Beiträge von Contemplation

    Guten Morgen zusammen,


    ich hatte Gestern ein seltsames Gefühl und wollte Euch mal fragen ob Ihr vielleicht wisst was das ist.

    Ich war sehr lange bei meiner Mutter im Garten und hab mich ordentlich ausgepowert, bin danach noch einen kleinen Umweg von 30 km bis nachhause gefahren und war gut fertig.

    Der Tag war sehr schön, im Garten was schaffen, die Sonne hatte den ganzen Tag geschienen.
    Als ich dann zuhause war saß ich mit meiner Freundin auf dem Balkon und trank nen Kaffee und hatte ich so ein seltsames Gefühl.

    Es tendiert eher in Richtung schlecht. Irgendwie habe ich mich einsam gefühlt, obwohl meine Freundin wie gesagt bei mir war. Es kam mir so vor nicht am richtigen Ort zu sein. Gerade das Falsche zu tun, etwas zu verpassen.

    Ich wollte etwas machen, wußte jedoch nicht was. Draussen war es so schönes Wetter und irgendwie wollte ich woanders sein, aber weiß nicht wo. Komisches Gefühl

    Ansonsten sitze ich bloß noch selten am Rechner und bin sehr oft draussen und mache meinen Sport oder fahre einfach nur so durch die Gegend. Es tut mir wirklich sehr gut, auch wenn ich mich körperlich im Moment rund 20 Jahre älter fühle.

    Ich war bei der Suchtberatung und wurde dort wieder sehr freundlich aufgenommen. Mein Ansprechpartner dort wird mich auf meinem Weg durch die MPU hin zum Führerschein begleiten. Morgen gehts zur Führerscheinstelle und da werde ich mich erst einmal informieren welche Schritte zu machen sind, um meinen Lappen wiederzubekommen.

    Ich habe mich auch entschlossen mal bei einer realen SHG bei uns vorbeizugehen. Ich glaube es könnte mir ganz gut tun mich einmal mit Gleichgesinnten aus meiner Stadt auszutauschen.

    Mir gehts ganz gut, obwohl ich manchmal das Gefühl habe, dass mir alles etwas zuviel wird. Das wird es aber nicht, merke ich dann wenn ich die Dinge dann trotzdem angegangen bin und es mir danach besser geht.

    Ich denke oft an die vielen verschenkten Jahre zurück. Ein wahrer Alptraum


    lg Maik

    Naja ich bin Game of Thrones und The Walking Dead verfallen. Das ist so mein Ding einmal die Woche wird schon gefiebert wie es weitergeht. Normal TV schau ich eigentlich so gut wie gar nicht mehr, obwohl ich Anfang letzten Jahres noch extra die HD Sender bestellt hatte (natürlich im Suff) ändert sich meine Stimmung meißtens schlagartig zum Negativen bei RTL und CO.

    Hamburg Marathon hört sich sehr gut an. Viel Spaß dabei!!!

    Versuche auch gerade ein paar Kilo (mehr) mit Laufen und Biking vom Körper zu verbannen. Fühle mich auch viel ausgeglichener damit und merke es auch sofort wenn ich mal einen Tag Pause mache.

    Mit Boston das ist schlimm, die Amis haben es schon nicht leicht. Das blöde ist nur dass es immer die Leute trifft, die am wenigsten dafür können. Auf allen Seiten.


    LG Maik

    Hallo Katja,


    Willkommen hier im Forum. Mir hilft der Austausch hier sehr. Du hast ja schon sehr viel Dinge in Angriff genommen. Das mit der neuen Wohnung finde ich sehr gut. Keine Erinnerungen ans trinken in den eigenen vier Wänden. Das ist sehr wichtig.

    Ich hatte damals wegen Geldknappheit meine Wohnung neu bemalert und umgeräumt. Eine völig neue Wohnung ist natürlich noch besser :)

    Jeden Tag den wir neue Erinnerungen und Verknüpfungen ohne Alkohol erschaffen, wird es besser. Stück für Stück in Richtung zurfriedene Trockenheit.


    Ich wünsch Dir was :) , lg Maik

    Hallo KatzundMaus,


    Deine Geschichte hat mich sehr berührt und mich traurig gemacht, weil ich mich in Deiner Geschichte bei manchen Sachen gut wiedererkennen konnte. Du hast es zur Zeit bestimmt sehr, sehr schwer. Ich bin selber Alkoholiker und mit meiner Freundin seit über vier Jahren zusammen. Sie hat auch sehr viel mit mir durchgemacht.

    Ich möchte bloß eins dazu sagen:


    Ich lebe seit 10 Monaten ohne Alkohol und fange jetzt erst langsam an über ein uns nachzudenken. Zuvor war das für mich einfach unmöglich. Der Alkohol hat mein Leben bestimmt und sie meistens nur Mittel zum Zweck. Wenn mich irgendwas gestört hat war sie daran Schuld, ging es mir schlecht, war sie daran Schuld. Ich habe sihr eiskalt ins Gesicht gelogen, wenn es um "meinen" Alkohol ging. Ihre Gefühle waren mir vollkommen Gleichgültig wenn es um meinen Alkohol ging.

    Ich weiß nicht wie lange dass noch so weiter gegangen wäre. Monate, Jahre?

    Wir sind jetzt dabei uns neu kennenzulernen und wollen sehen ob noch etwas zu reparieren ist. Wenn ich sie wäre, ich glaube ich würde wegrennen und keinen Blick zurückwerfen.

    Solange Dein XY trinkt, wird immer der Alkohol den Takt angeben. Und: Ein paar Wochen ohne Alkohol bedeuten noch lange nicht dass er es geschafft hat. Das dauert Monate, Jahre, ein ganzes Leben.


    Manchmal wünschte ich mir dass ich irgendetwas durchs Internet schicken könnte, damit es mein Gegenüber besser geht. Gerade wenn ich wieder solch eine wie Deine Geschichte lese.

    Ich wünsch Dir viel Kraft und vor allem Hoffnung auf ein glückliches Leben. Alles ist möglich, auch wenn es am Anfang schmerzt und wehtut. Das habe ich in den letzten Monaten gelernt.


    LG Maik

    Guten Morgen,


    Die letzte Woche lief wie gesagt ganz gut. Mir ging es gut. Ich war Unterwegs, auch an vielen Orten, die für mich mit Alkohol verbunden sind. Es gibt in unserer kleinen Stadt leider nicht viele Orte die das nicht sind, denn obwohl ich mich meistens zuhause betrank, war ich dennoch oft besoffen draussen in der Stadt, weil ich dann eben keine Hemmungen mehr hatte.

    Es war sehr oft so dass, wenn ich letzte Woche Unterwegs war, so ein kleines Spiegelbild neben meiner eigentlichen Beschäftigung lief. Orte an denen ich mich selber sitzen saß, trinkend, lachend. (Die schlimmen Erinnerungen muss ich mir immer ins Gedächtnis zurückrufen, die schönen hingegen sind allgegenwertig an jeder Ecke der Stadt)

    Den langen Winter über hab ich es geschafft hier oben in der Wohnung neue Verknüpfungen im Kopf zu erstellen, weil ich sehr viele Dinge verändert habe, anders mache.

    Das ist auch gut so, denn hier oben ist mein Rückzugsgebiet, meine sichere Basis. Jetzt geht das Spiel draussen weiter. Neue alkfreie Erinnerungen und Verknüpfungen erschaffen, draussen in der schönen Frühlingssonne. Das ist die Hauptaufgabe dieses Jahr, wichtiger als alles andere. Ich wollte das nochmal klar niederschreiben, damit hier nicht der Verdacht aufkommt dass das abnehmen für mich an erster Stelle steht.

    Um diese Verknüpfungen zu erstellen wird der Sport aber erstmal mein Hauptinstrument sein/bleiben.

    Ist schon komisch wie der Alkohol an anderen Orten plötzlich wieder so allgegenwertig ist. Aber so überraschend kam das für mich zum Glück nicht. Hatte schon einen kleinen Eindruck davon gehabt, als es vor ein paar Wochen schon mal schöneres Wetter war.

    So und jetzt werd ich mir meine Laufschuhe schnappen und losmachen ;)


    lg Maik

    Danke Euch, Ihr Lieben ;)


    Wir waren gerade noch eine schöne große Runde spazieren gewesen. Endlich ist der Frühling da. Draussen hat es gerade so richtig schön nach See geduftet, ach wie hab ich das vermisst :)


    Einen sonnigen Montag, LG Maik

    Hallo Zusammen,


    So eine Woche rum. Lief ganz gut, hab richtig Gas gegeben (für meine Verhältnisse) und das hat mir sehr gut getan. War joggen, bin aufm Bike ein paar schöne Touren gefahren und habe auch sonst viel Zeit im Freien verbracht.

    Das viel mir sehr viel leichter als ich zunächst befürchtet hatte. Ich habe beschlossen mich nicht mehr zu verstecken nur weil ich ein paar Kilo (mehr) zuviel auf den Rippen habe. Ich hatte da einen kleinen (großen) Denkfehler, der mir, hauptsächlich durch Eure Beiträge, erst bewußt geworden ist.

    Warum soll es mir peinlich sein, wer ich bin? Früher bin ich sowas von dicht durch die Stadt gezogen ohne Rücksicht auf Verluste. Warum jetzt. Klar ich bin zu dick und ich bin Alkoholiker, aber ich bin verdammt nochmal seit zehn Monaten trocken und ich tue was dafür dass das auch so bleibt. Und gegen mein Übergewicht tue ich auch was.

    Also warum den Kopf auf den Asphalt richten? Es gibt keinen Grund dafür. Maik 2.0 ist in arbeit und das kann soll auch jeder sehen. Dann haben sie wenigstens was zu vergleichen.

    Die Woche Vollgas hat mir sehr gut getan und der Muskelkater in Ar..., Oberschenkeln, Armen und Rücken bestätigt das.

    Ich bin froh dass der zehnte Monate begonnen hat. Zuzugeben im neunten Monat zu sein war immer etwas unangenehm für mich ;)

    Diese Woche stehen 3x7,5km joggen und 2x21km auf dem Bike an. Das ist zwar anstrengend aber ich fühle mich sehr ausgeglichen dadurch. Außerdem habe ich die Woche einen Termin bei der Suchtberatung wo ich mich über die MPU informieren möchte. Außerdem haben meine Freundin und ich noch viele andere Sachen geplant die uns viel nach draussen bringen.


    Schönen Sonntag noch und einen guten Start in die Woche, lg Maik

    Guten Morgen,


    nach dem ganzen Herumexperimentieren, habe ich auch immer wieder angefangen zu trinken weil ich es einfach wollte. Es war halt einfacher mich weiter zu betäuben, als mich mit dem ganzen Scherbenhaufen auseinanderzusetzen der hinter mir lag/liegt.

    Auch die Denkweise dass es sowieso schon zu spät für mich ist, also dass ich schon mehr kaputt gemacht habe, als dass ich jemals reparieren könnte, die Angst davor mich überhaupt damit auseinanderzusetzen, nach Lösungen zu suchen und das Gefühl früher oder später sowieso versagen zu müssen, haben mich immer wieder ganz schnell zur Flasche greifen lassen.

    Aber auch das Nichtwissen (Grundbausteine, Risikominimierung) spielten dabei eine große Rolle für mich.

    Die von Zotti erwähnten "anderen Ausgleichsmöglichkeiten zur Entspannung" spielen zur Zeit in meinem Leben eine sehr große Rolle.


    lg Maik

    Hallo Leute,


    ich war heute im Krankenhaus bei meinem Arzt und Therapeuten.

    Das Gespräch mit ihm hat mir sehr gut getan. Er war auch sehr froh über meine Entwicklung, auch wenn er mit meinem Alleingang nicht so recht einverstanden war.

    Ich habe ihm alles so erzählt, wie die letzten Monate so gelaufen sind und was ich jetzt so vorhabe in nächster Zeit.

    Wir haben beschlossen dass ich einmal im Monat zu ihm komme in der ambulanten Therapie und ihm über meine Fortschritte (sofern vorhanden) berichte.

    Wenn ich mit jemanden reden möchte oder irgendetwas sein sollte, kann ich aber jederzeit bei ihm anrufen oder vorbeikommen. Dass wußte ich aber auch schon vorher. Ist ein guter Mann der Doktor.


    lg Maik

    Hi Jürgen,


    ja hab es dann auch irgendwann aufgegeben, mich mit den Leuten auf der Station darüber zu unterhalten. Es waren oft nur sehr wenige da, für die die Entgiftung nicht nur eine Zwangsunterbrechung war, um "Kraft" tanken zu können und mal wieder was festes zwischen die Zähne zu bekommen, bis zur nächsten Runde.

    Ich meine ja nur: Vielleicht ist Wolfgang einfach noch zu sehr involviert in diese ganzen Abläufe (die Entgiftung anderer, eventuelle Rückfälle anderer, vielleicht auch unbewußter Neid auf die Gleichgültigkeit und Geschichten dieser Trinker), dass er gar keine Chance hat richtig davon loszukommen und Abstand zu gewinnen.

    Gerade diese Gleichgültigkeit von vielen Menschen dort bei der Entgiftung und die Verharmlosung, Verniedlichung des eigenen Alkoholkonsums, könnte ich mir als guten Grund dafür vorstellen, keinen Abstand zum Alkohol aufbauen zu können.

    Ich stelle mir das so vor: Ich alleine zwischen den ganzen Suffis die bloß darauf warten wieder rauszukönnen um zu saufen. Ich alleine versuche sie die ganze Zeit davon zu überzeugen wie schön das Leben ohne Alkohol ist und zehn Mann denen der Zahn aber sowas von tropft, erzählen mir genau das Gegenteil.

    Oha, da bräuchte ich aber auch jede Menge Psychopharmaka. Bitte nicht übel nehmen Wolfgang. Wäre das vielleicht ein Punkt an dem Du ansetzen könntest. Das ist halt so die Geschichte die in meinem Kopf dazu abläuft.


    lg Maik

    Hallo Wolfgang,

    ich habe seit Gestern viel über Dich nachgedacht. Einfach weil mir der Gedanke sehr große Angst bereitet, dass der Alkohol selbst nach fünf Jahren immer noch so stark mein Leben bestimmen könnte.

    Wenn Du in Deinen Selbsthilfegruppen bist, spielst Du dann den starken, trockenen Alkoholiker, der sein Leben trotz aller Widrigkeiten in einer zufriedenen Trockenheit lebt? Spielst Du diese Rolle vielleicht so gut dass Du selber schon daran glaubst und dann einfach vom wahren Leben enttäuscht bist, wenn Du merkst, dass Du dieser Rolle gar nicht gerecht werden kannst und Dein wahres Leben ganz anders aussieht?

    Hast Du Dir selber damit vielleicht ein bißchen zuviel aufgebürdet. Den starken nur für andere zu spielen? Du schreibst dass Du auch viel mit Leuten zu tun hast , die bei Euch zur Entgiftung kommen. Ist der Kontakt mit diesen Menschen nicht schwierig?

    Aus meinen eigenen Entgiftungen weiß ich dass die meißten Menschen dort nur darauf warten dass es Ihnen wieder besser geht und sie dann draussen weitersaufen können. Ich bin, wenn ich ernsthafte Gespräche übers aufhören führen wollte, dort oft bei den anderen angeeckt und auch oft wieder Rückfällig geworden, weil ich gerade diese Denkweise und Gleichgültigkeit der anderen wieder viel zu schnell übernommen habe.

    Vielleicht hast Du zuviel Kontakt mit kranken Menschen und zuwenig Kontakt zu gesunden?

    Stichwort Risikominimierung und Grundbausteine.


    lg Maik