Beiträge von sarawen

    Hallo Aurora,

    danke das du meinen Text geteilt hast.
    Ich denke das viele dazu nichts zu sagen haben... denn die meisten stecken doch noch immer viel zu sehr drin...
    Es ist einfacher sich etwas vor zu machen als Schritte einzuleiten. Das hiesse ja auch das man Konsequenzen einleiten bzw. einhalten müsste.
    Aushaaren erscheint dann wohl leichter denn da draussen lauert das Unbekannte. Das das dann oftmals besser ist als das was man vorher hatte wird nicht gesehen... ist eben der Punkt mit dem Selbstbetrug den Renate ansprach.
    Hierfür braucht es wohl auch einen furchtbaren Tiefpunkt (Kind oder man selbst liegt zusammengeschlagen im Krankenhaus, etc.). Manch einer will nicht wach werden.... - dann ist es einfacher hier über und um die Situation rumzuheulen als endlich mal für sich einzustehen.
    Das man sich selbst mit dieser Feigheit und Angst nicht nur alleine Unglücklich macht und auch Kinder darunter leiden das kann man dann bei den EK´s nachlesen. Meine Wut gegenüber meiner feigen Mutter arbeite ich gerade in der Therapie mit auf.

    Für viele ist dieses Thema einfach nur unangenehm.
    Vielleicht sollte man mal ein Thread eröffnen in denen Leute mal die positiven Seiten einer Trennung bzw. Abgrenzung wiedergeben :wink:

    Nun habe ich mich genug aus dem Fenster gelehnt ... jeder führt nun mal das Leben was er führen möchte.

    LG

    Sarawen

    Hallo Rumba,

    das Thema Einsamkeit hat mich auch viel beschäftigt. Gerade jetzt wo ich in einer neuen Partnerschaft bin ist das auch wieder ein Punkt der im Raum schwebt.
    Mein Partner ist eigenständig .... trifft sich und unternimmt auch mal was für sich. Dann habe ich Zeit und könnte diese auch für mich nutzen. In der Co - Abhängigkeit kann man das denke ich aber nie so wirklich denn m. E. nach sind die Gedanken zu sehr beim Partner.
    Ich muß ziemlich gegen an arbeiten um mir da auch andere Lebensinhalte zu schaffen.
    Als ich mich trennte lag alleine das Wissen meine Tage alleine verbringen zu müssen wie eine schwere Last auf meiner Brust.
    Ich wusste mit mir nichts anzufangen. Glücklicherweise habe ich eine kleine Familie bzw. auch 1,2 gute Freunde die sich kümmerten - dennoch war ich viel alleine.
    Irgendwann fing ich an die Tage wieder zu geniessen ... die Zeit die ich für mich hatte nicht mehr als Last zu sehen.
    Pläne tauchten in meinen Kopf auf ...ich war plötzlich voller Ideen.
    Das war aber erst der Fall als ich für mich loslassen konnte. Das Loslassen selbst war ein schwerwiegender Prozess. Dieser dauert immer noch an ... es gibt Tage da fühle ich mich auch alleine gut - gegenteilig aber auch.

    Ich muß stark darauf schauen das es mir gut geht.

    LG

    Sarawen

    Hallo,

    heute möchte ich hier auch einfach mal meinen Senf dazugeben. Das habe ich zwar schon mal aber es sind seit meinen Cut einige Monate (bald 7) vergangen.
    Was mir hier in diesen Forum immer wieder auffällt das einige der Meinung sind sie müssten sich nicht trennen (abgrenzen). Ich kann nachvollziehen das es schwer fällt. Das ist sicher jeden schwer gefallen der gegangen ist.
    Warum aber wird gerade dieser Punkt immer und ewig in Frage gestellt?
    Immer wieder heisst es ... "zur Zeit hat er es im Griff, ich kann nicht weil...". Teilweise wird der Alkoholismus sogar schön geredet. Das was vorher kaum tragbar war wird wieder akzeptiert. Es wird sich sogar verbogen nur um nicht gehen zu müssen.
    Teilweise lese ich hier einen Berg von Ausreden ... dann bummelt man dann mehrere Jahre in Beziehungen die nicht mehr auf Augenhöhe stattfinden können. Der Frust wenn die 5 wöchige Trinkpause wieder um ist ... wird hier abgeladen. Wenn dann wieder ein Hinweis auf diesen Punkt erfolgt (Abgrenzen/ Trennen) dann wird das ganze wieder in Frage gestellt.
    Selbst der Hinweis in SHG`s zu gehen und sich direkt Hilfe zu suchen wird teilweise runtergespielt.
    Ich kenne keine bzw. kaum Ausnahmen bei denen eine Partnerschaft mit einen Suchtkranken funktioniert hätte. Warum glauben soviele das gerade sie die Ausnahme darstellen...?!

    Ich möchte nicht das das hier zu hart rüberkommt so ist es nicht gemeint. Dennoch spiegelt es einfach das wieder was mir hier aufgefallen ist... anders kann ich mir Fragen wie z.B. "wie kann eine Beziehung mit einen Suchtkranken funktionieren etc. nicht erklären...

    LG

    Sarawen

    Hallo Rumba,

    das klingt bei dir nach einen entspannten Wochenende.
    Ich kann es durchaus nachvollziehen wenn du dich gegenwärtig nicht mit der Verantwortung für ein Tier belasten willst.
    Gerade da in deinen Leben derzeit Situationen auftreten die sich so gar nicht vorhersehen lassen.
    Im Grunde ist es bei mir nicht viel anders gewesen ... ich habe aus diesem Grund kein Kind. Nie war es so das ich mit dieser Verantwortung hätte umgehen können.
    Dafür war immer viel zu viel Unruhe in meinen Leben.

    Strassenfeste finde ich immer nett aber nicht im Alkohol - Zusammenhang. Oft betrachte ich das immer zweigeteilt. Mich interessieren dann eher die Veranstaltungen drumrum (Flohmarkt etc.).

    Was hast du denn feines im Kino gesehen?

    LG

    Sarawen

    Guten Morgen Rumba,

    manche Dinge erscheinen einen logisch andere fallen nun mal schwer zu Begreifen.
    Das was Rhein so treffend angesprochen hat ist der persönliche Tiefpunkt. Bei mir hat es fast 6 Monate gedauert bis ich diesen erreicht habe. Zuvor schrieb ich lange hier... da waren ausführliche Beiträge in denen ich mich darüber ergoss was ich tun könnte damit mein Ex- xy trocken werden würde. Hoffnung ...gepaart mit Zukunftswünschen.
    Wenn ich mich aus dem Wahnsinn ausklinkte drohte Einsamkeit. Gerade wenn man wenig Kontakte nach außen hat fällt es nun mal schwer sich zum gehen zu entschließen.
    Selbstverständlich wünscht dir ein jeder hier das du gar nicht erst gehen musst.
    Wenn dein Partner aus freien Stücken in die Entgiftung geht und eine Therapie macht ist es wahrscheinlich das er es schafft - tut er es nicht - dann wirst du deine Schlüsse daraus ziehen...
    Was ich jedoch noch als wichtiger als alles andere erachte ist ... bei sich zu bleiben.
    Hier geht es um dich ... deine Interessen und den Weg den du gehst. Ob mit oder ohne ihn ... das ist in dem Moment erst mal zweitrangig.

    Tiere sind mir auch sehr wichtig. Ich habe schon seit meiner Kindheit immer Haustiere gehabt. Zur Zeit leben zwei Katzen bei mir. Ich liebe diese über alles ... sind quasi Kindersatz.
    Was für einen Hund möchtest du denn haben?

    LG

    Sarawen

    Hi...

    kaltblut : diejenigen die für sich mit dem Suchtverhältnis abschliessen konnten sind in der Tat glücklich. Vermutlich möchte Rumba aber eher von Leuten hören bzw. lesen die noch mit dem Ex - Alki liiert sind und nach der Entgiftung glücklich geworden sind. :)
    Das nur kurz dazwischen.... ich kenne von 30 Leuten knapp 8 bei denen es danach geklappt hat. Grund genug zu hoffen das man zu den besagten Minderheiten gehört.
    Glücklicherweise kann man auch ohne Partner zu einen glücklichen Leben finden... wobei ich meines mittlerweile auch mit einen Menschen teilen darf der keine Suchttendenzen besitzt.

    Ich denke ein Happy End haben wir schon wenn sich unser Leben nicht mehr nur um den Partner dreht sondern wir unseren Fokus dahin legen wo er hin gehört - nämlich bei uns!

    Wünsche allen ein schönes WE.

    LG

    Sarawen

    Hallo schnuffig,

    manchmal sind es Aussagen die ich hören möchte. Ich bin 5 Monate mit ihm zusammen. Das ist manchmal Kleinkram. In dem Moment steiger ich mich in die Situation total rein und würde ihn am liebsten rausschmeissen. Klingt übel ist es auch.
    Er ist über 10 Jahre älter als ich ... im Grunde dachte ich das ich durch ihn zur Ruhe komme. Dennoch eskaliert es min. 1x die Woche. Dann ist es wieder friedlich. Themen... mein Kinderwunsch, seine Distanz.... hin und wieder sein Verhalten.
    Es ist immer ganz unterschiedlich.
    Was ich damit erreichen möchte... im Grunde kenne ich die Antwort. Bei dem Kinderwunsch möchte ich das er einfach Farbe bekennt und eben sagt ... ich möchte kein Kind mit dir weil ich schon 3 fast erwachsene Kinder habe. Bei der Distanz möchte ich das er eben sagt das er noch ein bischen der Vergangenheit verhaftet ist und hin und wieder Raum für sich braucht. Den Raum nehme ich mir auch... alleine schon wegen der Co - Problematik achte ich darauf eben auch auf mich zu hören.
    Vielleicht sind dies normale Streittereien ... ich kann es einfach nicht beurteilen ... ich habe nie gelernt zu streiten und in Beziehungen zu kommunizieren. :(

    Welche Dinge hast du geändert?

    Lieben Gruß

    Sarawen

    Zitat von Rumba

    Liebe Sarawen,
    Ja das weis ich. Ich bin nicht von gestern hiermit beschäftigt. Vor 5 Jahren haben wir uns fast scheiden lassen (dann war ich hier unter pamina22222, vielleicht kann man noch was lesen). Dann kam es eben zu Besserung, aber keine Therapie oder so was. Mir war schon klar, dass dies keine entgültige Sache war. Er hat 5 Jahre lang versucht "kontroliert" zu trinken. Das dies unmöglich ist - war mir gleich klar, aber ich habe mit der Tatsache eben gerechnet dass es ihn irgendwan irgendwo so schlecht wird dass er es nicht mehr so haben möchte, dass er Angst bekommt. Ich habe quasi 5 Jahre (oder besser gesagt 4) einfach untätig gewartet. So ganz fabelhaft ging es mir nicht immer, aber bedeutend besser als zuvor: Ich habe gelernt keine Kontrolle auszuüben, ich habe gelernt in keine Diskussionen mich zu verwickeln, ich habe gelernt ihn machen zu lassen... nun was gut dabei war : da kam es nie zu die besoffenen Phasen von mehr als 2-3- Tagen und nie so dass er unansprechbar oder agressiv war. Das Leben ging mehr oder weniger normal vor sich hin.

    Mir ist es auch klar dass er kein blassen Schimmer hat was das alles braucht - dauerhaft trocken zu bleiben. Da erlebt er noch ein blaues Wunder. Aber, ich freue mich dass der erste Willen da ist, dass er es versucht. Ich spreche ihn gar nicht darauf an. Wenn er Hilfe braucht für irgendwas - helfe ich wenn ich kann.

    Ich mache mir keine lehre Hoffnungen. Ich bin auf der Hut. Nur manch gesagtes in der letzen 3-4 Tagen ist vollkommen neu in seinen Überlegungen... Möghlicherweise schafft er es dran zu bleiben.

    Aber vorerst - bin ich positiv. :D Das gehört auch zu meinem Wohl sein...

    Hallo Rumba, Pamina,

    klar entwickelt man sich auch in den Jahren weiter. Einige (z.B. meine Mutter) stumpfen mit den Jahren aber auch ab. Dann ist alles nur noch halb so schlimm und man redet es sich stellenweise auch nett.

    Was ist wenn die 4 Tage nur eine kleine Trinkpause sind?
    Kannst du für dich sagen "ja, ich bin Glücklich - das ist das Leben was ich möchte?" Welche Zukunftspläne hast du für dich? Wielange bist du gewillt und bereit zu warten?
    Meine Mutter hat 30 Jahre gewartet und wurde mit 68 J. Witwe (wegen Alkohol). Ich sage nicht das es bei jeden so laufen muss. Dennoch gilt es bei sich zu bleiben und zu schauen das man bei all dem Warten nicht auf der Strecke bleibt.

    Mein Leben wurde 34 J. vom Alkohol bestimmt. Mal war es mein Vater dann mein Ex- Partner. Ich habe gewartet... gebettelt... gehofft ... geträumt ... gelogen und wurde darüber depressiv.
    Erst jetzt komme ich bei mir an ... noch immer bin ich manchmal hin und her gerissen und weiss nicht was ich will.
    Dennoch wird es besser. Ich führe mittlerweile eine Beziehung mit einen Mann der von mir klare Ansagen erwartet. Ich muß meinen Fokus auf mich legen .. denn sonst finde ich mich in Situationen wieder die ich nicht will!
    Nicht nur dein Partner muß gesund werden... du auch!! Gerade wenn du diese Thematik schon 5 Jahre bearbeitest - weißt du worum es geht.

    LG

    Sarawen

    Hallo Rumba,

    die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wichtig dabei ist ganz genau zu prüfen wie ernst es deinen Partner ist. Verrenn dich in nichts ... denn es gibt hier Fälle da wurde daraus eine Wartestellenbeziehung (ich mach was ... ich mach nichts ... ich mach was ....). Da vergehen Jahre ohne das xy etwas wirklich tut. Zusagen werden immer schnell getätigt.
    Es zählen nicht Sprüche sondern Taten.
    Du wirst es merken ob und wie ernst es deinen Partner damit ist. Allerdings braucht man sich auch nichts vor machen ... wenn er es nicht aus freien Stücken will - wird das eine Odyssee.

    LG

    Sarawen

    Hallo,

    momentan versuche ich zu ergründen was diese Streitereinen auslöst. Ist es ein bestimmtes Verhalten oder sind es die Antworten die ich auf bestimmte Fragen erhalte.
    Was es auch ist ... ich muß das umpolen. Nur wie trainiert man eine Eigenschaft ab?
    Eine Frage die ich mir auch stelle ... wie möchte ich zukünftig in solchen Situationen reagieren!? Eigentlich wäre es mir am liebsten ich würde ruhig und besonnen sein. Im Zweifelsfall den Rückzug antreten und das ganze sacken lassen.
    Das Thema bzgl. der Reaktion meines Partners ist auch nicht uninteressant. Manchmal trifft er mich mit seinen Antworten und er begegnet mir mit Distanz. Damit kann ich nicht um.
    Auf der einen Seite ist da offen ausgeprochene Liebe.
    Doch ich kann es nicht annehmen. Innerlich ist eine kleine leise Stimme die permanent in Frage stellt.
    Warum bleibt jemand bei mir ... obwohl es mit Sicherheit Partner gibt die nicht so zweifelnd sind?!

    Zur Zeit habe ich den Eindruck ich stehe vor einen Berg ... und es gibt weder einen Weg dran vorbei noch drüber weg....

    LG

    Sarawen

    Hallo Zwergin,

    ich würde es genau wie Linde schon sagt sehr diskret machen. Warum solltest du es mitteilen. Schaffe nach und nach die Sachen rüber und die großen Teile zum Schluss. Die nimmst du nicht alleine sondern hast sicher Hilfe.
    Den einen oder anderen kräftigen Herrn hast du sicher dann an der Seite. Bereite sie darauf vor das es eskalieren kann.
    Soviele Frauen haben es schon vor dir geschafft ... du bist stark und wirst es schaffen.

    Ich wünsche dir ebenfalls viel Kraft.

    LG

    Sarawen

    Liebe Rumba,

    ich habe 2 Leute in meiner Selbsthilfegruppe bei denen die Beziehung nach der Entgiftung weiter ging. Es kommt halt selten vor.
    Meine Beziehung ist auch gescheitert aber nicht an seinen Unwillen zur Entgiftung zu gehen sondern daran das er nicht gewillt war zu Entziehen und eine Therapie zu machen. Die Charakter- Eigenschaften waren weiterhin untragbar. Nach der Entgiftung hat er mich immer noch klein gemacht. Ich selbst habe mich wieder gefunden.
    Mir ist es wichtig den Lebensmittelpunkt nicht mehr beim Partner zu sehen sondern bei mir. Es kann nur ein wir geben wenn es auch ein ich gibt!

    LG

    Sarawen

    Liebe Tjorven,

    das was du da beschreibst ist oft der typische Missbrauch der in Familien stattfindet.
    Ich wurde als Kind zu den Kneipen geschickt um meinen Vater dort abzuholen. Einige Jahre hielt ich das für normal. Das war es natürlich nicht.
    Abgrenzen konnte ich mich damals nicht. Meine Mutter war eine ängstliche Frau die Angst vor dem finanziellen Folgen einer Trennung hatte. Die Beweggründe warum Frauen oft in solch katastrophalen Situationen verbleiben sind meist ähnlich. Manchmal hat das einfach damit zu tun das man ein festes Bild von einer Familie im Kopf hat. Oft wird von aussen dann ja auch geurteilt "schau mal - der arme Mann wurde einfach verlassen". Frauen werden dann oft verurteilt. Das hat wohl auch mit der Generation zu tun.
    Im Hinterkopf ist oft "was wird aus mir wenn ich gehe!?". Dann verbleibt man in einer Situation in der man zwar unglücklich ist aber eben weiß was man hat.
    Für Aussenstehende oft nicht nachvollziehbar.
    Dennoch ist und bleibt die Situation wie sie nun mal ist. Du kannst deine Mutter nicht vor deinen Vater retten und deinen Vater nicht vor dem Alkohol.
    Es hilft nichts anderes ...ausser distanz. In dem Fall müsstest du Konsequent sein und wenn dein Vater getrunken hat einfach gehen.

    Wenn du am Telefon für dich einstehen konntest hast du doch zumindest für dich schon viel erreicht.
    Das lässt sich beliebig erweitern so das du für dich Ruhe finden kannst.

    Was hast du am Wochenende für dich getan? Wie kannst du es schaffen am Telefon und im direkten Dialog noch mehr bei dir zu bleiben?

    LG

    Sarawen

    Zitat von cocomel

    Hallo,

    danke für eure Anwtorten.Ja,das habe ich ehrlich gesagt auch gehofft.Ich bin so verletzt,enttäuscht und wütend.

    Komm mir vor wie de letzte Idiot.Naja,jetzt hat er es aber erreicht,dass ich wirklich nix mehr sehen und hören will und ich komm auch nicht mehr in Versuchung.Morgen hab ich zum Glück meinen Termin beim Therapeuten und Dienstag zur Selbsthilfegruppe,das wird mir sehr helfen und ich bin auch sehr froh hier im Forum gelandet zu sein und dass ihr mir auch zuhört und helft.
    Ich danke euch!

    Cocomel

    Hallo Cocomel,

    ich kann das verstehen das du wütend und enttäuscht bist. Das war ich eine ganze Weile auch. Ich wollte das mein Ex -xy etwas tut was er jedoch nicht tat. Sang und Klanglos hat er mich einfach vergessen ... natürlich kamen noch Vorwürfe aber nicht das was ich mir so im Kopf zusammengebastelt hatte. Ich wollte das er vor mir kriecht und mich anbettelt ... natürlich zum Entzug geht und danach so hatte ich mir ausgemalt - würden wir das Paar schlechthin werden. Ich sah uns schon glücklich vereint beim Standesamt. :wink:
    Die Bitterkeit kam so nach und nach ... denn warum sollte es bei mir auch anders sein!?
    Oft habe ich mit meinen Schicksal gehadert warum es gerade mich so arg getroffen hat.
    So verging am Ende Tag für Tag und ich arbeite noch heute an mir und versuche einfach diese ganze Thematik zu verarbeiten. Der Weg ist noch lang - falsch antrainierte Verhaltensmuster die es gilt abzulegen.
    Zu meinen Ex habe ich zum Glück keinen Kontakt mehr.

    Im Grund ist es denke ich besser so.

    So blöd es auch klingt ...irgendwann wirst du merken das es für dich und deine Heilung auf jeden Fall besser so ist.

    LG

    Sarawen

    Zitat von silberkralle

    glück auf zwergin

    :shock: hast du ihm das bier eingeflößt ?

    sorg dafür, dass es dir gut geht

    schöne zeit

    :D
    matthias

    Hallo Matthias,

    ein Stück weit sucht man die Schuld immer bei sich. Das habe ich auch lange getan.
    Letztendlich dachte ich lange das ich durch mein Verhalten dazu beigetragen habe das mein Vater aber auch mein Ex- Partner getrunken haben.
    Im Grunde genommen ist dies vielleicht auch die Suche nach Erklärungen warum dieser Mensch trinkt.

    LG

    Sarawen

    Hallo Tjorven,

    ich sehe gerade das dir noch keiner geantwortet hat darum will ich das jetzt tun...
    Ich selbst habe meinen Vater 2007 verloren. Er starb an den Folgen seines Alkoholmissbrauchs. Im ersten Step denke ich ist es wichtig das du bei dir bleibst. Auch wenn es weh tut aber du kannst nichts anderes tun.
    Natürlich kannst du für deine Angehörigen da sein aber es ist wichtig das du dich abgrenzt.
    Es ist schwer wenn man da reingezogen wird - das hat meine Mutter auch immer gerne getan.
    Dennoch hat dein Vater für sich so entschieden. Dieses Leben wolllte er so und nicht anders!
    Jeder trifft die Entscheidungen für sich. Auch du.
    Hättest du mehr tun können? Eine Frage die du dir selbst beantworten kannst.
    Im Grunde denke ich das du alles getan hast was möglich war - du hast Hilfe angeboten und Gespräche geführt. Zu diesen Thema ist alles gesagt.
    Siehe es mal von der anderen Seite ... wenn dein Vater Hilfe möchte hätte er darum gebeten.
    Schau das du etwas für dich tust und das es dir gut geht.
    Warst du schon mal bei einer Beratungsstelle für Angehörige? Auch wenn es komisch klingt aber ich kann es nur empfehlen.

    Wie geht es dir heute?
    LG

    Sarawen

    Albträume hatte ich auch ... da gab es die in denen ich mich verlaufen habe oder eben gefallen bin. Dann aber auch einen in dem ich mich für eine Seite entscheiden sollte "hell = gute Seite" "dunkel = Böse Seite". In dem Traum entschied ich mich für die dunkle Seite und wurde dort dann von einen Mann ertränkt. Diesen Traum hatte ich als 13 jährige.
    Damals zog ich keine Schlüsse daraus ... da war soviel Angst. Tagelang konnte ich nicht mehr schlafen und durchforstete später alle möglichen Bücher über Traumdeutung. Eine Lösung habe ich jedoch nicht gefunden.

    Mittlerweile bin ich offener was mein kaputtes Elternhaus betrifft und lüge nicht mehr. Im ersten Step klingt es immer toll zu sagen das die Eltern 49 J. verheiratet waren aber im Grunde ist selbst das kein Zeichen von Glück. Meine Mutter war nur zu Feige (Co) um zu gehen.

    Liebe Nimome,

    das sich aus Situationen abgrenzen gelingt keinen von uns immer. Grenzen ziehen und bei sich bleiben ist nun mal auch mit Kraft verbunden. Das diese manchmal nicht mehr da ist kennt jeder.
    Ich selbst sehe dieses Thema auch von 2 Seiten ...einerseits war ich EKA (mein Vater ist jedoch schon seit 2007 tot) und auf der anderen Seite hatte ich einen Partner mit Alkoholproblematik.
    Klar versucht man mit Abstand Lösungen für ein vernünftiges Leben zu finden aber manchmal holt einen die Vergangenheit ein und dann ist eben auch Wut dabei. Dann möchte man diesen Menschen schütteln und wachrütteln aber es ist ein Sinnloser Akt denn der betreffende hat sich sein Leben ja so gewählt.
    Wir haben nicht die Macht zu entscheiden was für denjenigen gut und richtig ist.
    Das einzige was wir tun können ist eben für uns selbst zu sorgen auch wenn das manchmal mit Tränen verbunden ist.
    Auch ich habe am Bett von meinen Vater gesessen und musste am Ende hilflos mit zusehen wie dieser sich am Ende durch seine Sucht getötet hat. Es liegen 30 Jahre mit betteln und flehen hinter mir. Die trockenen 7 Jahre dazwischen - die waren schnell um und ich kann nur sagen das das die einzigen Jahre waren in denen ich meinen Vater hatte. Dennoch muß ich akzeptieren das dies eben sein Wunsch war.
    Er wollte sein Leben so und nicht anders.

    Oft wird hier im Fall wenn die Gedanken zu stark werden ein Notfallkoffer empfohlen. Das können Verhaltenstips sein .... wenn die Gedanken kommen könnte man z.B. in den Garten gehen, schwimmen, Freundinnen treffen od. anrufen etc.. Manchmal sind das dann aber auch andere Dinge wie z.B. sich ein Seminar anzuhören oder eben einen Film anzuschauen...

    Vielleicht kannst du für dich ja einfach ein Nottfallplan entwerfen.

    Wünsche dir viel Kraft und Mut.

    LG

    Sarawen