Beiträge von Contemplation

    Hallo Caris,

    ich glaube nur Dein Mann kann sagen ob er ein Alkoholiker ist. Er weiß es, ganz sicher. Mit den Ärzten kannst Du auch reden und ihre Einschätzung dazu hören.

    Es ist gut das er den ersten Schritt getan hat, wenn auch mit ein wenig Nachhilfe. Aber das wichtigste ist das ihm erstmal geholfen wird. Aber so etwas geht nicht von Heute auf Morgen. Das dauert seine Zeit. Alkoholismus geht oft mit den verschiedensten psychischen Krankheiten, wie auch Depressionen, einher und es braucht seine Zeit um die Sachen die man mit dem Alkohol unterdrückt hat aufzuarbeiten.

    Dein Mann hat gute Chancen, wenn er am Ball bleibt und sich helfen lässt. Du kannst ihn unterstützen aber er muß es selber wollen und nicht nur wegen seiner Arbeit mit dem Trinken aufhören.

    Es ist leider meißt ein langer, harter Weg um eine zufiedene Trockenheit zu erreichen (Bin selbst noch auf dem Weg dorthin. Hoffentlich) und Du mußt auch aufpassen dass Du nicht auf der Strecke bleibst. (Stichwort: Co-Abhängigkeit)
    Das mit der Selbsthilfegruppe ist eine sehr gute Idee. Mach es wirklich, es wird Dir bestimmt helfen die Verhaltensweisen Deines Mannes und Deine Eigenen einmal von außen reflektiert zu bekommen. Außerdem kannst Du vielleicht mit Menschen reden denen es genauso geht wie Dir und die auch in so einer schwierigen Situation stecken.

    Nehmt alle Hilfe die Ihr bekommen könnt!

    Du bist nicht alleine, Liebe Grüße Maik

    Hallo Angela,

    es ist nicht einfach, es ist sogar verdammt schwer, der Kampf nüchtern zu bleiben und sich nüchtern mit dem Leben und seiner Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Aber die Ängste werden doch mit Alkohol auch nicht weniger.

    Im Gegenteil, mit jedem Jahr Saufen wird es doch schlimmer, wenn man mal wieder ein paar Lichte Momente hat und sich der Umwelt bewußt wird und über sein Leben nachdenkt.

    Ich glaube jetzt erstmal alles sortieren, sacken lassen und auch mal die schlimmen Gedanken aushalten ist da die bessere Alternative. Aushalten und sacken lassen, dann wieder düber nachdenken und sein Verhalten anpassen und verändern.

    Das dauert alles seine Zeit und ist für mich manchmal auch nur sehr schwer auszuhalten. Aber ich will nicht noch ein paar Jahre versaufen und mir diese Bürde auch noch aufs Gewissen laden. Denn ich denke irgendwo gibt es auch eine Grenze an der ein Mensch auch zerbrechen kann.

    Und soweit wollen wir es doch nicht kommen lassen, oder?

    Also jetzt kämpfen. (Ich hoffe das hört sich jetzt nicht zu sehr nach Klugscheißer an.)

    Viel Kraft und Mut zur Nüchternheit, lg Maik

    Hallo Angela,

    ich könnte mir nicht vorstellen, dass mein Partner in meiner Gegenwart trinkt. Nicht einmal dass wenn Sie/Er sich mit meiner Krankheit auseinandergesetzt haben und die Beziehung ernsthaft fortsetzen wollen, überhaupt Alkohol konsumieren. Das würde, für mich, meine Entscheidung und meine (sehr anstrengenden) Bemühungen, mir ein Leben ohne Alkohol aufzubauen, in Frage stellen..

    Ich sehe das nach (genau Heute) fünf Monaten ohne Alkohol so und ich glaube dass sich in Zukunft daran auch nichts ändern wird.

    lg Maik

    Hört sich ziemlich langweilig an. Kommt mir sehr bekannt vor, aber könnte funktionieren. Hab alleine zuhause keinen Saufdruck, obwohl ich auch meißtens alleine zuhause getrunken habe. Vielleicht legst Du Dir ja eine Aktivität draussen zu, so ein, zwei Stunden am tag um Dich physisch etwas auszulasten.. Hilft ungemein, wenn man sich erstmal dazu überwunden hat.

    lg Maik

    Hallo c2h5oh,

    schön dass Du es hierher geschafft hast. Willst Du bloß mit dem Alkohol brechen weil Du Deiner Enkelin das Klavier spielen beibringen möchtest, oder war das bloß eine Umschreibung für irgenwas anderes und ich habs nicht mitbekommen?

    Bin seit zehn, zwölf Jahren meißtens nur betrunken raus, weil ich die Umwelt draussen auch nicht nüchtern ertragen konnte bzw. mit anderen Menschen nicht so konnte. Aber ich schätze das wird dann wohl was anderes sein.

    Hast Du denn einen Plan wie es jetzt weitergehen soll? Meinst Du mit Deiner Disziplin schaffst Du es alleine? Und wie willst Du Deine nun neu geschaffene Zeit ausfüllen?

    lg Maik

    Guten Morgen Angela123,

    das hat sich ja alles nicht so gut angehört. Bist Du noch nüchtern? Dein Mann hat sich abgeschossen und Du warst mit dabei? Da fehlen mir echt die Worte. Vielleicht überlegst Du Dir ja mal für ein paar Wochen in eine Tagesklinik zu gehen. Da kannst Du mal mit Leuten reden und auch mit nem Therapeuten. Bist tagsüber mal raus und kannst Dich etwas ablenken.

    Mir hat das schon einmal sehr geholfen und es hat meine Probleme zwar nicht einfacher, doch in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Manchmal braucht man einfach Hilfe und niemand braucht sich dafür zu schämen!!!

    Und wenn man erstmal die Scheu überwunden hat und sich darauf einlässt mit andern Menschen über seine Probleme zu reden erschliessen plötzlich ganz andere Möglichkeiten für einen selbst. Denk doch mal drüber nach.


    Viel Kraft für Heute , liebe Grüße Maik

    Guten Morgen und Happy Halloween ._.

    silberkralle : Im Augenblick fällt es mir noch schwer Dinge "auszusortieren" obwohl der Schleier der vorher noch alles vernebelt hat nicht mehr ganz so präsent ist. Ich meine damit "in der Vergangenheit leben", sich Dinge die einmal waren (bevor alles den Bach runter ging) wieder zurückwünschen zu wollen.

    Ganz langsam wird mir erst die ganze Tragweite meiner Saufkarriere bewußt. Das ist hart, aber die Zeit ist weitergelaufen und läßt sich auch leider nicht mehr zurück drehen. Auch wenn ich mir das schon so oft gewünscht habe in den letzten Jahren, jedes Mal wenn ich von meinem Balkon aus eine Sternschnuppe sah.

    Aber ich weiß was mir jetzt am wichtigsten ist: Mein Gewicht wieder auf normmal zu bekommen und dann so schnell wie möglich wieder eine Arbeit. (Das Trockenbleiben setze ich für mich natürlich als Vorraussetzung für das alles)


    Angela123 : Wir haben uns so sehr an den Alkohol gewöhnt, dass er uns als "Lösung" aller Probleme erscheint. Ich habe in meinem Leben so oft wieder nachgegeben... Es bringt einfach nichts. Ich empfinde nur Abscheu und Ekel und Verzweiflung wenn ich an den Alkohol denke. Ich meine Saufdruck ist manchmal schon noch da und ich weiß wie gefährlich es werden kann, wenn man sich zu sehr darauf einlässt. Deshalb gehe ich auch diesen Situationen bewußt aus dem Weg.

    Aber wenn ich heute an etwas trauriges denke oder Verzweiflung sich breit macht, wenn ich an den Weg denke der hinter mir liegt und an den, der noch vor mir liegt, lasse ich diese Gefühle zu. Ich lasse Sie bewußt zu. Ich weine dann oft, aber es ist eine ehrliche Trauer. Keine die der Alkohol uns vorgaukelt.

    Liebe Grüße an alle, Maik

    Guten Morgen!

    Solche Erfahrungen machen einen ernster aber auch stärker. Schön dass Du nichts getrunken hast. Es ist furchtbar ein geliebtes Tier zu verlieren mit dem man Jahre lang sein Leben geteilt hat. Ich mußte das leider auch schon erfahren :(

    Trotzdem einen schönen Tag!


    Liebe Grüße Maik

    Hallo Mietzekatze,

    die Frage was Du machen sollst, wird Dir jeder Arzt oder Therapeut mit: Ihn verlassen und so lange machen lassen bis er von alleine zur Einsicht kommt beantworten.

    Die Sache mit der Liebe ist da schon eine ganz andere Sache. Meine Freundin hat sich in den Alkoholiker Maik verliebt und hat es drei Jahre lang durch etliche Abstinenzversuche, Lügen und Verzweiflung mit mir ausgehalten.. Aus Liebe und Co-Abhängigkeit.

    Du musst selbst entscheiden ob Du solch ein Leben führen willst, es kann eventuell noch sehr lange so weitergehen... Leider!

    Er ist der einzige der es schaffen kann seine Sucht zu bekämpfen und vielleicht irgendwann im Zaum zu halten.


    Liebe Grüße und viel Kraft, Maik

    Es müssen in einer "Trinkerkarriere" irgendwann Einsicht und Horizont vorhanden sein, dass ein vernünftiges Leben mit Alkohol für einen selber nicht möglich ist.

    Wenn man alle für sich denkbaren Möglichkeiten mit Alkohol durch hat, muß noch die Kraft vorhanden sein dem Alkohol "lebwohl" zu sagen.

    Ich denke das ist der Knackpunkt: zu resignieren dem Alkohol gegenüber, aufgeben und nicht mehr weitersuchen, nach der einen Möglichkeit mit Alkohol leben zu können, die es sowieso nicht gibt.

    Diese Einsicht kommt beim einen früher, beim anderen später und sehr oft auch leider zu spät.

    Ich schätze früher hab ich mir immer noch einige Hintertürchen offen gelassen und so habe ich die paar Wochen Trinkpause, mal abgesehen von der Entgiftung, Vollgas gegeben in allen Bereichen, nur um mir mein Trinken dann wieder rechtfertigen zu können. Doch diese Hintertürchen sind jetzt alle verriegelt und verrammelt.

    Und jetzt ist da bloß noch ein riesiger Scherbenhaufen. Und der erscheint mir irgendwie zu groß. Ich weiß nicht wo ich mit dem kehren anfangen soll... lg

    Guten Morgen liebe Leute,


    so noch zwei Tage und dann ist wieder ein Monat voll mit roten Kreuzen. Sieht langsam richtig gut aus das Ding. Ich hatte auch schon einige Situationen in denen ich früher sehr schnell nachgegeben hätte und die mich, zur eigenen Verwunderung, nicht mehr interessieren.

    Es scheint dass die Resignation dem Alkohol gegenüber diesmal echt und von Dauer ist. Trotzdem bin ich nicht sehr glücklich, weil sich keine Euphorie und kein Tatendrang einstellen möchten. Sumpfe hier nach viereinhalb Monaten immer noch in meiner Wohnung rum und komme einfach nicht raus aus meinem Schneckenhaus...

    Naja bekomme ich auch noch in den Griff, denke ich. Wenn ich doch bloß etwas gelassener wäre. Habe die ganze Zeit das Gefühl dass mit die Zeit davon läuft und das machts auch nicht unbedingt leichter.

    Wollte Euch gerade ein schönes Wochenende wünschen. Das lass ich dann mal lieber..


    Liebe Grüße Maik

    Ich weiß genau was Du meinst. Es ist (noch) nicht leicht sich da irgendwie vorzustellen wie das in Zukunft abgehen soll. Ich weiß es auch nicht...

    Ich denke es braucht Zeit sich da irgendwie reinzufinden. Es ist jetzt schwierig und auch traurig zum Teil, aber wir schaffen das schon! Erstmal kompletten Abstand auch wenn es schwer fällt und ich denke dass ich den anderen damit weh tue, aber alles besser wieder die Kontrolle über alles zu verlieren!

    Bleib stark!

    Guten Morgen!

    Nach Jahre des ausprobierens, bin ich auch zum Schluss gekommen dass ein absolut trockenes Umfeld der Weg zum Erfolg ist. Ich halte mindestens nen Kilometer abstand zu allem was nach Alk riecht oder mach sofort die Fliege wenn mir etwas spanisch vorkommt. So läufts nach fast vier Monaten immer noch ganz gut.

    Aber wie gesagt, dazu waren etliche Fehlversuche nötig und auch die Einsicht in Zukunft eben nicht nur der Maik zu sein der auf allen Partys trotzdem halt noch voll die Stimmungskanone ist obwohl er nix mehr trinkt, sondern auch auf einen bedauerlichen Teil(also geselliges normales betrunkenes Beieinandersein) verzichten zu müssen und jetzt einen anderen Weg zu gehen.


    lg maik