Hallo FD,
schön, dass du die Situation nicht aussitzen möchtest, sondern aktiv etwas dagegen willst.
Wenn deine Frau nicht einsichtig ist, machst du alles nur schlimmer, wenn du bei ihr bleibst und ihren Konsum duldest. Alkoholiker brauchen meist, nicht immer, einen Tiefpunkt, der ihnen aufzeigt, dass es so nicht weitergeht- wenn du bei ihr bleibst und "Händchen hälst", bleibt dieser Tiefpunkt aus.
Wenn es ihr nach deinem/hoffentlich eurem Auszug schlechter geht, ist das vielleicht gerade der Punkt, der ihr auf Dauer hilft.
Ich bin selbst EKA und weiß daher, wie es ist, mit einer alkoholkranken Mutter aufzuwachsen. Auch meine Mutter war immer schnell auf 180, launisch- es hat mich nachhaltig geschädigt. Physisch und psychisch. Daher solltest du den Jungen daraus holen und nicht der Mutter überlassen.
Mein Fazit: Lieber ein Vollzeit arbeitender Vater, der dem Sohn "Quality-Time" geben kann, als eine alkohol- und psychisch kranke Mutter, die einem Kind keine gescheite Basis für die (psychische) Entwicklung ermöglicht.
Ansonsten ist es die Verantwortung deiner Frau, sich zu melden, wenn ihr die Rollenverteilung oder ihr Lebensstil nicht passen. Ich denke, jeder, auch ich, hat mal Situationen in der Partnerschaft, die als unangenehm oder ungerecht wahrgenommen wird. Passiert, wenn man sich so nah ist und viel Zeit miteinander verbringt. Wenn ich dann möchte, dass sich was ändert, muss ich das ansprechen. Woher soll der andere wissen, was mir nicht passt, wenn ich den Mund nicht aufmache? Darauf setze ich auch bei meinem Partner. Ich muss nämlich sagen, dass ich zwar empathisch bin, aber keine Lust habe, jede Handlung, jede Einstellung, Meinung und Vorgehensweise 5 Mal zu prüfen und zu überdenken, ob sie meinem Partner passt.
Wenn sie allerdings die direkte Konfrontation scheut und lieber mehrere Liter Bier trinkt, ist das ihr Problem und ihre Verantwortung.
Und ein universelles "gut" oder "schlecht", an das man sich halten sollte, gibt es eben nicht. Von daher, zieh dir den Schuh bloß nicht an, dass du an irgendwas Schuld oder Verantwortung trägst. Verantwortung hast du nur für dich und dein Kind, und die solltest du auch wahrnehmen.
Ich hoffe, dass du deinem Jungen -und auch dir selbst- bald eine bessere Umgebung bieten kannst. Meiner Erfahrung nach glaube ich nicht, dass sich da irgendwas einrenkt oder sie direkt in eine Therapie einwilligt- hast du ja schon bei der Konfrontation mit ihrem Spielverhalten und den mehreren Tausend Euro "Verlust" gemerkt.
Liebe Grüße,
Zimttee