch.... Immerhin hab ich mir aber auch ein Tagebuch gekauft. Handschriftlich gehts bei mir 3-5 mal so schnell wie auf der Tastatur.

    Heute vormittag hatte ich PT, hat sich schon allein deswegen gelohnt, weil PT mich drauf hinwies, dass für meine Liebste der 'neue' Ehemann evtl auch nicht nur positive Veränderungen bringt.

    Klar freut sie sich über die Entwicklung, aber es sind ja einige Veränderungen in meinem Leben fällig, und da kann es sein, dass sie damit durchaus auch Probleme bekommt.


    Wenn ich grade dabei bin, noch ein paar Sätze zu den Veränderungen, die ich die letzten Tage bemerkt habe:

    Mit dem Schreiben klappt es schon besser, weniger Tippfehler, auch die Handschrift lesbarer, nicht so kraklig. Ich kann auch wieder leserlich so winzig schreiben wie früher (so max 2,5 mm hoch).

    Die Kaffeetasse lässt sich ruhiger halten - nicht schlecht, v.a. wenn sie randvoll ist.

    Der Hammer ist mein Appetit. Wenn das so weitergeht, wird aus dem Strich in der Landschaft bald eine Kugel. Brauch mich dann nur noch auf die Seite zu legen, dann rolle ich den Berg runter ins Stadtzentrum :)

    Rauchen tu ich momentan mehr als vorher, aber da mach ich mir jetzt keinen Kopf, zumal ich von niedrigem Niveau aus 'gestartet' bin.

    So, jetzt gibt es gleich Abendessen (endlich wieder was zu essen!), nachher schau ich wieder rein.

    Liebe Grüße
    Noty

    Hallo ihr Lieben

    Ganz lieben Dank für die Wärme, mit der ihr mich empfangen habt.

    In einer solchen Situation ist es lebensnotwendig, Menschen um sich zu haben, die wissen, wovon man spricht, die all das durchgemacht haben oder selbst grade voll in der Arbeit drinstecken.

    Ich bin unendlich dankbar für jeden Tipp, das Mitgefühl und jedes aufmunternde Wort.

    Gestern abend ist die seltsame, fast verdächtige Leichtigkeit, die ich die ersten beiden Tage spürte, etwas verflogen - gut so, denn vor Euphorie muss man sich hüten (das lässt sich erahnen, wenn man Mattias gelesen hat. 22 Jahre trocken und immer noch aufpassen müssen. NIE mehr vergessen, dass man Alki ist und jede Nachlässigkeit der Anfang vom Ende sein kann, zumindest den Kampf von vorne losgehen lässt)

    Linde, du hast natürlich recht: klare Worte! Aber für mich waren sie dennoch der Anschub, doch mit dem Doc zu sprechen, was ich ja zuerst nicht wollte, weil ich gefürchtet hatte, dass sie die Reha abbrechen und mich erst mal auf Entzug schicken ('Kommen Sie wieder, wenn wir sicher sein können, dass Sie uns auf ihren Krücken nicht besoffen die Treppe runter fallen')


    Jetzt erst mal die Fortsetzung:

    Gleich nach dem Doc hatte ich den 2. PT-Termin. PT hat sich sehr mit mir gefreut, wir hatten ein langes Gespräch über die Zukunft, Gestaltung des Alltags, der Freizeit, Perspektiven, mögliche Probleme usw.

    Das war mein erster trockener Tag seit langem, und er zeigte mir: Du kannst es. Du musst nicht trinken.

    Beim ersten PT-Gespräch hatte ich erwähnt, dass ich ausser morgens und teilweise tags über nur Kaffee und abends Bier getrunken habe, kaum andere Flüssigkeit, und hatte den Rat bekommen, viel Wasser zu trinken. Das hatte ich auch gleich getan (3-4 Liter jeden Tag) und es hat tatsächlich geholfen, weil so Durst gar nicht erst entstand.

    Hätte ich selbst drauf kommen können, weil ich das schon öfter gemacht hatte, um abends das erste Bier hinauszuschieben, wenn ich mit meiner Liebsten noch 'was vor hatte' und ihr nicht zumuten wollten, mit einem stinkenden Bierfass ins Bett zu gehen.

    Beim 2. Gespräch hatte PT mir aufgetragen, bis zum nächsten Mal aufzuschreiben, wie ich mir mein zukünftiges Leben vorstelle.

    Morgen hab ich wieder PT-Gespräch. Freu mich drauf.

    Insgesamt kann ich kaum fassen, welch glückliche Fügungen diese Woche geprägt haben. Wieviel Glück mir zuteil wurde mit meinem Beinbruch, dem Forum (also euch!), dem richtigen Doc zur rechten Zeit usw...

    Das ist jetzt mal ungefähr der Stand der Dinge, was mir noch einfällt, wird nachgetragen.

    Ich freue mich schon drauf, selbst einmal, wenn ich gefestigter bin in meinem neuen Leben, anderen auf ihrem Weg aus der Sackgasse ein wenig beistehen zu können und so etwas zurückgeben zu können von dem, was ich hier und im Leben an Positivem erfahren habe.

    Liebe Grüße
    Noty