Beiträge von Contemplation

    Hi Steffi,

    vieles von dem was Du schreibst erinnert mich daran wie ich die letzen zehn Jahre gelebt habe und eigentlich die wichtigsten Jahre in denen man sich beruflich was aufbaut durch den Alkohol zerstört wurden. Bin am 12.ten zwei Monate trocken und achte sehr auf die Grundbausteine und gehe allem was auch nur im entferntesten nach Alk riecht ausm weg. Also z.B.: gehe ich in keine Geschäfte mehr wo ich direkt am Eingang gleich erstmal an nem riesigen Alkregal vorbei muß. Die kenne ich ja zum Glück alle und weiß sie zu meiden. Garten wo ich oft blau war: weg.

    Die Gefühle: Ja ist ziemlich schwierig manchmal. War nach meiner Entgiftung auch total gut drauf und guter Dinge. Hab mitm Sport angefangen, meine Ernährung umgestellt und bin einfach sehr oft raus in die Natur, also weil ich eigentlich nur zuhause gesoffen hab. Aber zur Zeit hab ich auch wieder nen Hänger: keine Lust auf gar nix! Ich bekomme dann Angst die ganze versoffene Zeit nicht mehr nachholen zu können, unterzugehn.

    Aber wie sehr die Gefühle auch Achterbahn fahren, eins ist mir klar: Ich will diese Achterbahn diesmal nüchtern und mit klarem Verstand fahren. Auch wenn mir zwischendurch mal schlecht wird, rgendwann fängt es bestimmt an Spaß zu machen.

    In diesem Sinne drück ich Dir ganz dicke die Daumen für Deine Therapie und wünsch Dir ganz viel Kraft auch die üblen Tage zu meistern!!!!

    lg Maik

    Guten Morgen!

    Diese Angst die steigt glaub ich mit der Ernsthaftigkeit des Versuchs dem Alkohol entgültig lebwohl zu sagen. Mit jedem kleinen Schritt in Richtung dauerhafter Abstinenz denke ich. Ich habe diese Angst auch, die sich hoffentlich irgendwann in einen gesunden Respekt verwandelt. Diese Angst irgendeinen noch so kleinen Fehler zu begehen und wieder in der Abwärtsspirale festzuhängen. Die Angst in einer Gesellschaft wie unserer als Außenseiter dazustehen und irgendwann allein zu sein. Ich trinke jetzt seit dem 12.06. nichts mehr und weiß um den steinigen Weg der vor mir liegt, weil ich ihn schon so oft gegangen bin. Leider nie konsequent bis zum Ende. Ich bin mir aber sicher dass diese Angst irgendwann wenn man im "richtigen Leben" angekommen ist verfliegt und sich in wohlgefallen auflöst. Und Deine auch!!! Einen trockenen Freitag den 13.ten ;)

    lg Maik

    @uwe:

    Davor dass ich verblöde und es gar nicht mehr schaffen kann dauerhaft trocken zu bleiben habe ich eine wahnsinnige Angst. Ich bin jetzt wieder mal seit einem Monat trocken und habe mich mal wieder komplett von der Außenwelt abgeschottet. Außer Joggen jeden zweiten Tag verlasse ich eher selten die Wohnung... Weiß auch nicht warum ich dass hier schreibe. Ich bin alles so leid

    Hallo in die Runde!

    zitat:

    ich halte es für zielführender und erfolgversprechender sich nur
    1-mal auf den Weg in die Abstinenz zu machen. Und dann eben richtig.
    Und eben erst dann wenn der Trinker wirklich die Schnauze voll hat und bereit ist, Alles für seine Abstinenz hintenanzustellen.
    19 "Fehlversuche" schwächen nur die eigene Zuversicht, es überhaupt schaffen zu können und sind daher eher kontraproduktiv.


    Also diese Aussage finde ich nun wirklich absurt. Jeder Alkoholiker "er"lebt doch seine eigene Saufkarriere. Und nur weil Du evetuell soweit unten am Boden warst und es dann beim ersten Versuch geschafft hast, muß dass doch noch lange nicht auf andere zutreffen.

    Ich habe auch schon mehrere Entgiftungen und Therapien hinter mir und bin der Meinung aus all diesen Erfahrungen gelernt zu haben. Ich kämpfe weiter und glaube fest an ein glückliches abstinentes Leben.

    lg Maik