hallo zerfreila
ich antworte dir gerne deine frage..dafür muss ich etwas ausholen:
meine alkoholkarriere war nicht die klassische story..mit ca 16 jahren habe ich das erste mal alk getrunken und da schon ziemlich schnell gemerkt, dass ich mit alk nicht umgehen kann und jeweils die kontrolle verliere..
mit 18 jahren habe ich mit bodybuilding und danach mit 21 bin rüber zum powerlifting (kraftsport) rüber gegangen.. bis und mit 30 habe ich keinen alk konsumiert..dafür etliche anabolika kuren für mich genommen und für die wettkämpfe...zu der zeit bin ich mit der drogenszene in verbindung gekommen..nicht als konsument sondern als dealer.
als ich mit dem sport aufgehört habe..habe ich weiter mein lebensunterhalt mit dem dealen verdient. ich war im kokainhandel. ich machte gutes geld damit, aber hatte einen ziemlichen ungeregelten tagesablauf...und habe wieder angefangen zu trinken und partys zu feiern..zu dieser zeit war ich bereits verheiratet, war aber frauenbekanntschaften nicht abgeneigt..und es kam wie es kommen musste..meine frau liess sich trennen von mir..danach fing ich selber an drogen zu konsumieren..was absolut für mich vorher tabu war..ich fing an crack zu rauchen und dies verschlimmerte meinen alkohol konsum drastisch..das eine brauchte ich um mich aufzupushen und den alk um runterzukommen..
bei einem kokain transport von spanien über frankreich in die schweiz wurde ich erwischt..und dies auch ziemlich zugedröhnt.
danach wurde ich zu einer mehrjährigen haftstrafe verurteilt..in der haftanstalt hatte ich zum glück die möglichkeit mich beruflich neu zu orientieren und konnte ein praktikum in einer behinderten werkstatt machen..danach erhielt ich die möglichkeit mich zum arbeits-agogiker auszubilden. mittlerweile bin ich, in der instutition welche ich das praktikum gemacht habe, angestellt.
als ich in der haftanstalt war trank ich nur noch wenn ich urlaub hatte..und danach in der anstalt nicht mehr..ich hatte angst, dass wenn ich nicht mehr in haft bin und wieder in freiheit bin..ich wieder anfange zu trinken und beschloss ganz mit dem trinken aufzuhören und machte eine therapie in welche auch andere insassen teilnahmen.
Seit etwas mehr als einem Jahr habe ich meine Haftstrafe beendet und arbeite als agogiker weiter und bin in der suchtberatung involviert..
studiert in dem sinn habe ich nicht..sondern die fachhochschule abgeschlossen und danach für die suchtberatung an seminaren weitergebildet.
was mir sehr weitergeholfen hat..ist die viele zeit die ich in haft hatte um über mein leben nachzudenken..und zu merken, dass die umstände in welche man sich befindet nicht massgebend sind am eigenem glück..sondern die einstellung.
mein leben bestand früher nur aus wettkampf sei es im sport oder unter den anderen dealern..wer der grösste oder stärkste ist..
eben wie du auch sagst..mit dem sich mit den anderen zu vergleichen..heute sagt, dass mir überhaupt nichts mehr..ich messe mich nur an mich selber..ich habe wieder angefangen sport zu machen..nicht wettkampfmässig sondern einfach für mich..sauber ohne mittel.
ich schaue sehr auf meine ernährung, bewegung und eine ausgewogene haltung..
gruss
jamor