Beiträge von jamor

    @Noty
    du hast mich richtig verstanden :)

    mir gehts nicht darum die abstinenz auf die leichte schulter zu nehmen. auch ich bin seit meinem entzug und die entwöhnungs-therapie "sauber".

    aber ich sehe die abstinenz als instrument um meine ziele zu erreichen.

    Vielen Dank für die Antworten !

    Auch ich habe mein Leben selber in die Hand genommen. Ich bin daran mich zum Arbeitsagogiker auszubilden. Im moment Arbeite ich mit Behinderten zusammen. Zudem gebe ich Vorträge an Schulen zum Thema Sucht. Ich muss dazu sagen, dass ich früher in der illegalen Drogenszene aktiv war und dafür auch mein Lehrgeld (Gefängnisstrafe) bezahlt habe.

    Ich habe einfach an mir und an anderen gesehen, dass "nur abstinent" zu sein nicht langt. Die Änderungen kommen nicht von alleine.

    Für mich ist die Abstinent eine Entscheidung und keine aktive Handlung. Als ich mich durchringen konnte, mich gegen den Alkohol zu entscheiden, hörte auch der Kampf auf. Was nicht heisst, dass ich nie einen Ausrutscher haben kann. Aber wenigstens weiss ich, dass es ein Ausrutscher war. Wenn ich aber keine Entscheidung getroffen hätte..dann würde ich immer noch damit ringen und dies würde mich hindern meinen Sinn auf die wichtigen Lebensbereichen zu richten.

    Die meisten welche noch mit der Abstinenz kämpfen, haben sich damit nicht abgefunden und haben mühe einen endgültigen Strich darunter zu setzen.

    Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist, ich bin aus der Schweiz..

    Aber ich Empfehle jedem eine stationäre Entwöhnung mit einer darauf folgenden Entwöhnungs-Therapie, um den nötigen Abstand zu bekommen und die Lebensziele neu zu definieren.

    Und dann die Ärmel umzukrempeln und damit anzufangen das Leben wieder in die Hand zu nehmen.

    Martin
    Du hast recht, die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber sie hilft einem nicht die gleichen Fehler zu machen.

    Auch ich musste mich mit gewissen Situationen abfinden. Meine Frau hat sich von mir getrennt und wir sind daran uns zu scheiden. Für sie ist zu viel vorgefallen und meine Veränderungen kamen für sie zu spät und sie wollte nicht mehr. Ich kann das verstehen und kann sie nicht dazu zwingen einen neuen Anfang mit mir zu wagen. Dies habe ich gelernt zu Akzeptieren. So ist das Leben..

    liebe grüsse
    jamor

    Hallo Zusammen

    Ich möchte hier ein paar Thesen und Denkanstösse zum Thema Sucht geben. Und würde gerne eine Diskussion dabei anstossen.

    Alkohol wird in unserer Gesellschaft als weniger schlimm angesehen als illegale Drogen (z.Bsp. Heroin, Kokain), obschon die Chancen Statistik gesehen bei den illegalen Drogen davon abzukommen wesentlich höher sind.

    Der therapeutische Ansatz und die Patienten Einstellung ist bei den legalen und illegalen anders. Bei den illegalen Drogen ist es völlig undenkbar, dass zum Beispiel eine selbstständige kontrollierte Einnahme angestrebt wird (ausgenommen staatliche kontrollierte Abgaben). Beim Alkohol denkt oder wünscht sich so mancher kontrolliert oder moderat trinken zu können. Das hat zur Folge, dass sich viele nicht voll und ganz vom Alkohol verabschieden und somit innerlich nicht distanzieren können.

    Bei den illegalen Drogen geht ein Entzug und Stabilisierung vielfach nur über einen Lebensraumwechsel. Zum Gegensatz sind die Änderungen die beim Alkoholentzug und Stabilisierung meistens nur marginal.

    Die meisten von uns haben nicht aufgehört zu trinken, weil wir auf einmal keinen Spass am trinken hatten oder anders gesagt um den Trinkesswillen. Sondern weil der erhöhte Alkoholkonsum die Lebensumstände massiv negativ beeinträchtigt hat.

    Bevor ich aufgehört habe zu Trinken ist mir so richtig bewusst geworden, welcher Scherbenhaufen ich da mit dem Saufen generiert habe und weiterhin generieren werde, wenn ich damit nicht aufhöre. Aber mir ist auch bewusst worden, dass sich der Scherbenhaufen nur mit meinem Aufzuhören zu Trinken nicht von alleine aufräumt. Sondern jetzt mit dem klaren Kopf fängt die Arbeit richtig an.

    Ich persönlich bin nicht so ein Fan von Strategien zu finden um dem Alkohol auszuweichen, sondern viel mehr Wege aus der Misere zu finden, welche man durch den Alkoholkonsum geschaffen hat.

    Und da möchte ich in der Diskussion ansetzen. Ich möchte mich hier mit Leute austauschen, welche Erfolgreich den Scherbenhaufen aufgeräumt haben und das Leben neu aufgebaut haben.

    Themen welche ich dabei für sehr wichtig ansehe:
    Familie
    Berufsweiterbildung
    Freundeskreis reaktivieren
    usw.

    Also..ich würde gerne wissen wie Ihr es geschafft habt, die verschiedenen Facetten des Lebens zu verbessern oder wie ihr noch daran seit..

    hallo boehmi

    ich bin neu hier..trotzdem kann ich gut deine situation gut nachvollziehen. ich habe auch einen ziemlichen schlussstrich durch meine bekannten gemacht und manchmal habe ich auch langezeit nach der saufzeit. es ist nicht so, dass ich es bereue nicht mehr zu trinken oder dass ich mir wieder die alte zeiten wünsche. trotzdem gab es auch zu dieser zeit schöne zeiten. ich sehe es so..wie wenn eine beziehung zu ende geht, dann erinnert man sich gerne zurück, aber das heisst nicht, dass man die beziehung wieder anfangen würde.

    und noch was.. was mich stört, sind die leute welche den alkohol verteufeln.. der alkohol ist per se nicht schlecht.. nur die einen können damit und die anderen können nicht damit umgehen. und ich zähle zu denen welche nicht damit umgehen können..aber mich stört es nicht, wenn andere in meinem beisein trinken.

    nicht weil ich abstinent lebe..muss mein ganzes umfeld abstinent sein oder ich von ihnen das verlangen.

    lg josé

    sorry..für mich ist das keine katastrophe..jeder guter sportler hat mal eine niederlage und in der niederlage zeigt sich erst wer einen guten sportler ist.

    also 1 1/2 jahre warst du sauber..okey..in dem fall hast du ja den beweis, dass du trocken bleiben kannst.

    also jetzt bist du mal ausgerutsch..und jetzt beweis dir, dass du aufstehen kannst und so weiter machen kannst wie die letzten 1 1/2 jahre.

    und noch was.. jeder kann fehler machen, nur die einen lernen draus und die andern machen immer die gleichen fehler.

    also.. krieg mal klaren kopf und keine panik auf der titanik.. dein schiff ist noch nicht gesunken..hat einfach für kurze zeit eine kleine schieflage gekriegt.. ;)

    was passiert ist passiert..

    Mario
    danke für dein feedback

    ich meinte nur, dass der alkohol manchmal einem eine unmittelbare erleichterung verschafft, aber auf lange sicht das ganze leben aufs spiel setzt.

    ich wünsche dir viel kraft und geduld..und dass dir deine gesundheit nicht einen all zu grossen strich durch die rechnung macht.

    ich habe auch lange unter schlafstörungen gelitten und es ist wirklich nicht leicht, damit zu leben.

    liebe grüsse
    jamor

    hallo mario
    du hast etwas sehr wichtiges geschrieben, dass du das gefühl hast, gegenüber den anderen stehen geblieben zu sein. die anderen haben mehr erreicht als du. ich spühre aus deinen formulierungen, dass du in deinem leben nicht alles erreicht hast, was du dir gewünscht hast. setze genau da an. nicht böse gemeint..aber sich einfach ein hobby anzueignen, um mit dem alkohol fernzubleiben..wird dein leben nicht ändern.

    ich gebe dir folgenden rat:

    1. mach einen sauberen entzug..wie du ihn jetzt mit hilfe deines arztes machst.

    2. überleg dir eingehend was du alles durch den alkohol verpasst hast.. nicht um dir selber vorwürfe zu machen..die vergangenheit kannst du nicht ändern.

    3. was kannst du jetzt im nüchternen zustand aufholen, von dem du wegen deinem alkoholkonsum nicht erreicht hast. beruflichs könnte dies zum beispiel eine weiterbildung sein.. du bist jung und du kannst fast alles erreichen.

    sei abstinent um zu leben und nicht umgekehrt..
    jetzt kannst du mit einem klarem kopf dein leben selber in die hand nehmen.

    deine freundin hat bis jetzt zu dir gestanden..also zeig doch auch ihr, dass es wert war..hoffnungen auf dich zu setzen.

    mit dieser einstellung wirst du schnell merken, dass du zwar auf etwas verzichten musst und verzichten tut niemand gerne..aber du gewinnst eine menge.

    das leben wird ohne alkohol nicht bunter..und es wird sicher schlechte tage, wo es dir auf alk besser gehen würde..aber für einen einen tag, eine stunde, eine minute wo du mit dem alkohol deine probleme vergessen kannst..gleich das ganze leben mit all seinen chancen herzugeben ist es wirklich nicht wert.

    gruss
    jamor