Beiträge von Contemplation

    Hallo Nala!

    Ohje hoffe Deinem Ohr gehts wieder besser?!! Mal drauf gepustet ;)

    Ja ich glaube mit den Selbsthilfegruppen muß man Glück haben. Hatte bis jetzt auch bloß "Pech" mit zwei von drei SHGs hier in der Stadt.

    Eine Gruppe ( 5 Leute )wurde von einer Psychologin von der AWO geleitet (also eigentlich eine Hilfegruppe? ) und die Leute da sahen alle ziemlich nass aus, naja genau wie ich auch zu der Zeit... Also keine richtige SHG in meinen Augen.

    Die Zweite, eine kirchliche SHG, war da schon besser. Es war sehr gemütlich, es gab Kaffee und Kuchen und es wurde viel gelacht. Ich kam mir jedoch irgendwie fehl am Platz vor, da ich, damals, der einzige unter 30 war. Alle anderen waren so ab 50 aufwärts und schienen sich schon eine Ewigkeit zu kennen, was mich sehr eingeschüchtert hat.

    Bei den AAs hier war ich noch nicht gewesen, vielleicht trau ich mich ja irgendwann mal. Bis dahin ist das Forum meine offizielle SHG :) auch wenn ich das mit dem Austausch noch nicht so ganz hinbekomme.

    Aber vielleicht findest Du ja eine die zu Dir passt, habe schon von vielen Leuten gehört, dass eine reale SHG sehr hilfreich sein kann beim Trockenbleiben.

    Schön dass es Dir, außer Deinem Ohr, so gut geht :)


    lg Maik

    Guten Morgen!

    Ich finde Deinen Schritt sehr mutig und wünsche Dir sehr viel Kraft in den nächsten Monaten. Gerade in den ersten Wochen solltest Du Dir überlegen wann und wo genau Du den Alkohol getrunken hast. Hast Du ferngesehen, welche Sendungen hast Du gesehen, wo hast Du gesessen, welche Gläser hast Du benutzt, was hast Du gegessen, wo warst Du einkaufen, welchen weg bist Du gefahren(gegangen)?

    Du könntest alle diese Kleinigkeiten irgendwie versuchen zu ändern. Es könnten schon ein oder zwei Dinge ausreichen um Saufdruck in Dir auszulösen. Z.B.: Wenn Du Dir auf dem Platz auf dem Du immer besoffen warst eine Sendung ansiehst die öfter lief als Du blau warst. (Eine Ausdrucksweise ist das wieder ;) )

    Diese ganzen kleinen Puzzleteile können von entscheidener Bedeutung sein. Mir hat es sehr geholfen meinen Kaffeekonsum einzuschränken, weniger zu rauchen und wieder joggen zu gehen um ruhiger zu werden. Alles was entspannt ist gut, alles was Blutdruck macht nicht.

    Da Du ja auch schon Erfahrungen mit Tageskliniken und Co. gemacht hast, weißt Du ja dass diese immer nur beschränkten Schutz bieten können. Da wo Du persönlich unterwegs bist. Zuhause, im Auto, in der Stadt, auf der Arbeit versuche so viele neue Dinge anders zu machen wie nur möglich. Und scheint es noch so banal zu sein. Du wirst sehen, Du hältst Dein Gehirn auf trab und verknüpfst viele Sachen neu in Deinem Kopf die es leichter machen in den ersten Wochen. Nach und nach kannst Du so alte Verhaltensmuster ablegen und neue Wege finden.


    liebe Grüße Maik

    Guten Morgen Natalie,

    ein neues Leben ohne Alkohol zu führen bedeutet eben auch seine Verhaltensweisen zu ändern. Manche Dinge gehen dann eben "erstmal" nicht mehr (betrunken vermeintlich gute Gespräche führen, besseren Sex haben, oder überhaupt welchen...)

    Du kannst diese Krankheit nur in Schach halten wenn Du Dein Leben neu ausrichtest und Dein Mann und Deine Freunde "müssen" da mitziehen, oder Dein Vorhaben ist zum scheitern verurteilt.

    Aus Dingen die Du jetzt vielleicht noch als Verzicht betrachtest, entwickeln sich später neue, vielleicht sogar bessere Möglichkeiten. Nur weil Du diese noch nicht kennst oder Dir vorstellen kannst, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.

    Den Alkohol wegzulassen ist erstmal der wichtigste erste Schritt. Alles was Dich danach noch stört oder was Dir wehtut, daran kannst Du arbeiten. Aber das dauert seine Zeit.
    Wie die anderen schon sagten, Du mußt jetzt in erster Linie an Dich denken! Dann schaffst Du es auch.


    liebe Grüße Maik

    Wenn Du das so schreibst hört sich das sehr überzeugend an. Ich komm mir bloß manchmal irgendwie blöd vor. Ist einfach so.

    Ich muß mal mehr unter "reale" Menschen. Weißt schon wie ich das meine. Ich habe einfach niemanden der mich mal reflektiert.

    Der mir sagt so das ist richtig und das falsch. Ich frage mich manchmal bin ich eigentlich noch normal? Was ist normal?

    Meine Freundin ist stark Coabhängig und sie kann mir nicht die Meinung sagen oder jetzt ab und zu schon mal. Aber nur sehr Zaghaft.

    Aber sie/wir arbeiten daran. Aber ich merke jetzt immer mehr und mehr dass ich dringend mal wieder unter Menschen musss. Also nicht bloß kurz zum einkaufen, sondern eben richtig. Austauschen von Meinungen und all so nen Kram ;)

    Aber Du hast recht Nala, danke :)


    lg

    Und diese scheiß Krankheit kotzt mich einfach an. So viel leid und fast ein ganzes Leben versaut!! So viele Leben für nichts und wieder nichts. Man dieser scheiß Alkohol, wenn ich könnte wie ich wollte, ichwürde allen Alkohol der Welt auf den Mond schießen!!! Und selbst das wäre noch zu wenig.


    So das mußte mal raus!!!!!!!!!


    Fahre jetzt nen dicken Blumenstrauss für meine Liebste kaufen und dann überrasche ich sie auf Arbeit :) Oh das gibt wieder Pluspunkte ;)


    Nen schönen Valentinstag Ihr lieben (Und unterstützt auch schön die Blumen und Süßigkeitenindustrie, die zocken uns ja noch nicht genug ab mit Ihren Schokoostereiern die es jetzt schon wieder zu kaufen gibt, will ja keine Namen nennen)


    Man , das tat gut. Ich bin weg, lg

    Guten Morgen Nala, Zotti, drybabe und alle Anderen!

    Hab mich sehr über Eure Einträge gefreut. Das Forum hier ist so ziemlich der einzige Ort an dem ich mich mit gleichgesinnten austauschen kann. Auch wenn ich größtenteils bloß mitlese und nicht schreibe, bedeutet dass nicht dass ich kein Interesse habe etwas zu schreiben.

    Ich glaube einfach dass ich über die Jahre die Kommunikation mit andren verlernt habe, so kommt es mir manchmal vor. Oft hatte ich auch schon etwas geschrieben und es dann wieder gelöscht, weil ich gedacht habe.. Ich weiß auch nicht dass es Blödsinn ist was ich geschrieben habe oder ach ich weiß auch nicht (genau das meine ich)

    Ich weiß manchmal nicht ob meine Verhaltensmuster noch normal sind, oder ob ich mich schon um den Verstand gesoffen habe. Ich versuche dann zu analysieren ob dass was ich über eine Sache denke, normal ist oder ob ich etwas zu krass sehe und komme dann zu keinem Schluss. Und dann kommt so ein Kauderwelsch bei raus. Na ich lasse das trotzdem einfach mal so stehen.

    Zu Eurer Frage. Schon ein Jahr weiter. Ich habe einfach Angst vor der Zukunft. Wenn ich das bei Euch so lese. Wie habt Ihr das bloß gemacht. Wie konntet Ihr trotz Eurer Sucht normal arbeiten gehen? Das ist mir ein Rätsel?

    Durch den Alkoholkonsum war es mir gar nicht möglich längere Zeit an einem Ort zu arbeiten. Entweder viel es auf oder ich bin dann nicht mehr klargekommen und aus Scham weggerannt..

    Die ganzen Sachen die noch offen sind, diese vielen unbekannten Variablen, die sind es die mir das Leben schwer machen und weil ich einfach noch nicht weiß wie ich das alles schaffen soll. Es kommt mir so vor wenn ich über mein Leben nachdenke dass ich nicht erst seit dem Alkohol ein Problem hatte, sondern schon mit der Wahl meines Berufes als ich 16 war.

    Ich wünschte mir manchmal einfach nur ein kleines bißchen mehr Klarheit, wie es weitergeht. Es bereitet mir sehr großes Kopfzerbrechen, mein Tinnitus ist schon seit Wochen auf Rekordniveau und jeden Morgen tut mir dermaßen die Kauleiste weh (trotz Beissschiene, Zähneknirschen), naja und deshalb das mit dem Jahr weiter.

    Der Sport hilft mir sehr dabei, etwas gelassener zu bleiben, doch ich merke dass ich eigentlich mehr machen müsste um gelassener zu sein. Meine Gelenke spielen da im Augenblick aber noch nicht mit, aber in den nächsten Wochen und Monaten wird sich da glaube ich einiges zum Positiven verändern.

    Als ich mir den Text gerade noch einmal durchgelesen habe, wollte ich ihn eigentlich wieder löschen, aber ich lasse ihn einfach mal so stehen. Später kommt da auch nichts besseres bei raus ;)


    lg Maik

    Guten Morgen Yvonne,

    heute Morgen hab ich die Zwölf von Gestern auf dem Kalender durchgestrichen. Somit ist wieder ein Monat ohne Alkohol vergangen. Der achte ist ist jetzt.

    Mir geht es alles in allem ganz gut. Ich versuche in kleinen Schritten voranzukommen, was mir aber immer noch nicht so ganz leicht fällt. Ich wünschte ich wäre schon ein Jahr weiter.

    Ich gehe jetzt wieder regelmäßig Joggen, achte auf meine Ernährung und die Gesundheit im allgemeinen. Das umsetzen der Grundbausteine hat mir bei meiner Trockenarbeit sehr geholfen und tut es immer noch.

    Ich meide wirklich alles was mich triggern könnte, sei es auch noch so banal. Selbst meine Gedanken versuche ich so gut es geht zu kontrollieren. Gedankenspiele die früher bewußt oder unbewußt zum Rückfall führten, habe ich gelernt frühzeitig zu erkennen und schon im Anfangsstadium abzubrechen.

    Ich meide erstmal jeglichen persönlichen Kontakt mit Leuten die in meiner Saufkarriere mitgewirkt haben. Freunde, Bekannte, Suffis ja sowieso. Selbst im Supermarkt meide ich immer noch das Alkoholregal, gehe Umwege und nehm die Süßigkeitenkasse, nicht die mit den Kurzen. Sprays und Aftershaves, na alles eben, tabu. Ich will das nicht in meiner Nähe haben.

    Ich habe für mich begriffen, dass ich mit Alkohol an sich, aber auch mit allem drumherum nichts mehr zu tun haben kann und möchte. Ich versuche mir jetzt meine eigene trocken Welt
    aufzubauen, in der ich gut zurechtkomme und es mir gut geht. Ich werde dann später entscheiden wen oder was ich da hineinlasse oder wer dann eventuell auch leider draussen bleiben muß.

    Ich muß sagen, dass mir diese Nulltoleranzschiene auf der ich fahre sehr gut tut und ich in dieser ganzen Zeit bis jetzt, ohne Scherz!!!, nie Saufdruck hatte. Es ging mir zwischenzeitlich aber auch sehr schlecht, als ich begriffen habe, dass ein Leben ohne Alkohol ein Neuanfang ist, bei dem viele Dinge auf der Strecke bleiben werden. Mein Freundeskreis war schon immer etwas feierfreudiger, aber eigentlich haben alle ihr Leben auf der Reihe. Arbeit, manche haben schon Kinder und sind verheiratet. Ich bin eigentlich der einzige mit nem Totalausfall gewesen.

    Naja und jetzt ist mir klar, dass ich nie wieder normal da reinpassen werde Vielleicht mal hier ein Kaffee und da ein wenig quatschen, aber ansonsten?

    Vielleicht denke ich da aber auch einfach noch zu nass und es ergeben sich noch Möglichkeiten, die mir jetzt noch nicht klar sind.

    Das wichtigste für mich ist aber: Ich glaube wirklich dass ich es diesmal endlich schaffe. Das ist so ein starkes Gefühl in mir drin dass mich die ganze Angst und auch Trauer in mir ertragen lässt und mich weiterkämpfen lässt!!!

    lg Maik

    Guten Morgen :)

    Carpenter : So seh ich das auch. Die Vergangenheit ist Vergangenheit und das Geschehene kann man sowieso nicht mehr ungeschehen machen. Die größte Bürde hat man seinen Liebsten ja erstmal schon genommen und alles andere muss man sich Stück für Stück erarbeiten.

    Nala : Mit meinem Schweinehund disskutiere ich jeden Tag :)
    Aber dadurch dass ich es mittlerweile Schaffe mir und den Zielen die ich erreichen will mehr Zeit zu geben, läuft es eigentlich ganz gut. Ich laufe bis jetzt Mo, Mi, Fr jeweils eine Stunde und habe es geschafft dass ich nach dem Mittagessen nichts mehr esse, in der Woche. (Hört sich schlimmer an als es ist) Manchmal nen Apfel Abends.

    Höchsten drei Kaffee und 15 Zigaretten am Tag und das auch nur auf dem Balkon. Naja das sind so meine Baustellen was das körperliche angehen und irgendwann kommen dann noch mein Fahrrad und die Hanteln ins Spiel, wenn ich meinen Schweinehund überzeugt habe ;)

    So einen Partner zu haben, ist das Beste was einem passieren kann. Schön dass er so hinter Dir steht und Dich so unterstützt. Hört man ja manchmal auch ganz andere Sachen.

    Das hört sich doch alles schon einmal sehr gut an und ich freue mich dass es Dir so gut geht. Aber sei bitte vorsichtig und denke immer daran. Die Sucht ist hinterlistig und falsch und kommt wenn immer man sie am wenigsten erwartet.


    lg Maik

    Hallo Nala!

    Da hast Du ja einiges mit dem Du Deine neu gewonnene Zeit ausfüllen kannst und Deine Katzen werden sich freuen dass sie ihre "Mami" wiederhaben :)

    Ich habe nochmal darüber nachgedacht ob die Zeit vielleicht die Erinnerungen und das Erlebte mit dem Alkohol verblassen und weniger brutal erscheinen lässt, aber ich denke wenn man erstmal an dem gewissen Punkt angekommen ist, an dem nichts mehr geht und man sich wirklich entscheidet dem Alkohol zu entsagen, dann stehen die Chancen, wenn man trotzdem immer auf der Hut ist, nicht schlecht, dauerhaft Abstinent zu bleiben.

    Alles was irgendwann mal kommt sind halt Sachen mit denen man dann halt irgendwie klarkommen muss. Andere Leute müssen das auch und das Leben hat nunmal auch seine Schattenseiten, wie wir alle ja nur zu gut wissen, aber auch viele, viele schöne für die es sich lohnt ein selbstbestimmtes Leben ohne Alkohol zu führen.


    Lesen wollte ich eigentlich auch mal und hab schon drei neue Wälzer im Bücherregal, aber mir fehlt irgendwie auch noch die innere Ruhe zum lesen, aber das kommt sicherlich demnächst, wenn das Projekt Sport erstmal richtig läuft ;)
    Hobbyraum hört sich sehr gut an, vielleicht noch nen Boxsack rein, zum auspowern :)

    Was ist eigentlich mit Deinem Mann? Unterstützt er Dein Vorhaben und wie steht er dazu. Trink er selber auch und auch in Deiner Gegenwart?


    lg Maik

    Zitat von *Nala*

    Und dann würde ich den Raum gerne komplett umfunktionieren. Vielleicht wird daraus sowas wie ein Hobbyraum?!
    Fehlen nur noch die Hobbies... :wink: Das muss ich mit meinem Mann bequatschen, der hat da schließlich auch was mitzureden.


    Nen großen Flachbildschirm rein und wie Wii dran. Dann habt Ihr Bewegung und könnt daddeln ;)


    lg

    Hallo Zotti!

    Du hast ja recht. Ich tue mich einfach immer noch schwer damit mich über meine Erfolge zu freuen und si zu teilen. Ich versuche ja so gut es mir möglich ist mal bei anderen zu schreiben wie ich das alles so sehe.

    Das es bei mir im Thread immer noch so trostlos aussieht liegt glaube ich daran, dass ich es schon sooft versiebt habe. Immer wenn alle anderen dachten dass ich es vielleicht endlcih schaffe habe ich doch wieder zur Flasche gegriffen.

    Immer wenn ich selbst gedacht habe alles im Griff zu haben, hat mich der Kater an einem der folgenden Tage eines besseren belehrt.

    Ich würde gerne mehr schreiben und mich auch mehr über meine kleinen Erfolge freuen, aber ich habe Angst dass dann wieder irgendetwas schief läuft. Deshalb fahre ich jetzt meine Schiene, versuche alles nach und nach umzusetzen was ich mir vorgenommen habe und hoffe dann irgendwann an dem Punkt zu sein, an dem ich selber sagen kann: Gut das wars jetzt, jetzt hab ichs geschafft und jetzt kann ich mich auch drüber freuen.

    Ich merke aber bereits seit einigen Wochen dass es mir immer leichter fällt, mir Gedanken über die Zukunft zu machen und vergangenes endlich Ruhen zulassen. Mir ist jetzt klar dass ich viel zu lange in Verganenheit gelebt habe. In meinen Gedanken hatten Freunde und Bekannte immer noch dasselbe aussehen wie damals und machten auch immer noch dasselbe. Und ich dachte ich könnte einfach wieder an mein altes Leben anknüpfen wenn ich erstmal clean bin. Was für ein beängstigender und aberwitziger Irrglaube.

    In was für einer Traumblase ich gelebt habe, all die Jahre lang mit "meinem" Suff. Es fällt mir schwer da die Fassung zu wahren.

    Aber ich denke ich bin auf einem guten Weg, ich hab da so ein Bauchgefühl und ich tue auch einiges dafür. Dieses Forum und Ihr habt mir wirklich sehr ,sehr ,sehr geholfen. Auch wenn Ihr nichts davon wisst :)


    lg Maik

    Guten Morgen Nala und Frank und alle Anderen :)!

    Das mit dem Alter bereitet mir auch Kopfschmerzen. Ich sehe hier viele Menschen im Forum, die es erst in etwas fortgeschrittenem Alter (bitte nicht übel nehmen) geschafft haben dauerhaft trocken zu bleiben.

    Das lässt manchmal so eine üble Vorahnung in mir aufsteigen, dass es ich vielleicht doch noch nicht genug "Erfahrungen" gesammelt habe und es vielleicht doch noch nicht das Ende meiner "Saufkarriere" ist. Aber diese Tatsache lässt mich bloß umso achtsamer und vorsichtiger durchs neue Leben gehen.

    Dennoch habe ich schon einige Szenarien für mich durchgespielt. Was wenn meine Mutter einmal stirbt? Werde ich dann stark genug sein, diese Trauer ohne Alkohol auszu halten?

    Oder ich hab das Thema schon sooft durch dass es mir schon zu den Ohren rauskommt. Ich weiß es geht nicht! Aber was wenn der Schleier der Zeit meine Erinnerungen immer weiter an die grausame Zeit die hinter mir liegt vernebelt und ich eines Tages doch denke: Naja vielleicht waren es ja damals bloß die Umstände, die mich so haben saufen lassen und ich kann eigentlich doch normal mit Alkohol umgehen?

    Das sind Gedanken die mir oft durch den Kopf schwirren. Ich kann meinen Weg bloß gerade weitergehen. Mir ein neues Leben ohne Alkohol aufbauen und daran glauben irgendwann so stark zu sein das Leben in seinen ganzen Facetten auch nüchtern meistern zu können.

    Aber wie gesagt Kopfschmerzen krieg ich trotzdem wenn ich so drüber nachdenke.

    lg Maik

    Hallo Nala!

    Mensch Supi hört sich das an :) Die Tagesklinik wird Dir bestimmt helfen einen strukturierten Tagesablauf reinzukriegen und dort kannst Du sicher auch mit Leuten reden die vielleicht ähnliche Erfahrungen wie Du gemacht haben.

    Das mit dem Computerzimmer finde ich sehr gut. Da ich bloß in ner 1-Raum Wohnung lebe hatte ich es damals so gemacht, dass ich alles neu gemalert, umgeräumt und meinen PC Tisch samt Monitor gespendet habe.
    Außerdem ein paar neue Möbel rein und das hat mir sehr geholfen hier besser klarzukommen, da ich ja aufgrund meiner Probleme auch nicht viel draussen war/bin.

    Vielleicht wäre das ja ne Möglichkeit für Deine Computerhöhle ;)

    Wie Verena schon geschrieben hat, fängt der schwere Teil erst an, wenn Du Dich Deinen Gefühlen und Ängsten irgendwann nüchtern stellen musst. Wenn es Dir mal schlecht geht und Du denkst dass sich gar nichts bewegt.

    Dann darfst Du nicht nachgeben, denn es wird immer Vorwärts gehen, wenn Du nicht trinkst. Wenn Du mal nen Hänger hast geh einfach online, hier ist eigentlich immer jemand zum "quatschen".

    Und wenn Du lernst neue Wege zu gehen und Deine Ängste zu überwinden, wirst Du feststellen, dass sich dieses neue Leben lohnt!

    Sorry rede schon wieder zuviel, komm grad vom Laufen und mein Endorphinspiegel ist auf nem guten Level ;)


    lg Maik

    Hallo Mikini, na bist Du noch nüchtern? Du wirst lernen müssen Stress auch ohne Alkohol auszuhalten. Du mußt Dich den Fehlern aus der Verganenheit stellen und sie nüchtern angehen. Selbstmitleid steht Dir dabei nur im Weg.

    Pack es an und lass alles was Dir nicht gut tut links liegen. Keine Drogen und keinen Alkohol, sonst drehst Du Dich immer weiter im Kreis!


    lg Maik

    Hi Nala!

    Schön dass Du hier bist und dem Alkohol den Kampf angesagt hast. Du hast die ersten wichtigen Schritte ja schon eingeleitet. Es ist wichtig dass man sich soviel Hilfe wie möglich besorgt.

    Du mußt jetzt in den nächsten Wochen und Monaten sehr stark sein und machst am besten einen riesen Bogen um alles was auch nur ansatzweise nach Alkohol riecht.

    Viel Kraft und Stärke !!!


    lg Maik :)

    1994

    Meine Saufkarriere begann so mit 15. Damals haben wir uns am Wochenende jeder eine Stiege Bier geholt und waren dann bei einem Kumpel im Garten und haben da geklimpert bis alle unterm Tisch lagen. Ich bin eigentlich ein sehr "nüchterner" und ruhiger Mensch und ich merkte sehr schnell dass ich mich mit Alkohol ordentlich gehen lassen konnte und besser mit anderen Leute konnte. Das übliche Klischee halt.

    Damals war aber noch alles halbwegs normal, wenn man das so sagen kann.


    1996

    Dann kam die Lehre. Weit weg von zuhsause in einer großen Stadt in einer WG in einem großen Haus mit zehn Leuten das vom Betrieb gestellt wurde. Mein bester Freund war durch einen glücklichen Zufall auch dabei. Schnell kamen wir mit Canabis in Kontakt und nach einem Jahr rauchten wir das Zeug täglich. Auch vor der Arbeit am frühen Morgen und nachm Feierabend bis in die Nacht. Später kamen auch Amphetamine und MDMA hinzu. Alkohol spielte ,wie ich damals dachte, zu der Zeit keine so wichtige Rolle.

    Damals nahm ich durch die harte Arbeit und das Fitnessstudio in das ich ging über dreissig Kilo ab. Durch die Drogen hab ich mehr Alkohol getrunken und konnte besser auf die Frauen zugehen. Und es funktionierte. Ich hatte Blut geleckt!


    1999

    Das alles ging eine Weile gut. Nach der Lehre hab ich noch ein Jahr in einer großen Stadt gearbeitet. Inzwischen wurde ich schon ein paar mal mit Alkohol am Steuer erwischt und mein Führerschein war ein paar mal weg. Ich hab mich immer öfter total abgeschossen und damals dachte ich: Ja man, bin halt n krasser Kunde. Cool u.s.w. Die Drogen und der Alkohol hatten meine Persönlichkeit komplett umgekremmpelt. Ich hab immer öfter blau gemacht und mit meiner Freundin mit der ich zu diesem Zeitpunkt fast 2 Jahre zusammen war ( erste große Liebe ) hab ich aus einer Laune heraus schluß gemacht. Der Rausschmiss aus meiner Firma drohte mir auch.


    2000

    Da kam mir die Bundeswehr doch wie gelegen. Ich kündigte auch aus einer Laune raus und hab irgendwie noch lange krank gemacht um die Kohle zu kassieren. So genau weis ich das alles nicht mehr, den die Jahre 99 und Anfang 2000 gehören zu den schlimmsten in meinem Leben!
    Mein bester Freund hatte übrigens Mitte 99 eine Psychose durchs Kiffen und war fast ein Jahr außer Betrieb. Er ging danach wieder nach Hamburg und hatte seine Lektion gelernt.

    Naja jedenfalls war ich jetzt beim Bund und mit den Drogen wars vorbei. Von jetzt an war der Alkohol mein bester Freund, denn nach und nach kam alles was ich die letzten Monate verbockt hatte nach oben. Das war echt schlimm. Aber der Alkohol hats erstmal gut gemacht. Diese Zeit möchte ich aber trotzdem nicht missen weil sie mich schon oft vorm trinken bewahrt hat, wenn ich mich unter Saufdruck an sie erinnerte...

    2000 - 2013

    Der Rest ist schnell erzählt. Zurück in meiner Heimatstadt und das geschehene im Hinterkopf habe ich mit Drogen, Alkohol und Party weitergemacht. Es wurde immer schlimmer, ein paar mal bin ich auf der Intensivstation wachgeworden und fands noch cool was ich wieder für ne fette Party hatte...

    Anstatt zu Kiffen benutzte ich nun den Alkohol um wieder runterzukommen nach Partys. Ich begann eine Umschulung und lernte dort jemanden kennen der leicht an Crystal Meth rankam. Wir fahren fast die gesamten zwei Jahre drauf unterwegs. Ich rauchte sich Abends runter und ich nahm Alkohol zum runterkommen. Meißtens und es wurde immer mehr und mehr.

    Ich glaube das war der Zeitpunkt der mich entgültig süchtig machte. Es war der totale Wahnsinn wie ich in der Zeit unterwegs war. Mir wird ganz schlecht wenn ich an diese Tage zurückdenke.

    Vier Wochen vor Beendigung der Umschulung bin ich nicht mehr hingegangen. Ich hatte Verfolgungswahn und konnte nicht mal zum Arzt. Vielleicht hat mir das sogar im Nachhinein das Leben gerettet. Von Heute auf Morgen war Schluß mit den Drogen. Naja nicht mit dem Alkohol. Wieder was versiebt und von da ab wurde es immer mehr Alkohol pro Tag.

    Ich hab dann eine Menge zugenommen und nach und nach keinen mehr in meine Wohnung gelassen von meinen Freunden. Keiner wußte so richtig was los ist. Ich auch nicht so richtig. Ein riesen durcheinander im Kopf.

    Seit dem war ich mal hier mal da arbeiten. Immer nur für kurze Zeit. Einmal für anderthalb Jahre in einer sehr großen Stadt am Rhein. Die waren da alle ziemlich trinkfest und wollten sogar dass ich dableibe. Meine Sucht ist dort gar nicht weiter aufgefallen, obwohl ich auf einer Betriebsversammlung voll besoffen vor der ganzen Mannschaft der Chefin die Meinung gegeigt habe über diverse Probleme im Betrieb. Ich dachte das wars jetzt. Aber am nächsten Tag haben mir meine Kollegen gratuliert und meine Chefin hat mich gefragt ob ich nicht da bleiben will... (War Leiharbeiter)

    Das war für mich der Startschuss wieder nachhause zu fahren. Alt wär ich da jedenfalls nicht geworden...

    Für mich war klar, ich muß jetzt was tun um wieder klarzukommen.
    Es ging dann immer hin und her , ausprobieren wie es doch gehen könnte mitm Saufen. Krankenhaus 14x, AEB zweimal,
    ich habs nie geschafft, außer AEB länger als drei Wochen ohne Alkohol. Direkt nach der AEB auch gleich wieder weitergesoffen.

    Naja dann hab ich meine Freundin kennengelernt und die letzte Phase meiner Sucht begann. Irgendwie spürte ich das. Kann nicht sagen was genau. Ich habe gemerkt dass irgendetwas passieren wird. Gut das hat fast drei Jahre gedauert und es war eine wahnsinnig schwere Zeit für alle beteiligten, aber ich spürte dass etwas passieren wird.

    Es hätte aber genauso gut der Tod sein können. Das Saufen wurde immer schlimmer und ich dachte irgendwie jetzt ist bald Schluß, so oder so. Die Trinkpausen waren immer voller Verzweiflung und immer dachte ich jetzt ist wirklich Schluß.

    Die nassen Phasen immer brutaler und der Entzug zuhause mit Tabletten immer krasser. Da dachte ich dann, jetzt ist halt hier Schluß und es ist endlich vorbei mit mir.

    Dann hatten wir ein Wochenende wo meine bester Freund hier war. Er kommt eigentlich nicht mehr zu mir wegen dem Suff, aber es hatte sich so ergeben. Wir haben etwas getrunken, nicht zuviel komischerweise , geredet, viel geredet diese Nacht und am Morgen hat er mich umarmt als er ging und mir kam es so vor als ob es jetzt vielleicht das letzte mal war dass wir uns gesehen haben... Dieser Blcik, diesen bemitleidenswerten Blick und seine Worte als er ging werde ich nie wieder vergessen.

    Ich habe dann meine Freundin gebeten mich alleine zu lassen. Ich war sehr verzweifelt und wußte mal wieder nicht weiter.
    Ich hab mich dann abgeschossen und eingeschlossen und hatte einen sehr , sehr schlimmen Entzug. Seitdem bin ich trocken und clean. Am zwöften sind es acht Monate und darauf bin ich stolz.

    Ich weiß auch nicht was an diesem Tag passiert ist. Ich glaube ich habe einfach losgelassen irgendwie. Nicht nur den Alkohol, sondern auch die Vergangenheit an die ich mich so sehr geklammert hatte. Ich sah meinen alten Freund und sah die Zukunft. Eine in der wir beide vorkamen. Also mußte es eine ohne Alkohol sein.


    Ich wollte das hier nochmal einfügen, weil ich mich noch gar nicht richtig vorgestellt habe.


    lg Maik

    Achso eins noch: Ich glaube nicht dass wenn man dem Alkohol aus dem Weg geht, gefahr läuft einer anderen Sucht zu erliegen. Diese Gefahr wird immer da sein, wenn man nicht aufpasst und sein Leben ändert. Im Gegenteil, ich bin mir bewusst, und das war auch eine traurige aber wahre Erkenntnis, dass ich nicht Teil der normalen Gesellschaft sein werde.

    Kein Feierabendbier mit Kollegen, kein Bier mit Freunden neben dem Lagenfeuer am Strand. Deshalb werde ich mein Leben jetzt versuchen von Anfang an so auszurichten, dass mir diese Sachen erst gar nicht fehlen. Also mir andere Sachen suchen um zu entspannen oder zu chillen. Aber wie das richtig funktionieren soll und wie ich das mit meinem Freundeskreis in Einklang bringen soll, da fehlt mir bis jetzt auch noch der Horizont, aber ich hoffe dass sich das mit der Zeit irgendwie ergibt, wenn ich neue Wege gehe und vielleicht neue Menchen kennenlerne.

    Ganz schön schwer diese Einsicht.


    lg Maik

    Hallo Andreas,

    ich wollte Dir einmal schreiben wie ich es mit den anderen Suchtmitteln sehe. Ich glaube, ich weiß nicht ob es bei allen Alkoholikern so ist, bei mir war es jedenfalls so, dass ich mich mit dem Alkohol immer bis zur Bewusstlosigkeit abschiessen musste. Es gibt dafür einen richtigen Namen der das beschreibt.

    Nachdem nun Schluß ist mit dem elenden Saufen, habe ich festgestellt, eigentlich früher auch schon, nur jetzt halt bewusster, dass ich mit keinem Sucht oder Genußmittel so richtig normal umgehen kann. Weil wir schon einmal beim Thema Kaffee waren, nur deshalb. Zigaretten und Lebensmittel würden auch gehen.

    Ich habe sehr lange Zeit gebraucht um von diesen Trichter weg zu kommen dass ich irgendwiee anders drauf sein muß. Ich habe immer gedacht es fehlt irgendwie etwas (Alk?) wenn ich nicht einen Kaffee in der Hand und ne Kippe im Mund hatte.

    Ich saß dabei auch wie beim Saufen immer vorm Rechner und es viel mir sehr schwer das zu ändern. Aber vor ungefähr einem Monat habe ich angefangen nur noch auf dem Balkon zu rauchen und auch nur noch frühs einen oder zwei Kaffee zu trinken, ohne Rechner, außerdem erst nachdem ich eine Banane gegessen habe.

    Und was soll ich sagen, dadurch dass dieser zusätzliche "Anreiz" für mich weggefallen ist, komme ich langsam dazu, endlich meinen Sport zu machen, weil ich nicht mehr so lange vorm Rechner sitze. Mein Zigarettenkonsum hat sich von 30-40 Zigaretten am Tag auf ungefähr 10-20 gesenkt. Höchsten, eher 15 ;)

    Wie gesagt am Anfang war es schwer aber jetzt nach einem Monat bin ich auch viel ruhiger geworden und fühle mich viel besser. Ich glaube einige von uns (oder alle?)müssen schon sehr aufpassen wie sie mit Sucht- und Genußmitteln umgehen.


    lg Maik