Beiträge von Zimttee

    Hallo Klick!
    Solange der Partner einigermaßen über die Runden kommt, ist es einfach, Distanz zu halten. Wenn es langsam merkbar abwärts geht, er in die Abwärtsspirale gerät- könntest du da zugucken?

    Was ist denn mit deiner Zukunft? Möchtest du einen Partner, mit dem du eine Familie gründen kannst? Oder willst du dein Leben lang eine Beziehung, die besser keine Tiefe entwickeln sollte? Weil du sonst keine Distanz halten kannst? Und dabei guckst du ihm zu, wie er sich langsam vergiftet.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo Klick,
    ich habe deine Vorstellung drüben lesen können und kenne daher deinen Hintergrund.
    Mein Gedanke war, ob du glaubst, in dieser Beziehung dauerhaft leben zu können ohne co-abhängig zu werden?
    Glaubst du, dass eine solche Beziehung zukunftsfähig ist? Oder geht es wirklich nur, wenn er einen Entzug inkl. Therapie beginnt?

    Liebe Grüße und natürlich herzlich willkommen!

    Zimttee

    Hallo Lamestain ,
    Willkommen!
    was erwartest du von einem Austausch hier im Forum?
    Dass du deine Kindheit mit einem alkoholkranken Vater hintenanstellst und zum Schluss erklärst, erweckt bei mir den Eindruck, dass du diesen Teil gut verarbeitet hast und mit Distanz sehen kannst.
    Du berichtest von wenig sozialen Kontakten und hast erwähnt, dass dein Kollege Erklärungen dazu hatte. Stimmst du ihm zu, hast du andere Ansätze?

    Viele Grüße,
    Zimttee (der es ähnlich geht)

    @ Lindi: Mir ist schon klar, dass nicht 60.000 Menschen an diesem einen Thread sitzen. Ich freue mich auch über jeden einzelnen Kommentar, der mir einen Denkanstoß liefert. Aber der Punkt ist, dass ich nicht ausschließen kann, dass nicht einer dieser anonymen Klicks von einem Angehörigen stammt, der mich wiedererkennt. Ist, wie ich gelesen habe, hier im Forum schon passiert.
    Das war mein Punkt. Man präsentiert sein Leben der Öffentlichkeit und hat eben keinen Einfluss auf die Verbreitung der Inhalte.
    @ Miriel,
    ich tausche mich gerne mit dir aus und denke auch, dass wir einige Parallelen haben. Was die Gedanken betrifft, kann ich nachvollziehen, was Sarawen und Renate angesprochen haben.

    Es gibt ja diesen Punkt "Was nicht passt, wird passend gemacht". Normalerweise würde man in deiner Situation den Kontakt abbrechen und sich eben den passenden Partner, mit dem diese Beziehung möglich ist, suchen. Aber du hälst eben nicht an den realen Wünschen fest, sondern am unpassenden Partner und versuchst, alles Unschöne auszublenden, um dir einzureden, dass ja doch alles toll ist und besser als vorher. Nicht er ändert sich, um die tolle Beziehung zu haben, sondern du verbiegst deine Wünsche und Ansprüche. Was bleibt denn von der Beziehung noch übrig, wenn man alles, was eine Beziehung ausmacht, ausblendet, weil man sonst mit der Realität konfrontiert wird? Aus der "nüchternen" Perspektive kann man deine Einschränkungen nicht nachvollziehen.
    Mein Gedanke wäre, dass ich lieber 119 Euro investiere, damit ein Jahr (!) Zugang zum erweiterten Bereich habe, statt eine vergleichbare oder höhere Summe in eine Reise zum XY und mehreren Nächten an einem Wochenende (!) im Hotel zu stecken.

    Was ist denn mit der Miriel, die damals im schwarzen Kleid im Regen stand und dieses Bild nie vergessen wollte? Die auf Seite 100 so sicher war, nun den Absprung zu schaffen, sich nach dem Kontaktabbruch erleichtert fühlte und auf ein freies Leben hoffte? Was ist bis Seite 136 passiert?

    Liebe Grüße

    Zimttee

    Hallo Peachi!

    Ich weiß, dass ich definitiv therapiebedürftig bin, aber ich hatte bisher noch keine. Bisher wollte ich es verhindern, da ich mir durch eine Therapie meinen Zutritt in den Beamtenstand nicht verbauen möchte.

    Ich glaube, die letzte Beziehung, in der ich auf die Sch****e fiel, hatte ich 2007. Es war die 4. in 4 Jahren. Danach wollte ich einfach keine Beziehung mehr, hatte gerade mit dem Studium begonnen und einfach nur noch den Kopf frei bekommen. Diese Einstellung hatte ich 3 Jahre lang und sie tat mir sehr gut. Mir wurde in der Zeit klar, was ich suchte und warum es eben nicht klappte.
    Zwischendurch erreichte ich den Tiefpunkt bei meinen Eltern. Meine Mutter hatte wieder eine ganz schlimme Phase, wir haben sie sogar mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus bringen lassen. Sie gab uns zu verstehen, dass sie glaubte, kein Problem zu haben und alles ging weiter wie vorher.

    Ansonsten wurde mir durch meinen Körper die rote Karte aufgezeigt; ich bekam die Diagnose einer chronischen Erkrankung, die laut Ärzte auf Stress und psychische Belastung zurückzuführen sei. Bingo. Würde sich daran nichts ändern, folgt auf Dauer die Erblindung. Das waren rosige Aussichten mit 22.
    Ich war auf dem Boden der Tatsachen und genau da traf ich meinen Partner- nun sinds schon fast 4 Jahre, in denen ich selbst viel an mir gearbeitet habe. Zwischendurch hatte ich heftige Panikattacken- ohne Therapie in den Griff bekommen, indem ich den Kontakt mit meinen Eltern auf ein Treffen alle 3-4 Wochen reduzierte. Ganz ehrlich, würde ich meine Mutter 3 Mal pro Woche sehen, wäre ich wahrscheinlich auch wieder tief unten.

    Bei meinen Eltern wird auch immer die Mitleidstour gefahren. Wenn man bspw meinen Vater mit allem konfrontiert, dann heult der auch hemmungslos wie ein Schlosshund. Aber diese Tränen gelten dann auch nur ihm selbst und dienen im Prinzip dem Zweck, uns emotional zu erpressen, dass wir von dem Thema ablassen. So kommt es nie zu einem gescheiten Gespräch- wenn es ans "Eingemachte" geht, heult er einfach los und das Thema ist erledigt.
    Darauf habe ich keine Lust mehr, weil ich merke, dass es mich in die Rolle der Co zurückziehen soll.

    Ich habe auch durch mein Studium einiges an Literatur lesen können, zudem bin ich seit einem Jahr hier im Forum aktiv, sodass ich auch so an mir arbeiten konnte. Letztendlich habe ich eingesehen, dass mich der Kontakt zu meinen Eltern zerstört und dass ich mich nur schützen kann, indem ich den Kontakt zu ihnen oberflächlich halte und mich nicht mehr von ihnen in ihre Probleme hereinziehen lasse.

    Dein Vater ist für alles, was ihm passiert, selbst verantwortlich. Eigentlich solltest du für das, was er dir antut, wütend sein, statt ein schlechtes Gewissen zu haben. Das schlechte Gewissen hat er nicht, sondern fährt seine egoistische Tour weiter, indem er dich für sein Leben verantwortlich macht. Klar, dass du wütend bist.

    Zimttee

    Guten Morgen Miriel,
    wie seid ihr denn verblieben und wie fühlst du dich?
    Ich bin seid gestern für den erweiterten Bereich freigeschaltet. Ich möchte nun intensiver aufarbeiten.
    Hat du auch mal darüber nachgedacht, doch dort anzumelden? Nur scheint es momentan sinnvoller als eine Therapie.

    Viele Grüße!

    Hallo Jasmin,
    bei mir ist es die trinkende Mutter; die Geschichte "Meine Geschichte" kannst du hier auch im Forum nachlesen.
    Ich kann es nachvollziehen, dass es sehr schwer ist, den Kontakt zu den eigenen Eltern abzubrechen. Auf der anderen Seite unterstützt man die Sucht jedoch, wenn man kuscht und sich zu den Aufgaben missbrauchen lässt. Das, was Eltern in diesen Fällen tun, ist zwar kein sexueller Missbrauch, jedoch eine andere Form, die auch nicht harmlos ist. Es instrumentalisiert dich, macht dich zur Stütze seines Lebens und droht dir mit Selbstmord, falls du wegbrichst. Soll es denn so weitergehen? Das ist doch kein Leben :(

    Der Punkt ist, dass es immer weiter bergab geht. Bis er zum Pflegefall wird. Für dich wird es auch immer schlimmer werden- die Panikattacken sind dann nur der Anfang. Hast du eine Idee, wieso die Therapie nicht geholfen hat?
    Kann es sein, dass es daran liegt, dass zwar die Angst an sich therapiert wurde, aber an der Ursache des Ganzen (= Kontakt zum Vater) sich nichts geändert hat?
    Irgendwann wird der Punkt für dich kommen, an dem du entweder mitdrauf gehst, oder die Reißleine ziehst. Aktuell scheint es nicht soo schlimm zu sein.
    Vielleicht kann ein erster Schritt für dich zum sozialpsychiatrischen Dienst führen. Dort kannst du vom Leben deines Vaters berichten und vor allem von seinem Druck und der Drohung, sodass diese prüfen, ob er zwangseingewiesen werden kann, also ob seine Drohung ausreichend ist. Dann hast du schonmal dort die Verantwortung abgegeben.
    Ansonsten führt wohl nichts um eine Kontaktminderung oder einen Kontaktabbruch herum- es ist wie die Sache mit der heißen Herdplatte. Da sagt auch niemand, dass er weiter auf die Platte langen möchte, aber wie er das machen könne, dass es nicht mehr weh tue?

    Viele deiner Gefühle kenne ich auch, auch die Angst, den unerträglichen Druck, die Überforderung, den Gedanken, nicht erwachsen werden zu können. Ich habe mir immer die falschen Partner gesucht- bis auf den jetzigen.

    Nun, es war jetzt ein wenig viel auf einmal.
    Wichtig ist, dass du die Verantwortung nicht für ihn tragen musst. Dass ist seine Aufgabe, zu der er dich zwingt. Das hat auch nichts mehr mit "Dankbarkeit" von dir zu tun- es ist vielmer widerlich, dass er dich derart missbraucht. Es ist deins, dich daraus zu befreien. Er wird auf diese Bequemlichkeit nicht verzichten wollen.

    Alles Liebe,
    Zimttee

    Hallo Veri!

    Lindi hat ja schon angedeutet, dass wir den Text nicht lesen können. Magst du ihn einkopieren?

    Wie fühlst du dich nun? Wie wünschst du dir Zukunft, wie stellst du dir eine Beziehung vor?

    Das sind ein paar Punkte, über die man nachdenken könnte.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hast du schonmal darüber nachgedacht, ob er das alles, was du dir bezüglich seiner Gesundung vorstellst, überhaupt mitmachen möchte?
    Ein uneinsichtiger Alkoholiker will eigentlich nur seine Ruhe und weitertrinken. Und solange von ihm nichts kommt, würd ich mir nicht allzu große Hoffnungen machen.

    Morgen schreibe ich ausführlicher.

    Hallo sunshine,
    Hast du schon etwas von den Worten “in Liebe fallen lassen “ gehört?
    Ich entstamme auch aus einer Suchtfamilie, bei mir trinkt die Oma, die Mutter, der Opa war Alkoholiker und nun tot. Der Schwager meiner Oma usw.
    Hier wird auch ohne Ende gelogen, Verantwortung verteilt, Schuld zugeschoben etc.
    es wird ein Sündenbock gesucht, dem die Verantwortung gegeben, die eigentlich der süchtige selbst trägt, ihm jegliche Verantwortung entzogen.. und dann werden dem Sündenbock die Vorwürfe um die Ohren gehauen, um selbst die eigenen Anteile, vor denen man angst hat, über den Teppich kehren zu können. Wie du schon ahnst, unterstützt man die Sucht des kranken so nur. Man darf ihm die Verantwortung nicht abnehmen.
    Ich habe aus dem Verhalten der Schwester meiner Mutter, die mich zum Sündenbock machte, die Konsequenzen gezogen und den Kontakt abgebrochen. Es bringt nichts; wie du schon sagtest. Die einzige, die an sich arbeitet, bin ich. Mutter trinkt immer noch, der Rest verhängt, ignoriert, wirft mit Vorwürfen um sich.
    Letztendlich treten sie so auf der Stelle.
    Wenn du magst, informiere dich über systhemische Suchttheorien. Klaus Hurrelmann hat ein gutes Buch dazu geschrieben, Name: Drogengebrauch, Drogenmissbrauch.

    Hey Engel,

    lies mal in meinem Faden meinen vorletzten Text. Es geht dort um den Besuch bei meiner Mutter vor einer Woche. Auch sie hat sich vergleichbar verhalten und sich über andere ziemlich abfällig den Mund zerrissen.
    Ich erinnere mich noch an Sätze, die ich in einem Psychologie-Handbuch gelesen habe:
    Psychisch kranke Menschen projizieren durchaus die eigenen Verhaltensweisen auf andere Menschen, ohne es zu merken.
    Die eigenen Kinder werden abgewertet, auf vermeintliche Fehler reduziert und vor anderen schlecht dargestellt, was der eigenen Aufwertung dient. So war es bei mir in der Kindheit.
    Das wichtigste, was ich daraus gelernt habe, war Grenzen aufzuzeigen.
    Ein Mensch darf einen anderen Menschen nicht abwerten und verletzen. Macht er dies dennoch, sollte er die Konsequenzen tragen. Meine Mutter lästert nun über andere.
    Ich habe mir Freundinnen nach diesem Muster gesucht; es dauerte, bis ich erkannte, dass ich ihr Verhalten nicht entschuldigen sollte, sondern Grenzen setzen. Diese wurden nicht eingehalten, so habe ich den Kontakt abgebrochen.
    Ansonsten bleibt dir die Möglichkeit, die Ohren auf Durchzug zu stellen und das Verhalten der Mutter zu ignorieren.

    Alles Liebe!
    Zimttee

    Hallo Jürgen,
    ich habe deinen Beitrag erst nun gelesen.
    Ja, genau. Es gibt keine getrennten Beziehungen zu den Eltern. Sie sind immer im Doppelpack, ineinander verwoben. Keine Beziehungen, keine individuellen Interessen oder Gefühle.
    Ich habe mal in einem meiner Bücher gelesen, dass es in Familien mit andauernder Suchtproblematik keine einzelnen Rollen, keine Grenzen gibt. Es gibt nur die Familie als Kollektiv, in der dem einzelnen der Freiraum genommen wird.
    Fürchterlich. Diese Trennung gelang dir aber erst in der Scheidung deiner Eltern, oder?
    In den letzten Wochen habe ich losgelassen, immer etwas mehr. Beide. Und es hilft. Aktuell glaube ich nicht, dass ich die Beziehungen nochmal aufbauen könnte; zu meiner Mutter sowieso nicht. Respekt, dass du auf deinen Vater zugehen möchtest.

    Viele Grüße,
    Natalie

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    Sebajama:

    Dein gefühl täuscht dich nicht. Es klingt, als ob dein Partner Konsequenzen braucht und keine Worte. Also handle, nur so erkennst du seine wahre Motivation.
    Ich meine, was möchtest du mit einem Partner, der nach einer Handlung (Koffer vor die Tür wäre sicher eine Maßnahme) seine Spur weiterfährt? Da wäre es doch besser, du wüsstest, wo du dran bist? Ganz im Sinne zu Schutz der Kinder.

    Nur Mut!
    Du kannst ihm nichts klar machen. Er kann das nur selbst erkennen.

    Nein, nein.. Ich habe dich natürlich nicht mit meinem Vater verglichen- es sind immerhin verschiedene Situationen. Ich wäre froh, würde Mutter eine Therapie machen. Aber ich rechne nicht mehr damit- der Zug ist abgefahren.
    Auch wenn die Situationen verschieden sind, ist diese Hoffnung wohl bei jedem gleich. Mein Punkt ist eher, dass ich nicht werden möchte wie mein Vater, der immer noch an die Genesung glaubt. Immer in der nächsten Woche. Als Kind hab ichs geglaubt, da kam die Hoffnung zu mir rüber. Nun, 10, 20 Jahre später, bin ichs eben leid, Hoffnung zu haben. Das triggert mich in gewisser Weise.
    Im Gegensatz zu deiner Mutter scheut meine Ärzte wie der Teufel das Weihwasser; daher ist da nichts zu erwarten.

    Zur Familienberatung habe ich gelesen, dass es nicht in allen Kliniken gleich gehandhabt wird. Manche beziehen die Familie ein, andere sehen nur den Suchtkranken im Fokus. Wobei natürlich klar ist, dass die Sucht das gesamte (Familien-)System betrifft, sonst würde die Sucht nicht funktionieren. Daher muss sich das gesamte System verändern.

    Ich würd es wohl vor Ort ansprechen, dass aus deiner Sicht Interesse bestünde; ansonsten kann dir aber auch die Caritas weiterhelfen. Oder eben hier das Forum.
    "Mein Zuhause steht vorne an!" Gute Einstellung.

    So, es ist vollbracht:
    Der Antrag ist gestellt. Ich war überrascht, dass der Preis lediglich 12 Euro beträgt- hatte ich höher in Erinnerung. Soviel zum Thema subjektive Wahrnehmung.

    Wen von euch treffe ich denn "drüben"?