Beiträge von Contemplation

    Guten Morgen Erik,


    ich habe Gestern Abend noch ein paar mal Versucht einen Beitrag zu verfassen. Nach einer Stunde habe ich aufgegeben und enttäuscht den Rechner heruntergefahren. Ich wollte Dir Mut machen, Hoffnung geben und wahrscheinlich mir selber auch.

    Doch alles was ich geschrieben hatte wäre nicht ehrlich oder zu verschönt dargestellt gewesen.

    Ich denke wir müssen uns irgendwann im Leben so oder so fragen wo die Reise hingehen soll, was wir aus unserem Leben machen wollen. Ich weiß noch wie mein bester Freund und ich während unserer Ausbildung geschwärmt haben, dass wir wohl nie mit dem Kiffen aufhören würden. Es war einfach zu geil. Das intensive Wahnehmen der Geräusche, der Musik, der ganzen Welt.

    Er hat dann irgendwann eine Psychose entwickelt und hier in meiner Heimatstadt ein paar Autos geschrottet nachdem er mir seine Liebe gestand... Das wars dann für ihn mit dem Kiffen. Bevor ich mich ernsthaft mit meinem Führerschein auseinandergesetzt habe war das Kiffen immer noch eine kleine Hintertür, die ich mir offen gehalten habe. Für später wenn ich alles wieder so habe wie ich es mir vorgestellt habe.

    Jetzt da ich sehe was das für eine Arbeit ist den überhaupt wieder zu bekommen, was da alles dranhängt, sehe ich die ganze Sache schon wieder etwas anders. Mir geht es schon wieder wie Gestern Abend. Ich merke dass ich nicht weiß was ich Dir schreiben soll :(

    Es ist alles sehr schwierig. Ich weiß auch nicht was die Zukunft bringt. Ob ich so glücklich werden kann. Ich habe mir Ziele gesteckt. Also ich möchte herausfinden was das nüchterne Leben mir zu bieten hat. Ich möchte sehen ob meine Freundin und ich zusammen passen, Dinge finden die uns Spaß machen und uns verbinden. Ich möchte aber auch die Kraft haben das ganze zu beenden, falls ich merke dass sie doch nicht in mein Leben passt. Ich möchte auf mein Idealgewicht von 75 kg runter.

    Ich möchte einen Job, der mir halbwegs Spaß macht und der mir ein Einkommen beschehrt, mit dem ich über die Runden kommen kann und der meine Rente halbwegs absichert. Ich möchte meinen Führerschein wiederhaben und ein Auto. Ich möchte meine Mutter davon überzeugen sich besser um ihre Gesundheit zu kümmern und ihre Lebensführung etwas zu ändern. Ich möchte mit zwei, drei Freunden (die ich für meine besten halte) wieder einen engen Kontakt aufbauen. Ich möchte Hobbys die mir Spaß machen. UND: Ich möchte mit all dem zufrieden sein!

    Ich weiß dass das alles sehr viel Zeit dauert UND ich schneid mir eher ein Bein ab als dass ich mir diese Zeit nicht gebe. Ich werde in dieser Zeit keinen Alkohol und keine Drogen dulden. Ich hoffe dass mir die Antidepressiva erstmal nen kleinen Schub geben und ich mich nicht mehr zu sehr auf die Zukunft oder Vergangenheit versteife, sondern den Kopf für das hier und jetzt frei habe.

    Ich halte mich in dieser Zeit von allem fern was ich mit Alkohol verbinde oder mit Drogen oder mit meiner Vorstellung die ich einmal vom Leben hatte. Also ja die Gitarre in die Abstellkammer und das Mikrofon leider auch (wenn ich Gitarre spielen würde) Alles das bleibt außen vor, alles das was mein Denken für neues blockiert. Selbst die Gedanken an die Gitarre und die Party werden von mir durch andere ersetzt.

    Ich mache Gartenarbeit (zum Glück sieht mich da keiner :) ) powere mich beim Joggen aus, fahre mit dem Bike durch die Gegend, bin viel unterwegs mit meiner Freundin. Beschätige mich im Internet, aber ich Suche Websites auf denen ich früher nie war. Versuche mein altes Leben und die Dinge daran auszublenden.

    Was passiert wenn es einmal soweit ist, dass ich die meisten dieser Dinge erreicht habe, weiß ich nicht. Ich denke mir, dann hab ich alles erreicht und werde hoffentlich bis dahin einen Weg gefunden haben das Leben zu geniessen. Wenn nicht?.......

    Du solltest Dir auch noch Zeit geben Erik.


    lg Maik

    Hey Erik,


    kann Dich wirklich gut verstehen. Mir gehts glaub ich zum Teil auch so wie Dir. Das was ich wirklich am allermeisten vermisse, ist das Untergehen in der Menschenmasse in einem dunklen Club. Wenn der Bass durch den Körper scheppert und ich mich total in der Musik verliere. Bei mir ist das schon ein paar Jahre her, dass ich dieses Gefühl hatte, aber manchmal wenn mal eines der alten Lieder im Radio läuft, kann ichs mir nicht verkneifen die Anlage voll aufzudrehen und mich für ein paar Minuten gedanklich an einen anderen Ort zu beamen. Dann ist da sofort ein Schatten.

    Es ist schwer das neue Leben. Meine Computerspiele hab ich auch komplett aufgegeben, mich der Realität gestellt. Sport soll ein fester Bestandteil meines Lebens werden. Der Führerschein, den ich 2002 verloren hab rückt plötzlich wieder in greifbare Nähe. Behördengänge hier und da. Normalität. Ich und jetzt und so viel?
    Was ist mit meinem anderen ich? Dem mit dem ich soviele Jahre leben mußte, wollte?

    Es ist noch da. Lauert in den Schatten und will mich wieder haben. Es versalzt mir jeden Erfolg, will mir alles madig reden. Ich die Schatten in der Stadt, an Plätzen an denen ich früher oft trank, auf meinem Balkon wenn die Sonne den Himmel rot färbt. Im Garten am Grilltisch habe ich sie zuletzt gesehen, als wir alle fröhlich am Tisch saßen und gegessen haben. Alle fröhlich. Ich lächelte auch, aber das Lächeln war leer.

    Denn ich sah die Schatten. Ich sah meinen Schatten. Aber anstatt einer Wasserflasche hatte er eine Bierflasche in der Hand.

    Die Schatten lauern überall. Die Orte unserer Vergangenheit sind voll von ihnen. Wir müssen Plätze finden an denen die Schatten der Vergangenheit keine Macht über uns haben Erik.

    Was das bedeutet begreife ich nur zu gut.

    Ich habe Heute zusammen mit meinem Therapeuten/Arzt beschlossen für eine bestimmte Zeit Antidepressiva zu nehmen. Ich merke dass diese vielen Gedanken mich nicht vorankommen lassen.

    Ich funktioniere aber trete auf der Stelle. Ich bin aber nach wie vor der Meinung dass der Weg den ich eingeschlagen habe der einzig Richtige ist, auch wenn ich mir über das Ausmaß vor zehn Monaten noch nicht im Klaren war.

    Ich wünsche Dir von Herzen dass Du es schaffst weiter voranzukommen Erik. Vielleicht tauschen wir in fünf Jahren ja hier mal Kochrezepte und Weißheiten aus :)


    lg Maik

    Hallo Zusammen,


    Ich habe heute damit begonnen ein Antidepressiva zu nehmen. Ich fühle mich gerade ziemlich neben der Spur und hoffe ich schreibe keinen Blödsinn.

    Ich sehe die Dinge ziemlich Negativ. Alles, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Meine Freundin schläft schon freiwillig zuhause bei sich, weil sie mit mir nicht mehr klarkommt.

    Die negative Sicht hindert mich dann wieder daran die Dinge die ich geändert habe und noch ändern will konsequent fortzuführen. Auch fehlt mir die Fähigkeit fast völlig mich über etwas zu freuen. Meine Freude ist dann bloß Fassade um andere Menschen nicht zu verletzen.

    Ich hoffe dass ich mich richtig entschieden habe. Im Augenblick ist mir schlecht, schwindelig und ich muß dauernt aufs Klo. Außerdem steh ich nen halben Meter neben der Spur. Naja jetzt heißt es wohl abwarten.

    Ich bin jetzt für den erweiterten Bereich freigeschalten und freu mich schon dort etwas rumzustöbern. Glaube aber Heute wird das leider nichts mehr.


    Wünsche Euch einen schönen Abend, lg Maik

    Hallo Cocomel,


    Es ist jeden Tag ein Kampf aufs neue für mich, auch jetzt nach (fast) elf Monaten. Nüchtern zu werden und zu bleiben war der eine Kampf, den ich wie gesagt schon länger führte. Jetzt geht es ans eingemachte was die riesen Scherbenhaufen angeht, die diese lange Zeit hinterlassen hat.

    Das ich Versagt habe, als Mensch, als Sohn, als Freund und auch als Partner. Das ist wirklich sehr schwer und meine Gedanken kreisen in den letzten Tagen wieder sehr in der Vergangenheit. Ich möchte das alles irgendwie langsam aufarbeiten. Es wird noch lange Zeit brauchen bis ich alle Puzzleteile zusammengesetzt habe.

    Naja und auf der anderen Seite bin ich halt damit beschäftigt mich in einen neuen Menschen zu verwandeln. Das möchte ich jedenfalls. Mein Leben von Grundauf neu gestalten. Manchmal weiß ich bloß nicht richtig wie. Momentan habe ich auch nicht viel Zeit für meine Freundin. Meine Gedanken kreisen die ganze Zeit um mich.

    Was werde ich noch erreichen können im Leben? Wer bin ich eigentlich? Was habe ich falsch gemacht? Wann war das? Was wäre wenn? Liebe ich sie? Kann ich überhaupt noch lieben? Mach ich jetzt gerade alles richtig? Mache ich schon wieder alles falsch? Werde ich wahnsinnig? Bin ichs schon?
    Werde ich es schaffen ohne Alkohol? Werde ich jemals wieder glücklich werden? Gibt es vielleicht doch irgendwo ne Zeitmaschine die ich benutzen könnte?

    Cocomel meine Freundin und ich wir wissen beide, dass wir eigentlich nicht besonders gut zueinander passen, aber wir wollen uns noch etwas Zeit geben um herauszufinden ob wir vielleicht doch noch zueinander finden können. Aber diese Einsicht hatte ich erst, nachdem ich nüchtern wurde und langsam wieder begann zu fühlen. Wenn sie auf ihre innersten Gefühle hört, wird sie wissen das es die Wahrheit ist.

    Besoffen hätte ich ewig so weiter gemacht, weil es mir egal war, solange ich meinen Suff hatte, weißt Du?

    Ich meine Ihr könnt es vielleicht schaffen, aber das liegt vor allem an Deinen Freund. Er muß sich selbst finden bevor er sich überhaupt ernsthaft mit Eurer Beziehung auseinandersetzen kann. Es wird so wie es jetzt ist nicht funktionieren und Du wirst die Antworten , nach denen sich Dein Herz so sehr sehnt nicht ehrlich von ihm bekommen. Er kann sie Dir nicht geben.

    Ich war irgendwann an dem Punkt an dem ich nichts mehr gesagt habe. Keine Versprechen mehr, kein aber diesmal klappt es. Kein Morgen aber wirklich. Ich konnte es nicht mehr. Alles war gesagt. Hundert mal, Tausend mal. Es gab nichts mehr zu sagen. Dadurch dass ich es nicht mehr für andere gesagt habe, habe ich auch mir nichts mehr vorgemacht. Das hat es leichter gemacht.

    Ich kann Dir nicht sagen ob er Dich noch liebt oder ob er Dich braucht. Ich weiß bloß dass die Sucht eine Kraft ist, die man mit Worten nur schwer erklären kann. Sie lässt Dich Dinge sagen und Dinge machen, die Du von Dir selber nie gedacht hättest. Und diese schlimmen Dinge verändern Dich und Leute um Dich herum. Diese schlimmen Dinge werden irgendwann normal obwohl sie genau das Gegenteil davon sind. Die Sucht lässt Dich Dinge glauben die nicht wahr sind, gibt Hoffnung wo keine ist, sie wiegt Dich am Abgrund der Klippe in Sicherheit.

    Du hast keine Schuld Cocomel. Er hat keine Schuld. Diese Krankheit hat Deinen Freund erwischt und Du liebst ihn, willst deshalb mit ihm zusammensein, ihm helfen. Das ist doch verständlich. Er muß seinen Weg gehen, seine Erfahrungen machen, auf die Nase fallen, wieder aufstehen, immer weitermachen bis er irgendwann einsieht dass seine einzige Alternative die Abstinenz ist. Es gibt nichts dazwischen. Es gibt nur entweder, oder.

    Das ist meine Einschätzung als Alkoholiker und mehr kann ich dazu nicht sagen. Wie Du damit umgehen kannst, weiß ich nicht, leider.

    Aber vielleicht solltest Du Dich fragen, wo er jetzt steht und ob Du wirklich vielleicht noch Jahre so weitermachen möchtest? Vielleicht stellst Du ihm ein Ultimatum und hast so auch für Dich eine Zeit und kannst Dich innerlich schon etwas von ihm abkapslen. (Diesen letzen Absatz habe ich so oder so ähnlich schon bei anderen Co`s gelesen. Ich finde es sehr bedrückend und furchtbar dass eine Beziehung so auseinandergeht, aber ich glaube dass es so richtig ist!)

    Für die MPU muss ich:

    -12 Monate meine Abstinenz nachweisen (4 Haaranalysen die auf Alkohol und Drogen 3 Monate Rückwirkend testen) 800 Euro

    -8 Stunden mit einem Verkehrspsychologen sprechen (während dieser 12 Monate) 640 Euro

    -einen Vorbereitungskurs bei einer Suchtberatungsstelle absolvieren 350 Euro

    -eine Selbsthilfegruppe besuchen

    -nach den 12 Monaten die MPU beantragen und absolvieren 450 Euro

    -bei positiver MPU theoretische und praktische Fahrprüfung (entfällt bei Deinem Freund nur, wenn er die MPU innerhalb der Sperrfrist absolviert, ansonsten Fahrerlaubnisentzug)

    Bitte keine fremden links einstellen! Aurora


    Liebe Cocomel ich kann Dir leider nicht mehr sagen und auch nicht was Du machen sollst. Das eine sind die Ratschläge der anderen. Verlass ihn, mach das so und so. Auf der anderen Seite die Liebe, die Angst jemanden für immer zu verlieren. Das ist verdammt hart.

    Aber sieh mal Du hast schon soviel durch gemacht. Ich glaube es reicht langsam aus Cocomel. Kümmere Dich jetzt um Dich, denn sonst bleibst Du irgendwann auf der Strecke. Du kannst seine Sucht nur in solch geringem Maße, wenn überhaupt beeinflussen, das es eigentlich keine Rolle spielt, was Du machst. Jedenfalls für seine Sucht. Aber Du kannst dafür Sorgen dass Du etwas für Dich tust. Etwas wichtiges, nämlich diese schlimmen Dinge von denen ich oben sprach hinter Dir zu lassen, bevor sie Dich verschlingen.


    lg Maik

    Guten Morgen,


    ich möchte mich für den ersten Teil meines letzten Beitrages entschuldigen. Es war sehr unsensibel von mir und ich würde auch nicht wollen dass mich jemand so in einem Forum begrüßt, in dem es um ein sehr ernstes Thema geht.

    Von daher entschuldige bitte!

    Dein Leben wird immer von den Launen Deines Mannes abhängig sein und Du wirst es ihm nie Recht machen können. Irgendwas wird er immer finden um Dir für irgendetwas die Schuld zu geben. Er sollte sich dringest in ärztliche Behandlung begeben. Das einzige was Du tun kannst ist ihn dazu drängen und wenn er es nicht einsieht, Deinen eigenen Weg zu gehen. Er muß etwas gegen seine Sucht unternehmen, nicht Du!


    lg Maik

    Hey ich nochmal,


    ich für mich sehe meine Chance nur darin bestehend mein Leben von Grund auf neu zu gestalten (was mir immer noch sehr schwer fällt das zu begreifen)

    Für mich war bis vor kurzem immer noch die Vorstellung, dass ich irgendwann auch "normal auf Partys gehen kann und mich dort mit meinen Freunden nüchtern gehenlassen kann, ein Grashalm an den ich mich geklammert habe.

    Doch mit jedem Tag wird auch meine Stimmung ernster (trüber?) weil ich begreife, dass das so für mich nie funktionieren würde. Immer würden die Gedanken wieder beim Chillen oder Draufsein oder Saufen enden. Immer wieder würde ich mich als Verzichtenden sehen. Mir würde etwas fehlen, was die anderen haben, denn wie ein solcher Abend auszusehen hat, ist tief und fest in meinem Kopf verankert, deshalb kann (will?) ich dorthin nicht zurück.

    Denn alles würde mich letztenendes nicht in das Leben zurückbringen dass ich mir für mich wünschen würde (der normale Umgang mit Alkohol und Drogen, sein wie die anderen "Normalen") sondern würde mich zurückkatapultieren in die Slaverei, diesmal vielleicht für immer.

    Deshalb versuche ich einen Weg zu finden der mich fern hält von alle dem. Einen völlig anderen als wie mein bisheriger. Ein neues Leben.

    Aber das ist bei mir auch alles noch Theorie zum größten Teil und es wird noch viel Zeit vergehen, bis ich alles davon umgesetzt und mein neues Leben angenommen und verinnerlicht habe.

    Alle um mich herum wollen dass ich mich über die vorhandenen Erfolge freue und nicht immer so ernst bin und traurig. Was dieses neue Leben für ein Kampf ist, jeden Tag aufs neue, werden die wohl nie begreifen. Beneidenswert.


    lg Maik

    Hallo Erik,


    vielleicht hängst Du einfach noch zu tief drinnen. Also auf Party`s gehen, dort Kaffee und Red Bull trinken, ich meine ist ja auch eine Form des Missbrauchs. Dazu noch die anderen die sich betrinken oder sich was reinpfeifen.

    Du schreibst dass Dir das nichts aus macht, aber ist es wirklich so? Bist Du vielleicht so unzufrieden, weil Du immer noch jemand sein willst, der Du nicht sein kannst? Vielleicht versuchst Du Dein Leben auf eine andere Schiene zu bringen.

    Ich für mich habe mir vorgenommen, jetzt eher der sportliche Typ zu werden. Ebend Sachen zu machen die Sportler so tun, mit allem was dazu gehört. Denn für mich wird nach (fast) elf Monaten immer klarer. Ich bin und war schon immer ein Party Kind gewesen. All meine Freunde sind das und werden es wahrscheinlich auch immer sein.

    Es ist verdammt schwer loszulassen und ich bin noch lange nicht soweit, aber ich denke mir nur wenn ich irgendwie versuche mich in eine andere Schiene zu zwängen, als in die in der ich jetzt gedanklich noch sehr tief drin stecke, habe ich überhaupt eine Chance irgendwann eine Gelassenheit zu entwickeln mit der ich Leben kann.

    Weißt Du was ich meine? Vielleicht siehst Du immer noch zu sehr auf Dein altes ich und fühlst Dich auch deshalb so schlecht. Gerade auf Partys würde mein "altes" ich bestimmt immer im Dreieck springen. Sachen die zu meinem neuen ich passen sind in aller Regel Dinge die mir gut tun.


    Ich wünsch Dir was! lg Maik

    Hallo Goldband (hast Du das etwa von Goldbrand abgeleitet? :shock: )


    Als ich noch gesoffen hab, da fand ichs immer gut wenn Morgens der Kasten Bier aufgefüllt war. Essen machen und einkaufen gehen, der ganze Kram der mich beim saufen gestört hat, den hat sie halt gemacht. Vielleicht gäbe es ja da noch ein, zwei Dinge die Du für Deinen Mann erledigen könntest, damit er`s etwas einfacher hat sich zuzuschaufeln? (Ironie aus!)

    Deine Situation wird sich erst dann verbessern, wenn er aufhört zu trinken oder Du ihn verlässt. In dem Du ihm das Leben noch erleichterst, bewirkst Du genau das Gegenteil von dem was Du eigentlich (hoffentlich) willst, nämlich das er etwas gegen sein Krankheit unternimmt und Du Deinen Frieden findest.


    ist nicht böse gemeint (ist ja auch schon spät), lg Maik

    Hallo Cocomel,


    hab Deinen Beitrag gerade gelesen. Er ist ziemlich bedrückend und es tut mir leid dass es Dir so schlecht geht.

    Ich hatte heute einen sehr anstrengenden Tag und weiß auch nicht ob ich Morgen zum schreiben komme. Ich werde Dir so bald es mir möglich ist ausführlich antworten.

    Ich wünsch Dir trotzdem einen schönen Abend,

    ganz liebe Grüße Maik

    Hey,

    nee nee, nicht erschreckt im eigentlichen Sinne. Ich erschrecke mich dann bloß vor meiner mangelnden Auffassungsgabe. Das er- und verschreckt mich dann ein wenig und ich überlege dann ob das noch besser wird, oder ob da dann bei mir das Limit erreicht ist ;)

    Ich für mich fände es sehr schade nie mehr meiner Musik nachgehen zu können, aber es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis mein Kopf wieder frei ist dafür. Hoffentlich leben wir uns nicht auseinander...

    Ich habe auch immer mehr düsteren Sound gemacht als alles andere. So wie es in meinem Kopf aussah so hörte sich auch meine Musik an, sehr Düster. Ich hatte es, nachdem ich aufgehört habe zu trinken noch ein paar Mal versucht, aber konnte mich auf keine Stimmung mehr einigen und das Resultat war "nichts". Leere Notenblätter. Die Leere die ich auch sehr oft in mir spüre. Ich wollte dann wieder anders drauf sein... Da hab ichs dann sein gelassen.

    Es ist schön dass alles immer klarer wird für Dich, ich hoffe bei mir wirds das auch noch ;)


    lg Maik

    Hey Schnuffig,


    kann schon sein. Wahrscheinlich konnte die Kreativität bei mir betrunken und stoned einfach besser fließen, weil ich meine Probleme in diesem Zustand konnte ausblenden konnte.

    Wenn man wirklich frei ist, kommt die Inspiration vielleicht irgendwann von ganz allein zurück. Oder ebend auch nicht.

    Ich wollte auch eigentlich bloß etwas schreiben, weil mich Deine Geschichte interessiert und Du in meinen Augen schon viel erreicht hast. Auch wenn es nicht einfach ist, kannst Du wirklich stolz auf Dich sein.

    Leider merke ich hier im Forum dass ich mit meinem Intellekt oft an meine Grenzen stoße. Also meine Einträge bitte nicht als so oberflächlich betrachten, wie sie aussehen ;)

    Ich bin gerade dabei auszutesten wann bei mir Schluß ist und was noch geht. Manchmal merke ich schon beim Schreiben dass etwas Mist ist und ich mich verhaspelt habe, aber drücke dann trotzdem noch auf Absenden. Oooops schon wieder...


    lg Maik

    Guten Morgen Cocomel,


    ich weiß glaub ich ungefähr wie Du Dich jetzt fühlst. Ich glaubte lange Zeit nicht verstehen zu können was Co eigentlich bedeutet. Aber das auch nur weil ich mich aufgrund meines Trinkes nie wirklich richtig mit mir beschäftigen konnte.

    Ich habe es in den letzten 15 Jahren gar nicht geschafft mich richtig weiterzuentwickeln oder vergangenes auch aus meiner Kindheit aufzuarbeiten. Das kommt jetzt alles so nach und nach und langsam kommen immer mehr Puzzleteile zum Vorschein die dem großen Ganzen irgendwie Sinn verleihen.

    Bei mir hat die Co-Abhängigkeit etwas mit meiner Mutter zu tun. Sie hat eigentlich schon immer getrunken, soweit ich zurückdenken kann. Ich war schon sehr früh auf mich alleine gestellt. Mußte einkaufen gehen, die Wohnung in Schuß halten usw. Ich dachte lange Zeit dass wäre normal. Bis ich dann wegen meiner Ausbildung weit weg gezogen bin. In dieser Zeit ist meine Mutter total abgestürzt.

    Als ich dann nach der Bundeswehr wieder nachhause kam, hatte ich bereits meine eigenen Probleme, aber habe trotzdem sehr hart probiert sie vom Alkohol weg zu bekommen, bin aber selber immer weiter in die Abwärtsspirale geraten. Selbst wenn ich mich ganz stark versuche zu erinnern liegt ein bleiernder Schleier über diesen Erinnerungen. Es war wirklich eine sehr schlimme Zeit. Aber ich kann mich sehr gut an die Hilflosigkeit, Wut und Trauer erinnern. Auch diese Gefühle haben meinen Abrutsch wohl sehr begünstigt.

    Als meine Mutter dann vor 9 Jahren den Absprung geschafft hat, war es für mich bereits zu spät. Naja aber seitdem hat sie mir geholfen, wahrscheinlich weil sie es wieder gut machen wollte, was aber natürlich ein riesen Fehler war... Man das ist alles ganz schön bitter, wenn die Erinnerungen an diese Zeit hochkommen, kann ich mir meine Tränen nicht verkneifen.

    Vielleicht habe ich es ja jetzt doch noch geschafft.

    Du hast recht, man will es nicht wahrhaben, es kann doch nicht sein. Doch je weiter Du gehts, desto tiefer wirst Du mit reingerissen, bis es immer schwerer wird sich von alleine zu befreien.

    Ich bin heute noch sehr tief mit meiner Mutter verbunden. Ich versuche ihr immer noch zu helfen, es richtig zu machen, weil sie ihr Leben aus meiner Sicht immer noch nicht auf die Reihe bekommt. Auf der anderen Seite habe ich Angst ihr zu nahe zu sein, ist schon alles sehr seltsam...

    Wenn ich harte Sachen getrunken hatte, konnte keiner wissen was genau passiert, deshalb habe ich eigentlich nur Bier getrunken, aber dafür Kästenweise. Erst wenn das nicht mehr ging wegen Magen oder so, habe ich zu anderen Sachen gegriffen. War dann eigentlich egal, Hauptssache es knallt.

    Ich habe lange Zeit gedacht es irgendwie mit Alkohol schaffen zu können, habe viel herumexperimentiert (nur Wochenende, nur einmal im Monat u.s.w.) bin aber immer wieder zu meinen alten Trinkmengen zurückgelangt oder habe noch mehr getrunken als vorher. Ich habe eigentlich nie gedacht es alleine schaffen zu können vom Alkohol wegzukommen, glaub ich jedenfalls.

    Ich war eigentlich immer im Krankenhaus zur Entgiftung, habe dort meine Erfahrungen gemacht, mit Psychologen gesprochen, war auf Langzeittherapie. Ich wußte schon dass es ein riesen Schritt ist mit dem Trinken aufzuhören, vielleicht habe ich auch deshalb noch solange weitergetrunken. Bis halt irgendwann letzes Jahr "alles gestimmt" hat. Oder hat gar nichts mehr gestimmt?

    Irgendwie gab es aus meiner Sicht wohl keinen Grund mehr weiterzutrinken.


    lg Maik

    Sorry wollte beim P.S. eigentlich noch was reinschreiben :oops:


    Nämlich dass es vom Moment wo man sich eingesteht dass man ein Problem hat und Hilfe annimmt, auch nochmal eine ganze Menge Zeit brauchen kann, bis man es schafft loszukommen. Also so war es jedenfalls bei mir.


    So das wars jetzt aber. Sorry , lg Maik

    Hallo Babs34,


    Niemand sagt dass Ihr keine Zukunft habt. Aber zuerst muß er sich sein Krankheit eingestehen und auch die Hilfe annehmen die ihm angeboten wird. Erst wenn der Alkohol weg ist, könnt ihr versuchen wieder zueinanderzufinden. Denn der Alkohol wird sonst immer zwischen Euch stehen. Und die erste Wahl wird immer der Alkohol sein für einen Alkoholiker.

    Sorry, lg Maik

    Hey Cocomel,


    Das macht die Sache natürlich nicht einfacher, dass er mehrere Drogen nimmt, denn man sollte bei der MPU schon mit offenen Karten spielen, sonst kann man sich schnell in Widersprüche verwickeln.

    Wie auch immer. 1,7 und 1,9 Promille. Wenn er mit solch einer Menge Alkohol im Blut noch Auto fahren kann, hat er entweder was gezogen, betreibt Alkoholmissbrauch oder ist Alkoholiker, also trinkt regelmäßig viel Alkohol und ist daran gewöhnt und kann deshalb bei so einer Promillezahl noch das Lenkrad gerade halten, mehr oder weniger.

    Das wissen auch die Ärzte dort bei der MPU! Also nochmal: Keine Chance den Führerschein wiederzubekommen.

    Er glaubt bestimmt trinken zu müssen, weil er soviele Probleme hat und weil die ganze Welt ja gegen ihn ist und alles ja so scheiße ist? Kommt das ungefähr so hin? Das war nämlich auch ein beliebtes Argument von mir. Er ist kein Problemtrinker. Seine Probleme macht er sich ja selber, weil er eben trinkt. Natürlich ist jeder Alkoholiker mal irgendwann zum Alkoholiker geworden.

    Das ist ganz unterschiedlich von Person zu Person, aber eins haben wir alle gemeinsam. Wenn diese Gewisse schwelle einmal überschritten ist, dann gibt es kein Entrinnen mehr. Keinen Ausweg, nur noch Schatten :(

    Erst ohne Alkohol! kann er seine Probleme wirklich angehen und Ihr könnt beginnen an Eurer Beziehung zu arbeiten. Alles andere ist früher oder später zum Scheitern verurteilt. Aber darauf muss er leider von alleine kommen Cocomel. Du kannst ihm da leider nicht helfen.

    Das ist jetzt echt schwer. Wenn ich sage "vielleicht wäre ich ohne meine Freundin schon eher vom Alkohol losgekommen" hat das auch für mich nen ganz bitteren Beigeschmack, denn vielleicht wäre ich ohne sie auch schon gar nicht mehr auf dieser Welt. Ihr Leid war vielleicht ein kleines Puzzleteil auf meinem Chaosweg bis ich endlich die Kraft hatte aufzuhören. Sie ist daran fast zerbrochen.

    Auch wir haben uns kennengelernt, da habe ich schon viele Jahre getrunken. Von den vier Jahren die wir uns kennen weiß ich nicht mehr allzu viel. Ich meine von uns als Paar. Das Trinken und der Kampf gegen die Sucht haben sehr vieles verdrängt, zerstört oder nie entstehen lassen. Und das selbst jetzt noch nachdem mein letztes Glas schon 319 Tage her ist.

    Ich bin jetzt gerade dabei mich nochmal völlig neu kennenzulernen und wir versuchen uns gegenseitig Zeit zu geben und uns wieder näher zu kommen. Das Ende ist offen.

    Der Weg in die Trockenheit kann lange dauern und kostet sehr, sehr viel Kraft. Da bleibt eigentlich kein Platz sich auch noch um einen Partner zu kümmern. Traurig, aber so ist es nunmal leider.

    Ich war 2004 das erste mal im Krankenhaus zur Entgiftung. Ich weiß nicht mehr genau seit wann es mir ernst war mit dem Trinken aufhören zu wollen. Ich schätze dass ist das Fiese an der Sucht. Irgendwie wollte ich zwar aufhören, aber das Trinken und die Drogen wollte ich dafür nicht aufgeben. Paradox, oder? Jetzt hab ich Deinen Thread vollgeschrieben und irgendwie den Faden verloren. Sorry. Habe gerade eine kleine Zeitreise gemacht.


    lg Maik

    Hallo Cocomel, Pintura und alle anderen,


    mich berührt Deine Geschichte wirklich sehr, wie eigentlich alle Geschichten hier im Forum. Es ist wirlich furchtbar was diese Krankheit ausrichten kann, wieviel sie doch kaputt macht und wieviele Leben sie zerstört. Das ist wirklich sehr, sehr traurig.

    Ich bin selber Alkoholiker und trinke seit 10 Monaten nichts mehr. Dein Freund hat noch nicht wirklich begriffen was los ist. Du sagst er ist gestresst weil.... Arbeit, Führerschein,Wohnung,Beziehung,MPU...
    Ja kann sein. Kann auch sein dass er sich wirklich mühe gibt, oder zumindest denkt er es vielleicht selber.

    Aber dieser ganze Stress, das Chaos und Leid kommt nunmal vom trinken. Solange er das nicht einsieht und der Kampf gegen seine Krankheit an erster Stelle steht und dann alles andere, ist jede Anstrengung ihm zu helfen umsonst.

    Er trinkt jeden Tag? Und nicht zuwenig schreibst Du. Dann wird er auch seinen Führerschein nicht wiederbekommen. Das kann er gleich mal vergessen. Die Leute dort machen das nicht erst seit Gestern. Da werden Leberwerte genommen, Gespräche mit Psychologen geführt. Wenn er dann sagt er trinke halt gern mal was, aber ist alles noch im Rahmen und dann sehen die seine Leberwerte und dass er zweimal betrunken gefahren ist, kann er gleich wieder nachhause. Die Leute merken auch sofort wenn man sich irgendwie selber widerspricht. Sorry aber so sieht es aus.

    Hast Du den Bescheid mal gesehen wegen der Verlängerung der Sperrfrist? Er bedeutet dass Dein Freund sich nicht gemeldet hat und somit eine weitere Frist bekommt um die MPU zu absolvieren. Ist diese Verstrichen kann es noch einmal eine Verlängerung geben.

    Danach wird ihm die Fahrerlaubnis entzogen und er muß sie neu beantragen. Das ist mein Wissensstand. Ich bin auch gerade dabei mich auf die MPU vorzubereiten. Da müssen Gespräche mit Psychologen geführt werden, wenn rauskommt dass er Alkoholiker ist und das wird es auf jeden Fall, muß er mindestens ein Jahr Abstinenz nachweisen, bevor er die MPU machen kann. Außerdem sollte er einen Vorbereitungskurs bei einer Suchtberatungsstelle machen. Als nasser Alkoholiker durch die MPU zu kommen??? Das ist ein Widerspruch in sich. Tut mir wirklich Leid falls Dich das jetzt noch mehr runterreißt, aber ich finde das solltest Du wissen. :(

    Ich finde den Beitrag von Pintura wirklich gut. Es ist die ungeschönte Wahrheit. Der Alkohol steht beim Alkoholiker an erster Stelle und das auch noch wenn er schon lange nichts mehr trinkt.


    Wünsch Dir viel Kraft, lg Maik