Hallo MaMe,
ich bin auch Tochter einer Alkoholikerin, bin mit ihr aufgewachsen und kann mir daher vorstellen, was bei euch abgeht.
Du schreibst, dass die Sucht das Übel ist- dennoch ist dein Mann erwachsen und trägt die Verantwortung für seine Handlungen. Er hat jeden Tag die Wahl, ob er nun trinkt oder das Glas stehen lässt. Aktuell hat er anscheinend die Flasche euch vorgezogen.
Als 2. Gedanken:
Sei froh, dass er weg ist. Der Suchtkranke macht mit seiner Sauferei nicht nur sich selbst kaputt, sondern sein gesamtes Umfeld.
Ich habe von klein auf das Elend mitbekommen. Solche Diskussionen, wie du sie beschreibst, gab es zwischen meinen Eltern immer wieder. Irgendwann hatten wir ein bestimmtes Alter, dann wurden wir für die Sauferei meiner Mutter auch verantwortlich gemacht. Für uns Kinder war das die Hölle- kein Ort, an dem sich Kinder aufhalten sollten.
Ich bin sehr krank geworden; habe seit einigen Jahren die Diagnose Grüner Star und bin aktuell in der Asthma-Diagnostik. Jedes mal, wenn ich dann danach gefragt werde, ob ich unter Belastung und Stress stehe, könnte ich mich gelinde gesagt übergeben. Das hätte alles nicht sein müssen, wenn meine Eltern in ihren Sche*ß-Alkoholdiskussionen mal an die Kinder gedacht und uns aus der Schusslinie gezogen hätten.
Deswegen, sei froh, dass er dir diese Entscheidung abnahm. Lass die Türschlösser austauschen und versperre ihm den Weg zurück. So ein hin und her ist nichts für kleine Kinder.
Hast du dich mal an die langfristigen Folgen von Alkoholmissbrauch informiert?
Und das aller, aller wichtigste: Was kannst du für dich machen? Wie kann es dir besser gehen?
Liebe Grüße,
Zimttee