Beiträge von Zimttee

    Hallo Heaven,

    hier ist noch so ein "fürchterlicher Mensch", der schon als Kind soo anstrengend für die Mutter war, sodass sie saufen musste und eben als Tennie auch zu nix zu gebrauchen war, da total faul und unfähig.
    Mir wird auch vorgeworfen, Schuld am Zustand der Mutter zu sein, da ich mich nie drum gekümmert oder der übrigen Familie davon erzählt habe. Jedoch stand immer auf der anderen Seite die Drohung, "windelweich" geprügelt zu werden, falls ich mal was sage- denn "Familie hält zusammen, da tratscht man nix nach außen".

    Mir hat es sehr geholfen, mich mit Theorien zum Familiensystem mit Suchtstrukturen zu informieren. Laut diesen Theorien ist es üblich, dass in diesen kranken Familien der Suchtkranke in Watte gepackt wird und von allen verhätschelt, weil man irrtümlich glaubt, ihm so zu helfen. Alles wird von ihm fern gehalten, die eigene Meinung hinterm Berg, wenn sie ihn verletzen könnte.
    Zudem wird ein Sündenbock gesucht, an dem man den Frust ablässt, der dann stellvertretend für den Suchtkranken verantwortlich gemacht wird.

    Mir hat dieses Wissen sehr geholfen zu erkennen, dass der Rest meiner Familie ebenso krank ist wie meine Mutter, dass ich dort nicht viel zu erwarten habe und nur meine Zeit verschwende.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo Maxi,

    du schreibst, ihr seit 8 Monaten zusammen.
    Ich glaube, der größte Fehler, den du nun machen kannst, wäre, mit 2 Kindern zu ihm zu ziehen. Der Herr hat ja nette konkrete Vorstellungen bezüglich des Zusammenziehens, die dich jedoch recht stark an ihn binden.

    Dann habe ich mir noch rausgepickt, dass er anscheinend sehr schäbig über dich spricht.
    Wieso tust du dir das an? Wie stark ist wohl seine Liebe (nach 8 Monaten) zu dir, dass er gemeinsam mit seinen Freunden über dich derart spricht?
    Für solches Verhalten gibt es keine Entschuldigungen. Da solltest du Grenzen ziehen und klar machen, dass du das nicht duldest und er gucken kann, wo der Pfeffer wächst.

    Aus meiner Erfahrung würde ich tippen, dass du nicht gegen den Freundeskreis ankommen wirst- die haben alle eins, was sie verbindet: die Sucht nach Alkohol. Da wirst du mit deinem perfekten Leben zum Feindbild, das schlecht gemacht wird, damit man sich selbst nicht so armselig fühlt.
    Scheint ja gut zu funktionieren.

    Ich denke, egal, was du machst, es geht nach hinten los:
    - guckst du nicht nach seinem Konsum, säuft er munter weiter, da er ja nichts hat, was ihn daran hindert. Perfekt für ihn!
    - weist du ihn auf den Konsum hin, wirst du unbequem und kannst mit unangenehmen Protest und Schlechtmachen rechnen
    - wenn du den Kontakt unterbindest, sobald er nicht nüchtern ist, ist das auch sehr passend für ihn.

    Ich denke, solange du mit ihm zusammen bist, kannst du nichts "richtig" machen. Devise ist hier wohl: akzeptier es oder verlass ihn.
    Anbetracht deiner Kinder sollte die Entscheidung klar sein.
    Mir macht es nicht den Anschein, als ob du da irgendwas besser kannst.
    Wenn du meinst, er ist mit dir zusammen, weil du das Leben führst, was er gerne hätte und nur früher hatte- meinst du dann, es geht ihm um dich als Person oder als Funktion?


    Viele Grüße,
    Zimttee

    PS. "Er ist auch unter Alkohol lieb und nett, bohrt allerdings nach Schwächen in mir"
    Wie passt das zusammen?

    Ich finde es gut, wie du ihnen seine Sucht erklärt hast.
    Gut, dass sie zwischendurch auch mit einem Therapeuten reden konnten- aber ich denke, an eine wirkliche Therapie kommen gelegentliche Gespräche mit ihm nicht heran. Eine Therapie ist langfristig und durchaus 1Mal pro Woche. Man kann sich auf die Sitzungen vorbereiten, die Gespräche planen etc.

    Wenn du dir aktuell Sorgen um deine Kinder machst, scheint ja der Bekannte nicht ausreichend greifen zu können.
    Ich würde auch die Situation deiner Kinder aus der Entfernung, aber als Selbstbetroffene, anders beurteilen- richtig Sorgen würde mir da diejenige machen, die bei ihm schlafen möchte und den Kontakt sucht und nicht diejenige, die den Kontakt abbricht. Kontaktabbruch ist meiner Meinung nach der einzige Schritt in die richtige Richtung, Selbstschutz, während man sich bei regelmäßigem Kontakt selbst fertig macht und aufreibt.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Räumliche Trennung heißt in meinen Augen, dass sie ihn nicht mehr sehen KÖNNEN, weil man so weit auseinander entfernt wohnt.
    Informier dich mal über Co-Abhängigkeit; dazu gibt es hier ein paar Texte zu. Es scheint, als würden deine Töchter da drin hängen. Da ist es normal, dass sie eben versuchen, dem Vater zu helfen.

    Und glaub mir- sollte er nun sterben, ist das nicht die Lösung des Problems. Schäden, die durch so kaputte Beziehungen und falsche Vorbilder entstehen, sitzen viel tiefer, dass sie den Menschen sein Leben lang beeinflussen. Zudem kommen dann noch Selbstvorwürfe à la "hätte ich meinem Vater eher geholfen, hätte er bestimmt noch die Kurve gekriegt; oder wäre ich als Kind lieber und weniger anstrengend gewesen- ich bin Schuld, weil..."

    Hast du denn alles Mögliche versucht, eine andere Wohnung zu bekommen. Ich denke, wo ein Wille ist, ist ein Weg.
    Sind deine Töchter schon in therapeutischer Behandlung? Eine solche Situation kann einem Kind das ganze Leben versauen- daher ist es soo wichtig, das professionell aufzuarbeiten. Du beschreibst ja schon, dass man deinen Kindern die Situation anmerkt- gerade Kinder aus suchtfamilien reißen sich sehr zusammen, lassen sich nichts anmerken, um nicht auch noch zur Belastung zu werden.
    Wenn sie schon merkbar leiden, ist es schon heftiger.

    Du kannst für sie da sein, mit ihnen reden- aber richtige Hilfe ist meiner Meinung nach nur ein professioneller Therapeut, der sich auf dem Gebiet Co-Abhängigkeit und Familien mit Suchtstrukturen auskennt.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Wollt ihr den Entzug und die Therapie selbst bezahlen?

    Wenn nicht, braucht sie eine Überweisung für die Krankenkasse.

    Unser Arzt war auch mal bei uns zu Hause und sagte meiner Mutter ins Gesicht, dass er es schon längst von anderen gehört hat, dass sie trinkt. Dass man sich im Dorf darüber unterhält.
    Hat nichts genutzt, da es nur eine Ausrede war- sie trinkt dennoch weiter.

    Viele Grüße!

    Hallo, deine Mutter braucht dringend ärztliche Hilfe, sonst kann sie bei einem Entzug ohne Arzt sterben.
    Daher muss sie zum Arzt.
    Wir wohnen auch auf dem Dorf- und die Argumente kenne ich auch von meinen Eltern.
    Schwachsinn.
    - wer wirklich Hilfe will, holt sich welche.
    - erfährt die Frau des Arztes von dem Besuch, kannst du den Arzt verklagen und er bekommt Probleme wg seiner Zulassung.
    - wie bekommt sie einen Entgiftungs- und Therapieplatz? Nur durch ärztliche Überweisung.
    Von daher kommt sie da nicht drumherum.

    Notfalls muss sie eben den Arzt wechseln.
    Wenn sie die Anstrengung vermeidet, steckt hinter ihren Bekundungen nicht viel hinter. Dann lass dich nicht veralbern.

    Zimttee

    Hallo Lori,
    Das, was er getan hat, würde ich nicht als Entgiftung bezeichnen.
    sein Verhalten hat sich ja auch nicht geändert- er arbeitet nicht an sich. Da wurde ich keine Besserung erwarten- vor allem, wenn es nicht um deine Person, sondern die Funktion als Lückenfüller geht.
    Vernünftig wäre es, xy loszulassen und nach jemandem zu suchen, der wirklich zu dir passt.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo Paniktante,

    Linde meint damit, dass du versuchen solltest, dich auf dich zu fokussieren- und nicht dir soo viele Gedanken um seinen Zustand zu machen. Das Prob bei Co-Abhängigen bzw den Angehörigen von Alkoholikern ist nämlich, dass sie sich nur auf den Kranken fokussieren und sich selbst und die Bedürfnisse aus dem Fokus verlieren.

    Wie geht es dir, was fühlst du, was ist dir wichtig und dein Ziel? Willst DU so leben?

    Das sind ein paar Fragen.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo Pottkind,

    ich fürchte, es gehört zum Krankheitsbild, dass er das alles nicht wahrhaben möchte. Deswegen kommst du nicht zu ihm durch und jegliches Reden ist zwecklos.
    Je länger jemand süchtig ist, desto schwieriger wird es.

    Wenn du die Augen schließt und nichts machst, machst du für dich nur alles viel, viel schlimmer. Der Alkohol frisst sich weiter in euer Leben, bekommt viel mehr Macht- und irgendwann ist es so schlimm, dass du die Augen nicht mehr verschließen, den Zustand nicht mehr ignorieren kannst. Dann holt dich alles ein.
    Dann hast du dein Kind diesem Zustand ausgesetzt- und musst auch damit klarkommen.
    Es wird nicht einfach weggehen- nicht ohne seine Einsicht und die ist ja meilenweit entfernt.

    Wie es weiter gehen kann- such dir am besten noch Hilfe vor Ort. Schau bei der Caritas bspw.
    Red mit deinem Mann und setz ihm Grenzen.
    Erklär ihm, dass du das deinem Kind nicht antun möchtest, dass er zum Arzt muss- sonst bist du weg. Meist hilft nur sowas, um jemanden wachzurütteln.
    Dann siehst du auch, was er wirklich von der Beziehung hält- trinkt er weiter, stehst du in der Hierarchie hinter der Flasche. Und dann ist es auch nicht schade drum. Dann weißt du, was zählt. Du und das Kind nämlich nicht.

    Wenn er dann die Kurve kriegt- umso besser.
    Es gibt genug Hilfe, mit der du einen Plan B machen kannst.
    Wichtig ist nur, dass du das kranke System verlässt und ihm nicht mehr hilfst, durch deine Anwesenheit die Sucht aufrech zu erhalten.
    Mach das in kleinen Schritten, guck, was zu tun ist.
    In guten wie in schlechten Zeiten ist absoluter Mist in der Situation- da du und dein Kind in diesen schlechten Zeiten kaputt gehen werdet und sich dein Partner in der Situation durch deine "Loyalität" weiter ausruht.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo Angel,

    würdest du denn wirklich wegziehen, wenn sie weitertrinkt?

    Wichtig ist, nur das zu drohen, was man wirklich durchzieht.
    Häufig ist es so, dass nach Drohungen Lippenbekenntnisse folgen- "Ja, ich werde mich bessern bla bla bla".
    Dann wird noch ein wenig davon geredet- und irgendwann reißt wieder alles ein. Wenn dann die Konsequenz nicht folgt, war alles für die Katz und derjenige, der drohte, verliert seine Glaubwürdigkeit.

    Wenn es deiner Mutter so ernst ist- warum bemühst du dich dann um Hilfe und nicht sie selbst?
    Der erste Ansprechpartner ist in diesem Fall ihr Hausarzt.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo Paniktante,

    was willst du machen, wenn er keinen Grund hat, mit dem Trinken aufzuhören?
    Wir sehen ja, was kaputt geht, sehen den Verfall und Vehaltensänderungen.
    Wir meinen zu wissen, was dem Alkoholkranken gut tut und der beste Weg für ihn ist- rational betrachtet stimmt das wohl auch. Dennoch müssen wir akzeptieren, wenn sie weiterhin trinken und ihr Leben ruinieren wollen. Uns bleibt eben nur zu gucken, ob es das ist, wie wir unser Leben verbringen wollen.
    Hast du weiterhin Lust, dich einschränken zu lassen, seiner Eifersucht ausgesetzt zu sein? Willst du dich anschreien und kontrollieren lassen? Wenn er das wert ist, kann dich davon niemand abhalten. Wenn du dir das Verhalten nicht bieten lassen möchtest, musst du überlegen, ob er der richtige Partner fürs Leben ist. Ihn bekommst du wohl nur so.

    Meine Mutter ist mitlerweile auch so weit, dass sie (ganz wie ihr Vater) gelbe Augen, einen dickeren Bauch, dünnere Arme und Beine hat, ihre Stimmungsschwankungen sind übel, auch ist sie sehr viel schneller erschöpft und müde und neuerdings auch schnell aggressiv.
    Niemand kann so beurteilen, ob der Zustand noch reversibel ist. Ich habe damals meinen Hausarzt um Rat gefragt und er hat mir jegliche Hoffnung genommen, dass es nochmal was wird.

    Letzten Endes kannst du nur für dich gucken, ob es das ist, wie du dir dein Leben auf Dauer vorstellst, alt werden möchtest und vor allem, wie du behandelt werden möchtest. Bedenke, dass es nur schlimmer wird statt besser. Irgendwann werden die Schäden immer größer, er wird Pflege brauchen- für Kinder ist es auch kein geeignetes Umfeld.

    Ihn kannst du nicht ändern- Einfluss hast du nur auf dein Leben und dessen Gestaltung.

    Viele Grüße!
    Zimttee
    Irgendwann

    Hallöchen Monka!

    Dein Engament finde ich super!
    Die armen Hunde- sowas mag ich gar nicht :( Vor allem verstehen die nicht, wieso sie den ganzen Tag sich selbst überlassen sind.
    Wenn es danach ginge, hätte ich schon längst 1-2 Katzen- ich mag Tiere sehr. Aber ich hab einfach nicht die Zeit, mich um sie zu kümmern.

    Aber wieso bist du abgemeldet?

    Andi, es freut mich, dass du "Geburtstag" feiern durftest. Herzlichen Glückwunsch!

    Liebe Grüße,
    Zimttee