Guten Morgen Erik,
ich habe Gestern Abend noch ein paar mal Versucht einen Beitrag zu verfassen. Nach einer Stunde habe ich aufgegeben und enttäuscht den Rechner heruntergefahren. Ich wollte Dir Mut machen, Hoffnung geben und wahrscheinlich mir selber auch.
Doch alles was ich geschrieben hatte wäre nicht ehrlich oder zu verschönt dargestellt gewesen.
Ich denke wir müssen uns irgendwann im Leben so oder so fragen wo die Reise hingehen soll, was wir aus unserem Leben machen wollen. Ich weiß noch wie mein bester Freund und ich während unserer Ausbildung geschwärmt haben, dass wir wohl nie mit dem Kiffen aufhören würden. Es war einfach zu geil. Das intensive Wahnehmen der Geräusche, der Musik, der ganzen Welt.
Er hat dann irgendwann eine Psychose entwickelt und hier in meiner Heimatstadt ein paar Autos geschrottet nachdem er mir seine Liebe gestand... Das wars dann für ihn mit dem Kiffen. Bevor ich mich ernsthaft mit meinem Führerschein auseinandergesetzt habe war das Kiffen immer noch eine kleine Hintertür, die ich mir offen gehalten habe. Für später wenn ich alles wieder so habe wie ich es mir vorgestellt habe.
Jetzt da ich sehe was das für eine Arbeit ist den überhaupt wieder zu bekommen, was da alles dranhängt, sehe ich die ganze Sache schon wieder etwas anders. Mir geht es schon wieder wie Gestern Abend. Ich merke dass ich nicht weiß was ich Dir schreiben soll ![]()
Es ist alles sehr schwierig. Ich weiß auch nicht was die Zukunft bringt. Ob ich so glücklich werden kann. Ich habe mir Ziele gesteckt. Also ich möchte herausfinden was das nüchterne Leben mir zu bieten hat. Ich möchte sehen ob meine Freundin und ich zusammen passen, Dinge finden die uns Spaß machen und uns verbinden. Ich möchte aber auch die Kraft haben das ganze zu beenden, falls ich merke dass sie doch nicht in mein Leben passt. Ich möchte auf mein Idealgewicht von 75 kg runter.
Ich möchte einen Job, der mir halbwegs Spaß macht und der mir ein Einkommen beschehrt, mit dem ich über die Runden kommen kann und der meine Rente halbwegs absichert. Ich möchte meinen Führerschein wiederhaben und ein Auto. Ich möchte meine Mutter davon überzeugen sich besser um ihre Gesundheit zu kümmern und ihre Lebensführung etwas zu ändern. Ich möchte mit zwei, drei Freunden (die ich für meine besten halte) wieder einen engen Kontakt aufbauen. Ich möchte Hobbys die mir Spaß machen. UND: Ich möchte mit all dem zufrieden sein!
Ich weiß dass das alles sehr viel Zeit dauert UND ich schneid mir eher ein Bein ab als dass ich mir diese Zeit nicht gebe. Ich werde in dieser Zeit keinen Alkohol und keine Drogen dulden. Ich hoffe dass mir die Antidepressiva erstmal nen kleinen Schub geben und ich mich nicht mehr zu sehr auf die Zukunft oder Vergangenheit versteife, sondern den Kopf für das hier und jetzt frei habe.
Ich halte mich in dieser Zeit von allem fern was ich mit Alkohol verbinde oder mit Drogen oder mit meiner Vorstellung die ich einmal vom Leben hatte. Also ja die Gitarre in die Abstellkammer und das Mikrofon leider auch (wenn ich Gitarre spielen würde) Alles das bleibt außen vor, alles das was mein Denken für neues blockiert. Selbst die Gedanken an die Gitarre und die Party werden von mir durch andere ersetzt.
Ich mache Gartenarbeit (zum Glück sieht mich da keiner
) powere mich beim Joggen aus, fahre mit dem Bike durch die Gegend, bin viel unterwegs mit meiner Freundin. Beschätige mich im Internet, aber ich Suche Websites auf denen ich früher nie war. Versuche mein altes Leben und die Dinge daran auszublenden.
Was passiert wenn es einmal soweit ist, dass ich die meisten dieser Dinge erreicht habe, weiß ich nicht. Ich denke mir, dann hab ich alles erreicht und werde hoffentlich bis dahin einen Weg gefunden haben das Leben zu geniessen. Wenn nicht?.......
Du solltest Dir auch noch Zeit geben Erik.
lg Maik