Beiträge von Contemplation

    Ist es nicht so dass jeder Alkoholiker seine eigenen Erfahrungen mit der Sucht machen muss, um es vielleicht irgendwann schaffen zu können, ein trockenes Leben zu führen.

    Ist es nicht so dass alle Tipps und Ratschläge eigentlich von Betroffenen als "dass muss ja nicht auf mich zutreffen" abgetan werden, bis sie selber an den Punkt angelangt sind, an dem sie alles ausprobiert haben und für sich entscheiden dass nur eine dauerhafte Abstinenz der Weg aus der Sucht sein kann?

    Ist es umgekehrt dann nicht so dass, wenn ein Süchtiger noch nicht alles ausprobiert hat für sich, sondern nur aufgrund von Ratschlägen und gutem Zureden oder Gewissensbissen aufgehört hat Alkohol zu trinken, eigentlich gar nicht anders kann, als irgendwann wieder weiterzutrinken?

    Ist es nicht so dass die Sucht Dich erst frei gibt, wenn Du sie frei gibts?


    lg Maik

    Guten Morgen zusammen,


    Jürgen Deine Zeilen machen mir mut. Ich hoffe ich bekomme es irgendwann genauso hin wie Du. Das hört sich ja eigentlich ganz "normal" an wie Du Dich durch die Gesellschaft bewegst.

    Hey Blossom, ich kann das wirklich total gut nachvollziehen, mit der Einsamkeit und dass Du natürlich am normalen Leben teilnehmen möchtest. Und natürlich wirst Du überall mit Alkohol konfrontiert. Du sollst ja schließlich auch saufen bis der Arzt kommt, wenn es nach der Industrie geht.

    Es ist doch nunmal alles auf den schnellen Konsum und unbeschwerten Alkoholgenuss ausgelegt heutzutage und mit 29 passt Du da auch noch optimal ins Schema rein. Wenn irgendwo was los ist oder im TV eine Show läuft, so kann das meißt mit Alkohol in Verbindung gebracht werden.

    Auch in jeder Soap oder Sendung die läuft wird ordentlich gebechert. Ich frage mich ob das noch normal ist, oder ob die das extra machen. Überall stehen Leute mit Bierpullen rum und werden Flaschen Wein am Fließband geköpft.

    Und jetzt hab ich gerade den Faden verloren...

    Egal ich wollte einfach bloß sagen natürlich wirst Du überall mit Alkohol konfrontiert, aber Du kannst Dir ja aussuchen in wie weit Du Dich darauf einlässt. Ich meide z.B. das Alkoholregal im Supermarkt, mache nen großen Bogen rum. Auch "Schnapskassen" stelle ich mich nicht an, außer ich hab es vorher nicht gesehen.

    RT* und Co. zieh ich mir schon gar nicht mehr rein, weil diese Konsumverdummung einfach nicht zu meiner Trockenarbeit passt. Kneipen und Partys werde ich wohl noch sehr, sehr lange Zeit nicht besuchen. Kneipen sowieso nicht. Ich meine das ist ja das schwere in unserem Alter. Die meisten Sachen die man mit Freunden machen kann, sind irgendwie mit Alkohol verbunden. Also bei mir ist es jedenfalls auch noch so, dass mir da die Alternativen fehlen. Aber wie gesagt, dass ist ja auch das schwierige daran. Sich ein neues alkoholfreies Leben aufzubauen, mit allem was dazu gehört.

    Du merkst schon es fällt mir schwer auf den Punkt zu kommen. Ich denke gibt einfach wirklich obacht wo Du hin gehst und mit wem. Und ob es das in dem Augenblick auch wirklich Wert ist, dass Du die Einsamkeit, gegen Unwohlsein und Saufdruck eintauschst, der dann vielleicht wieder zu einem Rückfall führt. Dann würde das Spiel nämlich in die nächste Runde gehen und dann wärst Du wieder richtig einsam und würdest zuhause saufen und Dich wegschliessen.


    Du kannst am Leben teilnehmen, aber Dir sollte immer klar sein was Du bist und dass Du eben nicht normal mit Alkohol umgehen kannst und alles eben nicht so schön leicht ist wie in der Bierwerbung. Und Deine Freunde sollten das auch begreifen. Was Du bist und wie es Dir geht in solchen Situationen.

    Du solltest aufrichtig zu Ihnen sein und sie werden Dir Zeit geben, wenn es richtige Freunde sind. Zeit die Du jetzt dringend brauchst. Gefahren erkennen und meiden und wenn Du dann irgendwann gefestigter bist, kannst Du immer noch auf Konzerte und Partys gehen, wenn Du das dann noch willst.

    So ich hoffe das war jetzt nicht zuviel und zu durcheinander ;)

    lg Maik

    Einen hab ich noch Blossom ;)


    Ein Psychologe hat mal vor langer Zeit zu mir gesagt, dass ich mir den Alkohol als einen Gegner vorstellen soll der nur eines will: Mich umbringen. Und der mir haushoch überlegen ist ist im Kampf. Ich hab also keine Chance ihm im Kampf zu besiegen.

    Also willst Du Dich in der Nähe so eines Typen aufhalten, oder denkst Du nicht dass es vielleicht besser wäre ihm komplett aus dem Weg zu gehen?

    Schönen Abend noch zusammen, lg Maik

    Hallo Blossom!

    Ich verstehe Dich vollkommen, denn ich hab es auch so probiert. Ich habe sehr, sehr viele Dinge ausprobiert, weil ich einfach nicht akzeptieren wollte dass gerade ich jetzt auf so viele Dinge verzichten soll.

    Ich denke Karsten wollte einfach mal schauen wie weit Du schon bist. Das mit dem Alkohol ist eine so schwere Sache. Immer wieder bekommt man von anderen gesagt was am besten für einen sein soll, aber woher soll man wissen was wirklich stimmt?

    Ich kanns Dir bloß so sagen wie ich es erlebt habe. Ich war lange Zeit der Meinung dass ich doch irgendwie kontrolliert trinken könne. Da sind viele Versuche und ein paar Jahre für drauf gegangen. Als ich dann irgendwann begriffen habe dass es nur ohne geht hat es auch nochmal eine lange Zeit gedauert, bis ich es endlich geschafft habe.

    Heute denke ich mir so, ach hätte ich mir doch den einen oder anderen Ratschlag früher mal etwas mehr zu Herzen genommen. Ich glaube auch ganz fest an den Weg der Risikominimierung und der Grundbausteine. Ja ich glaube sogar dass es der einzige richtige Weg ist um zum Ziel zu gelangen. Meine Meinung.

    Aber wahrscheinlich ist es wirklich so dass jeder Alkoholiker erst seine eigenen Erfahrungen machen muss, um an den Punkt zu gelangen, an dem er selber merkt, dass es nicht mehr weiter geht. Ich denke die Sucht ist einfach eine zu starke Krankheit um alleine aufgrund von Ratschlägen damit aufzuhören.

    Ich wünsche Dir aber trotzdem viel Kraft und Stärke auf Deinem Weg.


    @Karsten: Ich hoffe auch dass sich, wenn ich erst mal wieder mit beiden Beinen fest im Leben stehe, sich neue Wege und Möglichkeiten für mich ergeben. Ich kenne es bisher halt nicht anders, aber ich werde mir mühe geben das zu ändern. Ich glaube dieses Jahr wird meins ;)


    Danke für Eure Worte. Wenn ich hier im Forum unterwegs bin, habe ich das Gefühl nicht alleine zu sein. Das hilft mir wirklich sehr!


    lg Maik

    Guten Morgen!

    Ich sehe das ja genauso, Kneipen und grundlose Besäufnisse u.s.w. das meine ich ja auch gar nicht. Ich meinte damit eher Situationen, wie z.B. Grillen am See, gemütliches Eingrillen zum Frühlingsbeginn (dieses Jahr wohl eher nicht) u.s.w. . Eben solche Sachen die wo man im allgemeinen gemütlich zusammen sitzt und wo eben auch was getrunken wird. Aber sind das nicht auch Situationen in denen Freundschaften gepflegt werden und sozialer Austausch stattfindet?

    Ich bin nunmal mit solchen Sachen aufgewachsen, was ja nicht bedeuten soll, dass es normal ist. Ich weiß in letzter Zeit sowieso nicht mehr was normal ist und was nicht. Es fällt mir halt im Augenblick schwer mir entspannte Situationen mit z.B. meinen Freunden vorzustellen in denen wir über Gott und die Welt reden können.

    Das ist der Verzicht für mich im Augenblick, obwohl ich im Augenblick sowieso nicht dazu in der Lage wäre mich mit Ihnen zu treffen. (Ich meine keine Saufkumpels!!!) Aber wenn ich an die Zukunft denke, fällt es mir schwer da alles unter einen Hut zu kriegen.

    Ist das bei Dir anders Karsten? Brauchst Du solche Momente nicht mehr, oder sehe ich das noch zu nass und es wird sich im Laufe der Zeit relativieren?


    Gruß Maik


    P.S.: Sorry Blossom dass ich Deinen Thread benutze, aber ich schätze ist auch für Dich was mit dabei ;)

    Ja Karsten, aber Du machst das doch weil Dir da gar nichts anderes übrig bleibt als so zu handeln. Der Alkohol ist nicht der eigentliche Verzicht.

    Das normale Leben, so wie es ein nicht süchtiger Mensch führt, dass ist für mich schon ein Verzicht. Aber ich bin ein Alkoholiker und deshalb muss ich auf dieses "normale" Leben eben verzichten und einen anderen Weg gehen.

    Da gibts kein wenn und aber. Unter schön stell ich mir aber trotzdem was anderes vor.


    Gruß Maik

    Hi Blossom!

    Da haben Karsten und Zotti leider recht. Du machst es Dir doch damit bloß selber schwer. Ich meine auf der einen Seite hast Du genug vom Alkohol, aber dann quälst Du Dich auf Partys und Konzerte wo gefeiert und gesoffen wird?

    Mach Dir bewusst dass das ein gefährliches Spiel ist, dass Du da spielst. Es ist eine Sache mit dem trinken aufzuhören. Eine ganz andere ist seinen neuen Platz im Leben ohne Alkohol zu finden.

    Versuche nicht mehr so sein zu wollen, so wie es unsere Gesellschaft Dich glauben machen will dass Du es sein musst. Du bist Alkoholikerin und solltest versuchen Dich in nächster Zeit komplett vom Alkohol fernzuhalten.

    Ich fahre damit seit Juni letzten Jahres sehr gut. Es fällt mir auch jetzt noch teilweise schwer mir ein komplettes Leben ohne Alkohol vorzustellen und ich sehe es manchmal noch als ziemlichen Verlust an, aber mittlerweie bin ich da etwas gelassener geworden. Jeder mit einer schweren Krankheit muss gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen.

    Wenn man es so sieht, gibt es schlimmeres als auf Alkohol zu verzichten. Klar ein "normales" Leben wäre einfacher gewesen, aber das Leben kann nunmal ein Miststück sein. Du wirst jetzt versuchen müssen Dein Umfeld an Deine neuen "Bedürfnisse" anzupassen.

    Dich an ein normal trinkendes Umfeld anzupassen, in dem Du Dich nüchtern mit in die Kneipe setzt, wird nicht lange gutgehen. Ich verstehe auch andere Leute hier im Forum nicht, die schon länger trocken sind und sich freiwillig so einer Gefahr aussetzen, nur weil sie dazugehören wollen.

    Wir gehören nicht mehr dazu, das sollte Dir schon klar sein.


    lg Maik

    Hallo!

    Möchte mal wieder ein bisschen von mir berichten. Der lange Winter macht mir echt zu schaffen. Die ganze Zeit alle grau und nur Schnee. Das nervt mich, weil ich nicht joggen kann. Wenn ich nicht joggen kann, dann hab ich auch keine Lust auf Diät, weil ich dann denke. Ach dann bringt das auch nichts. Ich weiß das ist totaler Blödsinn, aber irgendwie kann ich das entweder oder denken nicht ablegen.

    Aber es ist nicht so dass es gar nicht voran geht. Es dauert halt bloß alles viel länger als ich mir das wünsche. Und Geduld ist eben nicht meine Stärke.

    Zu meiner Wurzelbehandlung ist auch noch eine Mittelohrentzündung dazugekommen, die jetzt aber schon fast wieder abgeklungen ist. Kam alles auf einmal. Naja die Mittelohrentzündung hab ich mir bestimmt bei joggen eingefangen. Bin kein großer Fan von Kopfbedeckungen und meine Strecke führt übers offene Feld. Da wurde es dann schon teilweise sehr ungemütlich und so habe ich das Laufen dann jetzt schweren Herzens erstmal ausgesetzt.

    Sehr schön ist auch eine neue Möglichkeit die sich mir eröffnet hat, wie ich in naher Zukunft wieder an meinen Führerschein komme. Meine Fallmanagerin auf dem Amt meinte dass sie in besonderen Ausnahmefällen MPU und Führerschein finanzieren könnte. Das sind natürlich sehr gute Neuigkeiten und ich bleib da am Ball.

    Ansonsten habe ich das Gefühl dass sich langsam irgendwie alles normalisiert im Kopf. Es kommt mir so vor als ob ich in den letzten Monaten einen Wandel vollzogen habe. Ich weiß nicht genau was es ist. Vielleicht bin ich jetzt endlich ein Erwachsener?

    Es läuft alles ganz gut und ich mach mein Ding und wenn die Sonne endlich mal rauskommt wird die Stimmung wohl auch endlich wieder besser ;)

    Hoffe bei Euch ist auch alles ok und so wie Ihr Euch das alles so vorstellt.


    lg Maik

    Hallo Blossom!

    Mir geht es jetzt nach 9 Monaten auch noch so, dass ich mich manchmal Frage ob da nicht etwas falsch läuft im Kopf. In einem Augenblick kann ich herzhaft lachen und im nächsten bin ich dann schon wieder völlig nüchtern und abgeklärt. Das ist manchmal schon etwas beängstigend.

    Ich denke es liegt auch daran dass wir durch den Alkohol immer alles viel emotionaler wahrgenommen haben. Wir sind praktisch die ganze Zeit auf 200% gefahren. Jetzt auf normalen 100% fühlt sich alles langweilig an und Du fühlst Dich abgestumpft.

    An das normale Leben muss man sich erstmal wieder gewöhnen. Das dauert eine ganze Weile aber es wird besser. Und wenn Du bei nem Typen der Dich abgeschossen hat nicht verzweifelst und zusammenbrichst liegt vielleicht daran, dass Du im Augenblick wichtigere Dinge im Kopf hast ;)

    lg Maik

    Das leidige Zahnarztthema. Ja da kann ich auch ein Lied davon singen ;) Schieb es mal lieber nicht hinaus. Zahnschmerzen sind schon was ekliges *schüttel*

    Ja ihr habt es ja da unten noch etwas wärmer als wir Ossis hier :) Ich habe sogar was von -15 Grad gehört. Ich hoffe wirklich dass das der letzte Schwung Kälte ist. Hatte meinen Balkon schon fast fertig für den Frühling und dann wieder so ne dicke Schneeschicht. Nee nee nee. Hab die Nase voll davon. Bestimmt auch bloß bis im Sommer wieder 35 Grad sind, dann kann der Winter nicht schnell genug kommen ;)

    Habe gerade im Ster* von dem "RT* Experiment" gelesen, bei dem dieser Herr Sowieso vier Wochen lang einen auf Alkoholiker macht. Also RT* scheint die Dummheit echt gepachtet zu haben. Einem Menschen nur für die Quote so einer Gefahr auszusetzen finde ich einfach unverantwortlich. Da könnt ich echt schreien. Langsam muss doch mal einer einen Riegel bei den Privaten vorschieben. Was da an Dummheit und Menschenfeindlichkeit produziert wird ist ja schon lange nicht mehr schön. Weiß echt nicht warum ich für sowas eigentlich noch Geld bezahle...


    lg Maik

    Hallo Nys

    Ja war ein sehr anstrengendes Gespräch. Hatte vorher auch lange darüber nachgedacht, ob ich überhaupt antworten soll. Habe mich dann dazu entschlossen es zu tun weil ich es irgendwie wollte. Ich weiß auch nicht genau warum. Damals bin ich immer nicht ans Telefon gegangen, wenn ich besoffen oder auf Entzug war. Nur wenn ich in der richtigen Stimmung war hab mich mich mal bei ihnen gemeldet.

    Ich will das einfach nicht mehr. Ich will mich nicht mehr verstecken. Dieser "Kontakt" war aber ein sehr kritischer den ich hätte lieber sein lassen sollen, glaube ich. Obwohl ich eigentlich im Nachhinein glücklich bin, weil ich in diesem Gespräch auch ein paar Dinge klarstellen konnte und meine Meinung nochmal klar zum Ausdruck bringen konnte. Aber es war trotzdem nicht schön.

    Naja ansonsten lief das Wochenende ziemlich schlecht aber in eine ganz andere Richtung. Eine Zahnwurzel hat sich Samstag Abend just in dem Augenblick gemeldet als wir ins Bett gegangen sind. Aber nicht langsam angefangen und dann immer stärker geworden, sondern gleich von null auf hundert...

    Naja die Nacht und der Sonntag war ich kaum ansprechbar, hatte voll starke Schmerzen. Schmerztabletten unwirksam, oh man. Montag Morgen war ich dann beim Zahnarzt und er hat gebohrt, ich froh, schmerz erst weg. Eine Stunde später geht das Spiel wieder von vorne los. Bin fast die Wände hoch und mein Zahnarzt ab Mittags im Urlaub.

    Ich dann zum nächsten Zahnarzt. Röntgen, Spritze, Metallfräse. Brückenzahn (aus Metall) aufgefräst, aufgebohrt und Wurzel gezogen. Oh ha, das war eine Freude und Geräusche...

    Naja Morgen gehts nochmal hin und dann wird alles wieder zu gemacht. Aber das ganze hatte auch was positives. Es hat mir mal wieder gezeigt wie froh man sein kann, wenn man gesund ist ;)

    In diesem Sinne, eine gesunde (letzte?) Winterwoche :)


    lg Maik

    Guten Morgen!

    Heute MOrgen habe ich mit einem "Kumpel" getextet mit dem ich oft getrunken habe. Er fragte mich ob mein neues Leben besser wäre...

    Eine einfache Frage. Nur konnte ich ihm keine einfache Antwort geben. Es haben sich viele kleine Dinge verbessert. Im laufe unseres Gespräches hat sich herausgestellt dass er sehr einsam ist und deshalb schon wieder was trinken möchte.

    Ich sagte ihm dass es dadurch nur kurzzeitig besser wird und ich trotz Freundin und Angehörigen immer das Gefühl der Einsamkeit hatte.

    Er bat mich um Hilfe. Mich. Es war sehr schwer das zu ertragen, aber es zeigt mir dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich habe ihm angeboten ihm mit jemanden bekannt zu machen wenn er es denn möchte. Ich weiß nicht ob er nüchtern war.

    Vor ein paar Tagen Abends im Bett war ich zum ersten mal so richtig stolz auf mich. Ich stellte mir die Situation vor meiner Abstinenz vor. Eigentlich schon jegliche Hoffnung aufgegeben. Immer wieder der Strudel aus Saufen und Entzug.

    Das Gespräch hat mich ganz schön getriggert, weil die Hoffnunglosigkeit seiner Worte wieder Ängste und Sehnsüchte in mir geweckt haben. Es wäre so einfach ihnen nachzugeben.

    Ich bin froh nüchtern zu sein. Es wird immer noch besser Tag für Tag. Solche Gespräche zeigen mir wo ich herkomme und was für einen harten Weg ich schon hinter mir habe und manche noch vor sich.

    Ich habe Mitleid mit ihm und werde ihm hilfe besorgen wenn er sie wirklich will. Ich habe ihm geschrieben er soll mir nochmal schreiben, falls er bereit ist sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen und professionelle Hilfe anzunehmen.

    Mehr kann ich nicht tun. Das weiß ich.


    lg Maik

    Ohne wenn und aber, nein. Dazu ist einfach zu viel passiert. Ich arbeite weiter an meinen Baustellen und meine Freundin hat auch noch einiges dass sie verändern möchte. Zusammen versuchen wir Sachen zu finden die uns beide gut tun und die wir gemeinsam geniessen können. Das ist aber gar nicht mal so einfach. Ich weiß nicht ob wir die Beziehung noch kitten können oder ob wir uns irgendwann trennen werden. Im Augenblick leben wir eher miteinander als dass wir eine richtige Beziehung führen. Das liegt aber hauptsächlich an mir, weil ich zur Zeit halt immer noch sehr mit mir beschäftigt bin. Naja ich schätze in den nächsten Monaten wird sich entscheiden ob wir unseren Weg gemeinsam gehen oder nicht. Ich hoffe aber wir finden einen gemeinsamen weg, aber auch dass wir die Kraft haben wenn es nicht funktioniert uns unser scheitern einzugestehen und die Beziehung zu beenden.

    Ich hoffe dass Ihr Beiden auch gemeinsam einen Weg in die Zukunft findet!

    lg Maik

    Hallo Nala!

    Als ich erst kurze Zeit nüchtern war, hatte ich sehr große Angst vor den Dingen die jetzt kommen und ich habe mich erst nach und nach getraut ausführlicher über die Zukunft nachzudenken. Der Scherbenhaufen hinter mir schien endlos groß zu sein und die Aufgaben die vor mir lagen und immer noch liegen eigentlich nicht zu schaffen.

    Ich war oft so sehr verzweifelt und hatte Angst ob Dich das alles überhaupt schaffen kann. In solchen Momenten spielte ich manchmal auch mit dem Gedanken aufzugeben. Es gab Tage an denen habe ich mich mehr schlecht als recht irgendwie über die Zeit geschleppt und war dann sehr froh wenn sie endlich vorbei waren.

    Das Leben kann ganz schön beängstigend sein, aber stell Dir vor wie es wohl erst sein würde wenn Du noch zehn Jahre weitertrinken würdest und dann an dem Punkt angelangst an dem Du jetzt bist. Was für Ängste würdest Du wohl dann aushalten müssen? Das habe ich mir so vorgestellt: Meine Mutter wäre dann schon tot und ich würde mir nie verzeihen können dass ich die letzten Jahre versoffen hatte und nicht für sie da war. Meine Freundin wäre weg, ich so allein wie man nur sein kann. Die Freunde schon längst nicht mehr erreichbar für mich.

    Das gab mir die Kraft und die Ausdauer meine Ängste erstmal so zu akzeptieren und meine Baustellen ganz langsam, eine nach der anderen in Angriff zu nehmen. Und eine gewisse Gelassenheit, die ich schon so lange vermisste. Denn ich bin jetzt nüchtern und gehe meine Probleme an. Langsam aber sicher und es wird besser Tag für Tag :)

    Egal was kommt Nala, ich bin mir sicher Du schaffst das. Mit klarem Kopf und Schritt für Schritt ;)


    lg Maik

    So neue Woche, neues Glück! Guten Morgen!


    Nys : Ja das kenne ich. Alles auf einmal und am besten schon Gestern alles erledigt. Sehr schwer sich Ruhephasen und auch mal etwas Stillstand zu gönnen. Habe Yoga empfohlen bekommen. Werd ich demnächst mal ausprobieren. Gute Besserung!!!

    Nala : Schön dass es Dir so gut gelungen ist in der SHG. Ich schätze umso mehr Hilfe man sich holt , desto besser kann das für die eigene Trockenarbeit sein. Ich weißß auch nicht, bei mir hier in der einen SHG waren auch nur ältere Leute... Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen.

    Spanijoggel : Ja das mit der Selbstliebe. Es wird noch sehr viel Zeit ins Land ziehen, bis ich mir selbst wieder in die Augen sehen kann und mich freue in den Spiegel zu schauen. Aber ich hoffe darauf und mache aus was dafür. Wir zusammen natürlich auch und jetzt da das Wetter endlich mal besser zu werden scheint, können wir uns auch mal wieder läger draussen aufhalten :)

    Zotti : Na klar :) Der zwölfte Stock bietet sich auch gerade dazu an. Aber ein Fernglas hab ich noch nicht ;)

    Ich habe mir letztens auch eine Überweisung für die PIA (psychologische Institutsambulanz) geben lassen. Ich werde demnächst auch mal wieder zu meinem Therapeuten im KH gehen. Zu Ihm habe ich einen guten Draht und er kennt mich schon seit ich das erste mal auf Entgiftung dort war.

    Ich schätze er wird sich auch freuen, wenn ich ihm über meine Fortschritte der letzten Monate berichte. Ich geh bloß nicht so gerne auf die Station. Habe irgendwie Angst davor... War letztens mit meiner Freundin bloß unten im Krankenhaus nen Kaffee trinken und da hab ich sofort das schwitzen angefangen und mich sehr unwohl gefühlt. Aber ein Anfang ist erstmal gemacht.


    Wünsche Euch allen eine gute und entspannte Woche!!!! Jetzt gehts ab auf die Piste (joggen ;) )


    lg Maik

    Hallo Ihr lieben,

    Danke für Eure Worte!!! Gerade habe ich den älteren Herren wieder von meinem Balkon aus in Richtung Krankenhaus gehen sehen. Er geht seit über fünf Jahren Morgens und Abends auf die Suchtstation zum Pusten! Seit dem ist er trocken :) Der ist voll putzig und er zieht sein Ding auch durch, schon so lange.


    Meld mich später nochmal. Fahre jetzt ins nahe gelegene Ausland Kippennachschub besorgen. Diese lästige Angewohnheit schaff ich auch noch ab, wenn ich gefästigt bin ;)


    Einen schönen Tag!!!!


    lg Maik