Beiträge von Zimttee

    Hier nochmal mein Beitrag aus dem Vorstellungsbereich:


    Woher weißt du, ob er gerade auf "Entzug" ist? Kann ja sein, dass er gemächlich über den Tag verteilt trinkt, wenn du es nicht merkst.

    Selbst wenn dann nicht trinkt- ganz ohne geht ja dennoch nicht. Es gibt sogar Quartalstrinker, die trinken alle paar Wochen mal und zwischendurch gar nichts. Es heißt also nichts, dass er zwischendurch nicht zittert.

    Was aber ganz wichtig ist:
    Wie stellst du DIR DEIN Leben vor? So?
    Mit jemandem, der jeden Tag 1-2 Flaschen Wein und das, was du nicht mitbekommst, trinkt? Ist das für dich eine geeignete Umgebung für ein Kleinkind?
    Das sind die Fragen, auf die du gucken solltest und nicht, ob er irgendwelche Definitionen erfüllt.

    Ist es das, was du dir für dein Leben wünschst?
    Viele Grüße
    Zimttee

    Hallo Sonne,
    ich habe auch deinen Text gelesen und vor allem die Gründe, warum du nicht ausziehen kannst.

    Hast du dich schonmal informiert, was dir an finanzieller Hilfe zustünde? Es gibt viele Frauen, die nicht viel verdienen, aber dennoch alleine leben können.
    Spontan denke ich da an Aufstockung, an Wohngeld etc. Wenn dein Mann wirklich der Hauptverdiener ist, steht dir Unterhalt zu.
    Irgendwie wird das schon klappen.

    Dann gibt es wohl auch Möglichkeiten, wie man dem Hund einen Umzug erleichtern könnte. Er wird wohl nicht daran sterben, nur weil er plötzlich in einer anderen Wohnung lebt. Auch wenn er nicht mehr viel sieht und hört. Vielleicht ist es für ihn auch eine andere Lebensqualität, wenn er die Belastungen durch deinen XY nicht mehr spürt.

    Hier im Forum hört man öfters den Spruch
    "Wer will, findet Wege- wer nicht will, findet Gründe"

    Du listest nur Gründe auf, warum du bleiben solltest.
    Welche Wege gäbe es, es anzupacken? Und welche Gründe liegen vor, zu gehen?

    Was ist dein Ziel, für das du hier ins Forum gekommen bist?

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Zitat von RenateO

    Hallo zusammen
    Kurze Berichterstattung

    Die Vorkommnisse der letzten Zeit haben nun eine Erklärung xy trinkt wieder,er belog mich und seine Therapeuten und am meisten wohl sich selbst.

    Ich bin ok,war auf einen Rückfall auch irgendwie gefasst(Bauchgefühl) immerhin kenne ich die Statistiken, nur die Art und Weise war schon schräg.

    Ich gehe nun meinen Weg alleine weiter denn ich habe erkannt das er zwar einige Monate nichts getrunken hat aber im Kopf war er schon seit einiger Zeit wieder ,,nass,, sein ganzes Verhalten wies darauf hin.
    Nun, er hat das Recht zu tun was er möchte ,ich aber ebenso.

    Lg R....

    Geht es dir gut?
    Ich schicke dir ein paar Kraftpäckchen rüber.
    Was hast du in weiterer Zukunft für dich vor?

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Zitat von cocomel


    Ich frag das, weil du ja geschrieben hast,dass er sich ja selbst weiter belog und die Therapeutin und dich und er wenns ans Innerste ging,dicht machte?Warum war das so,dass er dicht machte?Denkst du er hatte da schon wieder die Absicht bald wieder zu trinken oder war er einfach nur halbherzig bei der Sache?

    Was bringt dir dieses Wissen? Zudem glaube ich nach der Lektüre von Kaleus Eintrag, dass man ohnehin aus der externen Perspektive keine Erkenntnisse findet. Abgesehen von subjektiven Theorien, die nichts mit der Realität zu tun haben müssen.

    Es ist auch wichtig, dass es nicht so weiterläuft wie bisher.
    Also ich finde, deine Wahrnehmung klingt schlüssig.
    Du dachtest, dass er einsichtig wäre, da er sich dir anschloss und deinen Bedingungen zustimmte- aber sein Handeln zeigt ja was anderes. Die Aussage, dass Mittwoch zu spät sei, da ER dich eher brauche, sagt ja aus, dass es nicht um deinen Willen geht, wie oft du ihn sehen möchtest, sondern darum, was er braucht.
    In all diesen Aussagen geht es nur um ihn.

    Du schreibst "wenn er einsichtig wäre"- Konjunktiv. Wie nimmst du das denn wahr? Glaubst du an seine Einsicht?
    Wie fühlst du dich denn, wenn er deswegen die Verlobung lösen will?

    Meine Eltern haben sich bei unserem Treffen ebenso verhalten. Nebenbei versuchten sie dann auch wieder, mir ein schlechtes Gewissen zu machen.
    Anfangs hab ich meiner Wahrnehmung auch nicht getraut, weil sie Meister darin waren, mir meine Wahrnehmung auszureden. Aber ich denke, gerade in diesen Situation ist es wichtig, sich darauf zu verlassen. Wenn ich dann von meinen Eltern komme und grüble und mich schlecht fühle, dann ist es ja ein Zeichen, dass irgendwas nicht gut gelaufen ist.
    Wenn ich genauer darüber nachdenke, fällt mir auch auf, warum ich mich nicht gut fühlte. Meist erklärt sich das daraus, dass sie ein anderes Ziel verfolgen, als sie sagen. Sie betonen zwar immer, wie wichtig es ihnen ist, dass ich unabhängig bin- aber ihr Handeln zeugt eher davon, dass sie mich abhängig halten wollen. Das wurd mir zuletzt letzte Woche angedeutet.

    Ich bin etwas stolz darauf, dass ich mich nun das erste Mal dagegen zur Wehr gesetzt habe und meinen Vater darum gebeten habe, mir doch bitte meine eigene Entscheidung zu lassen- ich wäre alt genug und könne manche Dinge selbst regeln.

    Aber genug von mir- ich werde mich darüber in meinem eigenen Faden heute Abend etwas auslassen ;)

    Liebe Grüße!

    Hallo Hazel!
    Ich hab erst überlegt, ob ich Zitat von dir bei mir einbauen soll- aber dann wurd mir klar, dass ich den gesamten Beiträg hätte kopieren und in Einzelteile packen müssen.

    Über meine Kindheit kannst du hier auch nachlesen.
    Sie war bis zu einem gewissen Alter von Gewalt geprägt, da meine Eltern hoffnungslos überfordert waren. Damit haben sie von Anfang an verhindert, dass wir eine gute Beziehung zueinander entwickeln.
    Ich habe sie sogar schon als Kind in solchen Momenten verachtet.

    Ansonsten kenne ich es so, wie du es beschreibst:
    Mir geht es am besten, wenn ich nichts mit ihnen zu tun habe. Dann kann ich einigermaßen abschalten, fühle mich wohler, bin konzentrierter und auf mich fokussiert.
    Sobald ich wieder Kontakt zu ihnen habe, geht es auch mir schlechter. Dann kann ich keine Distanz halten.
    Ich habe nun meinen Abschluss gemacht und war in der Zeit 2 Monate nicht bei ihnen zu Hause. Das tat mir ungemein gut. Dann war ich auf dem Rückweg kurz bei ihnen für 3 Stunden und zack- ging es mir wieder etwas schlechter.
    Meine Eltern scheinen sich sehr auf die Kinder zu konzentrieren- wollen immer und überall helfen, machen sich ständig Gedanken darum, ob es uns gut geht. Dabei wollen sie nicht wahrhaben, wie belastend die Situation ist- sie glauben, sie machen ja alles für uns. Und ich weiß, dass sie auch von uns erwarten, dass wir einspringen, wenn es dann gar nicht mehr geht. Mein Vater ist sehr unselbständig- er würde alleine nicht klarkommen. Er musste sich nie um sich selbst kümmern, wollte das auch nie- hat noch nie das Haus geputzt, eine Woche für sich selbst Essen gekocht oder Kleidung rausgesucht. Er lebte bei meiner Mutter und der Oma wie in einer Pension mit Rundumservice. Und ich weiß genau, sollte meine Mutter nicht mehr können oder sterben- was ja absehbar ist, dann steht er bei mir auf der Matte. Rollendenken ist ihm da sehr wichtig.
    Ich möchte das allerdings nicht, da ich nie nie nie mehr mit beiden unter einem Dach wohnen möchte.

    Ich muss sagen, dass ich es auch sehr schade finde, dass ich zu meinen Eltern kein besseres Verhältnis habe. Ich bekomme es oft mit- auch bei meinem Freund, dass sich die gesamte Familie alle paar Wochen trifft, gemeinsam isst, sich austauscht. Das geht mit meinen Eltern nicht. Zum einen, weil Mutter mitlerweile immer betrunken ist und wenn sie zumindest klar wirkt, ist eine harmonische Stimmung nicht mehr möglich. Ich kann nicht, je nach Mutters Zustand, meine Stimmung wechseln und zudem ist mein Eindruck, dass meine Eltern selbst auch sehr in ihrem Elend verharren, an anderem kein Interesse haben- also auch nicht sonderlich an mir. Da kommen Gespräche wie mit der Familie meines Freundes gar nicht zustande.

    Wie ich es bei dir empfinde, gibt es auch bei meinen Eltern gewisse Mechanismen, die sie zu drücken versuchen. Es gibt keine offenen Gespräche, in denen sie Erwartungen und Wünsche formulieren- sondern es wird mit schlechtem Gewissen und Manipulation versucht. Dieses "Komm doch mal wieder vorbei" habe ich in den letzten Monaten oft genug gehört- bettelnd, jammernd.. Fragend, fordernd, mit Infos wie "... geht es nicht so gut", um mir unterschwellig ein schlechtes Gewissen zu machen.
    Auch bei unserem letzten Besuch gab es wieder diese Situationen, in denen sie eben versuchten zu manipulieren. Und nachher grüble ich dann doch wieder. Wenn auch nicht soo intensiv- aber nun.

    Mein Vater ist jemand, der über allem die Kontrolle haben möchte- er hält Menschen in Abhängigkeit.
    Als ich bspw. mein Studium begonnen habe, hat er mir seine Unterlagen verweigert, sodass ich kein Bafög beantragen konnte. Ich habe nun also 6 Jahre studiert, dabei immer das Geld meiner Eltern bekommen- die Miete und etwas Unterhalt. So habe ich nun keine Schulden- aber stehe bei meinen Eltern übelst in der Kreide. Und ich weiß, dass sie erwarten, dass ich mich dann um sie kümmere, wenn sie eben alleine nicht mehr können. Dann wird mir alles aufgehalst, was sie im Laufe der Jahre durch Ignorieren und Weggucken angehäuft haben.

    Wie ist es denn bei euch?
    Könnt ihr offen sprechen? Sind deine Eltern auch "allein" überlebensfähig?
    Wie stellst du dir eure gemeinsame Zukunft vor?

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hey Lindi,

    da hast du mich gerade etwas zum Nachdenken gebracht.
    Ich denke, meine Probleme beziehen sich auf Authoritäten. Schülern gegenüber habe ich eigentlich keine Probleme- da weiß ich ja, dass ich eben die Lehrerin bin, habe Strategien, wie ich mit Störungen und allgemein mit Schülern umgehe- und bisher hatte ich auch keine negativen Erfahrungen. Mir wurde von einer Direktorin sogar mal eine Referendarsstelle letztes Jahr angeboten, weil sie mich für geeignet hielt.
    Vor den Schülern kann ich einen Hebel umlegen und bin gelassen, routiniert und gut gelaunt.
    Problem mit der Schule war, dass die Schule in der Nachbarschaft meiner Eltern liegt.

    Ich denke, meine Probleme beziehen sich eher auf Prüfungssituationen und den Umgang mit Autoritäten wie dem Direktor oder Konrektor, allgemein Menschen, die mir vorgesetzt sind. Da kann ich mich nicht behaupten.
    Da wird ein Schalter umgelegt und ich kriege den Mund nicht mehr auf; kann, wenn mir unrecht getan wird, nicht widersprechen. Das ist mir bisher auch häufiger im Büro passiert.
    Und da hab ich dann eben Angst, dass ich nicht gut bewertet werde.

    Dieses Autoritätendenken wurd mir von klein auf eingetrichtert. Immer schön kuschen und sich klein machen, damit man angenommen wird.
    Ich weiß noch, dass ich damals extra mit beiden Eltern zum Eltersprechtag in die Schule gegangen bin, da ein Lehrer mich übel schikanierte, mich regelmäßig vor der Klasse bloßstellte. Ich hatte seit Wochen Magenschmerzen.
    Damals dachte ich, dass mein Vater mir helfen würde- der tönt sonst immer laut rum, behauptet sich..
    Als wir dann beim Lehrer waren, erklärte mein Vater die Situation; der Lehrer erzählte ihm irgendeinen Quatsch- dass ich mich anstelle, keine gute Schülerin wäre etc. Dabei hatte ich die Rückmeldungen der Mitschüler, die ebenfalls vorm Lehrer Angst hatten und die Situation wie ich wahrnahm.
    Was macht mein Vater? "Na, wenn Sie das sagen, wird es so sein." Er dachte, es sei schlau gewesen und der Lehrer würde sich nun ändern, da er wüsste, dass mein Vater ihm im Auge habe.
    Die Quittung war, dass ich bei einer 4+ und einer 5+ in den Klausuren eine 5 auf dem Zeugnis bekam, obwohl ich mich ständig meldete, aber vom Lehrer fortan ignoriert wurde.

    Naja, so war meine Prägung- und ich merke, dass ich da nicht raus komme.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Danke, Lea :)

    Kraft und Durchhaltevermögen kann schon sein- wird wohl, sonst wäre ich irgendwo untergegangen. Aber ich merke, dass ich ständig unter meinen Leistungen geblieben bin- wie oft habe ich von meinen Professoren gehört, dass ich noch mehr kann und warum ich das nicht zeige?
    Oder jetzt, bei meiner Abschlussprüfung wurde ich von einem Psychologie-Prof geprüft. Sein abschließender Kommentar: Sie wissen so viel und können es auch anwenden, umsetzen und zeigen- Sie dürfen mehr Selbstbewusstsein haben.

    Da fehlt mir jedoch das Einschätzungsvermögen. Ich erzähle, dass Schüler sich realistisch einschätzen können müssen, um selbstbewusst in Prüfungen zu gehen und alles gut bewältigen zu können- aber kann es selbst nicht.
    Ständig habe ich Worte wie "Versagerin", "Du bist unfähig", "dumm" etc im Hinterkopf- vor meiner Prüfung war ich davon überzeugt, dass ich dazu eh nicht in der Lage bin und es sowieso nicht verdient habe. Das durchzustehen war ein Kampf.
    Meine Eltern haben mich immer klein gehalten, ich bekam Mutters Launen immer ab- sie machte mich früher richtig nieder. "Was kannst du denn? Nicht mal putzen kannst du- aber Abi machen." Es gab Beleidigungen bezüglich meines Aussehen- "fett und faul bist du, sitzt mit deinem fetten Hintern und deinem Schmierbauch nur auf dem Sofa und lässt mich alles alleine machen" Das war noch mild- wenn sie richtig frustriert und unzufrieden war, schrie sie mich zusammen- oder auch ganz fies: ich saß auf meinem Zimmer und sie lief unten durch die Wohnung und jammerte und beklagte sich im Jaulton über ihre böse Tochter und womit sie sowas verdient habe?

    Das alles hat Spuren hinterlassen- und es ist ständig eine riesen Anstrengung, das zu kompensieren.
    Sobald ich Stress habe, kommen sämtliche Flashbacks wieder hoch und machen mir alles noch schwerer.
    Ganz von dieser ständigen Angst und Hilflosigkeit zu sprechen, die ich spürte, wenn sie mal wieder betrunken war und sternhagelvoll auf dem Sofa lag. Oder wenn man als Kind merkt, dass es gleich schon wieder soweit ist- man merkt die Vorzeichen, dass sie sich gleich wieder zuschüttet an ihrem Verhalten- dann hört man irgendwann, dass Vater dabei ist, sich fertigzumachen und das Haus abends zu verlassen- und du weißt: es wird ein "toller" Abend. 20 Minuten später ist sie sturzbetrunken und am besten wäre es, sie wäre so betrunken, dass sie den Abend nur noch auf dem Sofa liegt und Löcher in die Luft starrt, mich in Frieden lässt und wieder halbwegs klar ist, sobald Papa nach Hause kommt, damit es dann nicht auch noch tätliche Auseinandersetzung gibt und ich/wir dazwischen gehen müssen.

    Ich will einfach nur von dieser Last befreit werden und so sein wie jede andere in meinem Alter. Spaß und Freude haben, ausgelassen sein.. Und nicht diese ständige Last spüren, dauerangespannt, -nervös und so extrem ernst und ohne Freude sein. Ich war da schon immer anders als Gleichaltrige und kam daher bei diesen "dauerglücklichen" Mädchengruppen, die sich um nix scheren mussten, nie an. Sondern wurde und war immer und überall der Außenseiter, der sich so wunderbar als Blitzableiter und Fußabtreter eignet.

    Damit soll nun endlich Schluss sein. Ich komme nun an eine neue Schule- dort möchte ich einen Neuanfang haben und nicht die selbe Rolle wie sonst überall einnehmen. Überall anders galt ich als dumm und inkompetent, man drückte mir fiese, abfällige Kommentare und ich war in diesen Momenten so perplex und gelähmt, dass ich mich nicht wehren konnte- zudem bestätigten diese Kommentare ohnehin nur das, was ich von zu Hause kannte und hauten in die selbe Kerbe.

    Nun bin ich chronisch krank, beide Erkrankungen werden von meinen Ärzten als "psychosomatisch bedingt" diagnostiziert. Die Situation belastet und beeinflusst mich nicht mehr nur psychisch, sondern zerstört auch meine körperliche Gesundheit.
    Bevor das Asthma dazukam, erhielt ich schon Überweisungen zu entsprechenden Therapeuten.
    Ich denke, die letzte Zeit hat mir mehr als genug gezeigt, dass es so nicht weitergehen kann und ich dringend was ändern muss.

    Auch wenn das kleine Teufelchen auf meiner Schulter flüstert, dass ja alles gar nicht sooo schlimm war, ich nun mit einem recht guten Zeugnis dastehe- aber das alleine zählt ja nicht. Es geht darum, wie ich mich fühle, wie ich meine Fähigkeiten nutzen kann und wie ich mit Mitmenschen umgehen kann. Und da sind dicke Defizite. Was bringt es mir, wenn ich sehr empathisch bin, den Zustand einer Person nach einem Blick treffend einschätzen kann- aber dennoch nicht mit diesen Menschen umgehen kann? Wenn ich mit Leuten spreche und an ihrer Haltung und der Mimik sehe, dass sie mich nicht leiden können, mich für dumm und inkompetent halten?

    Ich hoffe einfach, dass mir eine Therapie helfen kann und habe nun die ersten Therapeuten angeschrieben.

    Liebe Grüße!
    Zimttee

    Hallo Andi,

    schön, dass es dir nun so gut geht.

    Allerdings bin ich keine trockene Alkoholikerin, sondern Tochter einer Alkoholikerin. Meine Mutter hatte die erste Alkoholvergiftung, als ich 3 oder 4 war.
    Ich bin also mit ihrer Sucht und einem hilflosen, co-abhängigen Vater aufgewachsen und kann sagen, dass es für mich die Hölle war. Momentan suche ich selbst nach einem Therapeuten, um alles 100%ig in den Griff zu bekommen.

    Wenn du dich also einigermaßen fit fühlst und die Perspektive deiner Kinder einnehmen möchtest, schau mal bei uns EKAs (=erwachsene Kinder von Alkoholikern) rüber.
    Und nein, "Meine Kinder sind noch so klein, die haben davon nichts mitbekommen" ist kein Argument. Hier im Forum gibt es Berichte über 3-Jährige, die sämtliche Verstecke der Eltern kannten. Meine erste Erinnerung und Gefühle reichen auch in das Alter von etwa 3 Jahren zurück.

    Also, wenn du magst, schau mal rüber.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und weiterhin soviel Elan.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo Loretta,

    du hast ja schon ein paar Dinge über dein Leben geschrieben. Dass du noch nie so eine "richtige" Beziehung hattest, immer nur Affären, die dich dann auch nicht als feste Partnerin, sondern eher als Zeitvertreib, gesehen haben.
    Jetzt hast du einen XY, der dich auch nicht gut behandelt, wie du ausführlich beschrieben hast und fragst dich, warum du immer an solche Männer gerätst. Irgendein Muster scheint da ja hinterzustecken.

    Wir werden eben durch unsere Kindheit geprägt, am stärksten durch unsere Eltern. Und nach diesem Muster handeln wir dann später auch, sortieren uns ein und suchen uns in den meisten Fällen auch unsere Partner. Wir orientieren uns dabei an dem, was wir kennen (da wissen wir, was der andere von uns erwartet, was uns zusteht etc.) oder daran, was uns das Gegenüber für Rollen zuspricht.
    Daher landen auch so viele Kinder aus Alkoholiker-Familien in ebenso behafteten Beziehungen- Kinder beobachten ja gerade in den ersten Lebensjahren ihre Eltern, lernen dabei, was "angemessenes" Verhalten ist- dumm nur, wenn die Eltern in dem Moment keine guten Vorbilder sind. Da dieser Prozess unbewusst stattfindet, das Kind es nicht wirklich reflektieren kann, ist es umso gefährlicher.
    Das war nun weit ausgeholt. Was ich damit sagen will, ist, dass es irgendwo schon einen Grund gibt, warum du dir dieses Verhalten deiner Partner bieten lässt.

    Ich denke, dass eine Frau, die etwas von sich hält, die ihren Selbstwert kennt und sich selbst an erster Stelle in ihrem Leben sieht, diesen Kerl, der ihr Gewalt angetan hat, dass sogar die Nachbarn einschreiten mussten, nicht wieder in ihre Nähe holen würde.
    Warum hast du Angst davor, eine solche Entscheidung irgendwann zu bereuhen? Nichts kann wichtiger sein als dein Schutz.

    Das hast du ja selbst so in dem Faden "tote Frauen" geschrieben- daher war ich soo überrascht, als du dann plötzlich ganz anderer Meinung warst.
    Letztlich ist es deine Entscheidung. Es ist dein Körper, ich muss nun nicht mit XY auskommen.
    Wir können dir hier nur Gedankenanstöße geben.

    Ich war auch, vor 10 bis 7Jahren, in Beziehungen, in denen ich mies behandelt wurde. Körperliche Gewalt wäre bei mir ein absolutes No Go gewesen- aber vor psychischer Gewalt habe ich mich nicht geschützt. Habe mich brav untergeordnet, mich psychisch "rumschubsen" lassen, habe den Status als Option akzeptiert. Es war ein langer Weg, irgendwann habe ich eben mein Verhalten als falsch und die Zusammenhänge erkannt- man wird nur so lange schlecht behandelt, wie man es zulässt.
    Ich war dann ein 3 Jahre Single, habe mich neu geordnet, geguckt, was ich will- und nun bin ich seit knapp 4 Jahren in meiner Traumpartnerschaft.

    Du hast geschrieben, dass er entgiftet hat- wie und wann hat er das denn?
    Strebt er eine Therapie an? Macht er sich bloß Gedanken um einen Job, oder stecken da auch Taten hinter?

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo Lea,

    genau, das ist der Punkt: Das Ref wird hart.
    15 möchte ich auch nie nie nie wieder sein ^^ Auch nicht mehr zu Anfang meines Studiums stehen.
    Ich merke, dass ich mir selbst im Weg stehe und dass es so schwierig wird, das Ref durchzuhalten.
    Die Prüfungsphase war die Hölle für mich- gesundheitlich hab ich weiter abgebaut durch den Stress, zudem hatte ich so starke Selbstzweifel, dass es kaum auszuhalten war.
    Wenn ich mich nach dem, was ich gelernt habe (und sehr gut bestanden habe) selbst beurteilen muss, liegt meine Situation außerhalb der Norm und beeinflusst mich sehr stark negativ. Nicht nur mich, sondern auch meinen Partner. Ich denke, es ist Zeit, da zu intervenieren.


    Liebe Grüße!
    Zimttee

    Hey Inbetween!

    Ich danke für die Glückwünsche.
    Wie geht es dir denn?

    Bei mir läuft momentan einfach alles. Mir geht es gut und ich habe nun 6 Wochen frei bis zum Schulstart.
    Zudem habe ich momentan das Gefühl, gelöst zu sein. Losgelöst.
    Ich habe in den letzten Monaten aufgeräumt: schlechte Freundschaften beendet, so hatte ich mehr Zeit für andere Menschen und konnte "gesunde" Freundschaften aufbauen. Ich habe geguckt, was ich mir wünsche- und habe entsprechend gehandelt. Dh: Mein Job war Mist; viel zu zeitaufwändig und unflexibel.. Ich fühlte mich nicht mehr wohl- also habe ich gekündigt und mir einen gesucht, der sich angeblich besser mit meinem Abschluss vereinbaren ließ. Auch der entpuppte sich als Fehlschlag- also habe ich auch diesen gekündigt. Nicht mehr "ich muss, muss, muss, muss". Das war die beste Entscheidung überhaupt. Zuvor hatte ich panische Angst, (m)einen Job zu kündigen- sah ihn als vermeintliche Sicherheit.

    Das erste Mal, dass ich mit klarem Kopf für eine Prüfung lernen konnte. Es tat richtig gut.
    Wenn ich so rational mein Leben betrachte, sehe ich derzeit keine Co-Strukturen. Selbst das schlechte Gewissen gegenüber meinen Eltern ist verschwunden. Co-Freundschaften sind beendet, der Fokus liegt auf mir.
    Ich habe mich nun auch seit 2,5 Monaten nicht mehr mit meinen Eltern getroffen- das brauchte ich, um mich auf die Prüfung konzentrieren zu können.
    Das war auch gut.
    Prinzipiell geht es mir gut- übrig geblieben ist "nur" mein schlechtes Selbstwertgefühl.
    Um das Thema kam ich auch in der Psychologie-Prüfung nicht herum ^^ Und ich konnte mich dennoch auf das Thema einlassen.

    Momentan sehe ich mein Verhalten nicht mehr als Co; dennoch hat meine Kindheit Spuren hinterlassen, was sich noch in meinem Selbstbild zeigt. Da ich nun weiß, wo es hingehen wird, werde ich mir nun einen Therapeuten suchen, um an meinem Selbstwertgefühl zu arbeiten.
    Aber da bin ich optimistisch :)

    Liebe Grüße!
    Zimttee

    Ein kurzes Update:
    Es ist alles gut gegangen- ich habe die Prüfung hinter mich gebracht und kann mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden sein.
    Ich habe also mein Studium beendet- und nun gehts weiter in den Vorbereitungsdienst. Die Schule liegt in meinem Wunschort- alles ist super gelaufen.

    Liebe Grüße!
    Zimttee

    Zur Erinnerung:

    Zitat von Loretta30

    Ich bin gerade über diesen Faden gestolpert - und was bin ich froh, dass ich die Beine Hand genommen habe! Bei mir war es "nur" schubsen und wieder in die Wohnung zerren wollen, jedoch alles andere als sanft und gegen meinen ausdrücklichen Willen. Ich habe halt die Einstellung, wenn man anfängt, solle Dinge zu verzeihen, ist die Hemmschwelle beim nächsten Mal niedriger. Nachbarn haben mich rufen gehört und in ihre Wohnung geholt (wofür ich sehr sehr dankbar bin, dass sie NICHT weggschaut haben) und mir ein Taxi gerufen, seitdem verweigere ich den Kontakt zu besagtem Herrn.

    Ich hatte die Möglichkeit zu gehen und habe sie genutzt - aber Kinder? Daran möchte ich gar nicht denken... :(

    Der Text stammt doch von dir, oder?

    Hallo Loretta!

    Was willst du denn für Klarheit?
    Wieso gibst du dich noch mit jemandem ab, der DIR die Verantwortung für seinen miesen Zustand zuschustert? Er hat es versucht, weil er dich sonst immer so gekriegt hat. Nun hat er gemerkt, dass es so nicht geht, schwenkt um, spielt ein bisschen nach deinen Regeln und zack- hat er dich anscheinend wieder.

    Wenn übrigens irgendwo steht, jemand "bemühe" sich- dann ist das eigentlich eine Beleidigung.
    Aber du freust dich gerade, dass er sich um einen Therapieplatz bemühe.

    Noch was..
    Also
    - dein Titel heißt "Aufzug nach oben"
    - du schreibst von Gewalt dir gegenüber- auch wenn er dir keine Zähne ausgeschlagen hat, war das, was er tat, Gewalt. Du schriebst froh zu sein, die Beine in die Hand genommen zu haben.
    - Klinikaufenthalte wurden fix abgebrochen- aber jetzt "bemüht" er sich.
    - du warst froh, den Kontakt unterbunden zu haben
    - schreibst von psychischem Druck dir gegenüber
    - erkennst dich in sämtlichen Geschichten wieder
    - bist nicht sicher, ob es bei ihm wirklich Liebe ist, siehst sein Motiv darin, nicht allein sein zu können
    - ihr ward nur 9 Monate zusammen, er quatscht aber munter in dein Leben rein (deine Persönlichkeit, dein Geld, deine Wohnung)
    - schreibst von geplatzten Wunschvorstellungen und Traumblasen, von Kontakt zu seinen Ex-Freundinnen

    ... und scheinst sooo klar zu sein.
    Dann kommt eine Nachricht über Facebook, ein Anruf, du hast Angst vor dem Treffen und schwupps- hat er dich wieder in der Spur. Er hat dich vollkommen rumgekrempelt und du bist froh darüber, dass du eine Anzahl von Treffen 3 bis 4 Mal die Woche nach deinem Geschmack "aushandeln" konntest? Warst du auf einem Basar?


    Ich meine, ich habe auch Angst vor manchen Dingen- auf eine heiße Herdplatte zu packen zB. Aber dann lange ich doch nicht mit Schwung zu?

    Es ist doch klar, dass er nun so handelt- weil er dich wieder zurück will. Aus welchen Gründen auch immer. Aber glaubst du wirklich, dass es um DICH geht? Dass er irgendwas begriffen hat? Wie passt das dazu, dass er zuerst mit Vorwürfen kam und dir alles zu schob? Wohl gar nicht. Er hat nur eine Taktik -mit Erfolg- geändert.
    Ich hatte deinen Faden in den letzten Tagen gelesen- aber nachdem ich gerade die letzten Beiträge gelesen habe, musste ich mich wirklich nochmal vergewissern, ob diese wirklich von der selben Person stammen.

    Viele Grüße
    Zimttee

    Hallo Sebajama,

    dieses Argument "in guten wie in schlechten Zeiten" hört man hier öfters als Rechtfertigung, warum man den Partner nicht verlässt.
    Natürlich ist die Sucht eine Krankheit, das will hier auch niemand aberkennen.

    Ich denke, man muss bei Krankheiten differenzieren:
    Wenn jemand krebskrank ist, wird ihm Beistand helfen.
    Aber wenn ich einen psychisch kranken Menschen habe, ist es schwierig, wenn dieser Mensch nicht einsichtig ist, dass sich was ändern muss. Für ihn ist die Welt ja in Ordnung- er kann fein zwischendurch trinken, die Frau erfüllt ihre Aufgaben, übernimmt noch andere Aufgaben des Mannes mit, wenn er mit ihnen nicht mehr klarkommt. Die Welt ist in Ordnung.

    Die Frau leidet da auf Dauer erstmal mehr als der Mann - und wenn der Mann leidet, trinkt er eben und es geht ihm besser.
    Also, warum ändern?
    Da geht es nun um Grenzen setzen und Überschreitungen der Grenzen mit Konsequenzen belegen. Wenn du ihm 5 Mal sagst, dass du ausziehst, wenn er so weiter macht, er so weiter macht und du nicht ausziehst, dann wird er irgendwann nur noch müde lächeln, wenn du dich zum 6. Mal wiederholst.
    Erst, wenn er merkt, dass diese Konsequenzen wirklich gehalten und durchgezogen werden, dann wird sich da möglicherweise was ändern, weil der Betroffene dann erst merkt, was auf dem Spiel steht.

    Nun hat er die Wahl- weiter trinken und alleine sein, oder die Situation anpacken und versuchen, die Ehe zu retten.
    Wieso sollte sich dein Mann ohne dich hängen lassen?
    Meinst du nicht, dass ihn das wachrütteln könnte- und ansonsten weißt du eh, was dir geblüht hätte, wärest du bei ihm geblieben. Wer in so einer Situation nicht die Kurve kriegt, wird sie auch mit Zuneigung nicht kriegen. Dann trinkt er sich in deinem Beisein zu Tode.

    Nur, wenn du die Konsequenzen ziehst, kannst du dich immerhin retten und hast die Chance, dass dein Partner so die Situation erkennt. Andernfalls gehst du mit ihm unter.

    Liebe Grüße,
    Zimttee