Beiträge von Zimttee

    Hallo Lindi,

    wenn ich schreibe, habe ich in der Tat auf meinem Handy nur meinen Beitrag, den ich schreibe zum Drittel vor Augen. Wie man meinen Beiträgen entnehmen kann, unterlasse ich dann sogar die Rechtschreibkorrektur.
    Meine Konzentration noch nie die beste gewesen, sodass ich sämtliche Texte, die ich sonst am Laptop schreibe, zigmal überdenke, korrigiere und umschreibe. Das alles fällt am Handy weg- geschweige, dass ich dort durch den Vorschreibertext vor Augen habe.

    Den Laptop habe ich bisher immer noch- wenn auch nicht ordentlich. Aber es hapert am W-Lan.

    Ich habe deine Überlegung auch nicht abgestritten oder abgelehnt, sondern einen Eindruck wiedergegeben, den ich ohnehin schon hatte. Daher waren meine Beiträge so selten in den letzten Wochen.
    Aber natürlich, es waren gut 2 Monate, in denen ich nicht mehr bei meinen Eltern war- in der Zeit ging es mir besser. Der letzte Besuch war wieder ungut, der Leidensdruck wurde größer, so schrieb ich dann auch vom Handy. Es gab viele Eindrücke und auch Erkenntnisse und Erinnerungen, die ich verarbeitet habe. Ich kann bewusst wahrnehmen, dass ich, sobald mich Dinge beschäftigen, direkt aus der Spur gerate und mich selbst etwas verwirrt fühle; dies schlägt sich dann meist auch direkt in meinem Leben nieder: ich gerate aus meinem Rhytmus. Esse unregelmäßig, versinke etwas im Chaos.
    Momentan passiert letzteres nicht. Ich lasse meine Hände in Frieden, habe meine geregelten Mahlzeiten inkl. Frühstück und vorgekochtem auf der Arbeit, gehe 2 Mal / Woche zum Sport.
    Angetriggert war ich im Forum, ja. Sonst hätte ich wahrscheinlich am Vorsatz festgehalten, nicht vom Handy zu schreiben. Umso fataler, wenn man sich seine Texte nicht mehr durchliest.
    Aber insgesamt geht es mir gut und ich habe das Gefühl, dass meine Familie keinen großen Einfluss mehr auf mein Leben hat, sondern sich diese Emotionen nur noch in Forenbeiträgen widerspiegeln.

    Bei mir hat sich viel geändert in den letzten Wochen. Ich bin quasi mit meinem Partner zusammengezogen, habe mich erneut für das Ref beworben und habe zum Glück festgestellt, dass alle Orte weiter entfernt von meinen Eltern liegen und umso näher bei meinem Partner. Aktuell richten wir die Wohnung ein- es wird echt gemütlich und schön.
    Bisher habe ich es nicht hinbekommen, einen Wohnraum so zu gestalten. Aktuell entdecke ich ungekannte Kreativität.
    Ich konnte so auch neue Kraft sammeln, spüre eine größere emotionale Distanz zu ihnen. Bei dem letzten Treffen war meine Mutter wieder betrunken. Ich habe daraus meine Konsequenzen gezogen, habe die Dokumente eingesammelt die ich brauchte und trotz ihres Bettelns, ich solle am nächsten Tag später fahren, bin ich nicht geblieben, sondern war weg, als sie wiederkam.
    Auch die Infos bezüglich des Zusammenziehens habe ich für mich behalten. Meine Eltern hätten sich ohnehin nicht gefreut und mir wahrscheinlich eher Vorwürfe gemacht. Die Bestätigung und Anerkennung durch meine Eltern fühlt sich nicht mehr so notwendig an.
    Für dieses Wochenende habe ich einen Moment überlegt, nochmal nach Hause zu fahren. Ich hätte Zeit und könnte den Besuch "ableisten" um dann bis Juli Ruhe zu haben. Wie bescheuert diese Idee war, ist mir heute früh im Bett, meinem Reflexionsort, in den Sinn gekommen. Ich hatte eigentlich keine Lust auf meine Eltern. Also bin ich heute Abend in meiner Wohnung, lese nun im Forum und trinke dabei gemütlich Kaffee, sortiere Klamotten, gucke heute Nacht TV bis ich einschlafe und kann morgen in aller Ruhe, sofern mich die Nachbarn lassen, ausschlafen. Eben habe ich noch einen Kuchen gebacken- mein neues Hobby, und den bringe ich einer Freundin morgen zum Geburtstag.

    Für alle Prüfungsangstgeplagten habe ich eine gute Lektüre gefunden: Ich arbeite momentan meine Prüfungsangst selbst auf. Therapeutenmäßig ist es momentan mau- bis ich einen Platz habe, ist meine Prüfung gelaufen. Also habe ich mir ein "Arbeitsbuch" zum Thema gekauft, von Doris Wolf mit dem Titel "So überwinden sie Prüfungsängste. Psychologische Strategien zur optimalen Vorbereitung und Bewältigung von Prüfungen." Nach allem, was ich im letzten Semester gelernt habe, ist das Buch fundiert und alltagstauglich.

    Ich habe nun neue Prüfer bekommen und etwa 12 bis 14 Wochen Zeit bis zur Prüfung. Luxus, manch andere (wie ich letztes Semester) haben nur 3 Wochen Zeit.
    Ich hoffe, dass ich es dieses Mal hinbekomme. Auf der anderen Seite stehen sämtliche Bedingungen nun besser als noch Anfang des Jahres. Viele Dinge, die damals in der Schwebe, in Transition waren, sind nun gefestigt und bewerkstelligt und ich habe hoffentlich aus Fehlern gelernt. Jedenfalls habe ich mir nun sämtliche Themen angeschaut und geprüft, inwieweit sie sich mit meinem Elternhaus schneiden. Mit den Themen "ADHS" und "Motivation" kann ich wahrscheinlich nicht so viel falsch machen ^^

    So. Mein guter Vorsatz, noch ein wenig im Arbeitsbuch zu blättern, ist nun dahin. Ich werde nun direkt vor den Fernseher und noch ein wenig entspannen.

    Ich fand es gut, dass du mir diese Denkanreize gegeben hast, Lindi. Wahrscheinlich wäre es mir nicht bewusst geworden und ich hätte dies auch nicht mit dem letzten Wochenende in Verbindung gebracht.

    Ich wünsche euch ein gutes Wochenende, man liest sich.

    Ich schätze, ich werde übrigens nun in den Genuss eines geschützten Zuganges kommen. Meine Stunden auf der Arbeit wurden erhöht, sodass ich mir zumindest diesen jetzt leisten kann. Darum kümmere ich mich jetzt am Wochenende und werde mal mit einem neuen Haushaltsplan beginnen.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Huch, erst nun ist mir der Ton aufgefallen.
    Nun, wenn du meinst, dass deine Sorge okay ist- dann ist es ja gut. Jedem nur so viel, wie er möchte. Wenn du magst, antworte mir in deinem Faden, ansonsten, wie du schon sagtest, belasse es dabei.

    @ Brummbär: Ich hoffe, bei dir ist alles in Ordnung?

    Zitat von Zimttee

    Hallo Hope,
    ich habe das Problem des öffentlichen Raums so gelöst, dass ich viele Details verfremde. So ist wird mich niemand erkennen können und ich kann mich dennoch austauschen.

    Ich habe meiner Mutter die Entscheidung über ihr Leben zurück gegeben. Ich möchte mich selbst nicht mehr damit auseinander setzen, ob die trinkt, wieviel sie trinkt und ob sie sterben wird. Ich will mir keine Hoffnung machen-weil sie in dieser Situation nicht angebracht ist. “Hoffnung machen“ ist für den Co tödlich und bringt seine Gedanken wieder zum Angehörigen, anstelle zu sich selbst. Zudem suggeriert sie eine Verantwortung, die Angehörige nicht für den Gesundheitszustand eines anderen haben. Seitdem ich mich davon gelöst habe, bin ich wieder zu mir gekommen. Ich sehe nur bei meinen Vater, von dem ich seit Jahrzehnten das selbe höre wie von dir nun, wie diese Hoffnung ihn in der Situation verharren lässt, statt dass er seine Zukunft selbst ihn die Hand nimmt.

    Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass deine Mutter ihr Leben in andere bahnen

    Ich denke, die Verallgemeinerung habe ich gebrochen, indem ich bewusst den Bezug zu mir hergestellt habe? Schade, dass du das befremdlich findest. Aber ich denke, das sind die Erfahrungen, die in einem Forum geteilt werden sollten und in denen sich manche wiedererkennen.
    Hier tauschen sich viele Menschen aus, die mit den Nerven fertig sind und nicht mehr weiter wissen. Ich kann aus meiner Erfahrung sprechen, dass ein gewisser Punkt an Leidensdruck erreicht sein muss, um eine Co-Abhängigkeit öffentlich zu machen. Und da denke ich, sollten die Antworten realistisch ausfallen.
    Und nein, nicht jeder Alkoholiker ist hoffnungslos verloren- das zeigt "die andere Seite des Forums". Aber ich würde die These aufstellen, dass der Anteil an "Happy Ends" deswegen so gering ist, weil jene Menschen eben nicht soo das Bedürfnis haben, es hier auszubreiten.
    Dass manchen Hoffnungsspenden nicht gut tun, zeigt dir Brummbärs Antwort. Auch ich möchte keine Hoffnung mehr haben, weil ich in all den Jahren oft genug darin enttäuscht wurde und es auch mir an die Substanz ging, bis ich sie zu meinem Wohl aufgab.
    Es freut mich, dass deine Mutter eine Therapie beginnen möchte/begonnen hat; ich freue mich grundsätzlich über jeden, der den Absprung schafft. Das ist mit meinem letzten Satz gemeint.

    Aber generell ist hier die Meinung vertreten, dass beide Teile an sich arbeiten sollten- der Alkoholiker und der Angehörige. Der Alkohliker lernt, abstinent zu leben und den Fokus vom Alkohol zu entfernen und der Co lernt, dem Alkoholiker die Verantwortung zurückzugeben und den Fokus auf sich zu lenken.
    Ich wollte dir nicht zu nah treten. Bisher denke ich, dass eben solche Hinweise Teil einer Selbsthilfegruppe/eines Selbsthilfeforums sind. Es geht nicht um Hilfe für den Suchtkranken, sondern um Hilfe für sich selbst.

    Dir ein schönes Wochenende,
    Natalie

    Hallo ihr,
    danke für eure Zusprüche.

    @Nikada: Danke für deinen Beitrag. Ich bin momentan auch dabei, meine Grenzen zu setzen und zu verteidigen.
    Auch bei meinen Eltern mache ich die Beobachtung, dass sie viel versprechen und anbieten- aber die tatsächliche Hilfe und Umsetzung ist gering. Geld bekomme ich regelmäßig- aber Interesse, Beistand, "Da-sein".. Gar nicht. Mein Vater redet davon, aber ich glaube nicht, dass er das wirklich umsetzen kann, was er anbietet. Wenn ich mal mit Sorgen aufschlage, redet er sie klein, verharmlost sie oder... wie soll ich sagen? Redet sie einfach klein, als ob alles so nicht ist, wie ich es schildere. Er nimmt es nicht ernst, verdrängt. Ich habe vor einigen Wochen erfahren, der der Zustand eines Auges schlechter ist, als vor Jahren vermutet. Er hörte sich das an und danach wurde wieder nur verharmlost "Warte ab, wenn du dann im Krankenhaus bist, dann stellt sich das neue Ergebnis als falsch heraus." Dabei war das schon von zwei Ärzten gesichert.

    @ Sausewind: Danke für deine Rückmeldung. Ich habe aktuell das Gefühl, dass ich gar nicht genau sagen kann, ob sie nun narzistische Züge hat, oder nicht. Prinzipiell nein- aber ich merkte häufig eine Missgunst, Neid, Schadenfreude, wenn bei mir was schief lief. Zb wenn sie vermutete, ich hätte zugenommen oder ich feststellte, dass meine Augenfarbe, die einst wirklich schön war, sich zum Negativen verändert hat.
    Aber die klassischen Merkmale eines Narzisten hat sie nicht. Eher gegenteilig- aber manchmal sehr widersprüchlich.

    @ Lindi: Was meinst du denn genau? Also inwiefern wirr?
    Gerade schreibe ich an meinem Laptop, ansonsten hab ich die meisten Beiträge mit meinem Handy geschrieben. Wenn ich sonst auf Beiträge antworte, kann ich den, wie deinen letzten Beitrag, im Auge behalten. Wenn ich mit meinem kleinen Handy schreibe, sehe ich nichtmal meinen kompletten Eintrag und überarbeite ihn auch nicht mehr.
    Daher schreibe ich momentan nicht mehr in meinem Faden. Aber bald werd ich wieder überall Internet per Laptop haben und kann mich sehr das eine oder andere Mal hier melden.
    Ich werde da nochmal drüber nachdenken. Wenn ich alleine einschlafe, habe ich mir zum Ritual gemacht, eine Runde im Bett zu reflektieren. Das klappt ganz gut.

    Seit meiner einen abgesagten Prüfung sind viele Erinnerungen wieder hochgekommen. In den banalsten Situationen wie beispielsweise, als ich für meinen Freund Donauwellen gebacken habe. Als ich 13 Jahre alt war, fragte mich meine Mutter, welchen Kuchen ich mir zum Geburtstag wünsche. Donauwellen. Das wollte sie nicht- sei zu schwer und aufwändig. Es kam so, dass ich mir das Rezept schnappte und diesen Kuchen selbst backte. Derweil war Mutter an meinem Geburtstag sternhagelvoll auf dem Sofa eingeschlafen. Ich kam bei dem Teil mit der Buttercreme nicht weiter, sie konnte mir nicht helfen. An der Handschrift des Rezepteschreibers konnte ich die Person, von der das Rezept kam, identifizieren, sodass diese mir per Telefon half, dass ich den Kuchen bis zum Kaffeetrinken fertigstellen konnte.
    Im Nachhinein hätte Mutter klar sein können, dass ich mir Donauwellen wünschte- ich liebte die. Und so war das natürlich eine feine Aktion, mich selbst zum Backen zu bringen, sodass sie sich davor drücken und trinken konnte. Solche Situationen kommen bei mir momentan zu Hauf hervor. Vor allem Erinnerungen an ihre "böse" Seite, wie sie mich behandelte, niedermachte, schlecht darstellte. Obwohl ich immer die Tochter war, die sie sich wünschte.
    Also das ist das, was mich momentan beschäftigt.
    Ich war nun fast 2 Monate nicht mehr zu Hause. Davon war ich einen Großteil ziemlich krank, ein fieses Bakterium hatte mich im Griff.
    Das hat mir jedoch sehr geholfen, Abstand zu finden. Es ist unglaublich- so sehr mich diese Distanz und die Erinnerungen auch beschäftigen- es hilft. Mir geht es alles in allem gut. Zum aller ersten Mal in meinem Leben habe ich eigene Fingernägel. Ich knibbelte, seitdem ich 2 war- und jetzt schaffe ich es ohne künstliche Nägel, nicht mehr zu knibbeln. Es gab jetzt sogar Tage ohne innere Unruhe, an denen ich mich tiefenentspannt fühlte.
    Jedoch gab es auch unschöne Momente.
    Als ich nach der Zeit wieder zu Hause bei den Eltern war. Die Kinder sind aus dem Haus, sie sind nun allein. Zuerst wirkte meine Mutter gut, besser. Mir war schon klar, dass es nur eine Phase ist. Sie hat sich sogar ein Hobby gesucht- alles fein. Zunächst. Als ich an dem Tag nach Hause kam, kam sie nicht zur Begrüßung zur Tür, sondern blieb den ganzen Abend auf dem Sofa. Es war kein Gespräch mit ihr zu führen, so durcheinander war sie. Ihre Worte hatten keinen Zusammenhang.
    Als mein Vater dazu kam, ging es. Sie redeten, und ich fand ihre Art so furchtbar abstoßend. Nur negativ, über andere Leute herziehen, mit so einem inneren Drang, alles andere schlecht zu machen. Nur lästern, ich kann es nicht beschreiben. Ihre Stimme dabei, diese Genugtuung, alles andere schlecht zu machen, um sich selbst aufzuwerten. Ich fands ekelhaft, in mir hat sich alles gesträubt. Ich bin direkt ins Bett.
    Ich denke, in Teilen hat sie diesen Drang früher gegen mich gerichtet, als ich ein Kind war. Da hat sie dieses typische Verhalten gegen mich an den Tag gelegt, ich konnte mich nicht wehren, als Mutter hatte sie die Macht über mich. Nun weiß sie, dass sie gegen mich nicht ankommt, sondern ein entsprechendes Echo bekäme. Nun sind es die anderen, die sie niedermacht.
    Als ich ins Bett ging, appellierte sie an mich zu bleiben, bis sie von der Arbeit wiederkommt. Damit wir uns nochmal unterhalten können. Wäre schön.
    Den Gefallen habe ich ihr nicht getan, da sich in mir alles dagegen sträubte. Ich bin noch vor Mittag gefahren.
    Die Beziehung zu meinem Vater ist aktuell auch schwierig, da er, wie ich erwartete, nun andere Geschütze auffährt, wenn er merkt, dass ich mich entferne. Es hagelt Vorwürfe, er schreit am Telefon. Er merkt wohl, dass er so langsam wirklich alleine mit Mutter ist. Gegenüber meinem Partner zeigt er sogar Eifersucht. Warum ich ihn so oft besuche und nicht genauso oft zu Hause sei? Mir werden dabei die Worte im Mund rumgedreht.
    Ich lasse mich darauf nicht ein, unterbinde diese Anfälle sofort.

    Es ist jetzt zum ersten Mal so, dass ich wirklich den Widerwillen gegenüber meinen Eltern merke. Ich will nicht mehr. Vorher war es eher ein "möchte nicht mehr". Eine starke Abneigung, würde ichs nennen, besonders meiner Mutter gegenüber. Ich erkenne in ihrem Verhalten keine Mutter, nicht mehr meine Mutter. Diese Art ist mir fremd und stößt mich ab.
    Und diese Art meines Vaters, Druck auszuüben.. Schreckt mich umso mehr ab. Ich meine, weit ist es bis zur Dreißig nicht mehr und er behandelt mich dennoch wie eine 16-jährige. Als ob ich nicht Zeit mit meinem Partner verbringen dürfte, sondern in gleichen Teilen bei meinen Eltern auf der Couch sitzen muss.
    Das ist wohl eine momentan etwas verspätete Quarter-Life-Crisis bei mir. In der Pädagogik spricht man von den sogenannten Entwicklungsaufgaben, die zu jedem Lebensabschnitt gehören. Momentan grüble ich darüber, was ich momentan erreicht habe. Es hängt wohl auch mit einem baldigen Geburtstag zusammen. Ich studiere immer noch, nicht verheiratet, keine Kinder. Zu einer Entwicklungsaufgabe der Jugend gehört die Ablösung vom Elternhaus- ich bin im jungen Erwachsenenalter und meine Eltern wollen mich immer noch nicht gehen lassen.
    Mit etwas Abstand setzt mir momentan wohl auch zu, dass ich diese ganzen Entwicklungsaufgaben nachholen muss, weil sie vorher nicht möglich waren.


    Weiteres morgen, ich werde nun furchtbar müde.
    Aber danke, Lindi, für den Anstoß.

    Natalie

    Hallo Aggi,
    dass dein xy wieder abgestürzt ist, tut mir leid.
    Kurz zum Verständnis: er war auf dem Weg der Besserung, hat dann wieder getrunken (das Bier), wurde aggressiv und hat dich geschlagen?

    Und jetzt machst du dir wieder Gedanken um ihn, überlegst, wie es weiter geht?
    Ich glaube, du sprichst ihm jegliche Verantwortung für sein Leben ab, siehst in ihm einen hilflosen Menschen, der nichts für sein Verhalten kann?
    Wieso entschuldigst du sonst, dass er dich schlägt?
    Dürfte ein “gesunder “ Mensch dich auch schlagen?
    Bei mir wäre dann finito, niemand darf diese Grenze überschreiten. Dein Freund ist erwachsen und hat für sein Verhalten die Konsequenzen selbst zu tragen. Alkohol ist da keine Entschuldigung.
    Der Punkt ist doch auch, das er lernt, dass er so mit dir umgehen darf, Narrenfreiheit hat. So sinkt bei ihm die Hemmschwelle. Beim nächsten mal schlägt er wieder.

    Anscheinend lädst du dir häufig Verantwortung auf. In diesem Fall ist es jedoch falsch. So lange du für ihm da bist und ihm die Steine aus dem Weg räumst, weiß er, das es funktioniert und er “durchkommt“. Er wird nichts ändern.
    Eine Verhaltensänderung findet erst dann statt, wenn er merkt, dass er nicht weiterkommt und selbst verantwortlich ist. In die Situation kommt et erst, wenn du ihn fallen lässt.
    meiner Meinung nach hat er sich sowieso durch die Gewalt die Hilfe durch dich verwirkt.

    Viele Grüße, Natalie

    Hallo Aggi,
    dass dein xy wieder abgestürzt ist, tut mir leid.
    Kurz zum Verständnis: er war auf dem Weg der Besserung, hat dann wieder getrunken (das Bier), wurde aggressiv und hat dich geschlagen?

    Und jetzt machst du dir wieder Gedanken um ihn, überlegst, wie es weiter geht?
    Ich glaube, du sprichst ihm jegliche Verantwortung für sein Leben ab, siehst in ihm einen hilflosen Menschen, der nichts für sein Verhalten kann?
    Wieso entschuldigst du sonst, dass er dich schlägt?
    Dürfte ein “gesunder “ Mensch dich auch schlagen?
    Bei mir wäre dann finito, niemand darf diese Grenze überschreiten. Dein Freund ist erwachsen und hat für sein Verhalten die Konsequenzen selbst zu tragen. Alkohol ist da keine Entschuldigung.
    Der Punkt ist doch auch, das er lernt, dass er so mit dir umgehen darf, Narrenfreiheit hat. So sinkt bei ihm die Hemmschwelle. Beim nächsten mal schlägt er wieder.

    Anscheinend lädst du dir häufig Verantwortung auf. In diesem Fall ist es jedoch falsch. So lange du für ihm da bist und ihm die Steine aus dem Weg räumst, weiß er, das es funktioniert und er “durchkommt“. Er wird nichts ändern.
    Eine Verhaltensänderung findet erst dann statt, wenn er merkt, dass er nicht weiterkommt und selbst verantwortlich ist. In die Situation kommt et erst, wenn du ihn fallen lässt.
    meiner Meinung nach hat er sich sowieso durch die Gewalt die Hilfe durch dich verwirkt.

    Viele Grüße, Natalie

    Hallo Zwergin!

    Sehr schön, das sind doch mal Fortschritte.
    Ich schätze, er ahnt schon etwas. Vielleicht merkt er, dass du gelassener wirst.
    Das liest man hier öfters.
    Geht er noch arbeiten? Vielleicht kannst du so ausziehen, dass er nichts mitbekommt.
    Mach es ansonsten nicht alleine, sondern such dir Helfer. Niemand kann dir garantieren, dass er dann nicht doch ausflippt. Gerade, wenn er zu Aggressionen neigt, würde ich auf sein Geschwätz, er könne dir nichts antun, in dieser Situation nichts geben.
    erst neulich hab ich noch in der Zeitung einen Bericht über eignet Frau gelesen, die ihrem Partner die Trennung wegen seiner Sucht mitteilte und dann von ihm erstochen wurde. Die hat damit sicher auch nicht gerechnet.
    Jemandem, der über 10 Jahre säuft, der alle Möglichkeiten und Warnungen hatte, bist du keine rechtzeitig Mitteilung schuldig.

    Viel Erfolg!

    Hallo Zwergin!

    Sehr schön, das sind doch mal Fortschritte.
    Ich schätze, er ahnt schon etwas. Vielleicht merkt er, dass du gelassener wirst.
    Das liest man hier öfters.
    Geht er noch arbeiten? Vielleicht kannst du so ausziehen, dass er nichts mitbekommt.
    Mach es ansonsten nicht alleine, sondern such dir Helfer. Niemand kann die garantieren,

    Hallo Hope,
    ich habe das Problem des öffentlichen Raums so gelöst, dass ich viele Details verfremde. So ist wird mich niemand erkennen können und ich kann mich dennoch austauschen.

    Ich habe meiner Mutter die Entscheidung über ihr Leben zurück gegeben. Ich möchte mich selbst nicht mehr damit auseinander setzen, ob die trinkt, wieviel sie trinkt und ob sie sterben wird. Ich will mir keine Hoffnung machen-weil sie in dieser Situation nicht angebracht ist. “Hoffnung machen“ ist für den Co tödlich und bringt seine Gedanken wieder zum Angehörigen, anstelle zu sich selbst. Zudem suggeriert sie eine Verantwortung, die Angehörige nicht für den Gesundheitszustand eines anderen haben. Seitdem ich mich davon gelöst habe, bin ich wieder zu mir gekommen. Ich sehe nur bei meinen Vater, von dem ich seit Jahrzehnten das selbe höre wie von dir nun, wie diese Hoffnung ihn in der Situation verharren lässt, statt dass er seine Zukunft selbst ihn die Hand nimmt.

    Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass deine Mutter ihr Leben in andere bahnen

    Hallo Hope,
    ich habe das Problem des öffentlichen Raums so gelöst, dass ich viele Details verfremde. So ist wird mich niemand erkennen können und ich kann mich dennoch austauschen.

    Ich habe meiner Mutter die Entscheidung über ihr Leben zurück gegeben. Ich möchte mich selbst nicht mehr damit auseinander setzen, ob die trinkt, wieviel sie trinkt und ob sie sterben wird. Ich will mir keine Hoffnung machen-weil sie in dieser Situation nicht angebracht ist. “Hoffnung machen “ist für den Co tödlich und bringt seine Gedanken wieder zum angehörigen

    Mit der Versäumnis meinte ich allgemeine (Lebens-)Kompetenzen, die jeder braucht, wie beispielsweise die Fähigkeit, sich um sich selbst zu kümmern, seine Gefühle auszudrücken, auf sich zu achten oder bedacht mit Geld umzugehen.
    Die sollte ich noch nachholen.

    Sonnige Grüße!

    Hallo Brummbär!
    Ich bin der Meinung, dass du das wirklich richtig so machst. Jeder, der hier landet, hat schon einiges hinter sich und ist mit den Nerven fertig. Hat oft erfolglos jahrelang gebettelt, gefleht, gedroht und mit engelszungen eingeredet; durch Besuche versucht zu erziehen. Und nix ist passiert, außer, dass diese Menschen selbst ganz unten waren- den Suchtkranken hat das äußerst peripher tangiert. Da finde ich es ziemlich verantwortungslos, an diese Menschen zu appelieren, sie mögen bitte weitermachen, weil steter Tropfen den Stein höle. Das gefährdet deren Gesundheit und zudem jene des Suchtkranken dazu.
    Suchtkranke müssen häufig ganz unten sein und abrutschen, um zu begreifen, dass es nicht weitergeht. Viele reagieren auf Bekehrungsversuche trotzig und saufen erst recht.

    @ Hope: Nimm es bitte nicht übel, aber deine Appelle führen geradewegs in eine tiefe Co-Abhängigkeit, die ebeso beim Co-Abhängigen zum Tode führen können. Man denke an Depressionen. Ich bin infolge der Jahrzehnte langen Belastung durch die Sauferei und sämtlichen Wesensveränderungen, die mir schon als Kleinkind im Alter von 2-3 Jahren zugemutet wurden, selbst schwer erkrankt. Durch die starke Belastung, aus der ich mich erst als junge Erwachsene einigermaßen lösen konnte, habe ich jahrelang zu niedrigen Blutdruck gehabt (bei den einen steigt der Blutdruck, bei mir sank er durch eine Durchblutungsstörung), wodurch die Durchblutung feiner Gefäße nicht mehr sichergestellt war, sodass meine Sehnerven bereits zu 60bis70% abgestorben sind. Und das mit Anfang 20 zur Zeit der Diagnosestellung. Es ist nicht mehr heilbar und es wird nicht besser. Ich bete, dass ich im Alter nicht erblinden werde, weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, Kinder zu bekommen. Diese muss ich ja mind. 18 Jahre versorgen. Halte ich das 18 Jahre sehend durch? Aber ich weiß: Lade ich mir diese immense Belastung durch meine Mutter weiterhin auf, wird die Erkrankung fortschreiten. Ebenso, wie es auch körperlich augenscheinlich gesunde Angehörige von Suchtkranken im Laufe der Zeit zerfressen wird.

    Ich habe es am eigenen Leib erfahren, was jahrzehnte in Co-Abhängigkeit bedeuten. Und daher reagiere ich etwas allergisch darauf, wenn ich lese, dass ein Angehöriger dem anderen, der sich auf dem Weg der Besserung befindet und sein eigenes Leben in den Griff nimmt, wieder einredet, er müsse sich kümmern, werde irgendwann Erfolg haben und ihn damit in den Sumpf zurück schickt. Es betreffe schließlich die eigene Mutter.
    Das ist das grausamste, was man erleben kann. Aber man hat keinen Einfluss. Ich freue mich für dich, wenn sie es schaffen würde. Meine Mutter wird sterben, das Urteil ist gefallen. Ich wünschte, es wäre möglich, als Angehöriger Einfluss zu nehmen- ist es aber nicht. Durch den Beistand bleibt das System erhalten, sie finden keinen Grund, aufzuhören und saufen weiter, bis sie wirklich ganz unten sind. Aus diesem Grunde ist es für alle Seiten besser, frühzeitig loszulassen.

    Natalie

    Hallo Nys,
    da ist ein wichtiger Punkt. Man sagt ja immer, dass kleine Kinder mit trotzigem verhalten austesten, wie wir sie gehen können und dass sie trotz allem noch geliebt werden.
    Mir wird gerade bewusst, dass dieses Verhalten von mir damals nie akzeptiert wurde, sondern mit Sanktionen geahndet. Meine Mutter war so überfordert, dass sie mein verhalten nicht aushalten konnte, mich schlug (anfangs musste ich die Hand hinhalten und sie schlug drauf, später rannte sie mit dem Kochlöffel hinter mir her und drohte, ihn auf mir kaputt zu schlagen.) oder sie schrie, schimpfte und beleidigte. Dieses “Kind kann bockig sein und Mutter mag es trotzdem“-Gefühl hatte ich nie. Vielleicht ist diese Reaktion gegenüber meinem Freund vergleichbar und nichts anders als eine Einforderung von Zuneigung.

    Natalie

    Mein Handy schickt heute oft doppelt ab- vielleicht kann das ein Mod korrigieren?
    Bezüglich: was ist, wenn sie sterben? Werden sie wohl irgendwann, aber wird es leichter, wenn ich mich emotional weiter involviere. Richtig elend wird es doch erst, wenn man mitten in der Co-Abhängigkeit steckt und keinen Abstand gefunden hat. Und der Tod ist dann ein Produkt ihrer Sucht, das sie akzeptierte.
    Soviel dazu..

    So ist das doch gar nicht.. Früher hast du auch nichts gesagt etc.
    Auch kenne ich die Vorwürfe, die ich an meine Mutter gerichtet habe, auch.
    Mit der Universalausrede, dass Alkoholeine Krankheit sei, kann ich mich sich nicht anfreunden. Es gab eine gesunde Zeit, in der sie getrunken hat und noch nicht abhängig war. Das hat im Umfeld von Kindern nichts verloren. Und jetzt säuft sie, will immer noch nichts ändern... Hat die Kindheit ihrer Kinder versoffen, versäumt, eine wirkliche Beziehung zu ihnen aufzubauen. Jetzt ist der Zug für mich abgefahren. Ich muss nicht bei jemandem auf Tochter machen, der nie eine Mutter war. Das fühlt sich falsch an.
    Kontakt abbrechen.. Momentan ist der Kontakt sehr locker und sehr oberflächig. Mir geht es gut :) ich komme langsam zu wirklicher innerer Ruhe. obwohl ich vorher sehr lange dauernervös war. Schon immer, selbst im Kindergartenalter. Ich hatte noch nie lange Fingernägel, hab sie immer abgeknibbelt. Jetzt habe ich zum ersten mal in meinem leben welche und merke, was es bedeutet, Lebensfreude zu spüren.
    Nur, weil ich den Kontakt zu meinen Eltern nahezu auf Null reduziert habe. Schuldgefühle habe ich nicht, weil ich merke, wie gut mir das tut. Im Vergleich dazu habe ich spüren müssen, was die Sauferei meiner Mutter mir angetan hat- ich werde nur wieder gesund, sondern bin chronisch krank geworden. Würde ich weiterhin im Sumpf bei ihnen sitzen, könnte ich gleich von der Brücke springen, dann würde die Krankheit rapide schlechter und mein Leben nicht mehr lebenswert.
    Daher habe ich nun erkannt, wie wichtig so eine Änderung für mich ist und zu was es führen kann, was meine Eltern mich jahrzehntelang aussetzten.

    Liebe Grüße
    Natalie

    Hallo Soneya,
    Wir sind beide in der gleichen Situation. Mutter Alkoholikerin, seitdem ich denken kann. Bemerkt habe ich es mit 4 oder 5, aber da war es schon die Spitze des Eisbergs. Jetzt bin ich fast mit meinem Studium fertig und hätte jahrelang die gleichen Gedanken wie du. Es begann mit dem Beginn des Studiums, als ich zu Hause auszog.
    Klar kommen die Gedanken erst, wenn man erwachsen ist. Das ist auch reiner Selbstschutz. Kinder wenden sich selbst bei offensichtlichen Misshandlungen und Missbrauch nicht gegen die Eltern, weil die es anders nicht kennen und weil sie zudem abhängig sind.
    Anfangs habe ich meinen Protest gegen die Situation meinem Vater “an den Kopf geschmissen“. Für ihn hat es wohl den Raub seiner Illusion bedeutet und sein Familiensystem in Gefahr gebracht. Deswegen wertete er auch meine Aussagen vehement ab. Du übertreibst, stellst dich an, so ist Fass doch gar nicht

    Hallo Sarawen,
    mein Vater ist ein sehr unsicherer, cholerischer Mensch, der es kaum erträgt, dass seine Kinder einen höheren Bildungsstand haben als er selbst. Argumentativ waren wir ihm sehr überlegen, sodass er anfing zu schreien, sobald ihm Argumente ausgingen. Notfalls war Gewalt sein Meinungsverstärker. Wir lernten, dass nicht Argumente, sondern die Lautstärke zählt. Ich denke, dass ich im Streit schnell in solche Situationen zurückfalle, da ich es so gewöhnt bin. Dass es unnötig ist, merkte ich dann auch irgendwann. Nur denkt man in manchen Situationen nicht genug nach, sondern fällt direkt in die defensive.

    Natalie

    Auf mich treffen die Merkmale der Gruppe, die sich “zartbesaitet“ nennt, zu. es ist eine Gruppe von Forschern und Psychologen, also ernstzunehmen.
    Denke, meine Mutter ist auch von dem Schlag.