Beiträge von sarawen

    Hallo Georgina,

    momentan bekommst du hier viele Denkansätze und auch das ist wichtig. Mich hat das am Anfang immer alles ziemlich fertig gemacht. Oft wurden Dinge angesprochen die ich innerlich zwar wusste aber noch nicht einsehen konnte.
    Lach nicht .... aber manchmal ist es sogar mein Partner der mir sagt wann es zuviel ist. Vorgestern sagte er mir ..."du kannst mir nicht helfen - das muß ich alleine".
    In meinen Fall ist es so das ich lernen muß mich und meine Interessen wieder wahrzunehmen und auch wichtig zu nehmen.
    Das ist ein Lernprozess und die anderen haben schon recht wenn sie sagen das bei euch gerade eine Veränderung eintritt. Dein Partner hat die Sucht hinter sich gelassen und definiert sich gerade neu. Alles was ihn einengt ist für ihn Ballast.
    Ich sage nicht das es sich nicht lohnt um eine Beziehung die schon 4 Jahre läuft zu kämpfen aber es ist auch wichtig zu erkennen wann man gehen muß.
    Vielleicht ist es ein loslassen auf Zeit oder auch für immer.
    Manchmal führen Wege auseinander und dann wieder zusammen auch das ist möglich.

    Lieben Gruß

    Sarawen

    Liebe Georgina,

    solch einen Kampf fechtet hier fast jeder aus oder hat es zumindest schon mal getan.
    Ich kämpfe auch um einen Mann der noch vor der Therapie steht. Das Zusammenleben mit ihm auch in getrennten Wohnungen ist teilweise schon schwierig. Es gab Situationen in denen ich schon am Boden sass und nicht mehr ein und aus wusste (Rhein weiß das). Hier im Forum ist man sehr drauf eingegangen und ich habe viele Tips und Anregungen bekommen. Mittlerweile nehme ich es nicht mehr so schwer wenn wir uns mal ein paar Tage nicht sehen. Ich habe mir einige Kurse bei der VHS rausgesucht und auch wieder mehr Kontakt zu anderen Menschen. Zudem gehe ich in eine gemischte Gruppe (Angehörige + Alkholiker). Der Austausch hat mir unglaublich viel gebracht.
    Geht dein Partner auch in eine Gruppe? Was tust du für dich?
    Gab oder gibt es in deiner Familie Alkholiker?

    Lieben Gruß

    Sarawen

    Ich denke irgendwann kommt man an einen Punkt wo es nicht mehr geht. Die Kraft zum Kampf ist weg und man liegt quasi am Boden. Teilweise braucht es den eigenen körperlichen Zusammenbruch um zu erkennen wann der Kampf gelaufen ist.
    Um eine Beziehung am laufen zu behalten ist es notwendig dass beide etwas tun - kämpft er auch so um dich?

    Lieben Gruß

    Sarawen

    Liebe Georgina,

    warum bleibst du in einer Beziehung in der du nicht glücklich bist? Du bist so jung und das Leben bietet dir doch soviele Möglichkeiten. Gehe raus schnupper die Freiheit.
    Gehe tanzen und habe Spaß. Lerne andere Menschen kennen und mach dich mal ein bischen unabhängig.
    Belege VHS Kurse und teile dich mit. Ich weiß das es schwierig ist aber manchmal muss man wirklich los lassen.
    Viele Beziehungen scheitern nach dem Trockenwerden des Partners. Du hast nun den Menschen an deiner Seite der er immer war.
    Alkohol ist ein Nervengift und verändert den Charakter - nun da er es nicht mehr nimmt ist er so wie er wirklich ist.
    Du bist ein wertvoller liebenswerter Mensch und kein Mann hat das recht so mit dir umzugehen.
    Ob er dich geliebt hat!? ... Das wird hier viel diskutiert ob ein nasser Partner lieben kann und wieviel man davon glauben kann.
    Fakt ist ... glaube lieber nur die Hälfte von dem was er dir gesagt hat.

    Du bist denke ich schon auf den richtigen Weg. Ganz wichtig höre in dich hinein und frage dich was für ein leben du haben möchtest.
    Manchmal braucht es Zeit den richtigen Weg für sich zu finden ....

    Lieben Gruß

    Sarawen
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    Liebe Flower 40,

    ich kann das was du schreibst alles nachvollziehen. Bei mir sind es 7 Beziehungen davon 3 mit Suchtkranken. Auch ich habe mir mein leben anders vorgestellt und dennoch ist es so wie es ist. Man kann es nur selbst ändern und muß mit den Konsequenzen leben.
    Auch mein Partner vermisst mich angeblich und hat gestern seinen ersten von sechs Terminen bei der Suchtberatungsstelle wahrgenommen. Ob er jedoch jemals einen Entzug oder eine Entgiftung macht steht in den Sternen.
    Sein Verhalten wechselt von liebevoll auf wütend. Ich lege immer mal Pausen ein und versuche einfach bei mir zu bleiben ... das gelingt nicht immer und hin und wieder lasse ich mich auch wieder in seine Probleme reinziehen. Aber ich werde stärker und kann manchmal auch ein Nein durchsetzen.
    Im Grunde genommen kannst du mit dieser Art Partner nicht planen und das Geschleime (Ich liebe dich, du bist die Frau meines lebens, mit dir will ich alt werden) oder rumgeheule soll jeden nur bei der Stange halten. Mittlerweile glaube ich wenn überhaupt nur noch die Hälfte von dem was er mir sagt. Traurig aber wahr.
    Das leben plane ich so in der Form garnicht mehr ... nur noch einen Tag nach dem anderen. Dabei stelle ich mir im Höchstfall nur noch die Frage ob es mir gut geht.
    Du bist auf dich alleine gestellt. Wenn dein Partner was ändern wollte hätte er es bereits getan oder würde sich Hilfe holen.
    Es ist schwer zu begreifen aber auch ich muß das lernen und verstehen.
    Man sollte sich nie über den Partner definieren auch etwas was ich noch umsetzen muß.
    Im übrigen gibt es unglaublich viele Singles und wenn man gelernt hat die Co - Abhängigkeit abzulegen kommen sicher auch andere Menschen bzw. andere Partner auf einen zu.
    Bis dahin hilft es nichts ... die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Es gibt Frauen die warten schon 20 Jahre und mehr auf ein Erwachen des Suchtkranken Partners und da kommt nichts.
    Am Ende sitzt du da und hast dein leben verschenkt ... aber ich denke das weisst du auch alles selbst.
    Versuche für dich einfach das beste aus deinen Leben zu machen ...

    Lieben Gruß

    Sarawen

    Marion / MaryLou - ich denke ich habe auch das Problem. Es ist ein auf und ab. Ich akzeptiere verhaltensweisen die ich früher nicht klaglos hingenommen hätte.
    Es sind verwirrte Gefühle und Szenarien was wird wenn ich wieder alleine stehe. Schaffe ich das alles? Werde ich mit 39 noch einen Partner finden der mich auf Augenhöhe liebt und mir die Schulter bietet wenn ich schwach bin?

    Die Therapeutin bei der Suchtberatung sagte mir ... Sie haben soviel schon als Kind bewältigen müssen - das Sie angefangen haben zu Schauspielern - nun bröckelt die Fassade und hervor kommt ein kleines Kind das nie Kind sein durfte und nun mit dem leben und den Erwachsensein überfordert ist. Da wird der Partner zum Rettungsanker und dieser ist selber befestigt an einen sinkenden Schiff.

    Ich empfinde das gehen als Verrat an eine Liebe bei der ich nicht weiß wie echt diese ist.
    Gehen oder bleiben und wenn gehen dann die Angst vor dem Verlust.
    So ist es ein ewiger Kampf ....ich fühle mich krank im Kopf.

    Man geht in sovielen Gesprächen mit Hoffnung rein und wird doch meist enttäuscht.
    Ich bin mit meinen xy seit dem 25.12.2011 zusammen und er hat kein Hehl daraus gemacht das er gerne Bier trinkt.
    Wieviel das habe ich erst später realisiert. Es folgten endlos diskussionen immer mit der Hoffnung irgendwas muß doch mal hängenbleiben.
    Es folgten kleine Versprechen wie z.B. ich werde versuchen das einzudämmen - mein kleines Co-Herz hat das komplett erweicht. Wenn ich dann mal wieder traurig war kam ein ich Liebe dich von ihm.

    Ich habe da gesessen und dachte an seine Leber ... wielange geht das noch gut? Was kann ich noch tun?
    Ich habe geweint, gebettelt und ihn bekniet und wofür?
    Er lacht mir ins Gesicht und fängt an mich zu beschimpfen.
    Heute ist es mir bewusst das es so nichts mehr wird.
    Ehe noch der Rest von dem Funken Achtung verloren geht werde ich nun endgültig gehen.

    Er will auf mich warten - darauf das ich wieder vernünftig werde. Er ist immer noch der Meinung das er richtig ist und ich falsch.
    Worauf hofft man? ...Ich habe auf Einsicht gehofft - das die Liebe gewinnt-
    das hier einige mit ihren Worten unrecht haben ...und mein toller Partner besser ist und nun bin ich in der Realität angekommen.
    Er hat nichts von alldem was ich geschrieben habe verstanden - ist es der 20 Jahre andauernde Alkoholkonsum der die Sinne vernebelt?!
    Wenn ich das mal wüsste!?
    Heute habe ich das Leiden leider verlängert - das könnt ihr bei mir nachlesen auch da hat Matthias was gesagt und ich muß eingestehen - er hat Recht.
    Ich habe mich heute um 5 Tage zurückgeworfen und bin über mich selbst wütend.

    Euch noch einen schönen Nachmittag

    Sarawen

    Zitat von TimeIsAHealer


    Wie trenne ich mich, ohne schon im Trennungsgespraech rueckfaellig zu werden oder eben wie nehme ich Abstand von der Person, ohne mich zu trennen, wenn ich die Trennung nicht schaffe.

    ich habe auch schon mal vor der Trennung solch Gespräch geführt und er hat mich in dem Moment wieder eingewickelt. Bei diesen Gespräch sass ich auf der Couch und habe nur noch geweint und er hat mich getröstet.
    Geholfen hat es nichts ... es kamen nur die abgedroschenen Standardphrasen

    ich neige auch dazu zuviel von mir zu erzählen und das hat mir auch im privaten Bereich sehr viel Kummer eingebracht...jedoch ist es manchmal auch befreiend - gerade weil hier fast jeder was ähnliches erlebt hat oder erlebt...

    Solche Sätze wie "du bist mein leben" bekomme ich auch gesagt. Ist letztenendes alles ein Lügengerüst?
    Sollte man die Sätze dann eher mit Vorsicht betrachten? Klingt dann doch eher nach einer Alkoholiker-Wahrheit ...

    Gestern sass ich nun bei den 2. Termin in der Suchtberatungsstelle und schüttete mein Herz aus. Heute abend gibt es einen Termin mit diversen Themen u.a. was Sucht überhaupt ist. Ich werde hingehen denn auch ich bin süchtig. Eine Co- Abhängigkeit liegt bereits vor ... und als Kind eines Alkoholikers habe ich es ganz besonders schwer mich von den Verhaltensmustern zu lösen.
    Liebe hinsichtlich eines Partners mit einen Alkohol -Hintergrund zweifelt die Therapeutin ein wenig an. Es hat ihrer Meinung nach eher mit den Wunsch zu tun - jemanden retten zu wollen.
    Vielleicht ist es der Wunsch wenn ich schon nicht meinen Vater retten konnte - nun diesen Partner zu helfen.
    Sie rät nicht zur Trennung - aber zum Nachdenken und zu einer Therapie. Ohne die Therapie werde ich kein normales Verhältnis zum Alkohol bekommen.
    Wobei ich es mir sehnlichst wünsche wieder eine gewisse Lockerheit zum Thema Alkohol zu bekommen. Ich möchte losgelöst mit Leuten zusammen sein ... lachen und mal ein Glas Wein trinken ohne dabei meinen Partner zu beobachten wie er sich ein Bier nach dem anderen reinzieht.
    Keine Kontrolle mehr und zählen wieviel hat er in sich ... keine endlos Diskussionen mehr ... aber das bleibt wohl noch ein Wunsch ... aber wer weiß wielange noch...

    Ich meine damit das ich nicht viel besser bin als meine Mutter die auch versucht hat meinen Vater zu retten. Alkohol wird noch immer runtergespielt ... "ach lass ihm doch sein Bier" ist ein Standardspruch von meiner Mutter.
    Im Grunde genommen habe ich nur die Wahl zwischen bleiben oder gehen.
    Wie soll meine Zukunft ausschauen ... ja, wenn ich das wüsste!? Zur Zeit weiss ich es nicht ... einerseits sind da Gefühle andererseits ist da die Angst wieder alleine zu sein.

    Mein Vater ist nun schon seit 2007 tot und dennoch holt mich die Vergangenheit immer wieder ein. Meinen Geschwistern geht es gut - beide haben ein normales Leben und sind reltaiv glücklich mit ihren Partnern.
    Warum kann ich das nicht sein? Wieso treten immer wieder Partner in mein Leben die trinken?
    Normalerweise achte ich da doch drauf ... ewig bin ich in der Helferschleife und manchmal grenzt das schon an Selbstaufgabe.
    Am Wochenende gab es einen Streit mit meinen Partner ... er weinte und bat mich darum zu gehen (ich liebe dich so sehr bitte geh ... du wirst glücklicher sein ohne mich - seine Worte). In dem Moment habe ich mich an ihm festgekrallt ... einerseits weiss ich das ich gehen sollte - auf der anderen Seite sind da Gefühle. Was soll ich nur machen? ... Ich fühle mich hilflos.