Beiträge von JazzCore

    Mensch Kossi,

    Das klingt alles nur so mittelgut bis halbschlecht.
    Zu Deinem besten Freund will ich Dir mal was sagen: Ich habe meinen Bruder damals verloren, eine echt bescheidene Zeit. Und die Zeit heilt solche Wunden nicht, man gewöhnt sich nur an den Schmerz. Aber Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Schmerz, jeder Fehltritt, den wir im Leben machen einen Lerneffekt erzeugen soll. Das soll uns zeigen, wie stark wir doch sein können und was wir evtl. besser machen können. Du sagst du willst deinen Freund nicht enttäuschen, dann denk gar nicht erst daran zu trinken.
    Schließlich warst Du auch bis heute stark genug dem Alkohol die kalte Schulter zu zeigen.
    Und ich fänds stark, wenn Du mal was für Dich tust, dinge die Du willst.
    LG Jazz

    Hallo Dorid,

    Schon gestern habe ich deinen Thread aufmerksam gelesen.
    Da Du auch aus der Gastronomie bist (wie ich), wollte ich Dich fragen, was Du Dir denn jetzt für einen Job suchst. Oder hab ich das etwa überlesen? :shock:

    LG Jasmin

    Hallo zusammen,

    Wie es weiter geht? Erst mal von Tag zu Tag, in kleinen Schritten. Ich bin nicht gut im Vorausplanen. Am Freitag habe ich noch mal einen Termin bei meinem Arzt, wir werden alles weitere dann besprechen, ausserdem wollte er nochmal einen Body-Check machen, wenn ich schon ein paar Tage trocken bin. Er meinte, dass vorher manchmal alles gut erscheint, aber wenn der Körper erstmal auf Entzug ist, kann auch alles nochmal umschlagen.
    Mein Freundeskreis ist zum Glück nicht sehr groß (umfasst nur 3 wirkliche Freunde), und der einzige Trinker davon hat sich schon ewig nicht mehr gemeldet. Also muss ich mich zumindest nicht mal von meinen Freunden trennen. Meine Familie trinkt eh keinen Alkohol (mehr), also wird es da auch nicht so schwierig werden.
    Das Schwierigste sind die Aktivitäten. Ich war Kneipengänger (Gesellschaftstrinker) und Alleintrinker. Wobei sich das Gesellschaftstrinken schon vor meinem Entschluss ziemlich gelegt hatte. Hier bei mir zu Hause gibt es jetzt keinen Alkohol mehr, nicht einmal mehr eine leere Flasche. Das Leergut (es war wirklich nicht wenig) hab ich gestern komplett entsorgt. Vorher war es mir immer peinlich, dass meine Nachbarn mich sehen könnten, und gestern bin ich über den Schatten gesprungen.
    Ansonsten, Jobtechnisch..
    Gastronomie war schon immer meine Leidenschaft, ich kann mir nicht vorstellen, aus der Branche ganz raus zu gehen. Allerdings gibt es ja noch andere Bereiche in der Gastro.. das muss ich aber noch ein bisschen verschieben. Ich fühl mich noch nicht bereit dazu. Ich hoffe ich bekomme jetzt nicht sofort Schelte, vonwegen "Du musst das alles sofort machen"

    Einen schönen Abend allen,
    LG Jazz

    Gestern hab ich ziemlich viele Dinge gemacht, die ich schon lang nicht mehr getan hab. Entweder aus lauter Unlust - weil mich der Alk vom Vorabend noch in den Fängen hatte - oder weil ich meinen Tag immer so ausrichtete, dass ich möglichst bald wieder zur Flasche greifen konnte.
    Auch hab ich noch eine ganze Stunde hier im Forum geblättert. Ich sehe immer mal wieder Gemeinsamkeiten und doch hat jeder seine ganz eigene Geschichte (darf man Leidensweg sagen?).
    Ich für mich frage mich momentan, ob wir in der Gastronomie echt 90% Alkoholiker haben und ich der 1% bin, dem es klar wird
    Wir trinken (NEIN tranken) jeden Abend zusammen 1 bis 2 Gläser Wein und der Großteil trinkt zu Hause nochmals ein Glas, weil man ja (vonwegen) nach der Heimfahrt wieder hellwach ist. Allein die Tatsache, mit 2 Gläsern Wein im Kopf hinterm Steuer zu sitzen kommt mir gerade völlig absurd vor. Meine Gedanken rasen..

    Hallo zusammen, ich bin Jasmin und ich bin Alkoholikerin.
    Ich befinde mich jetzt in meinem dritten trockenen Tag. Das ist zwar noch nicht viel, aber schwierig genug.

    Damit ihr dann auch über meinen "Leidensweg" (nicht falsch verstehen) bescheid wisst, schreib ich euch mal meine Vergangenheit auf...

    Aufgewachsen bin ich eigentlich anfangs relativ normal, ich bin das Nesthäkchen, habe (hatte) 2 Brüder. Ich weiß heute nicht mehr wie alt ich war, als mein Dad seinen Job verlor aufgrund Alkoholsucht. Dazu muss ich sagen, dass er zu der Zeit Fernfahrer war. Das gab natürlich täglich Streit zu Hause, weil er in seinem arbeitslosen Zustand erst recht dem Alkohol verfiel, einige Jahre. Meine Mutter hasst seitdem logischerweise den Alk.
    Mein ältester Bruder (ich nenne ihn mal Futzy) ist zu der Zeit von zu Hause abgehauen und hat ab dem Zeitpunkt freiwillig auf der Straße gelebt und hat was gemacht? Genau, angefangen zu saufen. Immer wieder mal nen Entzug gemacht immer wieder gescheitert. Der andere Bruder hat sich immer mehr zurückgezogen und ist irgendwann weit weg auf eine Schule geflohen. Ich dann mit 18 ab in die Ausbildung.
    Berufsschule hieß immer einen Monat Internat, das war die reinste "Feierei". Drogen, Alkohol fast täglich.
    Den Abschluss hab ich trotzdem ganz passabel geschafft und nach meiner Ausbildung mit allem aufgehört. Von heute auf morgen, anderes Umfeld eben.
    Andere Stadt und eine neue Freundin, mit der ich ziemlich schnell zusammenzog. Sie war Sommelier (Weinkellner) und natürlich haben wir immer mal wieder zu Hause gemeinsam ne Flasche Wein getrunken. Nicht weiter schlimm ? fast täglich und vorher auf Arbeit schön noch schnell zwei halbe Liter Bier gezischt..
    2006 habe ich denn Kontakt zu Futzy wieder aufgenommen (mein Lieblingsbruder halt, auch wenn er immer nur Mist gebaut hat).
    2007 ist er gestorben im Alter von 40 Jahren.
    Mein Vater hörte Silvester 2007 auf zu trinken und ist seit dem trocken und ich hab nach Futzys Tod angefangen, glaube ich. Den genauen Zeitpunkt kann ich nicht mehr ausmachen.
    Das verrückte an der ganzen Sache ist: Futzy ist dem Alkohol erlegen, sein Herz hat das nicht mehr mitgemacht. Und was mache ich die ganze Zeit?! Mich direkt hinterher stürzen?!
    Na ja, hat ja nur 4-5 Jahre gedauert um wach zu werden..
    Ich danke Euch fürs Zulesen und hoffe, dass ich Euch jetzt nicht in den Schlaf gelangweilt habe. Wenn doch - Schlaft gut.

    Hallo Hartmut,

    Generell finde ich Verniedlichungen katastrofürchterlich. Ich bin da ganz Schnuffis (wobei das ECHT niedlich ist) Meinung:

    "Alki ist einfach zu beantworten - da fühle ich mich veräppelt wenn das wer zu mir sagt."

    Aus meiner Sicht ist auch der Name "Teufelchen" albern, weil das nicht die Krankheit benennt, die ich habe. Ich bin Alkoholikerin und bin selbst verantwortlich dafür. Ich bin selbst Schuld daran und nicht irgendeine Stimme in meinem Kopf.
    :arrow: Sonst wäre ich auch noch schizophren :shock:

    Lg Jazz