Beiträge von sarawen

    Hallo Nys,

    genau dieses Verhalten das du bzgl. deines Elternhauses beschreibst war bei mir zuhause teilweise auch so.
    Es gab Krach und danach wurde wieder heile Familie gelebt. Für mich war das gelebte Hölle. Nie war ich mir bzgl. Personen oder Gefühle sicher. Zudem wurden Gefühle auch oft totgeschwiegen.
    Vielleicht sind dies alles Themen die ich im Rahmen meiner Therapie aufarbeiten kann.
    Ein Punkt mit dem ich ebenfalls schlecht umkann ist Distanz.
    Viele Punkte sind sicherlich entstanden in der Kindheit. Dennoch frage ich mich natürlich auch wieviel Antrainiert ist und wieviel einfach schlechte Charaktereigenschaft ist!?

    Mittlerweile habe ich dazu auch ein Gespräch mit meinen Partner gesucht und versucht eine Lösung zu finden.
    Ob die Lösung lebbar ist die wir gefunden haben weiß ich noch nicht. Hoffe das Liebe auch in diesen Fall alles schaft.

    LG

    Sarawen

    Liebe Agi,

    für mich ging die Trennung nur durch entlieben. Die Situation wurde immer schlimmer am Ende war meine Energie weg und ich empfand die Aussicht auf ein Leben ohne ihn als reizvoller als mit ihm.

    Auch bei mir war es nur ein Jahr Beziehung. Glücklicherweise mit getrennten Wohnungen.
    Oft wusste ich nicht mehr wie es weitergehen soll und war stundenlang damit beschäftigt Lösungen für ihn zu finden ... das waren aber keine Lösungen für mich. Ich verlor meine eigenen Wünsche, Ziele und Interessen komplett aus den Augen. Immer wieder drehten sich die Gespräche nicht mehr um uns und unsere Träume sondern um Bier. Ich bettelte und diskutierte. Das Ergebnis war immer das gleiche... Fadenscheinige Ausreden - warum es gerade in dem Moment nicht geht.
    Der Kontakt ... ein Wechselbad ...hatte er den richtigen Level wurde er lustig und anschmiegsam. Zu wenig oder zu viel und die Hölle kam zum Vorschein. Ich nenne es hier einfach mal Albtraum in Dosen.

    Irgendwann kam ich an den Punkt das ich mir selbst eine Frist setzte. In diesen Fall wollte ich endlich mal konsequent sein und mir das letzte Rest von Achtung bewahren.
    Wieder spielte er seine alte Rolle ... und liess mich alleine (zu Silvester). Zuvor war dem wieder eine Diskussion vorangegangen.
    An dem Tag sass ich Mutterseelenalleine zu hause ... - Einsam in einer Beziehung. Ich beschloss nun endlich auch Taten folgen zu lassen und teilte ihn mit das für mich nun schluss sei.
    Wieder wollte er stundenlang mit mir reden aber dieses mal war nun endgültig schluss.
    Es war bereits 6 Monate zuvor alles besprochen worden (Thema Entgiftung, Entzug). Ich denke dies war mein persönlicher Tiefpunkt.
    Ich brach den Kontakt von einen auf den anderen Tag komplett ab. Es war die Hölle ... noch immer kreisten die Gedanken um ihn. Vermutlich ist es ähnlich wie beim Alkoholentzug.
    Wobei ich das natürlich nicht weiß....

    Seitdem sind ja nun einige Monate vergangen. Ich begann mein "ich" wieder zu entdecken und ging wieder auf andere Menschen zu.
    Mittlerweile denke ich das ich mehr in meinen Ex gesehen habe als tatsächlich da war.
    Gefühle können trügerisch sein und manchmal macht man sich eben auch etwas vor. Was ich jedoch mit Gewissheit sagen kann ist das jeder Mensch für sich und sein handeln verantwortlich ist. Ich sage nicht das meine Lösung die allgemein beste ist.

    Wie Nys schon geschrieben hat ... Trennung ja oder nein solltest du selbst entscheiden. Wenn du diesen Schritt gehst ist es wichtig wirklich Konsequent zu sein.
    Manchmal hilft es auch sich selbst zu sortieren und vielleicht mal eine Zeitlang nicht mehr erreichbar zu sein.

    Ich wünsche dir bei der Lösungsfindung alles Gute.

    LG

    Sarawen[/b]

    Hallo Schnuffig,

    danke für deinen Beitrag. Es erinnert mich ein wenig an dieser Sache "vom Opfer zum Täter - der Weg ist nicht weit".
    Klar hängt es sicherlich auch viel mit dem Gegenüber zusammen und Männer kommunizieren ja auch anders als Frauen. Zumindest hatte ich das mal gelesen.
    Zudem gibt es ja auch den netten Hinweis ... "in jeder Frau wohnt auch ein Drache". Dennoch sind es nicht nur die Verhaltensmuster meiner Gesprächspartner die mich dazu bringen einen Streit über den Zaun zu brechen. Oft sind es Kleinigkeiten die mich in dem Moment so belasten das ich garnicht mehr anders kann. Wenn ich dann dabei bin packe ich natürlich auch gleich den Rest aus - der der mich vorher bereits geärgert hat.
    Dann landen auch gerne mal vergangene Themen auf den Tisch.
    Meine Therapeutin fragte mich was ich dann tun kann um die Situation zu entschärfen!?
    Dies ist in dem Fall schwierig ... denn wenn ich mich erst in Rage geredet habe - ist das stoppen kaum noch möglich.
    Da den richtigen Weg zu finden ist eben sehr schwierig.

    Für meinen Partner bin ich dann in einen dunklen Raum. Rausholen gelingt nur selten. Früher habe ich diese Dinge mit mir oft alleine ausgemacht ... so schnell wie dieser Anfall kommt ist er auch wieder verschwunden.
    Hin und wieder sehe ich mich dann schon eher in der Kindheit gefangen ...ein kleines Mädchen das nicht gelernt hat zu Kommunizieren geschweige denn richtig zu streiten.

    LG

    S.

    Hallo Schnuffig,

    da sprichst du einen wichtigen Punkt an den ich bisher ausser Acht gelassen hatte.
    Im Grunde bekomme ich immer dann Liebe wenn ich sie brauche. Es ist nicht so das er sie mir verweigert. Deswegen ist mir mein Verhalten manches mal so unverständlich. Ich rutsche in dem Moment in eine Rolle und kann das dann nicht mal stoppen.
    Die Streitereien sind oft unlogisch und im Nachhinein weiß ich dann nicht mal warum ich daraus solch Drama gemacht habe.
    Oft habe ich das was Zimttee so beschreibt auch bei mir festgestellt. Die Kommunikation fällt mir schwer und hin und wieder verliere ich auch den Faden.
    Oft habe ich den Eindruck ich bin in meiner Vergangenheit gefangen.

    Ist schwer zu beschreiben.

    LG

    Sarawen

    Liebe stern2013,

    teilweise war ich wütend, verzweifelt und traurig wenn ich meinen Vater gesehen habe. Am Ende (2006/2007) war er weder Charakterlich noch Psychisch der gleiche. Er wurde zu einen weinerlichen Typen den jedes Problem aus der Bahn warf.
    Wir bettelten nahezu immer darum das er doch zum Arzt geht. Das lehnte er meistens aus ganz fadenscheinigen Gründen ab.
    Wie bin ich damit umgegangen...!? Teilweise habe ich resigniert. Mein Vater hat über 30 Jahre seines Lebens mehr oder weniger in seiner Sucht zugebracht. Er war immer extrem. Zu seinen Suchtstoffen zählte Alkohol, Zigaretten und eine zeitlang auch die Spielsucht. Am Ende wollten wir ihn nicht mehr belasten und liessen ihn wie er war.
    Gestorben ist er genauso wie er gelebt hat ... Extrem. Er starb nach 3 Schlaganfällen und einer Lungenentzündung.
    Hätten wir das verhindern können!? Nein, denn er wollte sein Leben genau so und nicht anders.
    Was ich dir damit sagen möchte... nur du allein entscheidest für dich. Deinen Vater kannst du nicht helfen ... dafür gibt es genügend andere Stellen. Wenn er nicht zum Arzt gehen möchte ... wird er da auch nicht hingehen.
    Klar tut das weh ... wenn man zusehen muss wie sich ein anderer Zugrunde richtet aber es ist eben seine Entscheidung. Vielleicht hilft dir der Gelassenheitsspruch.
    Ich wünsche dir einfach mal eine gute Zeit für dich und ein wenig Ruhe.

    LG

    Sarawen

    Hallo Nys,

    ich gratuliere dir zu deinen Unabhängigkeitstag. Ich nenne es einfach mal so denn loslassen macht ja bekanntlich auch frei. Im Kopf habe ich gerade das Lied aus der Google- Werbung. Das finde ich irgendwie lustig. Bin wohl recht Werbegeschädigt. :)
    Den XY würde ich trocken wohl auch nicht zurücknehmen aber eher aus dem Grund das mich auch die Vergangenheit triggern würde. Ständig würde ich denken ich muß Kontrollieren.
    So wie es nun ist ... mit diesen neuen Partner ist es gut. Die Diskussionen sind eher auf Augenhöhe ... die Standpunkte werden erläutert und nicht aufgedrückt. Verbale Verletzungen gibt es nicht und teilweise siniere ich darüber nach ob das im letzten Jahr wirklich etwas mit Liebe zu tun hatte.
    Überhaupt sind mir meine Gefühle aus dem letzten Jahr fremd... was hat mich das loslassen für eine Kraft gekostet.
    Nun kann ich sein wie ich bin ... mein Partner will kein Schauspiel. Wenn ich traurig bin darf ich es sein ohne das ich mich verbiegen muß.
    Es gibt Liebe wenn ich sie brauche ohne das ich den richtigen Zeitpunkt abpassen muß weil es bei den alten xy gerade mit der Alk- Menge nicht passt.
    Dennoch fällt es mir manchmal schwer die Vergangenheit dazulassen wo sie hingehört ... sie spielt mir Streiche und lässt Gedanken hoch kommen die negativ sind. Manchmal schwirrt mir die Frage im Kopf rum warum mein neuer Partner an meiner Seit ist!?
    Heute Abend geht es wieder in die SHG und dort suche ich nach Antworten. Mittlerweile kann ich die Informationen von dort besser annehmen. Letztes Jahr war das nicht möglich ... ich war viel zu sehr verwickelt. Erst jetzt spüre ich das alles gut werden kann und ich einen tollen Mann an der Seite habe.

    Wünsche einen schönen Tag.

    LG

    Sarawen

    Hallo Nys,

    da greifst du schon ein sehr interessantes Thema auf.
    Ich für meinen Teil würde eindeutig sagen das ich starke Suchttendenzen in mir trage. Nicht zuletzt wird auch immer wieder in Beratungsstellen darauf hingewiesen das die Chance Abhängigkeiten zu entwickeln bei Kindern aus Suchtfamilien größer sind. Wie sich diese Problematik bei anderen Konstellationen auswirkt kann ich nicht sagen. Was mich genau zu einer Suchtpersönlichkeit gemacht hat würde ich klar mit meinen Elternhaus beantworten.

    Gerade weil ich jedoch die Gefahr sehe bin ich sehr auf der Hut keine "stofflichen" Süchte zu entwickeln.
    Auf meine Gesundheit gebe ich Acht und nehme nur dann Tabletten wenn garnichts anderes geht.
    Mit Menschen verhält es sich leider oft anders ... ich habe ein starkes Bedürfniss anderen zu helfen und auch daraus entwickelt sich eine Suchtstruktur. Sowohl bei meinen Vater als auch bei meinen letzten Partner habe ich Menschen gefunden die diesem Verhalten Futter gegeben haben.
    Ich betrachte es mittlerweile als meine Aufgabe dieses Verhalten abzulegen. Ziel ist es für mich ganz genau Unterscheiden zu können wann Hilfe gut und ok ist und wann es zuviel des guten ist.
    Da ich auch in meinen näheren Bekanntenkreis jemanden habe, der obwohl keine Sucht vorliegt, zu gerne Hilfe einfordert kann ich für mich ganz genau erkennen das sich das ganze nicht nur auf Suchtpersönlichkeiten begrenzt.
    Ein Suchtverhalten das ich nach der Trennung von meinen xy stark wahrgenommen habe war der Wunsch nach Kontrolle (geht es ihm gut?, was macht er jetzt?, etc.). Dieser Zwang war so stark vorhanden das ich sehr mit mir zu tun hatte diesem nicht nachzugeben.

    LG

    S.

    Guten Morgen Roseanne,

    vieles was du bereits geschrieben hast lässt darauf schliessen das du in dir schon eine starke Persönlichkeit hast. 3 Kinder alleine groß zu ziehen ist schon mit Kraft verbunden.
    Was also lässt dich bezgl. einer Trennung so zurück scheuen? Manchmal ist es wichtig dieser Angst auf den Grund zu gehen. Du hast doch schonmal alleine gelebt und wurdest auch damit fertig.

    Ich hatte mir vor einigen Monaten auch mal eine Frist gesetzt und diese dann nicht eingehalten. Als ich hier schrieb wurde mir dann ziemlich der Kopf gewaschen - was im Grunde genommen ja gut war. Inkonsequenz hilft weder dir noch dem Partner und das kann ich auch nur unterstreichen. Man sprach in dem Zusammenhang oft von "in Liebe fallenlassen". Das beeinhaltet das Gehen (sich Abgrenzen) auch wenn man noch liebt.
    Wenn man das Fallen lassen dann durchgezogen hat, ob aus Wut oder Resignation, wird es im ersten Moment erst richtig schwer. Man merkt oft wieviel Stille und Leere um einen herum ist. Dann neigt man erst recht dazu alles wieder schön zu sehen. Das schlechte wird ausgeblendet - bei mir hat es Wochen gedauert bis ich mein "ich" wieder hatte.
    Die meisten werden zudem auch noch von dem jeweiligen Partner unter Druck gesetzt. Dies war bei mir nicht anders.
    Die ersten Tage nach der Trennung bin ich wie betäubt durch die Gegend gelaufen und hatte immerzu den Wunsch nach Kontakt. Diesen gab es dann auch noch 2 x. Jedoch bin ich bei mir geblieben und habe Abstand gehalten. E-Mails, SMS etc. habe ich ignoriert und auch nicht mehr geantwortet.
    Was eine Trennung angeht wirst du jedoch für dich dein eigenes Tempo finden müssen.
    Manche brauchen Jahre um sich zu lösen und wieder andere nur einige Monate.
    Eine Trennung ist immer schwer - gerade weil diese Schritte für unsereins oft nicht logisch sind (ich will ja nur dann gehen wenn er getrunken hat - denn nur dann ist es schlimm).
    Ich hatte oft den Eindruck das mein XY sich immer dann am Riemen gerissen hat wenn ich Abstand nahm.
    Damit hat er mich fast 6 Monate bei sich gehalten. Das erste halbe Jahr wollte ich vor lauter Liebe nichts sehen und meinte mit Reden alles klären und hinbiegen zu können.

    Warst du schon bei einer Beratungsstelle? Gibt es bei euch in der Gegend auch Gruppen für Angehörige?

    Wünsche dir einen schönen Wochenanfang.

    LG

    Sarawen

    Liebe dorothy,

    habe bei dir nun auch mal gelesen.
    Ich denke bei dir und deinen Partner ist alles gesagt.
    Sei Konsequent bei dem was du tust. Wenn du dir eine Wohnung suchen möchtest dann tue das und informiere ihn kurz schriftlich darüber.
    Entscheide für dich ...
    Zu gehen ist sehr schwer und manchmal erscheint einen das Leben so alleine nicht reizvoll zu sein aber bedenke es wird an der Seite dieses Suchtkranken nicht besser sondern eher schlechter. Alkoholismus ist eine Abwärtsspirale und reisst alles nach unten was sich im Umfeld befindet.

    Wünsche dir bei der Entscheidungsfindung alles gute und viel Kraft.
    Lieben Gruß

    Sarawen

    Liebe Roseanne,

    oft dauert es bis man die Kraft dazu hat wirklich zu gehen. Auch ich habe mich damit schwer getan. Im Kopf hatte ich immer ... "was wird nun aus dir?!". Im Nachhinein betrachtet war es die Angst plötzlich alleine zu sein und niemanden mehr zu haben.
    Dieses rumgeeier habe ich mind. 3 Monate gehabt und innerlich war ich so angespannt das ich mich teilweise auf nichts anderes mehr konzentrieren konnte.
    Permanent hatte ich Hoffnung das sich was ändert - diese wurde immer wieder enttäuscht.
    Dann jedoch kam der Tag an dem ich mir selbst eine Frist gesetzt habe. Weihnachten stand vor der Tür und ich war noch immer mit ihm am rumdiskutieren (Sinnlos - denn er war ja nie nüchtern). Es ging immer um seinen Alkoholkonsum und wann er denn nun endlich zur Therapie geht. Permanent wiederholte er "es ist Weihnachten und alle trinken Glühwein - ich will das alles noch geniessen". Er schob den Termin ständig vor sich her und ich saß daneben und redete mir ein wenn ich nochmal mit ihm rede dann wird er doch gehen. Mit Abstand betrachtet war das Größenwahnsinnig denn wer gab mir das Recht zu entscheiden was mein Gegenüber will.
    Er war wenn er denn mal nüchtern war liebevoll und sanft und sobald ein gewisser Pegel überschritten war nur noch zynisch, respektlos und fies. Immer mehr wuchs in mir ein anderes Gefühl neben der Liebe ... die wurde zunehmend weniger. Das ist das was du bereits beschreibst. Er widert dich dann an. Dieses Gefühl wird wachsen ... denn so wie der Alkoholkonsum stetig anwächst so wird man es auch irgendwann leid zu reden und die Liebe bleibt dabei auf der Strecke. Viele trinken dann aus Verzeiflung mit. Auch über diese Brücke bin ich gegangen...
    Leider hilft oft nur die Konsequenz und wenn man nicht gewillt ist wirklich zu gehen ist der eigene Tiefpunkt noch lange nicht erreicht. So wie Suchtkranke Rückfälle haben und wieder schwach werden so ist es wohl auch bei uns...es gibt einige hier die mehrere Anläufe brauchten um mit dem Partner abzuschliessen.
    Falls es ein Trost für dich ist ... es gibt Paare bei denen der Partner nach der Trennung trocken geworden ist. Mein Vater war es Zeit seines Lebens nicht ... am Ende hat meine Mutter nur noch "ihr Ding" gemacht (Liebe war da nicht mehr - meinen Vater hätte sie mit der Kneifzange nicht mehr angefasst).

    Ich finde die Schritte die du gehst schon sehr gut. Du kümmerst dich um deine Belange und scheinst auf dich zu achten. Das mit dem Wechsel des Betriebes ist wahrscheinlich auch ein guter Punkt ... sollte dein Partner total abstürzen (Abmahnung wegen Alkohol) bist du weit weg und wirst nicht darauf angesprochen.
    Was ich dir auf jeden Fall empfehlen möchte ist immer etwas für dich während dieser Zeit zu tun (tanzen, lesen, Freundinnen treffen, etc.).

    Wünsche dir ein schönes und entspanntes Wochenende.

    Lieben Gruß

    Sarawen

    Liebe EK´s,

    heute möchte ich hier mal ein paar Dinge ansprechen die mich sein einigen Wochen schwer belasten.
    Meine Kindheit bestand häufig aus Reibereien zum Teil zwischen meinen Alkoholisierten Vater und meiner Mutter aber auch mit mir als Schlichter.

    Nun beobachte ich an mir immer wieder das ich mit meinen neuen "gesunden" Partner Streitereien über den Zaun breche die teilweise unbegründet sind. Wenn er sich darauf einlässt und mit Konsequenzen droht knicke ich ein und buhle um Liebe und Zuwendung.
    Ich kann mich oft an Situationen aus meiner Kindheit und Jugend erinnern in denen dies auch zuhause so lief.
    Gibt es bei euch Verhaltensmuster begründet aus der Kindheit bei denen ihr auch nachhaltig geschädigt seid?
    Wenn ja, wie geht ihr heute damit um? Ist es euch gelungen diese Fehlverhalten abzulegen? Wenn ja, wie ist euch das gelungen?

    Ich hoffe ich konnte das halbwegs verständlich rüberbringen... wenn nicht bitte fragen.

    Vielen Dank.

    Gruß

    Sarawen

    Hallo Varescu,

    eine Frage die ich mir beim lesen deiner Beiträge gerade stelle ist warum sich alles hier bei dir - um ihn und sein Verhalten dreht!?
    "Er" tut dies ... "er" tut das ... soll ich "ihm" ... darf ich oder kann ich "ihm". Ich will ihm helfen .... Sorry, andere wurden hier ziemlich rasch darauf hingewiesen das sie sich um sich und ihre Heilung zu kümmern haben.
    Du schreibst du will keine Beziehung mehr zu "ihm" haben ... ganz ehrlich aber eine Trennung schaut anders aus.
    Wenn ich mich trenne interessiert es mich nicht mehr ob er Entgiftet oder krank im Bett liegt. Trennung ist Trennung und zwar komplett dann ergiesse ich mich nicht noch Tage oder Monate darüber ob ich ihm auf seinen Weg helfen kann oder soll.
    Du schreibst einen Brief und verarbeitest darin verletzte Gefühle ... jedes einzelne Wort schreit nahezu "bitte melde dich und kontaktiere mich".

    Sei mir bitte nicht böse - es liegt mir fern dich zu verletzten aber bitte tue dir selbst den Gefallen und achte auf dich. Was tust du? Wie verbringst du deine Freizeit? Gehst du in eine Gruppe?
    Triffst du dich auch mit anderen Freundinnen etc.?

    Lieben Gruß

    Sarawen

    Guten Morgen,

    ja auch ich wurde zu einer Co - Abhängigen erzogen.
    Ich bin durch die Wohnung geschlichen und habe sogar die Polizei belogen als mein Vater Sternhagelvoll mit dem Auto Nachts unbeleuchtet durch die Strassen gefahren ist. Meine Mutter saß oft heulend vor mir und ich musste immer Stark sein.
    Ich vernachlässigte die Schule und war Hänseleien ausgesetzt. Hol mal Papa aus der Kneipe ab und das dann schon mit 7 J.. Da saßen die Alkoholiker zusammen und versuchten mir Bier und Schnaps schmackhaft zu machen. "Komm gib der kleinen doch mal was gutes". Mein Vater sass daneben und lachte.

    Zuhause wurde verschwiegen, gelogen und vertuscht. Die Wahrheit war diktiert und gehörte uns. Gefühle gab es nicht ... meine Mutter kann heute noch nicht über ihre Gefühle sprechen.
    Meine Mutter war mein Bezug ... einen Vater gab es nicht zumindest nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. Wenn er diese Rolle mal übernahm war ich ein Papakind aber es gab zwischen der Sucht nur 7 Jahre Pause und selbst diese waren überschattet von Angst.
    Bis zum Schluss bettelte ich um Erkenntnis und hatte Hoffnung. Heute weiß ich das es 30 vergebliche Jahre waren.
    Trauer über die Zeit ist einer Erkenntnis gewichen.
    Ja, ich hatte ein Elternhaus und was für eins. Was habe ich dort gelernt...
    Streitereien und anschliessendes Buhlen um Liebe, Gefühle verschweigen und mich selbst ausblenden...

    Zu meiner Mutter habe ich ein gemischtes Verhältnis. Letztes Jahr habe ich ihr viele Vorwürfe gemacht ... am Ende hat sie geweint. Das Aufarbeiten wird nun in einer Therapie erfolgen... ich möchte mich mit meiner Vergangenheit aussöhnen.
    Das ist wichtig denn ich habe es nicht gelernt Gefühle wirklich zu zulassen.

    LG

    Sarawen

    Guten Morgen Varescu,

    nun habe ich mich auch bei dir ein wenig eingelesen.
    Für mich habe ich festgestellt das es im Zusammenhang mit Alkoholikern nichts schlimmeres gibt als Hoffnung.
    Irgendwann sagte man mal zu mir ... jegliche Zusage eines Suchtkranken ist schon eine Lüge selbst. Taten überzeugen aber nicht Worte.
    Als ich das für mich umschlüsselte und umsetze bin ich gegangen und habe mir gesagt lieber alleine (mit meinen Vierbeinern auf der Couch) als einsam in einer sogenannten Zweierbeziehung.
    Die Beziehung zu einen Suchtkranken kann nicht auf Augenhöhe funktionieren und m.E. nach ist jeder der hier was anderes behauptet einer Lüge aufgesessen.
    Die Kontaktsperre die man umsetzen sollte dient den Zweck sich selbst wieder mehr in den Fokus zu rücken. In jeder Beziehung gibt es ein du und ein ich ... dies ist mit einen Suchtkranken garnicht mehr möglich.
    Mittlerweile weiß ich das nur ich selbst bestimmen kann was gut für mich ist ... genauso hat sich der Alkoholiker dazu entschieden zu trinken. Letztendlich haben wir niemanden dazu gezwungen zu trinken .... zu spielen ... zu rauchen oder Drogen zu nehmen!

    Letztendlich sollte eine Beziehung doch von Liebe getragen werden und nicht von der Angst wann der nächste Absturz kommt.

    Lieben Gruß

    Sarawen

    Guten Morgen Roseanne,

    nun habe ich bei dir auch mal ein wenig mitgelesen.
    Meist rechnet man ja schon immer damit das etwas passiert ... etwas eingestanden wird wenn es dann anders läuft als erwartet ist man überrascht. Innerlich hatte ich immer ganz bestimmte Szenen im Kopf und wenn mein Gegenüber dann ganz anders reagiert hat war ich im ersten Moment aus dem Konzept.
    Was ich mich eben beim lesen gefragt habe was das nun mit dir gemacht hat ... er hat den Brief gefunden und womit hast du wirklich gerechnet? War es ein Streit ... eine Einsicht oder ...?
    Wirst du wirklich konsequent sein und gehen? Als ich vor einigen Monaten ging hatte man mir zuvor gesagt das 90 % aller Alkoholkranker erst alles verloren haben müssen um wach zu werden. Ein Teil hat auf dem Weg zum trocken werden mehr als einen Rückfall.
    Oft gehen die Wege dann auch wirklich auseinander ... heisst die Beziehung ist beendet. Teils entwickeln sich beide auseinander... wenige schaffen es und leben dann auch irgendwann wieder zusammen. Die meisten meinen sie sind die Ausnahme.
    Als ich ging war für mich der Gedanke zu bleiben schlimmer als zu gehen... ich zog die Ungewissheit dem Zusammenleben mit meinen XY vor. Bei mir war es ein Jahr ... in diesem gab es verbale Verletzungen an denen ich heute noch zu knabsen habe.
    Er hat die Entgiftung gemacht aber nie verstanden warum er diese macht!? Immer schob er mich vor ... "ich mach das für uns" ... das er das für sich selbst macht hat er nie begriffen. Am Ende war ich es leid zu reden zu diskutieren und immer nur kreisende Gespräche über und mit ihm zu führen.
    Mein ich gab es am Ende nicht mehr! Wurde mir eine Frage gestellt was "ich" denn möchte konnte ich manchmal nicht mal mehr darauf antworten.
    Ist es denn wirklich noch wichtig was er fühlt oder denkt? Was fühlst und denkst du dabei?
    Kannst du ihn wirklich loslassen?

    LG

    Sarawen

    Hallo cookie24,

    ich empfinde deine Frage als äusserst schwierig. Meiner Meinung nach ist Co - Abhängigkeit ein schleichender Prozess - eh man sich versieht steckt man mittendrin.
    Das Abgrenzen gelingt nur sehr selten und selbst da hat es ja auch immer ein Stück weit mit Fallen lassen zu tun.
    Alleine das Angagieren für einen Alkoholabhängigen Menschen ist doch schon ein Fördern der Sucht.

    Gerade wenn du schon mal Co - Abhängig warst (m. Meinung nach ist man das sein Leben lang und das Bedarf ständiger Arbeit an sich) - solltest du doch wissen das du damit das Leid auch verlängern kannst.
    Glaube nicht das es da eine gute Lösung gibt.

    LG

    Sarawen

    Liebe katzundmaus,

    da möchte ich dir doch einfach mal gratulieren das du jetzt schon soviel für dich erreichen konntest.
    Klar ist eine Trennung nie leicht ... das ist sie schon mit gesunden Partnern nicht.
    Natürlich möchte dir dein Xy zeigen das er es im Griff hat aber im Grunde weißt du doch selbst das dazu mehr gehört.
    Abstinenz ist die einzige Möglichkeit trocken zu werden. Für den Co Abhängigen ist es den Weg des selbstbestimmten Lebens zu gehen. Loslassen und wieder bei sich ankommen. Sich selbst auch in ruhigen Zeiten genug zu sein...
    Erst wenn beide gesund sind kann es eine gemeinsame Zukunft mit ihm geben. Solange er für sich nicht den Weg einer Therapie bzw. Entgiftung mit Anschliessender Therapie (Entzug) gegangen ist wird sich nichts ändern.
    Bei wem du auch immer hier liest wirst du merken das sich erst bei Änderung der Verhaltensmuster etwas geändert hat. Zur Zeit ist es deine Aufgabe bei dir zu schauen. Was kann ich für mich tun?
    Wie kann ich für mich auch ohne diesen Partner glücklich werden?
    Du ziehst einen Kontakt in Erwägung .... dies erscheint mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt als eher Unklug.
    Die Katze ist bei dir ... deine Wohnung hast du ...richte sie dir schön ein. Mach dir dein Leben nett.
    Vieles kannst du hier bei den anderen nachlesen ... einige drehen sich noch immer im Kreis mit ihren uneinsichtigen Partnern (die ebenfalls immer wieder mal zeitweise das Trinken ein wenig einstellen um die Partnerin bzw. den Partner wieder in Form zu biegen).
    Im Grunde weißt du doch aber bereits von dieser Problematik.
    Zur Zeit solltest du bei dir selbst schauen. Dein Partner darf bei sich schauen...
    Wünsche dir auf deinen Weg weiterhin viel Erfolg.

    LG

    Sarawen

    Hallo liebe Miriel,

    nun habe ich doch mal ein wenig bei dir Quergelesen.
    Das liest sich alles so interessant und spannend. Teilweise nicke ich über deine Erkenntnisse auch mit dem Kopf und kann deine Gefühle auch komplett nachvollziehen.
    Dieser innerliche Kampf dem man da mit sich ausfightet - ja, das kenne ich nur zu gut.
    Zu meinen Ex habe ich keinen Kontakt mehr und das schon eine für mich lange Zeit.
    Heute Morgen habe ich eine alte Nachricht von ihm gefunden... ich hatte diese ausgedruckt.
    Zu dem Zeitpunkt befand er sich gerade frisch aus der Entgiftung und was hatte sich geändert - nichts, wirklich garnichts.
    Er war verletztend und voller Groll.
    Im Grunde hatte ích bereits im letzten Jahr damit abgeschlossen und konnte dennoch keinen Schlussstrich ziehen. Bis zum letzten Tag 2012 - da hatte er mich gerade zu Silvester alleine gelassen.
    Der letzte Rest meines Selbstwert war es wohl der mich dazu brachte zu gehen.
    Ich war hier im Forum nahezu ständig unterwegs und versuchte irgendwie die Tage rumzubringen.
    Die ersten Tage sprach ich nur von ihm ... aber nie von mir. Mittlerweile gibt es wieder vermehrt ein ich.
    Dennoch bin ich weit entfernt gesund zu sein. Ich bin Co und das seit meiner Kindheit. Nun darf ich es mit Glück bald aufarbeiten.
    Da sind Dinge in meinen Kopf ... "ich bin es nicht wert geliebt zu werden, wer will mich denn schon?, wozu das alles? - könnte ich doch endlich sterben".
    In mir ist manachmal viel Dunkelheit und wenig Licht.
    Immer schwingt ein wenig Melancholie mit und selbst jetzt wo ich doch meist Glücklich sein sollte ändert es sich nicht.
    Nun geht es nicht mehr um den Mann sondern nur noch um mich.

    Viele sind hier mittlerweile verschwunden und auch ich finde mich teilweise mit den Kopf woanders wieder. So vergeht auch viel Zeit.
    Der Kummer über die Zeit mit meinen Ex ist verschwunden und nur noch selten kommen mir wieder Erinnerungen in den Sinn. Die kann ich jedoch aus der Distanz betrachten.
    Zu gehen ist sehr schwer und kostet nun mal Kraft. Gerade wenn man wenig Menschen in der Nähe hat tut eine Trennung weh. Zu sehr fühlt man dann Einsamkeit und diese zermürbt und macht auch schwach.
    Wenn du das nächste Mal hier schreibst bin ich schon sehr gespannt was du zu berichten hast.
    Wie wird dein Status dann sein?

    LG

    S.

    Hallo Uschi,

    schön von dir zu lesen. Für die Prüfung drücke ich dir mal ganz fest die Daumen.
    Wenn du in Ruhe schaust wirst du sicher eine tolle Wohnung finden. Es wird dir Spaß machen diese schön einzurichten. Da kann man schon mal ins Träumen geraten und auch mit wenig Geld lässt sich sicher aus jeder Wohnung etwas heimeliges zaubern.
    Das deine Eltern so zu dir stehen finde ich sehr gut. Was deinen Ex angeht - ich denke du hast rechtzeitig den Schlussstrich gezogen. Er hat nun eine neue Co an seiner Seite. Du bist raus aus der Nummer und kannst irgendwann vielleicht ein neues Leben mit einen Mann starten der dich wirklich liebt und dir dieses Gefühl auch geben kann ohne Alkohol.
    Wie läuft es sonst bei dir? Hast du für dich neue Hobbies entdeckt?

    LG

    S.

    Hallo katzundmaus,

    ich habe gerade bei dir ein wenig reingelesen. Puh ... da ist ja viel Bewegung drin und eine kleine positive Entwicklung. Glückwunsch zu der neuen Wohnung.
    Co - Abhängigkeit abzulegen ist keine einfache Sache und kostet Zeit und Kraft. Mir hilft dabei eine gute Selbsthilfegruppe für Angehörige und auch die AWO.
    Wie oft habe ich wieder bei Null angefangen und dachte es geht nicht weiter aber das tut es und meist besser als man vermutet.
    Die Gedanken die derzeit noch bei deinen xy sind werden weniger. Distanz dazu ist sehr wichtig ... Anfangs wollte ich das immer nicht glauben (ach was macht das denn schon wenn er anruft oder vor der Tür steht). Heute weiß ich (4 Monate später) das es ohne den Kontaktabbruch (komplett - es dürfen keine Rückmeldungen oder Nachrichten mehr bei dir landen) nicht anders geht.
    Nur so kannst du wieder bei dir ankommen. Du weißt im Grunde was dir gut tut.
    Das ist die Gartenarbeit und vielleicht auch der eine oder andere nette Kontakt.
    Der Frühling kommt noch diese Woche endlich an ... was gibt es schöneres als eine neue Wohnung zu planen.
    Ich wünsche dir viel Spaß dabei und die nötige Kraft dein Leben wieder in die Hände zu nehmen.

    Lieben Gruß

    Sarawen